Alle Farben, eine Welt: Kinder zeigen, wie es geht
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Alle Farben, eine Welt: ALS-Verlag zeigt Haltung
Der Blick in die heutige Erwachsenenwelt macht deutlich: Weite Teile unserer Gesellschaft erleben die wachsende Vielfalt und das multikulturelle Miteinander weiterhin als normal und sehen beides als Bereicherung an. Doch sichtbar ist auch, dass die unterschiedlichen, mitunter konkurrierenden Wertvorstellungen und Lebensstile immer häufiger Spannungen und Konflikte erzeugen. Sprich: Der Umgangston wird auf vielen Ebenen rauer und die Hemmschwellen sinken.
Wenn Akzeptanz, Respekt und Toleranz nicht gänzlich verloren gehen sollen, ist das Besinnen auf ein tragfähiges Wertegerüst angesagt. Wir müssen für uns klären, wie wir dauerhaft und friedlich in einer vielfältigen Gesellschaft zusammenleben können und wollen. Und was uns – jenseits aller Unterschiede – miteinander verbindet.
Von klein auf gestärkt werden muss die Bereitschaft, sich mit unterschiedlichen, ggf. auch konkurrierenden Werten konstruktiv auseinanderzusetzen. Diese Kompetenz schließt die Fähigkeit ein, Wertekonflikte auszuhalten und sie friedlich, fair und kooperativ zu regeln. Eine große Rolle spielen dabei zwei Faktoren: Das emotionale Erleben in zwischenmenschlichen Beziehungen und das Lernen durch Vorbilder, also durch Personen, die Werte authentisch vorleben. Hier sind neben der Familie auch Erziehende und Lehrende in Kita und Schule gefragt. Sie geben Orientierung – und falls es sein muss, setzen sie auch Grenzen oder beziehen in Konfliktsituationen unmissverständlich Positionen.
Werte für Persönlichkeitsbildung und ein friedliches, buntes Miteinander
Aus Werten wird Haltung. Und aus Haltung wird Handeln
Beeinflusst von gesellschaftlichen und biographischen Einflüssen können sich einzelne Werte verändern oder sogar ihre Gültigkeit verlieren. Grundwerte bleiben dagegen manifest. Denn sie gelten als das rahmende, normative und sinnstiftende Fundament einer Gesellschaft.
In seinem Spot „Alle Farben, eine Welt“ unterstreicht der ALS-Verlag nicht nur seine eigene Haltung. Er macht auch deutlich, dass er Kinder, die welt- und kulturoffen durchs Leben gehen, als tragende Säule des „friedlichen Miteinanders“ sieht.
Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen stärken
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Kabinett beschließt Gesetzentwurf
Bundesfamilienministerin Lisa Paus hat einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Diesen hat das Bundeskabinett am 19. Juni 2024 beschlossen. Das Gesetz soll den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung verbessern. Und es soll Betroffene bei ihrer individuellen Aufarbeitung des erlittenen Unrechts unterstützen.
„Durchschnittlich sind es 50 Jungen und Mädchen an jedem Tag, die laut Polizeilicher Kriminalstatistik vergangenes Jahr sexuelle Gewalt über sich ergehen lassen mussten. Sechs von diesen 50 Kindern waren dabei jünger als sechs Jahre. Das sind erschreckende und zugleich beschämende Zahlen. Zu viele Kinder und Jugendliche mussten Erfahrungen mit sexueller Gewalt durchmachen – im familiären Bereich, im sozialen Umfeld oder im digitalen Raum. Es macht uns alle sehr betroffen. Wir geben endlich eine klare Antwort. Mit dem Antimissbrauchsbeauftragtengesetz verfolgen wir vier Ziele: Das Amt der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen verankern wir gesetzlich und damit dauerhaft. Wir holen die Anliegen der Betroffenen in die Mitte der Gesellschaft. Wir verbessern die Möglichkeiten der Aufarbeitung. Und wir stärken Prävention und Qualitätsentwicklung im Kinderschutz.“
Bundesfamilienministerin Lisa Paus:
Das sind die wesentlichen Regelungsinhalte des Gesetzentwurfs
Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen stärkent:
Mit einer oder einem vom Parlament gewählten Unabhängigen Bundesbeauftragten, dem dort eingerichteten Betroffenenrat und der Unabhängigen Aufarbeitungskommission sichert die Bundesregierung auf Dauer wichtige Strukturen, die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen erschweren. Das Amt wird die zentrale Stelle auf Bundesebene für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörige, für Fachleute aus Praxis und Wissenschaft sowie für alle Menschen in Politik und Gesellschaft, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren. Neu ist ein umfassender regelmäßiger Lagebericht an das Parlament zum Ausmaß sexuellen Kindesmissbrauchs, zu Fragen des Schutzes, der Hilfen sowie der Forschung und Aufarbeitung. Die Daten dafür wird ein neues Zentrum für Forschung zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen liefern.
Betroffenen-Beteiligung und verbesserte Aufarbeitung:
Die Unabhängige Aufarbeitungskommission arbeitet seit 2016 daran, Strukturen in Institutionen, Familien oder im sozialen Umfeld aufzudecken, die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ermöglicht haben. Sie führt insbesondere Anhörungen von Betroffenen durch. Darüber hinaus wird für Betroffene ein neues Beratungssystem geschaffen. Das soll diese bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte unterstützen und begleiten. In der Kinder- und Jugendhilfe sollen Akteneinsichts- und Auskunftsrechte verbessert werden. Außerdem soll die Durchführung von wissenschaftlichen Fallanalysen verbindlich geregelt werden, um aus problematischen Kinderschutzverläufen für die Zukunft zu lernen.
Mehr Prävention und Qualitätsentwicklung im Kinderschutz:
Mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung soll erstmals eine Bundesbehörde den Auftrag zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs erhalten. Durch Sensibilisierung, Aufklärung und Qualifizierung kann sexuelle Gewalt früher aufgedeckt und verhindert werden. In allen Aufgabenbereichen der Kinder- und Jugendhilfe sollen Fallanalysen zum verbindlichen Qualitätsmerkmal werden. So lässt sich aus problematischen Kinderschutzverläufen lernen. Um den Kinderschutz interdisziplinär zu stärken, wird ein telefonisches Beratungsangebot im medizinischen Kinderschutz verankert.
Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Weiterführung des KiTa-Qualitätsgesetzes dringend gefordert
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Die Stiftung Kinder forschen fordert die Fortführung des Gesetzes über 2024 hinaus
Zum Jahresende läuft die Förderung durch das KiTa-Qualitätsgesetz aus. Nach dem Ende des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ wäre dies fatal für die frühkindliche Bildung in Deutschland. Die Stiftung Kinder forschen fordert die Fortführung des Gesetzes über 2024 hinaus. Und sie zeigt notwendige Maßnahmen, um den Bildungsort Kita zu stärken.
„Die frühkindliche Bildung ist die volkswirtschaftlich effektivste und nachhaltigste Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, betont Dr. Tobias Ernst, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kinder forschen. In acht Punkten fordert die Stiftung Bund und Länder zum gemeinsamen Handeln auf.
Frühe Investitionen nach bundesweit einheitlichen Standards
Eine gute Bildung in der Kita sei grundlegend für erfolgreiche Bildungsverläufe und reduziere spätere gesellschaftliche Kosten, so die Stiftung in einer mitteilung. Besonders Kinder aus bildungsbenachteiligten Haushalten profitierten stark davon. Bildungschancen dürften nicht vom Wohnort der Kinder abhängen, heißt es im Papier. Die Stiftung Kinder forschen fordert deshalb von Bund und Ländern eine verstärkte Förderung der frühkindlichen Bildung, nach bundesweit einheitlichen und verbindlichen Qualitätsstandards. Etwa müssten die Fachkraft-Kind-Relation und die Personalausstattung bundesweit angeglichen werden. „Die Fortführung des KiTa-Qualitätsgesetzes ist entscheidend, wenn wir den Kollaps des Bildungsortes Kita abwenden und damit viel höhere Folgekosten vermeiden wollen“, appelliert Ernst.
Mehr qualifizierte Kita-Fachkräfte gewinnen
Ein zentraler Punkt des Positionspapiers ist die Gewinnung und Ausbildung von pädagogischen Fachkräften. Bundesweit fehlen derzeit mehr als 125.000 Fachkräfte und über 400.000 Kitaplätze. Das KiTa-Qualitätsgesetz soll mehr Plätze und gut ausgebildete Fachkräfte sicherstellen. „Wir müssen die Attraktivität der pädagogischen Berufe steigern und die Rahmenbedingungen verbessern, um mehr Menschen für diese wichtigen Tätigkeiten zu gewinnen. Die jüngst von Bund und Ländern vorgelegte Gesamtstrategie zur Fachkräftegewinnung in Kitas und im Ganztag geht in die richtige Richtung. Allerdings müssen nun Taten folgen“, so Ernst. Die Stiftung fordert eine bessere Vergütung, gute Arbeitsbedingungen und Maßnahmen für Quereinsteiger sowie Werbekampagnen zur Attraktivitätssteigerung.
Aufgrund der wachsenden Anforderungen an das Kita-Personal seien gute Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Fachkräfte wichtiger denn je. Die Stiftung betont im Papier die Bedeutung von Fachberatungen und schlägt eine Beratung pro 20 Einrichtungen vor, um die Qualität in Kitas zu sichern. Hinzukommen müssen hochwertige, attraktive Profilstellen etwa für die Sprachförderung oder das forschende Lernen.
Quelle: Pressemitteilung Stiftung Kinder forschen
Alleinerziehende am stärksten von Armut betroffen
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Vier von zehn alleinerziehenden Familien in Deutschland sind armutsgefährdet
Alleinerziehende Familien sind nach wie vor die am stärksten von Armut betroffene Familienform in Deutschland. Fast 700.000 von ihnen oder 41 Prozent gelten als einkommensarm, und damit deutlich mehr als bei Paarfamilien. Hier sind zwischen 8 Prozent (bei einem Kind) und 30 Prozent (bei drei und mehr Kindern) armutsgefährdet. Knapp die Hälfte aller Kinder, die in einer Familie mit Bürgergeldbezug aufwachsen, leben mit nur einem Elternteil zusammen. Seit 2020 sind alleinerziehende Familien in Westdeutschland häufiger von Sozialleistungen abhängig als in den ostdeutschen Ländern. Der Anteil von alleinerziehenden Haushalten, die Bürgergeld beziehen, ist in Bremen mit 55 Prozent am höchsten und in Thüringen mit 27 Prozent am niedrigsten.
„Factsheet Alleinerziehende“
Wie die Daten aus dem neuen „Factsheet Alleinerziehende“ der Bertelsmann Stiftung ebenfalls zeigen, lässt sich die Armutsfalle für Alleinerziehende nicht auf mangelnde Erwerbstätigkeit zurückführen: 71 Prozent der alleinerziehenden Mütter und 87 Prozent der alleinerziehenden Väter gehen einer Arbeit nach. Das sind zwar jeweils etwas weniger als die Elternteile in Paarfamilien, allerdings arbeiten alleinerziehende Mütter deutlich häufiger in Vollzeit als Mütter in Paarfamilien.
Ausfallende Unterhaltszahlungen tragen weiterhin wesentlich zu der finanziell schwierigen Situation in vielen alleinerziehenden Familien bei. „Trotz einzelner sinnvoller Maßnahmen, wie Reformen des Unterhaltsvorschusses und des Kinderzuschlags, ist es noch immer nicht gelungen, die belastende Situation für viele Alleinerziehende entscheidend zu verbessern“, sagt Antje Funcke, Expertin für Familienpolitik bei der Bertelsmann Stiftung.
Die Care-Arbeit ist sehr ungleich verteilt
Der Anteil alleinerziehender Väter ist inzwischen gestiegen und lag 2023 bei 18 Prozent. Doch noch immer sind acht von zehn Alleinerziehenden Frauen. Alleinerziehende Mütter leben im Schnitt mit mehr und mit jüngeren Kindern zusammen. Care-Arbeit, also die Betreuung und Fürsorge der Kinder, wird – vor einer Trennung ebenso wie danach – überwiegend von den Müttern geleistet. Laut Statistischem Bundesamt erbringen sie im Wochenschnitt über 15 Stunden mehr Care-Arbeit als alleinerziehende Väter. Insgesamt sind alleinerziehende Mütter deutlich häufiger von Armut betroffen, müssen öfter Sozialleistungen beziehen und haben ein höheres Risiko für Altersarmut.
Rund 1,7 Millionen alleinerziehende Familien
Die Zahl alleinerziehender Familien hat seit 2019 leicht zugenommen und lag 2023 bei rund 1,7 Millionen. Der Anstieg ist unter anderem auf die Geflüchteten aus der Ukraine zurückzuführen, unter denen sich viele Mütter mit ihren Kindern befinden. In Ostdeutschland lebten mit 25 Prozent anteilsmäßig mehr Alleinerziehende als in den westdeutschen Ländern mit 19 Prozent. Dabei hat sich ihr Anteil vor allem in den westdeutschen Ländern seit 2019 erhöht, während er im Osten ungefähr gleichgeblieben ist.
Der Anteil alleinerziehender Familien in den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich hoch – er schwankt zwischen 17 Prozent in Bayern und 28 Prozent in Berlin. Alleinerziehende sind zudem vor allem ein Großstadtphänomen: Jede:r fünfte lebt in einer Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohner:innen.
Bessere Bedingungen für Erwerbstätigkeit und bedarfsgerechte Unterstützung
Um die Lage für Alleinerziehende zu verbessern, empfiehlt die Bertelsmann Stiftung, ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Ausbildung zu erleichtern. Dazu gehören sowohl die notwendige Infrastruktur in Form guter Kitaplätze und verlässlicher Ganztagsbetreuung in der Schule, als auch flexiblere Arbeitszeitmodelle seitens der Unternehmen.
Zudem sollte die Politik Anreize für Väter erhöhen, mehr Verantwortung für ihre Kinder und Care-Arbeit zu übernehmen – und das nicht erst nach einer Trennung. Schließlich braucht es eine wirksamere finanzielle Unterstützung. Laut Sarah Menne, Expertin für Familienpolitik bei der Bertelsmann Stiftung, sei der aktuelle Gesetzentwurf zur Kindergrundsicherung zwar ein wichtiger Schritt und werde vor allem die Situation von Alleinerziehenden im Bürgergeldbezug verbessern. Aber: „In der jetzigen Form wird die Kindergrundsicherung bei Weitem nicht reichen, um alleinerziehende Familien aus der Armutsfalle zu befreien. Vielmehr sind erneut Verschlechterungen für Alleinerziehende zu befürchten.“
Grundsätzliche Neubestimmung der Leistungen erforderlich
Neben punktuellen Nachbesserungen, etwa beim Anrechnen von Unterhaltszahlungen, ist aus Sicht der Bertelsmann Stiftung eine grundsätzliche Neubestimmung der Leistungen erforderlich, die Kinder und Jugendliche für gutes Aufwachsen und Teilhabe benötigen. Dabei ist es wichtig, sie selbst daran zu beteiligen und zu befragen. Mit Blick auf alleinerziehende und getrenntlebende Familien sollten zudem die Mehrbedarfe systematisch erhoben werden, die je nach Betreuungsmodell in den Haushalten beider Elternteile für Kinder wie Eltern entstehen. Generell unterstreichen die Familienexpertinnen der Stiftung, dass für eine effektivere Unterstützung für Alleinerziehende umfangreichere Daten nötig sind, etwa zu den verschiedenen Betreuungskonstellationen oder dem getrennt lebenden Elternteil.
Zusatzinformationen:
In das „Factsheet Alleinerziehende“ sind Daten vom Statistischen Bundesamt (2024, Erstergebnisse des Mikrozensus 2023) eingeflossen. Die Quoten zum Bürgergeldbezug stammen von der Bundesagentur für Arbeit und beziehen sich auf das Jahr 2023.
Präventionspreis „Der Rote Ritter“ für die Verkehrshilfe gewinnen
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Hilfe für Kinder im Straßenverkehr
Seit 2010 verleiht die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ alle zwei Jahre den Präventionspreis „Der Rote Ritter“. Mit einem Preisgeld von insgesamt mindestens 20.000 Euro fördert der gemeinnützige Verein herausragende Ideen, die dafür sorgen, Kinder sicherer durch den Straßenverkehr zu lotsen. Die Auszeichnung mit dem „Roten Ritter“ soll helfen, diese Projekte bundesweit bekannt zu machen und so zur Nachahmung anregen.
Was prämiert „Der Rote Ritter“?
Haben Sie eine Idee, wie Sie die Schulwege für Kinder gefahrloser machen können? Setzen Sie sich dafür ein, dass Kinder auch im Dunkeln gut sichtbar sind? Sind Sie in der Verkehrserziehung mit einem besonderen Projekt aktiv?
Wenn Sie sich dafür einsetzen, Kinder vor Verkehrsunfällen zu schützen, können Sie sich für den „Roten Ritter“ bewerben.
Kreative Vorschläge sind ebenso gefragt wie Projekte mit Vorbildcharakter. Voraussetzung ist jedoch, dass die Unfallverhütungsmaßnahmen in die Praxis umgesetzt werden könne
Wer kann sich bewerben?
Jeder, der in Deutschland lebt oder hier seinen Firmensitz hat, kann sich für den „Roten Ritter“ bewerben. Privatpersonen können ebenso teilnehmen wie Gemeinden, Schulen, Kindergärten, Unternehmen und Vereine oder private und öffentliche Initiativen. Was zählt, sind gute und realisierbare Ideen zur Verhütung von Kinderunfällen im Straßenverkehr. Bewerbungsschluss ist der 15.07.2024
Bildungsbericht 2024: Es reicht einfach noch lange nicht!
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Noch nie gab es so viele Kindertageseinrichtungen und Kitapersonal wie heute – nur reicht es nicht.
Über 56.000 Kindertageseinrichtungen gibt es mittlerweile in Deutschland. Dies sind so viele wie noch nie. Zudem besuchen etwa 900.000 Kinder mehr als noch im Jahr 2006 ein Angebot der Frühen Bildung. Doch trotz dieses enormen Ausbaus können noch immer nicht alle Elternwünsche nach einem Platz erfüllt werden. Insbesondere bei den 1- und 2-Jährigen liegt der Elternbedarf noch deutlich über der Beteiligungsquote. Dies ist eines der Ergebnisse der Auswertungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Rahmen des Berichts „Bildung in Deutschland 2024“.
In Westdeutschland wird in den nächsten Jahren weiterhin ein Ausbaubedarf an Plätzen in der Kindertagesbetreuung bestehen. Zur Bedarfsdeckung müssten bis zum Jahr 2035 zwischen 374.500 und 505.000 Plätze zusätzlich geschaffen werden. In Ostdeutschland fällt aufgrund demografischer Rückgänge und einer im Vergleich zu Westdeutschland geringeren Lücke zwischen vorhandenen und gewünschten Plätzen insgesamt höchstens noch ein Mehrbedarf von bis zu knapp 12.000 Plätzen an.
Personalmangel trifft vor allem westdeutsche Bundesländer
Die unterschiedlichen Bedarfslagen in Ost- und Westdeutschland spiegeln sich auch in der Personalsituation wider. „In Ostdeutschland ist der Bedarf fast gedeckt. Dort kann mit zusätzlichem Personal die Qualität weiterentwickelt werden. In Westdeutschland dagegen werden in den kommenden zehn Jahren noch deutlich mehr Fachkräfte benötigt“, betont Prof. Dr. Susanne Kuger, Forschungsdirektorin und Leiterin der Nationalen Bildungsberichterstattung am DJI.
Soziale Selektivität in Früher Bildung, Ganztag und bei außerschulischen Lernangeboten
Wo Plätze Mangelware sind, entsteht Wettbewerb – in Deutschland mit Nachteilen für Familien mit Einwanderungsgeschichte, niedrigerem Bildungsabschluss und dort, wo Mütter nicht erwerbstätig sind. Kinder mit Migrationshintergrund sind in beiden Altersgruppen – also bei den unter 3-Jährigen als auch bei den 3- bis unter 6-Jährigen – in der Kindertagesbetreuung weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Neben einer geringeren Teilhabe an Früher Bildung unterscheiden sich auch familiale Bildungsprozesse je nach Einwanderungsgeschichte und elterlichen Bildungsabschlüssen. Dies zeigt sich etwa daran, dass diesen Kindern zuhause weniger vorgelesen wird.
Eine ähnliche soziale Selektivität zeigt sich beim außerschulischen Lernen etwa in Sportvereinen, Musikschulen, Museen und Bibliotheken sowie bei der Nutzung von Angeboten der Frühen Hilfen. Auch dort werden universelle Angebote wie Eltern-Kind-Gruppen weniger stark von formal niedrig gebildeten und armutsgefährdeten Familien genutzt. Dennoch haben diese Angebote positive Auswirkungen. „Mit aufsuchenden Hilfen, also dort, wo man auf die Familien zugeht, werden durchaus Eltern und Kinder erreicht, die sonst unter dem Radar fliegen und vielleicht verloren gehen würden“, erklärt Susanne Kuger.
Ganztägige Bildung und Betreuung im Schulalter
Wie in der Kindertagesbetreuung, so gibt es auch bei der ganztägigen Betreuung von Grundschulkindern eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Auch wenn die Teilnahmequote an ganztägigen Angeboten im Grundschulalter auf 56 % im Schuljahr 2022/23 (2006/07: 21%) angestiegen ist, deckt das noch nicht den Bedarf der Eltern von Grundschulkindern an einem Platz in der ganztägigen Bildung und Betreuung. Dieser liegt 2023 deutschlandweit bei 64 %. Der Anteil der Eltern, deren Ganztagsbedarf nicht gedeckt werden konnte, lag 2022 im Westen höher (11 %) als im Osten (6 %).
Auch im Ganztag wird ein Fachkräftemangel beklagt. Einige Bundesländer entwickelten Qualifizierungs-, Weiter- oder Fortbildungsmaßnahmen für die Arbeit in diesem Bereich. Die Maßnahmen ersetzen laut Bildungsbericht jedoch keine vollqualifizierende Ausbildung. „Diese Entwicklung ist kritisch zu beobachten, da auch die Aufhebung des Fachkräftegebots erwogen wird“, mahnt Susanne Kuger. Gleichzeitig entstehe eine Konkurrenzsituation zwischen dem frühpädagogischen und schulischen Bereich um das Personal.
Schwerpunktthema des Bildungsberichts und Analysen des DJI
Der Nationale Bildungsbericht erscheint zum zehnten Mal. Er bietet alle zwei Jahre eine systematische Bestandsaufnahme des gesamten deutschen Bildungswesens. Darin fließen Daten der amtlichen Statistik sowie groß angelegter, repräsentativer sozialwissenschaftlicher Surveys, am DJI beispielsweise die der Studien „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A)“, der Kinderbetreuungsstudie (KiBS) sowie „Entwicklung von Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung (ERiK)“, ein. Das DJI ist seit Beginn der nationalen Bildungsberichterstattung im Jahr 2006 mit umfangreichen Analysen beteiligt. Der aktuelle Bericht widmet sich im Schwerpunkt der beruflichen Bildung. Das DJI verantwortet seit jeher die Themen Frühe Bildung, Ganztagsbildung und -betreuung im Schulalter und non-formale Lernwelten neben der Schule.
Förderung und beteiligte wissenschaftliche Einrichtungen
Der Bildungsbericht wird von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Autorinnen und Autoren des Bildungsberichts gehören an verantwortlicher Stelle neben dem DJI den folgenden wissenschaftlichen Einrichtungen und Statistischen Ämtern an: dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen e. V. (DIE), dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), dem Soziologischen Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder (Destatis und StLÄ).
Vom Kampf ums Schlafengehen: Kinder oft verängstigt oder verunsichert
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Die Routine beim Zubettgehen ist laut einer USA-weiten Untersuchung von entscheidender Bedeutung
Viele Kinder tun sich aufgrund von Ängsten schwer mit dem Einschlafen. Das zeigt die USA-weite Umfrage der „University of Michigan Health C. S. Mott Children’s Hospital National Poll on Children’s Health“, für die 781 Eltern von Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren befragt wurden. Eines von vier Elternteilen berichtet, dass es schwierig sei, ihr kleines Kind ins Bett zu bringen. Diese Eltern verfügen laut den Experten jedoch weniger wahrscheinlich über eine Routine zur Schlafenszeit.
Ruhe ist entscheidend
Mott-Poll-Co-Direktorin Sarah Clark zufolge ist es von entscheidender Bedeutung, dass es beim Schlafengehen einen gleichbleibenden Ablauf gibt. „Bekommen Kinder nicht ausreichend Ruhe, kann sich das auf ihre körperliche Entwicklung, die emotionale Regulierung und das Verhalten auswirken.“ Knapp 20 Prozent der US-amerikanischen Eltern berichten, dass sie ihren Kindern Melatonin verabreichten, damit diese besser schlafen könnten. Ein Drittel bleibe im Raum, bis das Kind ganz eingeschlafen sei.Fast ein Viertel der Eltern sagt, dass das Schlafen ihrer Kinder oft oder gelegentlich dadurch verzögert werde, weil diese beunruhigt seien oder Angst hätten. Eine besondere Herausforderung entstehe, wenn die Kinder nicht weiterschlafen könnten. Mehr als ein Drittel der Eltern berichtet, dass sie dann aufgeregt oder weinend aufwachten. Bei mehr als 40 Prozent der Familien kommt das Kind dann ins Bett der Eltern. Rund 30 Prozent sagen, dass Kinder darauf bestünden, dass der Elternteil in ihrem Zimmer schlafe.
Routine gibt Sicherheit
Die meisten befragten Eltern erklären, dass es eine Routine für das Schlafengehen gebe. Dazu gehöre oft das Zähneputzen, das Vorlesen einer Geschichte und/oder das Baden. Weniger als die Hälfte berichtet, dass die Kinder noch Wasser trinken oder eine Kleinigkeit essen, Geräte ausschalten, Beten und von ihrem Tag erzählen würden. Zu anderen Gewohnheiten gehöre das Festhalten an einer Decke oder einem Stofftier, das Nuckeln an einem Schnuller oder den Fingern.
Mit Anleitungen und Orientierungshilfen, damit Sie genau die Methode finden, die für Sie und Ihr Kind richtig ist. Mit genauen Behandlungsplänen. Mit psychologischen Hintergründen, die die Ursachen von kindlichen Ein- und Durchschlaf-Problemen erklären. Mit Tipps und Erläuterungen, was man schon im Laufe des Tages für eine ruhige Nacht tun kann.
Laut Clark macht eine durchgehende Routine beim Schlafengehen den Übergang in die Nachtzeit leichter. Sie ermögliche auch, dass die Kinder die volle Aufmerksamkeit ihres Elternteils bekämen. Fast zwei Drittel der Eltern gebe an, dass oft das Aufbleiben der Kinder, um weiterzuspielen, einer der Hauptfaktoren für das Hinauszögern der Schlafenszeit sei. Clark betont jedoch, dass es mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen an der Zeit sei, langsam ruhiger zu werden.
Melatonin kein Allheilmittel
In jeder zweiten Familie schlafen die Kinder in einem eigenen Zimmer, während in jeder vierten der Raum mit Geschwistern geteilt oder bei den Eltern wird. Bei über 40 Prozent stört der Lärm aus anderen Zimmern den Schlaf der Kinder. Viele Arten von Melatonin-Produkten werden in den USA als für Kinder geeignet beworben. Laut Clark fehlen jedoch die notwendigen Tests in Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit. Auch Nebenwirkungen, die Folgen für das Wachstum und die Entwicklung von Kindern seine ebenfalls nicht erforscht. Kinder zwischen ein und zwei Jahren sollten pro Tag elf bis 14 Stunden schlafen, so die Empfehlung. Zwischen drei und sechs Jahren nimmt diese Schlafmenge dann etwas ab, so Clark.
Quelle: Ann Arbor/pressetext
Gefährliches Spiel mit den Spiele-Apps für Kinder
geschrieben von Redakteur | Juni 25, 2024
Laut Stiftung Warentest sind fast alle populären Games im Test durchgefallen
Eine Figur läuft die Straße entlang, in der Hand ein Maschinengewehr. Sie erschießt eine andere Figur, das Blut spritzt, der Täter lädt nach und knallt noch jemanden ab. Beobachtet haben die Tester der Stiftung Warentest diesen Amoklauf in einer Spiele-App, die ab zwölf Jahren freigegeben ist und sogar noch jüngere Kinder problemlos zulässt.
Die Testerinnen und Tester fanden auch furchterregende Monster, Sexszenen sowie faschistische und antisemitische Nutzer- und Gruppennamen. Im Test wurden einige dieser Funde gemeldet. Die Anbieter reagierten oft gar nicht – und selbst wenn, änderten sie mitunter nichts. Das war auch dann der Fall, wenn sie auf Fragen nach Handynummern von Kindern hingewiesen wurden.
Gewalt, Sex, Hassbotschaften und noch mehr
Gewalt, Sex und Hassbotschaften waren aber längst nicht alles, was im Test von 16 populären Handy-Spielen für Android beunruhigt hat. „Besonders problematisch ist das manipulative Spieldesign der Apps“, sagt Dr. Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen der Stiftung Warentest. „Es verleitet Kinder dazu, immer mehr zu spielen und immer mehr zu kaufen.“
Beispiele für Spieldruck sind Belohnungen für tägliches Zocken, soziale Verpflichtungen gegenüber Mitspielern oder Aufforderungen, zu bestimmten Zeiten zu spielen.
Die meisten Spiele setzen auf In-App-Käufe
Die meisten Spiele setzen zudem stark auf In-App-Käufe. Gamer können etwa virtuelle Waffen, Textilien oder Ressourcen wie Feenstaub und Edelsteine erwerben. Pro Kauf können bis zu 240 Euro anfallen.
Dazu setzen die Anbieter allerlei Tricks im Spieldesign („Dark Patterns“) ein. So verschleiern sie etwa reale Kosten durch fiktive Währungen, verleiten zum Kauf virtueller Gegenstände, die den Spielfortschritt beschleunigen – oder bauen Wartezeiten ein, die sich per Kauf überspringen lassen.
Urteil „Inakzeptabel“
Das Gesamturteil für Brawl Stars, Subway Surfers, Pokémon Go, Fortnite und Co. lautet daher: Inakzeptabel. Minecraft ist das einzige Spiel im Test, das besser abgeschnitten hat. Mit etwas elterlicher Unterstützung und technischen Kniffen ist es für Kinder okay.
„Wir fordern ‚Kinderschutz by default‘ – das heißt: Verzicht auf In-App-Käufe und auf Dark Patterns bei Spielen für Kinder“, so Brackemann. Die Grundeinstellungen der Apps sollten so sein, dass sie von Kindern bedenkenlos genutzt werden können. Auch eine bessere Kontrolle jugendgefährdender Inhalte sei dringend nötig.
Was Eltern tun können, erläutert Martin Gobbin, Multimedia-Experte bei der Stiftung Warentest: „Eltern sollten mit ihren Kindern über Spiele-Apps und deren Risiken reden. Außerdem können sie In-App-Käufe verhindern, die Bildschirmzeit begrenzen und Kinder offline spielen lassen.“ Sie können auch Alternativen aufzeigen: „Abseits der populären Spiele-Apps gibt es auch viele Games, die besser für Kinder geeignet sind.“
Der vollständige Test Spiele-Apps mit weiteren Tipps für Eltern findet sich unter www.test.de/spiele-apps. Er erscheint auch in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test, die seit 23. Mai erhältlich ist.