„Killerspiele“ machen Kinder offenbar nicht gewalttätig

Studie der Mikroökonomin Agne Suziedelyte findet keine Belege für erhöhte Gewaltbereitschaft

Gewalttätige Videospiele machen Kinder im realen Leben nicht gewaltbereiter als andere. Das ist das Ergebnis einer Studie der Mikroökonomin Agne Suziedelyte an der City University London http://city.ac.uk. „Regeln, die den Verkauf von Videospielen an Minderjährige einschränken, werden die Gewalt wahrscheinlich nicht reduzieren“, urteilt die Studienautorin.

Games machen keine Gewalttäter

Ob nach Schulmassakern in den USA oder mit hoher Regelmäßigkeit in Deutschland: In der Öffentlichkeit werden gewalttätige Games wie Shooter oft als „Killerspiele“ hingestellt, die für Gewalt durch Jugendliche verantwortlich sind. Um zu sehen, ob da wirklich etwas dran ist, hat sich sich Suziedelyte in ihrer Studie auf Jungen im Alter von acht bis 18 Jahren konzentriert – eine Gruppe, bei der sehr gern ein Zusammenhang zwischen Games und realweltlicher Gewaltbereitschaft in den Raum gestellt wird. An der Studie nahmen insgesamt 2035 Kinder und Jugendliche teil. Dabei nutzte die Ökonomin wirtschaftliche Methoden, um zu klären, ob es einen plausiblen kausalen Zusammenhang gibt.

Suziedelyte hat eigenen Angaben zufolge keine Belege dafür gefunden, dass es nach Erscheinen eines neuen gewalttätigen Games zu mehr realweltlicher Gewalt gegen Menschen durch Minderjährige kommt. Allerdings berichteten Eltern, dass ihre Kinder nach dem Daddeln eher irgendetwas kaputt gemacht haben. „Insgesamt legt das nahe, dass gewalttätige Videospiele Kinder aufregen können, diese Erregung sich aber nicht in Gewalt gegen andere Menschen äußert“, meint daher Suziedelyte.

Eigenheim als wichtige Pufferzone

Das dürfte der Ökonomin zufolge damit zusammenhängen, dass normalerweise daheim gespielt wird, wo es kaum Potenzial für gewalttätige Auseinandersetzungen gibt. „Dieser Effekt ist besonders wichtig bei gewaltbereiten Jungen, die sich besonders von gewalttätigen Videospielen angezogen fühlen“, sagt Suziedelyte. Also kommt sie in der im „Journal of Economic Behavior & Organization“ (https://www.sciencedirect.com/…/abs/pii/S0167268121002006) veröffentlichten Studie zum Schluss, dass eine strengere Reglementierung von gewalttätigen Spielen nicht gegen realweltliche Gewalt helfen würde.Quellen:

Thomas Pichler von pressetext und Journal of Economic Behavior & Organization




Kitas sind Schlüsselakteure in der Leseförderung

Laut Vorlesestudie fehlen vielen Kindern zu Hause die Vorlese-Impulse

507 pädagogische Fachkräfte aus Einrichtungen, die repräsentativ für Kitas in Deutschland sind, standen in diesem Jahr für die Vorlesestudie Rede und Antwort. Damit ist die Vorlesestudie in diesem Jahr sogar repräsentativ. Sie ist ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung.

Vorlesen ist ein Grundbedürfnis von Kindern

In 91 Prozent der Kitas erhalten Kinder mindestens einmal am Tag Impulse durch Geschichten. Vorlesen wird außerdem vielfältig in den Tagesablauf integriert: als festes Ritual, zu regelmäßigen Zeiten, bei spontanen Gelegenheiten oder aus pädagogischen Gründen, etwa um Kinder zu beruhigen. Die Initiative zum Vorlesen geht in allen Kitas auch von den Kindern selbst aus. Als Grund nennen 99 Prozent der Kita-Fachkräfte den Spaß der Kinder am Vorlesen, gefolgt von Nähe und Wissbegierde.

Elternarbeit essentiell wichtig

In 41 Prozent der Kitas nehmen Fachkräfte überdurchschnittlich viele Kinder wahr, denen Impulse durch Vorlesen zu Hause fehlen. Sie nennen vielfältige Gründe: Neben Nutzung anderer Medien, zu wenig Zeit und zu wenig Lust zum Vorlesen fehlt es beispielsweise in Familien mit nicht-deutscher Herkunftssprache an Lesematerial in der eigenen Sprache. Die Hälfte der befragten Fachkräfte gibt an, dass außerdem Unsicherheit und fehlende Erfahrung beim Vorlesen eine Rolle spielen. Aber auch eine fehlende Lesekompetenz der Eltern.

Deshalb zielen Aktivitäten und Expertise der Fachkräfte auch darauf ab, Eltern das Vorlesen näher zu bringen. Kita-Fachkräfte wünschen sich dazu neben Medien-Empfehlungen und Ausstattung mit Vorlesematerial auch konkrete Unterstützung für die Elternarbeit.

Vorlesen in allen Lebensbereichen der Kinder unterstützen

Kitas sind neben der Familie das wichtigste Lernumfeld für Kinder vor der Schulzeit. Dort ist Vorlesen organisch verankert. „Kitas sind vorbildliche Schlüsselakteure in der frühen Leseförderung – sie erreichen fast alle Kinder mit ihren Vorlese-Impulsen“, so Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen. „Es ist vielfach belegt, dass diese Vorlese-Impulse Kindern helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb sind Familie, Kita und auch alle Akteure in der Freizeit von Kindern dazu aufgefordert, Geschichten für sie erlebbar zu machen. Denn Vorlesen und Lesen muss fester Bestandteil aller Lebensbereiche von Kindern sein.“

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2021 hat das Umfragezentrum Bonn (uzbonn) im Mai und Juni 507 pädagogische Fachkräfte in Kitas mündlich und online befragt. Die Einrichtungen sind repräsentativ für Kitas in der Bundesrepublik Deutschland.Alle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen für Kinder zwischen einem und acht Jahren finden Sie unter: www.stiftunglesen.de/vorlesestudie.

Beim bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr hunderttausende Menschen ein Zeichen für das Vorlesen. 2021 findet er am 19. November unter dem Jahresmotto „Freundschaft und Zusammenhalt“ statt. Weitere Informationen und Anmeldung: www.vorlesetag.de

Quelle: Pressemitteilung Stiftung Lesen.




Spiele, die alle bewegen

222spiele

222 neue Spiele für die Kinder- und Jugendarbeit

Der Philosoph Friedrich Nietzsche wusste, wie wichtig Bewegung ist: „So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung, in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern!“

Viele Kinder und auch Erwachsene bewegen sich heute zu wenig und spielen nicht genug. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, wie wichtig beides für den Menschen und seine Entwicklung ist.

Das Spielebuch schafft Gelegenheit für beides. Es bietet Anleitungen für 222 Gruppenspiele, zum Kennenlernen, um die Wahrnehmung zu schulen, mit und ohne digitale Medien und vieles mehr.

Nach den unterschiedlichen Gelegenheiten und Möglichkeiten aufgeteilt, für welche die Spiele geeignet sind, finden hier GruppenleiterInnen eine Fülle von neuen Spieleanleitungen. Bei jedem Spiel gibt es eine Altersangabe, die jedoch nur einen groben Anhaltspunkt geben kann. Einige der Spiele finden sicher noch bei Menschen bis 99 Anklang.

Im Kapitel „Medien – Digital-fiktive und analog-reale Spielewelten“ lautet die Devise: Gestalten, hinterfragen, kreativ werden. Es geht hier um die fantasievolle und spielerische Nutzung von Smartphones oder Tablets.

Das Buch bietet eine umfangreiche Sammlung an neuen, interessanten Spielen, die allein zu lesen schon Laune auf Aktionen machen. Es richtet sich an Lehrkräfte in der Grundschule und Sekundarstufe I und an PädagogInnen in der Ganztagsbetreuung sowie in der Kinder- und Jugendarbeit.

(Anja Lusch)

222 spiele

U. Baer, G. Knecht, M. Waschk (Hrsg.)

Spiele, die alle bewegen

222 neue Spiele für die Kinder- und Jugendarbeit

Softcover, 272 Seiten,

ISBN: 978-3-7727-1556-3

17,95 Euro

Über die HerausgeberInnen

Ulrich Baer, Dipl.-Pädagoge und Spielautor, ist Begründer einer praxisorientierten Spielpädagogik und Autor diverser Publikationen zu den Themen Kreativität und Kulturpädagogik; Dozent und Studienleiter der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW i.R.; Gründer und langjähriger Herausgeber der Zeitschrift gruppe & spiel.

Gerhard Knecht ist Dipl.-Pädagoge und seit vielen Jahren in der Spielbusarbeit tätig. Er entwickelte spiel- und kulturpädagogische Projekte bei der Pädagogischen Aktion München, war Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Spielmobile e.V. und Leiter des Fachbereichs Spielpädagogik an der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift GRUPPE & SPIEL, Redakteur der Fachzeitschrift Spielmobilszene und entwickelt Projekte bei Spiellandschaft Stadt e.V..

Marietheres Waschk ist Dipl.-Sozialpädagogin und Dozentin für Spielpädagogik an der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW. Sie betreut Spiel- und kulturpädagogische Projekte am Bauspielplatz Friedenspark Köln und ist Mitherausgeberin der Zeitschrift gruppe & spiel.




Kinder wollen Schutz im Netz

DKHW-Studie beleuchtet Online-Interaktionsrisiken aus Sicht der Kinder

Die für die Studie befragten Kinder möchten Messenger-Dienste als sichere Kommunikationswege nur zu bekannten Personen nutzen. Im Bereich Social Media und besonders bei Online-Spielen zeigen vor allem ältere Kinder eine größere Offenheit für Kontakte mit Unbekannten. Gleichzeitig haben sie hier ein hohes Schutzbedürfnis gegenüber aggressiven Interaktionen, unerwünschten Kontakten und negativen Kontakterfahrungen.

Viele Kinder kennen Möglichkeiten, um diese Risiken zu vermeiden. Institutionelle Unterstützungswege wie Anlaufstellen in Schulen oder im Internet nennen sie selten.

22 Kinder an der Studie beteiligt

Das sind einige Ergebnisse der qualitativen Studie „Online-Interaktionsrisiken aus der Perspektive von Neun- bis Dreizehnjährigen“, die das JFF-Institut für Medienpädagogik in Forschung im Auftrag des DKHW erstellt hat. Insgesamt waren 22 Kinder an der Studie beteiligt. Dabei wurden mit 14 Heranwachsenden (acht im Alter 9/10 Jahre, sechs 12/13 Jahre) Interviews geführt, die durch spätere Elterninterviews ergänzt wurden. Zudem gab es noch zwei Gruppen mit insgesamt acht Kindern ab zwölf Jahren in Erhebungsworkshops.

Wer, wo und mit wem?

Die Studie „Online-Interaktionsrisiken aus der Perspektive von Neun- bis Dreizehnjährigen“ geht der Frage nach, wie Heranwachsende, die Social-Media-Angebote oder Online-Games nutzen, mit Risiken der Online-Interaktion umgehen. Erfragt wurde, mit wem sie in welchen Online-Umgebungen in Kontakt stehen, wie sie Interaktionsrisiken wahrnehmen und einschätzen, welche Erfahrungen sie diesbezüglich machen, welche Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten ihnen präsent sind und wie sie diese bewerten. Die Studie bedient sich qualitativer Forschungsmethoden. Dafür wurden sowohl Einzelinterviews geführt, die durch kurze Elterngespräche ergänzt wurden, als auch Online-Erhebungsworkshops durchgeführt. Diese Workshops fokussierten auf die Bewertung von Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in Bezug auf potenziell riskante Online-Kontakte mit fremden Personen.

Projekt Kinderrechte

Die Studie erfolgte im Rahmen eines Projektes der Koordinierungsstelle Kinderrechte. Die Koordinierungsstelle Kinderrechte des Deutschen Kinderhilfswerkes begleitet die Umsetzung der aktuellen Strategie des Europarates für die Rechte des Kindes (Sofia-Strategie 2016-2021) und wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie kann unter www.dkhw.de/studie-online-interaktionsrisiken heruntergeladen werden.




Spiel- und Lernimpulse zu Bilderbüchern

minedition bietet zu seinen Büchern zahlreiche Belgeitmaterialien gratis zum Download an

Spiel- und Lernimpulse bietet der Verlag minedition für Kindergärten und Grundschulen zu seinen Themenbüchern an. Jedes Bilderbuch greift ein besonderes Thema aus der Erfahrungswelt der Kindes auf. Zusätzlich werden zu jedem Themenbereich umfassende Hintergrund-Informationen, Lern-Impulse, Spiel-Aktivitäten, Bastel-Tipps angeboten, die man hier kostenlos downloaden kann. Mehr dazu finden Sie hier.




Wenn Puzzleteile aus dem Gedächtnis fallen

Matti, Oma Rose und die Dingse – Ein Bilderbuch über Demenz

Mittwoch ist Matti-Tag. Für Oma Rose. Und Oma-Rose-Tag für Matti. Dabei ist sie nicht seine richtige Oma, sondern eine „Nenn-Oma“: eine freundliche Nachbarin, die gern auf den Fünfjährigen aufpasst, wenn seine Eltern arbeiten. Wie eine richtige Bilderbuchoma liest sie vor, erzählt Geschichten, spielt mit ihm und gemeinsam backen sie Zimtwaffeln.

Aber langsam fehlen ihr die Worte für, ääh, ja eben, die Dingse. Und das immer häufiger. Der Illustrator hat das wunderbar umgesetzt: In seinen Bildern sind auf einmal puzzleähnliche Leerstellen. Wie in Oma Roses Gedächtnis. Aber dann meint sie, ihre Kette sei gestohlen worden – Matti findet sie in der Zuckerdose. Und als es aus der Küche angebrannt riecht wird es im wahrsten Sinne des Wortes brenzlig. Gerade noch rechtzeitig kann Mama den Herd ausschalten.

Abends erklärt sie Matti, dass Oma Rose jetzt nicht mehr auf ihn aufpassen kann, sondern selbst Hilfe braucht. Dann wird der Sohn der Nachbarin angerufen und schon eine Woche später lebt sie im Heim. Das ist schick, sauber und alle sind freundlich, nicht nur die Bewohner, auch das Personal. Selbstverständlich ist Oma Roses erster Besucher – na klar, Matti. Und er bringt Zimtwaffeln mit. Fast ganz selbst gemacht.

Ja, so sollte es sein. Familien sollten in einem schönen Haus leben, am besten mit Garten. Die Nachbarschaft sollte aufeinander achten, die Menschen sollten sich kennen und einander unterstützen. Es sollte Wohnstätten für alte Menschen geben, die nicht mehr allein oder mit nachbarschaftlicher Hilfe zurechtkommen. Die sollten bezahlbar sein, sauber, freundlich, hell und ganz schnell zur Verfügung stehen.

Doch die Verhältnisse, die sind nicht so. Und nicht erst seit gestern. Ich hoffe, dass Eltern, Erzieher und Erzieherinnen beim Vorlesen auch auf diese Seite der Demenz und der Heimunterbringung eingehen. Dann macht das Kindern auch keine Angst, sondern bereitet sie vor auf etwas, was sie sehr wahrscheinlich in unserer alternden Gesellschaft erleben werden: den Umgang mit dementen Menschen.

Ralf Ruhl

Bibliographie:

Brigitte Endres (Text), Marc-Alexander Schulze (Bild)
Matti, Oma Rose und die Dingse – Ein Bilderbuch über Demenz
32 Seiten, gebunden, durchgehend vierfarbig
Format 22.5 x 27.5 cm
€ 14.00 (D); € 14.50 (A); CHF 18.00 (CH)
ab 5 Jahren
ISBN 978-3-907114-20-9




Vom digitalen Schnuller zur Lesefähigkeit

tonspur

Der Medienexperte Thomas Feibel im Podcast zum Thema Medienerziehung

Thomas Feibel ist der führende Journalist in Sachen Kinder und Computer in Deutschland. Zudem gehört er zu den renommiertesten Medienexperten hierzulande. Seit 27 Jahren befasst er sich mit dem Thema digitale Medien für Kinder. Er ist der Veranstalter des deutschen Kindersoftwarepreises und Autor zahlreicher Kinder- und Sachbücher zum Thema.

Wir haben uns mit ihm über Medienerziehung und digitale Bildung unterhalten. In diesem Zusammenhang setzt er sich für einen bessere „digitale Lesefähigkeit“ ein. Für die Schulen fordert er, diesen eine verlässliche und dauerhafte digitale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Wie jedes andere Unternehmen bräuchten auch Schulen eine eigene IT-Abteilung. Lehrkräfte seien keine „digitalen Hausmeister“. Schulen stünden heute zunehmend unter Druck, Konzepte für „digitale Bildung“ zu entwickeln. Eine Zusammenarbeit der verschiedenen Schulen wäre hier hilfreich. Ein erstes Projekt mit den Schülerinnen und Schülern könne etwa die Erarbeitung einer „digitalen Schulordnung“ sein.

Interview mit Thomas Feibel

Derzeit schreibt Feibel NetzKrimis für Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren zu bestimmten Themen aus dem Bereich Social Media. Mit „Cybermobbing“ und „Fake News“ sind die beiden erste Bücher aus der Reihe erschienen. Jedes Buch enthält vier Mitratekrimis mit den Detektivinnen Hilda und Hulda.

NetzKrimi Cybermobbing

„HILDA UND HULDA SIND VOLL HÄSSLICH, MEGADUMM + ÜBELST FETT!!“
Mobbing im Internet? Das geht gar nicht, finden die Zwillinge Hilda und Hulda. Die berühmten YouTube-Stars kennen die Gefahren in sozialen Netzwerken. Als clevere Detektivinnen lösen sie spannende Fälle zum Thema Cybermobbing. Wer steckt hinter den üblen Beschimpfungen und Beleidigungen im Netz? Wer ist der „Pränkmän“, der andere heimlich filmt und dann online stellt? Gemeinsam mit ihrem Freund Friedo und Hund Speck kommen sie jedem Täter auf die Spur.

Thomas Feibel
Cybermobbing – Hilda und Hulda lösen jeden Fall
102 Seiten, Paperback
Ab 8 Jahren
ISBN 978-3-86216-841-5
9,99 Euro




10 Elterntipps für den Umgang mit digitalen Medien

mutter kind

Ingeborg Häuser-Groß zeigt, was für Kinder geeignet ist und wie Eltern begleiten können

1. Vorbildverhalten prägt

Eltern sollten sich zunächst vor allem anderen darüber im Klaren sein, dass es vorwiegend ihr eigener Umgang mit den digitalen Medien ist, der das Verhalten ihres Kindes prägt. Wer beim Abendessen erst nochmal seine E-Mails checkt oder WhatsApp-Nachrichten liest und beantwortet, muss sich nicht wundern, wenn sein Kind bald das Gleiche tut.

2. Gemeinsam und nicht alleine

Egal, ob es im Alltag oder für die Schule ist: Zusammen lernen macht Kindern nicht nur viel Spaß, sondern Eltern lernen ebenfalls dazu. Im Internet und im Umgang mit Medien sieht es ganz genauso aus. Das Erkunden von neuen Funktionen und Möglichkeiten kann sehr viel Spaß machen und gleichzeitig wird auch die Bindung zwischen Kind und Eltern gestärkt.

3. Zeitliche Begrenzungen

Irgendwann kommt die Zeit, in denen Medien immer präsenter werden. Dabei sollten zeitliche Grenzen eingehalten werden. Die magische Grenze für Kinder zwischen zehn und 13 Jahren liegt bei 60 bis 90 Minuten pro Tag, abhängig davon, ob Recherchen für die Schule benötigt werden. Diese Zeiten sollten von vornherein abgesprochen und geklärt werden. Dasselbe gilt auch für andere Medien wie Fernseher oder Spiele auf dem Tablet.

4. Was sehen wir dort?

Egal, was Kinder in den Medien sehen: Es sollte möglichst immer besprochen werden. Sehen sie gerade Werbung, etwas Kritisches oder sogar etwas „Verbotenes“? Hier müssen Kinder unbedingt aufgeklärt werden. Selbst für Erwachsene verschwimmen oft die Grenzen zwischen sorgfältigem Journalismus, Meinung oder FakeNews. Den Inhalt, mit den Kindern zu besprechen, sensibilisiert diese und macht sie kritischer.

5. Kindersicherungen – zum eigenen Schutz

Neben den zeitlichen Begrenzungen sind Kindersicherungen sinnvoll. Diese schützen nicht nur vor einem zufälligen oder unbewussten Kauf, sondern können individuell für das Alter gesetzt werden. Dadurch können Kinder bestimmte Aktionen oder Seiten nicht aufrufen.

Gleichzeitig können die Kindersicherungen auch dafür genutzt werden, Geräte nach Ablauf einer bestimmten Zeit zu sperren.

Sicher ist das jedoch nicht. Oftmals gelingt es den Kindern, den Code zu knacken.

6. Die richtige Seite, für das richtige Alter

Jede kindgerechte Seite gibt an, für welches Alter sie bestimmt ist. Für Eltern ist es gut zu wissen, dass alle sozialen Medien, wie Facebook und Twitter, erst für Jugendliche ab 14 Jahren freigegeben sind und somit für jüngere Kinder nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sein sollten.

7. Interessiert sein

Was gibt es Schöneres, als wenn ein Kind von sich aus erzählt, was es im Internet gelesen oder gesehen hat? Eltern sollten deshalb möglichst viel dabei sein und gut hinhören.

Das Interesse an dem, was das Kind sieht oder macht, und auch das gezielte Nachfragen, wenn das Kind selbstständig Medien oder Videos sieht, hilft, den Selbstwert des Kindes zu unterstützen. Und auch das Vertrauen zueinander wird gestärkt.

8. Immer ein Auge darauf haben

Eltern sollten Vertrauen aufbauen und gleichzeitig auch dem Kind Verantwortung vermitteln. Trotzdem ist es, besonders bei neuen Quellen und Seiten, sinnvoll, einen Blick über die Schultern des Kindes zu werfen. Besonders in der ersten Zeit, wenn das Kind sich alleine und selbstständig mit Medien und Technik befasst, ist ein Blick der Eltern vielleicht sogar nötig.

9. Die Realität stärken

Kinder tragen schon oftmals schwer an ihren Schulranzen. Zudem fördert die Nutzung verschiedener Medien eine Körperhaltung (gesenkter Kopf durch das Handy oder falsche Haltung am Computer) schnell Rückenproblemen führen kann.

Ausgleich bietet Bewegung, möglichst an frischer Luft. Ebenso wichtig sind Treffen mit Freunden und gemeinsame Aktivitäten ohne digitale Medien.

10. Kommunikation: das A und O

Die Frage „wie war dein Tag?“ kann in der Zwischenzeit auch mal durch „was hast du denn im Internet heute alles gesehen?“ ersetzt werden. Denn so erfahren Eltern nicht nur von den neuen Eindrücken des Kindes, sondern manchmal auch Dinge, die nicht so angenehm sind. Auch sollte Kindern bewusst sein, dass gerade im Internet niemand anonym ist und bestimmtes Verhalten (Hatespeech oder Mobbing in sozialen Medien) Konsequenzen haben.

Fazit

Viele von uns sind, wie die eigenen Kinder, mit Medien und Technik aufgewachsen. Sind Eltern doch unsicher, erhalten sie in Foren oder in Elternratgeber wirklich viel Hilfe. Trotzdem ist jedes Kind einzigartig und kann nicht pauschalisiert werden. Doch es lohnt sich immer, bereits von klein auf, den richtigen Umgang mit Medien zu erlernen.