Unterschriftenaktion: Tausende Kitas in NRW vor dem Aus?

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Ein Bündnis Freier Träger fordert eine bessere Kita-Finanzierung

Die Freien Kita-Betreiber in Nordrhein-Westfalen befinden sich akutell wohl in akuter Existenznot. Grund dafür ist nach einer gemeinsamen Mitteilung der freien Träger, dass die Pauschalen, mit denen die Landesregierung den Kita-Betrieb durch die freien Träger vergütet, erst im August dieses Jahres erhöht werden sollen, während die Tarife bereits im vergangenen Sommer angehoben wurden.

Wer seither seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Tarif bezahlt hat, muss nun meist mit wachsenden Finanzlöchern zurecht kommen. Laut dem Bündnis der freien Träger sind einige Kita-Träger bereits in die Insolvenz geraten.

Überbrückungshilfe reicht nicht aus

Tatsächlich hat die Landesregierung eine Überbrückungshilfe in Höhe von 100 Millionen Euro als Überbrückungshilfe angekündigt. Rechnet man diese Summe aber auf die rund 8.000 Kitas in freier Trägerschaft im Land um, bleiben gerade einmal 12.500 Euro für jede Einrichtung übrig. Gerade für größere Kitas reicht dieses Geld nicht ansatzweise aus.

Leider hat die Landesregierung in NRW unter Ministerpräsident Hendrik Wüst nicht auf unsere Anfrage reagiert. Dabei drohen dramatische Konsequenzen. Immerhin stellen die Freien Träger mittlerweile rund 75 Prozent aller Kitas im bevölkerungsreichsten Bundesland. In Zeiten des akuten Arbeitskräftemangels, in denen etliche Eltern darauf angewiesen sind, für ihre Kinder einen guten sicheren Kita-Platz zu haben, drängt sich die Frage auf, warum die Regierung aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen ein solches Risiko einzugehen, zumal ab März die nächste Tariferhöhung ansteht.

Mitarbeitende sollen anständig bezahlt werden

„Die Mitarbeitenden freier Träger sind keine Beschäftigten zweiter Klasse – auch ihr Leben hat sich stetig verteuert und sie sollen anständig bezahlt werden“, steht in dem Papier, das Träger mit Einrichtungen in ganz NRW als „Kita-Bündnis NRW“ unterzeichnet haben. Mit Blick auf die Landesregierung heißt es: „Wenn es wirklich auch in ihrem Sinne ist, dass auch unsere Mitarbeitenden von den dort erzielten Steigerungen profitieren dürfen, sind ihre aktuellen Refinanzierungspläne staatlich verordnete Insolvenzverschleppung.“

Modellrechnungen

Eine Modellrechnung der Träger zeigt, dass die Refinanzierung der Personalkosten auch nach der Erhöhung im August kommenden Jahres nicht ausreicht, um Gehälter nach TVöD zu zahlen – geschweige denn, die freien Träger für die bereits in diesem Jahr gezahlte Inflationsausgleichsprämie zu entschädigen.

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Grafik 1 zeigt eine Modellrechnung für die Personalkosten zur Betreuung einer Gruppe von 20 Kindern zwischen zwei und sechs Jahren. Die untere Kurve zeigt den Betrag, den freie Träger zur Refinanzierung dieser Kosten nach dem Kinderbetreuungsgesetz (KiBiz) erhalten – sowie die prozentualen Steigerungen dieser Beträge in den vergangenen Jahren. Die obere Kurve zeigt, welcher Betrag notwendig ist, wenn freie Träger die letzten Tarifsteigerungen im TVöD auch an ihre Mitarbeitenden weitergeben wollen. Quelle: Kita-Bündnis NRW

Wie viel Rücklagen die freien Träger aus der Refinanzierung bilden dürfen, ist gedeckelt. Die Kita-Betreiber rechnen vor: Selbst diejenigen, denen es gelungen ist, den maximal zulässigen Betrag anzusparen, werden ihre Rücklage mittlerweile aufgebraucht haben, wenn sie nach Tarif bezahlen. Ihnen bleibt nur, von Krediten zu leben, die ihre finanziellen Spielräume noch weiter beschränken werden.

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Grafik 2 zeigt, wie sich die aktuellen Refinanzierungspläne der Landesregierung auf die maximal erlaubte Rücklage nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) auswirken. Diese darf niemals höher als 10 Prozent der jährlich augezahlten Pauschale nach dem KiBiz sein – ansonsten werden die Einnahmen gekürzt. Es wird deutlich: Selbst Träger, denen es gelungen ist, die höchstmögliche Rücklage zu bilden, werden diese mittlerweile aufgebraucht haben, wenn sie weiter nach Tarif bezahlt haben. Quelle: Kita-Bündnis NRW

„Um Insolvenzen abzuwenden, den Verlust weiterer Betreuungsplätze zu vermeiden und dem Abbau von Qualitätsstandards entgegenzutreten“, setzen sich die Unterzeichner für eine frühere Erhöhung der Refinanzierungspauschalen ein. Zum anderen fordern sie einen Anpassungsmechanismus, der sicherstellt, dass Tarifergebnisse und Sachkostensteigerungen künftig zeitnah und in gleicher Höhe berücksichtigt werden.

Am Bündnis der Freien Träger sind bisher educcare Bildungskindertagesstäten gGmbH, Fröbel e.V., VKJ Ruhrgebiet e.V., Villa Luna Bilinguale Kindertagesstätten, Kinderzentren Kunterbunt gGmbH und Outlaw gGmbH beteiligt.

Den kompletten Appell „Freie Träger am Limit: Rettet die Kindertagesstätten in NRW!“ und eine Mitzeichnungsmöglichkeit gibt es unter www.kita-buendnis.nrw.

Online Petition

Mittlerweile haben die Freien Träger auch eine Online Petition an die Landesregierung und den Landtag in NRW gestartet. Darin heißt es:

  1. Sorgen Sie dafür, dass die Pauschalen zeitnah erhöht und die Tariferhöhungen und Inflation der letzten 3 Jahre berücksichtigt werden und dass die freien Träger, die bereits in Vorleistung gegangen sind, eine Kompensierung erhalten – damit die Finanzierungslücke nicht noch dramatischer wird.
  2. Schaffen Sie einen Refinanzierungsmechanismus, der garantiert, dass Tarifergebnisse und Sachkostensteigerungen künftig zeitnah und in gleicher Höhe berücksichtigt werden – sodass freie Träger nicht mehr in existenzbedrohende Vorleistungen gehen müssen. Ermöglichen Sie, dass große wie kleine Träger und freie wie öffentliche Träger gleich gut in Zeiten des chronischen Fachkräftemangels agieren können.

Bis Redaktionsschluss haben hier bereits 16.563 Menschen unterschrieben. Hier geht es zur Petition: https://www.change.org/KitasinNRWretten




Kostenlos: Das Trenn-Bär-Magazin für Grundschulen

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Das Magazin kann über die Webseite der Initiative „Mülltrennung wirkt” bestellt werden

Das Trenn-Bär-Magazin entführt GrundschülerInnen auf 28 Seiten in eine Welt der Abenteuer und Geheimnisse. Mit spannenden Comics und interaktiven Rätselseiten erzählt es die Geschichte des Trenn-Bären als Spezialagent für Mülltrennung, der sich auf eine Geheimmission begibt. „Diese Mission kann nur erfolgreich abgeschlossen werden, wenn die Kinder lernen, wie man Verpackungen richtig trennt und in Gelbe Tonnen beziehungsweise Gelbe Säcke, ins Altpapier oder Altglas entsorgt“, erklärt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt”. „Durch diese spielerische Darstellung wollen wir das Bewusstsein für die Bedeutung der richtigen Mülltrennung auf unterhaltsame Weise schärfen.“

Kinder sind die Zukunft

Etwa 30 Prozent der in den Gelben Tonnen und Gelben Säcken gesammelten Abfälle gehören dort nicht hinein. Diese „Fehlwürfe“ erschweren das Recycling erheblich und machen es teilweise sogar unmöglich. Umgekehrt gehen falsch in den Restmüll geworfene Verpackungen als Wertstoffe verloren. „Richtige Mülltrennung und Recycling spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz unserer Ressourcen und des Klimas. Indem wir Kindern vermitteln, wie sie durch korrekte Mülltrennung einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können, ermutigen wir sie, aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken“, sagt Axel Subklew.

Das Magazin enthält unter anderem ein Kreuzworträtsel, eine Glassortiermaschine und Experimentieranleitungen, etwa zum Schöpfen von Papier. Zum Schluss können die jungen LeserInnen ihr neu erworbenes Wissen über Mülltrennung in einem Quiz testen. Danach können sie sich einen Ausweis fürs Trenn-Bär-Team ausschneiden.

Trenn-Bär als Identifikationsfigur und Vorbild

Als stets gut gelaunter Eisbär in der Arbeitskleidung eines Müllwerkers in den Farben der Initiative „Mülltrennung wirkt” – Gelb und Magenta – fungiert der Trenn-Bär seit vergangenem Jahr als Identifikationsfigur. Er lädt Kinder auf Augenhöhe dazu ein, mehr über Mülltrennung zu erfahren und ermutigt sie als Vorbild, selbst aktiv zu werden.

Ebenso wie die Trenn-Bär-Box, die von Kindergärten bestellt werden kann, ist auch das Magazin kostenlos erhältlich. Ausgeliefert werden jeweils 30 Exemplare an Grundschulklassen, deren Lehrkräfte das Formular unter www.mülltrennung-wirkt.de/trennbaer-magazin ausfüllen. Die Bearbeitung des Magazins setzt ausreichende Lesefähigkeiten voraus.

Quelle Pressemitteilung: Pressebüro „Mülltrennung wirkt“                 




Elternbeiträge: Wo Kitas am teuersten sind

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft offenbart enorme Differenzen bei den Gebühren

Je jünger, desto teurer: Besonders für Kinder unter drei Jahren ist die Kita-Betreuung teuer, zeigen neue IW-Auswertungen. Die höchsten Gebühren erheben Bergisch Gladbach und Mülheim an der Ruhr für die Betreuung von einjährigen Kindern. In Mülheim an der Ruhr zahlen Gutverdiener für eine wöchentliche Betreuungszeit von 45 Stunden 1009 Euro, Bergisch Gladbach berechnet für 45 Stunden pro Woche einen Beitrag von 1.220 Euro. Doch auch für Menschen mit mittleren Einkommen kann die Kita zur finanziellen Belastung werden. Besonders teuer ist es für sie in Mannheim: Dort werden für eine tägliche, achtstündige Betreuung bei einem Brutto-Einkommen von 50.000 Euro monatlich 399 Euro fällig. Hinzu kommen Kosten für die Verpflegung und weitere Leistungen.

Gebühren von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich

Ob und wie viel Eltern zahlen müssen, hängt vor allem vom Wohnort, dem Alter, der Anzahl der Kinder, dem Betreuungsumfang sowie dem Einkommen ab. Die Kriterien unterscheiden sich jedoch nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch zwischen den Kommunen: So gibt es in den hessischen Großstädten keine Staffelung des Einkommens, in Reutlingen keine Differenzierung nach Alter, dafür unterscheiden einige Städte in Niedersachsen auch noch nach Art der Betreuungseinrichtung.

„Im Sinne einer Chancengleichheit wäre der Besuch von Kitas idealerweise bundesweit einheitlich geregelt und für alle Kinder in den letzten Jahren vor der Einschulung kostenlos. Dies ist aufgrund der aktuellen Haushaltslage der Länder und Kommunen aber nicht überall umsetzbar, da die Kostenfreiheit nicht zulasten der Qualität der Betreuung gehen darf“, erklärt Dr. Wido Geis-Thöne, Ökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Hohe Beiträge müssen aber vermieden werden, da sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erschweren.“ Familienpolitische Maßnahmen sind schließlich eine Investition in die Zukunft – nur mit funktionierender Betreuung können Eltern früh wieder arbeiten gehen und nur mit guter Betreuung werden Kinder optimal gefördert.

82 Großstädte im Vergleich

Methodik: Die Berechnung der Kitagebühren ist komplex und variiert von Bundesland zu Bundesland. Die Vielfalt dieser unterschiedlichen Ansätze erschwert einen Vergleich der Betreuungskosten für Familien mit mehreren Kindern. Aus diesem Grund konzentrieren sich die Auswertungen ausschließlich auf Familienkonstellationen mit nur einem Kind. Insgesamt wurden Gebührenverordnungen von 82 Großstädten mit derzeit über 100.000 Einwohnern berücksichtigt.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft




Vorlesen und Erinnern fördern Spracherwerb

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Eltern sollten gemeinsam verbrachte Zeit effektiv nutzen – Bildungsniveau ist oft entscheidend

Eltern sollten ihren Kindern viel vorlesen und dabei auch in Erinnerungen schwelgen, um die Sprachkenntnisse und Medienkompetenz bestmöglich zu fördern. Dazu raten Forscher der Florida Atlantic University und der Universität Aarhus. Die Wissenschaftler haben die Interaktionen zwischen dänischen Eltern und ihren drei- bis fünfjährigen Kindern bei drei verschiedenen Aktivitäten untersucht. Eltern und Kinder wurden gebeten, gemeinsam ein Bilderbuch anzuschauen, sich an vergangene Ereignisse zu erinnern und mit Legosteinen zu bauen.

Erinnern erhöht Sprachqualität

Anhand von Transkripten dieser Eltern-Kind-Gespräche haben die Forscher Eigenschaften der Elternsprache ermittelt, die nachweislich mit der Sprachentwicklung der Kinder zusammenhängen. Sie haben auch gemessen, wie viel die Kinder gesprochen haben. Es zeigte sich, dass sich Eltern beim Teilen von Erinnerungen um eine qualitativ hochwertige Sprache bemühen, ähnlich jener beim Vorlesen. Das traf für das Spielen mit Legosteinen weniger zu. Sowohl das Erinnern als auch das Teilen von Büchern steigerte den lexikalischen Reichtum der Elternsprache im Vergleich zum Spielen mit Spielzeug.

„Sprechen beim Erinnern zeichnet sich durch längere und komplexere Sätze aus als das Sprechen in vielen anderen Situationen, und es hat sich herausgestellt, dass besonders ausführliches Erinnern, bei dem der Erwachsene das Sprechen des Kindes unterstützt und fördert, die Sprachentwicklung von Kindern fördert“, sagt Psychologin Erika Hoff von der Florida Atlantic University.

Grammatikalische Komplexität

Die Qualität der Elternsprache hängt den Experten nach allerdings stark von deren Bildungsniveau ab. Die Sprache gebildeterer Eltern ist oft grammatikalisch komplexer. Auch wiederholen und erweitern sie häufiger frühere Äußerungen ihrer Kinder. „Ich sage allen Eltern, dass es nicht nur wichtig ist, Zeit mit den Kindern zu verbringen, sondern auch das, was man dabei tut. Wenn Sie gerne Bücher lesen, lesen Sie vor, wenn Sie lieber über die Planung der Zukunft oder über die Vergangenheit sprechen möchten, dann tun Sie das. Wichtig ist vor allem, sich Zeit für Gespräche mit Ihren Kindern zu nehmen“, so Hoff.

Wolfgang Kempkens/pressetext




Der Intelligenzquotient verändert sich im Laufe der Zeit

Eine Metastudie zeigt, dass ein einmal gemessener IQ auf Dauer nicht lebenslang aussagekräftig sein muss

Wie Forschende der Universität Trier und der University of Texas herausfanden, stellen Intelligenzmessungen bei Kleinkindern nur eine Momentaufnahme dar. Auch im Kindergartenalter haben sie nur für einen begrenzten Zeitraum Aussagekraft. Im Anschluss steigt die Halbwertszeit von Intelligenzmessungen kontinuierlich. Einen bei Erwachsenen gemessenen Intelligenzquotienten bezeichnen die Forschenden als „hochgradig stabil“. Das bedeutet, dass eine Messung für etwa fünf Jahre eine sehr hohe Gültigkeit, aber auch noch darüber hinaus eine substanzielle Stabilität und Gültigkeit hat.

Längsschnittstudien mit insgesamt 87.408 Teilnehmenden

„Dass Intelligenztestergebnisse nicht über das ganze Leben hinweg hochstabil sind, ist bereits länger bekannt. Wir konnten mit unserer Studie nun aber eine einzigartig präzise Einschätzung darüber abgeben, wie es mit der Stabilität im Detail aussieht und insbesondere, wie das Alter bei der Testung mit der Stabilität zusammenhängt“, sagt Dr. Moritz Breit, Hochbegabtenforscher im Fach Psychologie der Universität Trier.

Gemeinsam mit Dr. Vsevolod Scherrer, Prof. Dr. Elliot M. Tucker Drob und Prof. Dr. Franzis Preckel hat er Daten aus 205 Längsschnittstudien mit insgesamt 87.408 Teilnehmenden analysiert. Seine Erkenntnisse fasst das Team in einem Aufsatz zusammen, der kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Psychological Bulletin“ veröffentlicht wurde.

Intelligenztests bei Kindern in zeitlichen Abständen wiederholen

„Intelligenztests bei Kindern werden oft durchgeführt, um Entscheidungen über Platzierungen im Bildungssystem oder über Förderumgebungen zu treffen. Sie entscheiden zum Beispiel mit darüber, ob ein Kind eine Förderschule besuchen oder frühzeitig eingeschult werden soll, was große Auswirkungen auf das weitere Leben haben kann“, erklärt Dr. Moritz Breit. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Intelligenztests bei Kindern in gewissen zeitlichen Abständen wiederholt werden sollten, um zu überprüfen, ob das Kind noch in der richtigen Förderumgebung ist. Im frühen Kindesalter und auch noch im Grundschulalter kann man sich nicht langfristig auf eine einzelne Testung verlassen.“

Vielfältige Entwicklungen verlaufen unterschiedlich

Doch warum sind Intelligenzmessungen bei Kindern nur für einen eingeschränkten Zeitraum aussagekräftig? Intelligenz setzt sich aus vielen unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen, die vor allem im Kindes- und Jugendalter stark ansteigen. Dabei entwickeln sich nicht nur die unterschiedlichen Fähigkeiten unterschiedlich schnell, sondern auch die verschiedenen Kinder. In jungen Jahren finden damit vielfältige Entwicklungen statt, die bei unterschiedlichen Kindern unterschiedlich verlaufen können. Kinder entwickeln beispielsweise ihre motorischen oder sprachlichen Fähigkeiten unterschiedlich schnell. Auch wenn Intelligenztests spezifisch auf die jeweilige Altersgruppe abgestimmt sind, kann ein Testergebnis durch einen zum Zeitpunkt der Testung im Vergleich zu anderen Kindern verzögerten Entwicklungsstand beeinflusst sein, der dann in der weiteren Entwicklung wieder aufgeholt wird.

Ab dem Erwachsenenalter stabil

Im Erwachsenenalter scheinen viele Fähigkeiten ein Plateau erreicht zu haben. Daher spielen hier unterschiedlich schnelle kognitive Entwicklungen keine größere Rolle mehr. Zum anderen leben die meisten Erwachsenen auch in eher konstanten Umwelten oder suchen sich solche aus, die zu ihren Fähigkeiten passen, so dass auch hier durch den Einfluss der Umwelt eine gewisse Stabilität gegeben ist.

Moritz Breit: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Intelligenztestergebnisse besonders im Kindesalter noch größeren Veränderungen unterliegen können und erst ab dem Jugend- oder Erwachsenenalter ausreichend stabil und längerfristig gültig sind. Dies spiegelt die mittlerweile etablierte Erkenntnis, dass Intelligenz und Intelligenzentwicklung nicht nur durch genetische Faktoren, sondern auch durch Umwelteinflüsse und die komplexe Wechselwirkung zwischen beiden bestimmt wird.“

Peter Kuntz, Universität Trier




Nordrhein-Westfalen schafft Durchbruch für sichere Schulwege

Mit dem Erlass für eine landesweite Regelung für Schulstraßen eröffnet das Bundesland neue Möglichkeiten

Für mehr Sicherheit für Schulkinder ist die Einrichtung von Schulstraßen in Deutschland bereits mittlerweile möglich. Ein Beleg dafür ist ein finalisiertes Rechtsgutachten beauftragt von Kidical Mass Aktionsbündnis, Deutsches Kinderhilfswerk (DKHW) und VCD.

Dem Gutachten zufolge haben Kommunen vielfältige Möglichkeiten Schulstraßen einzurichten und diese nur für den Rad- und Fußverkehr oder auch nur für den Fußverkehr freizugeben. Dennoch waren die Kommunen bislang zögerlich. Entsprechende Erlasse auf Landesebene fehlten.

Mit einem Erlass für eine landesweite Regelung für Schulstraßen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hat sich das nun geändert. Der Erlass empfiehlt eine Teileinziehung von Straßen und die Absperrung durch Poller oder Schranken. 

„Das NRW-Ministerium hat Pionierarbeit geleistet. Andere Bundesländer werden bald folgen. Schulstraßen werden sich im gesamten Bundesgebiet verbreiten und Schulwege allerorts sicherer für Kinder machen“,sagte dazuSimone Kraus, Sprecherin Kidical Mass Aktionsbündnis. Und ergänzt: „Schulstraßen sind Leuchtturmprojekte für aktive Mobilität von Kindern und ein wichtiger Bestandteil für die Mobilitätswende in Deutschland.

Den Erfolg führen die drei Organisationen auf das Schulstraßen-Rechtsgutachten und die Schulstraßen-Aktionstage in ganz Deutschland zurück. Erst Köln, dann Berlin, dann deutschlandweit: Mit Hilfe vieler engagierter Eltern und Initiativen wurden Schulstraßen im Rahmen von Aktionstagen erlebbar gemacht und haben das Interesse der Kommunen geweckt. Mittlerweile gibt es über zehn Kommunen, die Schulstraßen-Pilotprojekte ins Leben gerufen haben.

Erlass Verkehrsministerium „Sperrungen von Straßen für den Kfz-Verkehr im Nahbereich von Schulen“ zum Download

Schulstraßen Rechtsgutachten zum Download

Quelle: Pressemitteilung DKHW




40 Jahre Wettbewerb „Erlebter Frühling“

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FrühlingsforscherInnen aufgepasst: Entdeckt im Jubiläumsjahr die Kreisläufe und verborgenen Netzwerke in der Natur!

Seit 40 Jahren lädt die NAJU (Naturschutzjugend im NABU) mit dem Wettbewerb „Erlebter Frühling“ Kinder dazu ein, die Natur vor ihrer Haustür zu entdecken. Alljährlich beteiligen sich begeisterte NaturforscherInnen aus ganz Deutschland. Mit kreativen Projekten erkunden sie Frühlingsboten vor ihrer Haustür. Und sie engagieren sich mit Ausstellungen und politischen Aktionen für Natur- und Umweltschutz.

Im Jubiläumsjahr ruft die NAJU alle Kinder dazu auf, die vielfältigen Beziehungen zwischen den Tieren und Pflanzen sowie die Veränderungen und Kreisläufe in der Natur zu erforschen. Welche Lebewesen brauchen einander und kooperieren? Wer hat wen zum Fressen gern? Und wie stehen wir Menschen in Beziehung mit all diesen Tieren, Pflanzen und Pilzen? Wie nehmen wir Einfluss auf ihre Lebensräume?

André Gatzke, KiKA-Moderator und Schirmherr des „Erlebten Frühlings“ fordert alle Kinder auf: „Geht auf Entdeckungstour auf der Wiese, im Wald, im Stadtpark oder am nächsten Gewässer. Und lasst euch von den großen und kleinen Wundern und Geheimissen da draußen begeistern! Berichtet uns von euren Entdeckungen auf kreative Art. Wir sind gespannt auf eure Einsendungen!“

Die eigenen Entdeckungen können die jungen FrühlingsforscherInnen in Form von Forschungstagebüchern, Collagen, Zeichnungen, Theaterstücken, Filmen oder eigenen Geschichten festhalten. Und sie können Fotos davon als Wettbewerbsbeitrag einreichen. „Wir freuen uns auf kreative Beiträge und noch mehr, wenn ihr euch dabei für den Schutz von Natur und Umwelt einsetzt. Teilt eure Begeisterung für die Natur mit Ausstellungen, Projekten und Aktionen in der Öffentlichkeit, um so noch mehr Menschen über Natur- und Umweltschutz zu informieren“, ermutigt NAJU-Bundesjugendsprecherin Hannah Rosenbaum die FrühlingsforscherInnen.

Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb

Alle Kinder bis 13 Jahre können als einzelne/r FrühlingsforscherIn, als NAJU-Gruppe, als Schulklasse oder Kindergartengruppe mitmachen. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2024. Die besten Einsendungen werden gekürt und gewinnen einen spannenden Naturerlebnistag. Weitere Informationen und das Teilnahmeformular gibt es unter: www.NAJU.de/erlebter-frühling.

Materialien für Gruppenleitungen und PädagogInnen

In Aktionsheften und weiteren Bildungsmaterialien finden Gruppenleitungen und PädagogInnen viele Anregungen, wie die verschiedenen Frühlingsboten und ihr Lebensraum spielerisch erforscht werden kann.

Die Materialien gibt es im NABU-Shop: www.NABU-Shop.de.

Quelle: Pressemitteilung NAJU




Spannende Experimente rund um den Regenwurm

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Am 15. Februar ist der Tag des Regenwurms: Zeit für das Regenwurmkino

Im Jahr 2005 haben Naturschützer den Tag zu Ehren des Regenwurms eingeführt. Denn kleinen glitschigen Zeitgenossen sind einfach enorm wichtig für unsere Böden. Sie produzieren fruchtbare Erde und graben Gänge, sodass Regenwasser versickern kann. Es lohnt sich, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen!

Die Stiftung Kinder Forschen hat spannende Experimente zum Thema und ergänzendes Material für die pädagogische Praxis auf ihrer Website:

https://www.stiftung-kinder-forschen.de/praxisanregungen/experimente-fuer-kinder/experiment/regenwurmkino/

Dort gibt es allerlei Wissenswertes über Regenwürmer und eine Anleitung, um ein Regenwurmkino zu bauen.

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Und in der Ausgabe von Forscht Mit! finden sich noch mehr Informationen über unser geheimnisvolles Erdreich.

Quelle: Stiftung Kinder forlschen