Sichere Schulwege: Mehr Schutz für Kinder gefordert
geschrieben von Redakteur | Mai 4, 2026
Lasst Kinder sicher zur Schule laufen: Bündnis fordert Maßnahmen
Kinder gehen gern zu Fuß – doch die Sicherheit fehlt
Viele Kinder in Deutschland legen ihren Schulweg am liebsten zu Fuß zurück. Rund 67 Prozent der Sechs- bis Dreizehnjährigen gehen gern zu Fuß. Dabei schätzen sie vor allem die Bewegung an der frischen Luft, Begegnungen mit Freunden oder kleine Zwischenstopps, etwa auf Spielplätzen. Dennoch fühlt sich nur gut die Hälfte der Kinder sicher, wenn sie alleine unterwegs sind.
Eine aktuelle Untersuchung zeigt außerdem: 38 Prozent der Kinder, die zu Fuß gehen, bewerten ihren Schulweg als „sehr gut“. Bei Kindern, die andere Verkehrsmittel nutzen, liegt dieser Anteil lediglich bei 28 Prozent. Trotz dieser positiven Aspekte bleibt das Sicherheitsgefühl ein zentrales Problem.
Angst vor Autos und unsicheren Kreuzungen
Die größte Sorge der Kinder gilt dem Straßenverkehr. 38 Prozent nennen Autos als Hauptangstquelle. Besonders kritisch empfinden viele Kinder das Überqueren von Kreuzungen. Unübersichtliche Verkehrssituationen verstärken das Unsicherheitsgefühl zusätzlich.
Um dem entgegenzuwirken, fordert das Bündnis „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ aus dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW), dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) und dem ökologischen Verkehrsclub VCD gezielte Verbesserungen im Straßenverkehr. Ziel ist es, Schulwege so zu gestalten, dass Kinder sich sicher und selbstständig bewegen können.
Forderungen nach besseren Schulwegen und klaren Regeln
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört der Ausbau sicherer Infrastruktur. Verkehrsarten sollen stärker voneinander getrennt und Kreuzungen übersichtlicher gestaltet werden. Auch Tempo-30-Zonen spielen eine entscheidende Rolle, da sie das Unfallrisiko deutlich senken können.
Ebenso wichtig sind ausreichend lange Ampelphasen, damit Kinder Straßen sicher überqueren können. Zusätzlich setzen sich die Verbände für sogenannte Schulstraßen ein, in denen der Autoverkehr zu Stoßzeiten eingeschränkt oder ganz verboten wird.
Eine weitere sinnvolle Maßnahme sind Elternhaltestellen. Diese befinden sich in einiger Entfernung zur Schule und sollen verhindern, dass sich direkt vor dem Schultor gefährliche Verkehrssituationen entwickeln.
Aktionstage fördern selbstständige Mobilität
Neben politischen Maßnahmen sind auch Eltern, Lehrkräfte und Betreuungspersonen gefragt. Sie können Kinder dabei unterstützen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen und Vertrauen in den eigenen Schulweg zu entwickeln.
Deshalb rufen die Initiatoren erneut zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Vom 21. September bis 02. Oktober 2026 haben Kinder und ihre Bezugspersonen die Möglichkeit, eigene Projekte rund um das Thema Schulweg zu gestalten. Die Initiative richtet sich an Grundschulen, Kitas sowie Kommunen und Vereine. Viele Materialien wie kostenlose Aktionsposter, Infoflyer und Projektideen gibt es unter: zu-fuss-zur-schule.de.
Studien liefern wichtige Grundlagen für die Verkehrspolitik
Die zugrunde liegende Untersuchung zum Fußverkehr liefert erstmals umfassende Einblicke in das Mobilitätsverhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland. Dabei wurden Aspekte wie Sicherheit, Infrastruktur und Nutzung verschiedener Verkehrsmittel analysiert.
Die Ergebnisse dienen als wichtige Grundlage für zukünftige Maßnahmen in Politik und Verwaltung. Ziel ist es, den Fußverkehr langfristig zu stärken und die Bedingungen für Kinder auf dem Schulweg nachhaltig zu verbessern.
Quelle: gemeinsame Pressemitteilung Deutsches Kinderhilfswerk e.V. / Verkehrsclub Deutschland e.V. / Verband Bildung und Erziehung e.V.
ADHS und Kreativität: Vielfalt im Denken als Ressource begreifen
geschrieben von Redakteur | Mai 4, 2026
Forschung zeigt: Unkonzentriertheit kann kreative Stärke sein
Eine neue Studie der Neurowissenschaftlerin Dr. Radwa Khalil von der Constructor University, veröffentlicht im Fachjournal iScience, geht einer Frage nach, die viele Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen seit Jahren beschäftigt: Warum wirken manche Menschen mit ADHS im Alltag unkonzentriert – und zugleich oft ungewöhnlich kreativ? Und lässt sich dieser scheinbare Widerspruch wissenschaftlich erklären?
Die Antwort der Forschenden fällt klar aus: Die gleichen neuronalen Netzwerke, die unsere Aufmerksamkeit steuern, sind auch an kreativen Prozessen beteiligt. Das bedeutet, dass typische Merkmale von ADHS – etwa Ablenkbarkeit oder Tagträumen – nicht nur Schwierigkeiten verursachen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch kreatives Denken fördern können.
Die Studie zeigt damit eine neue Perspektive auf ein Phänomen, das bislang überwiegend unter dem Blickwinkel von Defiziten betrachtet wurde. Statt ausschließlich zu fragen, was bei ADHS „nicht funktioniert“, rückt sie die Frage in den Vordergrund, welche besonderen kognitiven Potenziale in diesen Aufmerksamkeitsmustern liegen.
Breiter Aufmerksamkeitskegel
Im Zentrum der Untersuchung steht das Konzept der sogenannten „defokussierten Aufmerksamkeit“. Dr. Khalil beschreibt diesen Zustand anschaulich: Während viele Menschen ihre Aufmerksamkeit gezielt auf eine Aufgabe richten können, nehmen Menschen mit ADHS häufig mehrere Reize gleichzeitig wahr. Dieser „breitere Aufmerksamkeitskegel“ erschwert es, bei monotonen Aufgaben konzentriert zu bleiben – eröffnet aber zugleich die Möglichkeit, ungewöhnliche Verbindungen herzustellen und neue Ideen zu entwickeln.
Genau hier liegt der Kern der neuen Erkenntnisse. Kreativität entsteht oft nicht durch lineares Denken, sondern durch das Verknüpfen scheinbar unzusammenhängender Informationen. Prozesse wie freies Assoziieren, gedankliches Abschweifen oder spontanes Umschalten zwischen Themen – alles Phänomene, die im Zusammenhang mit ADHS häufig beobachtet werden – spielen dabei eine zentrale Rolle.
Dass diese Verbindung nicht nur theoretisch ist, zeigt sich auch in der Lebensrealität vieler Betroffener. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Menschen mit ADHS überdurchschnittlich häufig in kreativen Berufen vertreten sind. Prominente Beispiele wie Justin Timberlake oder Simone Biles werden oft genannt, auch wenn solche Einzelfälle keine wissenschaftlichen Belege ersetzen.
Kinder mit ADS sind oft kreativ und klug, aber schnell überfordert. Der Ratgeber von Dr. Aust-Claus und Dr. Hammer zeigt, wie Eltern, Lehrkräfte und Therapeut:innen gemeinsam helfen können. Mit dem Optimind®-Konzept, Fallbeispielen und alltagstauglichen Tipps für mehr Konzentration und weniger Frust.
Aufmerksamkeit und Kreativität sind eng miteinander verschränkt
Die Studie geht jedoch über diese Beobachtungen hinaus und versucht, die zugrunde liegenden Mechanismen systematisch zu erklären. Sie führt Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen zusammen und zeigt, dass Aufmerksamkeit und Kreativität eng miteinander verschränkt sind – auf der Ebene neuronaler Netzwerke ebenso wie im Verhalten.
Ein besonders interessanter Aspekt betrifft die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse. Die Forschenden sehen großes Potenzial in sogenannten kreativen Therapieansätzen. Dazu zählen Aktivitäten wie Malen, Musik, Tanz, Schreiben oder auch spielerische digitale Formate. Diese Tätigkeiten nutzen gezielt die offenen, assoziativen Denkprozesse, die bei ADHS häufig ausgeprägt sind.
Dabei geht es nicht um bloße Beschäftigung oder Ablenkung. Kreative Aktivitäten sprechen genau jene Gehirnstrukturen an, die auch für die Steuerung von Aufmerksamkeit zuständig sind. Wenn Kinder oder Erwachsene mit ADHS sich intensiv auf solche Prozesse einlassen, kann dies dazu beitragen, Aufmerksamkeitsmuster zu stabilisieren und neu zu organisieren.
Dr. Khalil formuliert es zugespitzt: Kreativer Ausdruck sei kein Nebenprodukt, sondern eine Form von Training für das Gehirn. Wer sich beim Zeichnen, Musizieren oder Schreiben vertieft, arbeite mit seinem kognitiven Stil – und nicht gegen ihn.
Gut begründet, aber nicht vollständig erforscht
Gleichzeitig bleibt die Studie vorsichtig in ihrer Bewertung. Die Zusammenhänge zwischen ADHS und Kreativität sind zwar gut begründet, aber noch nicht vollständig erforscht. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass es weiterer Untersuchungen bedarf, insbesondere langfristiger Studien, die Entwicklungsverläufe genauer abbilden.
Methodisch handelt es sich bei der Arbeit um eine interdisziplinäre Zusammenführung bestehender Forschungsergebnisse. Sie entwickelt daraus ein theoretisches Modell und leitet Empfehlungen für zukünftige Studien ab. Dazu gehören unter anderem:
• eine engere Zusammenarbeit zwischen Neurowissenschaft, Pädagogik und Therapie
• neue Methoden zur Erfassung kreativer Prozesse
• langfristige Untersuchungen zur Wirkung kreativer Interventionen
ADHS – kognitive Besonderheit mit eigenen Möglichkeiten
Auffällig ist vor allem der Perspektivwechsel, den die Studie anstößt. ADHS erscheint hier nicht mehr ausschließlich als Störung, die korrigiert werden muss, sondern als kognitive Besonderheit mit eigenen Möglichkeiten. Diese Sichtweise verändert nicht nur den wissenschaftlichen Diskurs, sondern hat auch Konsequenzen für den Alltag – in Familien, in Kitas, in Schulen.
Denn wenn Aufmerksamkeit nicht nur als Fähigkeit zur Fokussierung verstanden wird, sondern auch als Offenheit für vielfältige Reize, dann stellt sich die Frage neu, wie Lernumgebungen gestaltet sein sollten. Die Studie liefert dafür keine einfachen Rezepte, aber sie verschiebt den Blick: weg von der reinen Anpassung an bestehende Anforderungen – hin zu einem Verständnis, das Vielfalt im Denken als Ressource begreift.
Pädagogische Fachkräfte erkunden mit Kita-Kindern, woher regionale Bio-Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden
Essen entdecken! ist ein kostenfreies, interaktives Bildungsprogramm der Sarah Wiener Stiftung für Kitas deutschlandweit. Die Lernreise begleitet pädagogische Fachkräfte dabei, mit Kita-Kindern zu erkunden, woher regionale Bio-Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden. Die Teilnahme ist ganzjährig möglich. Kita-Fachkräfte können sich der Webseite sw-stiftung.de/mitmachen/essen-entdecken anmelden.
Die Entstehung und Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln wie Getreide, Milch, Eier, Honig, Obst- oder Gemüsesorten wird bei Essen entdecken! mit allen Sinnen erlebbar. Das Programm fördert einen Bezug zum Essen, weckt Neugier, Interesse und Wertschätzung für die ökologische Landwirtschaft, für Tiere und Pflanzen.
Interaktiver E-Mail-Kurs
Im Rahmen eines sechswöchigen E-Mail-Kurses erhalten die pädagogischen Fachkräfte Impulse und Materialien. Sie erfahren, wie sie gemeinsam mit ihrer Kita-Gruppe im Alltag, etwa beim Morgenkreis, den Mahlzeiten oder im Kitagarten, das jeweilige Lebensmittel näher kennenlernen können. Zu den Inhalten und Formaten des Programms gehören digitale Info-Module, Videos, Hörbeiträge, Praxisbeispiele, Rezepte, interaktive Ideenpinnwände und Austauschrunden.
Exkursion
Neben dem Erkunden des Bio-Lebensmittels in der Kita ist eine Exkursion Teil der Lernreise. Kitas können einen selbstorganisierten Erlebnisort oder einen Partnerbetrieb der Stiftung besuchen.
Die Sarah Wiener Stiftung bietet jährlich bis zu 150 qualitätsgesicherte Tagesexkursionen zu erzeugenden und verarbeitenden Bio-Betrieben in ganz Deutschland an und kooperiert mit rund 30 Betrieben. Termine für Kitagruppen zwischen 15 und 30 Kindern, die zwischen drei und sechs Jahre alt sind, finden sich auf der Essen entdecken!-Webseite.
Bei der Variante mit einer Exkursion zu einem selbstorganisierten Erlebnisort sind die Teilnehmenden freier in der Termin- und Ortsplanung. Alles entlang der Wertschöpfungskette des jeweiligen Lebensmittels ist möglich (z.B. eine Bio-Bäckerei, ein Bio-Markt oder eine Streuobstwiese). Die Sarah Wiener Stiftung unterstützt mit Tipps und Hilfestellungen, um die Organisation so einfach wie möglich zu halten. Eventuell entstehende Exkursionskosten müssen die Kitas selbst tragen.
Förderpartner
Essen entdecken! ist von IN FORM, Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung, ausgezeichnet. Es wird gefördert vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL), der Deutschen Postcode Lotterie (DPL), der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und der Stiftung Berliner Sparkasse. Mit dem BÖL fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Ausbau der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland.
Quelle: Pressemitteilung Sarah Wiener Stiftung
Bildungsgerechtigkeit beginnt mit Begeisterung
geschrieben von Redakteur | Mai 4, 2026
Wo Neugier den Funken entfacht: Experinauten Club Freiburg
Wenn Kinderaugen leuchten, weil eine selbst gebaute Brücke tatsächlich hält, steckt weit mehr dahinter als nur ein gelungenes Experiment. Der Experinauten Club in Freiburg im Breisgau schafft genau solche Momente und eröffnet Kindern neue Zugänge zur Welt der Naturwissenschaften. Das Angebot richtet sich gezielt an Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen, die bislang wenig Berührungspunkte mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik hatten. Spielerisch und mit viel Raum für eigene Entdeckungen entwickeln sie hier Neugier und Selbstvertrauen, zwei entscheidende Bausteine für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Gefördert wird das Projekt von der Klaus Tschira Stiftung, die sich seit vielen Jahren für bessere Bildungschancen engagiert und insbesondere naturwissenschaftliche Kompetenzen stärkt.
Vom Schulprojekt zum nachhaltigen Bildungsangebot
Seinen Ursprung hat der Club im Projekt „Experinauten machen Schule“, das seit 2022 erfolgreich an zahlreichen Grundschulen umgesetzt wird. In praxisnahen Workshops werden Kinder frühzeitig für naturwissenschaftliche Themen begeistert und zum eigenständigen Denken angeregt. Der Experinauten Club knüpft daran an und vertieft dieses Angebot gezielt in der Nachmittagsbetreuung.
Vor allem Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen profitieren von diesem Ansatz, da sie hier unabhängig von ihren Voraussetzungen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen. So entsteht ein Lernraum, der frei von Leistungsdruck ist und gleichzeitig nachhaltige Lernerfahrungen ermöglicht.
Lernen durch Ausprobieren und Verstehen
Im Mittelpunkt steht das eigenständige Forschen. Die Kinder bauen, testen, verwerfen Ideen und entwickeln neue Lösungswege. Themen wie Magnetismus, Strom oder Mechanik werden nicht abstrakt vermittelt, sondern konkret erfahrbar gemacht. Ob beim Bau von Kritzelrobotern oder stabilen Brücken – jedes Projekt fordert Kreativität, Ausdauer und Zusammenarbeit.
Gerade das Scheitern wird dabei zu einem wichtigen Bestandteil des Lernprozesses. Indem die Kinder Lösungen immer wieder überdenken und verbessern, erleben sie, dass Fortschritt oft aus Fehlern entsteht. Gleichzeitig stärken sie ihre Fähigkeit, Probleme selbstständig zu lösen und im Team zu arbeiten. Sprachliche Barrieren treten dabei in den Hintergrund, sodass insbesondere Kinder mit geringen Deutschkenntnissen von diesem handlungsorientierten Ansatz profitieren.
Freude am Lernen als Schlüssel zum Erfolg
Die Nachmittage im Experinauten Club sind geprägt von Neugier, Begeisterung und dem Stolz auf das eigene Ergebnis. Die Workshopleitungen berichten von einer offenen und unterstützenden Atmosphäre, in der sich die Kinder schnell wohlfühlen und Vertrauen entwickeln.
Begleitende Evaluationen zeigen, dass die Rahmenbedingungen an den Schulen zwar unterschiedlich sind, der positive Effekt auf die Kinder jedoch konstant bleibt. Selbst nach einem langen Schultag sind sie motiviert, aktiv teilzunehmen und sich auf neue Experimente einzulassen. Entscheidend ist dabei die Kombination aus fachlicher Begleitung und einem respektvollen Miteinander, das Zusammenarbeit fördert und individuelle Stärken sichtbar macht.
Selbstvertrauen stärken und Zukunft gestalten
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit Schulkindbetreuungen und pädagogischen Fachkräften, die die Kinder kontinuierlich begleiten und unterstützen. Dadurch entsteht eine stabile Lernumgebung, in der sich die Kinder entfalten können.
Die positiven Effekte sind deutlich spürbar. Die Kinder entwickeln Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, erleben Selbstwirksamkeit und entdecken Freude am naturwissenschaftlichen Denken. Diese Erfahrungen können ihren weiteren Bildungsweg nachhaltig beeinflussen und neue Perspektiven eröffnen.
Langfristig trägt der Experinauten Club dazu bei, Bildungsbarrieren abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Die Kinder erfahren, dass ihre Ideen zählen und dass sie Herausforderungen eigenständig meistern können. Mit jedem Experiment wachsen nicht nur Wissen und Kompetenzen, sondern auch Mut und Selbstvertrauen. Ein Ansatz, der zeigt, wie wirkungsvoll frühzeitige Förderung sein kann.
Bisher gab es Kooperationen mit 19 Schulen.
Anmeldung:
Wollen Sie mit ihrer Schule aus dem Raum Freiburg mitmachen? Dann schreiben Sie eine Mail an hallo@experinauten.com!
Mit der Outdoor-Spielküche haben Kinder die Möglichkeit, auch im Garten Rollenspiele rund um die Themen Küche, Kochen, Backen und Spülen auszuleben. Dabei können Sand, Wasser und naturnahe Materialien zum Einsatz kommen – und der Sandkuchen wird gleich in den „Backofen“ geschoben.
Die Küche ist beidseitig bespielbar, sodass es nicht stört, dass sich die Backofentür nicht öffnen lässt. Neben dem Herd mit vier Kochplatten gibt es eine Spüle mit einer herausnehmbaren Kunststoffschüssel. Diese wird gerne auch zum Matschen mit Sand und Wasser genutzt. Die Ablagemöglichkeiten der Spielküche regen zusätzlich zum intensiven Spiel an.
Die Küche ist funktional gestaltet, stabil und gut verarbeitet. Das Material garantiert langen Spielspaß.
Material: Kiefer, imprägniert. Lieferung: montiert, lediglich der Wasserhahn muss selbst angeschraubt werden. Gewicht 23,4 kg, Maße: 40 x 102,5 x 55 cm
Die Spielküche ist eine gelungene Alternative zu Kunststoffspielküchen, bietet einen hohen Spielwert und ist in ihrer Ausführung optimal auf den Spielzweck abgestimmt. Deshalb mit „spiel gut“ ausgezeichnet!
Outdoor Spielküche Preis: ca. 199 € Alter: Ab 3 Jahre Marke: Erzi Hersteller: Erzi Qualitätsprodukte aus Holz GmbH
Übergewicht bei Kindern bleibt ein wichtiges Gesundheitsthema
geschrieben von Redakteur | Mai 4, 2026
PowerKids-App unterstützt Kinder bei gesunder Lebensweise
Übergewicht und Adipositas zählen weiterhin zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen im Kindes- und Jugendalter. In Deutschland gelten etwa 15,4 % der Drei- bis 17-Jährigen als übergewichtig, rund 5,9 % als adipös.
Ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch, zu wenig Bewegung sowie psychosoziale Belastungen können langfristig gesundheitliche Probleme verursachen.
Auch die Stiftung Kindergesundheit setzt auf diesen Ansatz und fördert mit der digitalen Präventionslösung PowerKids gesunde Lebensgewohnheiten bei Kindern.
Die PowerKids-App: Spielerische Prävention für Kinder
Die kostenfreie PowerKids-App richtet sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen begleitet das Programm die jungen Nutzerinnen und Nutzer mit interaktiven Inhalten rund um:
gesunde Ernährung
regelmäßige Bewegung
Selbstwert und mentale Stärke
Kinder können beispielsweise Mahlzeiten in einem Ernährungstagebuch festhalten, Bewegungspunkte durch Alltagsaktivitäten sammeln oder ihre Stimmung im sogenannten „Launometer“ dokumentieren. Ergänzend stärken kurze mentale Übungen das Selbstbewusstsein.
Podcasts, Videos, Spiele und Challenges sorgen dafür, dass die Inhalte abwechslungsreich und motivierend vermittelt werden.
Das Programm basiert auf einem wissenschaftlich fundierten Konzept. Entwickelt wurde es gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Ernährungstherapie, Gesundheitswissenschaften und Kinderpsychotherapie.
Bedeutung früher Prävention
„Es ist entscheidend, Kinder frühzeitig zu erreichen – bevor gesundheitliche Risiken entstehen oder sich verfestigen“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Berthold Koletzko, Gründer und Vorstand der Stiftung Kindergesundheit.
„Programme wie PowerKids zeigen, dass Prävention dort ansetzen muss, wo Kinder leben und lernen. Wenn wir Wissen, Motivation und Selbstvertrauen spielerisch und handlungsorientiert vermitteln, schaffen wir nachhaltige Grundlagen für einen gesunden Lebensstil.“
Erste Bilanz: Gute Akzeptanz der Präventions-App
Ein halbes Jahr nach dem Start fällt die erste Bilanz positiv aus. Die App wurde rund 1.700-mal heruntergeladen. Durchschnittlich nutzen etwa 90 Kinder das Programm täglich, mit einer mittleren Nutzungsdauer von rund zehn Minuten.
Mehr als 60 Kinder haben das gesamte Programm bereits abgeschlossen. Besonders erfreulich: 85 % der teilnehmenden Kinder würden die App weiterempfehlen.
Auch die Rückmeldungen aus der Zielgruppe zeigen eine positive Resonanz:
„Der Podcast war immer sehr interessant“, berichtet ein Kind. Ein anderes hebt hervor: „Die Fitness-Challenge fand ich sehr, sehr toll.“ Und ein weiteres sagt: „Ich mag gerne den Mixer mit den Launen.“
Weiterentwicklung der PowerKids-App geplant
Für das Jahr 2026 plant die Stiftung Kindergesundheit eine Weiterentwicklung der Anwendung. Dabei sollen Rückmeldungen und Wünsche der bisherigen Nutzerinnen und Nutzer einfließen. Parallel ist eine wissenschaftliche Evaluation vorgesehen, um die Wirksamkeit des Programms genauer zu untersuchen.
Digitale Prävention als Chance für Familien
Prävention muss früh beginnen und leicht zugänglich sein. Digitale Angebote können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Programme wie PowerKids unterstützen Familien dabei, gesunde Routinen aufzubauen, das Selbstvertrauen von Kindern zu stärken und langfristig die Basis für ein aktives und gesundes Leben zu schaffen.
Gemeinsam Verantwortung tragen: Fachtag zu Kinderschutz und Wohlbefinden in Kitas
geschrieben von Redakteur | Mai 4, 2026
Aktuelle Studien zeigen strukturelle Probleme und hohe Belastungen in Kitas – ein Fachtag in Hannover bringt Praxis, Wissenschaft und Politik in den Dialog
Das Wohlbefinden und der Schutz von Kindern in Kindertageseinrichtungen stehen zunehmend unter Druck. Aktuelle Studien machen deutlich, dass verletzendes Verhalten im pädagogischen Alltag sowie Kindeswohlgefährdungen keine Einzelfälle sind.
Als zentrale Ursachen werden unter anderem unzureichende Rahmenbedingungen, hohe Belastungen der Fachkräfte und eingeschränkte Handlungsspielräume benannt. Diese Faktoren erschweren eine professionelle pädagogische Praxis und wirken sich unmittelbar auf die Qualität der Betreuung und den Schutz von Kindern aus.
Fachtag in Hannover: Austausch auf allen Ebenen
Vor diesem Hintergrund findet am 25. Juni 2026 in Hannover ein interdisziplinärer Fachtag statt:
„Gemeinsam Verantwortung tragen – Wohlbefinden und Schutz von Kindern in Kitas sichern. Praxis, Verwaltung, Wissenschaft und Politik im Dialog“
Diskussionsbasis bilden Ergebnisse aus drei aktuellen Forschungsprojekten:
„Arbeitsbedingungen und verletzendes Verhalten im Alltag der Sozialen Arbeit (AVASA)”
„Verletzendes Verhalten in Kitas”
„Psychosoziale Belastung und Kinderschutz in der KiTa – Fachkräfte schauen hin!”
Die Studien beleuchten Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen, Belastungserleben und Risiken für den Kinderschutz.
Dialog, Diskussion und Workshops
Die Veranstaltung setzt auf Austausch und Beteiligung. Geplant sind eine Podiumsdiskussion sowie Workshops, in denen Herausforderungen analysiert, Perspektiven ausgetauscht und konkrete Handlungsbedarfe für Prävention und Intervention benannt werden.
Ziel ist es, Verantwortung systemübergreifend zu diskutieren und Impulse für Veränderungen auf allen Ebenen zu entwickeln – von der Praxis über Träger und Verwaltung bis hin zur Politik.
Teilnahme und Anmeldung
Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Das detaillierte Programm wird in Kürze veröffentlicht.
Kita als Schlüsselphase: Armin Krenz fordert dringend Umdenken
geschrieben von Redakteur | Mai 4, 2026
In Freiburg plädiert Armin Krenz vor großem Publikum für eine Pädagogik, die sich konsequent an den Bedürfnissen von Kindern orientiert – und warnt vor den Fehlentwicklungen im Bildungssystem
Mehr als 300 Teilnehmende – vor Ort in der Aula der Katholischen Hochschule Freiburg sowie online zugeschaltet – haben am 20. April 2026 den Vortrag von Prof. Dr. Armin Krenz verfolgt. Im Rahmen der Reihe „Leben und Lernen im Wandel“ des Freiburger Bündnisses „Eine Schule für alle“ stellte der renommierte Entwicklungspsychologe die frühe Kindheit als entscheidende Phase für die gesamte menschliche Entwicklung in den Mittelpunkt.
Bereits zu Beginn machte Krenz deutlich, worum es geht: Die Kita-Zeit ist keine vorbereitende Zwischenphase, sondern eine eigenständige, hochbedeutsame Entwicklungszeit. Was Kinder hier erleben, beeinflusst nachhaltig ihre Persönlichkeit, ihre Lernfähigkeit und ihr soziales Verhalten. Frühkindliche Bildung ist kein „Vorlauf“ für Schule, sondern ein eigenständiger, hochkomplexer Entwicklungsraum mit langfristiger Wirkung.
Bildung beginnt lange vor der Schule
Krenz knüpfte an internationale Bildungsdebatten an und erinnerte daran, dass bereits Organisationen wie die UNESCO die frühe Kindheit als entscheidend für nachhaltige Entwicklung definieren. Was Kinder in diesen Jahren an Grundhaltungen, emotionalen Erfahrungen und sozialen Kompetenzen erwerben, prägt ihr gesamtes späteres Leben.
Dabei stellte er eine zentrale Frage: Was verstehen wir eigentlich unter Bildung?
Seine Antwort widerspricht gängigen Praxisformen. Bildung sei nicht die Anhäufung von Wissen, sondern die Entfaltung von Persönlichkeit, Kreativität und Verantwortung. Sie vollziehe sich im Alltag, in Beziehungen und im eigenaktiven Erleben – nicht in standardisierten Förderprogrammen.
Wie Kinder wirklich lernen
Ein zentraler Teil des Vortrags widmete sich der Frage, wie Lernen überhaupt funktioniert. Krenz formulierte drei grundlegende Bedingungen:
Kinder müssen sich als bedeutsam erleben
Inhalte müssen einen Bezug zur Lebenswelt haben
Die Umgebung muss emotional motivierend sein
Fehlen diese Voraussetzungen, entstehen schnell Langeweile, Stress und Rückzug. Besonders deutlich wurde seine Kritik an künstlich erzeugten Lernsituationen, die dem kindlichen Entwicklungsrhythmus widersprechen. Lernen, so Krenz, sei kein linearer Prozess, sondern ein zutiefst emotional gesteuerter Vorgang.
Beziehung statt Belehrung
Ein wiederkehrendes Motiv des Vortrags war die herausragende Bedeutung von Bindung und Beziehung. Bildung entstehe in erster Linie durch Beziehungserfahrungen – nicht durch Programme, Curricula oder Förderpläne.
Kinder, die sich sicher gebunden fühlen, zeigen mehr Neugier, weniger Angst und eine höhere Bereitschaft, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Das Gehirn, so Krenz, sei in erster Linie kein reines „Denkorgan“, sondern ein „emotionales Sozialorgan“. Daraus ergibt sich eine klare Konsequenz für pädagogische Praxis: Ohne stabile Beziehungen bleibt jede Bildungsanstrengung oberflächlich.
Besonders eindrücklich war die Darstellung der sogenannten „seelischen Erfahrungswerte“, die Kinder für eine gesunde Entwicklung benötigen. Dazu zählen unter anderem:
Zeit, Ruhe und Bewegung
Vertrauen, Sicherheit und Liebe
Mitsprache, Neugier und Selbstwirksamkeit
das Erleben von Gefühlen und sozialer Zugehörigkeit
Diese Erfahrungen bilden die Grundlage für Selbstständigkeit, Resilienz und soziale Kompetenz. Krenz machte deutlich, dass diese Qualitäten nicht „vermittelt“ werden können – sie müssen erlebt werden.
Was Kinder wirklich brauchen
Krenz konkretisierte seine Perspektive anhand von zentralen Erfahrungsqualitäten, die Kinder für eine gesunde Entwicklung benötigen. Dazu gehören unter anderem:
Sicherheit und Vertrauen
Zeit und Ruhe
Bewegung und Spiel
soziale Zugehörigkeit
emotionale Ausdrucksmöglichkeiten
Diese Faktoren bilden die Grundlage für Selbstwirksamkeit, Resilienz und soziale Kompetenz. Sie lassen sich nicht durch Programme ersetzen, sondern müssen im Alltag erfahrbar werden.
Kritik an der aktuellen Bildungspraxis
Deutlich kritisch wurde der Vortrag dort, wo Krenz die gegenwärtige Praxis in vielen Kitas und Schulen analysierte. Seine Diagnose: Bildung werde zunehmend instrumentalisiert.
Aus Bildungsbereichen werden Fächer
Aus kindlichen Interessen werden vorgegebene Programme
Aus Alltagssituationen werden künstliche Lernsettings
Diese Entwicklung führe zu einer Verschiebung weg von der kindlichen Lebenswelt hin zu erwachsenen Erwartungen. Besonders scharf fiel seine Kritik an einer „Vorschulpädagogik“, die Kinder frühzeitig auf schulische Anforderungen trimmt und dabei zentrale Entwicklungsbedürfnisse vernachlässigt.
Das Spiel als Schlüssel zur Entwicklung
Ein zentrales Argument richtete sich auf die Bedeutung des Spiels. Krenz stellte klar: Freies Spiel ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern die effektivste Form des Lernens.
Freies, selbstgewähltes Spiel ermögliche:
tiefes emotionales Erleben
soziale Aushandlungsprozesse
kreative Problemlösungen
nachhaltige kognitive Entwicklung
Zahlreiche Studien und Zitate aus der Bildungsforschung untermauerten diese Perspektive. Die Reduktion von Spielzeit zugunsten strukturierter Förderprogramme sei daher nicht nur fragwürdig, sondern stark entwicklungshemmend.
Hier finden Sie die gesamte PowerPoint Präsentation des Vortrags zum Download:
Ein besonders nachdenklicher Moment entstand, als Krenz die Veränderungen der kindlichen Lebenswelt beschrieb. Der Raum für freies Spiel sei seit den 1970er Jahren massiv geschrumpft – um bis zu 90 Prozent.
Kinder verlieren nicht nur Orte, sondern auch Zeit. Zeit zum Entdecken, zum Ausprobieren, zum einfachen Kindsein. Diese Entwicklung, so Krenz, habe tiefgreifende Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung.
Ein zentrales Argument richtete sich auf die Bedeutung des Spiels. Krenz stellte klar: Freies Spiel ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern die effektivste Form des Lernens.
Pädagogik im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen
Der Vortrag machte deutlich, dass frühkindliche Bildung längst nicht mehr nur eine pädagogische Frage ist. Sie steht im Kontext gesellschaftlicher Beschleunigung, ökonomischer Interessen und politischer Steuerung.
Wenn Kinder zunehmend als „Ressource“ oder „Investition“ betrachtet werden, verändert sich auch der Blick auf Bildung. Krenz warnte eindringlich vor dieser Entwicklung und plädierte für eine Rückbesinnung auf die Bedürfnisse des Kindes.
Der große Zuspruch zeigt: Das Thema bewegt viele Menschen in der Praxis. Pädagogische Fachkräfte, Eltern und Interessierte suchten an diesem Abend Orientierung und fachliche Einordnung.
Fehlende Aufmerksamkeit für ein zentrales Zukunftsthema
Gerade weil der Vortrag so klar, so fundiert und zugleich so praxisnah die Bedeutung früher Kindheit herausarbeitete, fällt ein Umstand umso stärker ins Gewicht: die auffällige Abwesenheit politischer Entscheidungsträger.
Es ging an diesem Abend nicht um Randthemen, sondern um grundlegende Fragen gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit: Wie entwickeln sich Kinder? Welche Bedingungen brauchen sie? Und welche strukturellen Fehlentwicklungen stehen dem entgegen?
Dass Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und bildungspolitischer Steuerung hier nicht sichtbar präsent waren, wirft eine unangenehme Frage auf: Wird die Tragweite frühkindlicher Bildung systematisch unterschätzt – oder fehlt es an der Bereitschaft, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse in politisches Handeln zu übersetzen?
Denn die Faktenlage ist seit Jahren eindeutig. Die Bedeutung von Bindung, Spiel, Selbstbildung und entwicklungsförderlichen Rahmenbedingungen ist breit erforscht und international belegt. Wenn diese Erkenntnisse dennoch nur begrenzt in politische Entscheidungen einfließen, entsteht ein Legitimationsproblem.
Es geht dabei nicht um punktuelle Versäumnisse, sondern um eine strukturelle Schieflage: Bildungsentscheidungen werden häufig unter ökonomischen, administrativen oder kurzfristig messbaren Gesichtspunkten getroffen – während entwicklungspsychologische Grundlagen in den Hintergrund treten.
Die Frage nach der Kompetenz politischer Entscheidungen stellt sich damit zwangsläufig. Nicht im Sinne persönlicher Qualifikation, sondern im Hinblick auf Prioritätensetzung und Verantwortungsübernahme. Wer zentrale Erkenntnisse zur kindlichen Entwicklung ignoriert oder relativiert, riskiert langfristige gesellschaftliche Folgekosten – in Bildung, Gesundheit und sozialem Zusammenhalt.
Der Vortrag von Armin Krenz hat deutlich gemacht: Das Wissen ist vorhanden. Was fehlt, ist die konsequente politische Umsetzung.
Und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung.