Kinder brauchen Orte, an denen sie aufregende Erfahrungen machen

Das Spiel im Freien bietet Kindern wertvolle Möglichkeiten, ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu entwickeln

Das Spiel im Freien bietet Kindern wertvolle Möglichkeiten, Sachverhalte einzuschätzen, Gefahren zu vermeiden und zu lernen, wie man positiv mit Risiken umgeht. Dies ist ein entscheidender Teil ihrer Entwicklung. Wir können und wollen Risiken nicht ganz ausschließen, denn Risiken sind Teil des Lebens. Das Leben ist voller Risiken und Herausforderungen, und wir müssen die Kinder darauf vorbereiten, sie zu bewältigen, indem wir ihnen erlauben, in einer sicheren Umgebung Risiken einzugehen.

Wer Kinder beschützen möchte, muss ihnen Orte zugänglich machen, wo sie die aufregenden Erfahrungen machen können, die sie machen müssen. Es muss Bäume geben, auf die sie klettern können und Möglichkeiten, auf eine sichere Weise die Abenteuer und Herausforderungen zu erleben, nach denen sie sich sehnen.

Susan Isaacs, 1938

Es ist wichtig, dass Kinder die Möglichkeit erhalten, sich herauszufordern, um ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu entwickeln. Wir müssen darauf vertrauen, dass Kinder die Grenzen ihres körperlichen Vermögens einschätzen können, aber gleichzeitig müssen wir auf ihre Sicherheit achten. Das Außengelände sollte so gestaltet sein, dass es eine körperliche Herausforderung darstellt und den Kindern hilft, zuversichtlich Risiken einzugehen.

Was ein Risiko bedeutet

Risiko ist „jedes Verhalten, bei dem Unsicherheit über die Resultate besteht. Es schließt eine Abwägung des Nutzens gegen die möglichen unerwünschten Folgen des Verhaltens sowie die Wahrscheinlichkeit von Erfolg oder Misserfolg ein.“ (Little, 2006) Während Kinder immer früher in Bildungseinrichtungen kommen und Räume, wo sie draußen spielen könnten, kleiner und seltener werden, werden Erwachsene immer besorgter, dass ihre Kinder zu Schaden kommen könnten. Dann werden Sicherheitsvorschriften vor dem Hintergrund gestiegener Klagefreudigkeit falsch interpretiert, um aus ihnen abzuleiten, dass Kinder vor Deshalb müssen auch Sicherheitsrichtlinien berücksichtigen, dass Kinder oft in Spielumgebungen sein werden, die zwar gut betreut sind, aber ein gewisses Risiko und manchmal potenzielle Gefahren bergen. So sollte sichergestellt werden, dass falsche Sicherheitsbedenken keine sterilen Spielumgebungen produzieren, die keine Herausforderung darstellen und so verhindern, dass Kinder altersgerecht lernen und ihre Fähigkeiten erweitern“ (Children’s play and leisure – promoting a balanced approach).

Es ist wichtig, zu kommunizieren, auf Bedenken zu hören und bereit zu sein, dazuzulernen, wenn es um Fragen der Sicherheit geht, während man gleichzeitig sehr gut darin werden muss, Eltern und Teammitgliedern zu erklären, warum Risikobereitschaft wichtig ist!

Schon eine Geburt ist riskant, und kleine Kinder sind darauf programmiert, Risiken einzugehen. Fehler zu machen, kann helfen, Vertrauen, Ausdauer und die exekutive Funktion zur Problemlösung im gesamten Leben zu verbessern. Es ist spannend und begeistert Kinder, Risiken einzugehen; sie lieben die körperliche und geistige Herausforderung. Es ist eine Prüfung für ihre körperliche Belastbarkeit, fördert ihre perzeptiv-motorische Fähigkeit und hilft ihnen zu lernen, gefährliche Umgebungen und Aktivitäten zu vermeiden oder sich auf sie einzustellen. Daher führt die Eliminierung von Risiken dazu, dass ein Kind in einer Welt, in der Veränderungen, Risiken und Unsicherheiten Schlüsselmerkmale des Lebens sind, Gefahren nicht einschätzen kann.

Risikobereites Spielen beinhaltet:

  • Erleben von Höhe, Bewegung und Geschwindigkeit
  • Umkehrung der normalen Ordnung der Dinge – Kippen, Hängen
  • Der Nervenkitzel von Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit
  • Am Rande der eigenen Leistungsfähigkeit zu sein – Fähigkeit und Ausdauer auf die Probe stellen
  • Erkunden von Elementen wie Erde, Feuer und Wasser; Werkzeuggebrauch, Raufspiele und Austoben; Verstecken und Alleinsein

Was bedeutet Herausforderung? Kinder sehnen sich nach Situationen, in denen sie Dinge erkunden können, und führen solche Situationen selbst herbei. Wenn ein Spiel keine angemessene Herausforderung darstellt, sucht ein Kind natürlich weiter, um neue Erfahrungen zu machen.

Herausfordernde Erfahrungen sind solche, die neu, kreativ, fantasievoll und produktiv sind. Sie sind oft kognitiv komplex und umfassen mehrere Elemente, Materialien, Aktionen oder Ideen. Kinder gehen Herausforderungen oft sehr systematisch und zielgerichtet an, sorgfältig und überlegt, und dabei vertiefen sie sich in das Erlebnis. Der Versuch, eine neue Fähigkeit zu erlernen oder eine bestehende zu verbessern, kann ein wichtiger Schritt bei der Lösung eines Problems sein.

Erwachsene können herausfordernde Spiele fördern, wenn sie hilfreiche Rahmenbedingungen schaffen, indem sie Zeit, Raum und offene Materialien zur Verfügung stellen, und wenn sie sensibel mit den Kindern interagieren, um ihnen zu Schlüsselerlebnissen zu verhelfen, indem sie ihnen Ideen vorschlagen und sie an geeigneten Momenten auf bestimmte Materialien hinweisen. Sie können auch als Katalysatoren fungieren, indem sie angemessene Herausforderungen schaffen und die Kinder entscheiden lassen, wie sie damit umgehen möchten.

Kleine Kinder sind hochkomplexe Denker, die ein „Flow“-Erleben brauchen. Dies ist ein Zustand „so in einer Aktivität aufzugehen, dass nichts anderes von Bedeutung scheint; ein Erleben, das so angenehm ist, dass Menschen es auch unter hohen Kosten fortsetzen werden, um der Sache willen“ (Mihaly Csiks-zentmihalyi, 1979).

Das ist nicht kompliziert. Fördern Sie eine ruhige und entspannte, aber dennoch anregende Umgebung und regen Sie zu Spielformen an, die Kinder faszinieren. Begrüßen Sie Fehler als Gelegenheiten zum Lernen und lassen Sie die Kinder auf praktische Weise forschen. Stellen Sie reichhaltige, offene Ressourcen bereit, die die Kinder in ihrem eigenen Tempo und ihren besonderen Interessen folgend entdecken können.

Kinder brauchen:

  • Erwachsene, die mit ihnen interagieren, ihre Ideen wertschätzen, ihnen beim Lernen zur Seite stehen und gerne draußen sind
  • Zeit, Dinge zu erkunden, zu beobachten und zu verstehen
  • Leicht zugängliche Materialien und Kleidung, die schmutzig werden darf
  • Neben Wiederholung und Konsistenz auch Kontext und Bedeutung, damit sie Regeln und Grenzen lernen können
  • Erwachsene, die ihren Worten Taten folgen lassen!

Abschließende Worte

Der Wert der Natur für das Wohlbefinden, die Gesundheit, das Lernen und die Entwicklung von Kindern ist offensichtlich. Jetzt, da Kinder immer mehr Zeit drinnen verbringen, ist es wichtiger denn je, dass wir uns dem Lernen draußen öffnen. Wir alle haben die Freude und Begeisterung von Kindern gesehen, wenn sie draußen aktiv lernen. Wir müssen ihnen ermöglichen, die Natur zu erleben, einen Bezug zu ihr aufzubauen und von ihr zu lernen. Jede Gelegenheit, in der Natur zu sein, hilft Kindern, eine dauerhaft positive Einstellung zu entwickeln, durch die sie gerne im Freien sein werden und wirklich motiviert, ihre natürliche Umwelt zu lieben und zu schützen.

Als Pädagogen können wir Kindern helfen, den Raum ihrer Möglichkeiten zu erweitern, indem wir anregende Outdoor-Umgebungen mit inspirierenden Ressourcen bereitstellen, die über alle Bereiche der Bildungspläne hinweg zum Spielen und Entdecken auffordern. Lernen im Freien ist ganzheitlich. Wenn Kinder miteinander darüber reden, wie sie ein Haus aus großen Bausteinen bauen oder einen Reifen auf eine Rutsche heben, wenn sie experimentieren, wie Wasser am besten in eine Matschküche transportiert werden kann oder Tautropfen im Gras entdeckt werden können, entwickeln sie ihr Verständnis und ihre Beziehung zur Welt und bauen eine solide Grundlage für lebenslanges Lernen auf.

Die Autorin: Kathryn Solly ist ehemalige Leiterin des Chelsea Open Air Kindergartens und Kinderzentrums. Sie hat mehrere Bücher geschrieben, arbeitet als Fachberaterin und hält Weiterbildungen zu frühpädagogischen Themen. Sie ist Trainerin für Early Education, dem britischen Verband für Frühpädagogik, und aktives Mitglied des Froebel Trust.

Wir haben diesen Text dem Themenheft „Draußen lernen – Mit der Natur eine solide Grundlage schaffen“ entnommen. Die Autor*innen des Heftes beschreiben, wie wichtig das Draußenlernen ist und welche Pädagogik dahinter steht. Das Themenheft können Sie kostenlos bestellen unter www.communityplaythings.de oder mit einem Telefonanruf unter 0800 266 7529 anfordern.




Wer verspielt ist und spielt, kann Probleme besser lösen

Resilienz und Wohlbefinden stellen sich laut Forschern der Oregon State University eher ein

Erwachsene mit einem hohen Grad an Verspieltheit verfügten während der COVID-19-Pandemie über eine größere Resilienz, wie Forscher*innen der Oregon State University herausgefunden haben. Forschungsleiterin Wissenschaftlerin Xiangyou (Sharon) Shen zufolge ist Verspieltheit gerade in schwierigen Zeiten eine entscheidende, aber unterschätzte Ressource für den Aufbau von Resilienz und die Aufrechterhaltung des Wohlbefindens. Zudem handle es sich dabei um eine Ressource, die die Menschen selbst kultivieren können.

Mehr Optimismus

Die Wissenschaftler haben 500 Teilnehmer der „Adult Playfulness Trait Scale“ untersucht. Jene, die besser abgeschnitten hatten, schätzten die Lage zwar ähnlich ein, waren in Hinblick auf die Zukunft jedoch optimistischer eingestellt und beim Lösen von Problemen kreativer. Diesen Personen gelang es auch, ihrem Alltag eine Qualität und Spaß zu verleihen.

„Sie veränderten herausfordernde Situationen aktiv, fanden kreative Alternativen und sahen Probleme als Möglichkeit für ein Wachstum an und behielten dabei ein starkes Gefühl der Kontrolle“, unterstreicht Shen. Im Prinzip gehe es darum, aus Zitronen Limonade zu machen. Entscheidend sei, dass verspielte Menschen die Welt nicht durch eine rosarote Brille sähen. Vielmehr würden sie Probleme besser erkennen und dabei realistisch sein.


SPIEL und SELBSTBILDUNG – Kitas brauchen eine pädagogische Revolution

Es muss eine praxisorientierte Revolution stattfinden, indem einer wirtschaftlich und funktional gestalteten Elementarpädagogik die „Rote Karte“ gezeigt und erneut Kinder und ihre Entwicklungsbedürfnisse in das Zentrum der Pädagogik gerückt wird. Das gelingt nur mit einer aktiven, lebendigen, authentisch gestalteten SPIELPÄDAGOGIK und spielfreudigen kindheitspädagogischen Fachkräften.

Softcover, 176 Seiten, 14,8 x 21 cm
ISBN: 978-3-96304-616-2
22 €


Paradigmenwechsel

Bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass spielerische Menschen Situationen umdeuten, um sie angenehmer zu machen. Unklar war bisher jedoch, was diese Umdeutung genau ist und wie sie funktioniert. Shen kommt jetzt zu dem Schluss, dass Verspieltheit die Wirklichkeit nicht verzerrt, sondern sie verbessert. Die Forschungsergebnisse sind in „Frontiers in Psychology“ nachzulesen.

Moritz Bergmann/pressetext.redaktion




Humor in der Kindererziehung fördert Flexibilität und Resilienz

Laut einer Studie unterstützt Humor nicht nur das Wohlbefinden der Kinder, sondern stärkt auch die Bindung zwischen Eltern und Kindern

„Vater werden ist nicht schwer. Vater sein dagegen sehr.“ Natülich lässt sich der zweite Teil des Zitats von Wilhelm Buach auch auf die Mütter beziehen. Dabei wusste der Autor von „Max und Moritz“ nicht nur, wie aufreibend die Erziehungsarbeit sein kann, sondern auch, welche Erleichterung Humor in der menschlichen Beziehung mit sich bringt.

Humor wissenschaftlich betrachtet

Wissenschaftler*innen der Pennsylvania State University haben nun die Bedeutung von Humor als Erziehungsmittel untersucht. Dabei stellten sie fest: Humor fördert Flexibilität und Resilienz, was sowohl Eltern als auch Kindern zugutekommt. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Humor dabei helfen kann, Probleme aus einer anderen Perspektive zu betrachten und Konflikte zu entschärfen.

Erfahrungen und Einstellungen von über 300 Erwachsenen untersucht

Die Wissenschaftler*innen führten dazu eine Umfrage bei über 300 Erwachsenen mit zehn Fragen durch, um die Erfahrungen und Einstellungen von diesen zu Humor in der Kindererziehung zu erfassen. Die Antworten wurden statistisch ausgewertet. Die Mehrheit der Befragten (61,8%) gab an, Humor in der Erziehung ihrer eigenen Kinder zu nutzen oder zu planen. 71,8% glauben, dass Humor ein effektives Erziehungsmittel sein kann, und 63,3% sind der Meinung, dass Humor mehr Nutzen als Schaden bringt. Es gab auch eine positive Korrelation zwischen Humor in der Erziehung und einer besseren Beziehung zu den Eltern.

Humor hat viele Ursachen

Obwohl Humor oft mit Witzen und Späßen assoziiert wird, kann er auch eine tiefere Bedeutung haben. Verschiedene Theorien erklären, warum Humor entsteht – von Gefühlen der Überlegenheit bis hin zu Überraschungen und dem Bruch von Erwartungen. In der Erziehung kann Humor jedoch auch die Dynamik von Konflikten verändern. Beispielsweise kann ein Elternteil, der einen Wutanfall ins Spiel verwandelt, den emotionalen Druck abbauen und gleichzeitig die Kreativität fördern.

Besonders in schwierigen Situationen ein wertvolles Hilfsmittel

Die Ergebnisse zeigen, dass Humor von vielen als wertvolles Werkzeug in der Kindererziehung angesehen wird. Er könnte in schwierigen Situationen helfen, Spannungen abzubauen und das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern zu stärken. Humor ist deshalb deutlich mehr als nur ein Spaßmacher – er kann ein wichtiges Werkzeug in der Erziehung sein. Wenn er richtig eingesetzt wird, fördert er nicht nur das Wohlbefinden der Kinder, sondern stärkt auch die Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Die Studie wurde bei Plos One publiziert: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0306311




Selbstbildung als Herausforderung und Notwendigkeit

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Warum wir wissen müssen, wer wir sind, was wir können und was wir bewirken

Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, hat einmal den Satz ausgesprochen: Drei Dinge sind extrem hart: Stahl, ein Diamant und sich selbst zu kennen. Gerade in der Pädagogik ist es von eminent hoher Bedeutung, sein eigenes „Ich“ möglichst realistisch zu erfassen, um Wirkungen des eigenen Verhaltens und die daraus mitbedingte, spezifische Reaktion des Gegenübers zu verstehen, weil jedwede Interaktion eine gegenseitige Beeinflussung bedeutet. Gleichzeitig sitzen elementarpädagogische Fachkräfte – und hier in besonderem Maße auch die Leitungskräfte – immer zwischen allen Stühlen und sind stets aufs Neue aufgefordert, berechtigte Ansprüche von innen und außen fachkompetent zu erfüllen und unberechtigte Ansprüche professionell und klar abzuwehren.

Wenn du begeisterungsfähig bist, kannst du alles schaffen.
Begeisterung ist die Hefe, die deine Hoffnungen himmelwärts treibt.
Begeisterung ist das Blitzen in deinen Augen,
der Schwung deines Schrittes, der Griff deiner Hand,
die unwiderstehliche Willenskraft und Energie
zur Ausführung deiner Ideen.
Begeisterte sind Kämpfer. Sie haben Seelenkräfte.
Sie besitzen Standfestigkeit.
Begeisterung ist die Grundlage allen Fortschritts.
Mit ihr gelingen Leistungen, ohne sie höchstens Ausreden.

(Henry Ford)

Selbstbildung ist nicht nur ein Recht der Kinder

Die Elementarpädagogik in Deutschland hat sich in den ­vergangenen Jahrzehnten immer stärker – wenn auch in einer Wellenform – zu einer funktionalen und stark gesteuerten Disziplin entwickelt, in der hohe Erwartungsansprüche an Kinder gestellt wurden bzw. werden. Besonders zeigt sich dies ganz aktuell in den hohen Erwartungen vieler Eltern, die sich wünschen, dass ihr Kind schon möglichst früh ein kleiner ‚Albert Einstein’ werden sollte. Ebenso in den meisten Bildungsprogrammen, in denen festgelegt wird, was Kinder in den unterschiedlichen Bildungsbereichen alles „lernen sollen“.

Dabei wird in den wenigsten Bildungsprogrammen – und hier sei vor allem das Bildungsselbstverständnis im Bildungsprogramm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalt sowie in der Bildungskonzeption von Mecklenburg-Vorpommern als überaus rühmliche Ausnahme im Vergleich mit den 14 anderen Bildungsprogrammen besonders hervorgehoben – die Person der elementarpädagogischen Fachkraft in den Mittelpunkt gestellt, ist sie es doch, die den Ausgangspunkt für Qualität bildet, um dem Mittelpunkt der Pädagogik – dem Kind – entwicklungsförderlich zur Seite zu stehen. Bei einer Schwerpunktlegung auf das Bildungsverständnis einer Selbstbildung geht es nicht um eine „Veränderung von Kindern“ sondern um eine veränderte Einstellung der elementarpädagogischen Fachkräfte zum eigenen Selbstverständnis und dem von Kindern.

Alle Erziehung ist nur Handreichung zur Selbsterziehung

(Eduard Spranger, 1882-1963)

Ganzheitliche Bildungsprogramme beinhalten in erster Linie (leider in zumeist indirekter Form) Anforderungen an die Selbstbildungsmotivation der Fachkräfte.

Ebenso wie Kinder nicht gebildet werden können, sondern sich durch Beziehungsangebote, Bindungserlebnisse und eine impulsgebende, an den tatsächlich vorhandenen Interessen der Kinder orientierte Arbeit selbst bilden, brauchen elementarpädagogische Fachkräfte die innere Motivation, ihre eigenen Kompetenzen kritisch zu beleuchten, inwieweit sie durch ihre Persönlichkeitsstruktur und ihre personalen Ressourcen in der Lage sind, die für eine Unterstützung der Selbstbildungskräfte der Kinder notwendigen Kompetenzen zum Ausdruck zu bringen. Dies entspricht dem Grundsatz Pestalozzis, wenn er die Grundmaxime vertritt, Erziehung sei Liebe und Vorbild, sonst nichts. Und der große, irische Dichter und weitsichtige Humanist, Oscar Wilde, war stets der festen Überzeugung, dass Persönlichkeiten und nicht Grundsätze das Zeitalter bewegen und zugleich der einzelne Mensch keine Beziehung eingehen kann, solange er nicht seine unverwechselbare Individualität für sich entdeckt.

Das Ganze fordert zur selbstständigen Reflexion auf – vor allem Menschen, die mit anderen Menschen arbeiten und den Anspruch haben, durch ihr Wirken (als PERSON und mittels ihrer Arbeit) förderliche Entwicklungsprozesse beim Gegenüber auszulösen.

  • Fremdbeobachtung wird dann zur Selbstbeobachtung,
  • Bildungsangebote für Kinder werden dann zu Bildungsanforderungen, die die Fachkraft an sich selbst stellt,
  • Erziehungsziele werden dann zu persönlichen Zielen umformuliert und
  • Erwartungen/Ansprüche an Kinder oder Eltern werden zu Qualitätsansprüchen an die eigene Person umgedeutet.

Es ist durch die Bildungsforschung und Neurobiologie weithin belegt, dass alle Bildungsprozesse durch das Kind selbst angetrieben werden: den Treibstoff dafür liefert das Kind mit seiner Neugierde bzw. seinem Wunsch, die Welt zu entdecken und sich selbst zu erkunden und den Funken zur Zündung reicht ihm die Fachkraft mit ihren humanistisch orientierten, kommunikationsförderlichen Persönlichkeits- und hilfreichen Interaktionsmerkmalen.

Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund

(Arabisches Sprichwort)

Ausgangspunkte für die Berechtigung der Selbstbildung

Alle Erwachsenen – so auch die elementarpädagogischen Fachkräfte – leiten ihre Vorstellungen über Kinder und ihre Entwürfe zur Pädagogik aus unbewussten Bildern sowie Erfahrungen/Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit ab und übertragen diese auch auf die ihnen anvertrauten Kinder. Bowlby, der Pionier der Bindungsforschung, vertrat die Ansicht, dass jeder Mensch dazu neigt, anderen das anzutun, was ihm selbst angetan wurde, so dass der tyrannisierende Erwachsene das tyrannisierte Kind von gestern ist. Selbstverständlich geschieht dies unterbewusst, unbeabsichtigt und gleichzeitig in der festen Überzeugung, die an den Tag gelegten Handlungen seien „gut für das Kind“.

Insofern sind Maßstäbe, normative Sichtweisen und verinnerlichte Grundsätze, die alle im Alltagsgeschehen zum Ausdruck kommen, weder per se professionell noch mit Kompetenz ausgestattet oder durch Qualität gekennzeichnet.

Um von einer Defizit- zu einer Ressourcenorientierung bei Kindern zu kommen, sind die folgenden fünf Kehrtwendungen notwendig:

  • 1.) Ein radikaler Paradigmenwechsel von einer Defizit- zu einer Ressourcenorientierung (verbunden mit der Forderung, dass die Selbstbildung von Kindern nicht durch permanente, funktionalisierte und teilisolierte erzieherische Förderprogramme eingeschränkt/ abgebaut/zerstört wird),
  • 2.) Ein Verständnis, dass Kindheit eine eigenständige Lebensphase darstellt (und nicht als ein „unfertiges Erwachsenensein“ verstanden wird),
  • 3.) Ein Selbstverständnis der elementarpädagogischen Fachkräfte, dass sie selbst mit ihren Ausdrucksweisen und Umgangsformen die wichtigste Bildungsmethodik darstellen und diese nicht an künstlich inszenierte Angebote delegieren.
  • 4.) Der Begriff „Bildung“ ist als ein Prozess der ›Persönlichkeitsbildung‹ zu verstehen (in deutlicher Abgrenzung von einer kognitiv orientierten Belehrungsabsicht).
  • 5.) Selbstbildungsarbeit muss sich in erster Linie auf die Fachkräfte beziehen – sie beginnt mit einer anspruchsvollen, selbsterfahrungsorientierten Ausbildung, setzt sich über die gesamte Berufstätigkeit in Form von Fort- und Weiterbildungen – als Pflicht – fort und wird von Trägerseite aktiv gefördert und unterstützt.

Um diese Perspektivwechsel umsetzen zu können, bedarf es einer hohen Selbstmotivation, Mut, Anstrengungsbereitschaft, Belastbarkeit und Neugierde, um Innovationen zu initiieren, zuzulassen und voranzutreiben. Diese Arbeit im Sinne einer Selbstbildung ist schwer. Neale Donald Walsch hat daher folgerichtig die Konsequenz formuliert, dass der Mensch seine größten Chancen und Gelegenheiten zum Wachstum stets nur jenseits persönlicher Bequemlichkeitsbremsen findet.

Selbstbildung führt in einen laufenden Prozess der Identitätsentwicklung

Es geht im Selbstverständnis der Selbstbildung stets darum, Ziele, die beispielsweise für Kinder formuliert werden, zunächst zu eigenen Zielen zu erklären und dabei zu überprüfen, inwieweit die eigenen Verhaltensweisen den externen Zielen entsprechen.

Jeder Mensch besitzt ein ganz bestimmtes Selbstbild von sich und ist der festen Überzeugung, sich selbst gut zu kennen. Doch demgegenüber haben viele Wissenschaftler*innen immer wieder deutlich gemacht, dass die Fähigkeit des Menschen, sich selbst zu (er)kennen, eher mangelhaft bis ungenügend ausgeprägt ist. Die eigene Selbsteinschätzung entspricht häufig einer Selbstüberschätzung und Fehleinschätzung. Es erscheint notwendig, sich selbst mit Fragen auseinanderzusetzen, die dazu geeignet sind, dem „inneren Kind“ immer stärker auf die Spur zu kommen und den Prozess der Selbstbildung in Gang zu setzen bzw. zu vertiefen.

Nur wer sich öffnet…

Nur wer sich öffnet, sich entfaltet wie die Knospe,
der wird des Lebens Schönheit in den kleinen Dingen spüren,
nicht aber, wer verschlossen bleibt, voller Mitleid mit sich selbst.
Nur wer sich öffnet, ungeschützt wie eine Blüte,
der wird für and’re blüh’n, wenn ihre Herzen traurig sind und ausgebrannt
und Sehnsucht haben nach ein wenig Farbe.
Nur wer sich öffnet, sei’s auch unter Schmerzen und Tränen,
schafft Boden für den neuen Samen, der Früchte trägt
und Hoffnung sät, damit zunächst für sich und auch für and’re
Rosen blüh’n im kalten Winter.

(Georg Schraml)

Fragestellungen, die eine Selbstbildung initiieren:

  • Welche Interessen und Motive liegen meiner Berufstätigkeit zugrunde und welchen persönlichen „Profit“ ziehe ich aus meiner Arbeit?
  • Wann/wo/wie habe ich mich mit meiner Sozialisation/ Biographie aktiv beschäftigt und dazu beispielsweise Selbsterfahrungsseminare besucht oder ein Individualcoaching in Anspruch genommen?
  • Wie motiviert bin ich, mich in Kollegiumsgesprächen/ Supervisionssitzungen persönlich aktiv einzubringen, um mein pädagogisches Handeln zu überprüfen/ zur Diskussion zu stellen?
  • Fällt es mir schwer oder leicht, eigene Gedanken und Gefühle öffentlich zu äußern und welche Hintergründe gab/gibt es dafür in meiner Biographie?
  • Vereinbare ich regelmäßig Ziele mit mir selbst, die ich im Hinblick auf meine weitere Persönlichkeitsentwicklung erreichen will?
  • Welche Handlungsschritte habe ich bisher unternommen, um meine Fähigkeiten/ Fertigkeiten realistisch einschätzen zu können (Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung) und zu welchen Handlungsschritten hat mich diese Erkenntnis geführt?
  • Welche Zielsetzungen verfolge ich grundsätzlich in meiner Arbeit und was haben meine Zielsetzungen mit meiner Biographie zu tun?
  • Welche Werte bestimmen meine Handlungen, leiten mich in meinen Handlungsausführungen und welche Werte habe ich in meiner Sozialisation erlebt?
  • Welche Normen bestimmen mein Denken/Handeln und wie (entwicklungsförderlich – entwicklungshinderlich) wirken sie sich auf kindliche Selbstbildungsprozesse aus?
  • Besitze ich einen grundsätzlich persönlichen/ pädagogischen Optimismus oder Pessimismus und worauf führe ich diese Haltung im Hinblick auf meine Biographie zurück?
  • Welche Handlungsstrategien zeige ich in der Regel bei persönlich erlebten Verletzungen, Angriffen, Ungerechtigkeiten – woher kenne ich solche Reaktionen aus meiner Kindheit und welche Bedeutung hat diese Erkenntnis für mich heute?
  • Besitze ich eine eher positive Einstellung zu einem lebenslangen Lernen oder fällt es mir schwer, mich von „alten Denk- /Handlungsstrukturen“ zu lösen?
  • Schaffe ich es, mich selbst in belastenden Situationen zu motivieren, problemlösungsorientiert zu denken/zu handeln oder halten mich Belastungen eher in einer starren Problemfixierung fest? Wann bzw. wo/wie habe ich gelernt, problemlösungsorientiert vorzugehen?
  • Durch was bzw. wie sorge ich in der Einrichtung für eine eher positive oder negative Atmosphäre?
  • ………………………….

(Diese Fragen können mit vielen weiteren, eigenen Fragen ergänzt werden.)

Lernen ist Vorfreude auf sich selbst

(Peter Sloterdijk)

Selbstbildung führt zu einer stabilen Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz

Selbstgerechtigkeit, Selbstbefangenheit, Selbstsucht, Selbstisolierung, Selbstbeschuldigung, Selbstvernichtung, Selbsthass, Selbstvorwürfe, Selbsttäuschung oder Selbsterniedrigung führen zu einer fortschreitenden Selbstentfremdung.

Hingegen trägt eine Selbstbildung dazu bei, Selbstüberwindung, Selbstfindung, Selbstbefreiung, Selbstständigkeit, Selbststeuerung, Selbstachtung, Selbstvertrauen, Selbstbejahung, Selbstheilung und Selbstbestimmung in der Person voranzubringen. Die erweiterte Transaktionsanalyse würde hier im ersten Fall (Selbstgerechtigkeit – Selbstentfremdung) von einem Kindheits- bzw. Eltern-Ich, im zweiten Fall (Selbstüberwindung – Selbstbestimmung) von einem stabilen ­Erwachsenen-Ich sprechen.

Selbstbildungsorientierte Fachkräfte besitzen eine intrinsisch orientierte Reflexionsbereitschaft zur Selbstbetrachtung, gehen mit einer großen Wahrnehmungsoffenheit auf bekannte und unbekannte Situationen zu, um aus selbst formulierten Fragen unterschiedliche Antworten abzuleiten, wollen den Auswirkungen ihrer Biographie auf ihr jetziges Verhalten auf die Spur kommen, betrachten ihre Kommunikationsstruktur und Interaktionskultur sorgsam und kritisch, überprüfen immer wieder ihre Handlungsauswirkungen, zeigen eine hohe Bereitschaft, aus eigenen Fehlern zu lernen, setzen sich mit eigenen Vorurteilen auseinander, arbeiten an ihrer Selbstmotivation, gehen mit Leistungsfreude auf schwierige Herausforderungen zu und schätzen die Möglichkeit eines lebenslangen Lernens als höchstes Gut ein.

Ich fürchte, unsere allzu sorgfältige Erziehung liefert uns Zwergenobst

(Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)

Fazit:

Selbstbildung ist die Grundlage für eine humanistisch geprägte und zugleich professionell gestaltete Pädagogik im pädagogischen Selbstverständnis von Pestalozzi, Rousseau, Rogers, Freinet sowie Korczak und gehört zum festen Bestandteil einer qualitätsgeprägten Entwicklungsarbeit an sich und einer verantwortungsvollen Entwicklungsbegleitung von Kindern. Mit einer kontinuierlichen Zunahme und Ausweitung einer funktionalisierten und von wirtschaftlichen ­Interessen geprägten Elementarpädagogik geriet ­dieser fundamentale Aspekt immer mehr ins Abseits, obgleich der ­Begriff selbst – vor allem durch die Ergebnisse der Bildungsforschung und Neurobiologie – im Rahmen der „Bildungsarbeit mit Kindern“ eine herausgehobene Wertigkeit zugesprochen bekam. Doch anstatt diese für sich selbst in Anspruch zu nehmen wurde sie theoretisierend und häufig dogmatisch geprägt den Kindern zugesprochen.

Es ist an der Zeit, einen notwendigen Perspektivwechsel vorzunehmen, um im Sinne der Erkenntnisse aus den Feldern der Bindungsforschung sowie der Lernpsychologie einen beziehungsintensiven und kommunikationsaktiven ›Lernalltag‹ zur entscheidenden Grundlage einer lebendigen sowie natürlichen Elementarpädagogik werden zu lassen. Damit würde sich der Kreis schließen, um Kindern durch das eigene, positive Selbstkonzept (Ich bin …), die eigenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen (Ich kann…) und ein eigenes, stabiles Selbstwertgefühl (Ich habe…) in effizienter Form zu helfen, diese drei basalen Ausgangsdaten für eine förderliche Entwicklung gleichsam auf- und auszubauen bzw. zu stabilisieren.

krenz bb

Es gibt einen Weg

Es gibt einen Weg, den keiner kennt, wenn Du ihn nicht gehst.
Wege entstehen, indem wir sie gehen.
Die vielen, zugewachsenen wartenden Wege,
von ungelebtem Leben überwuchert.
Es gibt einen Weg, den keiner kennt, wenn Du ihn nicht gehst.
Es gibt einen Weg, der entsteht, wenn Du ihn gehst.

(Werner Sprenger)

Diesen Beitrag haben wir folgendem Buch entnommen:

berufsbild-erzieherin-krenz

Krenz, Armin

Berufsbild Erzieher*in

Grundsatzgedanken zum Selbstverständnis eines sehr anspruchsvollen Berufs

ISBN: 9783963046155

22,00 € (inkl. MwSt.)




Wie die Geschwisterposition unsere Persönlichkeit prägt

Eine aktuelle Untersuchung aus Kanada mit über 700.000 Erwachsenen bietet neue Erkenntnisse

Können Geburtsreihenfolge und Geschwisteranzahl die Persönlichkeit eines Menschen beeinflussen? Diese Frage beschäftigt die Psychologie seit Jahrzehnten. Während frühere Studien kaum klare Zusammenhänge fanden, liefert eine aktuelle Untersuchung aus Kanada mit über 700.000 Erwachsenen neue Erkenntnisse: Der Psychologe Prof. Michael C. Ashton von der Brock University und sein Kollege Prof. Kibeom Lee belegen darin, dass die Position in der Geschwisterreihe sowie die Anzahl der Geschwister tatsächlich Einfluss auf zentrale Persönlichkeitsmerkmale nehmen können. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Wissenschaftsmagazin PNAS publiziert.

Mehr Geschwister, mehr Kooperationsbereitschaft

Die Studie bestätigt zunächst frühere Ergebnisse: Erstgeborene schneiden bei intellektuellen Fähigkeiten im Durchschnitt etwas besser ab als ihre jüngeren Geschwister. Doch das ist nicht alles. Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit mehr Geschwistern in den Dimensionen Ehrlichkeit-Bescheidenheit und Verträglichkeit höhere Werte aufweisen. Innerhalb einer Geschwistergruppe zeigten Zweit- und Letztgeborene in diesen Bereichen tendenziell bessere Ergebnisse als Erstgeborene. So genannte Sandwich-Kinder hatten die durchschnittlich besten Werte, gefolgt von Letztgeborenen, Erstgeborenen und Einzelkindern.

Die Wissenschaftler vermuten, dass das Aufwachsen mit mehreren Geschwistern kooperatives Verhalten fördert. „Kinder aus großen Familien lernen früh, sich anzupassen und Rücksicht zu nehmen“, erklärt ein Mitautor der Studie.


hilfe meine kinder

Wie Sie Geschwistern helfen, einander zu respektieren

Adele Faber und Elaine Mazlish sind Expertinnen für Eltern-Kind-Kommunikation. Dieser Ratgeber kombiniert zeigt, wie aus streitenden Geschwistern Freunde werden können!

  • Geschwisterbeziehungen verbessern: erprobte Tipps und pädagogisches Wissen
  • Richtig streiten lernen: Konfliktbewältigungsstrategien
  • Eifersucht und Aggression zwischen Geschwistern Streitregeln
  • Stolperfallen erkennen: der Ballast, den Eltern aus der eigenen Kindheit mitbringen
  • Kommunikationsübungen: so lernen Kinder, unangenehme Gefühle auszudrücken

224 Seiten, ISBN: 9783963040115, 19,95 €


Große Datenbasis liefert eindeutige Trends

Die Ergebnisse basieren auf Daten aus dem HEXACO Personality Inventory – Revised (HEXACO-PI-R), einem etablierten Testinstrument für Persönlichkeitsmerkmale. Die erste Stichprobe umfasste mehr als 700.000 Erwachsene, vorwiegend aus englischsprachigen Ländern. Hierbei lagen Zweitgeborene bei Ehrlichkeit-Bescheidenheit und Verträglichkeit an der Spitze, gefolgt von Letztgeborenen, Erstgeborenen und Einzelkindern. Unterschiede zwischen Zweitgeborenen und Einzelkindern waren deutlich (Effektstärke d ≥ 0,20).

In einer zweiten Stichprobe mit über 70.000 Teilnehmern, bei der auch die Geschwisterzahl berücksichtigt wurde, zeigte sich ein weiteres Muster: Je größer die Geschwistergruppe, desto ausgeprägter die kooperativen Eigenschaften. Zwischen Personen mit einem und sechs oder mehr Geschwistern gab es signifikante Unterschiede (Effektstärken d = 0,30 bis d = 0,36).

Einfluss von Religiosität

Ein Teil der Ergebnisse lässt sich durch religiöse Erziehung und aktuelle Religiosität erklären, die etwa 25 Prozent der Unterschiede in den Persönlichkeitswerten ausmachen. Religiöse Werte könnten kooperatives Verhalten zusätzlich fördern, so die Forscher.

Einzelkinder und Offenheit

Einzelkinder zeigten im Vergleich zu Personen mit Geschwistern eine leicht erhöhte Offenheit (Effektstärke d ≈ 0,10). Innerhalb von Geschwistergruppen waren Erstgeborene ebenfalls etwas offener als ihre jüngeren Geschwister. Diese Unterschiede sind jedoch weniger ausgeprägt als die bei Ehrlichkeit-Bescheidenheit und Verträglichkeit.

Fazit

Die Ergebnisse legen nahe, dass sowohl die Geschwisteranzahl als auch die Geburtsreihenfolge wichtige Faktoren für die Persönlichkeitsentwicklung sein können. Besonders das Aufwachsen mit mehreren Geschwistern scheint die Entwicklung von kooperativen Eigenschaften zu fördern. Die Studie zeigt eindrucksvoll, wie soziale Dynamiken innerhalb von Familien die Persönlichkeit prägen können.

Gernot Körner




Wenn aus Mitschüler*innen echte Feinde werden

Die Stiftung Kindergesundheit informiert über Mobbing in der Schule

Mobbing, ein Begriff, der sich vom englischen Wort „to mob“ ableitet, bedeutet anpöbeln, attackieren oder fertigmachen. Es beschreibt aggressives Verhalten, das von Einzelpersonen oder Gruppen gezielt gegen eine bestimmte Person gerichtet ist, um dieser zu schaden. Die Formen von Mobbing sind vielfältig.

Beim physischen Mobbing wird Gewalt oder Machtanwendung eingesetzt, wie zum Beispiel beim sogenannten „Happy Slapping“, bei dem Körperverletzungen gefilmt und in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, um das Opfer zu demütigen. Verbales Mobbing hingegen äußert sich durch extreme Beleidigungen, Beschimpfungen, Spott, Imitationen oder andere Arten von Schikanen. Soziales Mobbing erfolgt eher indirekt, etwa durch das Verbreiten von Lügen, einen Vertrauensmissbrauch, gezielte Ausgrenzung aus Gruppenaktivitäten oder das Streuen von Gerüchten und Verleumdungen. Eine besonders perfide Form ist das Cybermobbing, das digitale Medien nutzt, um anderen zu schaden und sie öffentlich bloßzustellen.

Das Ziel: eine Demütigung des Opfers

Kennzeichnend für diese Handlungen ist, dass sie auf eine Demütigung des Opfers abzielen. Dabei gibt es große Unterschiede:
• Jungen werden hauptsächlich von Jungen, Mädchen eher von anderen Mädchen, häufig aber auch von Jungen gemobbt.
• Mädchen sind signifikant häufiger Opfer von Mobbing als Jungen.
• Auch junge Menschen mit Behinderungen erleben häufiger Mobbing als Jugendliche ohne Behinderungen.
• Kinder aus finanziell benachteiligten Familien sind häufiger von Mobbing betroffen als Kinder ohne finanzielle Sorgen.

Auch die Familie leidet mit

Mobbing in der Schule ist ein ernsthaftes Problem, das nicht nur die Kinder, sondern oft auch ihre Familien vor große Herausforderungen stellt: Denn auch die Eltern leiden mit, wenn sie erfahren, dass ihr Kind von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern gemobbt wird.

Mobbing in der Schule kann schwerwiegende Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit und Lebensqualität der Opfer haben, betont Dr. Frank W. Paulus, Leitender Psychologe der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Homburg/Saar.

Dr. Paulus, Mitautor des aktuellen „Jugendgesundheitsberichts 2024“ der Stiftung Kindergesundheit, berichtet: „Viele Kinder entwickeln Depressionen, Ängste oder Schlafstörungen, ziehen sich sozial zurück oder verweigern den Schulbesuch. In extremen Fällen kann die emotionale Belastung zu Selbstverletzungen oder sogar Suizidgedanken führen“.

Das Internet – ein Platz für Beleidigungen

Die zunehmende Verbreitung der digitalen Kommunikation hat die Möglichkeiten und Folgen des Mobbings deutlich erweitert und intensiviert, berichtet die Stiftung Kindergesundheit. So entwickelt sich insbesondere das Cyber-Mobbing zu einer immer öfter auftretenden Form des Psychoterrors unter Schulkindern. Dabei werden die Opfer mithilfe des Internets (z.B. über soziale Plattformen wie Facebook, TikTok, Instagram und WhatsApp) beleidigt, belästigt oder beschämt.

Aktuelle Zahlen liefert dazu die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) 2024. Mit dieser Studie werden bereits seit 1998 die aktuellen Trends und Entwicklungen im Medienverhalten von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren untersucht. Im Rahmen der Studie gab zuletzt beinahe jede dritte teilnehmende Person an, dass über sie schon einmal beleidigende oder falsche Aussagen im Netz verbreitet worden sind.

Die Täter bleiben häufig anonym

Von beleidigenden Kommentaren im Netz berichten 57 Prozent der Befragten, von „Hate Speech“, also öffentlichen Äußerungen, die Hass gegenüber bestimmten Gruppen zum Ausdruck bringen oder zu Gewalt gegen bestimmte Gruppierungen aufrufen, berichten 40 Prozent der Jugendlichen. Jeder neunte Jugendliche beklagt sich, online auch persönlich beleidigt worden zu sein. Die Hemmschwelle ist dabei sehr gering, da die Täterinnen und Täter auf diese Weise oft anonym bleiben können.

Werden Kinder oder Jugendliche im Internet gemobbt, kann dies besonders belastend sein, weil sie sich den Angriffen kaum entziehen können, betont die Stiftung Kindergesundheit:

• Im Internet veröffentlichte Gerüchte, Bilder oder Beschimpfungen verbreiten sich schnell und sind kaum kontrollierbar.
• Weil Beleidigungen und Fotos online nahezu unbegrenzt lange abrufbar sind, wird es dem Opfer erschwert, über die Angriffe hinwegzukommen.
• Die Nutzung von gefälschten Konten (fake accounts) bietet den Täterinnen und Tätern die Möglichkeit, anonym zu agieren. Das kann die Verfolgung erschweren und Betroffene zusätzlich belasten.

Was Eltern gegen Mobbing tun können

Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt: Reden Sie mit Ihrem Kind über Mobbing. Ermutigen Sie es, Vorfälle in der Klasse anzusprechen, das Opfer zu unterstützen und die Lehrkräfte zu informieren. Betonen Sie, dass dies kein Petzen ist! Geben Sie Ihrem Kind außerdem Strategien an die Hand, wie es mit Konfliktsituationen umgehen kann oder Unterstützung bei Vertrauenspersonen zu suchen.

Bleiben Sie im Austausch mit Lehrkräften und der Schule. Besuchen Sie Elternabende, Sprechtage und Sprechstunden – nicht nur, um nach Noten zu fragen, sondern auch, um das Sozialverhalten und die Integration Ihres Kindes in der Klasse zu thematisieren. Ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Mobbing ist, Kinder so zu stärken, dass sie weder Opfer noch Täter werden. Eltern tragen eine wichtige Verantwortung: Sie können helfen, Mobbing zu verhindern, indem sie ihr Kind zu einem respektvollen und mitfühlenden Umgang mit anderen erziehen. So können sie zum Beispiel

• Werte wie Empathie, Rücksicht und Toleranz vermitteln, indem Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und Kinder für die Gefühle anderer sensibilisieren. Fragen wie „Wie würdest du dich fühlen?“ können helfen.
• soziale Kompetenzen fördern, zum Beispiel durch Teamsport oder Gruppenaktivitäten, um Teamgeist, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft zu stärken.
• Konfliktlösungsstrategien lehren, etwa durch Zuhören, Verhandeln oder das Bitten um Hilfe, damit Kinder lernen, friedlich mit Konflikten umzugehen.
• eine gesunde Selbstwahrnehmung fördern, damit Unsicherheiten nicht durch Machtausübung über andere kompensiert werden.
• die eigene Vorbildfunktion wahrnehmen, indem Eltern in Stresssituationen ruhig und respektvoll reagieren, da Kinder dieses Verhalten übernehmen.
• den Umgang mit Gruppenzwang üben und Kinder ermutigen, sich solchen Dynamiken zu widersetzen und eigene Entscheidungen zu treffen.
• Medienkompetenz stärken, damit Kinder verantwortungsvoll mit sozialen Medien umgehen und die Auswirkungen ihres Handelns, wie das Teilen bloßstellender Fotos, verstehen.
• Konsequenzen von Mobbing verdeutlichen und klarmachen, dass Mobbing moralisch falsch ist und ernste Folgen haben kann.

Hier gibt es Rat und Hilfe

Die Organisation „Nummer gegen Kummer e.V.“ berät Kinder, Jugendliche und Eltern anonym telefonisch und auch online. Die Anrufe an den Beratungstelefonen sind kostenlos.
Elterntelefon unter 0800 – 111 0 550

Mo. – Fr. von 9 – 17 Uhr
Di. und Do. von 17 bis 19 Uhr

Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111
Mo. – Sa. von 14 bis 20 Uhr
Online-Beratung für Kinder und Jugendliche per Mail und Chat unter

www.nummergegenkummer.de
https://krisenchat.de/de

Weitere Informationen:

Paulus, F.W., Möhler, E., Ohmann, S. & Popow, C. (2020). Digitale Missachtung der Bedürfnisse und Rechte von Kindern und Jugendlichen: Cybermobbing. Kinder- und Jugendmedizin, 20, 238-246.

Giulia Roggenkamp, Stiftung Kindergesundheit




Leere Aussagen untergraben das Vertrauen und wirken nicht

Umfrage in den Vereinigten Staaten: Viele Eltern drohen ihren Kindern

Viele Eltern in den USA greifen bei der Kindererziehung auf Drohungen zurück. Laut der „C.S. Mott Children’s Hospital National Poll on Children’s Health“ reicht die Bandbreite vom Wegnehmen von Spielzeug bis dahin, dass der Weihnachtsmann dieses Jahr nicht kommen wird. Eltern von Kindern zwischen drei und fünf Jahren setzen eigenen Angaben nach am ehesten Drohungen ein, um ein Fehlverhalten anzusprechen. Ein Viertel droht entweder mit der Abwesenheit des Weihnachtsmanns oder dem Verweigern von Geschenken.

Verstärkung und Disziplin

Der Erhebung nach haben viele Eltern zudem damit gedroht, eine Aktivität oder einen Ort zu verlassen, Spielzeug wegzunehmen oder, dass das Kind kein Dessert bekommt. Fast die Hälfte der Befragten will den eigenen Nachwuchs zudem bestochen haben. Laut Co-Direktorin Susan Woolford hilft Disziplin kleinen Kindern dabei zu lernen, welche Verhaltensweisen sicher und angemessen sind. Sie können, so die Expertin, eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass diese Kinder lernen, was richtig ist und was falsch.

„Leere Drohungen hingegen untergraben das Vertrauen und sind normalerweise nicht wirksam. Eine positive Verstärkung und die konsequente Disziplin formen das langfristige Verhalten viel eher.“ Die Hälfte der Befragten sehen sich beim Disziplinieren ihrer Kinder als sehr konsequent. Trotzdem geben viele an, dass sie gerade mit der Konsistenz ihre Probleme haben. Die Umfrage basiert auf 725 Antworten von Eltern mit mindestens einem Kind. Die Befragung wurde im August dieses Jahres in den USA durchgeführt.

Strategie besser vorausplanen

Zu den größten Herausforderungen gehören, dass das Kind zu klein ist, um zu verstehen, dass die eingesetzten Strategien nicht immer funktionieren und dass die Eltern versuchen, einen öffentlichen Wutanfall zu verhindern, heißt es. Fast ein Viertel der Eltern gibt zu, dass auch sie irritiert sind, wenn ihr Kind ungezogen ist und sie reagieren, bevor sie sich an ihre Strategien erinnern oder dass sie einfach zu müde sind, um sich stimmig zu verhalten.


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Wie Sie sprechen sollten, damit Ihr Kind Sie versteht

Ein Überlebenshandbuch für Eltern mit Kindern von 2 bis 7 Jahren. Richtig kommunizieren, Konflikte lösen: Hilfe bei der Kindererziehung

Der tägliche Kampf beim Anziehen, Gequengel am Mittagstisch, Trotzanfälle im Supermarkt: „Klassiker“, die alle Eltern schon erlebt haben. Wie lassen sich solche Alltagskonflikte lösen? Der Schlüssel liegt in der Art, wie wir zuhören und reden. Joanna Faber und Julie King haben einen Erziehungsratgeber entwickelt, in den sowohl eigene Erfahrungen mit ihren Kindern als auch Erkenntnisse aus der Wissenschaft eingeflossen sind. Mit ihren erprobten „Erziehungs-Werkzeugen“ gelingt ihnen eine respektvolle Eltern-Kind-Beziehung ohne Streit und Drama!

Taschenbuch, 384 Seiten, zahlreiche Abbildungen
ISBN: 978-3-96304-026-9
24 €


Woolford nach kann es schwierig werden, beim Durchsetzen von Disziplin einen konsistenten Ansatz zu haben, wenn genaue Überlegungen und eine Planung fehlen. Sogar dann kann Beständigkeit schwierig sein. Das sei vor allem dann der Fall, wenn Eltern müde oder abgelenkt seien und sie sich überfordert fühlten. „Es ist wichtig, dass Eltern vorausplanen und bei Strategien auf der gleichen Seite stehen, um eine Grundlage für das Verstehen von Erwartungen zu liefern. Damit können auch gemischte Signale in Hinblick auf Grenzen vermieden werden.“

Viele Eltern sind unsicher

Eltern sind sich zudem nicht immer sicher, ob ihre Disziplinierungsstrategien funktionieren. Zwei Fünftel gehen davon aus, dass sie sehr wirksam sind. Drei von fünf Elternteilen glauben hingegen, dass diese Strategien einigermaßen effektiv sind. Die meisten Studienteilnehmer erhalten ihren Input zu Disziplinierungsstrategien von verschiedenen Quellen. Bei vielen ist es der andere Elternteil, das Reden mit der Familie oder Freunden sowie Erziehungsratgeber, Artikel oder Posts in den sozialen Medien.

Weniger als ein Fünftel der Eltern diskutiert das Thema Disziplin mit dem Gesundheitsdienstleister. Eines von acht Elternteilen sagt, dass er sich keine Gedanken über diese Disziplinierungsstrategien gemacht hat. Manche Teilnehmer geben auch zu, dass sie Strategien angewendet haben, die von Experten nicht empfohlen werden. Zwei von fünf Eltern schlagen ihre Kinder manchmal. Das kann, so die Experten, bei Vorschülern und Schülern zu Trotz und in weiterer Folge zu einer verstärkten Aggression führen.

Moritz Bergmann/pressetext.redaktion




Von Recycling Weihnachtskarten und Wichtelkegeln

ALLE JAHRE WIEDER…

Jedes Jahr dasselbe: Zu den großen Feiertagen wird gebastelt wie die Weltmeister. Das muss zwar nicht sein, aber es bietet auch schöne Möglichkeiten zum Recyceln. Alles, was so im Laufe des Jahres an farbigen Bildern und Flächen entstanden ist, kann jetzt, wenn es sonst keine Verwendung mehr findet, sehr gut weiter verarbeitet werden, zu wunderschönen Weihnachtskarten zum Beispiel. Ausschnitte aus großen, vor allem abstrakten Wandbildern mit ausdrucksstarken Farbübergängen und interessanten Strukturen eignen sich besonders als poetische Stimmungsmotive. Man braucht dazu lediglich noch ein paar Weihnachtsbaum-Schablonen (am besten stark vereinfacht) und Sternmotivausstecher, eine Auswahl an bunten Kartenhintergründen, Schere, Kleber, und Faden. Egal ob Doppel-Klappkarten oder ganz einfache Postkarten, es geht meist schnell und sieht oft wunderbar aus. Wenn bei dem Material auch etwas mit Glitzer dabei war, wird´s ganz besonders schön feierlich. Dann glänzen nicht nur die Karten, sondern auch die Augen.

SCHNEEMANN STATT WEIHNACHTSMANN

Wer weltliche Motive bevorzugt, findet auch im Schneemann (oder im Tannenbaum oder mit einem Selbstportrait) eine nette Alternative. Ein paar sparsame Elemente dazu (Schneehorizont, blauer Himmel, Schneeflocken) ausgeschnitten oder gezeichnet und einfach das Hauptmotiv mittig und schräg mit Klebefalz aufgeklebt, schon hebt sich die Figur beim Aufklappen nach vorne. In zusammengeklapptem Zustand sollte sie aber nicht zu sehen sein (vorher das richtige Maß und den besten Klebepunkt dafür ausprobieren). Je schräger das Mittelmotiv eingeklebt wird, desto mehr kommt es beim Aufklappen nach vorne. Wer sich traut, kann auch noch die Nase in Pop-Up-Technik konstruieren. Ist nicht schwer und sieht gut aus.

WICHTELKEGELN

wichtelkegeln

Alle Jahre wieder kommt die Vorweihnachtszeit mit all ihren liebgewonnenen aber auch mit den nervtötenden Ritualen. Muss man das alles immer wieder mitmachen? Oder kann man den gewohnten Abläufen auch mal etwas Neues entgegensetzen? Wie wäre es zum Beispiel mit einer witzigen, spielfreudigen und die Fantasie anregenden Aktion aus dem Themenkreis dieser besinnlichen Zeit aber mit einem deutlich erhöhten Spaßfaktor? Mein bewährter Vorschlag: Wichtelkegeln! Wir basteln manchmal eine Kegelbahn aus Wellpappe. Das Wichtigste aber sind die lustigen Figuren, die dann mit einer Glasmurmel munter umgekegelt werden.

MACHT HOCH DIE TÜR, DIE TOR MACHT WEIT

Denn je offener die Tür zur eigenen kreativen Gestaltung, desto weiter wird der Horizont des eigenen Erlebens. Und in dieser fantastischen Vielfalt spiegelt sich der unendlich wunderbare Reichtum menschlicher Möglichkeiten. Uns verbindet der Spaß beim Basteln und Spielen und uns bereichert das Staunen über die große Vielseitigkeit der verschiedenen Interpretationen
derselben Aufgabenstellung. Was sich da auf den Kegelbahnen tummelt, ist voller Witz und eigenwilligem
Stil. Und doch – wenn dann die Kugel rollt, sind sie alle gleich. Entweder sie fallen um oder nicht.

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen:

cover-kinderkunst

Kinderkunst und Kreativität

Praxis und Philosophie. Fantasie und Selbstbewusstsein fördern. Kunst mit Kindern: mehr als malen und basteln! Kreativbuch für Schule, Hort, Workshops und Kunstwerkstatt

Nyncke, Helge

25,00 € (inkl. MwSt.)