Studienplätze für Erzieherinnen und Erzieher

Zwei kindheitspädagogische Studiengänge jetzt ohne Zulassungsbeschränkung

An der Hochschule Koblenz gibt es zum kommenden Sommersemester 2024 für die berufsbegleitenden Fernstudiengänge Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe Kindheit (B.A.) und Pädagogik der Frühen Kindheit (B.A.) keine Zulassungsbeschränkung. Die Anzahl der Studierenden ist damit nicht mehr begrenzt. Und es haben mehr Bewerberinnen und Bewerber die Chance, einen Studienplatz zu erhalten. Alle Interessierten können sich noch bis zum 15. Januar 2024 beim zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund bewerben: http://www.zfh.de/anmeldung

In beiden Fernstudiengängen gibt es die Möglichkeit, die staatliche Anerkennung zur Sozialpädagogin/zum Sozialpädagogen zu erwerben. Die berufsbegleitenden Fernstudiengänge führt die Hochschule Koblenz in Kooperation mit dem zfh durch.

Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe Kindheit (B.A.)

Dieses Fernstudienangebot spricht Kita-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereits eine Leitungsfunktion in Kindertageseinrichtungen besetzen oder eine solche Position anstreben. Das Besondere dieses Studiengangs ist die Berufsintegration über die konsequente Verbindung von Theorie und Praxis. „Viele unserer Studierenden wechselten bereits im Laufe ihres Studiums ihre Arbeitsstellen. Absolventen übernahmen beispielsweise Leitungspositionen in Kindertageseinrichtungen, Gesamtleitungsstellen etwa im Trägerverbund, sind in Fachberatungen der Erwachsenenbildung oder im Bereich Fortbildung aktiv“, so die Studiengangsleitung.

Pädagogik der Frühen Kindheit (B.A.)

Auch dieser Studiengang richtet sich an staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher. Sie qualifizieren sich, um in Kindertagesstätten Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebote wissenschaftlich bzw. theoretisch fundiert und gleichzeitig bedürfnisgerecht zu planen, umzusetzen und auszuwerten. Nach dem Studium eröffnen sich ihnen darüber hinaus vielfältige Arbeitsfelder, beispielsweise in Institutionen sowie Organisationen in der Kinder- und Jugendhilfe oder in Trägerorganisationen und –verbänden. Der Studiengang hat eine Regelstudienzeit von sieben Semestern.

Weitere Information unter: http://www.zfh.de/bachelor/bildungsmanagement/, http://www.zfh.de/bachelor/paedagogik/ und unter http://www.kita-studiengang.de

Über das zfh

Das zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund bildet gemeinsam mit 21 staatlichen Hochschulen den zfh-Hochschulverbund. Das zfh ist eine wissenschaftliche Institution des Landes Rheinland-Pfalz mit Sitz in Koblenz und basiert auf einem 1998 ratifizierten Staatsvertrag der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Neben den 15 Hochschulen dieser drei Bundesländer haben sich weitere Hochschulen aus Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein dem Verbund angeschlossen. Das erfahrene Team des zfh fördert und unterstützt die Hochschulen bei der Entwicklung und Durchführung ihrer Fernstudienangebote.

Mit einem Repertoire von über 100 berufsbegleitenden Fernstudienangeboten in wirtschaftswissenschaftlichen, technischen/naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen ist der zfh-Verbund bundesweit größter Anbieter von Fernstudiengängen an Hochschulen mit akkreditiertem Abschluss. Alle zfh-Fernstudiengänge mit dem akademischen Ziel des Bachelor- oder Masterabschlusses sind von den Akkreditierungsagenturen ACQUIN, AHPGS, ASIIN, AQAS, FIBAA bzw. ZEvA zertifiziert und somit international anerkannt. Neben den Bachelor- und Masterstudiengängen besteht auch ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmodulen mit Hochschulzertifikat. Derzeit über 6.000 Fernstudierende an den Hochschulen des zfh-Verbunds eingeschrieben.

Ulrike Cron, Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund – zfh




Kinderärzte warnen vor Melatonin als Einschlafhilfe

Neue Leitlinie zum Einsatz von Melatonin bei Kindern und Jugendlichen mit Schlafstörungen

Die Schlafprobleme ihres Kindes sind für viele Eltern ein Riesenproblem. Entsprechend groß ist der Bedarf nach Hilfe. In ihrer Verzweiflung greifen zahlreiche Mütter und Väter zu „Melatonin Gummibärchen“, um ihre Kinder zum Schlafen zu bringen. Dabei gehen sie offenbar ein unnötiges Risiko ein, wie einer Presseinformation anlässlich der 31. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zu entnehmen ist.

Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit Melatonin-Überdosierungen

Prof. Dr. med. Ekkehart Paditz weist darin darauf hin, dass aktuell aus den USA über mehrere Todesfälle im 1. bis 2. Lebensjahr im zeitlichen Zusammenhang mit Melatonin-Überdosierungen berichtet wurde, sowie dass bei Jugendlichen der Pubertätseintritt durch längerfristige Melatoningaben beeinflusst werden könnte.

Melatonin ist eben keine Naturmedizin oder Homöopathie, sondern ein Hormon, das nur nach ärztlicher Abklärung verabreicht werden sollte. Dabei ist Melatonin frei zugänglich. „Bisher liegen weltweit 33 randomisierte Placebo-kontrollierte Studien bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 2.-18. Lebensjahr vor, die sich auf 12 klar definierte Diagnosen beziehen“, erläutert Paditz, der die Entwicklung einer neuen Leitlinie zum Melatonin-Einsatz bei Kindern und Jugendlichen federführend koordiniert. Dazu gehören Einschlafstörungen, die allein oder in Verbindung mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom), nach Gehirnerschütterungen, bei Autismus-Spektrum-Störungen oder bei krankhafter Verschiebung der Schlafphasen vorliegen. Bei Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie in Verbindung mit Fieber und einer Hirnschädigung, dem sogenannten Dravet-Syndrom, war Melatonin nicht wirksam.

Nur nach ärztlicher Verordnung

Der Dresdner Professor berichtet, dass Melatonin nur nach ärztlicher Verordnung in möglichst geringer Dosis < 1mg (je nach Alter des Kindes 0,25 bis 0,5 mg) abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden sollte, falls Hinweise zur Schlafhygiene und eine Verhaltenstherapie keinen Effekt hatten. Von einer Einschlafstörung wird gesprochen, wenn das Einschlafen mehrfach in der Woche länger als 30 Minuten dauert. Vor dem Griff zum Rezeptblock sind eine ausführliche ärztliche Anamnese und eine neurologische Untersuchung erforderlich, damit entschieden werden kann, ob evtl. eine Untersuchung in einem Kinderschlaflabor erforderlich sein könnte und ob eine MRT-Untersuchung des Gehirns in Betracht gezogen werden sollte.

Kinder gehören zum Kinderarzt

„Das sind im Interesse der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen keine übertriebenen Empfehlungen, damit Hinweise für Tumore der Zirbeldrüse nicht übersehen werden. Oft sind es auch ,nur‘ Sorgen oder Stress in der Schule oder im Kindergarten, die mit fraglichen Schlafstörungen verbunden sind. In dieser Situation helfen ärztliche Hinweise zur Schlafhygiene, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden. Medikamentöse oder psychologische Behandlungen sind oft nicht erforderlich“, meint Paditz.


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So lernen Kinder schlafen

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„Kinder gehören zum Kinderarzt, wenn sich die Eltern Sorgen in Bezug auf Schlafstörungen machen. Da Melatonin ein Hormon ist, sollten vor dessen Gabe immer erst ärztliche Abklärungen stehen.“ Melatonin ist in Deutschland nur für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren mit Schlafstörungen bei Autismus-Spektrum-Störung oder Smith-Magenis-Syndrom zugelassen.

Mozart statt Melatonin

Während der Einsatz von Melatonin weiterhin umstritten ist, verbessern Melodien von Mozart das Verhalten und die Schlafqualität. Bei Säuglingen wurde nachgewiesen, dass Babyschlaflieder günstige Effekte auf die Sauerstoffsättigung, die Herzfrequenz, den Blutdruck und das Gedeihen hatten. „Mozartmelodien waren fast genauso gut wie mütterliche Lieder, im Vergleich zu den Babys, denen keine Lieder angeboten wurden. Schon in Keilschrifttexten aus Mesopotamien sind bereits Babyschlaflieder zu finden, die zur Beruhigung beitragen sollten. Vielleicht ein Hinweis, dass man nicht immer zu Medikamenten greifen muss“, gibt Paditz zu bedenken.

Quelle: Presseinformation Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) e. V.




Fünf Tipps, um die Weichen für ein gesundes Leben zu stellen

Wie Eltern und pädagogische Fachkräfte aktiv für ein gesundes Leben der Kinder sorgen können

Die Weichen für gesunde Gefäße und ein gesundes Herz werden in der Kindheit gelegt. Eltern und pädagogische Fachkräfte können aktiv darauf Einfluss nehmen. Die aktuelle Leitlinie zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter gibt fünf konkrete Empfehlungen an die Hand. Die Deutsche Hochdruckliga begrüßt die Leitlinie, denn auch Bluthochdruck wird einem nicht als unabwendbares Schicksal in die Wiege gelegt, sondern lässt sich abwenden. Die Prävention sollte so früh wie möglich beginnen, denn die bluthochdruckbedingten Schäden an den Gefäßen addieren sich, außerdem fallen im höheren Alter Lebensstilumstellungen schwer.

340.000 Tote jährlich

Im Jahr 2021 waren Herz-Kreislauferkrankungen – vor allem ischämische Herzkrankheiten und Herzinfarkte – mit rund 340.000 Toten für mehr als ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich. Ein Risikofaktor für diese Erkrankungen ist Bluthochdruck. Er geht Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen Jahre und Jahrzehnte voraus und sollte nicht nur Alarmsignal sein (das übrigens immer noch viel zu viele Betroffene ignorieren) und behandelt werden, sondern bestenfalls überhaupt nicht erst entstehen. Denn jeder Tag, an dem die Gefäße unter Druck stehen, führt zu Schäden an den Gefäßen und erhöht das Lebenszeit-Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder auch Nierenversagen.

Bluthochdruck durch gesunden Lebensstil vermeiden

Verhindern lässt sich Bluthochdruck durch einen gesunden Lebensstil, konkret: durch mehr Bewegung, gesündere Ernährung und der Reduktion von Übergewicht, aber auch durch die Stressreduktion und Achtsamkeit. Die Weichen dafür werden, so Prof. Dr. Renate Oberhoffer-Fritz, Leiterin des Lehrstuhls für Präventive Pädiatrie an der TUM School of Medicine and Health, München, bereits in der frühen Kindheit gestellt. „Die Eltern können den Grundstein für die Gesundheit ihrer Kinder bis ins hohe Lebensalter legen, indem sie positiv Einfluss nehmen, gesunde Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten fest im Alltag verankern und ihren Kindern ein gesundes Leben auch vorleben.“

Die Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt

Wie in der Leitlinie zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter [1], an der die Expertin mitgearbeitet hat, nachzulesen ist, gibt es dafür auch wissenschaftliche Evidenz: Verschiedene Studien zeigten, dass atherosklerotische Risikofaktoren einen signifikanten Einfluss auf das spätere Risikoprofil des Erwachsenen haben [2], im Umkehrschluss konnten zahlreiche Erhebungen den positiven Effekt von frühen Interventionen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren belegen [3, 4]. Der bei weitem gewichtigste und gleichzeitig noch immer weiter zunehmende Risikofaktor ist dabei Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas). Eine Analyse der Daten der Kaufmännischen Krankenkasse [5] (KKH) brachte Ende 2022 das beunruhigende Ergebnis, dass innerhalb von zehn Jahren die Zahl der adipösen Kinder um 27 Prozent gestiegen ist, ab 2020 noch einmal besonders dynamisch durch Corona. „Es schien uns daher dringend erforderlich, die Leitlinie auszuarbeiten und damit ein Bewusstsein für die Möglichkeiten der Prävention von frühster Kindheit an in die Breite zu tragen und letztlich auch Eltern ganz konkrete Tipps an die Hand zu geben, wie sie die Voraussetzungen schaffen, dass ihr Kind bis ins hohe Alter herz- und gefäßgesund bleibt.“

Die Leitlinie gibt im Wesentlichen fünf Empfehlungen:

1. Ausreichend körperliche Bewegung
Empfohlen werden 60 Minuten pro Tag moderate bis intensive Aktivität und mindestens an drei Tagen intensive Aktivitäten inklusive Stärkung der Muskulatur.

2. Genügend Schlaf
Neun bis zwölf Stunden ununterbrochener Schlaf pro Nacht mit festen Schlaf- und Aufwachzeiten.

3. Gesunde Ernährung
Zwei bis drei Portionen Obst und Gemüse pro Tag sowie wenig Zucker, Salz und ungesättigte Fettsäuren.

4. Reduzierter Medienkonsum
Die Bildschirmzeit sollte maximal 30 bis 60 Minuten pro Tag betragen. Selbst ab dem Teenageralter sollten zwei Stunden täglich nicht überschritten werden.

5. Stressreduktion
Einbindung von Meditations- und Atemübungen ab dem Kindergartenalter.

Bildschirmzeiten beeinflussen die Gesundheit indirekt

Relativ neu sind die Empfehlungen zum Medienkonsum und zur Stressreduktion. Bildschirmzeiten beeinflussen die Gesundheit indirekt – Kinder, die lange vor dem Rechner oder dem Handy sitzen, bewegen sich weniger. Darüber hinaus kann ein hoher Medienkonsum das Stresslevel erhöhen: Die ständige Erreichbarkeit, der „Druck“, auf eingehende Nachrichten in den sozialen Medien sofort zu reagieren oder sich dort auch „perfekt“ zu präsentieren bzw. inszenieren zu müssen, auch die Sorge, etwas zu verpassen, führen zu Stress, der durchaus auch gesundheitliche Folgen haben kann. „Ein anhaltendes erhöhtes Stressniveau in der frühen Kindheit kann eine spätere psychologische Symptomatik aber auch atherosklerotische Veränderungen auslösen“, erklärt die Expertin.

Umsetzung der Empfehlungen im Alltag

Doch wie lassen sich die Empfehlungen im Alltag umsetzen in einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche nahezu permanent aufs Handy schauen? „Wie bei der Ernährung oder der Bewegung ist es wichtig, dass Eltern den Kindern das richtige Verhalten, also einen bewussten Medienkonsum, vorleben. Wenn eine Mutter, die ihr Baby im Kinderwagen spazieren fährt, eigentlich die ganze Zeit auf das Handy schaut und kaum noch Augenkontakt zum Kind hält, läuft etwas falsch“, so Fr. Prof. Oberhoffer-Fritz. „Auch sollten Eltern die neuen Medien nicht nutzen, um das Kind ruhig zu stellen, oder Bildschirmzeiten als ‚Belohnung‘ einsetzen. Denn das erhöht den Reiz.“

Des Weiteren rät die Expertin, den Kindern frühzeitig attraktive Alternativen aufzuzeigen. Gemeinsam in der Gruppe Sport zu treiben, etwas zu basteln oder zu spielen, lassen die Kinder das Handy oder den Fernseher vergessen. „Es ist wichtig, sich mit den Kindern aktiv zu beschäftigen. Das hält sie nicht nur psychisch und körperlich gesund, sondern stärkt die Familienbande und tut auch den Eltern gut – insofern ein sinnvoller Neujahrsvorsatz für alle Eltern.“

Jeder Dritte hat zu hohe Blutdruckwerte

Prof. Dr. Markus van der Giet, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, begrüßt die Präventionsleitlinie für Kinder und schließt sich den Empfehlungen an. „Jeder dritte Mensch in Deutschland hat derzeit zu hohe Blutdruckwerte und die Ursachen liegen meistens im ungesunden Lebensstil. Wie jeder weiß, ist dieser im Erwachsenenalter schwer umzustellen. Je früher also ein gesundes Leben zur Gewohnheit wird, desto besser. Perspektivisch können dadurch die hohe blutdruckbedingte Morbidität und Mortalität nachhaltig gesenkt werden.“

[1] S2k-Leitlinie 023-049. „Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter“. Abrufbar unter: https://www.awmf.org/service/awmf-aktuell/praevention-kardiovaskulaerer-erkranku…
[2] Olson M, Chambers M, Shaibi G. Pediatric Markers of Adult Cardiovascular Disease. Curr Pediatr Rev 2017;13(4):255-259
[3] Abrignani MG, Lucà F, Favilli S et al. Lifestyles and Cardiovascular Prevention in Childhood and Adolescence. Pediatr Cardiol 2019; 40 (6): 1113-1125
[4] Cooper DM, Radom-Aizik S. Exercise-associated prevention of adult cardiovascular disease in children and adolescents: monocytes, molecular mechanisms, and a call for discovery. Pediatr Res 2020; 87 (2): 309-318
[5] Pressemeldung der KKH vom 03.11.2022: „Immer mehr Kinder bringen zu viele Kilos auf die Waage“. Abrufbar unter: https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/fettleibigkeit

Originalpublikation:

S2k-Leitlinie „Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter“. https://www.awmf.org/service/awmf-aktuell/praevention-kardiovaskulaerer-erkranku…

Weitere Informationen:

http://www.hochdruckliga.de/betroffene/bluthochdruck-bei-kindern Hier finden Se mehr Informationen rund um das Thema Kinder und Bluthochdruck (Erklärvideo, Podcast, Broschüre)

Dr. Barbara Pfeilschrifter,
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention




Der normale Wahnsinn im Kriegsalltag eines Kindes

roter schuh

Karin Gruß | Tobias Krejtschi: Ein roter Schuh

Kenan ist neun Jahre alt. Er lebt er in einem Land, in dem Krieg herrscht. Als der Junge mit seiner Klasse in einem Schulbus zum Sportplatz fährt, trifft diesen eine Handgranate. Schwer verletzt kommt Kenan in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Ein Zeitungsreporter ist vor Ort.

„Ein roter Schuh“ ist das erste Kinderbuch von Karin Gruß. Der bekannte Illustrator Tobias Krejtschi hat dazu die Bilder gezeichnet: in Grautönen und in einem realitätsnahen Stil. Sie vermitteln die düstere Stimmung des menschenfeindlichen Alltags in einem Kriegsgebiet. Lediglich Kenans Basketballschuh leuchtet in Rot.

Selbstverständlich ist die Geschichte bedrückend. Schließlich handelt sie davon, dass ein Kind in einem Kriegsgebiet schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Gruß erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Reporters, der die Öffentlichkeit in aller Welt über das Schicksal des Kindes informieren soll.

So entsteht vordergründig eine sachliche Distanz, die zum Ende hin durch emotionale Szenen immer wieder durchbrochen wird. Kenan ist zum Objekt des Krieges geworden, wie viele andere, die dieses hilflose Schicksal teilen.

Dabei steht der rote Basketballschuh für das unbeschwerte Dasein, in dem Kenan nicht nur den Ball, sondern sein Leben buchstäblich in die Hand nehmen könnte. Es ist Zufall, dass er in einem Kriegsgebiet lebt, dass er verletzt wurde und nun um sein Leben kämpfen muss.

Karin Gruß und Tobias Krejtschi erzählen eine Episode aus dem Alltag von Menschen in einem Kriegsgebiet. Wozu dieser Krieg geführt wird, ist für diese Menschen und ihr Schicksal völlig gleich. Sie sind die Opfer einer namenlosen Gewalt, unter der sie leiden. Wären sie zufällig in einem anderen Teil der Erde geboren, könnten sie ein völlig anderes Leben führen, wie der Neffe des Reporters in dessen friedlichen Heimatland, der die gleichen Schuhe trägt wie Kenan.

„Ein roter Schuh“ beschreibt das normale Schreckliche im Alltag einfacher Menschen während eines Krieges, der überall auf dieser Welt stattfinden kann. Auch, wenn es sich um ein Bilderbuch handelt, ist es vor allem geeignet als Gesprächsanlass mit Kindern ab acht Jahren, die den Wahnsinn des Krieges über die Medien erfahren.

EIN ROTER SCHUH
Autorin : Gruß, Karin
Illustrator : Krejtschi, Tobias
Format : 19,5 x 24 cm
Seiten : 32
Preis : EUR 10,00 / 10,30 (A)
ISBN : 978-3-03934-378-2




Von Kinderzuschlag bis Kinderkrankentage: Das ändert sich 2024

geld leine

Neue Regelungen entlasten ab 2024 viele Familien

Die Bundesregierung entlastet im neuen Jahr Mütter, Väter und Kinder, etwa durch einen höheren Kinderzuschlag, höhere Freibeträge, einen höheren Unterhaltsvorschuss und mehr Kinderkrankentage. Auch für Familien und Alleinerziehende, die Sozialleistungen beziehen, stehen Verbesserungen an. Ein Überblick:

Kinderzuschlag steigt

Eltern, die zwar genug für sich selbst verdienen, deren Einkommen aber nicht oder nur knapp ausreicht, um den gesamten Bedarf der Familie zu decken, erhalten zusätzlich den Kinderzuschlag. Das Bundesfamilienministerium hat sich dafür eingesetzt, dass dieser ab dem 1. Januar 2024 erhöht wird – von bis zu 250 Euro auf bis zu 292 Euro pro Monat und Kind.

Unterhaltsvorschuss

Mit einem Plus bei dieser Familienleistung werden Alleinerziehende entlastet. Den Unterhaltsvorschuss können Alleinerziehende beantragen, die vom anderen Elternteil keinen oder unregelmäßig Unterhalt bekommen.
Ab Januar 2024 beträgt der Vorschuss

  • für Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren monatlich bis zu 230 Euro – und damit 43 Euro mehr als zuvor,
  • für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren monatlich bis zu 301 Euro – das sind 49 Euro mehr als zuvor,
  • und für Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren monatlich bis zu 395 Euro – also 57 Euro mehr als zuvor.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag erhöht sich für das Jahr 2024 um 360 Euro auf 6.384 Euro pro Kind. Im Laufe des Jahres 2024 wird mit einer weiteren Erhöhung gerechnet. Die Freibeträge werden bei der Einkommensteuer berücksichtigt und führen dazu, dass Eltern weniger Steuern zahlen müssen. 
Weitere Informationen zu diesen und anderen Familienleistungen bietet das Familienportal.

Kinderkrankentage

Die Anzahl der regulären Kinderkrankentage erhöht sich – gegenüber den Jahren vor der Corona-Pandemie – von 10 auf 15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil im Jahr. Für Alleinerziehende sind es statt 20 nun 30 Arbeitstage. Bei mehreren Kindern können künftig insgesamt bis zu 35 Arbeitstage pro Elternteil genommen werden oder 70 Arbeitstage im Falle von Alleinerziehenden. Dies gilt in den Jahren 2024 und 2025. Wird das Kind stationär behandelt, gibt es ab 2024 einen zeitlich unbegrenzten Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Diese Regelung entlastet Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, nachdem die Corona-Sonderregelungen ausgelaufen sind. Während der Pandemie waren die Kinderkrankentage mehrfach ausgeweitet worden, um Eltern angesichts von Kita- und Schulschließungen schnell und unbürokratisch zu unterstützen.

Die Höhe des Kinderkrankengeldes beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Voraussetzung für den Anspruch ist, dass sowohl der betroffene Elternteil als auch das Kind gesetzlich krankenversichert sind und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen ist.

Neue Regelungen beim Elterngeld

Um die Sparvorgaben des Bundesfinanzministers zu erfüllen und eine Kürzung des Elterngeldes für alle Eltern zu vermeiden, haben sich die Koalitionsfraktionen auf Änderungen beim Elterngeld geeinigt. Für Geburten ab dem 1. April 2024 wird die Grenze des zu versteuernden Jahreseinkommens (Einkommensgrenze), ab der der Anspruch auf Elterngeld entfällt, für gemeinsam Elterngeldberechtigte von 300.000 Euro auf 200.000 Euro gesenkt. Zum 1. April 2025 wird sie für Paare nochmals moderat auf 175.000 Euro abgesenkt. Für Alleinerziehende wird ab dem 1. April 2024 eine Einkommensgrenze von 150.000 Euro gelten.
Außerdem wird die Möglichkeit des gleichzeitigen Bezugs von Elterngeld neu geregelt. Ein gleichzeitiger Bezug von Basiselterngeld wird künftig nur noch für maximal einen Monat bis zum 12. Lebensmonat des Kindes möglich sein. Ausnahmen für den gleichzeitigen Bezug wird es beim ElterngeldPlus, beim Partnerschaftsbonus sowie bei Mehrlingsgeburten und Frühgeburten geben.

Bürgergeld-Beziehende erhalten mehr

Wer auf Bürgergeld oder Sozialhilfe angewiesen ist, erhält einen monatlichen Pauschalbetrag zur Sicherung des Lebensunterhalts, den sogenannten Regelbedarf. Ab 2024 steigt dieser Betrag je nach Lebenssituation der Bezieherinnen und Bezieher.
Für Alleinstehende erhöht sich der Regelbedarf zum Jahreswechsel von 502 auf 563 Euro.
Bei Paaren, die eine Bedarfsgemeinschaft bilden, steigt er von 451 auf 506 Euro je Partner.
Für Kinder erhöhen sich die Regelbedarfe abhängig vom Alter: 0- bis 5-Jährige erhalten 357 Euro (39 Euro mehr), 6- bis 13-Jährige 390 Euro (42 Euro mehr), 14- bis 17-Jährige 471 Euro (51 Euro mehr).
Schulkinder erhalten mehr für die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf. Die Änderung gilt für die beiden Schulhalbjahre, die im Jahr 2024 beginnen. Für Ausstattung gibt es künftig 130 Euro für das erste Schulhalbjahr und 65 Euro für das zweite Schulhalbjahr.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt

In Deutschland gibt es seit 2015 einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor unangemessen niedrigen Löhnen schützen soll. Zuletzt wurde er im Oktober 2022 auf 12 Euro brutto pro Stunde erhöht. Ab dem 1. Januar 2024 steigt er auf 12,41 Euro. In einem weiteren Schritt erhöht sich der Mindestlohn Anfang 2025 um weitere 41 Cent auf dann 12,82 Euro.

Das Pflegestudium wird attraktiver

Im Oktober 2023 hat der Bundestag das Pflegestudiumstärkungsgesetz beschlossen. Die darin enthaltenen Neuerungen treten zum 1. Januar 2024 in Kraft. Das Gesetz regelt insbesondere die Bezahlung derjenigen, die sich für ein Pflegestudium entscheiden oder bereits studieren. Sie erhalten künftig für die gesamte Dauer des Studiums eine Ausbildungsvergütung.
Ein weiterer wichtiger Beitrag zur Stärkung der hochschulischen Pflegeausbildung ist, dass das Pflegestudium künftig als duales Studium ausgestaltet wird. Darüber hinaus werden die Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte vereinfacht. Zudem sollen eine geschlechtsneutrale Berufsbezeichnung „Pflegefachperson“ eingeführt, Auslandsaufenthalte ausdrücklich anerkannt und die weitere Digitalisierung in der Ausbildung unterstützt werden.

Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend




All I want for Christmas: Die Regeln des Schenkens

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Die ungeschriebenen Gesetze des Schenkens an Weihnachten

Der Soziologe Boris Holzer erklärt den Code und seine Hintergründe

Der kleine Leo schenkt seinem Papa zu Weihnachten ein buntes selbst gemaltes Bild, der Mama nichts. Sie hat ihm kürzlich die Spielekonsole weggenommen. Anne mag ihren Schwiegervater sehr, deshalb überrascht sie ihn am Weihnachtsabend mit einem superteuren Handy. Ihr Mann kriegt das übliche Ensemble aus Hemd und Socken. Oder: Die befreundeten Thomas und Lea haben es nicht so mit dem Geschenkeaussuchen. Lea entnimmt ihrer Geldbörse einen Zehneuro-Schein und übergibt ihn feierlich ihrem Mitschüler. Und sieh da, der hatte dieselbe praktische Idee.

Ob es solche Geschenkunfälle an Weihnachten gibt, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass sie allen intuitiven Regeln des Schenkens zuwiderlaufen. „Diese Regeln sind ungeschrieben, aber nichtsdestotrotz wirksam“, sagt der Soziologe Boris Holzer. Vor allem legen sie fest, wer wem was und wie viel schenkt. Denn: „Die zentrale Regel des Schenkens lautet, dass es beim Schenken um die Beziehung selbst geht, die durch das Schenken ausgedrückt und bestätigt wird.“

Zwei Seiten der Medaille

Jede Beziehung hat eine eigene Logik und Geschichte, denen die Schenkenden mit ihrer Gabe entsprechen sollen. Dabei soll der materielle Wert des Geschenks nicht im Vordergrund stehen. Auch der Umstand, dass der Geschenkinhalt im Idealfall eine Überraschung ist, soll heißen: Ich habe mir Gedanken zu dir gemacht. – So die eine Seite der Medaille.

Auf der anderen Seite steht „Reziprozität“ – die Wechselseitigkeit des Schenkens. Boris Holzer, Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität Konstanz, bringt diese Wechselseitigkeit so auf den Punkt: „Ich schenke dir etwas, weil ich erwarte, dass du mir auch etwas schenkst. Während Leistung und Gegenleistung bei anderen Formen des sozialen Tauschs durch eine gewisse Zeitspanne getrennt sind und man letztlich nicht sicher sein kann, ob der erwiesene Gefallen auch erwidert wird, ist die Reziprozität beim Weihnachtfest zeitlich und örtlich fixiert.“

Offiziell geht es um die Bestätigung der Beziehung zwischen zwei Menschen. Inoffiziell ist dieser Aspekt der Wechselseitigkeit nur schwer zu leugnen. „Das auszusprechen wäre jedoch ein großer Fehler“, fügt Holzer an. Es gibt somit eine Diskrepanz zwischen dem, was in den Köpfen der Menschen umhergeistert, und dem, was offen formuliert werden darf.

Schenken ist Teil einer umfassenderen Alltagspraxis

Dabei ist die Praxis des weihnachtlichen Schenkens Teil einer sehr viel umfassenderen Alltagspraxis, die durch die Wechselseitigkeit des Tauschens bestimmt ist. Es fängt schon damit an, dass man andere höflich grüßt, in der Erwartung, höflich zurückgegrüßt zu werden. Die weihnachtliche Reziprozität ist jedoch symbolisch besonders aufgeladen. Eine Ausdrucksform davon ist das Verpacken der Präsente, das auch schnöden Gebrauchsgegenständen noch eine feierliche Aura verleiht.

Geschenke, die – wie z. B. ein Klavier – nur schwer eingepackt werden können, werden zumindest durch eine Schleife verziert. Boris Holzer fügt die Beobachtung hinzu, dass die unter dem Weihnachtsbaum aufgehäuften verpackten Gaben eher fotografiert werden als die in der Folge ausgepackten Gegenstände. Er wertet das als Zeichen, dass trotz allem das Symbolische des Geschenks weiterhin eine große Rolle spielt.

Eheleute kommen zuerst

Das implizite Regelwerk des Schenkens hat jedoch etliche weitere Paragraphen. So kann Anne ihren Schwiegervater noch so gernhaben, das ungeschriebene Gesetz sagt: Ehemann first. Dieser wäre zurecht gekränkt, wenn er bei Anne an Weihnachten geschenkmäßig nicht an erster Stelle stehen würde. Dass kleine Kinder von dieser Wechselseitigkeit weitgehend ausgenommen sind, hat seinen Grund darin, dass sie die Feinheiten des Geschenkecodes noch nicht beherrschen – siehe der kleine Leo.

Insofern ein Geschenk in den Worten des Soziologen Holzer ein „expressives Handeln ist, das auf den symbolischen Ausdruck abstellt“, scheinen sich Geldpräsente von selbst zu verbieten. Das in den vergangenen Jahren aufgekommene Gutscheinwesen sieht Boris Holzer aber pragmatisch: „Wenn man damit den schnöden Mammon etwas aus dem Verkehr ziehen und dadurch das Symbolische einigermaßen retten kann, dann ist das heute etwas mehr akzeptiert als früher.“ Ein Gutschein lässt sich zumindest verpacken und mit einem Bändchen umwickeln.

Der Austausch der Zehn-Euro-Scheine widerspricht hingegen uralten Regeln, so Holzer: „In archaischen Gesellschaften spielten Geschenke und gegenseitige Hilfeleistungen genau deshalb eine ganz wichtige Rolle im sozialen Zusammenhang, weil das Konto nie ausgeglichen war und so das Fortdauern der sozialen Beziehung garantiert wurde. Auch wenn man eine Gabe erwiderte, blieb immer ein kleiner Rest, die Dankesschuld, die die soziale Beziehung und den Austausch weiter in Gang hielt.“

Weihnachten als die Vernichtung von Werten

Boris Holzer verweist noch in einem anderen Zusammenhang auf alte Gebräuche, die ihre Spuren hinterlassen haben. Dass die Familien die Geschenke ­– ihre Reichtümer ­– unter dem Weihnachtsbaum stapeln, ähnelt dem Brauch mancher Gesellschaften, überschüssige Reichtümer gemeinsam und festlich zu vernichten. „Weihnachten ist auch ein System des Verbrauchs und der Vernichtung von Werten“, sagt der Soziologe.

„Genau genommen wird das Geld in diesem Fall natürlich nicht vernichtet, sondern nur verschoben. Der Soziologe Niklas Luhmann hat Weihnachten deshalb treffend als ein ‚privates System wechselseitiger Besteuerung zugunsten des Handels‘ bezeichnet.“ Zwar wird der Reichtum dadurch nicht wirklich umverteilt, doch es ist üblich, dass derjenige, der mehr hat, mehr gibt. Auch hier werden zumindest im Ansatz Unterschiede ausgeglichen.

Alles in allem drückt es Boris Holzer so aus: „Der Weihnachtscode dient nicht dazu, die persönlichen Beziehungen realistisch darzustellen, sondern sie bestmöglich in Szene zu setzen.“

Quelle: Pressemitteilung Universität Konstanz




Die fabelhafte Winterreise durch eine Welt schöner Bilder

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Oliver Desvaux: Die weite Reise

Schon das Wort sagt es. Im Bilderbuch ist das Bild die Hauptsache. Die Geschichte kommt danach. Für Kinder ist das selbstverständlich. Sie betrachten das Bild und die Geschichte kommt von ganz alleine.

Was sich nach einer Binsenweisheit anhört, passt leider auf immer weniger Bilderbücher. In allzu vielen illustrieren die Bilder nur noch den Text. Das schafft Langeweile, die für das Verhältnis zum Buch – besonders für Kinder – fatal sein kann.

Einen wunderbaren Kontrapunkt setzt der französische Künstler Olivier Desvaux mit seinen Bilderbüchern. Er gehört zu den ausdrucksstarken professionellen Malern, die gelegentlich auch Bücher schaffen. Mit „Die weite Reise“ ist bei minedition ein zweites Buch von ihm erschienen. Dabei handelt es sich um eine schöne Wintergeschichte, in der Fuchs und Hase einen Brief mit einem Weihnachtswunschzettel zum Weihnachtsmann bringen. Den größten Teil der Strecke legen die beiden in einem schwimmenden Bett zurück, das offensichtlich äußerst seetüchtig ist. Schließlich meistern sie damit die Gefahren eines Sturms und laden anschließend einen mächtigen Eisbären ein, mit ihnen zu reisen.

Desvaux Geschichte ist eine phantastische, warme Erzählung, mit einigen witzigen Details und Happyend-Garantie. Sie ist wie das Libretto zur großen Operette seiner Bilder, das sich im Finale in die fabelhafte Erkenntnis steigert: „Denn der Weg zu unseren Träumen ist nie zu weit.“

Es sind die Bilder, die diese Traumreise begleiten, die junge und ältere Betrachter in das Buch hineinziehen. Sie bieten die Tiefe, die zum ruhigen Betrachten, zum Nachdenken und zum Gespräch anregen. Und so ist Desvaux Bilderbuch bestens geeignet für den Einstieg in gemütliche Winterabende.

Gernot Körner

DIE WEITE REISE
Autor/Illustrator : Desvaux, Olivier
Format : 24,3 x 25,8 cm
32 Seiten
durchgehend farbig illustriert, cellophanierter
Preis : EUR 14,00 / 14,40 (A)
ISBN : 978-3-03934-042-2




Kreativität braucht Anregung und keine Bastelanleitung

kinderkunst

Kreativität wächst mit der Fantasie, wenn diese nicht erdrückt wird

Krickel krakel kreativ: Kunstprojekte mit Kindern „Kinder sind Künstler, wenn man sie lässt“ – davon ist Autor Helge Nyncke überzeugt. Dieses Buch stellt einfache, aber wirkungsvolle Kreativtechniken vor, die er selbst in langjähriger Projektarbeit mit Kindern erprobt und entwickelt hat. Sein kunstpädagogisches Buch zeigt auf, wie mit wenig Materialaufwand, aber viel Gespür für den kreativen Prozess, erfüllende künstlerische Arbeit mit Kindern funktionieren kann.

  • Kreativbuch für Kunst mit Kindern vom bekannten Illustrator Helge Nynke
  • Von Flattervögeln bis Weihnachtskarten: vielfältige Bastelideen aus der Praxis – Geeignet für Schule, Hort, Workshops und Kunstwerkstätten
  • Ob Einzel- oder Gruppenarbeit, Malen, Zeichnen oder Basteln – hier ist für alle etwas dabei
  • Mit authentischen Fotos, hilfreichen Kommentaren und weiterführenden Anregungen Das etwas andere Praxisbuch: Kreativer Flow statt Bastelanleitung

Was, wenn die Kinder die gesammelten Kastanien einmal nicht zu Tierchen dekorieren, sondern mit ihnen selbst erfundene Bauwerke fertigen? Plötzlich entdecken die Kinder ihre eigene Fantasie und es entstehen ganz besondere Kinder-Kunstwerke. Kreative Arbeit mit Kindern bietet die Möglichkeit, ihnen grundlegendes Wissen und reiche Erfahrungen zu vermitteln und dabei zugleich ihr soziales und individuelles Lernen effektiv und nachhaltig zu fördern. Theoretische Grundlagen und kreative Impulse für eigene Kunstprojekte: dieses Kreativbuch ist eine hervorragende Quelle für Erzieherinnen und Erzieher, Kunstpädagogen, pädagogische Fachkräfte und für alle, die mit Kindern künstlerisch tätig sind.

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