Die Skepsis der Eltern gegenüber sozialen Netzwerken wächst

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Der Kinder Medien Monitor 2023 zeigt Trends bei der Medienutzung von Kindern und Jugendlichen

Digitale und soziale Medien gehören immer mehr zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Klassische Medien wie TV und Print werden jedoch weiterhin auf sehr hohem Niveau genutzt. Eine besondere Faszination übt Bewegtbild aus. Kostenlose Videodienste wie YouTube stehen inzwischen bei 63 Prozent der sechs- bis 13-jährigen Kinder mindestens mehrmals pro Woche auf dem Programm. Ein rasantes Wachstum erlebt TikTok: 42 Prozent nutzen die Plattform heute, 2021 waren es noch 26 Prozent. Das sind einige Ergebnisse des jüngst erschienenen Kinder Medien Monitors.

Die Eltern befinden sich im Zwiespalt

Immerhin 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen dürfen allein ohne Aufsicht im Internet surfen und Apps nutzen. Plattformen wie YouTube und soziale Netzwerke werden jedoch zunehmend kritisch beäugt: Während in der Zeit der Corona-Pandemie 2021 noch 39 Prozent der Eltern der Meinung waren, ihre Kinder könnten über YouTube etwas lernen, sind es 2023 nur noch 35 Prozent. Soziale Netzwerke schneiden in dieser Hinsicht noch schlechter ab, sie rutschen von 24 Prozent in 2021 auf aktuell 14 Prozent. Diese Skepsis bringt den Wunsch nach Eigenverantwortung mit sich. 45 Prozent der Eltern halten es für wichtig, dass ihr Kind Medienkompetenz erlernt.

Die Medien-Klassiker: Eltern und Kinder in der Sicherheitszone

Print und TV – Mediatheken und Streamingdienste inklusive – genießen einen Vertrauensbonus bei den Eltern. Zu den Top-Argumenten für die Nutzung klassischer Medien gehören die pädagogische Sinnhaftigkeit aber auch der Spaßfaktor für das Kind. Entsprechend räumen Eltern ihren Kindern mehr Freiräume ein als im Umgang mit digitalen Medien: 46 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen dürfen selbst bestimmen, welche Fernsehsendungen sie sehen. Freie Wahl bei Büchern oder Zeitschriften haben 67 Prozent.

Auch die Kinder fühlen sich offenbar nach wie vor wohl mit klassischen Medien: 85 Prozent schauen mindestens mehrmals pro Woche Serien, Filme oder Videos, wenn sie gerade im Fernsehen laufen. 66 Prozent hören Radio/Autoradio, 35 Prozent nutzen CD-Spieler oder Musikanlage.

Beim Lesen schwören Kinder auf Papier: 72 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen lesen mindestens mehrmals pro Woche Bücher oder Zeitschriften, elektronische Lesemedien spielen dabei so gut wie keine Rolle. Dafür spricht auch die im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegene Netto-Reichweite der 26 ausgewiesenen Kinderzeitschriften: Vier Millionen sechs- bis 13-jährige Mädchen und Jungen lesen mindestens eine davon. Eltern lesen mit: Insgesamt erreichen die ausgewiesenen Kinderzeitschriften 4,5 Millionen Elternteile der Sechs- bis 13-Jährigen.

Über den Kinder Medien Monitor 2023

Zuschauen, Zuhören, Lesen, Gaming – die repräsentative Markt-Media-Studie bietet umfassendes Datenmaterial rund um die Mediennutzung von Kindern in ihrer Freizeit. Darüber hinaus liefert die Untersuchung vielseitige Einblicke in weitere Lebensbereiche der Kinder, zum Beispiel Freizeitgestaltung, Konsumverhalten und Umweltengagement. Den Ergebnissen zugrunde liegen die Antworten der Kinder sowie die ihrer Eltern. Der Kinder Medien Monitor repräsentiert 7,69 Millionen Kinder in Deutschland im Alter von vier bis 13 Jahren und liefert für 26 Printmagazine repräsentative Reichweiten bei Kindern und mitlesenden Eltern. Die Untersuchung ist die einzige zählbare Studie ihrer Art in Deutschland. Herausgeber sind Egmont Ehapa Media, Gruner + Jahr, SUPER RTL, EDEKA Media und PANINI Verlag.

Quelle: KINDER MEDIEN MONITOR 2023




Wir müssen selbst die Musik als ein Erlebnisinstrument entdecken!

Prof. Armin Krenz im Interview zur Bedeutung von Musik und Tanz für Kinder

Im Interview mit dem renommierten Sozialpädagogen und Entwickler des „Situationsorientierten Ansatzes“ Prof. Armin Krenz (Foto) versuchen wir dem Widerspruch auf den Grund zu gehen, warum Musik und Tanz einerseits von so elementar wichtiger Bedeutung von Kindern sind, andererseits aber nur ein Mauerblümchendasein im pädagogischen Alltag vieler Kindertageseinrichtungen und Grundschulen spielen.

Dabei zitiert Krenz neben vielen anderen den Musikwissenschaftler und Bildungsexperten Prof. Hans Günther Bastian mit den Worten: „Es musiziert in jedem Kind, ob es das weiß oder will oder nicht.“ Laut Krenz werden Kinder als „Ohrenmenschen“ geboren mit einer „musikalischen Biographie“. „Sie haben die Stimme der Mutter wahrgenommen, reagieren schon im Mutterleib auf Musik und Melodien, hören den Herzschlag, nehmen Vibrationen der Stimme der Mutter wahr … Somit ist eine Bereitschaft zum Musikempfinden immer vorhanden – und wir können diese Kompetenz aufgreifen oder verkümmern lassen!“

(Das komplette Interview können Sie sich hier anhören)

Interview mit Armin Krenz

Entsprechend groß ist die Bedeutung der Musik für Kinder: „Lernen mit allen Sinnen“, „Rhythmik“, „Wahrnehmungsbereitschaft, Geräuschesensibilisierung und Wahrnehmungsdifferenzierung“, „Inklusionsmethode“, „Bewegungsfreude und Tanz“, „Hinhören, soziales Lernen, Kontaktfähigkeit und Aktivitätswünsche“ seien hier als Stichworte genannt, die Krenz im Interview weiter ausführt.

Lernprozesse durch Musik

Zu den Lernprozessen erläutert er, dass Musik immer beide Gehirnhälften anrege und damit für die Ausformung des Gedächtnisses und alle Bildungsprozesse von größter Bedeutung sei. „Insofern kann man sagen: Musik ist hör- und fühlbare Mathematik, weil sich der Rhythmus immer in einem Takt ausdrückt und für eine systematische Wahrnehmung mit festzustellenden Entwicklungsfortschritten sorgt“, so der Professor. Musik schaffe soziale Gelegenheiten und fördere ein Gemeinschaftsgefühl. Durch Musik könnten Kinder ihren Körper ganz intensiv spüren und so sorge sie dafür, ganz in sich und bei sich selbst zu sein. Mit Musik würden Kinder auch ihre Stimme entdecken, indem sie die Melodie sprachlich unterstützten und Freude dabei empfänden, mit der Musik in einen Dialog einzutreten. Sie rege die Sprache an – den Wunsch, Gefühle und Erlebnisse in Worte zu fassen, zu beschreiben und entstandene Gedanken in Handlungen umzusetzen. Sie helfe einen individuellen Musikgeschmack zu entwickeln, mit dem sich das Kind identifizieren könne. Gerade solche Identifikationen tragen zu einer persönlichen Stabilität bei, die das Selbstwertgefühl eines Kindes stärke Diese Zusammenfassung zeige damit auf, dass es beim Erleben von Musik immer um die Trinität von „Musikerleben-Bewegungsaktivität-Sprachentwicklung“ gehe.


Was Erzieherinnen und Erzieher wissen sollten

Die Rolle der Erzieherinnen und Erzieher ist vielfältig und stets im Wandel begriffen. Weiterbildung zu Themen wie Bindungs- und Bildungsforschung, Neurobiologie und Lern- und Entwicklungspsychologie ist daher ständig notwendig. Damit das Wissen um die neuesten Erkenntnisse im Bereich Elementarpädagogik immer zur Hand ist, hat Dr. Armin Krenz 20 zentrale Präsentationen aus seinen Seminaren und Workshops zusammengestellt.

Armin Krenz
Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht
20 Fact-Sheets für Fortbildungen, Beratungsgespräche, Teamgespräche und zur Prüfungsvorbereitung
344 Seiten mit den Abbildungen von 20 Powerpoint Präsentationen
ISBN: 978-3-96304-613-1
29,95 €


Musik dürfe allerdings nicht zur Geräuschkulisse oder Berieselung verkommen. Sie brauche Stille und Konzentration, um zum Bildungserlebnis zu werden. „Musik muss sich immer – stimmlich, instrumentell, rhythmisch und textbezogen – an den Themen der Kinder, ihren Musikorientierungen und an den spezifischen Bedürfnissen der Kinder orientieren!… Kinder wollen Akteure sein – gespürte Selbstaktivitäten zum Ausdruck bringen und damit ihre Selbstwirksamkeit erleben: Ich bin wichtig, bedeutsam, jemand, der beachtet und gesehen wird, nicht überflüssig, ich bin Ich und ich kann schon Vieles mitbewirken, Einfluss nehmen, mich freuen und Zufriedenheit spüren… Diese zwei grundlegenden Erfahrungen – ich bin und ich kann – bilden die Grundlage für eine Identitätsentwicklung und sind eine Voraussetzung für die Entwicklung von Sicherheit im Sinne einer Persönlichkeitsstabilisierung!“

Gründe für den Bedeutungsverlust

Gründe für den Bedeutungsverlust von Musik in der pädagogischen Praxis sieht Krenz unter anderem darin begründet, dass mittlerweile vielen elementarpädagogische Fachkräfte nicht gerne an „Bewegungsaktivitäten“ teilnehmen, nicht gerne singen oder Schwierigkeiten damit haben, nur noch selten ein Instrument und selbst nur noch ein recht kleines Repertoire an Liedern und Singspielen haben.

Ein Plädoyer für viel mehr Musik

„Wir müssen endlich – unumstößlich – der MUSIK (mit Rhythmus und Tanz) den bildungsrelevanten Bildungswert zugestehen, diesen in die Elementarpädagogik aufnehmen und in die projektorientierte Arbeit integrieren, auch um wissenschaftliche Erkenntnisse umzusetzen.
Wir müssen aufhören, eine Elementarpädagogik zu konzipieren und den Kindern aufzudrücken, die nur noch auf kognitive Frühförderung ausgerichtet ist und funktional, lieblos, lernzielorientiert gestaltet wird.
Wir müssen damit beginnen, Musik, Bewegung, Tanz nicht wie ein Nebenfach in der Schule zu betrachten und immer mehr in den Hintergrund zu schieben.
Wir müssen selbst die Musik als ein Erlebnisinstrument entdecken und wertschätzen, um die „Sprache der Musik“ als ein durch nichts zu ersetzendes Medium zu begreifen!“, lautet das Plädoyer von Armin Krenz. „Nur die Töne sind imstande, die Gedankenrätsel zu lösen, die oft in unserer Seele geweckt werden.“, zitiert er Hans Christian Andersen und schließt mit den Worten: „Und weil wir selbst der Musik, dem Rhythmus des Lebens und dem Tanz in der Pädagogik eine immer geringere Bedeutung beimessen, bleiben uns viele Geheimnisse des Lebens verborgen. Doch sie zu entdecken, hilft dabei, ganz spannende Gedankenrätsel zu lösen. Was kann es Spannenderes geben?!“




Guter Unterricht trotz enormer Herausforderungen

Hans Berner, Rudolf Isler, Wiltrud Weidinger: Einfach gut unterrichten

Wie wir mit dem Lehrkräftemangel umgehen können, zeigt wohl erst in einigen Jahren. Die Herausforderungen im Bildungssektor sind immens und sicher sind hier viele Ideen nötig. Aber eines ist schon jetzt klar: Wir müssen grundlegend über Unterricht nachdenken. Dazu haben Hans Berner, Rudolf Isler und Wiltrud Weidinger bereits vor einiger Zeit mit „Einfach gut unterrichten“ einen wichtigen Beitrag geleistet.

Kein Pauschalurteil: Guter Unterricht vs. Schlechter Unterricht

Mit „Einfach gut unterrichten“ liegt ein Werkstattbuch vor, das nicht zum einfachen Durchlesen gedacht ist, sondern zum Durcharbeiten. Die Autoren Berner, Isler und die Autorin Weidinger zeigen in zehn Kapiteln auf, was einen guten Unterricht prägt und was er wirklich braucht. Hier werden nicht, wie so oft, die einfachen Annahmen „Gruppenarbeit = guter Unterricht“ vs. „Frontalunterricht = schlechter Unterricht“ vertreten.

Die Stärke des Buchs liegt im differenzierten Herangehen an das Phänomen des Unterrichtens. Das erste und die letzten drei Kapitel befassen sich mit den grundsätzlichen Bereichen des Unterrichts: 1. Was gehört zu gutem Unterricht? 8. Lernen unterstützen und beurteilen; 9. Zu gutem Unterricht gehört strukturierte Planung; 10. Zu gutem Unterricht gehört differenzierte Reflexion.

In den Kapiteln 2 bis 7 werden verschiedene Methoden genau beleuchtet: Lernen durch…

2. …direkte Instruktion
3. …durch Kooperation
4. …durch Dialoge etc.
5. …durch Unterrichtsorgansiation (Wochenplan; Werkstätten, Epochenunterricht)
6. …durch Projekte
7. …durch Spielen

Bei diesem Vorgehen werden die Vorteile der Methodiken herausgearbeitet und nicht in ein gut und schlecht gegliedert, wie das selbst in professionellen Auseinandersetzungen oft geschieht. Die Wertigkeit der Methodik wird an ihrem fachlichen Inhalt beurteilt und am Erfolg orientiert, und zwar an dem, den der Lernende daraus erreichen kann.

Die Struktur des Buchs

Die vier Schritte-Folge mit den vielen freien Flächen zum Reinschreiben, die in ihrem Nachfolgerbuch „Einfach gut lernen“ auch wieder aufgenommen wurde, ermöglicht einen Workshop mit anderen Kolleginnen und Kollegen durchzuführen und die eigene Arbeit strukturiert zu hinterfragen.

Nach einer gut gegliederten Einleitung, die uns den Sinn und Zweck des Vorgehens im Buch vermittelt, erhält jedes Kapitel einführende Überlegungen, in deren Anschluss im ersten Schritt Aufgaben an den Leser oder eine Leser-Gruppe gestellt werden. Der Leser wird in seinen Erfahrungen abgeholt und kann diese in die folgenden Aufgaben einbringen. Dabei werden wichtige Aspekte (Bsp. Kapitel 1 Unterrichtsklima, Klarheit in Inhalt und Struktur etc.) herausgearbeitet.

Im zweiten Schritt „Das müssen Sie wissen“ werden die Informationen gegeben, die Studien und Wissenschaft zu Tage gefördert haben.

In Schritt Nr. 3 wird nun die Anwendung erläutert. Hier tauchen für viele Lehrkräfte viele ihrer Inputs aus dem Studium wieder auf, die man mal lernen musste und die sich beim Tun auch schon mal verflüchtigen. Sich dessen wieder gewahr zu werden, tut gut und ist notwendig.

Gerade erfahrene Lehrkräfte sollten sich hier überprüfen und ihren eigenen Unterricht danach abklopfen. Rutschen wir doch alle schnell in praktikable Muster und orientieren uns nicht immer am Ergebnis. Dabei hilft dann auch der letzte vierte Schritt der Kapitel. Hier werden Übungen und Beispiele angeboten, wieder mit viel freiem Platz für Notizen und Ausarbeitungen.

Praktikable Zusammenstellung

Diese Aufmachung bietet sich ideal zum gemeinsamen Arbeiten und damit zur so wichtigen Teambildung in Klassenteams oder Abteilungsteams an. Viele Methoden im Buch sind in einer ganzen Reihe von Fortbildungen mittlerweile zu finden und um so praktikabler ist die Zusammenstellung in diesem Werk.  Und selbst wenn man die Übungen nur als Zusatz nutzt und sich hauptsächlich auf die Texte fokussiert, so findet man hier eine sehr gelungene Abhandlung über die wichtigsten Inhalte, die man für das Unterrichten benötigt.

Sicher ersetzt es das Studium nicht, doch stellt es gerade für all die Seiten- und Quereinsteiger wichtige Informationen zusammen, die enorm wichtig im Zusammenhang mit den Phänomenen Unterrichten und Lernen sind.

Zwei sehr hilfreiche Sachbücher

In der Kombination mit „Einfach gut lernen“ haben die Autorin und die beiden Autoren hier zwei Bücher geschaffen, die eine hervorragende Basis bieten. Damit ist es dann zwar noch nicht erledigt, aber der Anfang ist gemacht, eine Schule gemeinsam zu gestalten, die den Herausforderungen (nicht der Zukunft, sondern schon jetzt) gewachsen sein könnte. Was dann noch nötig ist, sind die innovativen Ideen, die einem nach der Lektüre in den Kopf kommen, denn der Lernende ist durchaus ein Teil des Unterrichts, der bislang meist zu wenig genutzt wurde.

Daniela Körner

Bibliographie:

Hans Berner, Rudolf Isler und Wiltrud Weidinger
Einfach gut unterrichten
Broschur, 344 Seiten
ISBN 9783035513486
34 €

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Fasziniert vom Bauen mit den leuchtenden Steinen

„Luxy bunt im Holzkasten“ von Dusyma im Praxistest im Kindergarten

Als die bunten Leuchtbausteine im Holzkasten im Kindergarten „Rappelkiste“ ausgepackt wurden, waren Kinder und Erzieherinnen begeistert. Zwar hatte der Kindergarten schon einige im Bestand. Ab jetzt war es aber möglich, dass die Kinder größere und vielseitigere Bauwerke gestalten konnten – was sie seither auch mit Begeisterung tun. Die Erzieherinnen hatten eben einen neuen Leuchttisch gekauft und so war die Erweiterung sehr willkommen. Die Luxy Leuchtbausteine sind für die Kinder frei zugänglich. Immer wieder holen sie diese zum Spielen aus den Regalen.

Rund um den Leuchttisch ist in der Rappelkiste ein Vorhang angebracht. So ist der Bereich abgedunkelt. Die Kinder fasziniert das Bauen mit den nun „leuchtenden“ Steinen in diesem Bereich. Dabei spielen sie in diesem ruhigen Eck gern zu zweit. Sie zeigen sich gegenseitig, welche Bauweise sie wählen. Auf die Frage, was ihnen an den Bausteinen am meisten gefällt, lautet die begeisterte Antwort selbstverständlich: „Dass sie leuchten!“. Gefallen hat den Kindern auch der Holzkasten. Durch das neue Aufbewahrungssystem üben sie jetzt auch das Sortieren beim Aufräumen.

Aus Sicht der Erzieherinnen und Erzieher des Kindergartens unterstützt das „attraktive“ Material“ die Feinmotorik, die Wahrnehmung verschiedener Formen und Farben, die Ästhetik und dabei auch die Freude beim immer wieder neuen Kombinieren von Formen und Farben. Die Kinder planen und bauen gemeinsam und lernen so, zu kooperieren. Auch Achtsamkeit sei gefragt, weil das Material doch auch empfindlich sei.

All diese Erfahrungen zeigen, dass es sich bei den Luxy-Leuchtbausteinen um ein ausgezeichnet durchdachtes Spielzeug handelt, das die Kinder mit Begeisterung annehmen und lange Zeit spielen. Sehr empfehlenswert!

Gernot Körner

Beschreibung:

Inhalt/Maße: Gesamt 94 Teile. 80 Steine (Säulensteine, Brückenbogen, Halbkugeln, diagonale geteilte Quader, halbe Quader, Quader). 14 glasklare Platten (10 x 10 cm).
In hochwertiger Buchenholzkiste 20,6 x 20,6 x 7 cm mit Acrylglasdeckel klar, satinierter Boden (auch als Baufläche verwendbar). Zum Größenvergleich Quader 66,6 x 33,3 x 16,6 mm. in den Farben hellgrün, rot, petrol, gelb, pink, blau, glasklar.
UVP 365 €.

Weitere Informationen unter: https://www.dusyma.com/de/-/Luxy-bunt-im-Holzkasten-zid103325?CatalogID=&tracking=searchterm:Leuchtbausteine




Deutsch vermitteln im Kindergarten

Wie pädagogische Fachkräfte das Erlernen von Deutsch als Zweitsprache unterstützen können

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Mit dem Zuzug vieler neuer Arbeitskräfte und Menschen, die vor Krieg und Not fliehen, kommen auch immer mehr Familien nach Deutschland und bringen ihre Kinder mit. Für viele Kinder, die mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufwachsen, beginnt der Spracherwerb der Sprache Deutsch im Kindergarten. Zwischen dem Eintritt in den Kindergarten und dem Schulbeginn liegt eine sehr kurze Zeit. In dieser Zeitspanne sehen sich Erzieherinnen und Erzieher der Herausforderung gegenübergestellt, die Kinder nicht nur zu betreuen, sondern gleichzeitig die Sprache Deutsch zu vermitteln. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist für die Kinder mitunter die wichtigste Voraussetzung, um auch den weiteren Bildungsweg in Deutschland erfolgreich zu meistern. Gleichzeitig werden die pädagogischen Fachkräfte mit der Aufgabe der Sprachvermittlung oft alleine gelassen und dahingehend nicht ausreichend von ihren Einrichtungen geschult.

Aus diesem Grund hat das Goethe-Institut ein neues Fortbildungsangebot ins Leben gerufen. Mit der zwölfwöchigen Online-Fortbildung „DaF/DaZ im Kindergarten“ bekommen Erzieherinnen und Erzieher die nötigen Werkzeuge und Methoden an die Hand, um Kinder bei der Sprachentwicklung in Deutsch unterstützten zu können.

Im folgenden Interview gibt Sabine Simon-Ostbomk, Fortbildnerin im Bereich DaF/DaZ, einen kleinen Überblick über den Spracherwerb bei Kindern. Außerdem erklärt sie, wie Erzieher*innen ganz praktisch Übungen nutzen können, um die Sprachbildung in ihren Gruppen zu fördern. Ergänzend gibt Christina Becker-Serban, Referentin für Fortbildungen beim Goethe-Institut ebenfalls einen kleinen Einblick in die Gestaltung des Kurses.

Der Podcast: Sprachbildung zwischen Theorie und Praxis

Wie laufen die Spracherwerbsprozesse bei Kindern ab? Welche Unterschiede gibt es bei dem Erwerb der Muttersprache und dem Erwerb einer weiteren Sprache? Simon-Ostbomk erklärt, zu welchem Zeitpunkt die Sprache wie erlernt wird und welche Übungen beispielhaft genutzt werden können, um die Kinder spielerisch an die Sprachbildung heranzuführen. Was Äpfel und Orangen mit der Sprachbildung zu tun haben und wie selbst die kleine Raupe Nimmersatt involviert ist, können Sie im Podcast hören.

Das Goethe-Institut stellt vor: Fortbildung DaF/DaZ im Kindergarten

Das Goethe-Institut fördert seit mehr als 70 Jahren als Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland Sprache und Kultur im In- und Ausland. Mit 158 Instituten in 98 Ländern setzt es sich besonders für den Zugang der deutschen Sprache ein. Das Goethe-Institut bietet als Experte für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache sowohl Sprachkurse als auch Fortbildungen an.

Die Fortbildungen richten sich besonders an Lehrkräfte mit sprachlich heterogenen Klassen, wie zum Beispiel „DaF/DaZ für Lehrkräfte und Deutschlehrkräfte aus dem Ausland.

Das neue Fortbildungsangebot „DaF/DaZ im Kindergarten“ ist nun eine Antwort auf die vielen Anfragen zu DaF/DaZ in der frühkindlichen Bildung und richtet sich konkret an Erzieherinnen und Erzieher. Das Ziel der Fortbildung ist, dass pädagogische Fachkräfte die nötigen Grundlagen und Anleitungen erwerben, um Kinder im Hinblick auf die Sprachkompetenz erfolgreich auf den Übergang zwischen Kindergarten und Schule vorzubereiten.

Hier finden Sie ein PDF zum Download und Ausdrucken




Bücher und DVDs zu gewinnen: Was man von hier aus sehen kann

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Aron Lehmanns Verfilmung des Bestsellers von Mariana Leky

Der Tod gehört zum Leben. Auch, wenn es sich um eine Binsenweisheit handelt, vergessen wir sie doch allzu oft. Während die einen das begrüßen, plädieren andere dafür im stetigen Bewusstsein daran ihr Dasein zu führen. Schließlich geht es doch vielen darum, ein würdiges Leben zu führen, um am Ende gelassen loslassen zu können.

Um Leben und Tod geht es auch in Aron Lehmanns Film nach dem Bestseller von Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“. Diesen gibt es ab sofort als DVD. Was zu Anfang etwas kompliziert und schwer beginnt, entwickelt sich in eine vielseitige Geschichte um Menschliches und den Tod rund um ein abgelegenes Dorf in Westerwald. Hier lebt Luise bei ihrer Großmutter Selma. Diese hat eine besondere Gabe, denn sie kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Ort. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Das ganze Dorf hält sich bereit: letzte Vorbereitungen werden getroffen, Geheimnisse enthüllt, Geständnisse gemacht, Liebe erklärt….

was man von hier aus sehen kann

Was prägt den Charakter eines Menschen? Warum verbergen viele so vieles? Was ist wirklich wichtig im Leben? Diese und viele andere Fragen drängen sich dem Zuschauer auf. Die Antworten darauf bleiben ihm selbst überlassen.

Mit Luna Wedler, Corina Harfouch, Rosalie Thomass und Karl Markovics greift Lehmann auf ein hochkarätiges Ensemble zurück. Erwartungsgemäß spielen ihre Rollen mit Leidenschaft und absolut glaubwürdig. Die dörfliche Kulisse vermittelt ein Erdverbundenes, zum Teil auch mystisch bis abergläubisch angehauchtes Milieu, in dem sich trotz der sehr überschaubaren Dorfgemeinschaft sehr unterschiedliche Weltanschauungen tummeln und… zweifeln.

So ist Lehmann ein liebevoller und gleichzeitig aufwühlender Film gelungen, der viele Fragen stellt, aber nur wenig offenbart. Schließlich können wir in unserem Dasein nicht allzu weit sehen. Mit dem Sammeln von Erkenntnissen weitet sich der Blick auf das Leben. Was aber danach kommen könnte, können wir von hier aus nicht sehen. Umso mehr kommt es wohl auf das Hier und Jetzt an.

Gernot Körner

Filmografie:

Was man von hier aus sehen kann
Regie: Aron Lehmann
Darsteller: Luna Wedler, Corina Harfouch, Rosalie Thomass, Karl Markovic u.v.a.
109 Minuten
FSK und JMK 12 Jahre

Wir verlosen drei DVDs und drei Bücher zum Film.
Das Stichwort lautet „Okapi“.
Das Gewinnpiel ist beendet

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Familienrecht – Kindgerecht! Ein Podcast von DKHW und DIMR

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Mit kinderrechtsbasierten Kriterien familiengerichtliche Verfahren anders gestalten

Wie können Kinderrechte nach der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) in familiengerichtlichen Verfahren garantiert werden? Was ist eine kindgerechte Anhörung? Warum sollten die am Verfahren beteiligten Akteurinnen kooperieren und wie kann ein Kind über seine Rechte bedarfsgerecht informiert werden? Welche Vorgaben gibt es in Bezug auf die Qualifikation und Fortbildung von Richterinnen? Wie weit sind wir in Deutschland bei der Umsetzung einer kindgerechten Justiz gekommen?

Diese und andere Fragen werden in der neuen Podcast-Reihe “Familienrecht-Kindgerecht!” des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW) und des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) besprochen.

In sieben Folgen stellt die Podcasterin Ella Daum kinderrechtsbasierte Kriterien für das familiengerichtliche Verfahren vor. Dazu lässt sie in jeder Folge verschiedene Expert*innen zu Wort kommen. Diese geben einen Einblick in ihren Berufsalltag und erläutern, wie die Umsetzung einer kindgerechten Justiz hierzulande gut funktionieren kann. Die kinderrechtsbasierten Kriterien haben DKHW und DIMR auf Grundlage der UN-KRK und der Leitlinien des Europarates für eine kindgerechte Justiz erarbeitet.

Das DKHW und das DIMR setzen sich für ein Justizsystem ein, das die wirksame Umsetzung aller Kinderrechte gewährt. Und welches das Kindeswohl (Artikel 3 Absatz 1 UN-KRK) und die Beteiligung von Kindern (Artikel 12 UN-KRK) bei der Ausgestaltung von Verfahren in den Mittelpunkt stellt.

Das Pilotprojekt “Kinderrechtsbasierte Kriterien im familiengerichtlichen Verfahren” hat gezeigt, dass die Anwendung von Kriterien als unverbindliche Handlungsempfehlungen Verfahrensbeteiligte dabei unterstützen können, Verfahren kindgerechter auszugestalten. Ziel des Podcast ist es die Ergebnisse aus dem Pilotprojekt sowie die Kriterien selbst flächendeckend bekannt zu machen und für ihre Anwendung zu werben. Er soll dazu beitragen, dass Verfahrensbeteiligte die „Kinderrechte im Ohr“ haben.

Der Podcast „Familienrecht – Kindgerecht!“ ist auf Spotify Familienrecht – Kindgerecht! | Podcast on Spotify und der DKHW-Webseite www.dkhw.de/podcast-familienrecht-kindgerecht kostenlos zu hören. 

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk / Deutsches Institut für Menschenrechte




Ein paar Erklärungen für das schlechte Leseverständnis vieler Grundschüler

Ein Interview mit dem Vorsitzenden des Grundschulverbandes Edgar Bohn

Nach den Ergebnissen der IQB-Studie hätte die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) 2021 niemanden mehr überraschen dürfen. Das vielfältige Stimmengewirr offenbart vor allem aber zwei Dinge: Es gibt kein Konzept und niemand will verantwortlich sein. Sicher ist auch niemand und auch keine Institution alleine verantwortlich. Aber diese Erkenntnis sowie das Beschwören der immer alten Formeln, die schon in der Vergangenheit nicht funktioniert haben, helfen nicht, das Problem zu lösen. Eben genau das beklagen die Autorinnen und Autoren der IGLU-Studie, dass trotz aller Maßnahmen das Niveau konstant sinkt. Und Beispiele dafür gibt es genug.

Wir werden versuchen, das Thema in den nächsten Wochen zu durchleuchten. Wo hakt es? Wie könnte Abhilfe geschaffen werden? Denn schließlich handelt es sich hier um ein Thema, das nicht nur die Zukunft unserer Gesellschaft betrifft, sondern wofür viele Teile unserer Gesellschaft ihren Beitrag geleistet haben.

Beginnen wollen wir an dem Ort, der am meisten gescholten wurde: der Grundschule. Der Verband, der die Weiterentwicklung der Grundschule im Blick hat, ist der Grundschulverband. Sein Ziel ist es, bundesweit und in den einzelnen Bundesländern die Situation der Grundschule, der Grundschülerinnen und Grundschüler und ihrer Lehrkräfte zu verbessern. Schließlich ist die Grundschule der Ort, an dem alle Kinder einen umfassende, allseitige Grundbildung erhalten sollen. Nach dem Elternhaus und der Kindertageseinrichtung wird hier die Grundlage für erfolgreiches weiteres Lernen gelegt.

Hier geht es zum Interview:

Im Zusammenhang mit der IGLU-Studie fordert der Verband vor allem zwei Dinge:

  • Kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Behebung des Lehrkräftemangels. Dabei ist eine hohe Ausbildungsqualität zu gewährleisten.
    Der Großteil der schon umgesetzten Maßnahmen zur Sicherung des Unterrichts (merke: Nicht zur Gewinnung ausreichender Lehrkräfte!) gehen zu Lasten der Qualität der Ausbildung. Es lässt sich unschwer vorstellen, wie sich diese kurzsichtige Denkweise auf kommende Studien und – wesentlich schlimmer noch – auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler auswirken wird.
  • Deutliche Anhebung der Aufwendungen für die Ausstattung der Grundschulen, orientiert am Durchschnitt vergleichbarer westlicher Industrienationen.

Auf den ersten Blick, ist das auch nicht weiter erstaunlich. Schließlich steht der Grundschulverband für die Grundschule. Bedrückender erscheint die Situation, wenn man sich vergegenwärtigt, dass seit 2006 Studien immer wieder darauf hinweisen, dass – sofern nicht intensiv gegengesteuert würde – mittel- bis langfristig mit einem Mangel an Lehr-kräften, und dies insbesondere im Grundschulbereich, zu rechnen sei. Angesichts dessen, dass seither so gut wie nichts geschehen ist, stehen wir heute in diese Situation.

In seiner Erklärung verweist der Grundschuldverband auf zwei Studien:

  • „2017 beleuchtete ein vom Grundschulverband in Auftrag gegebenes Gutachten von Prof. Dr. Klaus Klemm die Ausstattung der Grundschulen in Deutschland. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass Deutschland – als einer der reichsten Staaten – allerhöchstens im OECD-Mittelfeld anzusiedeln ist.  Hier wurde erheblicher Nachholbedarf festgestellt. Daran hat sich seither kaum etwas geändert.
  • 2020 machte – ebenfalls im Auftrag des Grundschulverbands – ein Gutachten zur Arbeitssituation in den Grundschulen des Instituts für interdisziplinäre Schulforschung von Reiner Schölles, Hans-Georg Schönwälder, Gerhard Tiesler und Helmut Zachau auf die Tatsache der hohen und höchsten Arbeitsbelastung von Lehrkräften der Grundschulen aufmerksam: „Zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit: Überlastung von Lehrkräften in Grundschulen“ wurde bereits im Titel des Gutachtens auf die prekäre Situation der Lehrkräfte der Grundschulen hingewiesen. Und dies unmittelbar vor den gravierenden Folgen für Schule und Unterricht, die die Pandemie mit sich brachte.“

Die Schlussfolgerung des Verbands lautet demzufolge relativ nüchtern: „Seit 2006 zeichnet sich also ein negativer Bildungstrend ab. Übrigens nicht nur für Grundschulen. Gerade diese aber stehen aktuell vor einer Aufgabe, die der Quadratur des Kreises gleicht: Mit immer weniger qualifiziertem und zu wenig Personal sollen sie die Leistungen ihrer Kinder deutlich verbessern. Dazu werden nun – das steht zu erwarten – hektisch neue und zusätzliche Aufgaben auf die Grundschulen zukommen. Das Kernproblem wird dabei nicht angegangen.“

Um hier mehr zu erfahren, haben wir mit dem Vorsitzenden des Grundschulverbands, dem Diplom-Pädagogen und langjährigen Schulleiter, Edgar Bohn, gesprochen. Das Interview können Sie sich hier auf der Seite anhören. Es ist nicht nur informativ und birgt einige Lösungsansätze, sondern bringt auch für viel Erstaunliches zutage.

Mehr zum Grundschulverband finden Sie unter: https://grundschulverband.de

Gernot Körner