Ausgezeichnet von „spiel gut“: My first Quadro

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Der robuste Großbaukasten bietet Kindern vielseitige Spiel- und Klettermöglichkeiten.

Quadro ist ein Großbaukasten-System, bei dem Rohre durch Kupplungen verbunden und mit Kunststoffschrauben befestigt werden. In das Grundmaß 40 x 40 cm können mitgelieferte Platten geklickt und ebenfalls mit Kunststoffschrauben fixiert werden. Mit „My first Quadro“ können insgesamt zehn verschiedene Modelle nach Bauanleitung gebaut werden. Selbstverständlich lassen sich auch Bauwerke nach eigenen Plänen entwerfen. Die Modelle sind für den Außenbereich geeignet und laden zum Rollenspiel und zum Klettern ein.

Der „My first Quadro“ gibt einen guten Einblick in die vielen Möglichkeiten, die das Quadro-System eröffnet. Jede Packung ist kompatibel mit anderen Baukästen und somit jederzeit erweiterbar. Selbst Möbel können daraus gebaut werden. Einzelteile können nachgekauft werden.

„My first Quadro“ wurde mit dem Siegel spiel gut ausgezeichnet, weil es ein langlebiges, erweiterbares Konstruktions- und Spielmaterial für drinnen und draußen und ein flexibles Gartengerät ist, bei dem die Kleinen unendlich viele Spielmöglichkeiten haben und Kinder wie Erwachsene sich gemeinsam durch Planen und Bauen einbringen können.

„My first Quadro“ ist in vielen Spielzeugfachgeschäften und Fachabteilungen sowie bei zahlreichen Internet-Händlern oder auch direkt über den Online-Shop des Herstellers erhältlich.

My first Quadro
141 Teile
Alter: ab 1 Jahr (Mitspielen) bis Teenageralter
Material: Kunststoff ABS
Tragkraft: bis 100 kg
Hersteller: Quadro Der Großbaukasten GmbH.
Preis: ca. 100,00 €

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Mehr Freude am Unterrichten mit dem lösungsorientierten Ansatz

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Rezension: Ben Furman – Lösungsorientiert Schule machen. Wie Unterrichten wieder mit mehr Freude gelingt

Der lösungsorientierte Ansatz ist keineswegs neu. Ganze Schulen arbeiten bereits seit Jahren danach. Umso erstaunlicher ist es, dass er einem nicht an jeder Schule begegnet. Denn hier stehen Classroom-Management sowie die Zufriedenheit der Lehrkräfte und der Schülerschaft im Vordergrund. Mit einem empathischen Zugang wenden sich Lehrkräfte den Kindern, Jugendlichen und Eltern zu, um gemeinsam herausfordernde Situationen anzugehen. Dabei wird nicht nach Schuld gefragt, sondern heilende Potenziale werden aufgegriffen und gestärkt.

Alltägliche Probleme im Schulalltag

Die Probleme, die Ben Furman in seinem Buch beschreibt, sind in Schulen allgegenwärtig. Regelmäßig hören und lesen wir in den Medien von Klassen, die kaum mehr zu regulieren sind. Übergriffe auf Lehrkräfte, Mobbing im Alltag und im Netz sind keine Seltenheit. Manchmal fragt man sich, wie Kinder unter solchen Umständen überhaupt noch lernen können.

Das Buch zeigt, dass diese Herausforderungen weltweit auftreten – auch in Skandinavien oder Asien. Der lösungsorientierte Ansatz eröffnet jedoch einen besonderen Blick: Störungen sind lösbar!

Der Glaube an den gemeinsamen Lösungswillen

Wesentlich dafür ist das Wissen und der Glaube an einen Lösungswillen auf allen Seiten. Der Ansatz geht davon aus, dass auch Kinder und Jugendliche unter schwierigen Situationen leiden und es bevorzugen, wenn man ihnen eine Hand reicht, um diese zu überwinden.

Mit zahlreichen Beispielen führt uns der Autor vor Augen, dass ganze Klassen – „Meisterklassen“ – oder einzelne Kinder sich aktiv für ein gutes Miteinander einsetzen wollen. Dabei geht es nicht primär um Lerninhalte oder besondere didaktische Angebote. Im Fokus steht die Persönlichkeit des Einzelnen.

Im Mittelpunkt: die Persönlichkeit der Lernenden

In einem mehrschrittigen Ablauf, der identisch mit der „Ich schaff’s“-Methode des Autors ist, wird gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen nach Lösungen gesucht und der Weg beschritten. Im Vordergrund steht dabei stets das gute Miteinander im schulischen Alltag. Umso mehr stellt sich die Frage, warum dieser Ansatz nicht längst an allen Schulen angekommen ist. Mag sein, dass das Einzelkämpfertum vieler Lehrkräfte dies verhindert – oder dass er an den Hochschulen nicht ausreichend vermittelt wird. Dies jedoch ist ein gravierendes Versäumnis, wie sich zeigt, wenn man auf der Internetseite, die über den QR-Code am Ende des Buches erreichbar ist, die Videos und Beispiele betrachtet.

Gefahr der Verkürzung: Methoden ohne Haltung

Dort wird zugleich deutlich, dass Methoden verfälscht werden können, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden. So etwa die „Entschuldigung“, die pervertiert wird, wenn sie ohne echte Empathie nur noch als leeres Pflichtprogramm abgearbeitet wird. Genau das geschieht häufig in Kitas und Schulen, weil Erwachsene nicht verstehen, dass es bei jeder Methode auf die dahinterliegende Haltung ankommt. Ein aufgesetztes Verhalten ist lediglich ein Ausdruck von Adultismus – und hat nichts mit dem lösungsorientierten Ansatz zu tun.

Ein Buch zum Weiterdenken – und Weiterhandeln

Gerade deshalb ist es wichtig, nicht einzelne Methoden isoliert zu betrachten, sondern den gesamten Inhalt dieses Buches gründlich zu durchdringen. Mit seinen rund hundert Seiten ist es schnell gelesen, bietet jedoch reichlich Stoff zum Weiterdenken. Sehr empfehlenswert sind außerdem die ergänzenden Materialien im Netz. Dort finden sich kostenfreie Communities, die Unterstützung bieten und bei denen man weitere Informationen und Austauschmöglichkeiten erhält.

Viel Freude beim Inspirieren des Kollegiums – und beim Abschneiden alter Zöpfe!

Daniela Körner

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Ben Furman
Lösungsorientiert Schule machen
Wie Unterrichten wieder mit mehr Freude gelingt

978-3-8497-0548-0
107 Seiten, Kt, 2024
Erscheinungsdatum 10.09.2024

Carl-Auer Verlag




Mit einem klugen Buch gegen lähmende Ängste bei Kindern

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„Mein ängstliches Kind“ – ein praxisnaher Ratgeber für Eltern und pädagogische Fachkräfte, der Ängste ernst nimmt und zeigt, wie Kinder sie überwinden können

Ängste bei Kindern sind weit verbreitet – und völlig normal. Angst schützt, warnt und mobilisiert. Doch wenn sie überhandnimmt, kann sie Kinder in ihrer Entwicklung hemmen und Familien stark belasten. Das Buch „Mein ängstliches Kind“ von Dr. Reid Wilson und Lynn Lyons ist ein wissenschaftlich fundierter und praxisorientierter Ratgeber, der zeigt, wie Eltern und Fachkräfte kindliche Ängste verstehen und wirksam begleiten können.

Es richtet sich an Mütter, Väter, Erzieher*innen, Lehrer*innen und Therapeut*innen und überzeugt durch verständlich erklärte Psychologie, alltagsnahe Beispiele und konkrete Handlungsanleitungen.

Angst verstehen statt vermeiden – der Perspektivwechsel

Eine besondere Stärke dieses Buches ist der fundierte Blick auf die Ursachen von Angst. Die Autor*innen erklären, wie Ängste entstehen, wie sie sich körperlich äußern und warum sie oft nicht durch Vermeidung, sondern durch mutiges Handeln überwunden werden können.

Wilson und Lyons stützen sich dabei auf jahrzehntelange therapeutische Erfahrung und wissenschaftliche Forschung, um Eltern und pädagogischen Fachkräften eine handlungsorientierte und leicht umsetzbare Methode an die Hand zu geben. Dabei regen sie auch zur Selbstreflexion an – denn Ängste werden oft unbewusst vorgelebt.

Der Schlüssel: Eltern aktiv einbeziehen

Ein zentrales Merkmal von „Mein ängstliches Kind“ ist die konsequente Einbindung von Eltern und anderen Bezugspersonen. Die Autor*innen betonen, dass Ängstlichkeit teils genetisch veranlagt sein kann, ihr Verlauf aber entscheidend durch das Verhalten der Erwachsenen beeinflusst wird.

Zahlreiche Fallbeispiele zeigen, wie Eltern ihre eigenen Sorgen erkennen, hinterfragen und neue, stärkende Strategien entwickeln können. Die klare Botschaft: Kinder brauchen Vertrauen, Ermutigung und einen optimistischen Blick auf die Welt – „Du schaffst das“ statt „Pass auf, sonst passiert etwas“.

Wer Kindern alle Hürden aus dem Weg räumt, nimmt ihnen die Chance, Selbstwirksamkeit zu erleben. Das Buch motiviert daher, realistische Herausforderungen zuzulassen – begleitet von Sicherheit, Zuwendung und einem klaren Aktionsplan für Eltern und Kinder.

Die 7-Schritte-Methode gegen kindliche Ängste

Im Mittelpunkt steht die vielfach erprobte 7-Schritte-Methode, mit der Kinder lernen, Ängste schrittweise zu bewältigen:

  1. Ziele klären – Mach dir bewusst, was du erreichen willst.
  2. Erfolge nutzen – Denke an frühere Erlebnisse, die dir helfen können.
  3. Sorgen einplanen – Rechne mit ihnen, statt überrascht zu sein.
  4. Mit der Angst sprechen – Damit sie nicht die Kontrolle übernimmt.
  5. Neue Situationen angehen – Auch wenn Unsicherheit mitschwingt.
  6. Unbehagen zulassen – Freiwillig und bewusst.
  7. Atmung einsetzen – Um sich zu beruhigen und zu stabilisieren.
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Ein besonderer Bonus: Der Zugang zu einem ergänzenden PDF mit „Casey’s Guide“ für Kinder und Jugendliche (8 bis 15 Jahre). Darin erklärt die fiktive 14-jährige Casey kindgerecht, wie sie gelernt hat, Ängste zu verstehen und zu überwinden. Jüngere Kinder werden zusätzlich durch die Figur des kleinen Bruders Elliot angesprochen.

Ein unverzichtbarer Begleiter für Eltern und Fachkräfte

„Mein ängstliches Kind“ ist mehr als ein klassischer Erziehungsratgeber. Es ist ein Mutmacher, ein Werkzeugkasten und ein praxisnaher Leitfaden, um Ängste bei Kindern nachhaltig zu bewältigen.

Wer nicht nur Symptome lindern, sondern echte Veränderung ermöglichen möchte, findet hier fundiertes Wissen, leicht umsetzbare Strategien und eine wertvolle Unterstützung für den Alltag mit Kindern.

Anja Lusch/Gernot Körner

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Wilson, Dr. Reid, Lyons, Lynn
Mein ängstliches Kind.

In 7 Schritten den Sorgenkreislauf durchbrechen und mutige, unabhängige Kinder erziehen. Die bewährte Methode der Angst-Experten. Inklusive Downloadlink zu „Casey’s Guide“ für Kinder und Jugendliche
1. Aufl. Oktober 2023, Klappenbroschur
13,5 x 21,5 cm, 238 S.
ISBN-978-3-86374-697-1
€22,00




Ausgezeichnet von „spiel gut“: Big-Power-Worker Maxi Digger

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Stabiler Aufsitz-Sandbagger für realitätsnahes Spielen im Kinderzimmer und Sandkasten

Ein Aufsitz-Sandbagger soll realistisch aussehen – dann fühlen sich Kinder wie echte Baggerfahrer. Beim Spielen müssen sie ihre Bewegungen an den Hebeln koordinieren und Abstände einschätzen lernen. Auch der Einsatz von Kraft und deren Dosierung ist gefragt.

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Realistisches Spiel mit ergonomischem Design

Der empfehlenswerte Big-Power-Worker ist stabil und robust. Er verfügt über eine große Sitzfläche, die sich um 360 Grad drehen lässt. Der Baggerarm ist voll beweglich, ergonomisch auf Kinder abgestimmt und lässt sich leicht bedienen. Die Baggerschaufel kann so weit eingeklappt werden, dass der Sand auch beim Drehen des Baggerarms nicht herausfällt.

Die widerstandsfähigen Softreifen schonen den Bodenbelag im Kinderzimmer und sorgen für einen sicheren Stand im Sandkasten.

Der Big-Power-Worker Maxi Digger wurde mit dem „spiel gut“-Siegel ausgezeichnet, weil er langlebig und stabil ist, realitätsnah aussieht und die Funktionen kindgerecht bedient werden können.

Big-Power-Worker Maxi Digger
Alter: 3 – 6 Jahre
Marke: BIG
Hersteller: BIG-Spielwarenfabrik GmbH & Co. KG
Material: Kunststoff PP (gelb oder rot), Räder TPE, Stahlachsen
Eigengewicht: 2,6 kg.
Belastbar: bis 50 kg
Maße: 82/74 × 32 × 30 cm
Preis: ca. 50 €




Ein Programm, das Kindern Selbstvertrauen schenkt

Ben Furman, Ich schaff’s!, Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden – Das 15-Schritte-Programm für Eltern, Erzieher und Therapeuten

Kinder geraten im Alltag immer wieder in schwierige Situationen – und damit oft auch in Konflikte mit den Menschen, die sie betreuen. Eltern und pädagogische Fachkräfte können davon ein Lied singen, und die Belastung ist in vielen Familien groß. Umso wertvoller ist ein Ansatz, der nicht nur Symptome bekämpft, sondern Kindern und Erwachsenen gleichermaßen hilft.

Mit „Ich schaff’s!“ stellt der finnische Psychiater Ben Furman ein 15-Schritte-Programm vor, das weltweit erfolgreich eingesetzt wird – und dennoch längst nicht überall bekannt ist. Das Besondere daran: Kinder werden nicht wie kleine Erwachsene behandelt, sondern als eigenständige Persönlichkeiten, die lernen wollen und können.

Vom Problem zur Fähigkeit

Der entscheidende Perspektivwechsel: Nicht das Defizit steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, die das Kind noch entwickeln darf. Bereits im ersten Schritt wird ein unerwünschtes Verhalten in eine positive Lernaufgabe übersetzt. Im zweiten Schritt wird das Kind aktiv einbezogen – es erlebt, dass man ihm etwas zutraut. Diese Haltung unterscheidet sich deutlich von vielen herkömmlichen pädagogischen und therapeutischen Ansätzen. Das Kind ist nicht Objekt von Maßnahmen, sondern handelndes Subjekt, das selbst Einfluss nehmen kann.

Wertschätzend, strukturiert, wirksam

Das Programm zeigt Kindern klar, welche Verhaltensweisen sie verändern möchten. Und es gibt ihnen Werkzeuge an die Hand: unterstützende Gedanken, Helferfiguren, ermutigende Namen für ihre neue Fähigkeit. Fortschritte werden gefeiert – Strafen oder Beschämung haben hier keinen Platz. Lernen wird als normaler, gemeinsamer Prozess verstanden, nicht als Mangel, der sanktioniert werden muss.

Ein Ansatz für alle, die mit Kindern arbeiten

„Ich schaff’s!“ vermittelt den Kindern das Gefühl von Selbstwirksamkeit – und stärkt zugleich das Miteinander in Familien und Einrichtungen. Die vielen Praxisbeispiele im Buch machen deutlich, wie auch bei hartnäckigen Verhaltensmustern positive Veränderungen möglich sind, wenn man mit Respekt, Geduld und klarer Struktur vorgeht.

Ein empfehlenswertes Buch für Eltern, Erzieherinnen, Lehrer und Therapeuten – und für alle, die Kindern nicht nur Verhaltensänderungen abverlangen, sondern sie dabei wirklich unterstützen wollen.

Daniela Körner




Ausgezeichnet von spiel gut: Follies von Lessing

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Ein Bauspiel, bei dem Kinder frei bauen und Erfahrungen mit Statik und Balance machen können

Der Begriff Folly, bzw. die Mehrzahl Follies, ist eine englische Bezeichnung für Gartenkunst und Architektur und bezeichnet skulpturale Turmbauten.

Im Follies-Grundkasten sind keilförmige Bausteine in drei unterschiedlichen Größen enthalten. Die Oberfläche der unbehandelten Steine ist geriffelt, dadurch entstehen neuartige Baumöglichkeiten. Einfach ausprobieren, was hält und was nicht – sogar Torbögen können gebaut werden.

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Der Ergänzungsbausatz „Follies plus“ enthält die Formen Dreieck, Quadrat und Rechteck und damit noch mehr Möglichkeiten beim Turmbau. Bei der Packung „Follies im Sack“ sind alle Größen und Formen enthalten. Nicht nur Kindern macht es Spaß, damit Erfahrungen mit Statik und Balance zu machen. Die Bausteine eignen sich auch gut als Ergänzung zu anderem Baumaterial.

Ab sechs Jahren ist mit den Follies ein Gesellschafts-Bauspiel spielbar: Alle Steine werden gleichmäßig unter den Mitspielenden verteilt. Abwechselnd werden Steine zu einem Turm verbaut. Es gewinnt derjenige, der als Letzter einen Stein legt, ohne dass der Turm einstürzt.

Follies: 18 Keile in 3 verschiedenen Größen, geriffelte Oberfläche, Buche natur.
Follies plus: 14 Steine, drei verschiedene Formen, geriffelte Oberfläche, Buche natur.
Follies im Sack: 30 Steine – Keile, Dreiecke, Quadrate, Rechtecke in verschiedenen Größen, geriffelte Oberfläche.

Grundmaß: 5,5 cm.

Follies ist ein Bauspiel, bei dem Kinder frei bauen und Erfahrungen mit Statik und Balance machen können – und das auch Erwachsene zur Entspannung gern in die Hand nehmen. Ein guter Grund, das Baumaterial mit spiel gut auszuzeichnen.

Follies, Follies plus + Follies im Sack
Preis
: 30 bis 40 €
Marke: Lessing
Hersteller: Lessing Produktgestaltung




Spielzeug mit Sinn: Was hinter dem „spiel gut“-Siegel steckt

Wie das unabhängige Prüfsiegel seit 70 Jahren für Qualität sorgt – und ein Podcast mit Ingetraud Palm-Walter

Wenn es um Spielzeug geht, ist der Markt riesig, bunt – und unübersichtlich. Für Eltern, Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Was davon ist wirklich gut für Kinder? Was regt zum Spielen an – und was landet nach wenigen Tagen in der Ecke? Darüber spricht Ingetraud Palm-Walter, Sprecherin des Vorstandes und Leiterin der Geschäftsstelle des spiel gut e.V. im folgenden Podcast:

Seit 70 Jahren im Dienst des guten Spielzeugs

Seit 70 Jahren gibt SPIEL GUT auf genau diese Fragen verlässliche Antworten. Das orangefarbene Siegel, das viele Spielwaren ziert, steht für geprüfte Qualität, hohen Spielwert und eine unabhängige Bewertung. Ab sofort kooperiert SPIEL GUT mit SPIELEN UND LERNEN – zwei Partner mit einem gemeinsamen Ziel: Orientierung geben, Wissen teilen, gutes Spielzeug sichtbar machen.

„Ich wollte als junge Mutter einfach wissen, worauf ich mich verlassen kann“

Ingetraud Palm-Walter kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Als ausgebildete Erzieherin stand sie oft vor der Frage, welche Materialien sich wirklich zum Spielen eignen. „Manchmal sah ein Spielzeug im Katalog ganz vielversprechend aus“, erzählt sie. „Aber im Alltag mit den Kindern stellte sich dann heraus, dass es nicht funktioniert hat. Ich habe gelernt: Man muss Spielzeug ausprobieren – und kritisch sein.“

Sie kam über ihr eigenes Interesse zu SPIEL GUT – und blieb. Seit über 35 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich, seit 1996 als Mitglied des Vorstands und Sprecherin des Vereins. „SPIEL GUT war für mich von Anfang an eine sinnvolle Einrichtung. Und das ist es bis heute.“

Ein unabhängiges Prüfsiegel mit Geschichte

1954 wurde der SPIEL GUT-Arbeitsausschuss gegründet – ein gemeinnütziger Verein, der sich von Beginn an der unabhängigen Bewertung von Spielzeug widmete. Die Gründungsidee: Hersteller sollen erfahren, was aus pädagogischer und gestalterischer Sicht als „gutes Spielzeug“ gilt – und Eltern sollen Orientierung finden.

Praxistests, Fachjury und klare Kriterien – wie Spielzeug geprüft wird

Bis heute ist das Konzept unverändert aktuell: Spielzeuge werden nach strengen Kriterien geprüft – unabhängig von Werbung, Umsatzinteressen oder modischen Trends. „Wir arbeiten mit Expertinnen und Experten aus verschiedensten Fachbereichen zusammen – aus Pädagogik, Medizin, Technik, Umwelt, Gestaltung oder Psychologie“, erklärt Palm-Walter. „Viele sind selbst Eltern, alle bringen viel Erfahrung mit.“

Was passiert, wenn ein Spielzeug bei SPIEL GUT eingereicht wird?

Rund 500 Spielzeuge werden pro Jahr zur Begutachtung vorgeschlagen. „Zunächst treffen wir eine Vorauswahl – oft auf der Spielwarenmesse in Nürnberg“, sagt Palm-Walter. Danach durchläuft das Spielzeug einen mehrstufigen Prüfprozess:

  • Praxistest in Familien: Das Spielzeug wird für acht bis zwölf Wochen von Kindern im Alltag getestet.
  • Fachliche Begutachtung: Die Ergebnisse fließen in Jurysitzungen ein, an denen interdisziplinäre Fachleute teilnehmen.
  • Entscheidung: Wird das Spielzeug für empfehlenswert befunden, erhält es das SPIEL GUT-Siegel. Erhält es die Auszeichnung nicht, bekommt der Hersteller eine Begründung – oft mit Verbesserungsvorschlägen.

„Wir gehen nicht mit Negativurteilen an die Öffentlichkeit“, betont Palm-Walter. „Wir wollen Orientierung bieten – keine Verunsicherung.“

Was gutes Spielzeug ausmacht – und was nicht

Die Kriterien, nach denen SPIEL GUT Spielsachen bewertet, sind ebenso anspruchsvoll wie durchdacht. Sie wurden über Jahrzehnte weiterentwickelt und passen sich laufend an neue Entwicklungen im Spielverhalten und im Markt an. Entscheidend ist dabei immer: das Kind.

Ein gutes Spielzeug muss altersgerecht sein. Es darf ein Kind nicht überfordern, aber auch nicht langweilen. Es soll die Fantasie anregen, Raum für eigene Ideen lassen und nicht durch zu viele Vorgaben das Spiel einengen. „Kinder sollen sich einbringen können, das Spiel mitgestalten“, erklärt Palm-Walter. „Spielzeug, das vorgibt, was gespielt werden soll, verkommt schnell zum Requisit.“

Auch die Gestaltung spielt eine zentrale Rolle. Hier liegt ein Erbe der Ulmer Hochschule für Gestaltung – der Geburtsstätte des Vereins. Gut gestaltetes Spielzeug erschließt sich intuitiv und unterstützt den Spielprozess. Ebenso wichtig ist die Langlebigkeit: Ein gutes Spielzeug ist robust, haltbar, idealerweise reparierbar – und steht damit im Kontrast zur Wegwerfmentalität. Nachhaltigkeit bedeutet bei SPIEL GUT auch: sinnvolle Materialverwendung und keine überdimensionierten Verpackungen.

„Uns ist außerdem wichtig, dass die Anleitung verständlich ist und die Versprechen auf der Verpackung auch eingehalten werden“, so Palm-Walter. Auch vermeintlich banale Details wie die Anzahl der Bauteile in einem Baukasten können entscheidend sein: „Es muss genug drin sein, damit ein Kind auch wirklich bauen kann.“

Palm-Walter fasst es so zusammen: „Spielzeug soll Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen – körperlich, geistig und sozial. Es soll neugierig machen, zum Ausprobieren einladen und ihnen helfen, sich selbst und die Welt zu entdecken.“

Und wie steht SPIEL GUT zu digitalen Spielzeugen?

„Digitale Elemente können sinnvoll sein – wenn sie das Spiel vertiefen“, sagt Palm-Walter. Sie nennt das Beispiel einer Holzeisenbahn mit Aufnahmefunktion oder einem ferngesteuerten Tunnel. „Das kann Kinder anregen, weiterzudenken. Aber es muss zur Altersgruppe passen – und darf das Spiel nicht bremsen.“

Anders sieht es bei vielen reinen Bildschirmspielen aus. „Die Bewegung fehlt, das Spiel wird flach. Kinder brauchen greifbare, erfahrbare Welt – nicht nur virtuelle.“

Verbraucherberatung für Eltern – ganz ohne wirtschaftliche Interessen

SPIEL GUT versteht sich als Orientierungshilfe – nicht als Testsieger-Ranking. Das Ziel: Eltern, Großeltern, Kitas und Fachkräfte beim Einkauf zu unterstützen – unabhängig und faktenbasiert.

Finanziert wird die Arbeit über Ratgeberverkäufe, eine Schutzgebühr für das Siegel und einen Zuschuss vom Bundesfamilienministerium. „Wir verdienen kein Geld mit den Spielsachen selbst“, betont Palm-Walter. „Das macht uns frei in unserer Einschätzung.“

Gemeinsam für gutes Spielzeug

Mit der neuen Kooperation zwischen SPIEL GUT und SPIELEN UND LERNEN möchten beide Partner ihre Stärken bündeln. „Wir können unsere Arbeit sichtbarer machen und noch mehr Familien erreichen“, sagt Palm-Walter. „SPIELEN UND LERNEN bietet eine Plattform, die kritisch und fundiert ist – das passt wunderbar.“

Auch die Redaktion von SPIELEN UND LERNEN freut sich über die Zusammenarbeit. Denn beide Seiten sind sich einig: Spielen ist mehr als Zeitvertreib – es ist die kindliche Form, die Welt zu verstehen. Und gutes Spielzeug ist dafür ein unschätzbares Werkzeug.

INFO: Das „spiel gut“-Siegel

Seit 1954 vergibt der gemeinnützige Verein SPIEL GUT e. V. das orangefarbene Siegel für besonders empfehlenswertes Spielzeug. Grundlage ist ein umfassender Bewertungsprozess mit Praxistests, interdisziplinärer Fachjury und transparenten Kriterien. Das Siegel steht für Qualität, Spielwert, Sicherheit, Langlebigkeit und pädagogischen Nutzen. Mehr Informationen unter: www.spielgut.de

Gernot Körner




Pinocchio für heute – poetisch, klug und eindrucksvoll illustriert

Imme Dros nach Carlo Collodi/Carll Cneut: Pinocchio

Pinocchio – ist das nicht diese uralte Geschichte von der Marionette, die lebendig wird und der beim Lügen immer eine lange Nase wächst? Stimmt. Fast 140 Jahre ist es her, seit Carlo Collodi sie aufgeschrieben und in Fortsetzungen in einer Zeitschrift veröffentlicht hat. Die in ihrer Heimat sehr bekannte niederländische Autorin Imme Dros hat sie überarbeitet – ohne pädagogischen Zeigefinger –, hat viele Nebenfiguren und sich ähnelnde Abenteuer weggelassen und so für die heutigen Leser, Vorleser und Zuhörer märchenhaft und spannend neu erzählt.

Von sprechendem Holz bis zur blauen Fee: Die Geschichte bleibt ein Abenteuer

Los geht’s mit einem sprechenden Stück Holz. Aus dem schnitzt der alte Gepetto eine Marionette. Eben weil das Holz zu ihm spricht. Und sofort ist es ein Lausbub, der alles umwirft und durcheinanderbringt. Aber auch einen unbändigen Wissensdurst hat, immer grundsätzlich nachfragt und damit seinen alten Vater ständig in Verlegenheit bringt. Weshalb der Bub unbedingt zur Schule gehen soll. Gepetto gibt alles für seinen hölzernen Sohn, verkauft sogar seinen Mantel, um Schulbücher kaufen zu können.

Aber schon auf dem Weg Richtung Klassenzimmer lenkt ihn ein Marionettentheater ab. Er erkennt: Die sind ja wie ich! Der ziemlich fiese Chef der Truppe setzt ihn gefangen, und erst, als Pinocchio ihm herzzerreißend seine Geschichte erzählt, lässt er ihn wieder frei. Sogar mit Goldstücken als Lohn! Klar, dass der Junge es mit zwielichtigen Gestalten, Betrügern und Räubern zu tun bekommt.

Gut oder böse? Märchenhafte Entscheidungen mit Tiefgang

Und mit der blauen Fee. Denn schließlich muss Pinocchio immer wieder gerettet werden. Was auch deshalb gelingt, weil er eigentlich ein gutes Herz hat. Denn die Goldstücke will er seinem Vater bringen, den er doch sehr liebt. Eben wie einen Vater. Und die blaue Fee wie eine Mutter.

Nun hat sich Gepetto aber auf die Suche nach seinem Marionettenkind gemacht, Pinocchio findet ihn nicht mehr zu Hause. Und sucht weiter. Bis zum Meer. Dort, weit draußen in einem kleinen Boot … Okay, mehr will ich jetzt nicht verraten. Nur, dass da bald ein riesiger Hai auftaucht und noch einige Abenteuer zu bestehen sind.

Immer wieder muss Pinocchio sich entscheiden, was er nun tun, auf wen er hören will. Immer wieder die Entscheidung treffen zwischen Gut und Böse, wie das in märchenhaften Erzählungen üblich ist. Impulskontrolle heißt das heute. Das hat Carll Cneut in ausdrucksstarke Bilder umgesetzt. Mal wirken sie wie schnell hingeworfene Skizzen, mal sind es detailreich ausgearbeitete, großformatige Gemälde. Insbesondere die naturgetreuen und realistischen Darstellungen von Tieren und Fabelwesen beeindrucken. Und machen die Lust, die Freude, den Spaß, die inneren Konflikte, die Ängste und die Liebe des kleinen Jungen auf dem Weg zu einem großen Jungen erlebbar.

Ein Kinderbuch, das berührt – für Herz und Bücherregal

Bohem Press hat hier ein Buch publiziert, das seinesgleichen sucht. Es ist nicht nur eine Überarbeitung und Neuausgabe eines Klassikers. Es ist eine Geschichte, die so geschrieben und illustriert ist, dass sie Kindern und Eltern zu Herzen geht – und immer wieder gern aus dem Regal geholt wird. Zum Lesen, zum Schauen, zum Entdecken, zum Träumen und zum Darüber-Sprechen. Und das ist das Beste, was einem Kinderbuch passieren kann.

Ralf Ruhl

Imme Dros nach Carlo Collodi | Carll Cneut (Ill.)
Pinocchio
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
Hardcover mit Leinenrücken und Folienprägung, 64 Seiten
Überformat: 23,5 x 31,8 cm
ab 5 Jahren
ISBN 978-3-85581-597-5
28 €

Erscheinungstermin 1. August 2025

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