Kinder kennen immer weniger heimische Tierarten

ForscherInnen der Universität München haben 1000 Sechstklässler befragt

LMU-Forscher haben in einer Studie die Tier-Artenkenntnis von rund 1000 Sechstklässlern an bayerischen Gymnasien untersucht. Das Eichhörnchen kennen fast alle, aber Grasfrosch oder Kohlmeise?

Kein Unterscheid zwischen Stadt und Land

Im Rahmen einer von Thomas Gerl, Birgit Neuhaus vom Lehrstuhl für Didaktik der Biologie an der LMU und Christoph Randler (Universität Tübingen) durchgeführten Studie benannten rund 1000 SechstklässlerInnen an bayrischen Gymnasien in einem Test 25 Tierarten anhand von Fotos.

Die Ergebnisse zeigen: Im Vergleich zu einer ähnlichen Untersuchung aus dem Jahr 2006 erzielten die Kinder rund 15 Prozent weniger Punkte. Damit ist das Wissen über heimische Tierarten deutlich gesunken. Im Durchschnitt erkannten die Schüler des ehemaligen G8 14 der 25 gezeigten Arten.

Besonders gut schnitten Kinder ab, die gerne in der Natur spielen. Mädchen erzielen etwas bessere Ergebnisse als Jungen. Ob die Schüler aus einer Großstadt oder einer eher ländlichen Region stammten, spielte für ihre Artenkenntnis keine Rolle.

Während Maulwurf (vgl. Titelfoto) und Eichhörnchen über eine recht große Bekanntheit verfügen, kennen den Buchfink immer weniger.

Eichhörnchen und Maulwurf auf den ersten Plätzen

Die bekanntesten Tiere waren das Eichhörnchen und der Maulwurf. Die letzten Plätze belegten Buchfink (Foto), Bussard, Rebhuhn und Star, die nicht einmal ein Fünftel der Teilnehmenden erkannten. Im Vergleich zu 2006 hat sich die Reihenfolge in der Bekanntheitsskala kaum geändert, aber das Wissensniveau war bei vielen Arten niedriger. Die Chance, das Tier in freier Wildbahn live zu sehen, spielte für den Bekanntheitsgrad keine Rolle.

Die deutliche Aufwertung der Artenkenntnis im LehrplanPLUS des neuen G9, hält Gerl für einen wichtigen Schritt, Kindern die einheimische Natur wieder näher zu bringen. Er selbst hat das BISA-Projekt (Biodiversität im Schulalltag, www.bisa100.de) ins Leben gerufen, um die Artenkenntnis mit zahlreichen interaktiven Übungen auf spielerische Weise zu verbessern.

Hier geht es zur Studie




Schnelle Hilfen in der Pandemie für Kinder mit Handicap

Corona-Krise: Kroschke Kinderstiftung fördert Kinder mit Handicaps – Anträge bis 20. April stellen

Die Kroschke Kinderstiftung will gezielt gemeinnützige Einrichtungen und Familien mit kranken oder behinderten Kindern unterstützen, die unter der Corona-Krise besonders leiden. Selbsthilfegruppen, Vereine und gemeinnützige Träger der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe aus Norddeutschland können sich bis Dienstag, 20. April, mit Anfragen an die gemeinnützige Stiftung wenden, über die dann kurzfristig entschieden wird.

Alarmierende Ergebnisse der COPSY-Studie

Wie wichtig eine derartige Förderung ist, zeigen die alarmierenden Ergebnisse der sogenannten COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), nach der ein Jahr nach Beginn der Pandemie fast jedes dritte Kind unter psychischen Auffälligkeiten leidet. „Sorgen und Ängste haben noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden sind verstärkt zu beobachten“, heißt es in einer Pressemitteilung des UKE.

Kinder leiden unter Pandemie

Die Wissenschaftler der UKE-Studie, die von der Kroschke Kinderstiftung mit 56.500 Euro exklusiv gefördert wurde, haben 1.000 Kinder und 1.600 Eltern befragt, rund 80 Prozent zweimal. So konnten aussagekräftige Daten über die Veränderung der Belastungen gewonnen werden. „Die Studienergebnisse bestärken uns darin, dass es jetzt noch viel wichtiger als vor der Krise ist, gute Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen, die durch die Erkrankung oder Behinderung eines Kindes ohnehin schon Überdurchschnittliches leisten“, sagt Anja Wenk, Geschäftsführerin der Kroschke Kinderstiftung. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund leiden unter den Folgen der Pandemie und des andauernden Lockdowns.

Verlässliche Konzepte gefordert

Andererseits zeigt sich, dass Kinder, die in der Familie sicheren Halt haben, gut durch die Pandemie kommen. Die Leiterin der COPSY-Studie, Prof. Ulrike Ravens-Sieberer, fordert verlässliche Konzepte, um insbesondere Kinder aus Risikofamilien zu unterstützen und ihre seelische Gesundheit zu stärken, hier seien vor allem die Schulen gefragt. „Sonst besteht die Gefahr, dass vor allem Kinder aus Risikofamilien ihre Motivation und Lernfreude verlieren.“

Kontakt aufnehmen

Kinder und Jugendliche mit einer Erkrankung oder Behinderung brauchen in der Pandemie besondere Unterstützung. Selbsthilfegruppen, Vereine, Stiftungen und Träger der Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe können eine Anfrage an Geschäftsführerin Anja Wenk richten: per E-Mail an anja.wenk@kroschke.de oder telefonisch unter 04102/804 101. Weitere Informationen über die Kroschke Kinderstiftung finden sich unter www.kinderstiftung.de.

Quelle: Pressemitteilung der Kroschke-Kinderstiftung




Über 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche im Hartz-IV-Bezug

Deutsches Kinderhilfswerk: Kinder in Deutschland müssen endlich besser vor Armut geschützt werden

Der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen in Hartz-IV-Haushalten bleibt auf einem erschreckend hohen Niveau. Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Kinderhilfswerkes liegt der Anteil der unter 18-Jährigen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften jetzt bei 33,1 Prozent. Vor fünf Jahren hatte dieser Wert noch bei 32,4 Prozent, im letzten Jahr bei 33,9 Prozent gelegen. Zum Jahresende 2020 waren von 5.596.890 Personen in Bedarfsgemeinschaften 1.854.695 Kinder und Jugendliche. Deshalb ist aus Sicht der Kinderrechtsorganisation dringend eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung nötig.

Kinder und Jugendliche besonders von Armut bedroht

„Die von der Bunderegierung in der Corona-Pandemie bisher auf den Weg gebrachten finanziellen Unterstützungsleistungen für Familien mit Kindern sind ein Schritt in die richtige Richtung, damit nicht noch mehr Kinder auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Den Status Quo an dieser Stelle zu halten, reicht aber nicht aus. Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ist ein Kind, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur bei rund 16 Prozent liegt. Damit sind Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in besonderem Maße von Armut betroffen. Auch deshalb hat jüngst die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Kinderarmut gedrängt. Auch in Deutschland gehören die Förderung armer Familien und ihrer Kinder sowie unbürokratische Zugänge zu armutsvermeidenden Leistungen auf der Prioritätenliste ganz nach oben. Mittelfristig kann die Lösung nur sein, die gesellschaftliche Teilhabe jedes Kindes eigenständig und unabhängig von der Hartz-IV-Gesetzgebung abzusichern“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Pauschaler Mehrbedarfszuschlag in Höhe von 100 Euro

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert für die Dauer der Corona-Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag in der Grundsicherung von 100 Euro pro Kopf und Monat. Denn es entstehen durch die Corona-Pandemie zusätzliche Bedarfe durch wegfallende Schul- und Kitaessen, Preissteigerungen bei Obst und Gemüse, Mehrausgaben für Hygieneartikel und Masken oder Spielzeug und Bücher für Kinder im Lockdown.

Unabhängig von den finanziellen Belastungen durch die Corona-Pandemie tritt das Deutsche Kinderhilfswerk für die Einführung einer bedarfsgerechten Kindergrundsicherung nach dem Modell des Bündnisses KINDERGRUNDSICHERUNG ein, die den bestehenden Familienlastenausgleich ablöst, bestehende kindbezogene Leistungen bündelt und das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem bedarfsgerecht gewährleistet. Die Kindergrundsicherung ist eine nachhaltige Lösung, die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen eigenständig und unabhängig von der Hartz-IV-Gesetzgebung absichert.




GEW fordert: Bei Kitas muss Notbremse gezogen werden!

Die Anzahl der infizierten Kinder hat sich seit Mitte Februar vervierfacht:

Lange Zeit hieß es, Kindergärten und Schulen seien nicht die Treiber der Pandemie. Das hat sich mittlerweile geändert. Während viel über Schulschließungen nach den Osterferien gesprochen wird, sind die Kindergärten offenbar kein Thema. Jetzt fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch hier die Notbremse zu ziehen und nur noch Notbetreuung zuzulassen.

Neue Corona Mutante greift weiter um sich

Die neue Corona-Mutante greift weiter um sich. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert deshalb eine Rückkehr zur Corona-Notbetreuung für Kinder in Kitas. „Dort steigen die Infektionen schnell“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe der Funke Mediengruppe. „Nachdem wir wissen, dass Kinder von der neuen Mutante stärker betroffen sind, muss hier wirklich die Notbremse gezogen werden“, so Tepe weiter.

Viele Einrichtungen überfordert

Immerhin nimmt die GEW nun das Thema auf. Inwieweit es sinnvoll ist, zu der alten Form der Notbetreuung zurück zu kehren ist jedoch fraglich. Viele Kindergärten und Krippen waren zu der Zeit oftmals bis zu 80 Prozent gefüllt. Auch deshalb erkrankten viele ErzieherInnen, andere mussten zuhause bleiben, weil sie zur Risikogruppe zählten. Ende des vergangenen Jahres standen ErzieherInnen an der Spitze der Krankschreibungen wegen Corona. Das führte zu Personalengpässen und damit zur Überforderung in vielen Einrichtungen.

Deshalb fordert die GEW-Vorsitzende Tepe auch eine Rückkehr zu einer „echten“ Notbetreuung in den Kitas, bis die Belegschaft geimpft sei. „Es ist nicht zu verstehen, warum die Länder hier nicht handeln.“

RKI: Neuinfektionen nehmen deutlich zu

Welche Rolle Kitas bei der Verbreitung des Coronavirus spielen, haben Wissenschaftler des Robert Koch Instituts (RKI) in der so genannten Coala-Studie untersucht. Schon der RKI-Lagebericht vom 30. März 2021 zeigt deutlich, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen unter Kindern und Jugendlichen stark ansteigt.

Zu diesem Zeitpunkt lag die Inzidenz unter Kita-Kindern bereits bei 125, während sie in der Vorwoche noch bei 100 lag. Damit hat sich die Anzahl der Infizieren Kinder seit Mitte Februar vervierfacht. In der vergangenen Woche seien 6318 Fälle in dieser Altersgruppe gemeldete worden, bei rund drei Millionen Kita-Kindern in etwa 56.000 Einrichtungen. In der Gruppe der Fünf- bis Neunjährigen, der Grundschüler also, liegt die Inzidenz mit 177 (Vorwoche: 128) mittlerweile sogar deutlich über der der Gesamtbevölkerung mit 138 (Vorwoche: 111).

Verbesserte Impf- und Teststrategie soll helfen

Laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey soll nun eine verbesserte Impf- und Teststrategie ErzieherInnen besser schützen. Wichtig sei auch, dass die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten würden. Das, so die Ministerin, würde in den Kitas sehr gut funktionieren. Das zeige die Studie. Das Ziel bleibe, keine erneuten flächendeckenden Schließungen von Kitas, Kindertagespflegestellen oder Schulen. In den Kitas in Deutschland sind nach Angaben von Giffey im Schnitt momentan etwa 75 Prozent der Plätze belegt.

Der 3. Quartalsbericht des RKI

Leider konnten wir den Bericht vom 1. April 2021 nicht erhalten. Im 3. Quartalsbericht des RKI vom 11. März 2021 der Corona-Kita-Studie, den wir hier zum Download bereitstellen, hießt es zum Thema Abstandsregeln. „Das Abstandhalten kann insbesondere zwischen Beschäftigten und den Kindern der eigenen Gruppe überwiegend nicht oder schlecht umgesetzt werden, zuletzt betraf dies drei Viertel der Einrichtungen.“ Dagegen konnten die Kontaktmöglichkeiten, insbesondere zwischen Gruppen, im Zeitraum Oktober bis Januar 2021 nach Einschätzung der befragten Leitungen zunehmend erfolgreich umgesetzt werden.

Es bleibt also spannend, wie sich Bundesregierung und Bundesländer in den kommenden Tagen entscheiden.




Frohe Ostern!!!

Ein Fest für das Leben und die Freiheit

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Christi. Die Juden feiern in diesen Tagen Pessach, also den Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei. So feiern beide Glaubensgemeinschaften die Freiheit und das Leben. Wie bedroht beides immer wieder ist, erleben wir jeden Tag. Wir wünschen Ihnen, dass Sie in diesen Tagen mit Ihren Lieben die Freiheit und das Leben genießen können. Die Frühlingszeit bietet genügend Möglichkeiten dazu.




Was Arbeitgeber zur Vereinbarung von Familie und Beruf wirklich bieten

Ergebnisse der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung zeigen Engagement vieler Unternehmen

Zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie in Zeiten von Corona bieten viele Unternehmen MitarbeiterInnen mit Kindern mehr Flexibilität. Laut der aktuellen Randstad-ifo-Studie haben 78 Prozent die Arbeitszeiten entzerrt, ebenso viele haben Homeoffice-Regelungen eingeführt. 66 Prozent der Firmen bieten in Notsituationen Sonderurlaub an. Die große Mehrheit der MitarbeiterInnen nutzt diese klassischen Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten. Doch bei der Kinderbetreuung kommen berufstätige Eltern nur selten auf die neu geschaffenen Angebote ihrer Arbeitgeber zurück.

Knapp ein Drittel der Unternehmen bietet Kinderbetreuung an

Lediglich drei Prozent der MitarbeiterInnen nutzen das erweiterte Betreuungsangebot in Betriebskitas, das immerhin 28 Prozent der Unternehmen geschaffen haben. Nur fünf Prozent nehmen die digitalen Lern- und Beschäftigungsangebote wahr, die 29 Prozent ihrer ArbeitgeberInnen anbieten.

„Es ist gut und wichtig, dass Unternehmen neue Wege gehen, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen. Denn viele Familien stehen aktuell vor noch nie dagewesenen Herausforderungen“, betont Carlotta Köster-Brons, CSR-Beauftragte und Leiterin des Hauptstadtbüros bei Randstad Deutschland. „Für berufstätige Eltern zählt jedoch vor allem, wie die Angebote ihrer Arbeitgeber ihnen dabei helfen, überhaupt ihr Arbeitspensum zu erfüllen. Dafür zählt in dieser besonderen Situation das Mindset der Vorgesetzten, der Kollegen, unserer Partner und Partnerinnen und von uns selbst“, so Köster-Brons. „Das fängt bei der Akzeptanz der Kollegen für das eigene Kind, das bei einer Videokonferenz durchs Bild läuft, an und hört bei der individuellen Unterstützung in der Organisation des Arbeitsalltags auf.“

Familienfreundliches Arbeiten braucht individuelle Lösungen

„Wichtig bei der Entwicklung der Angebote ist, dass Arbeitgeber gemeinsam mit ihren Mitarbeitern individuelle Lösungen schaffen, die ein tatsächliches Mehr an Flexibilität bieten“, so Köster-Brons. „Manche Mitarbeiter arbeiten abends, wenn die Kinder im Bett liegen, die restlichen To Dos des Tages ab. Jeder, der Kinder hat, weiß, wie anstrengend so ein Arbeitstag ist. Aber es zeigt, dass berufstätige Eltern gerade wirklich viel Einsatz zeigen. Aussagen zum angeblich verringerten Arbeitspensum und der Arbeitsqualität im Homeoffice, wie sie vereinzelt von Führungskräften zu hören sind, gehen daher komplett an der Realität vorbei.“

Über die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung

Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung Q4 2020, die quartalsweise durch das ifo-Institut im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad durchgeführt wird. Die Studie befragt bis zu 1000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen. Die Sonderfragen im vierten Quartal 2020 bezogen sich auf die Auswirkungen von Corona auf die Arbeitsorganisation und die Entlohnung sowie die Personalplanung.

Über Randstad Gruppe Deutschland

Randstad ist ein führender Personaldienstleister. Die Randstad Gruppe ist in Deutschland mit 38.300 MitarbeiterInnen und rund 500 Niederlassungen in 300 Städten ansässig. CEO ist Richard Jager.

Quelle: Randstad Deutschland Pressestelle, Bettina Desch




Ein Armutszeugnis für das Bildungspaket

Gerechtebildung.de zeigt, dass nur 30 Prozent der Mittel in Anspruch genommen werden

Im April ist der 10. Geburtstag des Bildungspakets. Falls Ihnen das jetzt auf Anhieb gar nichts sagt und Sie nicht besonders viel darüber wissen, beschreibt das genau das Problem. Das Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT) hat die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen am 1. April 2011 eingeführt. Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor geurteilt, dass die Hartz IV Regelsätze nicht ausreichen, um den Bedarf der Kinder in den Bereichen Bildung und Teilhabe abzudecken.

Bessere Bildungschancen für arme Kinder

Mehrere Millionen stehen jährlich zur Verfügung, damit Kindern, die in armen Familien leben, bessere Bildungschancen haben. Das Bildungspaket wurde jedoch nie richtig angenommen. Die Abrufzahlen liegen bei unter 30 Prozent.. Es wurde eine umfängliche Evaluation von der Bundesregierung durchgeführt und, obwohl die Ergebnisse erschreckend schlecht waren, gab es bis 2019 keine Änderungen am Bildungspaket. Kinder, die eigentlich ein Recht auf Unterstützung hätten, haben diese nicht erhalten.

Verfahren vereinfacht

Im Jahr 2019 hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zusammen mit Bundesarbeits- und -sozialminister Hubertus Heil das „Starke Familien Gesetz“ verabschiedet, das unter anderem Änderungen des Bildungspakets beinhaltet.

1. Das aufwendige Antragsverfahren wurde teilweise abgeschafft.
2. Das Mittagessen ist für alle Kinder kostenfrei.
3. Die Beförderung mit Bus und Bahn wurde ebenfalls für alle Kinder kostenfrei.

Trotz der Vereinfachung des Verfahrens wissen noch immer viele Familien nicht, wie sie das Bildungspaket nutzen können. Die Inanspruchnahme scheitert an sprachlichen Barrieren, Scham und Unkenntnis. Häufig haben Betroffene auch schlechte Erfahrungen mit dem Jobcenter oder Sozialamt gemacht und meiden zusätzliche Kontakte.

1,5 Millionen Kinder fallen durch das System

1,5 Millionen Kinder fallen durch das System. Kinder, die in armen Familien aufwachsen, haben schlechtere Bildungschancen. Die Familien der Kinder haben nur wenig Geld und leben am Existenzminimum. Arme Kinder haben kein frisches, gesundes Essen zum Mittag und sie haben auch nicht immer genug Geld, um neue Kleidung zu kaufen. Klassenfahrten, Ausflüge und weitere Ausgaben werden schnell zum Alptraum für die Familien, denn das bedeutet Auseinandersetzung mit den Jobcentern.

Librileo mit Leseförderprogramm

Die gemeinnützige Organisation Librileo hat ein Leseförderprogramm entwickelt, um Kindern gerechte Bildung zu ermöglichen und Eltern zu empowern. Kinder bis sechs Jahre sollen mit Bücherboxen und Lesestunden auf die Schule vorbereitet werden. Die Bedeutung von Vorlesen im frühen Alter ist immens. Das belegen zahlreiche Studien. Familien, die Transferleistungen wie Hartz IV, Wohngeld, Kindergeldzuschuss oder Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, können die Mitgliedschaft bei Librileo über das BuT abrechnen.

„Die Zusammenarbeit mit einigen Leistungsstellen ist leider nicht gerade einfach. Unser Angebot wird in vielen Kommunen gar nicht als leistungsfähig anerkannt. Das Prozedere ist undurchsichtig und überall verschieden. Wir kämpfen da seit sechs Jahren gegen Windmühlen. Aber wir geben nicht auf,” erklärt Sarah Seeliger, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation Librileo.

Zahlen haben sich in fünf Jahren kaum verbessert

In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Zahlen kaum verbessert. Im Durchschnitt werden mehr als 70 % der zur Verfügung stehenden Gelder nicht abgerufen. „Häufig habe ich den Eindruck, als wäre es gar nicht gewollt, dass die Familien die Mittel abrufen können. Wir sind vor kurzem auf die Idee gekommen eine BuT Beratungshotline anzubieten, um Familien telefonisch aufzuklären. Wir wollen ihnen erklären, was sie alles bekommen könnten und ihnen einen ,bunten Blumenstrauß‘ voll mit kostenfreien Angeboten präsentieren. Wir waren überrascht, dass wir von den Leistungsstellen häufig zu hören bekommen haben, dass alles schon wunderbar laufen würde. Das ist schlicht und einfach gelogen – das zeigen die Zahlen,” erklärt Sarah Seeliger.

Website gerechtebildung.de zeigt die Zahlen

Die Idee, die Zahlen aufzuarbeiten, hatte Julius Bertram, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation Librileo. „Ich habe nicht locker gelassen und wollte es dieses Mal wirklich ganz genau wissen. Deshalb habe ich mir deutschlandweit von allen Kommunen die Zahlen seit 2015 angesehen und stichpunktartig ausgewertet. Schnell konnte ich sehen, dass die Ergebnisse nicht groß voneinander abweichen und dass sich seit 2015 kaum etwas geändert hat. Die einzigen Zahlen, die höher waren als alle anderen, waren die Werte für die Schulausstattung – denn die werden halbjährlich automatisch an die Familien ausgezahlt. Gemeinsam mit einem Programmierer habe ich dann alle Zahlen ausgewertet und auf einer Website veröffentlicht,” berichtet Julius Bertram.

Sarah Seeliger und Julius Bertram haben gemeinsam mit ihrem Team die Website gerechtebildung.de ins Leben gerufen, auf der es möglich ist, sich die BuT Statistiken anzusehen. Die Zahlen werden seit Dezember 2015 offiziell von der Agentur für Arbeit veröffentlicht.




Der Deutsche Kita-Preis geht in eine neue Runde

Kitas und lokale Bündnisse für frühe Bildung können sich jetzt anmelden – Insgesamt 130.000 Euro Preisgelder

In der Kindertagesbetreuung bewegt sich wie immer viel. Überall meistern Menschen in und für Kitas die Entwicklungen der Pandemie und engagieren sich dafür, dass Kinder bestmöglich aufwachsen können. Der Deutsche Kita-Preis will diese wertvolle Arbeit würden und soll gute Qualität in der frühen Bildung sichtbar machen. Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) werden die Auszeichnung zum fünften Mal vergeben.

Jetzt für 2022 anmelden!

Kitas und lokale Bündnisse können sich ab sofort unter www.deutscher-kita-preis.de/bewerbung registieren. Dann gilt es die Bewerbungsfragen zu beantworten und das Motivationsschreiben zu erstellen. Der aktuelle Arbeitsstand lässt sich jederzeit speichern und später ergänzen. Ihre fertigen Bewerbungen können die Teilnehmenden in der offiziellen Bewerbungsphase vom 15. Mai bis 15. Juli 2021 absenden. Die Zeit vorab können sie etwa nutzen, um die Einreichung gemeinsam im Team vorzubereiten.

Mit 130.000 Euro dotiert

Der Deutsche Kita-Preis ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird in den Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ verliehen. Die Erstplatzierten dürfen sich über jeweils 25.000 Euro freuen. Zudem warten auf vier Zweitplatzierte in beiden Kategorien je 10.000 Euro. Wer eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren im Frühjahr 2022.

Worauf es ankommt

Aktuell stehen zehn Kitas und zehn lokale Bündnisse im Finale des Deutschen Kita-Preises 2021 und warten, ob sie die Auszeichnung in diesem Jahr erhalten. Sie alle zeigen beispielhaft, worauf es im Auswahlprozess ankommt: Preisverdächtig sind Einrichtungen und Initiativen, die Kinder konsequent in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit stellen und bei denen Kinder, Eltern und Fachkräfte aktiv mitwirken können. Entscheidend ist zudem, wie die Teams weitere Institutionen vor Ort einbinden sowie die eigene Arbeit reflektieren und weiterentwickeln. Jede Kita und jedes Bündnis für frühe Bildung in Deutschland kann sich um die Auszeichnung bewerben. Die individuellen Rahmenbedingungen vor Ort werden in der Auswahl berücksichtigt. Zudem zeichnet der Deutsche Kita-Preis nicht nur gute Ergebnisse aus, sondern würdigt auch gute Prozesse.

Alle Informationen zum Deutschen Kita-Preis, zu den Bewerbungsmodalitäten und zur Auswahl der Preisträger finden Interessierte unter www.deutscher-kita-preis.de.