Seminar zu proteinreichen pflanzlichen Bio-Lebensmitteln in Kita- und Schule kostenlos

„Bio kann jeder“ Online-Workshop auch für Lehrkräfte und Erzieher am 18. Mai 2022

In diesem online „Bio kann jeder“-Workshop informiert Sie Anja Erhart von der FiBL Projekte GmbH wie Sie Kindern und Jugendlichen die Vorteile ökologischer Lebensmittel näherbringen können. Der Fokus liegt dabei auf proteinreichen pflanzlichen Lebensmitteln als Alternative zu tierischen Produkten, um deren schlechtes Image als „Ersatz“ zu überwinden.

Die Bio-Musterregion Ludwigsburg-Stuttgart hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Erhöhung des Bio-Anteils in der Gemeinschaftsverpflegung in Stuttgart und dem Landkreis Ludwigsburg zu unterstützen. Über die Arbeit in diesem Bereich berichtet Regionalmanagerin Annegret Bezler.

Alexandra Knauß vom Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg wird die Bedeutung von Hülsenfrüchten für eine nachhaltige, gesundheitsfördernde und ausgewogene Ernährung sowie pädagogische Anknüpfungspunkte beim Einsatz von Linsen, Bohnen und Co. in Kita und Schule erläutern.

Im Anschluss wird Mayoori Buchhalter interaktiv nachhaltige Bio-Gerichte Rezepte mit pflanzlichen Bio-Lebensmittel kochen, die sich auch eignen mit und für Kindern und Jugendliche im Kita- und Schulalltag zubereitet zu werden. Auf diese Weise soll die Lebensmittel- und Rezeptpalette der Kinder und Jugendlichen erweitert werden und diese Alternativen zu konventionellen Fleischgerichten aufgezeigt werden.

Teilnehmende

Eingeladen sind:

  • Einrichtungs- oder Schulleitungen beziehungsweise Mitarbeitende von Einrichtungsträgern
  • Lehrkräfte, Erzieherinnen oder Erzieher beziehungsweise Tagesmütter oder -väter
  • Küchenleitungen, Teile des Küchenteams beziehungsweise Caterer
  • Verantwortliche oder Verantwortlicher für die Vergabe von Verpflegungsleistungen
  • interessierte Akteurinnen oder Akteure (Zum Beispiel Mitglieder eines Elternzusammenschlusses)

Programm

  • 14:00 Uhr: Einwahl in den Webex-Raum
    Technik-Check
    (Insa Folkerts, FiBL Projekte GmbH)
  • 14:10 Uhr: Begrüßung und Einführung
    (Anja Erhart, FiBL Projekte GmbH)
  • 14:20 Uhr: Umsetzung: Bio in Kitas und Schulen
    Tipps und Tricks für ein nachhaltiges Verpflegungsangebot
    (Anja Erhart, FiBL Projekte GmbH)
  • 15:00 Uhr: Mehr Bio aus der Region für die Region: Was macht die Bio-Musterregion Ludwigsburg-Stuttgart im Bereich Gemeinschaftsverpflegung?
    (Annegret Bezler, Bio-Musterregion Ludwigsburg-Stuttgart)
  • 15:15 Uhr: Pause
  • 15:30 Uhr: Einsatz von Hülsenfrüchten in Kita und Schule
    (Alexandra Knauß, Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg)
  • 15:50 Uhr: Proteinreichen pflanzlichen Lebensmittel – neue Ideen für Kinder und Jugendliche
    (Mayoori Buchhalter, BIOSpitzenköchin)
  • 16:45 Uhr: Fazit und ein Ausblick
    (Anja Erhart, FiBL Projekte GmbH)
  • 17:00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Termin

18.05.2022, von 14:00 – 17:00 Uhr

Ort

Online für die Region Ludwigsburg-Stuttgart

Regionalpartner und weitere Veranstaltende

  • FiBL Projekte GmbH, Kasseler Straße 1a, 60486 Frankfurt
  • Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum (LEL), Oberbettringer Straße 162, 73525 Schwäbisch Gmünd

Kontakt

Insa Folkerts
Telefon: 069 / 71 376 99 – 225
E-Mail: biokannjeder@fibl.org

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis 11. Mai 2022 per Online-Anmeldung an.

Kosten

Dieses Angebot ist kostenfrei. Es entsteht keine Teilnahmegebühr. Bio kann jeder – Nachhaltig essen in Kita und Schule unterstützt mithilfe von Workshops Verantwortliche vor Ort dabei, das Verpflegungsangebot für Kinder und Jugendliche nachhaltiger zu gestalten. Die Teilnehmenden erhalten von Regionalpartnern praxisorientierte Tipps wie sie Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung in ihren Einrichtungen einführen beziehungsweise das Angebot erweitern können. Die Bio kann jeder-Workshops werden im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt.




BZgA-Initiative „Kinder stark machen“

Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhardt Blienert, übernimmt Schirmherrschaft

Für eine gute körperliche, seelische und geistige Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie ihre Potenziale entfalten können. Wer sich stark fühlt, ist gut gewappnet, „Nein“ zu Suchtmitteln jeder Art sagen zu können. Mit der Mitmach-Initiative „Kinder stark machen“ fördert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) deshalb das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen zu selbstbewussten Persönlichkeiten.

Die Schirmherrschaft der BZgA-Initiative zur frühen Suchtprävention übernimmt der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhardt Blienert.

Broschüren und Flyer für Erziehende zu der Thematik der gesunden Entwicklung von Kindern – angefangen bei der Suchtvorbeugung im frühen Kindesalter, über ausgewogene Ernährung bis hin zum Angebot der kinderärztlichen Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 können bei der BZgA bezogen werden.


Stark von Anfang an

(Eigenanzeige)

Kinder stärken und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Das ist der Weg, Kinder körperlich, geistig und seelisch zu erziehen. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigen die Autorinnen, wie Sie dazu beitragen, dass Kinder zu starken Persönlichkeiten werden, die sich nicht in Angst, Gewalt oder Sucht flüchten. Ein umfassender Ratgeber für Eltern, Erzieher und Therapeuten.

Gabriele Haug-Schnabel / Barbara Schmid-Steinbrunner
Stark von Anfang an – Kinder auf dem Weg zur Resilienz begleiten
Hardcover, 250 Seiten
ISBN: 9783934333451, 20 Euro




Wattestäbchen haben im Gehörgang nichts zu suchen

ÖKO-TEST hat Wattestäbchen untersuchen lassen–-Test gratis

Im aktuellen ÖKO-TEST-Magazin findet sich auch ein aktueller Test von Wattestäbchen. Bezüglich der Schadstoffe in den Wattestäbchen gibt es kaum Auffälligkeiten. Lediglich in vier von 25 Produkten haben die Tester so genannte halogenorganische Verbindungen gefunden. Viele dieser chlorhaltigen Stoffe gelten als allergieauslösend.

Schlechte Recycling-Quote

Die Recycling-Quote in den Wattestäbchen ist allerdings gering. Nur vier der getesteten Stäbchen enthalten überhaupt Recyclingpapier. Dafür können die Hersteller jedoch kaum etwas. Der Grund besteht in der schon seit einiger Zeit anhaltenden Papierknappheit. Diese wird aktuell durch den Angriffskrieg der Russen auf die Ukraine noch verschärft.

Zwei wichtige Tipps

Zwei wichtige Tipps gibt das ÖKO-TEST-Magazin seinen Leserinnen und Lesern auch noch mit:

1. Wattestäbchen besser nicht in den Gehörgang stecken. Grund: Mit einem Stäbchen drückt man Ohrenschmalz nur noch fester und tiefer ins Ohr. Beinahe alle Produkte tragen einen entsprechenden Warnhinweis.

2. Babywattestäbchen müssen nicht sein. Die äußere Ohrmuschel lässt sich auch mit einem Waschlappen oder einem herkömmlichen Stäbchen reinigen.

Den vollständigen Test finden Sie unter diesem Link.




Informationen zu Covid in ukrainischer Sprache

BZgA stellt Informationsmaterialien zum Schutz vor dem Coronavirus in der Übersetzung zur Verfügung

Für aus der Ukraine in Deutschland eintreffende Menschen, die in Teilen über einen noch nicht ausreichenden Impfschutz vor dem Coronavirus SARS-CoV2 verfügen, sind der Schutz vor einer Corona-Infektion und die Corona-Schutzimpfung besonders wichtig. Daher bietet die BZgA auf ihrem Internetportal www.infektionsschutz.de in ukrainischer Sprache Merkblätter und Infografiken zur Corona-Schutzimpfung, zu Tests, Quarantäne und Isolierung sowie zur Erläuterung der „3G, 3G-Plus, 2G und 2G-Plus“-Regelungen. Ergänzend sind Informationen zu Hygienemaßnahmen auf Ukrainisch verfügbar.

Die kostenfreien Merkblätter und Infografiken dienen der Unterstützung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, zum Beispiel Beschäftigten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes oder Beschäftigten in Gemeinschaftsunterkünften bei der Betreuung von Geflüchteten. Die Informationsmaterialien in ukrainischer Sprache können heruntergeladen, ausgedruckt, ausgehängt oder an geflüchtete Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Eltern weitergegeben werden.

Übersicht der Informationen der BZgA in ukrainischer Sprache rund um das Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung:

1) Merkblatt: Die Corona-Schutzimpfung – sicher und wirksam!

2) Infografik: Der Impfablauf

3) Infografik: Übersicht Corona-Tests

4) Infografik: Infektionen vorbeugen: Die 10 wichtigsten Hygienetipps

5) Merkblatt: Virusinfektionen – Hygiene schützt!

6) Merkblatt: Tipps für die Zeit in häuslicher Quarantäne oder Isolierung

7) Infografik: Was bedeuten 3G, 3G-Plus, 2G und 2G-Plus?

8) Merkblatt: Corona-Schutzimpfung für Kinder von 5 bis 11 Jahren

9) Merkblatt: Corona-Schutzimpfung ab 12 (Informationen für Eltern und Sorgeberechtigte)

Das Paket der Informationsmaterialien in ukrainischer Sprache steht zum Herunterladen bereit unter:
https://www.infektionsschutz.de/mediathek/materialien-auf-ukrainisch/

Kostenlose Bestellung der BZgA-Materialien unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bzga.de/
Fax: 0221/8992257
E-Mail: bestellung(at)bzga.de




Körperliche Fitness verbessert Konzentration und Lebensqualität

Studie der TU-München belegt positive Wirkung von Bewegung und Sport auf Kinder

Regelmäßige Bewegung hält Kinder gesund und macht sie fit für die Schule. Die Vorteile von Sport sind in zahlreichen Studien belegt. Neu ist der Nachweis des Zusammenhangs von körperlicher Fitness, Konzentration und gesundheitsbezogener Lebensqualität von Grundschulkindern, den ein Forschungsteam der TU München jetzt erbracht hat.

An der Studie beteiligten sich 3285 Mädchen und 3248 Jungen aus dem Berchtesgadener Land. Die Schlüsselkriterien, körperliche Kraft und Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurden von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach international standardisierten Testverfahren bestimmt.

Es ist wichtig, Kinder frühzeitig motorisch zu fördern

Die Studienergebnisse zeigen: Je besser die Fitness der Kinder ist, umso besser können sie sich konzentrieren und umso höher ist auch ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität. Dabei schnitten die Jungen bei den Fitnesstests besser ab, während die Mädchen bei den Konzentrations- und Lebensqualitätswerten überlegen waren.


Angeleitete Bewegung in der Frühpädagogik

Immer mehr Kinder zeigen deutlich, dass es ihnen an angeleiteter Bewegung mangelt. Bewegung jedoch ist wesentliches Element für Entwicklung und Wachstum – und sie ist Bedürfnis der Kinder. Deshalb muss unserer bewegungsarmen und reizüberfluteten Welt etwas gegenübergestellt werden: sinnvolles und sinnenvoll bewegtes Spiel! Genau damit befasst sich dieses Buch.
Dr. Andrea Falkenberg-Gurges realisierte mit ihren StudentInnen ein Projekt, welches sich mit der Lösung dieses Problems beschäftigte. Die Resultate, erprobt und überarbeitet, stehen hier zur Verfügung. Die dabei entwickelten Bewegungsangebote bilden die Grundlage für die in diesem Buch vorgestellten Spiel- und Körpererfahrungen.

Dr. Andrea Falkenberg-Gurges
Gefühl bis in die Fingerspitzen – Körpererfahrung in Kindergruppen
Broschur, 96 Seiten
ISBN: 978-3-944548-10-4
14,95 Euro


Gleichzeitig erreichten übergewichtige und fettleibige Kinder bei allen Tests für die körperliche Fitness signifikant schlechtere Ergebnisse als unter- oder normalgewichtige Kinder. Insbesondere bei den adipösen Kindern waren auch die Werte für die gesundheitsbezogene Lebensqualität insgesamt, körperliches Wohlbefinden, Selbstwertgefühl sowie das Wohlbefinden in Freundschaften und Schule deutlich vermindert.

Sport fördert Sprung aufs Gymnasium

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: „Grundschulkinder mit einer guten körperlichen Fitness und Konzentrationsfähigkeit schaffen eher den Sprung auf das Gymnasium“, sagt Prof. Renate Oberhoffer-Fritz, Inhaberin des Lehrstuhls für Präventive Pädiatrie und Dekanin der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften.

„Umso wichtiger ist es, Kinder frühzeitig motorisch zu fördern, weil sich damit auch die Entwicklung der geistigen Fitness positiv beeinflussen lässt“, sagt Prof. Oberhoffer-Fritz. Um hierfür flächendeckend ein geeignetes Angebot zu schaffen, sei ein Zusammenwirken von Eltern, Schulen, Gemeinden und Sportvereinen wichtig.

Ein Jahr Mitgliedschaft im Sportverein geschenkt

Dr. Thorsten Schulz, Leiter des Studienteams an der TUM ergänzt: „Die Studienergebnisse waren für das Landratsamt Berchtesgadener Land unter anderem auch ein Anlass, seit 2019 allen Erstklässlerinnen und Erstklässlern der Region ein Jahr Mitgliedschaft in einem Sportverein zu schenken. Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie verschiedene Akteure zusammenarbeiten und Kinder zum Sport motivieren und verhelfen können.“

Die Daten wurden auf Basis international anerkannter und standardisierter, altersgerechter Tests erhoben. So wurden körperliche Kraft und Ausdauer nach den Kriterien der FitnessGram-Leitlinien gemessen, die Konzentrationsfähigkeit wurde mit dem d2-R Test bestimmt und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (health related quality of life, HRQOL) anhand des KINDL Fragebogens.

Die Studie wurde in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Deklaration von Helsinki durchgeführt und von der örtlichen Ethikkommission genehmigt.In einer weiteren Studie untersuchte das Forschungsteam auch ältere Kinder und Jugendliche auf weiterführenden Schulen. Für diese Daten ist eine weitere wissenschaftliche Veröffentlichung geplant.

Dr. Andreas Battenberg Corporate Communications Center, Technische Universität München




Handystrahlung führt laut Studie zu höherer Nahrungsaufnahme

Wissenschaftlerinnen der Uni Lübeck decken Einfluss von Handystrahlung auf Gehirnstoffwechsel und Nahrungsaufnahme auf

Handys sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann die vermehrte Nutzung des beliebten Kommunikations- und Spielgerätes auf mehreren Ebenen problematisch sein. Die von Handys ausgesandte Strahlung wird zu großen Teilen vom Kopf absorbiert und kann dadurch auch Auswirkungen auf Stoffwechsel und Verarbeitungsprozesse im Gehirn haben. Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Nahrungsaufnahme geben könnte, hat Frau Prof. Dr. Kerstin Oltmanns, Leitern der Sektion für Psychoneurobiologie der Universität zu Lübeck, mit ihrem Forschungsteam in einer Studie untersucht.

Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass elektromagnetische Strahlung bei Ratten zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führt. Ob ein solcher Zusammenhang möglicherweise auch für Handystrahlung beim Menschen besteht, untersuchte Prof. Kerstin Oltmanns zusammen mit Diplompsychologin Ewelina Wardzinski, Leiterin der Studie, im Rahmen einer DFG-geförderten Beobachtungsstudie, die in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht wurde.

Durchdachtes Versuchsdesign

15 junge Männer wurden mit einem Abstand von zwei Wochen insgesamt dreimal einbestellt. Im Experiment wurden die Probanden dann mit zwei verschiedenen Handys als Strahlungsquelle bestrahlt bzw. einer Scheinbestrahlung als Kontrolle ausgesetzt. Im Anschluss durften sich die Probanden für eine definierte Zeit an einem Buffet bedienen. Gemessen wurde die spontane Nahrungsaufnahme, der Energiestoffwechsel des Gehirns anhand von Phosphor-Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) sowie verschiedene Blutwerte vor und nach Bestrahlung.

Erstaunliches Ergebnis

Das Forschungsteam kam zu überraschend deutlichen Ergebnissen: Die Strahlung führte bei fast allen Probanden zu einer Erhöhung der Gesamtkalorienzufuhr um 22 Prozent bzw. 27 Prozent durch die jeweiligen Versuchshandys. Die Blutanalysen zeigten, dass dies vor allem durch eine vermehrte Kohlenhydrat-Aufnahme verursacht wurde. Die MRS-Messungen ergaben eine Steigerung des Energieumsatzes im Gehirn unter Einfluss der Handystrahlung.

Neues Licht auf den Umgang mit Handys

Das Forschungsteam schließt aus diesen Ergebnissen, dass Handystrahlen nicht nur einen potenziellen Faktor für übermäßiges Essen beim Menschen darstellen, sondern dass sie auch die Energiehomöostase des Gehirns beeinflussen. Diese Erkenntnisse könnten neue Wege für die Adipositas- und andere neurobiologische Forschung eröffnen. Insbesondere in Bezug auf Kinder und Jugendliche wird der hier nachgewiesene Einfluss von Handystrahlung auf das Gehirn und das Essverhalten die Forschung auf diesem Gebiet zukünftig mehr in den Fokus rücken.

Quelle: Vivian Upmann Informations- und Pressestelle Universität zu Lübeck




Wie wir Kinder mit ADS unterstützen können

Um Kindern zu helfen, ist ein koordiniertes Zusammenspiel aller an der Erziehung Beteiligten notwendig

Sie gehören zu den etwas anstrengenden Kindern. Max zappelt herum, ist wie aufgezogen, nur ohne Abstellknopf, platzt ständig aus sich heraus und fällt öfter mal aus dem Rahmen. Kim wirkt abgewendet, reagiert kaum auf ihre Umgebung und hat bei Klassenarbeiten ein „Brett vor dem Kopf“. Beide können sich nicht wirklich konzentrieren und sich auf ihre Umgebung einlassen. Beide leiden unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, kurz ADS. Nur ist bei Max das Syndrom mit Hyperaktivität verbunden, bei Kim nicht.

Viele reden darüber, nur wenige wissen Bescheid

Ein kurzer Blick auf landläufige Äußerungen zeigt auch: Viele reden darüber, nur wenige wissen Bescheid. Da heißt es etwa: „Bei Kindern ist ADS ein Hirngespinst, welches zu oft fehlerhaft diagnostiziert wird. Das kommt oft davon, dass sich Eltern mit ihren Sprösslingen von klein auf nicht genug abgeben.“ Oder: „ADHS zu diagnostizieren, ist oft leichter, als den Eltern ihr Erziehungsversagen über lange Zeit zu erklären …“

Aufklärung tut not

Aufklärung tut not. Denn unter den vielen Gerüchten und Unterstellungen leiden vor allem die Betroffenen und deren Angehörige. ADS ist eine neurobiologische Störung mit Problemen in der Informationsverarbeitung. Das heißt, dass unsere ADS-Kinder Max und Kim Schwierigkeiten mit den Aufmerksamkeitsfunktionen und der Impulssteuerung haben. „ADS-Betroffene sind in ihrer Konzentrationsfähigkeit erheblich eingeschränkt, Sie sind leicht ablenkbar, oft motorisch unruhig oder verträumt. Sie haben einen oberflächlichen, sprunghaften Wahrnehmungsstil und können Reizeinflüsse nicht gut sortieren und organisieren. Sie reagieren impulsiv und ecken dadurch oft mit ihrem Verhalten an. Sie sind durch diese Störung in allen Lebensbereichen erheblich beeinträchtigt.“ So erklärt das OptiMind-Institut von Dr. med. Elisabeth Aust-Claus und Dr. Dipl. Psych. Petra-Marina Hammer ADS. Gemeinsam haben die Medizinerin und die Psychologin den Klassiker unter den ADS-Ratgebern verfasst: „Das ADS-Buch“.

Koordiniertes Zusammenspiel notwendig

Eindringlich und mit der Erfahrung aus jahrzehntelanger Arbeit mit Betroffenen werben beide für ihr Trainingsprogramm. Dieses stellt zwar das Kind in den Mittelpunkt, setzt aber ganz stark darauf, dass Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und andere wichtige Personen eng koordiniert zusammenspielen.

Den Eltern kommt neben den Kindern die anstrengendste und wichtigste Funktion zu.  Denn schwierige Kinder fallen nicht nur auf, sondern machen ihre Mitmenschen auch rat- und hilflos. Kind und Eltern spüren, dass sie den Erwartungen ihrer Umwelt nicht entsprechen. Max würde vermutlich mit noch mehr Aggression antworten, Kim sich ganz zurückziehen. Die Eltern verzweifeln oftmals. Dabei sollen doch gerade sie auf das Verhalten ihres ADS-Kindes ruhig, positiv und unterstützend reagieren.


Das ADS-Buch

Elisabeth Aust-Claus und Petra-Marina Hammer stellen mit Optimind ein Team-Konzept für die Betreuung von Kindern mit ADS vor: Wenn Eltern, Lehrer und Therapeuten zusammen arbeiten, kann die Lebensqualität der Kinder schnell ver-bessert werden!

Elisabeth Aust-Claus/Petra-Marina Hammer
Das ADS-Buch
Neue Konzentrationshilfen für Zappelphilippe und Träumer: Das Optimind®-Konzept
Broschur, 320 Seiten
ISBN/EAN: 978-3-96304-038-2
20 €


Informieren und aufklären

Eltern müssen sich deshalb nicht nur informieren, sondern zudem Aufklärungsarbeit bei den Bezugspersonen ihres Kindes leisten. Als ErzieherInnen können wir sie dabei unterstützen. Aust-Claus und Hammer geben dazu folgende Tipps:

  • Eltern sollten andere Personen über das ADS ihres Kindes informieren, aber mit den Defiziten ihres Kindes nicht hausieren gehen. Vielen Kindern ist es peinlich, wenn über ihre Probleme gesprochen wird.
  • Für Geschwisterkinder ist es hilfreich, wenn sie kindgerecht über ADS und seine Auswirkungen informiert werden.
  • Personen, bei denen das Kind sowieso funktioniert, also keine Auffälligkeiten zeigt, brauchen keine Aufklärung.
  • Wenn sich das Kind beim Besuch anderer Kinder in der Regel daneben benimmt, sollten die Eltern die anderen Eltern aufklären.
  • Alle Personen, die das Kind miterziehen, sollten sich möglichst über ADS informieren und motiviert sein, sich damit ernsthaft zu befassen.

Kurzregeln zu ADS

Nur so begreift die Umgebung, dass ein Kind wie Max nicht mit Absicht impulsiv ist oder wie Kim in Tagträume verfällt, beide keine Mitmenschen ärgern möchten. Und nur so können alle an einem Strang ziehen und zumindest die Kurzregeln zur ADS-Erziehung einheitlich befolgen, die laut unseren Expertinnen folgende sind:

  • Liebevoll, aber stur bleiben. Die Erziehenden stellen die Regeln auf und sind auf deren Einhaltung bedacht. Einmal „nein“ heißt „nein“.
  • Über Kleinigkeiten hinwegsehen. Wenn ein Mädchen den rosa Pullover zur roten Hose trägt, ist das kein Grund für eine Auseinandersetzung.
  • ADS-Kinder brauchen ein ruhiges Umfeld – mit Routine und Struktur.
  • Alle Erziehenden müssen klar und deutlich in ihren Aussagen bleiben.
  • Bei extrem negativem Verhalten ist eine „Auszeit“ nötig. Das bedeutet, dass das Kind in einer solchen Situation aus dem Verkehr gezogen werden sollte. Dabei hilft ruhiger Raum.

Hat sich das Kind beruhigt, sollten wir das Feuer nicht neu schüren, sondern am besten zur Tagesordnung übergehen. Einige Stunden später können wir gemeinsam den Vorfall besprechen.

Von der Negativ-Spirale in die Positiv-Spirale

Wichtig: Ein einheitlicher „roter Faden“ muss die Erziehungskonzepte der einzelnen Personen durchziehen. Noch wichtiger: Ein Kind sollte spüren, dass es die Erziehenden verstehen. Nur so kann es den Schritt von der Negativ-Spirale in die Positiv-Spirale schaffen.

Das fällt vielen Eltern und anderen Bezugspersonen von ADS Kindern schwer. Sie fühlen sich oft enttäuscht, genervt, erschöpft, entmutigt, verletzt, verärgert, verwirrt, beschämt und kraftlos. Das Team der Bezugspersonen sollte deshalb laufend miteinbeziehen sein und gleichzeitig das Kind unterstützen und stärken, wo es nur geht. Denn nur mit der Stärkung seines Selbstbewusstseins, kann sich das Kind positiv entwickeln. „Zum Ausbau eines guten Selbstwertgefühls sollten einer negativen Äußerung mindestens drei positive gegenüberstehen“, erklärt Hammer. Sollten die negativen Reaktionen häufiger als die positiven gewesen sein oder sich die Waage gehalten haben, müssen die Eltern etwas ändern. Hammer rät zu einem Tagebuch, in dem positive wie negative Äußerungen Niederschlag finden. Zudem raten Aust-Claus und Hammer noch zu folgendem:

  • Realistische Ziele setzen (damit das Kind auch die Anforderungen erfüllen kann)
  • Ermutigen: Die Bezugspersonen sollten Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Kindes haben und das auch zeigen.
  • „Inseln der Kompetenz“ suchen: Jedes Kind kann irgendetwas sehr gut. Diese Fähigkeiten sollten die Erziehenden mit ihren Kindern gemeinsam aufspüren und fördern.
  • Dem Kind helfen, Freundschaften aufzubauen. Dazu gehört, das Kind im Spiel zu beobachten und mit ihm darüber zu sprechen, was den anderen Kindern nicht gefallen hat.
  • Bei passender Gelegenheit Körperkontakt zum Kind suchen. Zärtliche und liebevolle Berührungen signalisieren dem Kind, dass die Bezugspersonen gerne seine Nähe spüren und stärken damit sein Selbstbewusstsein.

Zeit ist ein Geschenk

Ein ganz wichtiges Geschenk für das Kind ist Zeit. Die Eltern sollten etwa zumindest einmal pro Tag mit ihrem Kind spielen, ohne zu kritisieren. Die gemeinsame Zeit sollte ein Genuss für das Kind sein. Es sollte die Aktivität aussuchen dürfen. Im Spiel sollte es nicht um Leistung gehen, sondern um das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Ebenso wichtig ist das Gefühl von Zuverlässigkeit und Sicherheit. Dafür müssen alle Bezugspersonen den Kindern Struktur und Organisation vermitteln. Und damit sind sie auch Vorbild im Erlernen von Struktur und Disziplin, die für das Kind unerlässlich sind, um sich im Alltag behaupten zu können.

Fortschritte entdecken und würdigen

Sozusagen als Coach ihres Kindes müssen die Erziehenden deshalb diszipliniert, ruhig und gelassen, durchschaubar, gut organisiert, planvoll, unendlich geduldig, selbstverständlich gerecht und fähig sein, die Fortschritte des Kindes zu erkennen und zu loben. Dazu gehört es auch, Rituale in den Alltag einzubauen, Änderungen der Routine immer rechtzeitig bekannt zu geben und klare Anweisungen zu geben.

Das ist alles nicht so einfach und oft auch unbequem. Aber auch Aust-Claus und Hammer erinnern daran: Nichts ist so stark, wie ein gutes Vorbild.

Selbstständigkeit und Unabhängigkeit

Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sind weitere wichtige Erziehungsziele. Das kann ein Mensch nur dann lernen, wenn er Aufgaben bekommt, die auch Wertschätzung finden. Für Kinder wie Kim und Max ist es deshalb wichtig, Aufgaben zugeteilt zu bekommen, die von seiner Umgebung geschätzt sind und für deren Erfüllung es auch Lob erhält. Dann wird es auch seine Aufgaben bewältigen und stolz auf sich sein. Dabei sind kleine Belohnungen oder ein ganzes Belohnungssystem, wie es etwa die Expertinnen empfehlen, durchaus erlaubt. In solch einem Umfeld könnten sich auch Kim und Max gut entwickeln.

ADS-Kinder haben es schwer – und ihre Eltern auch. Ebenso wichtig ist deshalb, dass die Eltern Unterstützung finden und sich von Zeit zu Zeit selbst belohnen. Sie haben es verdient. Gesprächs- oder Selbsthilfegruppen, die über das Internet leicht zu finden sind, können eine wesentliche Stütze sein. Trotz aller hohen Anforderungen ist Nachsicht gegen sich selbst gefragt. Denn wie vieles andere im Leben, braucht Erziehung Zeit und den langen Atem der Eltern.

Mehr zu Optimind finden Sie hier: https://opti-mind.de/home-2/

Unsere Empfehlung:

Elisabeth Aust-Claus / Marina Hammer: Das ADS-Buch – Neue Konzentrationshilfen für Zappelphilippe und Träumer: Das OptimMind-Konzept, 18. Auflage, Oberstebrink 2015, 320 Seiten, ISBN: 978-3-9804493-6-6, 19,80 Euro.

Elisabeth Aust-Claus / Marina Hammer: Das ADS-Buch für Erwachsene, Oberstebrink 2015, 352 Seiten, ISBN 978-3-934333-06-2, 19,80 Euro.

Gernot Körner




Studie: Desinfektionsmittel während der Schwangerschaft schadet dem Nachwuchs

Neue Untersuchung belegt negative Auswirkungen wie Asthma und Ekzeme auf Kinder

Die Verwendung von Desinfektionsmitteln durch Schwangere stellt bei deren Kindern einen Risikofaktor für Asthma und Ekzeme dar. Zu dem Schluss kommt eine Populationsstudie unter der Leitung der University of Yamanashi http://www.yamanashi.ac.jp/en . Diese Chemikalien werden oft in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen eigesetzt. Die COVID-19-Pandemie hat zur vermehrten Verwendung im medizinischen Bereich, aber auch allgemein in der Bevölkerung geführt. Details wurden in „Occupational and Environmental Medicine“ publiziert.

78.915 Datensätze ausgewertet

Die Forscher haben die Daten von 78.915 Mutter-Kind-Paaren ausgewertet, die an der „Japan Environment and Children’s Study“ http://www.env.go.jp/chemi/ceh/en teilnahmen. Es sollte untersucht werden, ob die Belastung der Mutter mit Desinfektionsmitteln am Arbeitsplatz mit einem erhöhten Risiko einer allergischen Erkrankung im Alter von drei Jahren in Zusammenhang steht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder Asthma oder Ekzeme bekamen, war im Vergleich zu jenen, die keine Desinfektionsmitttel benutzten, deutlich erhöht. Voraussetzung dafür war, dass die Mütter ein bis sechs Mal pro Woche Desinfektionsmittel benutzten.

Die Forscher haben eine von der Belastung abhängende Beziehung zwischen der pränatalen Exposition mit Desinfektionsmitteln und der Wahrscheinlichkeit festgestellt, dass Kinder an allergischen Krankheiten litten. Kinder, deren Mütter jeden Tag mit Desinfektionsmitteln in Kontakt kamen, verfügten über die größte Wahrscheinlichkeit einer entsprechenden Diagnose. Bei Asthma war sie um 26 Prozent erhöht und bei Ekzemen um 29 Prozent – immer im Vergleich zu Kindern von Müttern, die nie mit Desinfektionsmitteln in Kontakt kamen. Es gab aber keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Desinfektionsmitteln und Lebensmittelallergien.

Eine reine Beobachtungsstudie

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich keine Ursache feststellen. Die Autoren weisen auch auf Einschränkungen hin. Dazu gehört, dass der Einsatz von Desinfektionsmitteln von den Müttern selbst angegeben wurde und dabei bestimmte Produkte nicht identifiziert wurden. Die Wissenschaftler kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass der Kontakt mit Desinfektionsmitteln während der Schwangerschaft eine Auswirkung auf Allergien bei Kindern hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Mutter wieder arbeiten geht, wenn das Kind ein Jahr alt ist. Damit liege eine Auswirkung allein während der Schwangerschaft nahe.

Mehrere Mechanismen könnten laut der Studie das erhöhte Risiko von allergischen Erkrankungen bei den Kindern erklären. Dazu gehören Auswirkungen der Desinfektionsmittel auf die Mikroflora des Darms und die Haut bei Mütttern und damit auch bei deren Kindern – ein Kontakt mit chemischen Verbindungen während der Schwangerschaft, die sich auf die Immunreaktion des Fötus auswirken. Kinder atmen Moleküle des Desinfektionsmittels über die Haut der Mütter ein oder berühren sie oder ein Bias: Mütter, die häufig medizinische Desinfektionsmittel benutzen, sind wahrscheinlich medizinisch besser informiert und haben einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Moritz Bergmann für pressetext.redaktion