Brigitte Flakenhain/Vanessa Ölsner, Die wahre Geschichte von Frischling Nessi
Was für ein wundervolles, textlich ansprechendes, mit ganz vielen Illustrationen versehendes Geschichtenbilderbuch, das die Textautorin Brigitte Falkenhain und die Illustratorin, Vanessa Ölsner, zusammen herausgegeben haben.
Worum geht es in diesem Buch?
Erzählt wird eine Geschichte von einer Wildschweinmama, die mit ihren sieben Wildschweinkindern in einem großen, ja geradezu märchenhaften Mischwald lebt und dabei geht es allen gut. Es gibt genügend zu fressen und die Wildschweinkinder haben den Wald als einen riesigen, grenzenlosen Abenteuerspielplatz entdeckt.
Doch an einem Tag möchte ein Wildschweinkind (Nessi) mehr Ruhe haben und fällt auf seinem Weg zu einem Ruheplatz in ein tiefes Loch, aus dem es nicht mehr alleine herauskommt. Die Wildschweinmama bemerkt, dass eines ihrer Kinder fehlt und geht auf die Suche, entdeckt Nessi in dem Loch, kann Nessi aber auch nicht aus dem Loch heraushelfen. Voller Hoffnung, dass Nessi doch noch irgendwie alleine aus der Erdgrube herauskommt, zieht sie mit ihren anderen sechs Kindern weiter.
Alleingelassen und frierend weiß Nessi auch keinen Ausweg aus dem Dilemma. Doch die Eule des Waldes macht Nessi Hoffnung und erzählt von der Bäuerin der Waldbach-Mühle, die täglich durch den Wald geht und dabei sicherlich Nessi findet.
Und so geschieht es auch! Die Bäuerin, mit Namen Rita, unternimmt ihren üblichen Spaziergang und findet dabei das Wildschweinkind. Vorsichtig holt sie es aus dem Erdloch und nimmt es mit nach Hause, wo es einen eigenen, ganz gemütlichen Stall (sogar mit einer Wärmelampe) bekommt. Nessi wird immer gut gefüttert. Rita streichelt Nessi viel und mehr und mehr wächst sie heran, lernt die anderen Tiere auf dem Gelände der Waldbachmühle kennen. Und eines Tages, bei einem Waldspaziergang mit Rita, verlässt Nessi ihre Retterin Rita. Ein Jahr später sieht Rita im Mischwald eine Wildschweinmama mit sieben Wildschweinkindern, und erkennt, dass Nessi nun die Mama ist.
Diese Tiergeschichte hat einen wahren Ausgangshintergrund, den die Autorin (Heilpädagogin) ihrer Enkelin Vanessa erzählt hat. Dann hat Vanessa, gerade einmal elf Jahre alt, angefangen, handgezeichnete und colorierte Bilder zum Verlauf der erzählten Geschichte zu malen, die nun das gesamte Buch illustrieren. Und so ist das gemeinsame Werk entstanden. Sprachlich und bildnerisch gestaltet ist das Buch von der ersten bis zur letzten Zeile und von der ersten bis zur letzten Illustration ein wirklicher Genuss, dem sich nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, Eltern und pädagogische Fachkräfte, nicht entziehen können, eben auch über die detailreiche, nahezu unglaubliche Malbegabung eines elfjährigen Mädchens. So haben eine Großmutter und ihre Enkelin ein gemeinsames Werk erschaffen, das in dieser Form sicherlich nur sehr selten entsteht.
Brigitte Falkenhain Illustriert von Vanessa Ölsner Hardcover, 54 Seiten Ölsner Verlag, 2024 ISBN 9783982379012 14,90 Euro
Rund um das Spiel, Spielmöglichkeiten und Spielgestaltungsräume
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Sauff, Katrin, Franz, Margit (Hrsg.): Mehr als nur Freispiel. Selbstbestimmtes Spielen & Lernen in Krippe und Kita
Eine der Haupttätigkeiten der Kinder ist das SPIEL. Es gehört unauflöslich zum Kindsein dazu, ist einerseits die wichtigste Form der Weltentdeckung sowie der aktiven Welterkundung im Leben eines Kindes und trägt andererseits zum Aufbau einer stabilen Persönlichkeitsentwicklung sowie als Grundlage für ungezählte Lernprozesse im emotionalen, sozialen, motorischen und kognitiven Bereich bei. Gleichwohl zeigen verschiedene Untersuchungen und Alltagsbeobachtungen in vielen Krippen und Kitas, dass das SPIEL – vermehrt durch funktionsorientierte Förderprogramme – bei weitem nicht mehr die Aufmerksamkeit hat, die es verdient. Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass sich die berufserfahrene Erzieherin Katrin Sauff in ihrem ersten Buch dem hohen Bedeutungswert des Spiels und einer spielpädagogischen Praxisgestaltung zuwendet.
Das Spiel als Kinderrecht und sein Stellenwert als Bildungs- und Erziehungsauftrag
Die Autorin behandelt in sechs Kapiteln folgende Schwerpunkte: das Spiel als ein Kinderrecht und sein Stellenwert als Bildungs- und Erziehungsauftrag für Kindertagesstätten (1); einige ausgewählte, bedeutsame Spielformen, in denen Kinder lebensbedeutsame Lernerfahrungen machen können (2); die engagierte und authentisch geprägte Spielbegleitung durch die pädagogischen Fachkräfte als Herausforderung und unverzichtbare Notwendigkeit für eine entwicklungsförderliche Pädagogik (3); Partizipation, Struktur und Abläufe in einer spielaktiven Elementarpädagogik (4); Möglichkeiten, Eltern die Spielbedeutung transparent und erlebbar zu machen (5); Beispiele, wie unterschiedliche Spielräume für Kinder und mit ihnen gestaltet werden können (6).
Mit Praxisbeispielen und Reflexionshilfen
Jedes Kapitel beinhaltet Praxisbeispiele, enthält Praxistipps und bietet auch Reflexionshilfen an, um einerseits das eigene Spielverständnis genauer zu betrachten und andererseits eigene Einschätzungsmerkmale mit den in diesem Buch dargestellten Hinweisen in Verbindung zu bringen, um daraus Konsequenzen für Veränderungen oder Erweiterungen zu ziehen. Zudem tragen die ungezählten Fotos, die die inhaltlichen Ausführungen begleiten, zur zusätzlichen Lesefreude bei.
Fachkräfte, die die eigene Spielpraxis auf den ‚Prüfstand‘ stellen oder sich mit einer Reihe von Spielmöglichkeiten sowie Spielgestaltungsräumen näher befassen wollen, werden dieses Buch als einen reichhaltigen Schatz entdecken.
Armin Krenz
Sauff, Katrin, Franz, Margit (Hrsg.) Mehr als nur Freispiel Selbstbestimmtes Spielen & Lernen in Krippe und Kita. Klett Kita GmbH, Stuttgart 2025 112 Seiten ISBN: 978-3-96046-289-7 19,95 €
Praxisorientiert mit praxisrelevanten Antworten und dabei immer locker
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Marcus Damm: Schemapädagogik mit Eltern mit Persönlichkeitsstörungen
Dr. phil. Marcus Damm, Oberstudienrat an einer Fachschule für Sozialwesen, hat wieder einmal eine Veröffentlichung herausgegeben, die spannender ist als es viele Kriminalromane schaffen, Leser*innen regelrecht in vollem Umfang zu erfassen und inhaltlich zu fesseln. Davon werden viele Leser*innen nicht überrascht sein, hat es der Autor beispielsweise doch schon mit seinen Büchern „Schemapädagogik – Möglichkeiten und Methoden der Schematherapie im Praxisfeld Erziehung“ (2010), „Gar nichts muss ich – Mit narzisstischen Schülern kompetent umgehen“ (2019) oder „Ich beende den Unterricht, nicht die Klinge! 12 Lehrertypen – und wie man sich und anderen Lehrkräften auf die Schliche kommt“ (2023) geschafft, Zusammenhänge von Erziehungsstilen und bestimmten Verhaltensmerkmalen Erwachsener mit spezifischen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche zu verdeutlichen. Nun legt der Autor ein weiteres Buch vor, das sich mit den zwölf Erziehungsstilen, ihren Besonderheiten und ihren Auswirkungen (= entwicklungspsychologische Effekte) auf die Kommunikationspartner befasst. Auf diese Weise werden folgende Erziehungsstile in den Fokus gesetzt: gewissenhaft/zwanghaft, selbstbewusst/narzisstisch, fürsorglich/dependent-aktiv, dramatisierend/histrionisch, wachsam/paranoid, lässig/passiv-aggressiv, herausfordernd/antisozial, sich distanzierend/schizoid, sprunghaft/borderlinespezifisch, abhängig/dependent, aggressiv/sadistisch und selbstunsicher.
Nachdem der Autor zunächst die fünf Phasen der schemapädagogischen Elternarbeit vorgestellt hat, steigt er sofort – nach und nach – in die „vergifteten/vergiftenden“ Erziehungsstile ein, indem er zunächst immer ein Beispiel vorstellt, dann die Besonderheiten dieses Erziehungsstils herausstellt, anschließend den (ideal)typischen Sozialisationsverlauf skizziert, typische Kollusionen (= ein [unbewusstes], „heimliches“ Zusammenwirken von mindestens zwei Personen zum Schaden eines Dritten) beschreibt, Ressourcen und Fallstricke benennt, dann häufig gestellte Fragen aufgreift und die dazugehörenden Antworten liefert, um schließlich konkrete Hinweise für die Elternarbeit mit den Personen und ihren erziehungsstiltypischen Merkmalen zu geben. Hinweise auf Fortbildungsmöglichkeiten in Deutschland und der Schweiz sowie ausführliche Literaturnennungen beenden das Buch.
Was an dem Buch an allen Stellen umfassend gut gefällt ist Folgendes: der Autor schreibt in einer sehr verständlichen Sprache, immer gut verständlich und inhaltlich stets nachvollziehbar! Die Beispiele sind absolut praxisorientiert, die inhaltlichen Ausführungen kommen punktgenau zum Wesentlichen, die aufgeworfenen Fragen (FAQs = konkrete Informationen zu häufig gestellten Fragen oder aufgetretenen Problemen) werden praxisrelevant beantwortet und bei aller Ernsthaftigkeit und inhaltlichen Bedeutsamkeit wirkt die Sprache ‚locker‘.
Auch wenn sich das Buch auf die Institution Schule und die stationäre Jugendhilfe bezieht, ist es auch für die Elementarpädagogik von gleichhohem Wert. Nicht nur für die Zusammenarbeit und Gesprächsführung mit Eltern, sondern auch zur Reflexion des eigenen Erziehungsstils: bin ich vielleicht Frau Rottenmeier, Herr Trump, Frau Bardot, Herr Castro, Herr Schopenhauer oder gar Frau Weinhaus oder Frau Sadowski – alles Pseudonyme für bestimmte Erziehungsstilvertreter*innen? Das sehr empfehlenswerte Buch gibt auf diese Frage eine konkrete Antwort!
Ein fundierter Ratgeber zum Gebrauch digitaler Medien durch Kinder
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Eichenberg, Christiane & Auersperg, Felicitas: Chancen und Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche. Ein Ratgeber für Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen
Wie alle Medien (und deren rasante Weiterentwicklung) bieten auch die digitalen Medien in ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten Chancen und Risiken, die miteinander in Verbindung gesetzt sowie gesehen werden müssen und fachlich sorgsam betrachtet werden sollten. Auf der einen Seite benötigen Kinder und Jugendliche eine Medienkompetenz, die sie in ihre Freizeitgestaltung, Lebens- und späteren Schul-/Berufszeit als eine sinnvolle Bereicherung integrieren können. Auf der anderen Seite gilt es aber auch, einen entwicklungshinderlichen und devianten (=sozial/ gesellschaftlich inakzeptable) Gebrauch digitaler Medien zur Kenntnis zu nehmen und Möglichkeiten zu nutzen, eine selbstschädigende, asoziale bzw. exzessive Nutzung zu verhindern bzw. entwicklungsförderlich zu korrigieren.
So ist es sehr zu begrüßen, dass sich die beiden Autorinnen – Prof. Dr. Christiane Eichenberg, Leiterin des Instituts für Psychosomatik an der Medizinischen Fakultät der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien und Dr. Felicitas Auersperg, Universitätsassistentin an der zuvor genannten PrivatUniversität – dem Themenfeld der digitalen Medien zugewandt haben und ihre Erstveröffentlichung im Jahre 2018 nun in einer 2. überarbeiteten Auflage vorlegen.
Zum Aufbau des Buches
Die Veröffentlichung umfasst 4 Kapitel. Im ersten Kapitel (>Bedeutung digitaler Medien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen<) wenden sich die beiden Autorinnen dem Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, den zur Verfügung stehenden Medien, den Nutzungsgewohnheiten und der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu.
Das zweite Kapitel (>Chancen digitaler Medien für Kinder und Jugendliche<) geht konkret auf die Identitätsentwicklung (z.B. Selfies), Soziale Kompetenzen und Beziehungen, Lernen (z.B. wissensbezogene Inhalte, Kindergarten bis zu weiterführenden Schulen), Spielen (z.B. Gewalt am Bildschirm, serious Gaming, Kreativität), Informationsaustausch und Meinungsbildung (z.B. Internet und der Abbau von Vorurteilen), Psychosoziale Hilfestellung bei typischen Problemen im Jugendalter (z.B. Selbsthilfeforen, Sexualität und Aufklärung im Internet) ein.
Im dritten Kapitel (>Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche<) finden sich Ausführungen zu den fünf Risikobereichen: a) Exzessive Nutzungsweisen – Internetsüchte-; b) Dysfunktionale Nutzungsweisen: Informationsüberflutung sowie Cyberchondrie & Co; c) Selbstschädigende Nutzungsweisen: Suizid-Foren, Ritzer-Seiten und Pro-Ana-Bewegung; d) Deviante Nutzungsweisen: Cybermobbing, Cybertalking und sexuelle Gewalt sowie e) Jugendgefährdende Inhalte: Politischer Extremismus. Anschließend folgen die Schwerpunkte Interventionsmöglichkeiten bei Online-Sucht und Cybermobbing, therapeutische Aspekte im Umgang mit Online-Sucht und präventive Maßnahmen.
Kapitel 4 stellt sich der Herausforderung, >Medienkompetenz sinnvoll zu vermitteln<. Dabei dreht sich zunächst alles um die Medienkompetenz in der Familie, um Strategien zur Vermittlung von Medienkompetenz bei Kindern, bei Jugendlichen und um die Mediennutzung sowie intergenerationale Konflikte in der Familie, um dann auf die Medienkompetenz in der Schule und Konzepte zur Vermittlung von Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen einzugehen. Ein kurzes Fazit, eine sehr umfangreiche Literaturliste sowie 4 Checklisten (Merkmale der Online-Spielsucht; Liste angenehmer Tätigkeiten; Medienvertrag – Regeln zu Internet, Fernseher & Co; Mein Medientagebuch) schließen diese Veröffentlichung ab.
Zum Inhalt des Buches
Als Ausgangspunkt kann folgende Aussage gelten: während Kinder als sogenannte >digital natives< aufwachsen, haben viele Erwachsene erst die Aufgabe gehabt, sich in die digitale Welt nach und nach einzuarbeiten. Dieser Unterschied ist eine dringend zu lösende Herausforderung, um zunächst selbst eine Medienkompetenz zu erlangen. Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen mit zunehmendem lt. JIM-Studie und KIM-Studie Smartphones, Laptops, Spielekonsolen, Tablets und nutzen bevorzugte Streamingdienste. Jugendliche greifen dabei zu Hause häufig auf Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+, auf Musikstreamingdienste wie Spotify, Apple Music oder You-Tube Musik zu und auch die Zahl an eigenen Wearables wie z.B. Smartwatches steigt stetig an und Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok & Co erfreuen sich einer breiten Beliebtheit. Hier ist eine Medienkompetenz gefragt, bei der die Kinder und Jugendlichen – entsprechend ihrem Alter – lt. dem deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) selbstbestimmt, kritisch, kreativ und verantwortungsbewusst handeln sollen, wobei sie selbst die Fähigkeit besitzen sollen, ihren Konsum zu reflektieren und zu bewerten, um auch die Konsequenzen ihres Konsums einzuschätzen. Hieraus geben sich deutliche Aufgaben, die Eltern, Erzieher*innen, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen sehen, aufgreifen und umsetzen müssen!
Die beiden Autorinnen schaffen es in ausgezeichneter Weise bei ihren inhaltlichen Ausführungen, die stets mit reichhaltigen, sogenannten >Fallbeispielen< angereichert sind, Chancen, Auswirkungen und Risiken (z.B. bei Computerspielen, der Handy-/ Computer-/ TV-/ Selfie-/ KI-nutzung, dem Online-Gaming) gegenüberzustellen und entsprechende Altersempfehlungen vorzunehmen. Leser*innen erfahren immer wieder aktuelle Untersuchungsdaten und mit Zahlen belegte Aussagen, worin einerseits die Chancen für Kinder und Jugendliche liegen, digitale Medien in ihre Lebens- und auch Lernwelt zu integrieren, andererseits werden aber auch die Risiken wie eine Zunahme an Internetsüchten wie beispielsweise Online-Spielsucht oder die exzessive Nutzung von Chatforen und sozialen Netzwerken, Online-Kaufsucht ebenso thematisiert wie Cybermobbing, Cyberstalking und direkte sexuelle Übergriffe in Chatrooms oder Sexting (Austausch sexueller Nachrichten/ Weiterleiten von Fotos) bzw. Online-Challenges, in denen es um grenzüberschreitende ‚Mutproben‘ geht.
Dabei wird auch die Erstellung und Verbreitung von Pornografie über das Netz thematisiert. Doch hier bleiben die beiden Autor*innen inhaltlich nicht stehen! So umreißen sie kurz und bündig vor allem bei der Problemstellung der Online-Sucht und des Cybermobbings einige therapeutische Behandlungsoptionen und Interventionsmöglichkeiten bei gleichzeitiger Notwendigkeit, die Bezugspersonen miteinzubeziehen, um keine isolierte Veränderung bei Kindern und Jugendlichen zu versuchen, sondern im Sinne eines systemischen Ansatzes ganzheitlich vorzugehen. Gleichzeitig werden auch präventive Maßnahmen erwähnt wie >Surf-Fair< (Pieschl & Porch) sowie >KiVa< (Salmivalli) und es werden Vorschläge unterbreitet, wie Medienkompetenz sinnvoll vermittelt werden kann: in der Familie, bei Kindern und bei Jugendlichen, in der Schule.
Ein Wermutstropfen ist allerdings bei aller positiven Beurteilung des Buches vorhanden: die beiden Wissenschaftlerinnen haben dem Einsatz/ der Nutzung von digitalen Medien im frühesten Kindesalter (z.B. im Krippenalter/ in der Krippenpädagogik) keinen Raum in ihrem Buch zur Verfügung gestellt, obgleich es viele Lern-, Spiel- und Unterhaltungsapps für Kinder vom 1. bis zum 3. Lebensjahr gibt, deren Bedeutungssinn aus entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Sicht besonders hinterfragt werden muss. Als Ergänzung zum Buch sei an dieser Stelle auf folgende 3 Internetseiten hingewiesen: >Empfehlungen zu Bildschirmmedien bei der U3, Download als PDF, Zeitschrift Kinder- und Jugendarzt: https://die-pädagogische-wende.de/empfehlungen-zu-bildschirmmedien-bei-der-u3/, kindergesundheit-info.de ( Tipps zum Umgang mit Medien für Babys und Kleinkinder): https://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/alltagstipps/medienwahrnehmung/medienumgang-0-3-jahre/, Schau hin – Medien und Kleinkinder: https://www.schau-hin.info/medien-kleinkinder; Kindergesundheit-info.de – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Wie Medien Kindern schaden können): https://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/mediennutzung/medien-gefahren/
Fazit:
Diese Veröffentlichung erfasst in fundierter Weise die Chancen und Risiken der Nutzung digitaler Medien. Die vielen Beispiele erhellen in anschaulicher Weise die theoretischen Ausführungen und machen es Leser*innen leicht, sich mit den Fakten auseinanderzusetzen, die immer wieder durch wissenschaftliche Belege dokumentiert werden. Alleine die 20 Seiten, auf denen die Literaturbelege, die in den Texten genannt sind, aufgeführt werden, lassen einen fachlichen Rückschluss auf die Textaussagen erkennen. Somit kann diese Veröffentlichung als eine sehr hilfreiche Handreichung für Erzieher*innen, Lehrer*innen, Eltern und Betreuungs-/Bezugspersonen in bestem Sinne dienlich sein.
Schlussbemerkung:
(1) Im Umgang der Kinder mit digitalen Medien kommt zuvorderst der Vorbildwirkung der Erwachsenen eine besondere Bedeutung zu! Solange z.B. Erzieher*innen während ihrer Arbeitszeit ihr Smartphone oder Tablet für private Anliegen nutzen, was bei Kitabesuchen nicht die Ausnahme darstellt, wird Kindern etwas vorgelebt, das Kinder gerne imitieren wollen. Zudem wird Kindern eine Zuwendungszeit vorenthalten, die aus arbeitsrechtlicher und berufspädagogischer Sicht nicht akzeptabel ist. Auch wenn Eltern beim Holen und Bringen der Kinder mit ihrem Smartphone kommunizieren, bei gemeinsamen Unternehmungen statt mit ihren Kindern sprechen und stattdessen ihren Smartphoneunterhaltungen Aufmerksamkeit schenken, wird das Kind einen zweitrangigen Wert erfahren. (2) Wer bei und mit Kindern eine >Medienkompetenz< aufbauen und nachhaltig erzielen möchte, muss selbst eine >Medienkompetenz< besitzen und die Chancen und Gefahren einer digitalen Mediennutzung gegeneinander abwägen können. (3) Kritiker*innen an einem zu frühen digitalen Medieneinsatz in der Pädagogik oder an einer zu intensiven digitalen Mediennutzung dürfen nicht als medienfeindlich bezeichnet werden – dieses häufig zu erlebende und ausgesprochene Vorurteil entspricht einer destruktiven Haltung in einer sachlich zu führenden Diskussion. (4) Digitale Medien in der Elementarpädagogik haben ihren Sinn, wenn sie in handlungsaktiven und alltagsorientierten Projekten/ Themenschwerpunkten integriert werden. Hier heißt es: vom kindorientierten und alltagsbezogenen Thema zum digitalen Medium und nicht vom digitalen Medium zum Kind! Genau das geschieht aber in vielen elementarpädagogischen Einrichtungen. (5) Bei der Bedeutungsbetrachtung digitaler Medien in der Frühpädagogik müssen entwicklungspsychologische Untersuchungsergebnisse und neurobiologische Erkenntnisse als ein fachlich fundierter Ausgangspunkt für den Einsatz digitaler Medien und keine wirtschaftlichen Interessen zur Grundlage dienen. (6) Eine vorhandene Medieninkompetenz, eine Internetdistanzierung oder eine pauschale Ablehnung digitaler Medien ist weder akzeptabel noch zielführend, wenn es um eine sachliche Auseinandersetzung über digitale Medien(nutzung) gehen soll.
Armin Krenz – Hon.-Professor für Elementarpädagogik & Entwicklungspsychologie (a.D.)
Eichenberg, Christiane & Auersperg, Felicitas Chancen und Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche Ein Ratgeber für Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen Hogrefe Verlag GmbH & Co KG 2. überarbeitete Auflage 2024 190 Seiten ISBN: 978-3-8017-3209-7 19,95 €
Dein SelbstSicheres Kind: Innere Stärke und Selbstschutz lernen
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Praxisratgeber von Frieder Knauss – Selbstbewusstsein, Grenzen, Deeskalation
Wie erziehen wir Kinder zu selbstbewussten, resilienten und handlungsfähigen Persönlichkeiten? Dieser praxisorientierte Ratgeber bietet Eltern, Erziehenden und pädagogischen Fachkräften fundiertes Wissen und alltagstaugliche Methoden, ihre Kinder nachhaltig zu stärken – innerlich wie äußerlich. Er begleitet sie Schritt für Schritt durch die zwei zentralen Säulen kindlicher SelbstSicherheit:
Innere Stärke – mit Fokus auf Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit
Äußere Sicherheit – mit Strategien zur Prävention, Selbstbehauptung und altersgerechten Selbstverteidigung
Dieses besondere Buch kombiniert aktuelle Erkenntnisse aus der Psychologie und Pädagogik mit den Prinzipien moderner Selbstverteidigung (Ju-Jutsu) – ganz ohne Angstmache, dafür mit viel Herz, Klarheit und Erfahrung.
✔️ Für Kinder ab dem Kindergartenalter ✔️ Mit praktischen Übungen für Zuhause, Schule & Alltag ✔️ Ideal zur Vorbereitung auf Selbstbehauptungs- und Präventionskurse ✔️ Wertvoll für Eltern, Lehrkräfte, Erzieher*innen und Trainer*innen
Zentral sind zwei leicht anwendbare Modelle: das SelbstSicherheits-Dreieck (SelbstBewusstsein, SelbstWertGefühl, SelbstWirksamkeit) und die SelbstSicherheits-Ampel, die kindgerecht zeigt, wie Konflikte erkannt, deeskaliert und – wenn nötig – entschlossen bewältigt werden. Übungen, Gesprächsimpulse und Szenarien machen den Transfer in den Alltag sofort möglich. „SelbstSicherheit bedeutet nicht, keine Angst zu haben – sondern mit Angst umgehen zu können“, betont Knauss. Der Ansatz stärkt Resilienz, fördert respektvolle Kommunikation und bietet klare Alternativen zur frühen Bildschirmablenkung.
USP für den Handel
Doppelkompetenz: Präventionsexperte & Ju-Jutsu-Trainer mit langjähriger Praxis
Frieder Knauss ist Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung, Mediator (Steinbeis) und Theaterpädagoge BuT®. Seit über 15 Jahren begleitet er Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Trainer und Seminarleiter auf dem Weg zu mehr Selbstsicherheit und Konfliktfähigkeit.
Mit dem 4. Dan im Ju-Jutsu, der höchsten Trainerlizenz (Trainer A) sowie als Kursleiter in den Programmen „Nicht mit mir!“ und „FrauenSelbstSicherheit“ bringt er umfassende Praxiserfahrung aus der Gewaltprävention mit. Als zertifizierter Kinderschutzbeauftragter im Sportverein engagiert er sich für sichere Entwicklungsräume. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie in Kirchheim unter Teck
Frieder Knauss Dein SelbstSicheres Kind
Wie Sie die Entwicklung von Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein praktisch unterstützen 120 Seiten, 4-fbg. Fotos und Abb., 14,8 x 21,0 cm ISBN: 978-3-96304-073-3 20 € [D], 20,60 € [A]
Anna Fink – Der Vogel der Welten: Fantasy, Intrigen und große Gefühle
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Magische Jugendfantasy über Mut, Loyalität und Macht – der starke Mittelteil der preisgekrönten Trilogie von Boris Zatko
Mit „Der Vogel der Welten“ legt Boris Zatko einen hochspannenden zweiten Band vor, der konsequent an die Welt- und Figurenanlage von Teil 1 (Anna Fink – Die Fanfare des Königs) anschließt und die Saga merklich vertieft: Hofintrigen, Bündnisse und Verrat prallen auf ein Coming-of-Age, in dem Anna Verantwortung übernimmt und über sich hinauswächst.
Herzstück ist das Ei der Seelenvögel, ein machtvolles Artefakt, das einen Besitzstreit zwischen Herzogtümern entfacht – und eine Kettenreaktion aus Diebstahl, Entführung und Verfolgung auslöst. Die Reise führt durch Negasems mythische Landschaften, zu geheimen Treffen (u. a. mit Herzog Akil Serafin) und in Konfliktzonen zwischen Menschen und magischen Wesen.
„Ein fesselndes Fantasy-Buch … Spannung, Magie, Geheimnisse und emotionale Tiefe.“
Rezension vom 03.10.2025 https://bibliomaniacs.de/anna-fink-der-vogel-der-welten/.
Warum der Titel im Handel funktioniert
Worldbuilding & Plotdichte: Politische Spannung + Artefakt-Mythos → starker Sog für Vielleser:innen ab 12
Identifikationsfigur: Anna wächst sichtbar an Mut, Urteilsvermögen und Loyalität
Serienmotor: überzeugender Mittelteil mit cliffhanger-tauglichem Finale – klare Anschlusskäufe (Band 1/3)
Verkaufsimpulse: Bundle mit Band 1; Lesezeichen/Sticker „Seelenvögel“; Buchclub-Fragen online
Boris Zatko lebt und arbeitet als freier Autor und Illustrator in Basel. Seine Texte, Bilder und Comics erscheinen regelmäßig in verschiedenen Magazinen und Verlagen. Für sein erstes Jugendbuch „Anna Fink und die Fanfare des Königs“ hat er den „BoD Autoren Award“ sowie den Schmökerhit auf den Erfurter Kinderbuchtagen gewonnen.
592 Seiten, s/w illustriert, 14,4 x 22,2 cm, Hardcover, Halbleinen mit Prägung und Lesebändchen Ab 12 Jahren ISBN 978-3-934333-81-9 24 € [D], 24,70 € [A]
Martha Möwe auf Schatzsuche – Piratenspaß für 5- bis 10- jährige Kinder
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Ein farbenfrohes Abenteuer von Heiko Volz mit Illustrationen von Sibylle Mayer – Freundschaft, Mut und jede Menge Seemannswitz
Ein ungleiches Team auf großer Fahrt: Martha Möwe aus dem Norden und Sven Storch aus dem Schwarzwald folgen einer mysteriösen Karte bis in die Karibik. Dort treffen sie neue Freunde – den charmanten Lucky Leguan und die weise Schildkröte Tante Sigi –, meistern Stürme, Rätsel und Verfolgungsjagden und stehen sich mit Witz und Herz beiseite. Autor Heiko Volz (u. a. „Äffle & Pferdle“, „Der schüchterne Uwe“, „Pirat Neckarschreck“) erzählt temporeich und pointiert; Sibylle Mayer illustriert mit modernen, farbintensiven Bildern, die Tempo, Humor und Fernweh wecken.
Die Geschichte vermittelt spielerisch Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft – eingebettet in eine turbulente Piratengeschichte mit Tieren, Ländern und vielen Lacher-Momenten. Ideal zum Vorlesen und für erste Lesewege.
USP für den Handel
Starke Marke/Serie: 2. Band der beliebten Martha Möwe-Trilogie
Hoher Spaßfaktor: Wortwitz (auch für Erwachsene), Running Gags, Piratenflair
Bildstark: farbenfrohe, zeitgemäße Illustrationen von Sibylle Mayer
Breit einsetzbar: Vorlesen ab 5; erstes Selberlesen bis ca. 10 Jahre
Geschenk- und Reisetitel: perfekter Sommer-/Ferienbegleiter, Piraten- & Tierfans
Sommer-/Ferientisch, Themen-Tisch „Piraten & Meer“, neben Tier- und Abenteuerbüchern
Lesung mit Schatzkarten-Mitmachaktion; „Piraten-Stempelpass“ für 3 Ladenbesuche
Cross-Promo: Hinweis auf Band 1 (Weihnachten mit Martha Möwe) und Band 3 (…bei den Außerirdischen, ET Frühjahr 2026)
Reihenhinweis
Weihnachten mit Martha Möwe (Band 1)
Martha Möwe auf Schatzsuche (Band 2)
Martha Möwe bei den Außerirdischen (Band 3, ET Frühjahr 2026)
Heiko Volz ist u.a. als Autor vieler Äffle und Pferde Sketche bekannt. Als Autor schreibt er lustige und unterhaltsame Geschichten und Bücher für alle Altersgruppen. Bei seinen Vorlesegeschichten für Kinder kommt auch für die Großen der Humor nicht zu kurz.
Hardcover, 22 x 22 cm 52 Seiten, durchgehend farbig Ab 7 Jahre ISBN 978-3-96304-050-4 15,00 € [D], 15,50 € [A]
Weihnachten mit Martha Möwe – Vorlesen in 24 Kapiteln
geschrieben von Redakteur | Februar 26, 2025
Eine warmherzige Adventgeschichte (5 bis 10 Jahre) von Heiko Volz mit Illustrationen von Sibylle Mayer – humorvoll, kapitelweise bis Heiligabend lesbar
Eigentlich wollte Martha Möwe dem kalten Nordsee-Winter entfliehen. Nach einer Bruchlandung im Süden landet sie bei den Tieren des Waldes – und bei Erna Eule, die schnell zur besten Freundin wird. Zwischen Flohmarkt, Waldputztag, Wintersport und heimlichen Vorbereitungen wächst Martha die neue Heimat ans Herz. Doch je näher Weihnachten rückt, desto stärker wird das Heimweh nach Meer, Strand und Schiffen.
Die Tiere beschließen: Ein Weihnachtsgeschenk muss her, das den Wald zum Meer macht – zumindest für eine Nacht. Ob das gelingt? Das erfährt man im festlichen Finale am 24. Dezember.
Die Illustrationen von Sibylle Mayer
Sibylle Mayer erzählt mit Bildern, die Wärme, Humor und Detailfreude verbinden. Eine freundliche Winterpalette (Tannengrün, Schneeblau, Kerzenschein) schafft sofort Adventsstimmung, klare Figurenposen und ausdrucksstarke Mimik tragen die Pointen – für Kinder sofort lesbar, für Erwachsene mit feinen Bildwitzen. Abwechselnd großzügige Doppelseiten für Atmosphäre und kleine Vignetten für Tempo geben dem Vorlesen Rhythmus. Viele Szenen laden als Such- und Mitmachbilder ein: Wer entdeckt den „Muskelkater“? Wo versteckt sich der verfressene Bär? So stützen die Illustrationen das tägliche 24-Kapitel-Ritual und machen die Geschichte lebendig – auch bei wiederholtem Lesen.
Autor Heiko Volz (u. a. „Äffle & Pferdle“) erzählt mit feinem Humor auf zwei Ebenen: Kinder lachen über Piratenschneemann & Co., Erwachsene über schwäbische Kehrwoche und charmante Seitenhiebe. Sibylle Mayers Bilder holen den Witz visuell ab und setzen zusätzlich emotionale Akzente – von turbulant bis zu stillen, warmen Momenten.
Heiko Volz ist u.a. als Autor vieler Äffle und Pferde Sketche bekannt. Als Autor schreibt er lustige und unterhaltsame Geschichten und Bücher für alle Altersgruppen. Bei seinen Vorlesegeschichten für Kinder kommt auch für die Großen der Humor nicht zu kurz.
USP für den Handel
Adventsbuch-Prinzip: 24 Kapitel – tägliche Vorlese-Routine bis Heiligabend
Bildstark & humorvoll: Illustrationen von Sibylle Mayer mit hohem Wiederentdeckungswert
Doppelter Humor: funktioniert für Kinder und erwachsene Mitleser:innen