Kreativität – ein bedeutsamer Begriff im freien Fall in die Bedeutungslosigkeit

Ein großes Wort, von dessen ursprünglicher Bedeutung in der Praxis kaum etwas übriggeblieben ist

Der Begriff „Kreativität“ ist aus der heutigen Pädagogik nicht mehr wegzudenken. Er begegnet uns täglich in Gesprächen mit Erzieher*in­nen, die in Kindertagesstätten arbeiten und findet sich ebenso in Konzeptio­nen elementarpädagogischer Einrichtungen wie in formulierten Lernzie­len innerhalb der Jugendarbeit wieder. Dem ist auch grundsätzlich nichts entgegenzuhalten. Im Gegenteil: in allen Lebensbereichen ist Kreativität immer dann erforderlich, wenn gewohnte Problemlösungen nicht ausreichen, um ein anvisiertes Ziel zu erreichen oder bestimmte Aufgabenstellungen völlig neue Handlungsstrategien erforderlich machen.

Was hingegen vielmehr bei Kreativitätsforscher*innen eine zunehmend große Nachdenklichkeit provoziert, ist die Tatsache, dass einerseits viele pädagogische Fachkräfte zwar „kreative Erziehung“ propagieren und gleichzeitig davon überzeugt sind, Kreativität bei Kindern durch bestimmte Werk- oder Baselangebote zu fördern. Andererseits wurde dieser Begriff wie kaum ein zweiter „Entwicklungs- und Lernbereich“ in der Pädagogik soweit zurechtgeschnitten und didaktisch gekürzt, dass kaum noch – wenn überhaupt – etwas von sei­nem grundlegenden Ursprung übriggeblieben ist. Ja, der Begriff „Kreativität“ ist oft nicht mehr als eine inhaltsleere Worthülse, die heimlich, still und leise ein verkümmertes Dasein vor sich hinfristet und dem in vielen Fällen schon der Todesstoß versetzt wurde, ohne dass es öffentlich bemerkt oder deutlich thematisiert wurde.

Es besteht kein Zweifel, dass Kreativität die wichtigste menschliche Ressource überhaupt ist. Ohne Kreativität gäbe es keinen Fortschritt und wir würden ewig die gleichen Muster wiederholen.

Edward de Bono 

Ausgangspunkt

Kinder brauchen eine Kita-Pädagogik und eine selbstbildungsförderliche Entwicklungsbegleitung, um lebensbedeutsame Fähigkeiten zu er­werben, Begebenheiten und Situationen ihres ­gegenwärtigen Lebens verstehend nachvollziehen und ebenso Ereignisse künftigen Lebens bewältigen zu können: durch situationsangemessenes und autonomes Fühlen, sachkompetentes Handeln und ein sinngebendes Denken. Es soll an dieser Stelle nicht weiter auf die Begriffe „Kom­petenz“ und „Autonomie“ eingegangen werden, bis auf die Anmerkung, dass emotionale, soziale, motorische und kognitive Fähigkeiten (= Kompetenzen) notwendig sind, um selbstständig (=autonom) und unabhängig handeln zu können. Und selbstverständlich bedarf es dazu eines großen Anteils an „Kreativität“, denn sie ist es letztlich, die vor allem das Maß eines individuell passgenauen, selbstständigen und unabhängigen Handelns mitbestimmt.

  • Sehen und hören, was wirklich ist, nicht: was sein sollte;
  • sagen, was die Person wirklich denkt, nicht: was sie denken sollte;
  • fühlen, was die Person wirklich fühlt, nicht: was sie fühlen sollte;
  • fordern, was die Person möchte, nicht: immer erst auf eine Erlaubnis des Gegenübers zu warten;
  • Risiken eingehen, ohne sich immer erst abzusichern).

Die fünf Freiheiten des Menschen, Virginia Satir

Zunächst einmal kann es leicht passieren, dass Leser*innen zu diesen von Satir benannten Freiheiten zustimmend nicken und glauben, eine Pädagogik in ihrer Einrichtung zu realisieren, die diesem Anspruch entspricht. Doch wenn wir einmal anfangen, diese Postulate mit Beispielen zu füllen, dann kann es schon im Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit etwas anders aussehen und die Zustimmung leiser werden.

Sehen und hören, was wirklich ist

Die Realität, in der Kinder leben, die für Kinder wichtigen Kleinigkeiten und großartigen Dinge, die Kinder sehen und hören, wahrzunehmen: die tollen Pfützen, in denen man herumspringen kann, zum Mithüpfen zu verstehen; den Dreck, der so herrlich auf Wegen/ Parkflächen verschmiert werden kann, als großflächige Bildnisfläche anzusehen; Farben, die ganze Räume ausfüllen, staunend zu bewundern und lautes Schreien, das den Kindern Freude macht, aufzugreifen und eine Spielhandlung daraus zu entwickeln; eigene Körperlichkeit, die durch Anschauen und Vergleichen er­fahrbar wird und Kinder ins Staunen und Begreifen führt, als eine identitätsfindende Neugierde zu akzeptieren; schlürfen und auch mal schmatzen beim Essen zu akzeptieren, um erstaunte Gesichter der Erwachsenen zu provozieren und Kinderlachen, was manchen Erwachsenen in dieser Intensität häufig schwerfällt, zu unterstützen.

Sagen, was ich denke

Die Realität, Worte der Kinder stehen lassen zu können, ohne mit moralisierenden Kommentaren zu versehen: die „neue“ Sprache der Kinder staunend und selbstlernbereit verstehen zu wollen; die alten „schmutzigen“ Wörter auch mal mit Humor anzunehmen, deren Gebrauch gerade deswe­gen für Kinder so reizvoll ist, weil sich Erwachsene im Kreislauf vergangener, normgeprägter Zei­ten bewegen und immer noch aufgeregt und verärgert darauf reagieren.

Fühlen, was ich wirklich fühle

Die Realität der Gefühle von Kindern, die sich ärgern und laut schimpfen und damit etwas zum Ausgleich ihres Ärgernisses im Sinne psychohygienischer Entspannung tun, zu verstehen und mit Kindern gemeinsam zu überlegen, wie der Ärger/ die Wut runtergefahren werden kann; traurig sein und herzhaft weinen, weil es entlastet und befreit, ohne Kinder sofort von der Trauer wegführen zu wollen; sich freuen und laut lachen, ohne sich einzukriegen, vor lauter Freude im Zimmer herumren­nen und Gefühle in Bewegung umsetzen, um weiter mit Kindern an ihrem Glück teilzuhaben.

Fordern, was ich möchte

Sich für eigene Vorstellungen aktiv einzusetzen, statt eigene Bedürfnisse zurückzustellen und unterwürfig zu fra­gen, ob es möglich wäre, dieses oder jenes eventuell machen zu dürfen. Risiken eingehen – über Grenzen hinwegdenken, Gewohnheiten infrage stellen, Bekanntes verwerfen und einfach ausprobieren, um das eigene Erfahrungs- und Erkenntnisspektrum immer wieder aufs Neue zu erweitern.

Um gleich zu Anfang einem Missverständnis entgegenzuwirken: Es geht nicht darum, grundsätzlich immer und überall den Wünschen und Vorstellungen von Kindern nachzukommen! Vielmehr geht es um die Realität und die Bedeutungswerte von Aus­sagen, die in ihrer Praxis so oder ähnlich aussehen.


Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht

Dieses Buch ist vollgepackt mit den PowerPoint-Präsentationen und Seminarunterlagen von Dr. Krenz, die sich in zahllosen Vorträgen und Weiterbildungen bewährt haben. Sie vermitteln kurz und prägnant das Wesentliche für die pädagogische Praxis und stützen sich dabei auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Mit seinem Buch unterstützt Armin Krenz pädagogische Fachkräfte dabei, aktuelles Wissen in die Praxis umzusetzen. 

336 Seiten, 14,8 x 21 cm, ISBN: 9783963046131, 29,95 €


Kreativität bewegt sich zwischen den Eckwerten „neu“, „anders“, „schöpferisch“, „flexibel“, „etwas selbst (er)finden“, „eigene Potenziale suchen und finden, nutzbar zur Verfügung haben und brauchen“, „Offenheit“, „originell“, „von Gewohntem abweichend“, „ausprobieren“ und „un­gewöhnlich“. Das heißt doch nichts anderes, als sich in der Welt so zu bewegen, dass Menschen, die kreatives Handeln zeigen, nicht durch gewohntes und übliches, bekanntes Verhalten „auffallen“, sondern durch ihre neuen Aktivitäten, die sich vom Üblichen absetzen, ins Blickfeld geraten; sich nicht auf einer immer wieder in gleicher Weise benutzten Autobahn (Lebensweg) befinden, sich zwischen den Leitplanken (Normen) bewegen und alle Verkehrsschilder (Ge- und Verbote) exakt ein­halten, nur dort anhalten, wo Rastplätze (vorgegebene Ruhepausen) eingerichtet sind und vorhandene Ausfahrten (Ausweichmöglichkeiten) ein Verlassen gerader Wege erlauben. Kreative Menschen fallen auf, gerade weil sie eigene Lösungsmöglichkeiten suchen.

Kreativität ist, wenn einem bei dem, was einem auffällt, etwas einfällt.

Gerhard Uhlenbruck

Bleiben wir noch ein wenig bei dem Begriff „Kreativität“ und bei den ihr zugrunde liegenden Verhaltensweisen, dann zeichnen sich kreative Menschen durch folgende Merkmale aus:

  • Auch schwierige Probleme werden als solche wahrgenommen, aufgegriffen und nicht missachtet.
  • Auseinandersetzungen mit möglichen Problemlösungen werden handelnd und probierend erfahren, ohne durch die Suche nach nur einer Lösung möglichst schnell fertig werden zu wollen.
  • Neugierdeverhalten ist der Motor, festgefügte Handlungs- und Denkformen, die immer wieder ein gleiches Denk- und Handlungsmuster vorgeben, zu überschreiten.
  • Aufgeschlossenheit der sozialen, materiellen und situativen Umwelt gegenüber erfordert Mut und Selbstbewusstsein; sie lassen den Vorstoß ins Neue letztlich zu. Wo diese beiden Merkmale nicht zur Persönlichkeitsstruktur gehören, kann Kreativität nicht wachsen ­– weder bei der pädagogischen Fachkraft noch bei den Kindern.
  • Energie beflügelt die Seele, aus bekanntem Wissen neue Kombina­tionen zu bilden.

Das wahre Zeichen der Intelligenz ist nicht Wissen, sondern Phantasie. 

Albert Einstein

Es wird nicht überraschen, wenn an dieser Stelle die These aufgestellt wird, dass selbstverständlich nur kreative Fachkräfte auch Impulse zur Förde­rung der Kreativität bei Kindern geben können. Nur wenn aufseiten der Fachkräfte selbst die Voraus­setzungen zur Kreativität gegeben sind wie zum Beispiel

  • eine offene Haltung gegenüber der Umwelt, demgegenüber aber viele Fachkräfte kollegiale Differenzen nicht offen austragen oder die massive Veränderung der Umwelt nur bruchstückhaft wahrnehmen, Eltern gegenüber vorurteilsbeladen sind oder neuen, unbequemen Gedan­ken eine Abfuhr erteilen;
  • die Fähigkeit, differenziert auf kindeigene Ausdrucksformen zu reagieren, viele Fachkräfte aber zum Beispiel grobe oder bewertende Verhaltensbündel von Kindern zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit machen, statt spezifischen Verhaltensweisen den Vorrang zu geben;
  • Kritikfähigkeit, viele Fachkräfte aber direkten Auseinandersetzungen nicht selten aus dem Wege gehen, eher methodenorientierte/ didaktisierte Fortbildung als selbsterfahrungsausgerichtete Seminare besuchen;
  • Energiepotenziale zu besitzen, um bei den vollkommen unzureichenden Rahmenbedingungen für Kinder und Fachkräften genügend Energie im täglichen Allerlei zur Verfügung zu haben, einerseits das Mögliche zu schaffen und gleichzeitig das Notwendige beim Träger und den (sozial)politischen Mandatsträgern mit großer Dringlichkeit immer wieder aufs Neue anzumahnen;
  • Erfolgsmotiviertheit, um im täglichen Arbeitsstress entsprechende erfolgsversprechende Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren und die Zielorientierung nicht aufzugeben;
  • Selbstständigkeit und Initiative, wobei sich Fachkräfte nicht vor Auseinandersetzungen mit ihrem Trä­ger scheuen dürfen und eigene Ideen, geboren aus der Beobachtung von Bedürfnissen von Kindern, den Merkmalen einer partizipatorisch orientierten Elementarpädagogik, den Grundaussagen des länderspezifischen Bildungsprogramms und einer situationsorientierten Notwendigkeit zum Ausgangspunkt ihrer professionellen Haltung machen;

dann scheint die Frage spätestens hier berechtigt, ob und inwieweit sich Kreativität bei Kindern überhaupt entwickeln kann, wenn Fachkräfte diese Voraussetzungen nicht erfüllen.

Ein wesentlicher Aspekt von Kreativität ist es, keine Angst vor dem Scheitern zu haben.

Edwin Land

Fördernde und hemmende Bedingungen zur Kreativitätsentwicklung

Lassen Sie mich mit einer Fabel beginnen, die einerseits sehr lustig ist, andererseits viel Tragik offenbart. Es ist offensichtlich überflüssig, eige­ne Gedanken zu dieser Fabel zu formulieren, weil ein Transfer zur Ele­mentar- und Primarpädagogik ohne Abstriche hergestellt werden kann, sollte, ja muss.

Das Konzept individueller Unterschiede

Es gab einmal eine Zeit, da hatten die Tiere eine Schule. Das Curriculum bestand aus Rennen, Klettern, Fliegen und Schwimmen, und alle Tiere wurden in allen Fächern unterrichtet. Die Ente war gut im Schwimmen; besser sogar als der Lehrer. Im Fliegen war sie durchschnittlich, aber im Rennen war sie ein besonders hoffnungsloser Fall. Da sie in diesem Fach so schlechte Noten hatte, musste sie nachsitzen und den Schwimmunterricht ausfallen lassen, um das Rennen zu üben. Das tat sie so lange, bis sie auch im Schwimmen nur noch durchschnittlich war. Durchschnittliche Noten waren aber akzeptabel, darum machte sich niemand Gedanken darum, außer der Ente.

Der Adler wurde als Problemschüler angesehen und unnachsichtig und streng gemaßregelt, da er, obwohl er in der Kletterklasse alle anderen darin schlug, darauf bestand, seine eigene Methode anzuwenden. Das Kaninchen war anfänglich im Laufen an der Spitze der Klasse, aber es bekam einen Nervenzusammenbruch und musste von der Schule abge­hen wegen des vielen Nachhilfeunterrichts im Schwimmen. Das Eichhörnchen war Klassenbester im Klettern, aber sein Fluglehrer ließ ihn seine Flugstunden am Boden beginnen, anstatt vom Baumwipfel herunter. Es bekam Muskelkater durch Überanstrengung bei den Startü­bungen und immer mehr „Dreien“ im Klettern und „Fünfen“ im Ren­nen. Die mit Sinn fürs Praktische begabten Präriehunde gaben ihre Jungen zum Dachs in die Lehre, als die Schulbehörde es ablehnte, Buddeln in das Curriculum aufzunehmen. Am Ende des Jahres hielt ein anormaler Aal, der gut schwimmen und etwas rennen, klettern und flie­gen konnte, als Schulbester die Schlussansprache. (Originalquelle unbekannt)

Die Schwierigkeit liegt nicht darin, die neuen Ideen zu finden, sondern darin, die alten loszuwerden.

John Keynes

Kreativität kann sich nur dort entwickeln, wo folgende Faktoren eine günstige Ausprägung aufweisen:

  • Eine entwicklungsförderliche und -unterstützende Umwelt/ ein erfahrungsreiches Umfeld
  • Veränderbares, zum kreativen Handeln motivierendes Material
  • Genügend Zeit, die nicht durch verplante Programme immer mehr beschnitten wird
  • Ein ausreichender Raum im Innen- und Außenbereich
  • Entwicklungsförderliche Rahmenbedingungen „Gruppengröße/Zusammensetzung“
  • Wahrnehmungsoffene, spiel-/experimentierfreudige, handlungsaktive Erzieher*innen
  • Persönlichkeit des Kindes: entdeckungsfreudig, neugierig, fantasiereich …

Da alle sieben Merkmale miteinander in Beziehung stehen, ist eine iso­lierte Betrachtung einzelner Elemente zwar von großer Bedeutung, in der Betrachtung fördernder oder hemmender Bedingungen allerdings nur im Beziehungsgeflecht aussagekräftig. So sind alle Aspekte miteinander vernetzt. Zeichnet sich dabei auch nur ein Merkmal als kreativitätshemmend aus, wirkt sich dieser Umstand auf alle anderen sechs Felder aus. Folgendes Bild scheint daher angebracht:

Die Vorstellungskraft ist der Anfang der Schöpfung. Man stellt sich vor, was man will – man will, was man sich vorstellt – und am Ende erschafft man, was man will.

George Bernard Shaw

Bisherige Ergebnisse der Kreativitätsforschung lassen folgende Aussagen zu:

Man muss vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Hans Zaugg, Architekt

Zwischenbilanz

Halten wir einmal fest: Wenn mit dem Begriff „Kreativität“ die Fähigkeit bezeichnet wird, vor einem Problem aus dem Alltag zu stehen und nun Beziehungen zwischen vorher unbekannten Erfahrungen und den Möglichkeiten einer Problemlösung zu finden, die sich in der Form neuer Denkschemata als neue Erfahrungen, Ideen oder Produkte ergeben, dann ist sie das Ergebnis (die Auswirkung) von unterschiedlichen Momenten, die einen Einfluss auf die Kreativität des Erwachsenen und in gleicher Weise auf die Kreativität des Kind haben. Diese Erfahrungsmomente lassen es entweder zu, Kreativität zu entwickeln und umzusetzen oder wirken als Hemmnisse, dass sich keine Kreativität entwickeln kann. Und wenn es um Problemlösungen geht, dann ist damit in keinem Fall nur der Ausschnitt „kreatives Basteln“ oder Ähnliches gemeint.

Kreativität hat mit den üblichen und weit verbreiteten Bastelaktivitäten in Kindertageseinrichtungen nicht das Geringste zu tun!

Bei solchenAktivitäten, die zumeist am Tisch sitzend und mit irgendwelchen Bastelmaterialien bestückt sind, vielleicht sogar noch einer motorischen, sozialen, emotionalen oder kognitiven Zielsetzung zugeordnet wurden, um ‚Lernziele‘ zu erreichen, wird auch noch der Rest an kreativen Möglichkeiten unterdrückt. Noch unprofessioneller wird der Begriff „Kreativität“ dort genutzt, wo es eine „Kreativitätsraum“ gibt!

Kreativität lässt sich nicht auf bestimmte Räume oder Zeiten begrenzen – sie sollte/ muss überall dort zur Wirkung kommen, wo sie gefragt ist: bei einer fantasievollen Sprache, einer Nutzung von Metaphern, beim Philosophieren mit Kindern über „Gott und die Welt“, im sachentfernten Umgang mit vorhandenen Materialien, in einer lebendigen Raumgestaltung, im Umgang mit anderen Menschen, bei Problemlösungen im gesamten Leben, in Notsituationen, in der notwendigen Lösung von dringenden Umweltfragen, bei (sozial)politischen Auseinandersetzungen, bei festgefahrenen Teamkonflikten, in schwierigen und herausfordernden Elterngesprächen, bei einem radikalen Verzicht auf Schablonen‘, die schon festgelegte Muster vorgeben, die einerseits für Einschränkungen der Fantasie sorgen und andererseits ein „richtig und falsch“ festlegen (eine ‚Auswahl an Farben“ darf auch hier nicht einer Kreativität zugeordnet werden!) usw.

In dem Maße, wie Rahmenbedingungen ungünstig sind – für Kinder und Fachkräfte – und in gleicher Weise, wie Erwachsene keine eigene, inneliegende Kreativität mehr besitzen, in dem Verhältnis wurde der Begriff beschnitten und ver­fälscht. Damit hat er nur noch eine Alibifunktion, die aber grundsätzlich nichts rechtfertigen kann und darf.

Kreativität ist … etwas zu sehen, das es noch nicht gibt. Du musst herausfinden, wie du Ideen verwirklichen kannst, um auf diese Weise ein Spielgefährte Gottes zu sein.

Michele Shea 

Eckwerte zum „kreativen Verhalten“

Wer ein wirkliches Interesse an Kindern hat, an ihrer Spontaneität, ihren fantasievollen Gedanken und ihren Möglichkeiten, noch „quer zu denken“, der wird den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Entfaltung kreativer Persönlichkeiten legen, zumal es die Aufgabe einer kreativen Fachkraft ist, Einzigartigkeiten in Kindern zu entdecken, sie zu akzeptieren und Kindern dabei zu helfen, sie zu entwickeln. Kreativität (lateinisch creare: etwas zeugen, gebären, schaffen, erschaffen) ist nur da möglich, wo Fachkräfte „Geburtshelfer“ sind und dieses auch als eine ihrer wesentlichen pädagogischen Aufga­ben ansehen. Voraussetzungen zum „Schaffen“ einzuleiten, hemmen­de Wirklichkeiten zu verändern – diese Anforderungen haben dabei höchste Priorität. Möglichkeiten zum selbstständigen und nicht grup­pengebundenen Denken, Toleranz neuen Ideen gegenüber, Probleme zu entdecken, nach neuartigen Lösungen zu suchen und auszuprobieren: darum geht es! Und dabei können Fachkräfte den Kindern immer wieder aufs Neue helfen.

Prof. Rudolf Seitz, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Kunsterziehung und Kunstpflege an der Akademie der Bildenden Künste in München, hat in seinem immer noch hochaktuellen Buch >Phantasie & Kreativität< (1998) unter anderem folgende Begriffe zur Kreativität in den Mittelpunkt gestellt:

  • Kombination von Unvorhersehbarem, Mut zur Auseinandersetzung, Entfaltung, flexibel sein, assoziieren, Mut zum eigenen Ausdruck haben, eine neue Lösung für eine alte Aufgabe finden, nicht den Normen der Gesellschaft unterworfen, ausgelassen sein, Individualität zeigen, Kraft besitzen, sich nicht beeinflussen zu lassen, Neues aus Altem zusammensetzen, Lösungsmöglichkeiten finden, Humor besitzen (ohne die es keine Kreativität gibt), Grenzüberschreitungen vornehmen, um die Ecke denken und tun, scheinbar Diametrales verknüpfen, Offenheit für neue Möglichkeiten zeigen, innere Beweglichkeit besitzen, eine innere Fülle ausleben …

Kinder hören auf, dann kreativ zu sein, wenn die unmittelbare und mittelbare Umwelt nicht auf ihre Mitwirkung, ihre Vorschläge, ihre Ideen reagiert. Probleme von Kindern fernzuhalten oder sie für Kinder zu lösen ist überhaupt nicht zweckmäßig, zumal ein Problem nur dann als ein solches identifiziert wird, wenn Kindern die Möglichkeit für eine Lösung fehlt. Probleme schaffen Frustrationen, und gerade sie fordern zum Handeln und Überlegen heraus.

Und ohne Herausforderung gibt es keine Kreati­vität im eigenen Leben und dem der Kinder. Augen sind nicht nur zum Sehen, sondern zum Staunen, Schauen und Betrachten da. Ohren sind nicht nur zum Hören, sondern zum aufmerksamen Horchen da. Hände können nicht nur greifen, sondern auch tasten, streicheln, vorsichtig berühren, fühlen und anfassen. Mit dem Mund kann nicht nur gesprochen, getrunken und gegessen werden, sondern er kann mit und über die Lippen spüren, lauthals lachen, weinen, wie ein Rohrspatz schimpfen, tiefsinnig schweigen, aus voller Kehle singen und vieles andere mehr.

Man sollte Kinder lehren,
ohne Netz
auf einem Seil zu tanzen, bei Nacht allein
unter freiem Himmel zu schlafen,
in einem Kahn
auf das offene Meer hinauszurudern.
Man sollte sie lehren,
sich Luftschlösser
statt Eigenheime zu erträumen, nirgendwo sonst
als nur im Leben zu Haus zu sein,
und in sich selbst Geborgenheit zu finden.

Hans-Herbert Dreiske

Kreativität bedeutet, aus zwanghaften Regeln auszubrechen, sich von seiner Phantasie dirigieren zu lassen, um erstaunliche Symphonien zu erzielen.

Hedwig M. Staffa

Gedanken …

Aus der Kreativitätsforschung wissen wir, dass kreative Menschen auch immer intelligent sind, intelligente Menschen aber nicht automatisch kreativ. Dort, wo Neugierde, die jeder Mensch in sich trägt, unterdrückt wird, konformes, altbewährtes Denken den Vorrang vor Originalität bekommt, werden Wagnisse gebremst, wird Kreativität blockiert. Resig­niert zieht Erika Landau, eine der großen Kreativitätsforscherinnen unserer Zeit, folgendes Resümee: „Am traurigsten jedoch erscheint mir die Folgeerscheinung dieser Erziehung, die sich mit Ansammeln von Wissen begnügt, die darin besteht, dass das Individuum eigentlich für die Vergangenheit vorbereitet wird. Die Mittel, sich kreativ mit den Problemen der Zukunft zu befassen, werden ihm nicht zur Verfügung gestellt. Damit hat Kreativität selbstverständlich auch eine gesellschaftliche Bedeutung: Neue Probleme in der Umwelt, Technik, Forschung bedürfen neuer Lösungen. An der Zukunft partizipieren heißt damit, Kindern ihre eigene kreative Entwicklung erschließen helfen, damit sie auch ihre Zu­kunft erleben (können) und unsere Zukunft mitgestalten.“

Kreativität wartet nicht auf den perfekten Moment. Sie erschafft aus gewöhnlichen Momenten ihre eigenen perfekten Momente.

Bruce Garrabrandt

Schlusswort

Kreative Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sind dyna­misch und wortgewandt, emotional stabil, unkonventionell und nonkon­form, ausdauernd und hartnäckig, haben Vorlieben für Neues und lösen sich bei Bedarf von traditionellen Anschauungen. Wenn dem so ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten in der Ausgestaltung der Elementarpädagogik: Entweder die Arbeit in Kindertagesstätten lässt diese Entwicklung zu, weil diese Verhaltensweisen kreativen Kindern zu eigen sind, oder das „Lernziel Kreativität“ verliert vollständig seine Berechtigung, in Konzeptionen aufgeführt zu sein beziehungsweise in Gesprächen mit Kollegen, Kolleginnen und Eltern genannt zu werden.

Erlauben Sie mir, zum Schluss eine kleine Geschichte wiederzugeben getreu dem bekannten Motto: >Der Kopf ist rund, damit das Denken auch einmal die Richtung wechselt<:

Auf einen Kaffee mit Gott – Eine Erlaubnis zum Beten

Zwei Mönche fahren Zug. Der ältere raucht Pfeife und betet. Der jüngere ist empört: „Aber Bruder, wir dürfen doch beim Beten nicht rauchen.“ „Kein Problem“, erwidert dieser gelassen, „ich habe die ausdrückliche Erlaubnis des Bischofs.“ Einige Wochen später sehen sich die beiden wieder. Der junge Mönch ist verärgert: „Was hast du mir da bloß erzählt? Ich habe unseren Bischof gefragt, ob ich beim Beten rauchen darf, und er hat es mir strikt verboten.“ Der ältere lächelt: „Jaaa…, ich habe ihn natürlich gefragt, ob ich beim Rauchen beten darf.“ (Martin Gröschel)

Es gibt für jeden auf der Welt Platz, um kreativ und bewusst zu sein, wenn man seine eigene Person ist. Wenn du versuchst, wie jemand anderes zu sein, dann gibt es das nicht.

Tori Amos

Literaturhinweise:

  • Busch, Volker: Kopf frei! Wie Sie Klarheit, Konzentration und Kreativität gewinnen. Droemer, 2021
  • Eagleman, David + Brandt, Anthony: Kreativität. Wie unser Denken die Welt immer wieder neu erschafft. Siedler, 2018
  • Hillgärtner, Verena: Nature Journaling. Dein Weg zu mehr Kreativität, Naturverbindung und Neugier. Kosmos, 2023
  • Hutterer, Claudia & Fackler, Isabella (Hrsg.): Die (Wieder-)Entdeckung der eigenen Kreativität. Der selbstbestimmte zwei- und dreidimensionale Ausdruck in der pädagogischen Praxis. Kopaed, 2020
  • Landau, Erika: Psychologie der Kreativität. Ernst Reinhardt, 1969
  • Nehls, Michael: Das erschöpfte Gehirn. Der Ursprung unserer mentalen Energie – und warum sie schwindet. Heyne, 2022
  • Nynke, Helge: Kinderkunst und Kreativität. Praxis und Philosophie. spielen und lernen, c/o Körner Medien UG, 2023
  • Seitz, Rudolf: Phantasie & Kreativität. Ein Spiel-, Nachdenk- und Anregungsbuch. München 1998

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Honorarprofessor für Entwicklungspsychologie und Elementarpädagogik (a.D.)




GEW fordert mindestens 130 Milliarden Euro für Bildung

Gewerkschaft zur Einigung von CDU/CSU und SPD auf ein Sondervermögen Infrastruktur, das auch Mittel für Bildungs-, Betreuungs- und Wissenschaftsinfrastruktur enthalten soll

Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), fordert mit Blick auf die Einigung von CDU/CSU und SPD, ein Sondervermögen Infrastruktur in Höhe von voraussichtlich 500 Milliarden Euro für zehn Jahre in den Bundestag einzubringen, klare finanzielle Zusagen für den Bildungsbereich. „Das deutsche Bildungssystem gleicht einer Großbaustelle. Die Aufgaben sind gewaltig“, mahnte Finnern. „Jetzt müssen Union und SPD mindestens 130 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur für die Bildung fest zusichern, um unter anderem den massiven Investitionsstau im Bildungswesen wirksam zu bekämpfen“.

Bildung ist der Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft

Diese Summe sei notwendig, um die bestehenden Missstände zu beheben und für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. „Wir stehen an einem Wendepunkt: Bildung ist der Schlüssel zu einer gerechten und inklusiven Gesellschaft. Wir müssen jetzt handeln“, so die GEW-Vorsitzende. „Um die Qualität und Ausstattung von Kitas, Schulen, Hochschulen und der Weiterbildung zu verbessern, fordert die GEW seit Jahren ein Sondervermögen. Es ist richtig und wichtig, dies jetzt politisch möglich zu machen,“ sagte Finnern.

Der Ungleichheit in der Gesellschaft endlich besser entgegenwirken

Damit das Bildungssystem der Ungleichheit in der Gesellschaft endlich besser entgegenwirken kann, schlug Finnern ein Bündel von Maßnahmen vor: „Der Ganztag muss im großen Stil ausgebaut, das Startchancenprogramm zur Unterstützung benachteiligter Schulen verstetigt und die Digitalisierung endlich konsequent vorangetrieben werden“, forderte Finnern. Zudem brauche es verbindliche Standards in einem echten Kita-Qualitätsgesetz sowie eine BAföG-Reform mit deutlicher Erhöhung und gute Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft. Auch der Pakt für berufsbildende Schulen müsse mit Geld hinterlegt werden. Das alles sei aber nur umsetzbar, wenn sich Bund und Länder endlich gemeinsam dem dramatischen Fachkräftemangel, vor allem in Kitas und Schulen, entgegenstellten.

Zum Hintergrund

CDU, CSU und SPD haben sich in Sondierungsgesprächen darauf geeinigt, noch vor der Konstituierung des 21. Bundestages ein „Sondervermögen Bund/Länder/Kommunen“ in Höhe von 500 Milliarden Euro zu schaffen, das auch Mittel für die „Bildungs-, Betreuungs- und Wissenschaftsinfrastruktur“ enthalten soll.

Quelle: Pressemitteilung GEW




Kinderrechte in der Ganztagsschule – Lernangebot von Seitenstark und DKHW

kucobina

Das Thema Kinderrechte gehört ganz nach oben auf die politische Agenda

Dabei ist die Ganztagsgrundschule der ideale Bildungsort, in dem sich Kinder aktiv mit dem Thema auseinandersetzen können. Im KUCOBINA-Projekt arbeitet Seitenstark mit dem Deutschen Kinder-hilfswerk (DKHW) zusammen. Als Ergebnis ist ein digitales Lernangebot für pädagogische Fach- und Lehrkräfte entstanden, das am 11. März 2025 in der KUCOBINA-Abschlussveranstaltung vorgestellt wird.

KUCOBINA steht für: „Kuratierter Content für Bildungsangebote im Ganztag“. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt setzen der Seitenstark e. V. und die Technische Hochschule Köln gemeinsam um. Das DKHW stellt für das Vorhaben Inhalte seiner Kinderseite www.kindersache.de zum Thema Kinderrechte und Demokratiebildung zur Verfügung. Daraus ist im Rahmen des Projekts nun ein digitales Lernangebot entstanden.

Das DKHW engagiert sich seit über 20 Jahren im Seitenstark-Netzwerk mit hochwertigen Angeboten für Kinder im Internet und für die Umsetzung von Kinderrechten im digitalen Bereich.

„Kinderrechte gelten auch im digitalen Raum. Dabei geht es aber nicht nur um Schutz und Bildung, sondern vor allem auch um das Recht von Kindern auf altersgerechte, qualitätsvolle Angebote! Genau dafür steht das KUCOBINA-Projekt von Seitenstark e.V., das wir mit unserer Kinderseite www.kindersache.de gerne unterstützen. Denn Kinder brauchen heute jenseits kommerziell ausgerichteter Medienangebote Chancen und Möglichkeiten, um den digitalen Raum mitzugestalten, mitzuerleben und ebendiese digitale Medienwelt sicher zu entdecken. Dafür braucht es eine Vielfalt guter Inhalte und kindgerechte Zugänge auch im Internet “, sagt Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Die Gestaltung qualitativ hochwertiger digitaler Bildungsangebote für Kinder ist eines der wichtigsten Anliegen unseres Vereins“, erklärt Seitenstark-Geschäftsführerin Helga Kleinen. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderhilfswerk. Im KUCOBINA-Projekt haben wir gemeinsam mit den Kinderseiten in unserem Netzwerk ganztagsrelevante Themen für Kinder didaktisch aufbereitet, sodass pädagogische Fach- und Lehrkräfte sie zielgerichtet in der Praxis einsetzen und Kinder mit Spaß lernen können.“

Einladung zur Online-Abschlussveranstaltung

Die Präsentation ausgewählter Lernangebote findet am 11. März 2025 im Rahmen der KUCOBINA-Abschlussveranstaltung statt. Das Grußwort spricht Stefan Angermüller (stellv. Referatsleiter Projektgruppe „Nationaler Digitaler Bildungsraum“, BMBF), Silke Müller (Schulleiterin, Digitalbotschafterin des Landes Niedersachsen, Buchautorin) führt mit einer Keynote ins Thema ein. Die Veranstaltung findet Online als Zoom-Videokonferenz statt.

Projekt-Info: https://seitenstark.de/eltern-und-lehrkraefte/kucobina-projekt

Informationen zur Veranstaltung https://seitenstark.de/eltern-und-lehrkraefte/kucobina-abschlussveranstaltung

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Kinderhilfswerk e.V. / Seitenstark e.V




Pädagogische Naturerlebnisse für Kinder & Jugendliche

walbaden

Natur-Resilienz-Trainer*in® für Kinder & Jugendliche

Unsere Ausbildung vermittelt praxisnahe Tools zur Stärkung der seelischen Widerstandskraft und gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Natur unterstützt ganzheitlich die Förderung von Selbstwirksamkeit, sozialer Kompetenz und Stressbewältigung. Gemeinsam erarbeiten wir basierend auf evaluierten Studien Ihr individuelles Resilienzkonzept für Kita, Schule & Freizeit:

✅ Vorteile:

  • Kompakte, praxisorientierte Ausbildung mit umfangreichem Skript
  • Möglichkeit zur Nutzung des ZPP-zertifizierten Konzepts der DAWG
  • Qualitätsgeprüft durch den Gütesiegelverbund für Weiterbildungen
  • Zugang zum Waldbaden-Netzwerk mit Webinaren & Events

Diese Ausbildung eignet sich besonders für Erzieherinnen, Pädagoginnen, Sozialarbeiter*innen & alle, die mit Kindern arbeiten. Ergänzend gibt es das Aufbaumodul Natur-Resilienz Advanced & die Ausbildung zum Natur-Resilienz-Coach.

🌿 Ziel: Lernen Sie, den „grünen Seminarraum“ gezielt einzusetzen und Kindern mehr Belastbarkeit, Selbstbewusstsein & Lebensfreude zu vermitteln.

https://waldbaden-akademie.com/angebote/ausbildung/natur-trainer/ausbildungen-zum-trainer/natur-resilienztrainer-fuer-kinder-und-jugendliche/

Kursleiter*in für Waldbaden mit Kindern & Jugendlichen

Kinder erleben Waldbaden spielerisch – ohne Druck, aber mit großer Wirkung: Es stärkt Konzentration, Selbstwahrnehmung und Stressbewältigung. Unsere praxisorientierte Ausbildung vermittelt theoretische Grundlagen und praktische Übungen, um Kindergruppen professionell anzuleiten.

✅ Inhalte:

  • Achtsamkeits- & Wahrnehmungsübungen
  • Waldbaden für Kinder mit Stresssymptomen
  • Meditation, Atem- & Bewegungsübungen
  • Naturschutz beim Waldbaden

✅ Ablauf & Vorteile:

  • 6-tägiges Präsenzseminar mit Prüfung & Lehrprobe
  • Zertifizierung durch DAWG & Gütesiegelverbund
  • Möglichkeit zur ZPP-Nutzung für eigene Angebote
  • Zugang zum Waldbaden-Netzwerk für Austausch & Sichtbarkeit

Ziel: Die Ausbildung qualifiziert zur Leitung von Waldbaden-Angeboten in Kitas, Schulen & Betreuungseinrichtungen. Ideal für Pädagoginnen, Erzieherinnen & Entspannungspädagogen.

https://waldbaden-akademie.com/angebote/ausbildung/waldbaden/ausbildung-kursleiter-waldbaden/waldbaden-fuer-kinder-jugendliche/

Wald-Entdecker-Karten

12,00 €

Die Wald-Entdecker Karten – Das Suchspiel für kleine und große Abenteurer.




Wer verspielt ist und spielt, kann Probleme besser lösen

Resilienz und Wohlbefinden stellen sich laut Forschern der Oregon State University eher ein

Erwachsene mit einem hohen Grad an Verspieltheit verfügten während der COVID-19-Pandemie über eine größere Resilienz, wie Forscher*innen der Oregon State University herausgefunden haben. Forschungsleiterin Wissenschaftlerin Xiangyou (Sharon) Shen zufolge ist Verspieltheit gerade in schwierigen Zeiten eine entscheidende, aber unterschätzte Ressource für den Aufbau von Resilienz und die Aufrechterhaltung des Wohlbefindens. Zudem handle es sich dabei um eine Ressource, die die Menschen selbst kultivieren können.

Mehr Optimismus

Die Wissenschaftler haben 500 Teilnehmer der „Adult Playfulness Trait Scale“ untersucht. Jene, die besser abgeschnitten hatten, schätzten die Lage zwar ähnlich ein, waren in Hinblick auf die Zukunft jedoch optimistischer eingestellt und beim Lösen von Problemen kreativer. Diesen Personen gelang es auch, ihrem Alltag eine Qualität und Spaß zu verleihen.

„Sie veränderten herausfordernde Situationen aktiv, fanden kreative Alternativen und sahen Probleme als Möglichkeit für ein Wachstum an und behielten dabei ein starkes Gefühl der Kontrolle“, unterstreicht Shen. Im Prinzip gehe es darum, aus Zitronen Limonade zu machen. Entscheidend sei, dass verspielte Menschen die Welt nicht durch eine rosarote Brille sähen. Vielmehr würden sie Probleme besser erkennen und dabei realistisch sein.


SPIEL und SELBSTBILDUNG – Kitas brauchen eine pädagogische Revolution

Es muss eine praxisorientierte Revolution stattfinden, indem einer wirtschaftlich und funktional gestalteten Elementarpädagogik die „Rote Karte“ gezeigt und erneut Kinder und ihre Entwicklungsbedürfnisse in das Zentrum der Pädagogik gerückt wird. Das gelingt nur mit einer aktiven, lebendigen, authentisch gestalteten SPIELPÄDAGOGIK und spielfreudigen kindheitspädagogischen Fachkräften.

Softcover, 176 Seiten, 14,8 x 21 cm
ISBN: 978-3-96304-616-2
22 €


Paradigmenwechsel

Bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass spielerische Menschen Situationen umdeuten, um sie angenehmer zu machen. Unklar war bisher jedoch, was diese Umdeutung genau ist und wie sie funktioniert. Shen kommt jetzt zu dem Schluss, dass Verspieltheit die Wirklichkeit nicht verzerrt, sondern sie verbessert. Die Forschungsergebnisse sind in „Frontiers in Psychology“ nachzulesen.

Moritz Bergmann/pressetext.redaktion




Aktionsbündnis fordert: Kinderrechte gehören endlich ins Grundgesetz!

kinderrechte

Verfassungsrechtlichen Verankerung der Kinderrechte im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention

Das Aktionsbündnis „Kinderrechte ins Grundgesetz“ plädiert im Vorfeld der Bundestagwahl noch einmal nachdrücklich für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. Mit einer solchen verfassungsrechtlichen Verankerung der Kinderrechte im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention besteht die große Chance, dass Kinderrechte stärker als bisher zu einem Kompass für politisches Handeln werden.  Langfristig wird damit eine tragfähige Grundlage für ein kinder- und familienfreundlicheres Land geschaffen. Kinder in Deutschland können so besser geschützt sowie Staat und Gesellschaft stärker in die Verantwortung für das Kindeswohl genommen werden. Gerade in Krisenzeiten wird deutlich, dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen ansonsten nicht ausreichend Berücksichtigung finden. Kinderrechte im Grundgesetz stärken die Rechte der Eltern zum Wohle ihrer Kinder und die Interessen von Familien in unserer alternden Gesellschaft. Die Beteiligung der jungen Generation stärkt unsere Demokratie.

Das Aktionsbündnis „Kinderrechte ins Grundgesetz“ weiß mit seiner Forderung eine große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland hinter sich. In einer vor kurzem veröffentlichten repräsentativen Forsa-Umfrage für das Deutsche Kinderhilfswerk hatten 73 Prozent der Befragten die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz als wichtige Aufgabe für die nächste Bundesregierung gesehen.

Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes:

„Kinder haben Rechte – und die müssen endlich im Grundgesetz verankert werden. Wir rufen alle Parteien dazu auf, sich im Bundestagswahlkampf klar für die Aufnahme der Kinderrechte einzusetzen. Nur so stellen wir sicher, dass das Wohl von Kindern bei politischen Entscheidungen wirklich im Mittelpunkt steht und sie den Schutz und die Förderung bekommen, die sie brauchen.“

Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes:

„Die Interessen der Kinder und Jugendlichen dürfen auch im Hinblick auf eine zukunftsfähige Gesellschaft nicht außer Acht gelassen werden. Deshalb braucht es im Grundgesetz einen eigenen Artikel für die Kinderrechte, die unabhängig von den Elternrechten und ohne mit ihnen in Konflikt zu geraten gegenüber dem Staat gelten. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Kinderrecht auf Beteiligung zu. Die Beteiligung von Kindern ist ein zentraler Wert einer demokratischen Gesellschaft. Das muss auch im Grundgesetz klar zum Ausdruck kommen.“

Georg Graf Waldersee, Vorsitzender UNICEF Deutschland:

„Die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsorientierte Politik. Damit würde die Mitsprache von Kindern und Jugendlichen gewährleistet und ihre Anliegen in politischen Entscheidungen gehört. Investitionen in ihr Recht auf Schutz, Bildung und Gesundheit sind zugleich Investitionen in die Stabilität und Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.“

Sabine Walper, Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind:

„Noch immer leben zu viele Kinder in Deutschland in Armut und zu viele müssen Diskriminierung, Gewalt oder Vernachlässigung erleiden. Nach wie vor hängen die Bildungschancen eines Kindes und ein gesundes Aufwachsen zu stark von seiner sozialen Herkunft ab. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz wären ein wichtiger Schritt, um die Folgen sozialer Ungleichheiten endlich abzubauen, denn jedes Kind hat das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit und auf volle Entfaltung seiner Begabungen und Fähigkeiten, zuhause und in den Bildungseinrichtungen, und zwar von Anfang an.“

Seit 1994 setzt sich das Aktionsbündnis Kinderrechte (Deutsches Kinderhilfswerk, Der Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind) für die vollständige Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland und die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein. Der vom Aktionsbündnis Kinderrechte initiierte Appell „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“ wurde im Jahre 2021 von mehr als 100 Organisationen aus der Kinder- und Jugendhilfe, Medizin, Pädagogik und anderen Bereichen unterstützt.

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Kinderhilfswerk / Der Kinderschutzbund / UNICEF Deutschland / Deutsche Liga für das Kind




Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland endlich zur Chefsache machen

Deutsches Kinderhilfswerk zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit Bund, Länder und Kommunen auf, die Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland endlich zu priorisieren. Nach dem Scheitern der Kindergrundsicherung sieht die Kinderrechtsorganisation vor allem das Spitzenpersonal der nächsten Bundesregierung in der Verantwortung. Kein Kind zurücklassen bedeutet in diesem Zusammenhang, allen Kindern ein gutes und gesundes Aufwachsen sowie gleichwertige Lebensverhältnisse unabhängig von ihrem Wohnort und ihrer sozialen Herkunft zu ermöglichen. Dies kann aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes nur durch das Zusammenspiel einer eigenständigen finanziellen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit einer gleichzeitigen Absicherung ihrer Bildungs- und Teilhabebedarfe durch ein chancengerechtes, leicht zugängliches und armutspräventives Angebot in ihrem Lebensumfeld gelingen.

Vom Recht auf gutes Aufwachsen

„Alle Kinder und Jugendlichen haben gemäß Artikel 26 und 27 der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf ein gutes Aufwachsen, bestmögliche Entwicklungschancen und soziale Sicherheit. Das Leben armutsbetroffener Kinder zeichnet sich demgegenüber von Beginn an durch finanzielle Engpässe, schlechtere Wohnverhältnisse, ungesündere Ernährung und Verzicht aus. In allen Bereichen können von Armut betroffene Kinder und Jugendliche ihre Potentiale nicht ausschöpfen – und das seit Jahren, mit dramatischen Konsequenzen für sie selbst aber auch unsere Gesellschaft insgesamt. Zugleich sehen wir mit großer Sorge, dass die Mittel für die präventive Kinder- und Jugendhilfe immer weiter gekürzt werden und Kürzungen im sozialen Bereich oben auf der politischen Agenda stehen. Davor darf die kommende Bundesregierung nicht weiter die Augen verschließen. Wir brauchen endlich konsequente, tragfähige Lösungen als Hilfe für die betroffenen Kinder“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Mangel an Spielplätzen und Freizeiteinrichtungen sowie gut ausgestatteten Schulen

„Armutsbetroffene Kinder und Jugendliche leben viel häufiger in Stadtteilen, in denen es an Spielplätzen und Freizeiteinrichtungen sowie gut ausgestatteten Schulen mangelt. Die erlebte und objektive Chancenungleichheit erschwert es betroffenen Kindern und Jugendlichen, einen guten Schulabschluss zu erwerben, da dieser wesentlich mit dem Einkommen und dem Abschluss der Eltern zusammenhängt. Ein schlechter oder gar kein Schulabschluss erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit, selbst im Erwachsenenalter in Armut zu leben. Hier müssen also dicke Bretter gebohrt werden, um endlich Abhilfe zu schaffen“, so Hofmann weiter.

Konkrete Maßnahmen gegen die Armut

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert deshalb die nächste Bundesregierung auf, konkrete Maßnahmen zur Reduktion der Kinderarmut vorzunehmen. So sollten der Kinderzuschlag und die Leistungen der Grundsicherung auf Basis eines neu berechneten kindlichen Existenzminimums, das sich zukünftig an der Mitte statt am unteren Fünftel der Gesellschaft orientieren sollte, erhöht werden. Die Leistungen für Bildung und Teilhabe (BuT) müssen in diesem Kontext ebenfalls erhöht werden. Zudem bedarf es einer flächendeckenden Kampagne, damit anspruchsberechtigte Familien endlich wissen, was ihnen zusteht. Trotz des Scheiterns der Kindergrundsicherung, die aus der Holschuld der Familien eine staatliche Bringschuld machen wollte, muss die nächste Bundesregierung dafür sorgen, dass Ansprüche schnell und möglichst unbürokratisch geltend gemacht werden können. Als Mitglied des Bündnisses Kindergrundsicherung fordert das Deutsche Kinderhilfswerk weiterhin, am Ziel der Kindergrundsicherung festzuhalten.

Kindzentrierter Blick auf Armutsprävention und -bekämpfung

Zudem muss der kindzentrierte Blick auf Armutsprävention und -bekämpfung gestärkt werden. Voraussetzung hierfür ist die ressortübergreifende Zusammenarbeit aller Ebenen vom Bund über die Länder bis hin zu den Kommunen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert dementsprechend eine Gesamtstrategie, die monetäre Leistungen und Infrastrukturmaßnahmen zusammendenkt sowie bestehende Leistungen und Unterstützungssysteme auf Wirksamkeit und Zugänglichkeit bzw. Inanspruchnahme überprüft.

Der Bund hat hierbei eine koordinierende Aufgabe, die er endlich federführend wahrnehmen muss. Schließlich müssen Konzepte einer armutssensiblen Pädagogik in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen verankert werden, um klassistischen Diskriminierungen und Ausschlüssen aufgrund sozioökonomischer Benachteiligungen entgegenzuwirken. Dabei steht die Frage an vorderster Stelle, wie von Armut betroffene Kinder von Beginn an beteiligt und wie Stigmatisierungen und Vorannahmen wirksam bekämpft werden können. Konzepte einer armutssensiblen Praxis zielen hier sowohl auf die Reflektionsfähigkeiten des pädagogischen Personals als auch auf eine Sensibilisierung der Kinder für diese Themen. Konzepte zum Umgang mit Armut in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen sollten dabei in den Ausbildungscurricula fest verankert werden.

Pressemitteilung Deutsches Kinderhilfswerk




Freundliche Bilder können Schmerzen bei Kindern lindern

Studie belegt, dass das das Betrachten eines Fotos der Mutter, einer lächelnden fremden Person oder einer positiven Szene zur Schmerzlinderung bei Kindern führt

Kinder erleben immer wieder Schmerzen – sei es bei kleinen Unfällen beim Spielen, beim Sport oder während medizinischer Eingriffe wie Impfungen. Eine Forschungsgruppe um Prof. Christiane Hermann von der Abteilung für Klinische Psychologie hat in einer experimentellen Studie untersucht, ob das gleichzeitige Betrachten von verschiedenen Bildern die Schmerzwahrnehmung lindern kann. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

Leichte Hitzereize und angenehme Fotos

Für die Studie wurden Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren in ein Labor eingeladen, wo sie leichte, aber länger andauernde Hitzereize auf ihrem Unterarm spürten. Gleichzeitig betrachteten sie verschiedene Fotos: Gesichter ihrer Mutter mit neutralem Gesichtsausdruck, Gesichter fremder Frauen, die entweder lächelten oder neutral blickten, angenehme Szenen – etwa mit Delfinen –, aber auch unangenehme Szenen (z. B. angsteinflößende oder traurige Bilder). Die Kinder bewerteten sowohl die Fotos als auch die Intensität der Schmerzen, die sie während des Experiments empfanden.

Bilder können helfen

Das Betrachten bestimmter Bilder konnte die Schmerzempfindung der Kinder nachweislich beeinflussen: Bilder der neutral schauenden Mutter, einer lächelnden Fremden oder angenehme Szenen reduzierten die wahrgenommene Schmerzintensität. Unangenehme Bilder führten zu einer Verstärkung der Schmerzreaktionen, die sich besonders in psychophysiologischen Werten wie zum Beispiel der Hautleitfähigkeit oder der Aktivität der Stirnmuskulatur zeigte.

Erkenntnisse haben auch praktische Bedeutung

Die Ergebnisse der Studie zeigen nicht nur, dass schon das Betrachten eines Fotos der Mutter, einer lächelnden fremden Person oder einer positiven Szene spürbar zur Schmerzlinderung bei Kindern beitragen kann. Diese Erkenntnisse haben auch praktische Bedeutung: Wenn Eltern bei einem schmerzhaften Ereignis ihres Kindes, wie zum Beispiel einer Impfung oder einem Vorfall in der Kindertagesstätte, nicht anwesend sein können, können solche Bilder eine einfache und wirksame Möglichkeit sein, dem Kind zu helfen, den Schmerz besser zu bewältigen. Die Ergebnisse eröffnen also neue Wege, wie Bilder als emotionale Unterstützung für Kinder genutzt werden können.

Originalpublikation

Hillmer K, Kappesser J, Hermann C (2024) Affective and social pain modulation in children—Experimental evidence using picture viewing. PLOS ONE 19(12): e0313636. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0313636

Lisa Dittrich, Justus-Liebig-Universität Gießen