Informationskompetenz für Schülerinnen und Schüler unverzichtbar

Zum neunten Mal erhält die Universitätsbibliothek Bamberg das Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“

Bereits zum neunten Mal hat die Universitätsbibliothek Bamberg das Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“ erhalten. Die Verleihung, bei der Dr. Fabian Franke und Christiane Lauterbach von der Universitätsbibliothek Bamberg das Zertifikat entgegennahmen, fand in Würzburg statt. Die Auszeichnung, die alle zwei Jahre vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus verliehen wird, hebt die vorbildliche Kooperation zwischen Bibliotheken und Schulen hervor.

Bibliotheken sind wertvoll für bayerisches Bildungssystem

„Die diesjährigen Preisträger sind leuchtende Beispiele, die zeigen, wie unsere Bibliotheken mit modernen Methoden und viel Leidenschaft Freude am Buch sowie Lese- und Informationskompetenz vermitteln“, betonte Wissenschaftsminister Markus Blume. Kultusministerin Anna Stolz würdigte ebenfalls das herausragende Engagement: „Die Auszeichnung zeigt einmal mehr, wie wertvoll die Arbeit unserer Bibliotheken für das bayerische Bildungssystem ist. Sie sind unverzichtbare Partner für unsere Schulen und spielen eine zentrale Rolle bei der Leseförderung. Gleichzeitig machen sie unsere Kinder und Jugendlichen fit im verantwortungsvollen Umgang mit Informationen. Und sie wecken bei ihnen durch kreative und vielfältige Angebote die Freude am Lesen.“

Schülerinnen und Schüler sind an der Universitätsbibliothek immer willkommen

„Informationskompetenz ist unverzichtbar, um Mis- und Desinformation zu erkennen und so letztlich unsere Demokratie zu stärken“, sagt Bibliotheksdirektor Fabian Franke. „Schülerinnen und Schüler sind in der Universitätsbibliothek immer herzlich willkommen. Wir arbeiten mit über 30 Schulen aus Bamberg und der Umgebung zusammen und unterstützen sie, die Informationskompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern.“ In den Jahren 2022 und 2023 bot die Universitätsbibliothek insgesamt 161 Veranstaltungen speziell für diese Zielgruppe an, mit denen sie insgesamt rund 2.700 Personen erreichte.

Zahlreiche Kurse – online und offline

Das Angebot ist dabei breit gefächert. Es umfasst Kurse unter anderem zu Literaturrecherche und Literaturverwaltung, zur Bewertung von Informationsressourcen und zum Zitieren und wissenschaftlichen Arbeiten. Die Universitätsbibliothek Bamberg hat auch ihr virtuelles Angebot ausgeweitet – etwa mit dem Online-Tutorial Sputnik, das eine Einführung in die Literaturrecherche mit Studienberatung kombiniert und Schülerinnen und Schülern zeigt, wie sie Plagiate vermeiden und Fake News erkennen können.

„Wir wollen junge Menschen frühzeitig fördern und sie auf ihrem Bildungsweg begleiten“, sagt Prof. Dr. Stefan Hörmann, Vizepräsident für Lehre und Studierende. „Als Universität mit einer starken Verankerung in der Lehrkräftebildung ist es uns zudem ein besonderes Anliegen auch Lehrerinnen und Lehrer über das Lehramtsstudium hinaus in ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen.“ So bietet die Universitätsbibliothek neben den Kursen für Schülerinnen und Schüler auch Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer an. Diese reichen von Themen wie Recherchestrategien, Suchmaschinen und Bewertungskriterien für Internetseiten bis hin zu Plagiatserkennung und Künstliche Intelligenz (KI).

Insgesamt 82 Bibliotheken ausgezeichnet

Neben der Universitätsbibliothek Bamberg wurden 10 weitere wissenschaftliche, 24 kirchlich-öffentliche und 47 kommunale Bibliotheken mit dem Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“ prämiert. Über die Vergabe der Auszeichnung entscheidet eine Fachjury, die sich zusammensetzt aus Vertreterinnen und Vertretern der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, des Instituts für Schulqualität und Bildungsforschung, des St. Michaelsbundes und des Berufsverbands Information Bibliothek e.V. sowie der wissenschaftlichen Bibliotheken.

Weitere Informationen:

http://www.uni-bamberg.de/ub/fuer-schuelerinnen-und-schueler (Alle Infos für Schülerinnen und Schüler zur Universitätsbibliothek sowie das Online-Tutorial Sputnik)

Quelle: Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw-




spielen und lernen beim Bücherfestival in Baden-Baden

Spannende Kinder-, Ratgeber- und Fachbücher und eine Lesung mit Boris Zatko am Sonntag

Der historische Spiegelsaal und Kristallsaal des Kulturhauses LA8 sind am kommenden Wochenende die imposante Kulisse für das erste Bücherfestival in Baden-Baden. Von Freitag, den 8. November, bis Sonntag, den 10. November präsentieren rund 50 Verlage und Autorinnen ihre aktuellen Bücher.

Auch spielen und lernen mit den Partnerverlagen Oberstebrink und Burckhardthaus wird an diesen Tagen vor Ort sein. Die Verlage bieten hier Einblicke in das Kinderbuch-, Elternratgeber und Pädagogikprogramm. Für alle spielen-und-lernen Leser und Leserinnen gibt es wie immer kleine Überraschungen.

Die Fantasy-Jugendbuchreihe Anna Fink

Ein besonderes Highlight ist die Lesung des Basler Künstlers und Kinderbuchautors Boris Zatko, der aus seinem neuen Fantasieabenteuer Anna Fink – Der Vogel der Welten vorliest. Die Lesung findet am Sonntag, den 10. November, um 11 Uhr in der Museumspädagogischen Werkstatt des LA8 statt. Der Jugendroman richtet sich an Jugendliche ab zwölf Jahren.

Der Vogel der Welten ist der zweite Band der preisgekrönten Fantasy-Jugendbuch-Reihe! Nach einer holprigen Reise erreichen Anna und ihre Mutter Linda das Märchenreich Negasem. Bei einem geheimen Treffen mit dem jungen Herzog Akil Serafin auf einem Friedhof unterhalb des Schlosses finden sie das „Ei der Seelenvögel“.

Weitere Informationen zum Bücherfestival finden Sie hier: https://www.buecherfestival.de/

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!




Jederzeit gut sichtbar auf dem Schulweg mit reflektierender Kleidung

regenreflektor

Wenn die Tage kürzer werden, sind Kinder auf dem Weg von der oder zur Schule besonders gefährdet

In Dämmerung, Dunkelheit und bei schlechtem Wetter werden viele Verkehrsteilnehmer von Autofahrenden spät gesehen. Da betrifft vor allem Kinder, die aufgrund ihrer größe, noch schlechter gesehen werden könen. Fachleute schätzen, dass sich das Unfallrisiko um die Hälfte senken ließe, wenn deren Sichtbarkeit erhöht werde.

Kleidung und Taschen: lieber leuchtend

„Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder leuchtende und retroreflektierende Kleidung und Taschen tragen“, sagt Corina Walther, Sachgebietsleiterin persönliche Schutzausrüstung gegen physikalische Einwirkungen am Institut für Arbeitsschutz bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA). Grelle statt gedeckter Farben erzeugen einen Kontrast zum Hintergrund, sodass entsprechend gekleidete Kinder schneller und besser gesehen werden.

Fluoreszierende und retroreflektierende Teile auf zum Beispiel Schulranzen, Schuhen oder Jacken bieten zusätzliche Sicherheit. Damit ausgestattet sind Kinder bereits aus einer Entfernung von 150 Metern gut zu sehen. Am besten werden die Reflektoren am ganzen Körper und an sich bewegenden Körperteilen angebracht. So nehmen Autofahrende nicht nur etwas Helles wahr, sondern erkennen, dass es sich um einen Menschen handelt. Werden die Reflektoren durch Scheinwerfer angestrahlt, senden sie das Licht direkt zum Ausgangspunkt zurück. Nur die Person hinterm Steuer nimmt die Reflexion war. „Bewegt sich das Kind allerdings außerhalb des Scheinwerferkegels, sind die reflektierenden Materialien unwirksam“, so Corina Walther.

Aktive Beleuchtung in dunkler Umgebung

In diesem Fall können Anwendungen mit aktiver Beleuchtung eine Lösung sein. Mit Leuchtdioden (englisch: light-emitting diode, kurz LED) auf zum Beispiel Warnwesten und Schulranzen sind Kinder auch in dunklen Umgebungen und ohne Straßenbeleuchtung gut zu sehen. Da LEDs mit Strom aus Akkus oder Batterien betrieben werden, ist bei ihrer Anwendung einiges zu beachten:

  • Anbringung so gestalten, dass eine Rundumsichtbarkeit gegeben ist und keine anderen leuchtenden Bestandteile wie z.B. Retrostreifen verdeckt werden
  • Leuchtkraft der LEDs regulieren. Andere Verkehrsteilnehmende könnten sonst geblendet werden
  • Schnelle Blinkfunktionen ausschalten. Sie können störend wirken.
  • Auf Überhitzung von LED, Akkus und Batterien achten.
  • Akkus und Batterien wasserdicht verpacken. So sind sie vor Regen geschützt.
  • Anschlusskabel dürfen nicht in Spannung sein oder knicken.
  • Auf die Pflegehinweise achten. Sind Kleidungsstücke mit LED-Beleuchtung waschbar, vorher Akkus und Batterien entfernen.
  • Die richtigen Akkus und Batterien wählen. Die Herstellerinformation geben Aufschluss.
  • Nur geprüfte und zertifizierte LEDs verwenden. Die jeweilige Norm ist auf Kleidungs- und Taschenetiketten vermerkt.

„LED-Lichter sollten grundsätzlich mit Augenmaß eingesetzt werden, denn zu helle und blin-kende LED-Lichter können andere Straßenverkehrsteilnehmende blenden“, so Corina Walther. „Korrekt verwendet sind sie eine gute Ergänzung zu heller Kleidung und retroreflektierendem Material.“

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)




Kindergerechtigkeit

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Wie empfinden kleine Kinder, was gerecht und was ungerecht ist und wie verhalten sie sich entsprechend?

Zwei Psychologen und eine Psychologin von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), der niederländischen Universität Tilburg und der Veterinärärztlichen Universität Wien zeigen in der Fachzeitschrift Communications Psychology, dass es stereotypische Geschlechterunterschiede gibt, aber es doch nicht ganz so einfach ist.

Das Szenario ist bekannt:

Der siebenjährige Lukas beschwert sich lautstark, wenn sein Freund Henry eine Eiskugel mehr bekommt als er selbst. Obwohl – oder gerade weil (?) – er sich unfair behandelt fühlt, gibt er seinem Freund Leo, der gar kein Eis hat, keinen Happen ab. Lisa dagegen teilt ihr Eis mit Leo. Dann aber, am folgenden Tag, hat Lukas Schokolade dabei, von der er bereitwillig Lisa etwas abgibt.

Das erste Beispiel scheint stereotyp:

Jungen erkennen zwar sehr genau Ungerechtigkeiten, die gegen sie wirken, behandeln aber im selben Moment andere Kinder genauso unfair. Mädchen dagegen sind dazu eher bereit zu teilen. Doch im Fall der Schokolade funktioniert das Stereotyp nicht.

Wie sich der Sinn für Fairness und Unfairness bei Kindern entwickelt, untersuchten drei Forschende, die ursprünglich alle an der HHU arbeiteten, genauer: Prof. Dr. Tobias Kalenscher, Lehrstuhlinhaber für Vergleichende Psychologie in Düsseldorf, Dr. Lina Oberließen, jetzt am Wolfsforschungszentrum der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Prof. Dr. Marijn van Wingerden vom Department of Cognitive Science and Artificial Intelligence der Universität Tilburg. In Communications Psychology beschreiben sie Verhaltensexperimente, die sie dazu mit 332 Kindern im Alter von drei bis acht Jahren gemacht haben.

Prof. van Wingerden:

„Bei uns gab es allerdings weder Eis noch Schokolade, sondern die Kinder sollten sich paarweise Smiley-Sticker zuschieben. Teilweise bauten wir auch für das Kind, dass die Verteilung vornimmt, zusätzliche Kosten ein, wenn es zum Beispiel die Sticker gleich verteilt. Und dann beobachteten wir, wie sich die Kinder in verschiedenen Geschlechterkonstellationen verhielten.“

Dr. Oberließen zu den Ergebnissen:

„Wir fanden tatsächlich geschlechtsspezifische Effekte. Mädchen zeigten sich mitfühlender als Jungen. Interessanterweise gab es aber bei beiden Geschlechtern den gleichen Unmut, wenn ein Junge der Empfänger einer größeren Portion war. Dies deutet darauf hin, dass Neid gegenüber Jungen allgemein größer ist.“ Ebenfalls scheinen Jungen ihrem eigenen Geschlecht gegenüber gehässiger zu sein: Sie wählten immer die größtmögliche Anzahl Sticker für sich selbst, auch wenn ihr Gegenüber dann leer ausging.

Die Fairnesseinstellung von Kindern ist also tatsächlich geschlechtsabhängig!

Sie hängt aber nicht nur vom eigenen Geschlecht ab, sondern auch vom Geschlecht der Kinder, mit dem sie interagieren. Van Wingerden: „Wir haben die typischen Geschlechterstereotypen gefunden – Mädchen sind mitfühlender, das Konkurrenzverhalten von Jungen ist ausgeprägter.“ Oberließen ergänzt: „Die Geschichte ist aber doch komplizierter. So wird Neid etwa bei beiden Geschlechtern eher gegen Jungen ausgedrückt als gegen Mädchen. Und Jungs sind, wenn sie ihre Ressourcen mit Mädchen teilen, wesentlich mitfühlender als mit anderen Jungen.“

Prof. Kalenscher folgert aus den Ergebnissen: „Geschlechterstereotypen sind in der heutigen Gesellschaft allgegenwärtig. Unsere Studie unterstreicht, dass geschlechtsspezifische Unterschiede im Sozialverhalten tatsächlich empirisch beobachtbar sind, selbst bei kleinen Kindern. Dies trägt möglicherweise zu kulturellen, stereotypen Geschlechterrollen im Erwachsenenalter bei. Wir sehen aber auch, dass sich geschlechtsspezifische Unterschiede, zumindest im Bereich der Fairnesspräferenzen, über einen längeren Zeitraum verfestigen. Diese Beobachtung lässt Raum, um während der kritischen Phase der Kindheit nicht-geschlechtsstereotype Fairness-Einstellungen zu fördern.“

Originalpublikation:

Marijn van Wingerden, Lina Oberließen & Tobias Kalenscher. Egalitarian preferences in young children depend on the genders of the interacting partners. Communications Psychology 2, 89 (2024). DOI: 10.1038/s44271-024-00139-9

Quelle: Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw-




Weizenmehl: Mehr als zwei Drittel überzeugen

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Öko-Test hat 30 Weizenmehle der Typen 405 und 550 getestet

Weizenmehl ist eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel überhaupt. Es steckt nicht nur in Backwaren aller Art, sondern auch in vielen anderen Nahrungsmitteln. Öko-Test hat nun 30 Weizenmehle der Typen 405 und 550 getestet. Darunter waren 18 aus konventioneller Landwirtschaft und zwölf aus biologischem Anbau. Die Mehrheit der Testprodukte überzeugt die Verbraucherschützer.

Neun Weizenmehle erhalten von Öko-Test ein oder zwei Noten Abzug für Rückstände mehrerer beziehungsweise besonders bedenklicher Pestizide. So auch ein Bio-Produkt. Die restlichen Bios bewertet Öko-Test mit „sehr gut“.

„Wir werten nicht nur bedenkliche Pestizidspuren ab, sondern auch Rückstände mehrerer Pestizide in einem Produkt, da noch völlig unklar ist, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann,“ sagt Öko-Test-Ernährungswissenschaftlerin und Redakteurin Sarah Becker.

Die konventionellen Testprodukte von Aldi Süd, Lidl, Frießinger Mühle, Aurora Mühlen und Penny erhalten das Öko-Test-Urteil „befriedigend“.

Weitere Informationen zum Test finden Sie in der Novemberausgabe des ÖKO-TEST-Magazins oder unter: oekotest.de/14973

Quelle: Pressemitteilung Öko-Test




Sicherer Schulweg dank Schulstraßen: Bündnis erarbeitet Leitfaden für Kommunen

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Das Thema Schulwegsicherheit ist auch nach den Sommerferien nicht adäquat gelöst

Das Modell der Schulstraße, die für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt ist, sei es permanent oder temporär, wird immer bekannter. Es packt das Problem bei den Wurzeln und liefert einen wichtigen Baustein für ein kindgerechtes Verkehrssystem.

Mit dem Leitfaden zeigt das Kidical Mass Aktionsbündnis, wie Kommunen Schulstraßen rechtssicher und Schritt für Schritt einrichten können. Für eine Kommune bedeutet es viel Aufwand, den rechtlichen Rahmen bei neuen Maßnahmen einwandfrei auszuarbeiten. Der Leitfaden liefert diese Vorarbeit, die die Kommunen oft gar nicht leisten können. Mit Hilfe des Praxisleitfadens ist das Hochskalieren auch sehr vereinfacht, da verschiedene Situationen, z.B. Schulen an Hauptstraßen und Nebenstraßen, thematisiert werden.

Rechtsgutachten und Erlass, um die Einrichtung von Schulstraßen zu erleichtern

Im Dezember 2023 veröffentlichte das Aktionsbündnis bereits ein Rechtsgutachten, im Januar 2024 NRW als erstes Bundesland einen Erlass, um die Einrichtung von Schulstraßen zu erleichtern. Mit Schulbeginn sind neue Pilotprojekte u.a. in Dortmund und Mönchengladbach gestartet, weitere wurden z.B. in Bamberg und Hamburg beschlossen. In Köln steht die Verstetigung der Pilotprojekte kurz bevor. „Es gibt aber auch Kommunen, die weiterhin zögerlich sind“, sagt Simone Kraus, Sprecherin des Kidical Mass Aktionsbündnisses, „Damit sich das ändert, veröffentlichen wir zum Start der Aktionswochen den Schulstraßen-Leitfaden.“

Die Einrichtung von Schulstraßen – ob temporär oder permanent autofrei – ist ein wichtiger Meilenstein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr für Kinder. Bestenfalls werden sie im Straßenverkehrsrecht (StVO) integriert ähnlich wie in Österreich.

Zusätzlich braucht es ein Gesamtkonzept. Idealerweise werden Schulstraßen in ein umfassendes kindgerechtes Mobilitätsmanagement der Kommune integriert. Andere wichtige Bausteine sind eine übergreifende Schulwegplanung, die breite, geschützte Fahrradwege, sichere Querungsmöglichkeiten sowie die Anordnung von Tempo 30 auf Schulwegen vorsieht.

Präsentation des Leitfaden im Rahmen der Aktionswochen

Im Rahmen der Aktionswochen #StrassenFürAlle vom 16. September bis 27. Oktober 2024 haben in ganz Deutschland zahlreiche Erwachsene und Kinder in erster Linie für die Einrichtung von Schulstraßen demonstriert. Temporäre und dauerhafte Schulstraßen sind ein wichtiger Meilenstein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr für Kinder. Bestenfalls werden sie in das Straßenverkehrsrecht (bzw. die StVO) integriert, ähnlich wie bereits in Österreich.

Hier findet sich eine konkrete Anleitung, wie sich Schulen, Eltern und Anwohner an Kommunen wenden können, um eine Schulstraße einzurichten. https://kinderaufsrad.org/aktiv-werden/schulstrassen

Hier können Sie den Leitfaden für Schulstraßen herunterladen: Download

Quelle: Pressemitteilung Kidical Mass Aktionsbündnis




Frühe Hilfen kommen auch in Familien in Armutslagen an

Monitoring-Bericht der Bundesstiftung Frühe Hilfen dokumentiert wesentliche Daten und Erkenntnisse zu den aktuellen Entwicklungen in den Frühen Hilfen

Die Versorgung psychosozial belasteter Familien mit kleinen Kindern von null bis drei Jahren in Deutschland hat sich deutlich verbessert: Das zeigen die Daten des Monitorings der Bundesstiftung Frühe Hilfen. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI) hat den Bericht jetzt veröffentlicht.

Zentrale Ergebnisse

In 97 Prozent der Kommunen mit einem Jugendamt war im Jahr 2020 ein Angebot der Längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung (LaB) von Familien durch Fachkräfte der Frühen Hilfen, wie Familienhebammen, vorhanden (2015: 87,9 Prozent, Quelle: Kommunalbefragungen).

14,5 Prozent der Familien, die in Armut leben, haben die LaB durch eine Gesundheitsfachkraft genutzt. Damit wurden Familien in Armutslagen häufiger erreicht als Familien ohne Armut (9,5 Prozent) (Quelle: KiD 0-3 2022).

2020 konnten in 58,8 Prozent der Kommunen frauenärztliche Praxen und in 85,6 Prozent der Kommunen kinderärztliche Praxen in die Netzwerke Frühe Hilfen eingebunden werden. Dies bedeutet gegenüber 2017 ein Anstieg von 14,6 bzw. 12,7 Prozentpunkten (Quelle: Kommunalbefragungen).

Regionale Unterschiede gibt es bei der bedarfsgerechten Versorgung mit Gesundheitsfachkräften: So lag 2023 der Anteil an Kommunen mit einer bedarfsgerechten Versorgung in Westdeutschland um über 26 Prozentpunkte höher als in Ostdeutschland (Quelle: Kommunalbefragungen).

Monitoring-Bericht präsentiert Daten und Erkenntnisse

In dem Monitoring-Bericht werden wesentliche Daten und Erkenntnisse zu den aktuellen Entwicklungen in den Frühen Hilfen präsentiert. Er umfasst den Zeitraum 2021 bis 2023 und bündelt die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des NZFH zur Bundesstiftung Frühe Hilfen. Der Bericht steht online als PDF zur Verfügung unter: https://www.fruehehilfen.de/service/publikationen/einzelansicht-publikationen/titel/wissenschaftlicher-bericht-2023

Die zentralen Daten zum Stand der Frühen Hilfen in Deutschland werden laufend aktualisiert. Sie sind thematisch gebündelt zu finden unter: https://www.fruehehilfen.de/grundlagen-und-fachthemen/daten-zum-stand-der-fruehen-hilfen-in-deutschland/

Nationales Zentrum Frühe Hilfen

Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI). Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen frühzeitig zu erkennen, qualitätsgesicherte bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern. Seit 2018 unterstützt das NZFH die Bundesstiftung Frühe Hilfen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei der Sicherstellung des Stiftungszwecks und veröffentlicht alle drei Jahre einen wissenschaftlichen Bericht zur Bundesstiftung.

Bundesstiftung Frühe Hilfen

Seit Januar 2018 übernimmt die Bundesstiftung Frühe Hilfen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als wichtiger Bestandteil des Bundeskinderschutzgesetzes die Förderung der Netzwerke Frühe Hilfen und der psychosozialen Unterstützung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern von null bis drei Jahren. Die Bundesstiftung stellt dazu dauerhaft jährlich 51 Millionen Euro zur Verfügung.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung




Wenn es das Nichts nicht mehr gibt

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Regina Schwarz (Text), Florence Dailleux (Illustration): Die Geschichte vom NICHTS

 „Das macht nichts“, „nichts da!“, „da kann man nichts machen“ – das Wort „nichts“ benutzen wir ziemlich oft. Was also, wenn es das „Nichts“ nicht mehr gibt? Eine wunderbare Anregung zum Philosophieren mit Kindern! Und das machen schon Kindergartenkinder wirklich gern. Denn es bedeutet Nachdenken über sich und die Welt. Und die Veränderungen, die sie jeden Tag mit sich bringt. Auch Erwachsene tun das gerne, insbesondere in stillen Stunden, gern am Meer oder auf dem Berg, manchmal auch im Meditationssitz. Sich darüber auszutauschen, was man sich da so denkt, insbesondere auch mit Kindern. Dazu lädt dieses Buch wunderbar ein: Wenn das Nichts nicht mehr da wäre, dann müssten wir uns um nichts mehr kümmern. Und was dann?

Das gelingt Regina Schwarz mit jeder Menge Sprachwitz und Sprachspielerei: Wir würden nicht mehr viel Lärm um nichts machen. Aber auch nichts Näheres, nichts Genaueres, nichts Neues mehr hören. Einfach ein bisschen quatschig weiterfabulieren, Wörter und Wortverbindungen weiterspinnen, auch mal ganz sinnfrei – das kann den Alltag in Familie und Kita deutlich bereichern. Mit viel Spaß natürlich.

Doch einen Schritt tiefer geht es in der „Geschichte vom Nichts“ um Selbstwert, Dazugehören, Ausgeschlossen-Sein. Denn das Nichts wird wie eine Person vorgestellt. Es ist traurig, fühlt sich wie ein Nichts, nichts wert, am liebsten würde es sich in nichts auflösen. Ein Seelenzustand, den jeder kennt. Auch Kinder. Und Erwachsene sind in der Pflicht, Kindern zu zeigen, vorzuleben, wie sie mit solchen Zuständen umgehen können. Ohne im Nichts zu versinken, der Schwermut, der Depression.

Wie das gelingt? Das zeichnet Florence Dailleux in teils sehr schwarz, aber nicht düster gehaltenen Bildern. Menschen und Tiere, von der Qualle bis zum Schweinchen, zeigen dem Nichts, wie wichtig es ist. Wie sehr sie es brauchen. Dass es dazugehört. Wie gern sie es haben. Und das ist es, was Kinder brauchen, wenn sie in einem solchen Seelenzustand sind. Erwachsene übrigens auch. Mit diesem Buch können wir dieser Gemeinsamkeit ein wenig näherkommen. Bei jedem Anschauen und Lesen immer wieder neu.

Ralf Ruhl

Regina Schwarz (Text), Florence Dailleux (Bild):
Die Geschichte vom NICHTS.
Aracari Verlag 2024, www.aracari.ch,
32 Seiten,
ISBN 978-3-907114-36-0,
ab 5 Jahren,
€ 15.00