Bei dem Begriff Pizza fällt einem zunächst ein leckeres Essen ein, das Jung und Alt gut schmeckt. Beim Spiel „P wie Pizza“ geht es allerdings darum, auf Begriffe zu kommen, die mit einem bestimmten Buchstaben beginnen – etwa eine Küstenstadt mit L oder einen Baum, der mit dem Buchstaben G beginnt. Wem zuerst der passende Begriff einfällt, der behält die Karte. Dabei sind die Aufgaben in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade unterteilt, die von leicht bis schwer abgearbeitet werden müssen. Wer zuerst sein riesiges Pizzastück aus neun Karten zusammengesetzt hat, gewinnt.
Schnelligkeit und Wortschatz sind gefragt
Zunächst erinnerst das Spiel etwas an „Stadt, Land Fluss“ hat aber durch die unterschiedliche Art der Fragen und die verschiedenen Kategorien einen gewissen Reiz. Wortgewandtheit, Sprachgefühl und Schnelligkeit sind gefragt. Das Spiel ist ab acht Jahren geeignet, bring aber auch 60-Jährige noch zum Schwitzen und Nachdenken, vor allem wenn Alt gegen Jung gnadenlos verliert. Das Spiel fordert und fördert die grauen Zellen, mach Spaß und weckt den Ehrgeiz sich anzustrengen.
Anja Lusch
Für 2 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren. Es besteht aus einem Karton mit 100 Kärtchen, einer Spielanleitung und einem Stickerbogen. Wie die anderen Spiele von Big Potato Games ist es plastikfrei.
Schule neu denken: Wie Lernen ohne Druck gelingen kann
geschrieben von Redakteur | Mai 12, 2026
Stefan Ruppaner zeigt, wie eine innovative Schule Lernfreude, Selbstständigkeit und Partizipation in den Mittelpunkt stellt
Das Buch Das könnte Schule machen – Wie ein engagierter Pädagoge unser Bildungssystem revolutioniert von Stefan Ruppaner – unter Mitarbeit der Journalistin und Buchautorin Anke Willers – beschäftigt sich mit völlig neuen Wegen des Lernens und Lehrens in einer Schule, in der Schülerinnen und Schüler ohne Angst ihre Schule besuchen können, in der Stress ein Fremdwort ist und in der Eigenmotivation sowie Lernfreude im Vordergrund stehen. So erläutert der Autor mit vielen Beispielen und anhand einiger Fotos seine Erfahrungen als Schulleiter der Alemannenschule in Baden-Württemberg und dokumentiert ausführlich, wie eine traditionelle Schule in eine vollkommen neue, innovative Lernumgebung umgewandelt wurde, in der es keinen üblichen Frontalunterricht sowie keine festen Prüfungstermine oder Klassenzimmer gibt. Hier leben Lehrkräfte und Schüler*innen losgelöst von einer üblicherweise machtgeprägten und durch starre Unterrichtspläne geprägten Unterrichtsform, wobei kindorientierte Lernmöglichkeiten den Schulalltag kennzeichnen, in dem gegenseitige Wertschätzung gelebt wird und eine reale, ganzheitlich vorhandene Partizipation zum Schulalltag gehört.
Aufbau des Buches
Zunächst lädt der Autor Leser*innen mit den Worten „Kommen Sie, ich zeige Ihnen unsere Schule!“ ein. Dann lässt er uns an seiner eigenen zurückliegenden Schulzeit teilhaben, und als Nächstes folgt sein Faszinationserleben, als er zum ersten Mal etwas von der Bodensee-Schule in Friedrichshafen erfährt. Das motiviert den Autor als Schulleiter und Pädagogen, erste Schritte zu unternehmen, um auch die eigene Schule zu verändern und den Weg zu einer Gemeinschaftsschule in Gang zu setzen – auch, um räumliche Wände und festgefahrene Denkstrukturen zu entfernen.
Dabei wurden vier Leitsätze zum Ausgangs- und Mittelpunkt des neuen „Lernhauses“:
Wir gehen respektvoll mit Mensch, Tier und Material um.
Wir machen alles dafür, dass jeder von uns selbstständig lernen kann.
Jeder von uns hilft mit, die Umgebung so zu gestalten, dass wir uns wohlfühlen.
Mit dem Herzen dabei!
Lernen neu organisieren
Statt eines klassischen Unterrichts hält die Praxis eines Coachings Einzug in den Lernalltag – unter Nutzung neuer Werkzeuge und Hilfen für ein selbstorganisiertes Lernen: ein persönlicher Stundenplan, Kompetenzraster, sogenannte Stempelkarten als Überblick und Konkretisierung der Inhalte der Kompetenzraster, Materialpakete als Lernmaterialien, Inputstunden als kurze Einführungen in fächerspezifische Themengebiete, das Führen eines Lern-/Schultagebuchs sowie Gelingensnachweise als Ersatz für Klassenarbeiten. Außerdem steht jedem Kind ein persönlicher Lerncoach zur Seite.
Weitere Ausführungen beschäftigen sich mit Hilfen für das Lernen von Regeln, Rücksichtnahme und Social Skills, den erforderlichen Veränderungen für Lehrkräfte, dem Ganztagesrhythmus statt eines 45-minütigen Unterrichtstaktes, der vollkommen anderen Raumgestaltung sowie der Integration der Digitalisierung.
Zwischen Anerkennung und Gegenwind
Im sechsten Kapitel wird beschrieben, wie das neue „Lernhaus“ sowohl mehr Aufmerksamkeit von außen bekam und Neugierde entfachte als auch, mit welchem „Gegenwind“ das neue Schulkonzept zu tun hatte. Kapitel sieben wendet sich dem Aufbau der gymnasialen Oberstufe zu, und im achten Kapitel geht es um „Erfolge, die niemand mehr wegdiskutieren kann“.
Das neunte Kapitel zeichnet auf, wie in dem Lernhaus mit all den Entwicklungsschritten aktuell gearbeitet wird. Dabei kommen auch Schüler*innen selbst zu Wort und schildern, wie sie ihre Schule erleben.
Schließlich kommt der Autor aufgrund seiner umfangreichen Erfahrungen einerseits zu dem Schluss: „Wir brauchen eine Revolution“, und andererseits zeigt er Forderungen und zugleich Wege auf, wie es weitergehen kann und wie die „Schule der Zukunft“ aussehen sollte.
Schlussbemerkung
Das Buch wird all diejenigen Leser*innen faszinieren und regelrecht in seinen Bann ziehen, die sich für eine dringend angezeigte Veränderung unseres durch und durch überholten, traditionsgeprägten Schulsystems interessieren. Durch seine anschauliche Darstellung einer möglichen, Stück für Stück veränderten Schulentwicklung und die vielen praxisnahen Beispiele aus dem Schulalltag kommt das Buch einem überaus spannenden Kriminalroman gleich.
Dabei wird gleichzeitig deutlich, wie das jahrelange, unermüdliche Engagement sowie das Durchhaltevermögen, die Innovationsfreude und der Mut einer Person dazu beitragen können, wirklich etwas ganz Neues zu erschaffen, um Schule als Lernort so zu gestalten, dass Kinder und ihre Lernfreude im Mittelpunkt stehen.
Damit machen die Ausführungen deutlich, dass Veränderungen im Bildungssystem möglich sind – jedoch nur, wenn ein ausgeprägtes Zielbewusstsein, Engagement, Kreativität, Innovationsfreude, Konfliktkompetenz und Teamarbeit vorhanden sind. Die für Schüler*innen geltenden Ziele wie beispielsweise Selbstbildung, Autonomie, Selbstständigkeit und Selbstverantwortung werden damit zugleich zu geforderten Persönlichkeitsmerkmalen für Lehrkräfte.
Dazu passen drei wegweisende Zitate:
„Du kannst den anderen nur so weit bringen, wie du selbst gekommen bist.“ (C. G. Jung)
„Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“ (Augustinus)
„Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen.“ (Mahatma Gandhi)
Daher ist diese Publikation ein durch und durch inspirierendes und zukunftsorientiertes Buch, das wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Bildungssystems liefert. Es regt zum kritischen Nachdenken über unsere jahrzehntealte traditionelle Unterrichtsform an und zeigt, wie Lernen kindorientierter, nachhaltiger und motivierender für Schülerinnen und Lehrerinnen gestaltet werden kann.
Damit eignet sich das Buch besonders für Personen, die sich mit einer zeitgemäßen Pädagogik beschäftigen, wirklich neue Ideen für Schule und Unterricht suchen, und sollte unbedingt als Ausgangspunkt für Diskussionen über die Schule der Zukunft dienen.
Armin Krenz
Bibliografie
Ruppaner, Stefan: Das könnte Schule machen. Wie ein engagierter Pädagoge unser Bildungssystem revolutioniert. Unter Mitarbeit von Anke Willers. Rowohlt Verlag, 4. Auflage 2025. 238 Seiten, 18,00 €. ISBN: 978-3-499-01639-4.
Ausgezeichnet von spiel gut: Outdoor Spielküche
geschrieben von Redakteur | Mai 12, 2026
Outdoor-Spielküche aus Holz – Spielspaß im Garten
Mit der Outdoor-Spielküche haben Kinder die Möglichkeit, auch im Garten Rollenspiele rund um die Themen Küche, Kochen, Backen und Spülen auszuleben. Dabei können Sand, Wasser und naturnahe Materialien zum Einsatz kommen – und der Sandkuchen wird gleich in den „Backofen“ geschoben.
Die Küche ist beidseitig bespielbar, sodass es nicht stört, dass sich die Backofentür nicht öffnen lässt. Neben dem Herd mit vier Kochplatten gibt es eine Spüle mit einer herausnehmbaren Kunststoffschüssel. Diese wird gerne auch zum Matschen mit Sand und Wasser genutzt. Die Ablagemöglichkeiten der Spielküche regen zusätzlich zum intensiven Spiel an.
Die Küche ist funktional gestaltet, stabil und gut verarbeitet. Das Material garantiert langen Spielspaß.
Material: Kiefer, imprägniert. Lieferung: montiert, lediglich der Wasserhahn muss selbst angeschraubt werden. Gewicht 23,4 kg, Maße: 40 x 102,5 x 55 cm
Die Spielküche ist eine gelungene Alternative zu Kunststoffspielküchen, bietet einen hohen Spielwert und ist in ihrer Ausführung optimal auf den Spielzweck abgestimmt. Deshalb mit „spiel gut“ ausgezeichnet!
Outdoor Spielküche Preis: ca. 199 € Alter: Ab 3 Jahre Marke: Erzi Hersteller: Erzi Qualitätsprodukte aus Holz GmbH
Inklusion in Kitas stärken: Neues Evaluationsinstrument „Evi:P“
geschrieben von Redakteur | Mai 12, 2026
Neues Tool unterstützt Fachkräfte bei Partizipation, Kinderrechten und Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten
Wie stark werden Kinder in Kindertagesstätten an Entscheidungen beteiligt, die ihren Alltag betreffen? Mit dem neuen Evaluationsinstrument „Evi:P“ liegt nun ein praxisnahes Werkzeug vor, das genau hier ansetzt. Entwickelt wurde es von Prof. Dr. Timm Albers und Sarah Meusel von der Universität Paderborn gemeinsam mit dem Paritätischen Gesamtverband. Ziel ist es, pädagogische Teams dabei zu unterstützen, ihre Arbeit systematisch weiterzuentwickeln und stärker auf Inklusion, Partizipation und Kinderrechte auszurichten.
Inklusion als fortlaufender Entwicklungsprozess
Das Instrument versteht sich bewusst nicht als Kontrollmechanismus, sondern als unterstützendes Reflexionswerkzeug für den Kita-Alltag. „Evi:P“ soll Teams helfen, Barrieren zu erkennen, vorhandene Stärken sichtbar zu machen und konkrete Entwicklungsschritte zu planen.
Im Mittelpunkt stehen sieben zentrale Handlungsfelder: inklusive Willkommenskultur, sozial-emotionales Lernen, sprachliche Vielfalt, partizipative Pädagogik, Gestaltung der Lernumgebung, Einbindung der Familien sowie Führung und Management. Für jeden Bereich bietet das Instrument konkrete Kriterien, Leitfragen und Platz für Praxisbeispiele.
Internationale Grundlage, angepasst für Deutschland
„Evi:P“ basiert auf dem finnischen Instrument „KAMU“, das in Helsinki bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird. Für die Anwendung in Deutschland wurde es umfassend überarbeitet und an aktuelle fachliche Standards angepasst. Dazu zählen unter anderem der „Gemeinsame Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“, der Index für Inklusion sowie internationale Abkommen wie die UN-Kinderrechtskonvention und die UN-Behindertenrechtskonvention.
Fokus auf Kinderrechte und echte Beteiligung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Beteiligung von Kindern. Anders als viele vergleichbare Ansätze fragt „Evi:P“ nicht nur nach der Aktivität der Kinder, sondern nach ihrer tatsächlichen Mitbestimmung im Kita-Alltag.
Zudem wurde das Konzept der sogenannten „psychischen Umwelt“ weiterentwickelt: Statt abstrakter Einflüsse steht nun eine inklusive Willkommenskultur im Mittelpunkt, die Vielfalt sichtbar wertschätzt und gezielt Barrieren abbaut.
Qualitätsentwicklung als Teamaufgabe
Neben der Analyse bietet „Evi:P“ auch einen strukturierten Entwicklungsplan. Damit können Einrichtungen konkrete Maßnahmen definieren, Zeiträume festlegen und Fortschritte überprüfen. Das Instrument richtet sich sowohl an einzelne Fachkräfte als auch an Teams und ganze Einrichtungen.
Die Publikation ist ab sofort frei zugänglich und kann direkt in der Praxis eingesetzt werden.
Vorgestellt wird „Evi:P“ im Rahmen einer Online-Veranstaltung des Fachausschusses „Kindheit, Kinderrechte, Familienpolitik“ der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe. Am 13. Mai präsentieren die Entwickler von 13 bis 14.30 (via Zoom) gemeinsam mit internationalen Expert*innen Perspektiven auf inklusive frühkindliche Bildung. Die Veranstaltung ist öffentlich und richtet sich an alle Interessierten.
Prof. Dr. Timm Albers, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Paderborn, Fon: +49 5251 60-5574, E-Mail: timm.albers@uni-paderborn.de
Kinder-Online-Preis 2026: JUUUPORT gewinnt vor fragFINN und Digitalem Kinderrathaus
geschrieben von Redakteur | Mai 12, 2026
Kinder-Online-Preis 2026: Auszeichnungen für starke Kinderangebote im Netz
Der Kinder-Online-Preis 2026 des MDR-Rundfunkrats würdigt innovative und pädagogisch wertvolle Internetangebote für Kinder und Jugendliche. Ausgezeichnet werden Projekte, die junge Menschen im digitalen Raum stärken, Orientierung bieten und einen sicheren Umgang mit Medien fördern.
1. Platz: JUUUPORT überzeugt mit Peer-to-Peer-Beratung
Den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro erhält die Plattform juuuport.de. Das Angebot wird von der Jury als besonders herausragend bewertet, da es auf ein bewährtes Peer-to-Peer-Prinzip setzt: Jugendliche beraten hier Gleichaltrige kostenlos, vertraulich und unter Einhaltung hoher Datenschutzstandards bei Problemen im Internet.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Cybermobbing, Mediensucht, sexuelle Belästigung, Abzocke oder Datenmissbrauch. Die Unterstützung erfolgt auf Augenhöhe und ermöglicht Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe. Ergänzend dazu bietet JUUUPORT ein umfangreiches Präventions- und Aufklärungsangebot. Dazu zählen aktuelle Ratgeber zu Online-Gefahren ebenso wie Workshops und Inhalte auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube, die Kinder und Jugendliche für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren.
Mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld von 2.000 Euro wird digitales-kinderrathaus.de ausgezeichnet. Die Plattform vermittelt Kindern anschaulich und verständlich, wie kommunale Verwaltung funktioniert und wie demokratische Prozesse im Alltag ablaufen.
Durch eine Kombination aus Interviews, leicht verständlichen Texten, Bildern, Videos und einem interaktiven 360-Grad-Rundgang wird das Thema Rathaus lebendig aufbereitet. Besonderer Wert wird auf einfache Sprache und barrierearme Inhalte gelegt, sodass möglichst viele Kinder Zugang zu politischen Themen erhalten. Darüber hinaus bietet die Website Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung, etwa durch eigene Fragen oder Beiträge als Kinderreporterinnen und -reporter.
3. Platz: fragFINN bietet sicheren Surfraum für Kinder
Der dritte Platz geht an die Kindersuchmaschine fragFINN.de, die mit 1.000 Euro prämiert wird. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und stellt einen geschützten Zugang zum Internet bereit, in dem ausschließlich geprüfte und kindgerechte Inhalte angezeigt werden.
Seit ihrem Start im Jahr 2007 setzt sich die Plattform für mehr Sicherheit und Orientierung im Netz ein. Neben der Suchfunktion umfasst das Angebot auch zahlreiche medienpädagogische Inhalte, die Kinder dabei unterstützen, Informationen richtig einzuordnen und sich sicher im Internet zu bewegen. Dazu gehören unter anderem Lernmaterialien, Tipps zur Recherche sowie Videos und Beiträge der FINNreporter.
Lobende Erwähnung für Abenteuer Regenwald
Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für abenteuer-regenwald.de aus. Die Plattform wird für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung gewürdigt und vermittelt Kindern sowie Jugendlichen fundiertes Wissen über den tropischen Regenwald.
Mit interaktiven Elementen wie Quizzen, Spielen und vielfältigen Mitmachangeboten gelingt es, komplexe ökologische Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Durch die stetige inhaltliche und technische Weiterentwicklung bleibt das Angebot ein wichtiger Bestandteil moderner Umweltbildung im digitalen Raum.
Fazit: Medienkompetenz und Sicherheit im Fokus
Der Kinder-Online-Preis 2026 macht deutlich, wie wichtig hochwertige digitale Angebote für Kinder und Jugendliche sind. Die ausgezeichneten Projekte zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Medienkompetenz gefördert, demokratisches Verständnis gestärkt und sichere Räume im Internet geschaffen werden können. Der Kinderhörspielpreis wurde gemeinsam mit dem Kinder-Online-Preis im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 22. März 2026 überreicht.
Quelle: Pressemitteilung MDR
Zwischen Wurzeln und Flügeln: Selbstständigkeit gezielt fördern
geschrieben von Redakteur | Mai 12, 2026
Wie Kinder durch Orientierung, Vertrauen und Freiräume wachsen
Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und ein international weithin bekannter Wissenschaftler, der sicherlich vielen Fachkräften zum Beispiel durch seine Bücher „Mit Herz und Klarheit“, „Kinder verstehen“, „Demokratie braucht Erziehung“, „Menschenkinder“ oder „Die Kindheit ist unantastbar“ bekannt ist, wendet sich in seinem neuesten Buch der Frage zu, wie Kinder sowohl eine sichere Bindung als auch eine authentisch gefestigte und vor allem nachhaltige Selbstständigkeit entwickeln können.
Inhaltschwerpunkte und zentrale Aussagen
Das Buch greift ein grundlegendes Spannungsfeld der Pädagogik auf. Einerseits benötigen Kinder für ihre förderliche Entwicklung Nähe, ein grundlegendes Empfinden von Sicherheit und verlässliche Bindung, andererseits auch Zeit und Platz für Freiräume, um eigene Erfahrungen machen zu können und damit Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen zu entdecken, aufzubauen, zu entwickeln und zu festigen. Diese beiden Seiten beschreibt Renz-Polster symbolisch mit den Begriffen „Wurzeln“ und „Flügel“. Während die bedürfnisorientierte Erziehung in den vergangenen Jahren vor allem die „Wurzeln“ betont hat, rückt der Autor nun die Bedeutung der „Flügel“ stärker in den Betrachtungsmittelpunkt. Mit „Wurzeln“ sind Sicherheit, emotional spürbare Nähe sowie Bindungserlebnisse gemeint, und „Flügel“ stehen symbolisch für Eigenverantwortung, Autonomie, Selbstständigkeit sowie soziale Kompetenz.
Der erste Teil des Buches widmet sich den Entwicklungsbedürfnissen von Kindern. Dabei erläutert der Autor, wie Selbstregulation, emotionale Reifung und soziale Kompetenzen entstehen. Es wird deutlich, dass Kinder schon in frühen Jahren lernen müssen, eigene Erfahrungen zu machen und Herausforderungen zu bewältigen, um eigene Kompetenzen wahrzunehmen, die auch später zu Selbstverantwortung führen.
Der zweite Teil enthält sogenannte „Flügelimpulse“ – praktische Denkanstöße und Orientierungen für den Alltag von Kindern im Kommunikations- und Interaktionsgeschehen mit Erwachsenen. Diese sollen verdeutlichen, wie Kinder in unterschiedlichen Alltagssituationen entwicklungsförderlich begleitet werden können, ohne sie zu stark zu dirigieren bzw. zu kontrollieren oder vor möglichen Gefahren im Sinne einer Überbehütung zu schützen.
Das zentrale Anliegen des Autors ist es, das Verständnis von einer reinen Bedürfnisorientierung weiterzuentwickeln. Kinder sollen das Vertrauen in sich entdecken, als Akteur tätig werden zu können, selbstständig zu handeln und Verantwortung für sich selbst und gleichzeitig auch für die Folgen ihres Handelns zu übernehmen. Auch wenn sich das Buch mit erster Priorität an Eltern wendet, wobei z. B. typische Herausforderungen im Alltag wie Konflikte in der Autonomiephase, Wutanfälle und mangelnde Kooperation aufgegriffen werden, treffen die Erklärungen und hilfreichen Handlungsimpulse selbstverständlich auch für das Alltagsgeschehen in der Elementarpädagogik zu.
Dem Buch liegen vier zentrale Botschaften zugrunde:
(1) Kinder brauchen neben Nähe und Verständnis auch eine klare Orientierung, um eigene Bedürfnisse und werteorientierte Handlungsnotwendigkeiten miteinander in Beziehung zu setzen. (2) Kinder brauchen vielfältige und praktisch erlebbare Erfahrungen, um ein möglichst hohes Maß an Selbstständigkeit in der Gegenwart und für die Zukunft auf- und ausbauen zu können. (3) Ängstlichkeit und Misstrauen der Erwachsenen beschneiden die Erfahrungswelt der Kinder und schwächen gleichzeitig deren Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit. Entsprechend sollten Erwachsene den Kindern mehr zutrauen, ohne dabei Überforderungen zu erzeugen. Kinder wollen etwas leisten, sich selbst als wirksam erleben – und dieses Empfinden muss für sie erfahrbar sein. (4) Freiheit und Struktur sind ein vernetztes Ganzes, um sowohl eine Laissez-faire-Pädagogik als auch eine autokratische Vorgabepädagogik zu vermeiden. Loslassen, Begleiten und ein demokratisch strukturiertes, entwicklungsförderlich sinnvolles Setting sorgen für eine ausgewogene Balance zwischen Selbstwirksamkeit und einem wertedurchsetzten Sicherheitsgefüge.
Verständlich und klar strukturiert
Das Buch überzeugt einerseits durch seine verständliche Sprache und andererseits durch seine klare Struktur, wie man es auch aus den anderen Büchern des Autors kennt. Renz-Polster verbindet anschauliche Beispiele aus dem Zusammenleben von Kindern und Erwachsenen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und persönlichen Erfahrungen, was das Buch lebendig erscheinen lässt. Dadurch ist das Werk praxisnah und auch für Leserinnen und Leser ohne große pädagogische Vorkenntnisse zugänglich und zugleich informativ.
Renz-Polster gelingt es, ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Bindung und Selbstständigkeit und damit eine gelingende Autonomieentwicklung darzustellen. Es werden keine starren Erziehungsregeln aufgestellt; vielmehr lädt das Buch zur Reflexion eigener Einschätzungen und Handlungsmuster ein. Seine „Flügelimpulse“ regen dazu an, die eigene Haltung als aktive und zugleich engagierte Entwicklungsbegleiter*in selbstkritisch zu hinterfragen und reflektiertere Entscheidungen im Alltagshandeln zu treffen. Wer nach klaren Handlungsvorgaben, Anweisungen, Rezepten oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen sucht, wird hier nicht fündig; stattdessen setzt der Autor auf Haltung, Verständnis und langfristige Orientierung.
Angesichts aktueller Ergebnisse aus der Erziehungsforschung zu Überbehütung und Leistungsdruck im pädagogischen Alltag liefert der Autor einen wichtigen Beitrag zur Frage, wie Kinder in einer zunehmend kontrollierten Lebenswelt ausreichend Freiraum für eigene Erfahrungen erhalten können, um nachhaltig gut auf ihr späteres Leben vorbereitet zu sein.
Holzfahrzeug Fred – Nachhaltiger Rutscher aus Buche
Das Holzfahrzeug Fred ist aus nachhaltiger Buche gefertigt, naturgeölt und in Deutschland hergestellt. Es überzeugt durch seine stabile, hochwertige Verarbeitung und sein formschönes Design. Die Farbakzente am Lenker, an der Seite und am Griff der Ladeklappe sorgen für eine besonders ansprechende Optik. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich und lassen sich individuell kombinieren.
Der Rutscher mit leichtgängigen Flüsterreifen eignet sich besonders für Kinder, die gerne Gegenstände ein- und ausladen sowie transportieren. Beim Fahren auf den Knien verhindert die integrierte Kniemulde im Deckel der Ladefläche ein Wegrutschen. Die Ladeklappe ist zudem mit einer Soft-Close-Dämpfung ausgestattet.
Dank der Allradlenkung sind kippstabile und wendige Vorwärts- und Rückwärtsfahrten möglich, wobei sich Vorder- und Hinterräder gleichzeitig bewegen. Selbst bei maximalem Lenkeinschlag besteht keine Einklemmgefahr.
Material: Buche massiv geölt. Gummireifen, Achsenabschlusskappen Edelstahl. Sitzklappe Gummidämpfer Silikon. Gewicht 5,9 kg. Max. belastbar bis 50 kg. 38 × 26 × 56 cm.
Holz Rutscher Fred Preis: 399.- € Alter: ab 1 Jahr Marke: Dynamiko Hersteller: Dynamiko Holz und Spiel GmbH
Kindliche Entwicklung in Zeiten wachsender Unsicherheit stärken
geschrieben von Redakteur | Mai 12, 2026
Eine fundierte Orientierung für Eltern und Fachkräfte zwischen Entwicklungsbedürfnissen und gesellschaftlichem Wandel
Kinder wachsen in Zeiten auf, die durch vielfältige und zugleich sehr unterschiedliche Entwicklungen und damit auch durch besondere Herausforderungen gekennzeichnet sind. So haben einerseits die Krisen in der Welt entsprechende Auswirkungen auf Erwachsene und damit auch auf Kinder. Der zunehmend digitalisierte Einfluss auf die Alltagsgestaltung ist unübersehbar, die Folgen einer gezielt funktional-bildungsfördernden Pädagogik zeigen sich in Krippen und Kindertagesstätten, und ungünstige institutionelle sowie strukturelle Bedingungen in der Kinderbetreuung sowie personale Herausforderungen tragen zu mannigfachen Irritationen im Kinderleben bei.
Unter Berücksichtigung dieser Aspekte ist es dringend angezeigt, dass sich Eltern und pädagogische Fachkräfte mit der Frage auseinandersetzen, wie eine persönlichkeitsförderliche Entwicklungsbegleitung der Kinder aussehen sollte, um einerseits Verunsicherungen entgegenzuwirken und andererseits klare Hinweise aufzuzeigen, wie Entwicklungsbedürfnisse der Kinder am besten gesättigt werden können.
Ansatz und Zielsetzung des Buches
Genau an dieser Schnittstelle zwischen aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen und entwicklungsorientierten Bedürfnissen von Kindern geht die Autorin, die seit 30 Jahren als Seminarleiterin in der Elternbildung und als Dozentin in der Fort- und Weiterbildung von Erzieherinnen tätig ist, der Frage nach, wie es Eltern und Erzieherinnen am besten gelingt, die sozial-emotionale, motorische und sozial-kognitive Entwicklung der Kinder zu unterstützen. Dies geschieht ausgerichtet auf die Aufgabe, dass Kinder eine stabile Sicherheit entwickeln, ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Autonomie aufbauen und ihre innewohnenden Entwicklungsressourcen umfassend entdecken und nachhaltig nutzen können.
Aufbau und Inhalte
Dieses Buch setzt sich aus zehn Kapiteln zusammen. Nachdem die promovierte Pädagogin in ihrer Einleitung die Hintergründe für die Notwendigkeit ihres Buches sowie eine kurze Übersicht über die Kapitel darlegt, dreht sich im zweiten Kapitel alles um die Frage, wie die Entwicklungsmerkmale eines Krippenkindes zu einer frühen Krippenbetreuung passen.
Im dritten Kapitel werden die natürlichen, persönlichkeitsbildenden Entwicklungsverläufe bei Kindern vorgestellt, unter Berücksichtigung der Aspekte einer notwendigen sicheren Bindung, der Empathie und des sozialen Verstehens, der Selbstständigkeit, des Selbstwertgefühls, kindlicher Ängste, der Geschwisterbeziehungen, des Selbsterkennens und des Selbstbewusstseins.
Kapitel vier geht auf mögliche Überforderungen der Kinder ein (Einschränkungen und Wechselsituationen bezüglich „Zeit und Raum“). In den drei folgenden Kapiteln (5, 6 und 7) greift Dr. Butzmann den aktuellen Modernisierungsdruck auf Kita-Fachkräfte, den Einfluss digitaler Medien sowie gesellschaftliche Erwartungen an die Rollenverteilung in der Familie auf (Stichworte: Partizipation, sexuelle Vielfalt, MINT-Bildung, ein zu früher und übermäßiger Gebrauch digitaler Medien, frühe Fürsorgearbeit der Väter, geschlechtsspezifisches Streitverhalten in der Partnerschaft).
Die Kapitel acht bis zehn bestehen aus einer Schlussbetrachtung, einem sehr ausführlichen Literaturverzeichnis sowie einem hilfreichen Index (Stichwortverzeichnis).
Einordnung und Bewertung
Dieses wegweisende Buch, das einerseits die Entwicklungsverläufe kindeigener Fähigkeiten bei (Klein-)Kindern aufführt und anhand vieler Beispiele beschreibt und andererseits seine Aussagen wiederholt mit wissenschaftlichen Belegen untermauert, ist ein sehr hilfreicher „Ratgeber“ – im besten Sinne des Wortes – für alle, die sich dem Wohl einer förderlichen Entwicklungsbegleitung von Kindern verpflichtet fühlen.
Die Autorin berücksichtigt dabei alle relevanten Einflussfelder, die die kindliche Entwicklung prägen. Auch wenn es mitunter mühsam erscheinen kann, die 215 Seiten Fließtext zu lesen, lohnt es sich unbedingt, die erforderliche Lesezeit aufzubringen. Es geht schließlich um Kinder, die ein uneingeschränktes Recht darauf haben, unter möglichst guten Bedingungen Kompetenzen aufzubauen und auszubauen, die einen prägenden und nachhaltigen Bedeutungswert für ihr gesamtes späteres Leben besitzen.
Bei den inhaltlichen Ausführungen – etwa zu den Schwerpunkten „Wie passen Entwicklungsmerkmale eines Krippenkindes mit einer frühen Krippenbetreuung zusammen“ (Kapitel 2.2), „Empathie und soziales Verstehen in den ersten Lebensjahren“ (Kapitel 3.2), „Überforderungen oder ADHS“ (Kapitel 4.2), „Spezielle MINT-Bildung in den Kitas“ (Kapitel 5.3), „Digitale Medien in der Kita“ (Kapitel 6.3) oder „Die frühe Fürsorgearbeit der Väter“ (Kapitel 7.2) – können sowie bei den damit verbundenen klaren Aussagen durchaus Widersprüche entstehen. Dies ist auch bei wissenschaftlich belegten Studienergebnissen möglich und uneingeschränkt zulässig, ja sogar begrüßenswert.
Problematisch wäre jedoch, wenn dogmatisch gesetzte Gegenreden die hier fundiert dargestellten und belegten Aussagen ins Abseits drängen – ein Phänomen, das in der Pädagogik nicht selten vorkommt. Pablo Picasso formulierte treffend: „Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.“ Perspektivenvielfalt ist notwendig – entscheidend bleibt jedoch die Frage nach Hintergrund und Intention der jeweiligen Gegenpositionen.
Gerade in diesem Kontext ist eine sachliche Auseinandersetzung unerlässlich. Die Autorin steht exemplarisch für eine wissenschaftlich gebotene Sachlichkeit.
Diese Publikation verdient es uneingeschränkt, einen großen Leserkreis anzusprechen – sowohl entwicklungsinteressierte Eltern als auch professionell handelnde, entwicklungsorientierte Fachkräfte im Bereich der Elementarpädagogik.