Warum Bildungschancen oft schon in der frühen Kindheit entschieden werden

Eine neue Langzeitstudie zeigt, wie stark soziale Herkunft Kompetenzen, Noten und Bildungsentscheidungen über den gesamten Bildungsweg hinweg beeinflusst

Dass Kinder mit unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen auch unterschiedliche Bildungschancen haben, ist seit vielen Jahren bekannt. Eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) zeigt nun jedoch erstmals besonders umfassend, wie sich diese Unterschiede über den gesamten Bildungsweg hinweg entwickeln – von der frühen Kindheit bis zum Übergang in Studium oder Beruf.

Die Untersuchung stützt sich auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) und analysiert den Einfluss sozialer Herkunft auf Kompetenzen, Bildungsentscheidungen und schulische Bewertungen. Die Forschenden Marcel Helbig, Claudia Karwath und Corinna Kleinert betrachten dabei nicht nur einzelne Bildungsphasen, sondern verfolgen Bildungsbiografien über viele Jahre hinweg.

Das zentrale Ergebnis der Studie: Bildungsungleichheiten entstehen bereits im frühen Kindesalter und bleiben über lange Zeit erstaunlich stabil. Früh auftretende Unterschiede werden im Verlauf der Schulzeit selten vollständig ausgeglichen.

Frühe Unterschiede bei Betreuung und Kompetenzen

Bereits in den ersten Lebensjahren zeigen sich Unterschiede in der Nutzung frühkindlicher Bildungsangebote. Im zweiten Lebensjahr nehmen vor allem Kinder von Eltern mit hohem beruflichem Status häufiger außerfamiliäre Betreuung in Anspruch. In den darauffolgenden Jahren gewinnt zunehmend das Bildungsniveau der Eltern an Bedeutung.

Kinder aus Familien mit niedrigerem Bildungsniveau besuchen vor dem vierten Lebensjahr deutlich seltener eine Kindertageseinrichtung. Dadurch entstehen bereits früh Unterschiede in der Förderung von Sprache, Denken und sozialem Lernen.

Diese frühen Unterschiede spiegeln sich auch in den Kompetenzen wider. Schon im Kleinkindalter zeigen sich systematische Unterschiede im Wortschatz sowie in ersten mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten. Bis zum Schuleintritt vergrößern sich diese Unterschiede weiter.

Auch im weiteren Bildungsweg bleiben sie sichtbar. Unterschiede zeigen sich unter anderem bei Lesekompetenzen, mathematischen Leistungen sowie digitalen Fähigkeiten.

Am Ende der Grundschule gehört beispielsweise nur etwa jedes achte Kind aus unteren sozialen Schichten zu den leistungsstärksten Schülerinnen und Schülern in Mathematik, während es bei Kindern aus privilegierten Familien rund 40 Prozent sind.

Übergänge im Bildungssystem verstärken Ungleichheiten

Besonders deutlich treten soziale Unterschiede an entscheidenden Übergängen im Bildungssystem hervor. Der Wechsel von der Grundschule in eine weiterführende Schule gilt dabei als eine zentrale Weichenstellung.

Hier zeigt sich, dass Kinder aus sozial privilegierten Familien häufiger bessere Noten erhalten, selbst wenn ihre Kompetenzen vergleichbar sind mit denen anderer Kinder.

Auch bei Gymnasialempfehlungen lassen sich Unterschiede feststellen. Schülerinnen und Schüler aus Familien mit niedrigem beruflichem Status oder niedrigerem Bildungsniveau werden bei gleichen Leistungen seltener für das Gymnasium empfohlen.

Neben schulischen Bewertungen spielen auch die Entscheidungen der Eltern eine wichtige Rolle. Familien mit höherem sozialen Status melden ihre Kinder häufiger am Gymnasium an – selbst dann, wenn keine entsprechende Empfehlung vorliegt.

Diese Kombination aus institutionellen Entscheidungen, schulischen Bewertungen und familiären Strategien trägt dazu bei, dass sich Bildungsunterschiede im Laufe der Schulzeit weiter verfestigen.

Studienchancen stark von sozialer Herkunft abhängig

Auch im weiteren Verlauf der Schulzeit bleiben die Unterschiede deutlich sichtbar. Zwar verringern sich einige Unterschiede beim Übergang in die gymnasiale Oberstufe, dennoch bleibt der Abstand zwischen sozialen Gruppen groß.

Am Ende der Schulzeit erreichen Jugendliche aus privilegierten Familien deutlich häufiger die (Fach-)Hochschulreife. Während mehr als drei Viertel der Jugendlichen aus hohen sozialen Schichten eine Studienberechtigung erlangen, gelingt dies nur etwa einem Drittel der Jugendlichen aus niedrigeren sozialen Schichten.

Besonders bemerkenswert ist ein weiterer Befund der Studie: Selbst bei vergleichbaren schulischen Kompetenzen haben Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien ein höheres Risiko, maximal einen Hauptschulabschluss zu erreichen.

Der Bildungssoziologe Marcel Helbig weist darauf hin, dass dieser Befund dem grundlegenden Leistungsprinzip moderner Bildungssysteme widerspricht. Eigentlich sollten schulische Abschlüsse in erster Linie die tatsächlich erworbenen Kompetenzen widerspiegeln.

Migration spielt eine geringere Rolle als soziale Lage

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie betrifft den Migrationshintergrund. Häufig wird vermutet, dass Kinder mit Migrationsgeschichte besonders stark benachteiligt sind.

Die Untersuchung zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Bei vergleichbaren sozialen Voraussetzungen werden Kinder mit Migrationshintergrund weder schlechter bewertet noch systematisch benachteiligt.

Niedrigere Schulabschlüsse lassen sich vor allem durch die sozioökonomische Lage der Familien erklären – etwa geringere finanzielle Ressourcen oder ein niedrigeres Bildungsniveau der Eltern.

Langzeitstudie eröffnet neue Perspektiven

Die Studie „Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen“ zeichnet damit ein deutlich umfassenderes Bild von Bildungsungleichheiten als punktuelle Leistungsstudien wie PISA oder der IQB-Bildungstrend.

Durch die Langzeitperspektive des Nationalen Bildungspanels lassen sich erstmals entscheidende Phasen identifizieren, in denen sich Bildungsunterschiede besonders stark ausprägen. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung auch, an welchen Stellen im Bildungssystem Ansatzpunkte für mehr Chancengerechtigkeit liegen könnten.

Die Ergebnisse machen deutlich: Zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch auf gleiche Bildungschancen und der Realität vieler Bildungsbiografien besteht weiterhin eine erhebliche Lücke.

Quelle:

Helbig, M.; Karwath, C.; Kleinert, C.: Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen.
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), https://www.waxmann.com/buecher/?tx_p2waxmann_buchliste%5bbuchnr%5d=200016&tx_p2waxmann_buchliste%5baction%5d=show

Link zur Kurzfasasung: https://www.lifbi.de/Portals/2/Publikationen/Transferberichte/LIfBi%20Forschung%20kompakt/LIfBi-Forschung-kompakt%20_07_Soziale%20Ungleichheiten.pdf




Ein Bildwörterbuch für die Sprachbildung

Kinderbuchautorin Daniela Kulot erzählt, wie sie an ihr Bildwörterbuch herangegangen ist und was es kleinen Kindern, die sich die Welt und die Sprache erschließen, mitgeben kann:

»Als der Verlag die Idee an mich herantrug, ein Bildwörterbuch zu kreieren, dachte ich, das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit. Wie kann man denn in einem Bilderbuch mit nur 14 Seiten die Welt erklären? Ich ließ mir die Idee trotzdem immer wieder durch den Kopf gehen, und dann kam der Punkt, an dem ich sagte, was für eine Chance, was für eine Möglichkeit!

Ich muss die Welt nicht erklären, aber dieses Projekt ist eine Chance für mich, meinen vielen Bildideen freien Lauf zu lassen, meine Bildideen in Themenbereiche wie z. B. Mensch/Tier, Stadt/Land, Jahreszeiten, Elemente, Zahlen, Gegensätze etc. zu sortieren und diese lustig, ernst, sachlich und vielfältig bunt zu gestalten.

Gleichzeitig ist es die Möglichkeit, auf unterhaltsame Weise den Spracherwerb zu unterstützen, Kindern zusammen mit ihren Erwachsenen ein „Werkzeug“ in die Hand zu geben, um spielerisch mit Sprache umzugehen.

So kann man etwa auf ein Bild deuten, und das Wort dazu aussprechen lassen, oder umgekehrt, das Wort sprechen und das Bild dazu finden, und erklären lassen.

Dazu sind überall kleine Szenen zu entdecken, die zum Erzählen anregen. Da ist zum Beispiel im Themenbereich Mensch eine bunte Menschenansammlung an einer Bushaltestelle. Es geht um die Begriffe stehen und warten. Wir sehen Menschen unterschiedlicher Ethnien und mit ganz unterschiedlichen Verhaltensweisen. Die eine starrt ins Smartphone, der andere wiegt ein Kind auf dem Arm, wieder andere sitzen auf der Bank und knutschen. So kann auch, ohne es direkt zu benennen, Vielfalt in unserer Gesellschaft vermittelt werden. Gleichzeitig bieten solche Szenen Anlass zu weiterführenden Gesprächen.«

Das Bildwörterbuch ist Bestandteil einer Lesekiste, die Sie kostenlos für den Einsatz im Kita-Alltag einsetzen können: https://www.gerstenberg-verlag.de/blog/kita/lesekiste-kita-treff/sprachstark-lesekiste-fuer-kindergaerten/

Gewinnen Sie eines von 10 Bildwörterbüchern

Wie viele Begriffe enthält Daniela Kulots neues Bildwörterbuch? Geben Sie die gesuchte Zahl unter dem Stichwort ein. Das Gewinnspiel endet am 25.3.2026






Kreativität braucht Zeit: Ein Plädoyer für Geduld in der Erziehung

Warum Kinder für ihre kreative Entwicklung vor allem Freiheit, Neugier und Zeit brauchen – und warum pädagogische Beschleunigung oft das Gegenteil bewirkt

Wären Menschen in der Vergangenheit nicht kreativ gewesen, gäbe es die Menschheit vermutlich längst nicht mehr. Immer wieder stehen wir vor unerwarteten Herausforderungen, für die es keine erlernten Lösungswege gibt. Waren diese früher noch überschaubar, ist die Realität heute so komplex geworden, dass es oft schon schwierig genug ist, überhaupt die richtigen Fragen zu formulieren, um Antworten zu finden.

Kreativität bedeutet, neue, originelle und zugleich sinnvolle Ideen, Lösungen oder Ausdrucksformen hervorzubringen. Um sie zu entwickeln, müssen wir uns von vertrauten Denkmustern lösen und neue Wege wagen. Das erfordert Mut, Offenheit und innere Freiheit.

Kreativität lässt sich nicht lehren

Vor diesem Hintergrund zeigt sich: Kreativität lässt sich nicht einfach lehren oder durch Programme erzeugen. Wer ihre Entwicklung bei Kindern unterstützen möchte, braucht vor allem eines – Geduld.

Denn vorgegebene Lösungswege, wie wir ihnen heute leider allzu häufig begegnen, haben mit Kreativität etwa so viel zu tun wie Malvorlagen mit Kunst. Sie mögen entspannend sein und die Feinmotorik fördern, den Geist jedoch führen sie kaum zu neuen Gedanken.

Wer Kinder aufmerksam beobachtet, erkennt schnell, dass sie von Anfang an kreativ sind. Für kleine Kinder ist nahezu alles neu. Um sich in dieser Welt zurechtzufinden, müssen sie eigene Wege entdecken und ausprobieren. Je mehr Erwachsene ihnen diesen Prozess abnehmen, desto stärker greifen sie in diese Entwicklung ein.

Die natürliche Verbündete: die Neugier

Dabei verfügen Kinder über eine mächtige Verbündete: ihre Neugier. Sie ist von Geburt an vorhanden und treibt Kinder dazu an, zu fragen, zu experimentieren und Zusammenhänge zu entdecken. Es ist daher nur folgerichtig, dass ein so freier Geist und scharfer Beobachter wie Pablo Picasso zu der Erkenntnis gelangte: „Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist nur, ein Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen wird.“

In vielen Vorgaben, die Kindern heute gemacht werden – im Drang, ihre Entwicklung zu beschleunigen und sie möglichst früh „fit für die Gesellschaft“ zu machen –, liegt jedoch oft die Unterdrückung dieser geistigen Freiheit.

Pädagogische Praxis zwischen Anspruch und Realität

Viele pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte sind sich dieser Zusammenhänge durchaus bewusst. Betrachtet man jedoch die Praxis, zeigt sich häufig ein anderes Bild. Es wird erklärt, angeleitet und geradezu zwanghaft gefördert – statt Räume zu schaffen, in denen Kinder selbst entdecken können.

Dabei wird leicht übersehen, dass sich Fähigkeiten und Fertigkeiten schrittweise entwickeln. Entwicklung folgt keinem beschleunigten Lehrplan. Wer den dritten Schritt vor dem ersten erzwingen will, erzeugt meist nur Verwirrung.

Geduld als pädagogische Tugend

Bereits der große Aufklärungsphilosoph Jean-Jacques Rousseau hat diesen Gedanken prägnant formuliert. In seinem Werk Émile oder Über die Erziehung schreibt er: „Der Erzieher muss viel Zeit verlieren können, um Zeit zu gewinnen.“ Dieser Satz hat im digitalen Zeitalter nichts von seiner Aktualität verloren. Gute Bildung entsteht nicht durch Beschleunigung, sondern durch Geduld, Beobachtung und das Zulassen von Entwicklungsprozessen. Was zunächst wie Zeitverlust wirkt – etwa wenn Kinder selbst entdecken, ausprobieren oder Fragen stellen – führt langfristig zu tieferem Lernen, echter Selbstständigkeit und zu kreativen Fähigkeiten.

Pädagogische Stimmen

Viele bedeutende Pädagoginnen und Pädagogen haben diesen Gedanken bestätigt. Der Begründer der Reggio-Pädagogik, Loris Malaguzzi, formulierte: „Das Kind hat hundert Sprachen, hundert Hände, hundert Gedanken, hundert Weisen zu denken, zu spielen und zu sprechen.“ Auch der Entwicklungspsychologe Jean Piaget betonte: „Das Hauptziel von Bildung ist nicht, Menschen hervorzubringen, die einfach wiederholen, was andere Generationen getan haben, sondern Menschen, die fähig sind, Neues zu schaffen.“ Und Maria Montessori erinnerte daran: „Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Alle drei Perspektiven verweisen auf denselben Kern: Bildung bedeutet, Entwicklung zu ermöglichen – nicht sie zu erzwingen.

Wenn Bildung beschleunigt werden soll

Gerade heute geraten diese Grundsätze zunehmend unter Druck. Pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte stehen unter wachsendem Erwartungsdruck. Zugleich werden immer neue Bildungsprogramme und Kompetenzen gefordert.

wer heute wie der didacta Verband Medienkompetenzvermittlung und eine Förderung der Medienmündigkeit in digitalen Umgebungen bereits im Kindergarten oder gar in der Kinderkrippe fordert, der sollte endlich einmal den wissenschaftlichen Beleg für seine vollmundigen Forderungen erbringen, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, dass ihm der Profit wichtiger ist als die Kinder. Nahezu alle wissenschaftlichen Studien weisen darauf hin, dass ein früher und intensiver Bildschirmkonsum die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern beeinträchtigen kann.

Freies Spiel als Grundlage kreativer Entwicklung

Kinder brauchen vor allem Zeit – Zeit für ihre eigene Entwicklung. Diese entsteht nicht in angeleiteten digitalen Unterrichtseinheiten, sondern vor allem im freien Spiel.

Das bedeutet keineswegs, Kinder sich selbst zu überlassen. Für ihre Bildung benötigen sie sichere Beziehungen, einen geschützten Raum, eine vorbereitete Umgebung und kluge Impulse von Erwachsenen.

All das ist in der Pädagogik seit langem bekannt. Doch im hektischen Alltag gerät diese Einsicht zunehmend in den Hintergrund.

Gerade deshalb lohnt es sich, an eine einfache Wahrheit zu erinnern: Kreativität wächst dort, wo Kinder Zeit haben, ihre Welt selbst zu entdecken. Und genau diese Fähigkeit – kreativ zu denken und neue Wege zu finden – wird auch in Zukunft eine der wichtigsten Kompetenzen des Menschen bleiben.

Gernot Körner




didacta 2026 Köln: spielen und lernen live erleben

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Recht auf Kindheit, starke Impulse und prominente Gäste in Halle 8.1

Gemeinsam mit unseren Schwesterverlagen und Vertriebspartner*innen setzen wir uns auf der didacta 2026 in Köln vom 10. bis 14.3. für das Recht auf Kindheit und eine Pädagogik mit Herz und Verstand ein. Sie finden uns in Halle 8.1, Stand F 015.

Gerade in einer Zeit, in der Kinder immer früher unter Leistungsdruck geraten, ihr Recht auf freies Spiel – und damit auf Selbstbildung – zunehmend eingeschränkt wird und Bildschirmmedien bereits in Krippe und Kindergarten Einzug halten, möchten wir ein deutliches Zeichen setzen: für eine Bildung, die Kinder stärkt statt sie zu überfordern.

Ein Stand zum Ankommen

Wir laden Sie herzlich ein, uns zu besuchen.

Damit Sie sich bei uns wohlfühlen, haben wir unseren Stand wie ein gemütliches Zimmer gestaltet. Regale, Theken, Tisch und Stühle aus massivem Naturholz schaffen eine warme Atmosphäre und laden zum Verweilen, Stöbern und Austausch ein. Sechs große Riesenluftballons weisen Ihnen schon von Weitem den Weg.

Freuen Sie sich außerdem auf kleine Überraschungen, ein Gewinnspiel sowie ein inspirierendes Programm – sowohl an unserem Stand als auch auf der Stiftungsfläche in Halle 8, Stand D 044.

Wer Sie bei uns erwartet

Neben der Redaktion von spielen und lernen begrüßen wir zahlreiche Persönlichkeiten aus Bildung, Erziehung und Kunst:

Prof. Dr. Armin Krenz
Der renommierte Sozialpädagoge und Begründer des Situationsorientierten Ansatzes ist von Dienstag, 10.03., bis Donnerstag, 12.03.2026, am Stand. Er steht für Gespräche zur Verfügung und signiert seine aktuellen Bücher.

Tina Rau
Erzieherin und bekannte Buchautorin ist während der gesamten Messe präsent. Ihre Bücher „Kennt ihr Blauland“, „Angst?“ und „Wir suchen die Liebe“ erscheinen künftig bei Oberstebrink – erste Exemplare finden Sie exklusiv bei uns am Stand. Auch sie signiert gerne.

Loes Botman
Die niederländische Pastellkünstlerin besucht uns am 12. und 13.03. Sie stellt ihre eindrucksvollen Naturbücher vor, berichtet von ihrer künstlerischen Arbeit und signiert.

Frieder Knauss
Theaterpädagoge, Mediator und zertifizierter Kinderschutzbeauftragter ist am Samstag, 14.03., vor Ort. Er bietet zwei kostenfreie Workshops zum Thema „Dein selbstsicheres Kind“ an (11 und 13 Uhr) und stellt sein neues Buch vor.

Tobias Meyer & Michael Uhrmeier
Die beiden Schweizer Lehrkräfte präsentieren während der gesamten Messezeit ihre Projekte Miralearn und MiraSpark – visualisierte Lernwege und projektbasiertes Lernen mit KI-Begleitung.

Sandra Zinndorf
Die Entwicklerin des „Reisenden Klassenzimmers“ verbindet fundiertes Unterrichtsmaterial mit der Kraft von Geschichten und Abenteuern – und stellt ihr Konzept ebenfalls die gesamte Messezeit vor.

Unser Angebot am Stand

Entdecken Sie bei uns:

  • Pädagogische Fachbücher von Burckhardthaus
  • Bilderbücher von spielen und lernen und Oberstebrink
  • Sachbücher zum Thema ADS von Opti Mind
  • Elternratgeber aus der Oberstebrink Elternbibliothek
  • Materialien von Miralearn, MiraSpark und dem Reisenden Klassenzimmer
  • Informationen zum neuen Bausteine Kita Magazin
  • Impulse unseres Möbelpartners möbelum

Veranstaltungs-Highlights


Workshop: „Dein SelbstSicheres Kind“ – 14. März 2026, 11:00 und 13:00 Uhr

Am Samstag, 14. März 2026 (11:00 bis 12.00 und 13:00 bis 14.00 Uhr) zeigt Frieder Knauss in zwei Workshops an unserem Stand (Halle 8.1 F 015) auf der didacta, wie Kinder Selbstsicherheit entwickeln.

Mit dem SelbstSicherheitsDreieck (Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstwirksamkeit) und der SelbstSicherheitsAmpel (Prävention, Selbstbehauptung, Selbstverteidigung) vermittelt er konkrete, alltagstaugliche Impulse – vom klaren „Stopp“-Sagen bis zu einfachen Schutztechniken.

Praxisnah, kompakt und mit Zeit für Fragen.

Frieder Knauss

Hier finden Sie das Buch von Frieder Knauss: Dein SelbstSicheres Kind. Wie Sie die Entwicklung von Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein praktisch unterstützen. ISBN 9783963040733. Oberstebrink


Lesekino „Kennt ihr Blauland?“ – 10. März 2026, 12:00–12:30 Uhr

Ort: Stiftungsfläche, Halle 8, Stand D 044

Mit Tina Rau und Musiker Martin Hermann.
Eine atmosphärische Verbindung aus Sprache, projizierten Bildern und Musik. Das Bilderbuch „Kennt ihr Blauland?“ zählt seit 1988 zu den Klassikern – und ist heute aktueller denn je. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch.

Hier finden Sie die Bücher von Tina Rau bei Oberstebink

Vortrag von Prof. Dr. Armin Krenz – 10. März 2026, 14:00–15:00 Uhr

„Kinder haben ein RECHT auf ihre Kindheit – Ein Plädoyer für eine kind(heits)orientierte Elementarpädagogik

Krenz zeigt auf, wie sehr Kindheit heute durch Fremdbestimmung, Zeitdruck und getaktete Programme gefährdet sein kann – und was Elementarpädagogik leisten muss, um Kinder in ihrer Entwicklung wirklich zu stärken.

Workshop: „Lernen sichtbar machen: In 30 Minuten zur ersten Lernlandkarte“
11. März 2026, 11:00 Uhr und 14. März 2026, 10:00 Uhr, Dauer: 30 Minuten

Kinder arbeiten individuell, aber wie behältst du den Überblick? Tobias Meyer zeigt live, wie er mit Lernlandkarten ein einfaches Werkzeug entwickelt hat, das beides verbindet: Kinder erleben ihren Lernweg als Abenteuer und Lehrpersonen sehen auf einen Blick, wer Begleitung braucht. Er baut vor Ort eine Karte von Grund auf und zeigt, wie Kinder mit farbigen Kristallen ihre eigene Arbeit einschätzen. Zum Mitnehmen: Eine konkrete Idee für den eigenen Unterricht.

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Tobias Meyer war zehn Jahre Primarlehrer in der Schweiz. Die Lernlandkarten hat er in seinem eigenen Klassenzimmer erfunden, weil er ein Werkzeug brauchte, das Kindern Freiheit gibt und ihm trotzdem zeigt, wo er gebraucht wird. Heute unterstützt er mit Miralearn Schulen im ganzen deutschsprachigen Raum.

Workshop Entdeckendes Lernen – Eintauchen in die Unterwasserwelt des Indischen Ozeans
11. März 2026, 13:00 Uhr und 12. März 2026, 10:00 Uhr, Dauer: 20 Minuten

Wie gelingt es, Neugier zu wecken und nachhaltige Lernprozesse anzustoßen? In diesem Workshop tauchen wir gemeinsam in die faszinierende Unterwasserwelt des Indischen Ozeans ein und erleben, wie entdeckendes Lernen Kinder neugierig arbeiten lässt und ihnen ermöglicht, Zusammenhänge zu erschließen. Anhand eines praxisnahen Beispiels wird gezeigt, wie der Lebensraum Meer und seine Bewohner:innen erkundet, Lernschritte sichtbar gemacht und Kompetenzen aufgebaut werden. Im Mittelpunkt stehen Staunen, eigenständiges Arbeiten und die Freude am Wissen. Der Workshop bietet konkrete Impulse für Unterricht und Projektarbeit.

sandra

Sandra Zinndorf arbeitet seit 20 Jahren als Primarlehrerin in der Schweiz und kennt den Schulalltag aus gelebter Praxis. Mit dem Wunsch, Lernen noch ganzheitlicher zu gestalten, absolvierte sie eine Ausbildung zur Lehrmittelautorin und erarbeitet seither Projekte vom ersten Ideenfunken bis zur fertigen Illustration. Ihre Arbeit verbindet didaktische Klarheit mit erzählerischer Kraft und ästhetischem Anspruch.

didacta 2026: Impulse für Kita, Schule und Bildungspraxis

Die didacta ist der zentrale Treffpunkt für alle, die Bildung gestalten. Gerade in der Frühpädagogik braucht es Räume für Austausch, Orientierung und neue Ideen.

spielen und lernen ist mittendrin – mit Büchern, Materialien, Begegnungen und starken Impulsen für Ihre Praxis.

Besuchen Sie uns in Halle 8.1, Stand F 015.
Entdecken Sie neue Perspektiven, kommen Sie mit uns ins Gespräch – und holen Sie sich Ihr kleines Geschenk als Leser*in von spielen und lernen ab.

Weitere Informationen zur Messe finden Sie unter:
https://www.didacta-koeln.de/




Der Waldkindergartenwagen: Nachhaltige Räume für kleine Entdecker

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NAWALO Bauwagen & MORSPAD für den Waldkindergarten

Mitten im Grünen, zwischen Bäumen, Matschküche und Spielwiese, steht er als Herzstück des Waldkindergartens: der Bauwagen. Er ist Schutzraum, Rückzugsort, Werkstatt, Leseraum – und oft der erste eigene „Raum“, den Kinder bewusst erleben. Genau diesem besonderen Ort widmet sich die NAWALO GmbH seit 2007 mit Leidenschaft und handwerklicher Präzision.

Das inhabergeführte Holzbauunternehmen aus Schleswig-Holstein entwickelt und fertigt hochwertige Waldkindergartenwagen für Kommunen, freie Träger und Elterninitiativen in ganz Deutschland. Über 300 ausgelieferte Wagen an mehr als 150 Standorten sprechen für die Erfahrung. Doch es ist vor allem die Haltung hinter dem Produkt, die überzeugt.

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Ein Bauwagen ist mehr als nur ein Wagen

Ein Waldkindergartenwagen von NAWALO ist kein Standardprodukt von der Stange. Jeder Bauwagen wird individuell geplant – abgestimmt auf pädagogisches Konzept, Standortbedingungen und Budget.

Ob als gemütlicher Treffpunkt an kalten Wintertagen oder als schattiger Rückzugsraum im Sommer: Die Wagen sind ganzjährig nutzbar und verbinden durchdachte Funktionalität mit nachhaltiger Bauweise.

Mögliche Ausstattungen sind unter anderem:

  • Hochebenen als Spiel- und Ruhebereiche
  • Garderoben- und intelligente Stauraumlösungen
  • Küchenmodule für gemeinsames Kochen
  • Sanitärlösungen (Trockentrenntoiletten oder mit Spülung)
  • Holzöfen oder alternative Heizsysteme
  • Überdachte Terrassen als erweiterter Gruppenraum
  • Barrierearme Zugänge
  • Autarke oder netzgebundene Lösungen

So entsteht ein Raum, der Kindern Sicherheit gibt und gleichzeitig Offenheit zur Natur bewahrt.

Nachhaltigkeit, die sich sehen und spüren lässt

Holz ist mehr als ein Baustoff – es ist ein Statement. NAWALO setzt konsequent auf langlebige, ökologische Materialien und eine nachhaltige Bauweise. Die hohe handwerkliche Qualität sorgt dafür, dass die Bauwagen über viele Jahre hinweg zuverlässig ihren Dienst leisten – bei Wind, Wetter und wechselnden Generationen von kleinen Abenteurern.

Die Kombination aus traditionellem Holzbau und moderner Planung macht jeden Wagen zu einem langlebigen Bauwerk mit Charakter. Der Bauwagen bietet Platz für 5 bis 25 Kinder.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Was NAWALO besonders auszeichnet, sind nicht nur die Bauwagen selbst, sondern die Art der Zusammenarbeit. Ein kleines, eingespieltes Team ermöglicht schnelle Entscheidungswege, hohe Flexibilität und direkte Kommunikation.

Kommunen, Träger und Initiativen erleben echte Partnerschaft auf Augenhöhe – von der ersten Idee bis weit über die Auslieferung hinaus. Der Servicegedanke endet nicht mit der Übergabe des Schlüssels. NAWALO bleibt Ansprechpartner, wenn Fragen auftauchen oder Anpassungen gewünscht sind.

Kurze Lieferzeiten durch effiziente Planung und Produktion sorgen zusätzlich für Verlässlichkeit – ein entscheidender Faktor gerade bei öffentlichen Projekten.

Auch wenn ein Waldkindergartenwagen nicht so aussieht, so gilt er als bauliche Anlage, vor allem wenn er beheizt ist und einen Küchenbereich hat. Das braucht eine Genehmigung der zuständigen Baurechtsbehörde. Zusätzlich ist die Zustimmung von Forstamt, Naturschutz- und Wasserbehörde nötig.

Abwasser- und Toilettenlösung

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Abwasser- und Toilettenlösung. Klassische Kanalanschlüsse sind im Wald meist nicht möglich. Es gelten strenge wasser- und hygienerechtliche Vorgaben. Ob Komposttoilette, Trenntoilette oder geschlossene Sammelbehälter – Entsorgung, regelmäßige Leerung und Nachweise gegenüber Gesundheits- oder Wasserbehörde müssen vorab geklärt und genehmigt sein. Eine unzulässige Einleitung von Abwasser in den Boden ist grundsätzlich nicht erlaubt. Was zunächst naturnah und romantisch erscheint, braucht eine gute Planung und juristisch klare Lösungen. Auch hier hilft Ihnen das Team von NAWALO.

Ein Raum, der Kindheit prägt

Der Bauwagen im Waldkindergarten ist mehr als ein Gebäude. Er ist Mittelpunkt des Alltags, Schutzraum bei Regen, Wärmespender im Winter, Kreativatelier und Geschichtenecke zugleich.

Mit jedem Projekt schafft NAWALO einen Ort, an dem Kinder Natur erleben und gleichzeitig Geborgenheit erfahren können – gebaut mit Herz, Verstand und norddeutscher Verlässlichkeit.

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Das MORSPAD – klein, robust, unverzichtbar

Wo der Bauwagen Schutzraum und Mittelpunkt ist, sorgt das MORSPAD für Komfort draußen im Gelände. Die durchdachte, extra dicke Sitzunterlage wurde speziell für den Einsatz in Waldkindergärten, Kitas, Schulen, Vereinen und bei Outdoor-Aktivitäten entwickelt.

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Gefertigt aus EVA-Schaum, der unbedenklich für Kinder ist – einem Material, das auch für Spielmatten oder Schwimmhilfen verwendet wird. Das MORSPAD ist wasserabweisend, rutschfest und angenehm leicht. Es schützt zuverlässig vor Kälte, Nässe und unebenen Untergründen und macht den Morgenkreis auf feuchtem Waldboden genauso gemütlich wie die Brotzeitpause auf der Wiese.

Flexibel, robust und einfach mit Wasser und Seife zu reinigen, ist das MORSPAD schnell wieder einsatzbereit – ein kleines Detail mit großer Wirkung im Outdoor-Alltag.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.waldkindergartenwagen.de




Recyclingideen aus Pappe und Verpackungen

kunst

Kreativ basteln mit Pappe: Ideen, Tipps & Inspiration für Kinder

Pappe ist Alltagsmaterial und Alleskönner in einem. Und billig noch dazu. Eine echt kreative Art des Recyclings und eine unendliche Spielwiese für kleine Bastler mit großen Ideen.

Papperlapapp – Wunderbare Welten aus Wegwerfmaterial

Suchen Sie doch mal im Branchenverzeichnis einen Betrieb, der Verpackungen herstellt. Dort fallen jeden Tag Unmengen an Wellpappe an, die bei der Kartonproduktion übrig bleiben und entsorgt werden. Dort gibt man Ihnen sicher gerne etwas ab. Und schon haben Sie einen Fundus von allerbestem Bastelmaterial – einlagig oder mehrlagig, in kleineren Verschnitten oder als große Platten. Wenn das nicht klappt: Verpackungen von Mitnahmemöbeln, Waschmaschinen etc. sammeln, wann immer etwas anfällt (Legen Sie Vorräte an: Sammeln dauert lange, Verbrauchen geht schneller!).

Wellpappe und Heißkleber

Das Dreamteam schlechthin – die etwas grobe Pappe braucht einen starken Kleber, der sie in Form hält, da sie mit der Schere nicht so glatt und ordentlich geschnitten werden kann wie Papier. Macht aber nichts, gerade durch das spröde Material tritt die Versuchung zu allzu detailverliebter Fummelei rasch in den Hintergrund und legt Kapazitäten für schnelle und kühne Entwürfe frei. Und die ohne große Umwege erreichbare hohe Stabilität von Objekten aus Pappe führt zu unmittelbaren Erfolgserlebnissen und macht Mut zu weiteren Experimenten. Für Heißkleber gilt: Grundsätzlich nur mit kindergeeigneten Geräten arbeiten, da sie die Verbrennungsgefahr deutlich reduzieren!

Ich kenne meine Pappenheimer

Wellpappe ist vielseitig: man kann sie gut zu zweidimensionalen Bildern, als Halbrelief oder zum 3-D-Objekt verarbeiten. Es gibt sie in verschiedenen Stärken, Schichtungen und Farbschattierungen von grau bis braun. Oft lassen sich die glatten Lagen gut von den Wellenlagen trennen, um so zusätzliche Strukturen für die Gestaltung freizulegen. Dünne Pappen lassen sich gut auch mit Kinderscheren schneiden, für dickere Teile und bei kleineren Kindern sollte man als Betreuer eine Schneideunterlage und ein Cuttermesser mit einem Schneidelineal oder ersatzweise einer geraden Holzleiste bereithalten, um die gewünschten Maße besser zuschneiden zu können. Spielbrett mit Ereignistunneln Spielhaus mit Etagenrutsche Spieltisch mit Muster Ein richtiges Haus braucht ein spitzes Dach.

Wer baut was?

Mädchen und Jungen sind unterschiedlich, keine Frage. Das zeigt sich auch oft beim Basteln, wenn ihnen freie Hand gelassen wird, was sie wie gestalten wollen. Ob diese deutlich verschiedenen Arten nun angeboren oder anerzogen oder eine Mischung aus beidem sind, ist hier nicht das Thema. Aber die Herangehensweisen und Ergebnisse zu beobachten, wertfrei zu reektieren und zu beschreiben, kann für alle Beteiligten sehr spannend sein und durchaus neue Perspektiven erönen.

Bei den Häusern ist es oft ganz deutlich: Die Jungen konstruieren von außen her, wagen sich an komplizierte Bauten, die aber meistens leer bleiben. Die Mädchen sind mit einem einfachen Aufbau zufrieden und kümmern sich dafür liebevoll um die Innenausstattung. Jungen arbeiten meistens alleine, Mädchen gerne im Team. Abgesehen von allen individuellen Besonderheiten kann ein reger Austausch über diese verschiedenen Arbeitsweisen und Projektideen grundsätzlich immer dazu dienen, Horizonte zu erweitern, das eigene Tun wahrzunehmen und für neue Anregungen zu önen. Und selbstverständlich auch dazu, allzu eingeeischte Rollenklischees zu benennen und zu überwinden.

pappe

Genies und Pappkameraden

Es gibt im kreativen Prozess immer Solisten und Mitläufer, Genies und Pappkameraden und alle Zwischenstufen. Das ist vollkommen in Ordnung und kann individuell auch wechseln. Mal orientiert man sich an Vorbildern oder Anleitungen, mal hat man selbst eine zündende Idee oder tastet sich einfach Schritt für Schritt vorwärts, ohne vielleicht bereits einen klaren Plan zu haben. Alle Wege führen garantiert zu irgendeinem Ziel.

Und das muss ja nicht unbedingt ein tolles Bastelobjekt sein. Es kann genauso gut ein Erkenntnisgewinn sein, wie man mit bestimmten Materialien umgeht, was wie lange dauert, was funktioniert und was nicht, was eher ausbaufähig oder eher begrenzt ist oder was einfach mehr Spaß macht. Wenn die Vorgaben gering bleiben, erweitert dies den Spielraum für eigene Entdeckungen. Dabei muss nicht auf Tipps und Anregungen verzichtet werden und auch das gegenseitige Einbeziehen und Vergleichen unterschiedlicher Lösungen und Ideen ist immer gut, anregend und hilfreich. Einzige Bedingung: Alles kann, aber nichts muss. Bei ergebnisoenen Projekten hat die Vision der Betreuungspersonen stets dezent zurückzustehen hinter den individuellen Versuchen und Erfahrungen der Kinder, denn es geht um deren Entfaltungsräume und nicht um irgendeinen Ausstellungsfundus. Auch wenn nichts übrig bleibt, war´s das wert.


Im Zugzwang

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Manchmal steht man unter Dampf

Unter Druck stehen, Dampf ablassen, Gas geben – alles Redewendungen aus der guten alten Zeit der Dampfmaschinen und Synonyme für Stress und Anspannung. Bleiben wir also im Bild: Manchmal fehlt einfach die Zeit, um der Kreativität in aller Ruhe ihren ungestörten Lauf zu lassen. Zum Beispiel wie hier, als während der Ferienspiele zum Thema Technik im Wandel der Zeit kaum Zeit blieb für längere Aktivitäten. Workshopangebote umfassen Vor- und Nachmittags etwa je 2 Stunden, der Rest ist Freispiel, Essens- und Erholungszeit und Stuhlkreis. Damit ist höchste Konzentration und besonders aufmerksames Arbeiten angesagt. Aber wenn das Thema fesselnd genug ist, haben die Kinder Alles ist gut vorbereitet und durchgeplant. Das genauer Ablaufplan was wann gemacht wird. und in Echtzeit mitbasteln und dabei geduldig immer wieder im Detail erklären und bei kleineren Problemen hilfreich zur Seite stehen. Auch wenn die Loks hier schließlich alle vom selben Bautyp sind, fallen sie doch immernoch ziemlich individuell aus.


Diesen Beitrag und die Bilder haben wir folgendem Buch entnommen:

cover-kinderkunst

Kinderkunst und Kreativität

Praxis und Philosophie. Fantasie und Selbstbewusstsein fördern. Kunst mit Kindern: mehr als malen und basteln! Kreativbuch für Schule, Hort, Workshops und Kunstwerkstatt.
Hardcover, 21 x 29,7 cm (DIN A 4), 198 Seiten, durchgehend vierfarbig
ISBN: 978-3-910295-01-8
25 €




Den Frühling mit Kindern erleben

Kreative Bastelideen und praktische Tipps

Wenn die langen Wintermonate zu Ende gehen, das Schmelzwasser langsam im Boden verschwindet und sich die Matschebenen allmählich wieder in festes Land ver­wandeln, dann stellt sich auch bald dieses wunderbare Gefühl ein, das man nur im Frühling erleben kann: Mit aller Kraft will etwas in Körper und Seele wachsen, ausbrechen. Diese Sehnsucht, diese Freude an der Welt wird besonders im Frühling erlebt. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ist es plötzlich wieder voll in den Parks, Gartenanlagen und Spielplätzen. Überall sieht man freundliche, offene und lachende Gesichter, eine Wohltat nach all den dunklen Wintermonaten. Die Kraft, die der Frühling mit sich bringt, kann Berge versetzen. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen! So lassen sich gut neue Schritte wagen und jeder Schritt bedeutet Bewegung, Aufbruch.

Arche Noah

Genau diese Stimmung greift die Erzählung der Arche Noah auf. Was für ein fantastisches Bild muss das gewesen sein, als all die Tiere nach der großen Flut die Arche verließen, um sich an Land eine neue Heimat zu suchen.

Die Farben dieses Aufbruchs festzuhalten, die Freude über die Vielfalt der Tiergestalten selbst zum Ausdruck zu bringen, kann zu einer wunderschönen Gestaltungsaufgabe führen: Je­der kann sein eigenes Tierpaar entwerfen und herstellen. Das klingt viel komplizierter, als es ist. Denn bei dieser Aufgabe braucht sich keiner daran zu halten, dass Giraffen einen langen Hals, Schweine einen Ringelschwanz und Elefanten einen Rüs­sel haben müssen. Jeder kann die Tiere nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten: Kühe mit Giraffenhälsen sehen lustig aus, hellblaue Elefanten mit Riesenohren erinnern an Dumbo, den fliegenden Elefanten, Pferde mit langer Mähne und einem Horn lassen das Einhorn wieder lebendig werden. Fantasie ha­ben die Kinder genug. Wenn sie dann noch bunte Stoffe ver­wenden, wird das Ergebnis eine farbenprächtige Sammlung von Fabelwesen sein.

Material: jede Menge kunterbunte Stoffreste, Stecknadeln, Scheren (wenn vorhanden eine Stoffschere), Pappe, Papier­scheren, Bleistifte und Radiergummis, Kohlepapier, Nähgarn und Nadeln, Kleber, Füllwatte, Filzstifte und Zwirn

Jedes Kind entwirft sein Fantasietier.

Dabei soll ganz viel aus­probiert werden. Es empfiehlt sich also, einen dicken Radier­gummi danebenzulegen, denn wer weiß schon vorher, ob das känguruähnliche Wesen mit dem Beutel auf dem Rücken tatsächlich so bleiben soll oder ob der Beutel nicht doch bes­ser auf dem Kopf getragen wird. Der Fischvogel mit den Rückenflossen will vielleicht doch keine Flügel haben, also weg damit. Am Anfang werden die Wesen vielleicht noch „echten“ Tieren ähneln, aber schon bald wird die Fantasie be­flügelt, und es entstehen immer fantasievollere Fabeltiere.

Wenn die Kinder mit ihren Entwürfen fertig sind, werden diese mit Kohlepapier auf die (nicht zu dicke) Pappe übertragen und ausgeschnitten. Die so entstandenen Schablonen jetzt auf dem ausgewählten Stoff platzieren, der vorher doppelt gelegt wurde. Die Umrisse der Schablone mit einem Stift auf die oberste Stofflage übertragen. Damit die untere Lage beim Ausschneiden nicht verrutscht, wird nach dem Entfernen der Pappe der Stoff mit Stecknadeln zusammengeheftet und die Umrisse mit einer Stoffschere ausgeschnitten.

Je nach Geschicklichkeit des Kindes werden die beiden Teile am Rand entlang entweder zusammengeklebt oder zusam­mengenäht. Ein kleines Stück bleibt offen, denn dort kann die Füllwatte hineingestopft werden. Nicht zu viel Watte verwen­den, der Körper soll sich zwar runden, sollte aber nicht unbe­dingt hart und fest sein. Dann gelingt es auch besser, das letzte Stückchen zusammenzunähen. Es kann auch geklebt werden, nur meistens kleben dabei eher die Finger als die ­Stoffhälften zusammen. Jetzt braucht das Tier noch Augen, Nase und ­Oh­ren, die mit den Filzstiften aufgemalt werden. Fertig ist das Wundertier.
Wenn alle Tiere mit einem Zwirnsfaden untereinandergehängt werden, entsteht ein wunderchöner farbenprächtiger Wandbehang.

Unsinn im Sinn

Der Frühling löst bei vielen Kindern ein Gefühl aus, das Eltern gern mit „Übermut“ oder „dir juckt das Fell“ beschreiben. Ge­meint ist dieses herrliche Kribbeln im Bauch, das sich im gan­zen Körper ausbreitet und zu den verrücktesten Ideen anregt. Diese kreative Kraft löst ein Glücksgefühl aus, das nur der verstehen kann, der es kennt.

Aber diejenigen, die es nicht wagen, verrückt zu sein, weil sie „zu gut erzogen sind“, können trotzdem versuchen, sich diesem Zustand aus sicherer Entfernung anzunähern. Zum Bei­spiel mit folgender Gestaltungsidee: Es geht um die Umset­zung eines Spruchs, den ich einmal in einer Zeitschrift gelesen habe: „Man merkte es ihnen kaum an, aber sie hatten nur Unsinn auf dem Kopf!“

Jeder malt auf einem Blatt eine ganz normale Menschenge­stalt, nur der Kopf sollte etwas ungewöhnlich aussehen. Was könnte denn dieser brave Junge auf dem Kopf tragen, et­wa einen Fisch? Und diese dicke Marktfrau, was schleppt sie denn auf ihrem Haupt, einen großen Bottich, aus dem ein Kro­kodil herausguckt? Oder diese Dame da, die wie eine Lehrerin aussieht, was schmückt denn ihren Kopf? Springt da etwa ein kleines Vögelchen heraus? Ach, da ist ja auch das Nest mit den Kleinen! Es ist gut versteckt im Dutt der Dame. Und der dicke Mann mit dem Schwabbelbauch, was flattert ihm da um die Ohren? Ah, eine Schar zarter Schmetterlinge! Der Mann hat doch tatsächlich einen Busch auf dem Kopf. Je län­ger die Kinder malen, desto verrücktere Sachen werden ihnen einfallen, darauf kann man sich verlassen.

Material: Papier und Farbstifte

Kopf hoch, es geht weiter

Der erste Schritt ist getan, jetzt tasten wir uns noch weiter vor. Denn jetzt werden Haarspray, Strähnchenfärber, Stielkämme, Haarklips, Klämmerchen und Umhänge herausgeholt, und es geht den Kindern selbst an den Schopf. Wer traut sich, seinen Kopf hinzuhalten und sich gestalten zu lassen? Da hat wohl jemand schon etwas von den alten Ägyptern gehört, die ihr Haupt ja auch geschmückt haben. Die Göttin Isis trug den Thron als Zeichen ihrer Königinnenwürde auf dem Kopf.

Und was hat Jenny auf dem Kopf? Der Flechtstuhl aus der Puppenstube macht sich ganz reizend auf ihrer Kappe – Isis wäre blass vor Neid geworden. Andere Kinder haben sich Plastiktiere ins Haar gebunden, einer hat den Schopf voller Trolle in unterschiedlichen Größen, das sieht ja lustig aus. Das Haar wurde antoupiert und stark mit Haarlack besprüht. Dazu ist es noch mit Strähnchenfärber blau angemalt worden. Und in diesem malerischen Gewusel finden die Trol­le wunderbaren Halt. Das Kunstwerk ist ja nicht für die Ewig­keit gedacht.

Material: Haarspray, Strähnchenfärber, Stielkämme, ­Haarklips, Klämmerchen, Umhänge, kleine Plastikfiguren

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen:

Frühling, Sommer und viel mehr
Die Jahreszeiten mit Kindern erleben
Maya Hasenbeck
Burckhardthaus-Laetare
3 bis 6 Jahre, 96 Seiten
ISBN: 9783944548135
14,95 €
Mehr dazu auf www.oberstebrink.de




Ausgezeichnet von spiel gut: Hula Hoops

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Hula Hoop Reifen im Kindergarten – vielseitiges Bewegungsmaterial für Kinder

Hula Hoop Reifen bzw. Kunststoff Reifen sind ein vielseitiges Spiel- und Bewegungsmaterial. Klassisch ist das Kreisen lassen um den Körper, was für kleinere Kinder noch etwas schwierig ist. Hierbei ist auch die richtige Größe wichtig: der Reifen sollte im Stand vom Boden aus bis ca. zum Bauchnabel bzw. bis zu Hüfte reichen. Mit viel Übung kann man den Reifen um verschiedene Körperteile schwingen. Vor der Hula Hoop Bewegung war Reifen treiben die meistbekannte Spielart, die heute kaum jemand macht. Neben dem Treiben und Rollen lassen, kann man auch durch die Reifen hindurch springen, sie als Ziel für Wurfspiele nutzen und wie in Institutionen oft eingesetzt: Reifen in unterschiedlicher Größe in eine Bewegungsbaustelle integrieren. Die Reifen von Gonge gibt es in unterschiedlichen Größen, sie sind aus stabilem Kunststoff hergestellt und bruchsicher.

Material: Nylon. Jeweils drei Reifen in den Größen 1,4 cm x ø 35 cm oder ø 50 cm oder ø 65 cm.

Die Hula Hoops haben aufgrund des guten Materials, ihrer Stabilität und Farbgebung eine spiel gut Auszeichnung verdient.

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Hula Hoops
Preis: ca. 50.- €
Alter: 2 – 8 Jahre
Marke: Gonge 
Hersteller: GONGE Creative Learning ApS