Gute Kita-Qualität sichern: Fachkräfte stärken, Kommunen entlasten

Der Rückgang pädagogisch qualifizierter Fachkräfte gefährdet die Zukunft frühkindlicher Bildung. Eine nachhaltige Finanzierung von Bund und Ländern sowie klare Standards sind jetzt entscheidend

Die Basis für eine gute frühkindliche Bildung ist pädagogisch qualifiziertes Personal. Doch in vielen Bundesländern sinkt der Anteil an Fachkräften in den Kita-Teams weiter – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Kommunen.

Laut einer aktuellen Auswertung der Bertelsmann Stiftung ist der Anteil von Kitas mit hoher Fachkraft-Quote von 2023 zu 2024 in zehn Bundesländern gesunken. Besonders stark war der Rückgang in Bremen, im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern. Nur in fünf Ländern gab es einen leichten Anstieg, am stärksten in Sachsen.

Bereits im Ländermonitoring 2024 zeigte sich, dass die Fachkraft-Quoten seit 2017 kontinuierlich zurückgehen – ein Risiko für die internationale Vorreiterrolle des deutschen Kita-Systems.

Deutliche Unterschiede zwischen den Kommunen

Auf kommunaler Ebene treten große Gegensätze zutage:

  • Den Spitzenwert erreicht der Landkreis Sömmerda in Thüringen mit 94,3 Prozent Kitas, die eine hohe Fachkraft-Quote aufweisen.
  • Schlusslicht ist der Landkreis Augsburg in Bayern mit nur 2,3 Prozent.

Auch innerhalb einzelner Bundesländer zeigen sich extreme Unterschiede:

  • In Hessen liegt der Anteil in Hersfeld-Rotenburg bei 66,2 Prozent, in Offenbach dagegen bei 9,1 Prozent.
  • In Nordrhein-Westfalen reicht die Spannweite von 62 Prozent im Kreis Höxter bis zu 9 Prozent in Mönchengladbach.

Die vollständigen Daten zu allen Kreisen und kreisfreien Städten gibt es hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/

Kostendruck drückt die Kita-Qualität

Der Rückgang qualifizierter Fachkräfte hängt eng mit den rechtlichen Rahmenbedingungen zusammen. Immer mehr Bundesländer lassen auch Angehörige anderer Berufsgruppen – etwa Geburtshelfer:innen oder Krankengymnast:innen – in Kitas arbeiten.

„Neue Berufsgruppen für die Kitas zu gewinnen, ist grundsätzlich gut. Aber darunter darf die Professionalität nicht leiden“, warnt Anette Stein, Expertin der Bertelsmann Stiftung für frühkindliche Bildung. Der Zusammenhang zwischen Fachkraft-Quote und Qualität sei wissenschaftlich eindeutig belegt.

Dass der Fachkraft-Begriff aufgeweicht wird, sehen Expert:innen kritisch. Ursache sei vor allem der Kostendruck: Mitarbeitende mit geringerer Qualifikation sind für die Träger günstiger. Doch die Einsparungen an der Kita-Qualität bergen langfristig hohe gesellschaftliche Kosten.

Was jetzt zu tun ist: Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung

Um Kita-Qualität nachhaltig zu sichern, braucht es strukturelle Veränderungen. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt:

  • -Standards setzen: Einheitliche Definition des Fachkraft-Status in allen Bundesländern. Fachfremde Mitarbeitende sollten berufsbegleitend qualifiziert werden können.
  • Personal vorausschauend planen: In Regionen mit frei werdenden Fachkräften (z. B. durch demografischen Wandel) ist ein Absenken der Standards unnötig. Länder sollten hohe Quoten gezielt ermöglichen.
  • -Kommunen finanziell entlasten: Bund und Länder müssen dauerhaft in frühkindliche Bildung investieren. Der Kommunale Finanzreport weist auf ein Rekorddefizit hin und fordert eine Reform zur Sicherung der Kommunalfinanzen.

„Wenn wir gute Kitas für alle Kinder wollen, müssen Bund und Länder konsequent in die Qualität investieren und professionelle Standards erhalten“, betont Stein. Mit der Initiative „Es geht um jedes Kind!“ will die Bertelsmann Stiftung die Debatte verstärken.


Erzieher*in – Schlüssel zur Kita-Qualität und kindlichen Entwicklung

Die aktuelle Diskussion um Fachkräftemangel zeigt: Gute Kitas brauchen starke Erzieher*innen. Dieses Buch beleuchtet ihre zentrale Rolle für Bildung, Betreuung und Resilienzförderung – und macht deutlich, warum ihre Professionalität die Basis jeder Kita-Qualität ist.

Softcover, Format 14,8 x 21 cm, 176 Seiten
ISBN: 978-3-96304615-5
22 €

Mehr zum Buch…


Zusatzinformationen und weiterführende Inhalte

Eine hohe Fachkraft-Quote liegt vor, wenn mindestens 82,5 Prozent des pädagogischen Personals einen einschlägigen Fachschulabschluss besitzen. Die Datengrundlage stammt von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder (Stichtag: 1. März 2024).

Weitere Analysen und Inhalte:

– Gute Kitas brauchen gut ausgebildetes Personal – aber die Fachkraft-Quote sinkt vielerorts: https://www.bertelsmann-stiftung.de/
– Dramatisch hohe Krankheitsausfälle beim Kita-Personal erfordern Antwort der Politik: https://www.bertelsmann-stiftung.de/
– Regelmäßige Überlastung durch personelle Unterbesetzung: https://www.bertelsmann-stiftung.de/
– Kommunale Finanzen – Größtes Defizit in der Geschichte der Bundesrepublik: https://www.bertelsmann-stiftung.de/




Bildung 2025: Schulen zwischen KI, Wandel und neuen Fächern

GoStudent-Studie zeigt: Veraltete Prüfungen, fehlende KI-Kenntnisse und der Ruf nach neuen Kompetenzen prägen Europas Bildungssystem

Die europäische Bildung steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Der aktuelle GoStudent-Bericht zur Zukunft der Bildung 2025, basierend auf Befragungen von über 5.800 Eltern und Kindern sowie 300 Lehrkräften in sechs Ländern, macht deutlich: Klassische Prüfungen stoßen an ihre Grenzen, digitale Kompetenzen und Soft Skills werden entscheidend.

Prüfungen im Wandel

62 Prozent der Eltern halten traditionelle Prüfungen für überholt. Viele Schüler:innen nutzen bereits KI-Tools für Aufsätze und Tests. Statt reiner Wissensabfrage fordern Lehrkräfte simulationsbasierte Bewertungen, die Problemlösefähigkeiten und kritisches Denken in realitätsnahen Szenarien messen.

Neue Fächer für eine digitale Zukunft

Mathematik und Informatik gelten in ihrer jetzigen Form als nicht mehr zeitgemäß. Gefordert werden neue Inhalte wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Finanzbildung. Auch Stressbewältigung, Gesundheit und Fremdsprachen stehen bei Eltern und Pädagog:innen hoch im Kurs.

Digitale Chancen und Risiken

Obwohl viele Eltern die Bildschirmzeit kritisch sehen, betrachten sie digitale Geräte als unverzichtbar. 95 Prozent der Eltern und Lehrkräfte vermitteln bereits Strategien gegen Fake News. Dennoch warnt die Studie: Kinder können Fakten immer schwerer von Falschinformationen unterscheiden.

Fehlende KI-Ausbildung für Lehrkräfte

Während 63 Prozent der Schüler:innen sich mehr KI-Wissen ihrer Lehrkräfte wünschen, haben drei Viertel der Pädagog:innen keinerlei Schulungen erhalten. Die fehlende Weiterbildung gilt als größte Hürde, um Kinder fit für die digitale Zukunft zu machen.

Personalisierung als Schlüssel

Eltern und Lehrkräfte setzen Hoffnungen in KI-gestützte Lernformen. Sie können den Unterricht individualisieren, Schüler:innen mit Förderbedarf gezielt unterstützen und Lehrkräfte entlasten. Klar bleibt: Menschliche Lehrkräfte bleiben unersetzlich, um Kreativität, Empathie und kritisches Denken zu fördern.




Es geht um jedes Kind: Neue Initiative stärkt KiTas

Die Bertelsmann Stiftung startet eine bundesweite Initiative, die den Bildungs-, Betreuungs- und Schutzauftrag von KiTas in den Mittelpunkt stellt

Kindertageseinrichtungen übernehmen einen umfassenden gesellschaftlichen Auftrag: Sie sichern Kinderrechte, ermöglichen Beteiligung und stärken die Gemeinschaftsfähigkeit. Damit dies gelingt, müssen sich Politik und Gesellschaft auf die Stärken des bestehenden KiTa-Systems besinnen und Fachkräfte gezielt unterstützen. Genau hier setzt die neue Initiative „Es geht um jedes Kind!“ an, die im September 2025 von der Bertelsmann Stiftung gestartet wurde.

👉 Weitere Informationen

Ziele der Initiative

Die Initiative verfolgt drei übergeordnete Anliegen:

– Zugang für alle Kinder zu guter frühkindlicher Bildung
– Ganzheitliche Förderung der Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung durch KiTa-Teams
– Qualifizierte Fachkräfte mit professionellen Arbeitsbedingungen

Damit will sie nicht nur Bewusstsein schaffen, sondern auch Impulse für eine bessere Qualitätssteuerung in der Praxis geben.

Formate & Mitwirkende

Um die Debatte zu bereichern, setzt die Initiative auf verschiedene Formate:
– Wissenschaftliche Expert:innen beleuchten Widersprüche im aktuellen Diskurs und erinnern an zentrale pädagogische Erkenntnisse.
– Botschafter:innen aus Gesellschaft, Kultur, Sport und Wirtschaft setzen sich öffentlich für starke KiTas und Kinder ein.
– Im Discussion Paper „KiTa ist Bildung – und mehr“ wird deutlich, was den KiTa-Auftrag so besonders macht, wie individuelle Förderung gelingt und was professionelles Handeln im Alltag bedeutet.

👉 Zum Discussion Paper

Stimmen aus Wissenschaft und Praxis

An der Initiative wirken zahlreiche Fachleute mit, darunter Prof. Dr. Marjan Alemzadeh, Dr. Elke Alsago, Dr. Seyran Bostancı, Prof. Dr. Rahel Dreyer und Prof. Dr. Jens Kaiser-Kratzmann. Sie liefern Impulse zu Themen wie Vielfalt, Bedürfnisorientierung, Sprachförderung, Partizipation und Professionalisierung.

Online-Präsenz und Social Media

Neben der Website werden kontinuierlich Inhalte, Videos und Interviews veröffentlicht. Interessierte können die Initiative auch auf Social Media verfolgen:

– Instagram: @gute_kita
– Facebook: „Frühkindliche Bildung“
– LinkedIn: Bertelsmann Stiftung – Projekt Frühkindliche Bildung
– YouTube: Playlist „Es geht um jedes Kind!“

Einordnung im aktuellen Diskurs

Die Initiative ist Teil des Projekts „Frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann Stiftung. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels, Finanzierungsfragen und struktureller Herausforderungen liefert sie wichtige Impulse: Sie zeigt auf, warum KiTas mehr als Betreuungseinrichtungen sind – und wie sie als Orte von Bildung, Schutz und Teilhabe gestärkt werden können.

👉 Weitere Informationen

Quelle: Bertelsmann Stiftung / Initiative „Es geht um jedes Kind!“




KinderVan W6 von WonderFold: 6-Sitzer für den Kita-Alltag

Stabil, komfortabel und mit großem Stauraum – so bewährte sich der Kinderwagen im Würzburger Praxistest

In Kindertagesstätten gehört es zum Alltag, mehrere Kinder gleichzeitig sicher und komfortabel zu transportieren. Für diesen Zweck gibt es spezielle Mehrsitzer-Kinderwagen, die den Anforderungen von Erzieherinnen und Erziehern gerecht werden. Einer der neuesten Vertreter ist der WonderFold W6 KinderVan, ein moderner 6-Sitzer-Kinder- und Transportwagen mit viel Stauraum, stabiler Bauweise und cleveren Sicherheitsfeatures.

Wir haben den WonderFold W6 vier Wochen lang in einer Würzburger Kita getestet und dabei geprüft, wie er sich im täglichen Einsatz mit den Kindern bewährt.

Viel Platz für Kinder – und für alles, was dazugehört

Der WonderFold W6 bietet Platz für bis zu sechs Kinder. Die Sitze sind herausnehmbar, weich gepolstert und mit 5-Punkt-Sicherheitsgurten ausgestattet. Besonders im Vergleich zu herkömmlichen Modellen fiel auf, dass die Kinder bequemer sitzen und auch längere Fahrten entspannt meistern. Eine Erzieherin aus der Kita Würzburg berichtete nach einer Fahrt: „Die Kinder hatten richtig Spaß und saßen entspannt im Wagen. Niemand hat gemeckert, das spricht schon für den Komfort.“ Auch ist der Wagen etwas schmaler als andere, was ein leichtes Durchkommen – vor allem durch Türen – ermöglicht.

Der tiefe Innenraum und die erhöhte Sitzposition ermöglichen es den Kindern, nach draußen zu schauen – ein entscheidender Pluspunkt für neugierige Kita-Kinder, die ihre Umwelt aktiv wahrnehmen möchten.

Handhabung im Alltag: leichtgängig mit kleinen Einschränkungen

Im täglichen Einsatz wurde der W6 mehrere Male pro Woche genutzt, etwa für Spaziergänge, Ausflüge oder Wege über das Kitagelände. Insgesamt ließ sich der Wagen gut fahren. Geradeaus war das Schieben angenehm und kraftsparend, bei Kurven musste jedoch etwas mehr gesteuert werden.

Ein pädagogischer Mitarbeiter fasste es so zusammen: „Wenn es geradeaus geht, fährt er super. Bei Kurven merkt man, dass die Räder unterschiedlich arbeiten. Zieht man den Wagen, wird es leichter – beim Schieben ist der Wendekreis recht groß.“

Das gilt vor allem dann, wenn der Wagen mit sechs Kindern und dem üblichen Gepäck für Ausflüge voll besetzt ist. Bei geringerer Zuladung ist eben alles leichter.

Besonders hilfreich sind die beiden Griffe, die es ermöglichen, den Wagen nicht nur zu schieben, sondern auch flexibel zu ziehen. Damit eignet sich der KinderVan auch für längere Ausflüge oder wenn das Gelände uneben ist.

Sicherheit und Schutz: Stabilität überzeugt

Ein entscheidendes Kriterium im Kita-Alltag ist die Sicherheit. Hier zeigte sich der WonderFold W6 zuverlässig. Der Wagen steht stabil – selbst dann, wenn Kinder sich daran hochziehen oder abstützen. In einem Testversuch kletterten Kinder am Rahmen, ohne dass der Wagen ins Wanken geriet.

Das große Sonnendach sorgt für wirksamen Schutz vor starker Sonneneinstrahlung und Wind. Pädagogische Fachkräfte lobten die Lösung: „Das Dach ist super. Gerade bei Ausflügen im Sommer ist es wichtig, dass die Kinder nicht nur durch eine Mütze geschützt sind.“

Einziger Kritikpunkt war die Handhabung der Gurte, die in der Praxis etwas umständlich wirken. Hier wäre ein vereinfachtes System wünschenswert, damit Kinder schneller und stressfreier angeschnallt werden können. Andererseits sitzen die Kinder, nachdem sie mit den Fünfpunktguten angeschnallt wurden, supersicher.

Fahrkomfort auf unterschiedlichen Untergründen

Im Test fuhr der KinderVan nicht nur auf Asphalt, sondern auch über Kopfsteinpflaster, Schotterwege und sogar über Gartenschläuche. Das Ergebnis: Die Federung und die XL-Räder machten kleine Hindernisse problemlos mit.

Eine Erzieherin erklärte: Wir sind auch über Kopfsteinpflaster gefahren – das war kein Problem. Der Wagen ist robust und federt Unebenheiten gut ab.“

Für steilere Strecken im vollbeladenen Zustand wäre eine zusätzliche Handbremse sinnvoll. Hier bietet der Hersteller mittlerweile eine Lösung an: sogenannte E-Wheels (elektrische Räder), die nicht nur beim Schieben unterstützen, sondern auch aktives Bremsen ermöglichen. Diese Option macht den W6 besonders interessant für Kitas, die Ausflüge in hügeliges oder unwegsames Gelände planen.

Praktische Details: Stauraum und Klappfunktion

Neben den Sitzen überzeugt der W6 auch durch durchdachte Extras. Ein großzügiger Stauraum mit Taschen und ein abnehmbarer Korb mit Kühlfach sorgen dafür, dass Snacks, Getränke und Wechselkleidung problemlos Platz finden. Für den Kita-Alltag, in dem viel Material mitgenommen werden muss, ist das ein großer Vorteil.

Außerdem lässt sich der Wagen mit wenigen Handgriffen zusammenklappen und erstaunlich platzsparend verstauen. Im Gegensatz zu vielen sperrigen Konkurrenzmodellen passt er so auch in kleinere Lagerräume oder Fahrzeuge.

Pro & Contra auf einen Blick

Vorteile:

  • Platz für bis zu sechs Kinder
  • Bequeme, gepolsterte Sitze
  • Sehr guter Sonnenschutz
  • Hohe Stabilität, auch bei Bewegung der Kinder
  • Viel Stauraum und praktisches Kühlfach
  • Klappbar und leicht zu verstauen
  • Geländegängig
  • Hoher Fahrkomfort auch auf unebenen Untergrund
  • Schmaler als andere, kommt deshalb durch Türen

Verbesserungspotenzial:

  • Wendekreis in Kurven relativ groß
  • Gurt-System etwas umständlich
  • Handbremse nur als Zubehör (E-Wheels) erhältlich

Fazit: Ein moderner Kinderwagen für den professionellen Einsatz

Der WonderFold W6 KinderVan hat sich im Würzburger Praxistest als stabiler, komfortabler und zuverlässiger 6-Sitzer Kinderwagen für Kitas erwiesen. Die Kinder fuhren sicher, bequem und mit sichtbarer Freude. Pädagogische Fachkräfte schätzten die hohe Stabilität, den Sonnenschutz und die gute Federung.

Kleinere Kritikpunkte wie das Gurt-System oder der Wendekreis schmälern den positiven Gesamteindruck kaum – zumal der Hersteller mit den optionalen E-Wheels bereits Lösungen anbietet. Damit ist der WonderFold W6 eine intelligente und moderne Transportlösung für Kindertagesstätten, die regelmäßig mit mehreren Kindern unterwegs sind und Wert auf Sicherheit, Komfort und Praxistauglichkeit legen.

Weitere Informationen finden Sie hier…

Gernot Körner




Arme Kinder starten mit Nachteilen – reiche erben Erfolg und ein langes Leben

Neue Langzeitstudie zeigt: Wohlstand schafft Vorteile durch Selbstkontrolle, Wohlbefinden, Netzwerke – und wirkt bis in Gesundheit und Lebenserwartung hinein

Bundeskanzler Friedrich Merz forderte jüngst im Bundestag einen „neuen Konsens der Gerechtigkeit“. Es gehe, so Merz, „um nichts weniger als um Gerechtigkeit“ – und darum, was dieser Begriff in unserer Zeit bedeutet. Diese politische Forderung trifft auf aktuelle Forschung, die deutlich macht, wie stark Herkunft, Wohlstand und Netzwerke das Leben von Kindern und Jugendlichen prägen – von der Karriere bis hin zur Gesundheit und Lebenserwartung.

Das Märchen von der Leistungsgesellschaft

Die Ergebnisse einer neuen Untersuchung der Concordia University in Montreal stellen die Frage neu, ob in modernen Gesellschaften tatsächlich Leistung, Fleiß und Talent über Erfolg entscheiden – oder doch eher der Geldbeutel und die Kontakte der Eltern.

Die Forschenden haben Daten der British Cohort Study ausgewertet, einer Langzeiterhebung mit knapp 6.800 Kindern. Sie alle wurden 1970 geboren und bis ins Erwachsenenalter begleitet. Ergebnis: Kinder aus wohlhabenden Familien haben wesentlich bessere Chancen, schon mit Mitte zwanzig eine Führungsposition einzunehmen.

„Wohlstand bedeutet die Möglichkeit zu haben, Hobbys nachzugehen, zu reisen und eine gute Schule zu besuchen“, erklärt Studienautor Steve Granger. „Diese Möglichkeiten helfen, soziales Kapital aufzubauen – also Ressourcen und Chancen, die wir durch unsere Netzwerke erwerben.“

Vermögen wirkt – Geld öffnet Türen

Vermögen wirkt gleich mehrfach: Es sorgt für materielle Sicherheit, ermöglicht Zugang zu guter Bildung und eröffnet Erfahrungen, die wiederum Kontakte nach sich ziehen. Auch wenn die Studie Selbstkontrolle und psychisches Wohlbefinden als Vermittler herausstellt, spielt die finanzielle Ausgangslage eine kaum zu unterschätzende Rolle.

„Frühe Widrigkeiten – sei es eine dysfunktionale Familie, berufliche Unsicherheit, ständige Umzüge oder wirtschaftliche Belastungen – können Kindern wichtige Ressourcen vorenthalten“, so Granger. „Diese Erfahrungen behindern ihre Entwicklung und wirken bis ins Erwachsenenalter hinein.“

Netzwerke als Karriere-Sprungbrett

Neben dem Geld sind es die Netzwerke der Eltern, die entscheidend sind. In den Befragungen berichteten Jugendliche schon mit 16 Jahren, ob sie jemals durch familiäre Beziehungen an einen Arbeitsplatz gekommen waren. Die Daten zeigen: Wer gut vernetzte Eltern hat, profitiert oft direkt beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Das widerspricht der liberalen Erzählung, dass jede und jeder „seines Glückes Schmied“ sei. Zwar spielen Talent und Anstrengung eine Rolle – doch der Zugang zu Gelegenheiten, Praktika oder ersten Jobs ist ungleich verteilt.

Gesundheit und Lebenserwartung – ein doppelter Vorteil

Die ungleichen Startbedingungen wirken sich nicht nur auf Karrierewege aus, sondern auch auf Gesundheit und Lebenszeit. Wer in einer wohlhabenden Familie aufwächst, hat besseren Zugang zu medizinischer Versorgung, gesunder Ernährung und sicheren Wohnumfeldern. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Lebenserwartung zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Gruppen in westlichen Gesellschaften oft um zehn Jahre oder mehr auseinanderliegt.

Reichtum verschafft also nicht nur bessere Chancen auf Bildung und Karriere, sondern auch höhere Chancen auf ein langes und gesundes Leben. Wenn also derzeit so viele Reiche und Prominente ihren 90. oder gar 100. Geburtstag feiern, ist das kein Zufall, sondern schlicht das Ergebnis einer besseren medizinischen Versorgung. Damit stellt sich die Frage nach gesellschaftlicher Gerechtigkeit noch grundlegender: Wenn Herkunft über beruflichen Erfolg, Gesundheit und Lebensdauer entscheidet, kann von gleichen Chancen kaum die Rede sein.

Gesellschaftliche Gerechtigkeit auf dem Prüfstand

Die Befunde werfen Fragen nach Gleichheit der Chancen auf. Wenn Vermögen und soziale Netzwerke schon früh Weichen stellen, wird die Idee eines fairen Wettbewerbs fragwürdig. Kinder aus benachteiligten Familien müssen oft doppelt so hart arbeiten, ohne vergleichbare Chancen auf Förderung oder Protektion.

Gleichzeitig zeigt die Studie: Interventionen sind möglich. Selbstkontrolle und psychisches Wohlbefinden lassen sich durch stabile Umfelder, schulische Unterstützung und außerschulische Aktivitäten fördern. Die Forschenden regen an, diese Ressourcen gezielt zu stärken und zugleich Unternehmen stärker in die Verantwortung zu nehmen, Talente auch jenseits privilegierter Herkunft zu fördern.

„Sozialneid“ – ein Kampfbegriff gegen Gerechtigkeit

In gesellschaftlichen Debatten wird die Forderung nach gleichen Chancen häufig mit dem Schlagwort „Sozialneid“ abgetan. Doch diese Vokabel ist weniger eine sachliche Diagnose als eine rhetorische Abwehrstrategie: Sie verunglimpft berechtigte Anliegen nach fairen Startbedingungen als Neidreaktion.

Wer aber nüchtern auf die Daten blickt, erkennt: Es geht nicht um Neid, sondern um fundamentale Fragen der Gerechtigkeit. Kinder aus armen Familien leben kürzer, sind häufiger krank und haben geringere Chancen auf Bildung und beruflichen Aufstieg. Das zu kritisieren, bedeutet nicht Neid – sondern den Anspruch auf eine Gesellschaft, in der Herkunft nicht über Lebenschancen entscheidet.

Schlussfolgerung für die Politik

Für die Politik bedeutet dies: Ein „neuer Konsens der Gerechtigkeit“, wie ihn Bundeskanzler Merz einfordert, muss zwar auch über Steuerfragen oder Bildungspolitik geführt werden. Er muss zudem die tiefgreifenden Zusammenhänge zwischen Herkunft, Gesundheit und Lebenschancen berücksichtigen. Wenn die Bundesregierung den Anspruch auf mehr Gerechtigkeit ernst nimmt und nicht nur leere Worthülsen von sich geben will, muss sie Strukturen schaffen, die allen Kindern unabhängig vom Elternhaus faire Chancen ermöglichen – auf gute Bildung, stabile Gesundheit und eine Zukunft, in der Leistung nicht länger hinter Vermögen und Beziehungen zurückstehen muss.

Mag dies alles auch längst bekannt sein, steckt doch der Hauptgrund für die Radikalsierung vieler demokratischer Gesellschaften darin. Eine wirkliche faire soziale Gerechtigkeit böte deshalb viele Chancen auf ein friedliches Leben für alle in Wohlstand. Eine glückliche Kindheit, mehr Motivation und damit bessere Leistungen zählen dazu.

Zur Studie: Early family socioeconomic status and later leadership role occupancy (Journal of Organizational Behavior, 2023): https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/job.2730

Gernot Körner




Mitbestimmung stärkt Demokratie und Motivation in Schule und Ganztag

Neue Studie: Wo Lernende mitentscheiden, wachsen Motivation, Selbstwirksamkeit und Demokratiekompetenzen – besonders im Ganztag

Schulen sind mehr als Lernorte – sie sind Erfahrungsräume für demokratisches Handeln. Das zeigt die aktuelle Meldung „Schulen können die Demokratie noch stärker machen – wenn sie richtig unterstützt werden“, die neue Daten zur Beteiligung von Schüler:innen zusammenfasst (zur Meldung). Dort, wo Lernende mitbestimmen, sind demokratische Kompetenzen und empfundene Selbstwirksamkeit stärker ausgeprägt – besonders in Ganztagsschulen.

„Unsere Demokratie braucht engagierte junge Menschen, die gelernt haben, ihre Stimme zu erheben, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und Kompromisse zu finden.“

(Brigitte Mohn)

Was die Daten zeigen

Die Studie „Demokratisierung des Lernens in Schule“ macht deutliche Lücken sichtbar: 63 % der Befragten können selten oder nie über Unterrichtsthemen mitbestimmen, 55 % haben kaum Einfluss auf Methoden und Materialien, 41 % geben an, Lehrkräften selten oder nie Feedback zum Unterricht mitteilen zu können. Nur etwa die Hälfte glaubt, Entscheidungen beeinflussen zu können, die die gesamte Schule betreffen. Besonders in Gymnasien ohne Ganztag erleben Jugendliche wenig Mitbestimmung (Studienhinweis in der Meldung).

Mitbestimmung wirkt – im Unterricht und darüber hinaus

Wissenschaftlich gut belegt ist: Beteiligung stärkt Motivation und Verantwortung. Wenn Lernende mitentscheiden dürfen, was und wie sie lernen, fühlen sie sich ernst genommen – Unterricht lässt sich passgenauer zuschneiden, was Bildungserfolg und Chancengleichheit erhöht.

„Eine zukunftsfähige Schule ist ohne Beteiligung nicht mehr vorstellbar.“

(Arne‑Christoph Halle)

„Den Auftrag, junge Menschen für das Leben in einer sich schnell verändernden Gesellschaft vorzubereiten, können Schulen nur erfüllen, wenn sie sich selbst verändern. Dafür brauchen sie die politische Rückendeckung, die Mittel und die nötigen Freiheiten.“

(Arne‑Christoph Halle)

Empfehlungen: Freiräume, Feedback, Beteiligungsrechte

Die Befunde sind mit klaren Empfehlungen verknüpft: Feedback von Schüler:innen verbindlich und regelmäßig einbeziehen – etwa durch digitale Befragungen, wie sie in kommunalen Monitorings erprobt sind (z. B. UWE – Umwelt, Wohlbefinden und Entwicklung). Dazu gehören mehr Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung und flexiblere Lehrpläne sowie eine Lern- und Prüfungskultur, in der Lernende mitbestimmen, was und wie sie lernen (Hintergründe und Materialien u. a. im Schulbereich von jungbewegt). Zentral ist die Qualifizierung von Schulleitungen und Lehrkräften, damit Beteiligung sinnvoll umgesetzt werden kann. Mitbestimmungsrechte der Schülervertretungen sollten gestärkt und enger in schulpolitische Diskussionen eingebunden werden. Für konkrete Situationen zeigt das multimediale Angebot Demokratiekosmos Schule (DEKOS), wie pädagogische Teams bei Antisemitismus und Rechtsextremismus sicher reagieren und demokratische Kultur im Alltag verankern können.

Gelebte Demokratie sichtbar machen

Wie Schulen Demokratie bereits sichtbar leben, illustrieren Auszeichnungen und Initiativen. Ein aktueller Bezugspunkt ist der Themenpreis Demokratiebildung im Rahmen des Deutschen Schulpreises – er würdigt Schulen, die Demokratie vorbildlich in ihren Alltag integrieren.

Studie und Methodik

Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Online‑Befragung von 1.044 Schüler:innen an allgemeinbildenden Schulen (Alter 12–16 Jahre); Erhebungszeitraum: 8. November bis 1. Dezember 2024 (Details zur Erhebung in der Meldung). Ergänzende Materialien finden sich in den Projektseiten von jungbewegt sowie in thematischen Dossiers.

Mehr Inhalte der Bertelsmann Stiftung zum Thema:

Über die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen sowie die aus ihrer Sicht wichtigen Faktoren für gutes Lernen:

Kinder und Jugendliche wollen dazugehören – und wissen, was sie dafür brauchen

Über die Ansichten junger Menschen zu ihren Ausbildungschancen:

Risiko für den Berufsweg: Viele Schüler:innen wollen erst arbeiten, statt Ausbildung zu beginnen

Über das Potenzial von Gaming-Communitys für die Demokratieförderung:

Das demokratische Potenzial von Gaming-Communitys besser nutzen

Über die Bereitschaft junger Menschen zu politischem Engagement:

Mehr Engagement junger Menschen ist möglich – wenn sie sich ernst genommen fühlen




Kindergesundheit in Gefahr: Patientensicherheit braucht Systemwandel

Aktionsbündnis Patientensicherheit fordert bessere Versorgung und mehr Ressourcen für Kinder

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), die KKH Kaufmännische Krankenkasse und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) schlagen Alarm: Die Versorgung von Kindern im deutschen Gesundheitssystem ist unsicher und unterfinanziert. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Dieser Satz ist mehr als eine medizinische Binsenweisheit, er ist ein Auftrag“, betonte APS-Vorsitzende Dr. Ruth Hecker. Versorgung müsse sich immer an Alter, Größe, Entwicklung und sprachlichen Fähigkeiten der jungen Patientinnen und Patienten orientieren.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Eltern. Sie seien die Brücke zwischen Kind und Behandlungsteam, nehmen oft Veränderungen früh wahr und müssten stärker einbezogen werden: „Da sollten wir genau hinhören“, so Hecker.

Strukturelle Defizite in der Kindermedizin

Seit Jahren werde die Kindermedizin vernachlässigt, kritisiert der stellvertretende APS-Vorsitzende und Kinderchirurg Dr. Christian Deindl. „Kindermedizin bedeutet Zuwendung und Empathie und benötigt entsprechende zeitliche und personelle Ressourcen.“ Besonders die geplante Krankenhausreform gerät in die Kritik: DGKJ-Präsidentin Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser warnt, die speziellen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen drohten aus dem Fokus gesundheitspolitischer Entscheidungen zu verschwinden.

Wachsende Ängste bei Eltern

Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der KKH zeigt, dass die Unsicherheit bei Eltern wächst. 26 Prozent der Befragten mit Kindern bis 12 Jahren äußerten Ängste im Hinblick auf Klinikaufenthalte (2021: 19 Prozent). Hauptsorge sind Infektionen mit Krankenhauskeimen, gefolgt von Befürchtungen vor erneuten Operationen oder Narkosekomplikationen.

„In erster Linie fürchten 77 Prozent der besorgten Eltern eine Infektion mit Krankenhauskeimen“, erläutert Vijitha Sanjivkumar, Expertin für Kindergesundheit im Kompetenzteam Medizin der KKH. Knapp zwei Drittel sorgen sich außerdem vor Narkoserisiken oder erneuten Operationen. Gleichzeitig vertrauen immerhin 73 Prozent der Eltern dem Klinikpersonal.

Forderung nach Paradigmenwechsel

APS-Generalsekretär Joachim Maurice Mielert geht noch einen Schritt weiter: „Wir brauchen nicht nur eine Reform, sondern einen Paradigmenwechsel.“ Patientensicherheit müsse gesetzlich verankert werden – bislang scheue die Politik diesen Schritt aus Angst vor Haftungsrisiken und Kosten.

Konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die KKH und die DGKJ fordern eine Reihe von Maßnahmen, um die Sicherheit von Kindern im Gesundheitssystem zu verbessern:

  • standardisierte Checklisten
  • doppelte Kontrollen bei Medikamentengaben
  • Dosierung nach Gewicht
  • pädiatrische Datenbanken in der elektronischen Verordnung
  • Aufbau einer „Speak-Up-Kultur“, die auch Eltern und junge Fachkräfte ermutigt, Bedenken offen anzusprechen

Alle Informationen stammen aus der Pressemitteilung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Das APS ist ein bundesweites Netzwerk aus Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen, das sich seit 2005 für mehr Patientensicherheit in Deutschland einsetzt.




Gesunder Medienkonsum für Kinder: Empfehlungen des BIÖG für Eltern

Wie Eltern ihre Kinder im Umgang mit Smartphone, Tablet und Fernseher unterstützen können

Zum Beginn des neuen Schuljahres wird wieder über Handyverbote an Schulen diskutiert. Manche Bundesländer haben feste Regeln, andere überlassen die Entscheidung den Schulen. Für Eltern ist jedoch die zentrale Frage: Wie gelingt es, Kindern von klein auf einen gesunden Umgang mit Smartphone, Tablet und Fernseher zu vermitteln?

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), hat klare Empfehlungen veröffentlicht. Mit der Präventionskampagne „Ins Netz gehen“ möchte es Eltern Orientierung geben, um problematische Bildschirmzeit und eine mögliche Handysucht bei Kindern zu verhindern.

Bildschirmzeit bei Kleinkindern: klare Empfehlungen des BIÖG

Das BIÖG rät, dass Kinder unter drei Jahren am besten gar nicht fernsehen oder andere Bildschirmgeräte nutzen sollten. In diesem Alter sind direkte Sinneserfahrungen in der realen Welt entscheidend. Videospiele – auch einfache Lernspiele – sind frühestens ab vier Jahren geeignet. Apps auf Smartphones und Tablets sind in den ersten Lebensjahren nicht zu empfehlen und können problemlos durch gemeinsame Aktivitäten im Alltag ersetzt werden.

Handynutzung bei Kindern: Warnzeichen für problematisches Verhalten

Nicht jede intensive Nutzung von Smartphone oder Tablet ist gleich bedenklich. Eltern sollten jedoch aufmerksam werden, wenn Kinder ständig Nachrichten prüfen, gereizt reagieren, wenn sie das Handy nicht nutzen dürfen, oder gedanklich dauerhaft mit Spielen und sozialen Netzwerken beschäftigt sind. Weitere Warnzeichen sind erfolglose Versuche, die Nutzung einzuschränken, das Vernachlässigen von Schule, Hobbys oder Freundschaften sowie körperliche Symptome wie Schlafmangel, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Auch das Verheimlichen oder Verharmlosen des eigenen Nutzungsverhaltens deutet auf eine problematische Mediennutzung hin.

Medienerziehung in der Familie: Tipps für einen gesunden Umgang

Eltern spielen die wichtigste Rolle, wenn es darum geht, Bildschirmzeit zu begrenzen und Mediennutzung gesund zu gestalten. Das BIÖG empfiehlt:

  • Kinderschutzfunktionen am Gerät einrichten, damit ungeeignete Inhalte blockiert werden.
  • Klare Regeln für handyfreie Zeiten festlegen, zum Beispiel bei Mahlzeiten, bei Besuch oder vor dem Schlafengehen.
  • Benachrichtigungen reduzieren, damit das Smartphone weniger Ablenkung erzeugt.
  • Vorbild sein: Eltern, die bewusst mit digitalen Medien umgehen, erleichtern Kindern das Einhalten von Regeln.
  • Digitale Pausen erklären, damit Kinder verstehen, warum Bildschirmzeit begrenzt wird.
  • Freizeit abwechslungsreich gestalten, um Handy und Tablet in den Hintergrund zu rücken.

Handysucht bei Kindern erkennen und Hilfe finden

Wenn Eltern unsicher sind, ob ihr Kind bereits ein problematisches Nutzungsverhalten entwickelt hat, bietet das BIÖG auf seiner Plattform „Ins Netz gehen“ einen Selbsttest an. Kinder und Jugendliche erhalten dort eine Auswertung ihrer Smartphone-Nutzung und können bei Bedarf eine kostenlose Online-Beratung in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zu gesunder Mediennutzung

Eltern, die sich umfassend informieren möchten, finden praxisnahe Tipps auf den Seiten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit unter www.ins-netz-gehen.de sowie auf dem Portal www.kindergesundheit-info.de. Beide Angebote unterstützen Familien dabei, Kinder altersgerecht an digitale Medien heranzuführen und Handynutzung sinnvoll zu begleiten.

Bildschirmzeit von Kindern bewusst begleiten

Medienerziehung beginnt früh. Eltern, die von Anfang an klare Regeln setzen, Bildschirmzeit begrenzen und Alternativen anbieten, helfen Kindern dabei, Smartphone und Tablet sinnvoll zu nutzen. So lernen Kinder, digitale Medien verantwortungsvoll einzusetzen – ohne dass Handy, Fernseher oder Konsole das Familienleben bestimmen.