ADHS bei Kindern: Neue Studie erklärt, was im kindlichen Gehirn passiert

Wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Lernen zusammenhängen – und was sich verändern lässt

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben oft Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zu steuern, Impulse zu kontrollieren und bei einer Sache zu bleiben. Was dabei im Gehirn genau anders funktioniert, ist seit Jahren Gegenstand der Forschung. Eine neue internationale Studie hat nun sehr genau untersucht, wie sich diese Unterschiede sowohl im Verhalten als auch in der Hirnaktivität zeigen – und wie sie sich durch gezielte Förderung beeinflussen lassen.

Was wurde in der ADHS-Studie untersucht?

Für die Untersuchung nahmen 56 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren teil. 23 von ihnen hatten eine ADHS-Diagnose, 33 waren altersgleiche Kinder ohne ADHS. Alle Kinder bearbeiteten am Computer eine Aufgabe, bei der sie schnell auf bestimmte Reize reagieren und andere bewusst ignorieren mussten. Währenddessen wurde ihre Hirnaktivität mit einem EEG gemessen.

So konnten die Forschenden nicht nur beobachten, wie sich die Kinder verhielten, sondern auch, was dabei in den Netzwerken des Gehirns geschah, die für Aufmerksamkeit, Selbststeuerung und Lernen wichtig sind.

Welche Unterschiede zeigen Kinder mit ADHS im Verhalten und im Gehirn?

Schon zu Beginn zeigten sich deutliche Unterschiede. Kinder mit ADHS reagierten im Durchschnitt langsamer, machten mehr impulsive Fehler und hatten größere Schwierigkeiten, relevante von irrelevanten Reizen zu unterscheiden. Diese Muster sind typisch für Probleme in der Impulskontrolle und der Aufmerksamkeitssteuerung.

Parallel dazu zeigte sich in der Hirnaktivität ein auffälliger Befund: ein erhöhter sogenannter „aperiodischer Exponent“ in frontalen Hirnbereichen. Vereinfacht gesagt beschreibt dieser Wert, wie gut das Gehirn Erregung und Hemmung ausbalanciert. Ein erhöhter Wert weist darauf hin, dass diese Balance weniger stabil ist — das Gehirn reguliert sich also weniger effizient.

Die Forschenden beschreiben dies sinngemäß so: Kinder mit ADHS zeigen nicht nur im Verhalten, sondern auch auf neuronaler Ebene eine geringere Effizienz der Systeme, die Aufmerksamkeit bündeln und impulsives Handeln bremsen.

Wie wirkt sich Training und Stimulation auf die Hirnentwicklung aus?

Im zweiten Teil der Studie wurde untersucht, ob sich diese Muster verändern lassen. Die Kinder mit ADHS erhielten über zwei Wochen hinweg entweder ein kognitives Training kombiniert mit einer schwachen Hirnstimulation (tRNS) oder dasselbe Training mit einer Schein-Stimulation. Beide Gruppen trainierten gleich viel — nur die Stimulation unterschied sich.

Nach der Intervention zeigte sich vor allem im Gehirn eine Veränderung: Der aperiodische Exponent sank in der aktiv stimulierten Gruppe deutlich stärker als in der Vergleichsgruppe. Das bedeutet, dass sich die zuvor auffällige neuronale Balance in Richtung stabilerer, „typischerer“ Muster verschob. Dieser Effekt war auch drei Wochen später noch teilweise nachweisbar.

Zusätzlich veränderten sich EEG-Signale, die mit Aufmerksamkeit und Reizverarbeitung zusammenhängen. Die Forschenden interpretieren dies als Hinweis darauf, dass das Gehirn Informationen nach der Intervention kontrollierter verarbeitet — weniger impulsiv, dafür strukturierter.


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Was bedeutet das für Aufmerksamkeit, Lernen und Selbststeuerung?

Im Verhalten zeigte sich kein einfaches „schneller und besser“. Stattdessen reagierten die Kinder nach der Intervention etwas langsamer, arbeiteten dafür aber genauer und machten weniger Auslassungsfehler. Dieses Muster wird als Zeichen dafür verstanden, dass impulsive Reaktionen zugunsten überlegteren Handelns zurücktreten.

Für Lernen und pädagogische Situationen ist das bedeutsam: Kinder, die sich mehr Zeit für ihre Reaktionen nehmen, können Aufgaben oft zuverlässiger bearbeiten, Fehler besser vermeiden und Anweisungen stabiler umsetzen.

Neue Perspektiven für Förderung, Training und Unterstützung

Besonders spannend ist, dass die Veränderungen im Gehirn mit einer Verbesserung der ADHS-Symptome zusammenhingen. Je stärker sich die neuronale Balance normalisierte, desto stärker besserten sich Aufmerksamkeit und Selbststeuerung.

Die Studie zeigt damit: ADHS ist nicht nur eine Frage des Verhaltens oder der Motivation, sondern spiegelt sich tief in der Funktionsweise des Gehirns wider — und genau diese Funktionsweise ist veränderbar. Das eröffnet langfristig neue Perspektiven für Förderung, Training und Unterstützung im Alltag von Kindern mit ADHS.

Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine vergleichsweise kleine Studie handelt und dass weitere Forschung nötig ist, bevor daraus konkrete Therapieempfehlungen abgeleitet werden können. Als Beitrag zum Verständnis von ADHS und zur Weiterentwicklung von Förderansätzen ist die Arbeit jedoch sehr wertvoll.

Quelle

Dakwar-Kawar, O. et al. (2026).
The effects of transcranial random noise stimulation on excitation/inhibition balance in ADHD.
NeuroImage: Clinical, 49, 103923. Open Access (CC BY 4.0). https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2213158225001962?via%3Dihub




Rückruf von Nestlé-Babynahrung: Fragen zur Transparenz bleiben offen

Nestlé ruft vorsorglich bestimmte Chargen von Säuglingsnahrung zurück. foodwatch fordert vollständige Aufklärung und strengere Sanktionen

Nestlé hat in Deutschland einen vorsorglichen Rückruf mehrerer Chargen von Säuglingsnahrung der Marken BEBA, BEBA expert, BEBA supreme, BEBA AR und ALFAMINO eingeleitet. Grund ist der mögliche Nachweis des Toxins Cereulid, das von dem Bakterium Bacillus cereus gebildet wird, in einer Zutat eines Zulieferers, die in den betroffenen Produkten verwendet wurde.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Bislang seien keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bekannt geworden. Dennoch habe man sich in Abstimmung mit den zuständigen Behörden entschieden, die betroffenen Chargen vorsorglich aus dem Verkehr zu ziehen.

Eltern werden gebeten, die betroffenen Produkte nicht weiter zu verwenden und im Handel zurückzugeben. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage eines Kassenbons erstattet. Andere Chargen derselben Produkte sowie weitere Nestlé-Erzeugnisse seien nicht betroffen und könnten weiterhin verwendet werden.

Mögliche Gesundheitsgefahr durch Cereulid

Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus gebildet wird und zu Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall führen kann. Besonders Säuglinge gelten als empfindlich gegenüber solchen Belastungen.

Nach derzeitigem Stand liegen jedoch keine bestätigten Krankheitsfälle vor. Ob und in welchem Umfang es tatsächlich zu einer Belastung der betroffenen Produkte gekommen ist, ist bislang nicht öffentlich dokumentiert. Bei Rückfragen werden Eltern gebeten, sich an den Nestlé-Verbraucherservice unter der Telefonnummer: +49 (0) 800 2344 944 zu wenden.

foodwatch fordert vollständige Offenlegung

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat den Rückruf zum Anlass genommen, scharfe Kritik an Nestlé und den zuständigen Behörden zu üben. Sie fordert eine vollständige Transparenz über den Ablauf des Vorfalls.

Konkret verlangt foodwatch Antworten auf unter anderem folgende Fragen:

  • Wann wurde die Kontamination erstmals festgestellt?
  • In welcher Produktionsstätte trat sie auf?
  • Wann wurde die zuständige Behörde informiert?
  • Wurde die Belastung durch Eigenkontrollen des Unternehmens oder durch staatliche Überwachung entdeckt?
  • Welche Maßnahmen wurden außer dem Rückruf ergriffen?
  • Um welchen Zulieferer handelt es sich?

foodwatch kritisiert, dass Nestlés Aussage, es seien bislang keine Symptome bekannt, zum jetzigen Zeitpunkt kaum überprüfbar sei, da der Rückruf erst am selben Tag öffentlich gemacht worden sei.

Forderung nach schärferen Sanktionen

Darüber hinaus erneuerte foodwatch seine Forderung nach einer Reform des Unternehmensstrafrechts. Bei schweren Verstößen im Lebensmittelbereich müssten Geldstrafen spürbar und abschreckend sein. Derzeit seien die finanziellen Sanktionen für große Konzerne oft zu gering, um eine tatsächliche Wirkung zu entfalten.

Als Beispiel verweist foodwatch auf eine Verurteilung Nestlés in Frankreich im Jahr 2024 wegen illegal gefilterten Mineralwassers zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Euro — eine Summe, die angesichts der wirtschaftlichen Größe des Konzerns aus Sicht der Organisation kaum ins Gewicht falle.

Nestlé bereits mehrfach in der Kritik

foodwatch erinnert zudem daran, dass Nestlé mit Babyprodukten bereits mehrfach in die Kritik geraten sei. In der Vergangenheit habe man unter anderem Mineralölrückstände in Säuglingsmilch nachgewiesen, außerdem laufe aktuell in den USA ein Verfahren wegen angeblicher Schwermetallbelastungen in Babynahrung.

Nestlé selbst betont, dass der aktuelle Rückruf Teil der eigenen strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards sei und man transparent informieren wolle.

Offene Fragen bleiben

Der Fall zeigt, wie sensibel der Bereich der Säuglingsernährung ist — und wie hoch die Anforderungen an Kontrolle, Transparenz und Kommunikation sind. Während Nestlé den Rückruf als vorsorgliche Maßnahme einordnet, sieht foodwatch erheblichen Aufklärungsbedarf.

Welche Informationen tatsächlich noch offengelegt werden, welche Rolle der betroffene Zulieferer spielt und ob sich der Verdacht einer Belastung bestätigt, bleibt vorerst offen.




Online-Fortbildungen 2026: Pädagogik und Erziehung praxisnah vermittelt

Die BildungsBeratung Ankum lädt im Januar zu drei Online-Seminaren mit renommierten Expertinnen und Experten ein – zu Themen rund um Verhalten, Gefühle und Erziehung im pädagogischen Alltag

Das Fortbildungsinstitut, BildungsBeratung Ankum, bietet eine Reihe praxisnaher Online-Fortbildungen an, die aktuelle Themen aus Pädagogik, Erziehung und Kindheitsforschung aufgreifen. Die Seminare richten sich an Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und alle pädagogischen Fachkräfte aus der Jugendarbeit und weiteren Bereichen.

Alle Veranstaltungen finden online statt und können bequem von zuhause aus besucht werden. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung über die Website der BildungsBeratung Ankum.

👉 Alle aktuellen Veranstaltungen unter: www.bb-ankum.de/veranstaltungen

14. Januar 2026

Herausforderung: Verhaltensauffälligkeit
mit Prof. Dr. Maywald
Wie können Fachkräfte mit herausforderndem Verhalten von Kindern und Jugendlichen sensibel und professionell umgehen? Prof. Dr. Maywald vermittelt praxisnahe Ansätze, um Auffälligkeiten früh zu erkennen und angemessen zu begleiten.
📄 Zur Kursinformation

21. Januar 2026

Kinder und ihre starken Gefühle
mit Dr. Jan-Uwe Rogge
Bekannt für seine humorvollen und tiefsinnigen Vorträge zeigt Dr. Rogge Wege, wie Kinder lernen können, mit Wut, Angst und Traurigkeit umzugehen – und wie Erwachsene sie dabei liebevoll unterstützen.
📄 Zur Kursinformation

29. Januar 2026 von 17 bis 20 Uhr

Klassische Erziehungsfallen – und wie man sie vermeidet
mit Dipl.-Päd. Thomas Rupf
Wie gelingt es, Kinder wertschätzend zu begleiten, ohne in alte Erziehungsmuster zu verfallen? Thomas Rupf gibt praxisorientierte Impulse, um Konflikte gelassener zu meistern und den Familienalltag zu entlasten.
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Anmeldung und weitere Informationen

Alle Seminare werden online durchgeführt.
Anmeldungen sind über die Website der BildungsBeratung Ankum möglich:
👉 www.BB-Ankum.de




Bildschirmzeit im Kleinkindalter erhöht später das Angst-Risiko

Eine große Längsschnittstudie zeigt, wie frühe Mediennutzung die Gehirnentwicklung beeinflusst – und welche Folgen das für Entscheidungsfähigkeit und psychische Gesundheit von Kindern haben kann

Wie viel Bildschirmzeit ist für kleine Kinder unproblematisch? Eine aktuelle neurowissenschaftliche Längsschnittstudie aus Singapur liefert dazu neue Hinweise: Eigentlich sollten kleine Kinder überhaupt nicht vor einem Bildschirm sitzen. Doch je mehr Zeit sie bereits im Kleinkindalter vor Bildschirmen verbringen, desto höher ist ihr Risiko, später Ängste zu entwickeln. Der Zusammenhang ist dabei nicht nur statistisch, sondern neurobiologisch erklärbar.

Die Forschenden untersuchten 168 Kinder aus der bekannten GUSTO-Geburtskohorte über mehr als zehn Jahre hinweg — von der frühen Kindheit bis ins Jugendalter. Dabei kombinierten sie Elternbefragungen zur Bildschirmzeit mit wiederholten MRT-Untersuchungen des Gehirns, kognitiven Tests und Fragebögen zur psychischen Gesundheit.

Analyse verschiedener Entwicklungsstufen

Die Studie analysierte folgende Entwicklungsstufen:

• Bildschirmzeit im Alter von 1–2 Jahren, erfasst durch Elternfragebögen
• Gehirnentwicklung im Alter von 4,5 bis 7,5 Jahren, gemessen mit moderner diffusionsbasierter Magnetresonanztomographie
• Entscheidungsverhalten mit 8,5 Jahren (Cambridge Gambling Task) und
• Angstsymptome mit 13 Jahren (MASC-Fragebogen)

Besonders betrachtet wurde dabei, wie sich die Vernetzung zwischen visuellen Hirnarealen und dem sogenannten kognitiven Kontrollnetzwerk entwickelt — also jener Hirnstruktur, die unter anderem Aufmerksamkeit, Selbststeuerung und bewusste Entscheidungen ermöglicht.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Die wichtigsten Befunde lassen sich wie folgt zusammenfassen:

• Bildschirmzeit im Kleinkindalter beschleunigt die Reifung bestimmter Hirnnetzwerke.
Diese „beschleunigte Reifung“ klingt zunächst positiv, bedeutet aber in diesem Fall eine zu frühe funktionale Spezialisierung — zulasten der flexiblen Vernetzung im Gehirn.

• Diese veränderte Hirnentwicklung führt zu langsameren Entscheidungsprozessen im Schulalter.
Die betroffenen Kinder brauchten im Durchschnitt länger, um Entscheidungen zu treffen, obwohl sie nicht schlechter entschieden.

• Langsame Entscheidungsfindung war wiederum mit mehr Angstsymptomen im Jugendalter verbunden.

Erstmals konnte damit ein durchgängiger Entwicklungsweg gezeigt werden:
Frühe Bildschirmzeit → veränderte Gehirnreifung → verändertes Entscheidungsverhalten → mehr Angst im Jugendalter.


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Blickkontakt und Bindung formen das Gehirn

Dr. Walter Hultzsch erklärt, wie Nähe, Blickkontakt und feine Signale die Entwicklung von Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Persönlichkeit von Säuglingen fördern. Sein Buch verbindet neurowissenschaftliches Wissen mit alltagstauglicher Orientierung für Eltern, Großeltern, Paten und pädagogische Fachkräfte, die Babys in den ersten Lebensjahren achtsam begleiten wollen.

Dr. Walter Hultzsch
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Keine Bildschirmzeit im Kleinkindalter!

Letztlich sind diese Ergebnisse ein weiterer Beleg dafür, wie schädlich Bildschirmzeit im Baby- und Kleinkindalter ist. So haben wir erst vor knapp einem Monat über die Ergebnisse der Adolescent Brain Cognitive Development Study (ABCD-Studie) berichtet, in der die Gesundheitsrisiken eines frühen Smartphone-Besitzes festgestellt wurden.

Die ersten Lebensjahre sind eine Phase extrem hoher Plastizität des Gehirns. In dieser Zeit wird nicht nur Wissen aufgebaut, sondern vor allem die Grundarchitektur des Denkens, Fühlens und Handelns geformt.

Die aktuelle Studie zeigt, dass intensive visuelle Reize durch Bildschirme:

• die sensorische Verarbeitung verändern,
• die Balance zwischen Wahrnehmung, Emotion und Kontrolle verschieben und
• dadurch langfristig die emotionale Selbstregulation beeinträchtigen können.

Gerade Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Belastungen im Jugendalter — mit erheblichen Folgen für Lernen, soziale Entwicklung und Lebensqualität.

Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen, dass es nicht um eine Verteufelung von Medien geht, sondern um sensible Entwicklungsfenster. Besonders das Baby- und Kleinkindalter sei eine Phase, in der reale Sinneserfahrungen, Bewegung, Beziehung und Spiel nicht durch Bildschirmzeit verdrängt werden sollten.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt weiterhin:

• unter 2 Jahren: keine Bildschirmzeit,
• 2–5 Jahre: maximal eine Stunde täglich, möglichst begleitet, wobei die Stunde eher für die Fünfjährigen und deutlich weniger für die Zweijährigen gilt.

Neue neurobiologische Gründe für den Hirnentwicklungsschutz

Die neue Studie liefert nun weitere neurobiologische Gründe, diese Empfehlungen äußerst ernst zu nehmen.

Diese Forschung zeigt eindrücklich: Frühe Mediennutzung wirkt tiefer und langfristiger, als wir lange angenommen haben. Bildschirmzeit im Baby- und Kleinkindalter beeinflusst nicht nur Verhalten, sondern die Struktur und Vernetzung des Gehirns — mit möglichen Folgen bis in die Pubertät.

Für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Bildungspolitik bedeutet das: Frühkindliche Bildung ist immer auch Hirnentwicklungsschutz.

Mehr zur Studie finden Sie hier.

Gernot Körner




Hähnchenfleisch im Test: Keime in mehr als jedem zweiten Produkt

Öko-Test findet antibiotikaresistente Keime in vielen Hähnchen – was es jetzt zu beachten gilt

Hähnchenfleisch gehört in vielen Familien regelmäßig auf den Tisch. Umso beunruhigender sind die aktuellen Ergebnisse von Öko-Test: In einer Laboruntersuchung wurden 23 Hähnchenbrustfilets auf antibiotikaresistente Keime geprüft — mit einem alarmierenden Ergebnis. 14 der 23 Produkte fielen durch, weil sie entsprechend belastet waren.

Getestet wurden sowohl konventionelle als auch Bio-Hähnchen. Sieben Bio-Produkte und sieben Produkte aus konventioneller Haltung bewertete Öko-Test als „bedenklich“. Akut gesundheitsgefährdend ist der Verzehr nicht, dennoch stellen antibiotikaresistente Keime ein großes gesellschaftliches Risiko dar: Sie können dazu führen, dass Infektionen beim Menschen künftig immer schlechter behandelbar werden.

Warum sind antibiotikaresistente Keime so problematisch?

Antibiotikaresistenzen gelten weltweit als eine der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Wenn Bakterien unempfindlich gegenüber Antibiotika werden, verlieren wichtige Medikamente ihre Wirkung — selbst bei eigentlich gut behandelbaren Erkrankungen.

Die Geflügelfleischindustrie spielt dabei eine zentrale Rolle. In der Massentierhaltung werden Antibiotika häufig eingesetzt, um Krankheiten in großen Tierbeständen in Schach zu halten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab es 2024 keinen Rückgang des Antibiotikaeinsatzes in irgendeiner Wirkstoffklasse — trotz gesetzlicher Vorgaben zur Reduzierung.

Warum sind auch Bio-Hähnchen betroffen?

Auch Bio-Hähnchen waren im Test nicht frei von belasteten Keimen. Ein möglicher Grund ist die sogenannte Kreuzkontamination in Schlachthöfen, in denen Tiere aus unterschiedlichen Haltungsformen verarbeitet werden. So können Keime von konventionellen auf Bio-Produkte übertragen werden — selbst wenn die Tiere selbst weniger Antibiotika erhalten haben.

Was bedeutet das für Familien?

Belastetes Fleisch in der Küche ist kein Grund zur Panik — aber ein Anlass zu besonderer Sorgfalt. Gelangen resistente Keime über mangelnde Küchenhygiene auf Hände, Arbeitsflächen oder andere Lebensmittel, können sie sich weiterverbreiten und im schlimmsten Fall Infektionen auslösen.

Tipps für den sicheren Umgang mit Hähnchenfleisch im Familienalltag

Damit Keime keine Chance haben, empfiehlt ÖKO-TEST — und auch die Lebensmittelhygiene allgemein — folgende Regeln:

  • Kühl lagern: Hähnchenfleisch möglichst schnell nach dem Einkauf in den Kühlschrank legen (unter 4 °C).
  • Nicht abwaschen: Abspülen verteilt Keime nur über Spritzwasser in der Küche.
  • Strikt trennen: Rohes Geflügel immer getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und verarbeiten.
  • Eigene Bretter & Messer: Möglichst separate Küchenutensilien für rohes Fleisch verwenden.
  • Gründlich durchgaren: Hähnchen immer vollständig durchbraten — innen dürfen keine rosa Stellen bleiben.
  • Hände waschen: Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch Hände gründlich mit Seife waschen.
  • Arbeitsflächen reinigen: Alle Flächen und Utensilien danach heiß abwaschen.

Was fordert Öko-Test?

Die Verbraucherschützer fordern eine deutliche Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Geflügelmast sowie bessere Hygienestandards in Schlachthöfen. Nur so lasse sich langfristig verhindern, dass antibiotikaresistente Keime weiter in Umwelt und Lebensmittelkette gelangen.

Weitere Details zum Test finden sich in der Januarausgabe des Öko-Test-Magazins sowie auf der Website des Verbraucherportals.




Zwei Wege zum Stern: Bibel und Legende der Weisen aus dem Morgenland

Warum wir die biblische Erzählung und die Legende von Caspar, Melchior und Balthasar nebeneinanderstellen – und was Kinder daraus lernen können.

In der Bibel wird erzählt, dass Weise aus dem Morgenland einem besonderen Stern folgten und nach Bethlehem kamen. Ihre Namen werden nicht genannt, und vieles bleibt offen. Diese Erzählung ist knapp und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Viele Jahrhunderte später begannen Menschen, diese Geschichte weiterzudenken. Sie stellten sich vor, wer diese Weisen gewesen sein könnten, woher sie kamen und was sie auf ihrem Weg erlebt hatten. So entstand eine zweite Erzählung – eine Legende. In ihr bekamen die Weisen Namen, eine Herkunft und eine gemeinsame Geschichte. Man nannte sie Caspar, Melchior und Balthasar und sprach von ihnen als Königen.

Die erste Geschichte ist eine biblische Überlieferung. Die zweite ist eine gewachsene Legende, die den Glauben, die Fantasie und die Erfahrungen vieler Generationen widerspiegelt. Beide Geschichten erzählen vom Suchen, vom Mut zum Aufbruch und davon, dass Licht selbst in dunklen Zeiten den Weg zeigen kann.

Die Weisen aus dem Morgenland

Einige Zeit nach der Geburt Jesu geschah etwas, das weit über Bethlehem hinaus Beachtung fand.

In einem fernen Land lebten Männer, die den Himmel aufmerksam beobachteten. Sie kannten die Sterne, ihre Bewegungen und ihre Zeichen. Wenn sich am Himmel etwas veränderte, glaubten sie, dass auch auf der Erde etwas Wichtiges geschah.

Eines Nachts blieb einer von ihnen stehen und sagte leise: „Seht dort. Dieser Stern war gestern noch nicht da.“

Die anderen blickten hinauf. Ein neuer Stern leuchtete hell am Himmel. „Er ist anders als die anderen“, sagte einer. „Er kündigt etwas an“, meinte ein anderer.

Nach langem Nachdenken kamen sie zu dem Schluss: Ein besonderer König musste geboren worden sein. „Wir sollten ihn suchen“, sagte der Älteste.

„Auch wenn wir nicht wissen, wohin der Weg uns führt“, antwortete ein anderer. Sie machten sich auf den Weg und folgten dem Stern. Ihre Reise führte sie schließlich nach Jerusalem. Dort fragten sie die Menschen:

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, um ihn zu ehren.“

Diese Worte erreichten auch König Herodes. Er ließ die Weisen zu sich rufen und sprach freundlich zu ihnen: „Sucht das Kind und sagt mir Bescheid, wenn ihr es gefunden habt. Auch ich möchte hingehen und dem Kind huldigen.“

Doch seine Worte waren nicht ehrlich.

Als die Weisen Jerusalem verließen, erschien der Stern wieder. Er führte sie nach Bethlehem und blieb über einem Haus stehen. Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind. Sie knieten nieder und brachten ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In der Nacht hatten sie einen Traum. Darin wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren. „Wir müssen einen anderen Weg nehmen“, sagten sie zueinander.

So kehrten sie heim – verändert durch das, was sie gesehen hatten.

Die heiligen drei Könige: Caspar, Melchior und Balthasar

Viele Jahre später erzählten sich die Menschen diese Geschichte weiter. Dabei entstand die Legende von drei Königen: Caspar, Melchior und Balthasar.

Es heißt, dass sie sich kannten, weil sie sich mit den Sternen beschäftigten. Sie lebten in verschiedenen Ländern, doch sie standen miteinander in Verbindung und tauschten ihr Wissen aus.

Eines Nachts entdeckte jeder von ihnen denselben neuen Stern am Himmel. Caspar sagte: „So hell hat noch nie ein Stern geleuchtet.“ Melchior erwiderte: „Er erscheint nicht zufällig.“ Balthasar fügte hinzu: „Vielleicht ruft er uns.“

Sie verabredeten sich, diesem Zeichen zu folgen, und trafen sich nach langer Reise. Dort entschieden sie gemeinsam: „Wir gehen los. Wir wollen sehen, wohin uns dieses Licht führt.“

Sie packten Geschenke ein, die einem König würdig waren: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ihre Reise führte sie zuerst nach Jerusalem zum Palast von König Herodes. „Wir suchen einen neugeborenen König“, sagten sie offen. „Ein Stern hat uns zu ihm geführt.“

Herodes erschrak, verbarg seine Angst jedoch hinter freundlichen Worten: „Geht und sucht das Kind. Wenn ihr es gefunden habt, kommt zurück und sagt mir Bescheid. Auch ich möchte hingehen und dem Kind huldigen.“

Als sie den Palast verließen, sagte Balthasar leise: „Seine Worte klingen freundlich, aber sie sind nicht wahr.“

Der Stern erschien wieder und führte sie nach Bethlehem. Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind. Sie knieten nieder und überreichten ihre Geschenke.

In der Nacht hatten auch sie einen Traum. Darin wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren.

„Wenn wir zurückgehen, bringen wir das Kind in Gefahr“, sagte Melchior. „Dann nehmen wir einen anderen Weg“, antwortete Caspar.

So machten sie sich auf einem anderen Weg auf den Heimweg.

Über Suchen, Vertrauen, Gefahr und Verantwortung

Diese beiden Geschichten helfen Kindern, über Suchen, Vertrauen, Gefahr und Verantwortung nachzudenken.

Gesprächsimpulse:

Warum folgen die Weisen dem Stern?
Woran merkt man, dass Herodes nicht ehrlich ist?
Warum ist es wichtig, das Kind zu schützen?

Diese Geschichten erzählen davon, dass Hoffnung manchmal klein beginnt und dennoch stark ist.




Abnehmen in Kindheit und Jugend schützt das Herz ein Leben lang

Eine große schwedische Langzeitstudie zeigt: Normalisiert sich das Gewicht bis zum jungen Erwachsenenalter, ist das spätere Risiko für koronare Herzkrankheit nicht erhöht

Eine neue internationale Studie aus Schweden belegt: Kinder, die zeitweise übergewichtig sind, aber bis zum jungen Erwachsenenalter wieder Normalgewicht erreichen, tragen kein erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen im Erwachsenenalter. Entscheidend ist also nicht, ob ein Kind einmal zu schwer war – sondern ob es gelingt, das Gewicht rechtzeitig zu normalisieren.

Die Untersuchung wurde in JAMA Pediatrics veröffentlicht und basiert auf den Gesundheitsdaten von mehr als 100.000 Menschen, die von der Kindheit bis ins mittlere Erwachsenenalter begleitet wurden.

Früh abnehmen – langfristig gesund bleiben

Die Forschenden verfolgten Kinder mit unterschiedlichen Gewichtsentwicklungen:

  • normalgewichtig in Kindheit und Jugend
  • übergewichtig in der Kindheit, später normalgewichtig
  • normalgewichtig in der Kindheit, später übergewichtig
  • durchgehend übergewichtig

Das zentrale Ergebnis:
👉 Kinder, die in der Kindheit übergewichtig waren, dieses Übergewicht aber bis zum jungen Erwachsenenalter wieder verloren, hatten später kein höheres Risiko für koronare Herzerkrankungen als Menschen, die immer normalgewichtig waren.

Das bedeutet: Der Körper kann sich erholen. Gesundheitsrisiken sind nicht „festgeschrieben“.

Kritisch ist vor allem eine Gewichtszunahme in der Pubertät

Besonders auffällig war ein anderer Befund:
Menschen, die erst während der Pubertät deutlich zunahmen, hatten später sogar ein höheres Herzrisiko als jene, die schon als Kinder übergewichtig waren.

Die Pubertät scheint also eine besonders sensible Phase für die langfristige Stoffwechsel- und Herzgesundheit zu sein. Schnelle Gewichtszunahmen in dieser Zeit wirken sich offenbar stärker auf die späteren Gefäße aus als ein früheres, aber wieder rückläufiges Übergewicht.

Was heißt das für Eltern, Kitas, Schulen und Politik?

Die Studie vermittelt eine ermutigende, entlastende und zugleich handlungsorientierte Botschaft:

  • Übergewicht in der Kindheit ist kein gesundheitliches Schicksal.
  • Entscheidend ist, dass Kinder rechtzeitig Unterstützung bekommen, um wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu finden.
  • Prävention und Begleitung wirken – und sie lohnen sich langfristig.

Für die Praxis bedeutet das:

  • weniger Stigmatisierung,
  • mehr frühe, wertschätzende Unterstützung,
  • mehr gesundheitsförderliche Alltagsbedingungen (Bewegung, Ernährung, Stressreduktion),
  • und eine stärkere Aufmerksamkeit für die Pubertät als sensible Entwicklungsphase.

Eine klare Botschaft: Es ist nie „zu spät“ – aber früh ist besser

Die Forschenden betonen ausdrücklich:
Wer es schafft, Übergewicht bis zum jungen Erwachsenenalter abzubauen, hat die gleichen Chancen auf ein gesundes Herz wie Menschen ohne frühere Gewichtsprobleme.

Damit wird ein verbreitetes Gefühl relativiert, das viele Eltern und Betroffene kennen: „Jetzt ist es ohnehin schon zu spät.“
Diese Studie zeigt: Nein – ist es nicht.

Diese Forschung liefert ein wichtiges Gegengewicht zu alarmistischen Debatten:
Sie zeigt nicht nur Risiken, sondern vor allem Möglichkeiten.

Kinder sind entwicklungsfähig – körperlich wie seelisch. Und wenn Gesellschaft, Familie und Bildungseinrichtungen günstige Rahmenbedingungen schaffen, kann sich Gesundheit nicht nur erhalten, sondern auch wiederherstellen.

Quelle:

Ohlsson C. et al. (2025). Change in Weight Status From Childhood to Young Adulthood and Risk of Adult Coronary Heart Disease. JAMA Pediatrics. doi:10.1001/jamapediatrics.2025.4950




2026 muss zum Jahr der Kinderrechte nicht nur in Deutschland werden

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert Politik und Gesellschaft auf, Kinderrechte endlich konsequent umzusetzen – in Gesetzgebung, Verwaltung, Bildung und Alltag

Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Staat und Zivilgesellschaft dazu auf, das Jahr 2026 gezielt unter das Zeichen der Kinderrechte zu stellen. Anlass ist unter anderem der aktuelle Kinderrechte-Index, der deutlich macht: Die UN-Kinderrechtskonvention wird in Deutschland nach wie vor nur unzureichend umgesetzt.

„Das Kindeswohl wird in Politik, Verwaltung und Rechtsprechung noch immer nicht ausreichend berücksichtigt“, betont DKH-Präsident Thomas Krüger.

Mehr als 36 Jahre nach Verabschiedung der Konvention seien die Rechte von Kindern zwar anerkannt – aber noch längst nicht durchgängig handlungsleitend.

Kinder als eigenständige Persönlichkeiten ernst nehmen

Zentral für das Deutsche Kinderhilfswerk ist die Sicht auf Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten:

  • Recht auf Schutz
  • Recht auf Förderung und Entwicklung
  • Recht auf Beteiligung
  • Recht auf Gehör in allen sie betreffenden Angelegenheiten

Kinder müssten nicht nur geschützt, sondern aktiv beteiligt werden — in Familie, Schule, Kommune und Gesellschaft. Beteiligung sei kein „Nice-to-have“, sondern ein Kern demokratischer Bildung.

„Demokratie zu lernen heißt, Demokratie zu erleben — auch und gerade für Kinder“, so Krüger.

Bildungsbenachteiligung bleibt strukturelles Problem

Besonders kritisch sieht das Deutsche Kinderhilfswerk die weiterhin großen Bildungsungleichheiten. Kinder aus armutsbetroffenen Familien hätten nach wie vor deutlich schlechtere Bildungs- und Teilhabechancen.

Trotz jahrelanger Debatten seien hier kaum substanzielle Fortschritte erzielt worden — mit langfristigen Folgen für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit.

Kinderrechte gehören ins Grundgesetz

Ein zentrales politisches Ziel bleibt die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Diese sollen dort als eigenständige Rechte verankert werden — ergänzend zu den Elternrechten und klar gegenüber dem Staat gerichtet.

Gefordert wird:

  • ein eigener Passus zu Kinderrechten im Grundgesetz
  • Vorrang des Kindeswohls bei staatlichen Entscheidungen
  • breite parteiübergreifende Unterstützung
  • Einbindung der Zivilgesellschaft in das Gesetzgebungsverfahren

„Kinderrechte brauchen eine starke rechtliche Grundlage — und eine breite gesellschaftliche Allianz“, so Krüger.

2026 als Signaljahr für Kinder und ihre Rechte

Mit dem Aufruf, 2026 zum „Jahr der Kinderrechte“ zu machen, verbindet das Deutsche Kinderhilfswerk die Hoffnung auf:

  • mehr öffentliche Aufmerksamkeit für Kinderrechte
  • verbindlichere politische Entscheidungen
  • stärkere Beteiligung von Kindern an gesellschaftlichen Prozessen
  • langfristige strukturelle Verbesserungen für Kinder und Familien

Kinder seien nicht nur die Zukunft der Gesellschaft — sondern vor allem ihre Gegenwart.