Kinderrechte vermitteln in Schule und Hort – kostenloses Unterrichtsmaterial

Ein neues Webangebot des Deutschen Kinderhilfswerks für pädagogische Fachkräfte

Für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte gibt es jetzt die neue Webseite schulsache.de, herausgegeben vom Deutschen Kinderhilfswerk e.V. Hier sind Praxis- und Informationsmaterialien zur Vermittlung der Kinderrechte in Schule und Hort zu finden.

Praxis- und Informationsmaterialien

Auf der neuen Homepage www.schulsache.de finden die LeserInnen verschiedene Praxis- und Informationsmaterialien zur Vermittlung der Kinderrechte in Schule und Hort. Die kostenlosen Materialien sind für 1. bis 6. Klasse geeignet, beinhalten jeweils zwei Praxisübungen und können im Unterricht, im Hort und der außerschulischen Bildung angewandt werden.

Für SchülerInnen aller Schularten

Mit dabei sind etwa Materialien für digitales Lernen zum Thema „Fake News“. Das Material ist zur eigenständigen Arbeit für SchülerInnen der 5. und 6. Klasse am Computer gedacht. Sie lernen, was sich hinter dem Begriff „Fake News“ verbirgt und wo diese vermehrt vorkommen. Dafür nutzen sie Artikel der Kinderwebseite www.kindersache.de. Für SchülerInnen ab der zweiten Klasse ist „Das ultimative Kinderrechtebuch“ gedacht. Die Broschüre in DIN A4 mit 80 Seiten Umfang gibt es hier gratis zum Download.

Praxismethoden direkt umsetzbar im Unterricht

Neben weiterem umfangreichen Informationsmaterial, digitalen Broschüren, einer Kinderzeitschrift und Büchern gibt es eine Reihe „Praxismethoden“. Dabei handelt es sich um Methodenmaterial zur Vermittlung verschiedener Themen. Die didaktisch sauber aufbereiteten Materialien lassen sich direkt etwa im Ethik- oder Sachunterricht umsetzen. Bisher gibt es drei Angebote der Praxismethoden:

  • Kinder über ihre Kinderrechte informieren
  • Beteiligung und Mitwirkung in der Schule
  • Mobbing in der Schule

Weitere Informationen finden Sie auf www.schulsache.de




Kinder mit Down-Syndrom schon ab dem Säuglingsalter fördern

ErgotherapeutInnen betreuen Kinder mit Trisomie 21 und deren Eltern

Eltern lieben ihre Kinder – vielleicht umso mehr, wenn sie besonders sind. Zu diesen Kindern zählen auch jene, die etwa eine Beeinträchtigung haben wie Trisomie 21. Diese ist landläufig als Down-Syndrom bekannt. Der Betreuungsaufwand der Kinder ist jedoch groß und stresst so manchen Elternteil. Entlastung dabei können etwa ErgotherapeutInnen leisten, die die Kinder entsprechend fördern.

Entwicklung der Feinmotorik unterstützen

ErgetherapeutInnen kümmern sich bereits um Säuglinge mit Down-Syndrom. Wegen der fehlenden Muskelspannung haben Kinder mit dem Down-Syndrom häufig schon in den ersten Monaten ihres Lebens Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Diese trainieren Ergotherapeuten mit Babys mit Trisomie 21. Das verbessert und fördert deren Verständnis für die eigene Umwelt ebenso wie ihre intellektuellen Fähigkeiten.

Ungezwungenen Vielfalt lernen

Dank steigender Zahlen an inklusiven Kitas und Schulen sind Kinder mit Down-Syndrom zunehmend Teil der Gesellschaft. Sie gehen ausgesprochen gerne in die Schule und auch ihre Mitschüler profitieren: sie können so einen natürlichen und ungezwungenen Umgang mit Kindern entwickeln, die ‚anders‘ sind. ErgotherapeutInnen bahnen daher bei ihren kleinen Klienten mit Trisomie 21 schon früh alle nötigen Fähigkeiten an, damit sie im für sie möglichen Rahmen Lesen und Schreiben lernen können. Zudem führen sie eine größtmögliche Selbstständigkeit dieser Kinder herbei – ganz wichtig, um in der Schule zurechtzukommen. Das wirkt sich auch auf den Alltag zuhause und das Miteinander im Familiensystem positiv aus. Der Stress wird weniger, es läuft öfter rund.

Das Positive verstärken

Das Erfolgsgeheimnis ergotherapeutischer Interventionen, an der auch die Eltern teilnehmen sofern es ihnen möglich und sinnvoll ist, besteht darin, das Positive zu verstärken. Ergotherapeuten fokussieren sich auf die Fähigkeiten und Ressourcen. Nicht die Krankheit, also hier das Down-Syndrom, steht im Mittelpunkt, sondern die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten. Und die bauen ErgotherapeutInnen konsequent aus und holen für mehr Nachhaltigkeit ihrer Arbeit die Eltern mit ins Boot, um die positiven Effekte auch außerhalb ihrer Intervention weiter zu verstärken.

Weitere Informationen und Ergotherapeuten vor Ort gibt es auf der Homepage des Verbands (dve.info); Aktuelles auch auf facebook (der dve) und twitter (@DVEergotherapie)




Laufen, springen und toben machen Kinder klug

lernen mit allen sinnen

Wie Kinder durch Bewegung lernen

Vieles hat die Kindheit in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Zu diesen Veränderungen rechnen die meisten Menschen die Digitalisierung mit Tablets, Smartphones oder Spielkosolen. Viel zu wenige haben dagegen bemerkt, wie die freien Bewegungsräume für Kinder geschwunden sind. Dabei ist Bewegung für die physische Entwicklung genauso wichtig, wie für die kognitive. Darüber schreibt Regina Grabbet im folgenden Beitrag. Er stammt aus Ihrem wunderbaren Buch „Laufen, toben, springen… loben“.

Von unterschiedlichen Anlagen und vorhandenen Födermöglichkeiten

Kinder vervollkommnen ihre vielfältigen Bewegungsformen vom dritten bis siebten Lebensjahr. In dieser Zeit eignen Sie sich auch erste Bewegungskombinationen an. Dabei müssen wir die Entwicklung der Motorik als Prozess fortschreitender Veränderung begreifen. Der Entwicklungsstand eines Kindes sollte zwar in etwa einem Vergleich mit anderen Kindern standhalten, zu berücksichtigen sind aber immer die individuell doch oft unterschiedlichen Anlagen und vorhandenen Fördermöglichkeiten.

  • Jedes Kind ist auch in seiner Entwicklung als Individuum zu begreifen. Leistungsvergleiche und Leistungsdruck sind schädlich und verunsichern.
  • In den vergangenen Jahren haben die Haltungsschäden bei Kindern zugenommen. In der Entwicklungsbegleitung von Kindern sollte man versuchen, darauf zu achten, dass sie bei ihren Aktivitäten nicht einseitig grobmotorisch belastet werden. Angebote, die eine gute Haltung unterstützen, sind sinnvoll.
  • Maßgebend für eine positive motorische Entwicklung ist die sensorische Integration.

Sensorische Integration

Diesen Begriff möchte ich etwas ausführlicher erklären: Jeder Mensch lernt von Geburt an, Empfindungen, die er wahrnimmt, einzuordnen, um sie gebrauchen zu können. Dies ist die Integration der Sinne. Unsere Sinne geben uns verschiedene Informationen, etwa über den physikalischen Zustand unseres Körpers. Sie geben uns aber auch Informationen über unsere Umwelt. Laufend erreichen uns neue Signale, die wir sinnlich wahrnehmen.

Diese verschiedenartigen Empfindungen werden vom Gehirn geordnet – damit wir uns etwa normal bewegen lernen. Erst wenn diese gespeicherten Empfindungen geordnet und in der nötigen Reihenfolge abgerufen werden können, können sie auch zielgerecht genutzt werden, um Lernprozesse in Gang zu setzen und gewünschtes Verhalten zu verinnerlichen. 

Bewegung für das Gehirn

Verhaltenschaos entsteht dagegen bei unorganisierten Empfindungen. Das Kind muss in diesem Fall seine Sicherheit neu gewinnen. Sensorische Integration ist also sinnliche Verarbeitung von Wahrnehmungen ganz verschiedener Art. Bei der Integration werden Empfindungen in Wahrnehmungen überführt und etwa als Verhaltensanleitung gespeichert. So muss ein Kind sehr viel an sensorischer Integration aufbringen, um die ersten Bewegungen auszuführen. Es ist dabei für uns Erwachsene wichtig zu wissen, dass das Gehirn bis zum Alter von sieben Jahren vorwiegend eine Verarbeitungs- und Speicherfunktion für sinnliche Wahrnehmungen darstellt. Das Kind sammelt seine Erfahrungen weitgehend über die Gefühle und Empfindungen.

Der Körper reagiert in Beziehung zu diesen Empfindungen, die Reaktionen gehen eher von den Muskeln als vom Verstand aus. Sie sind eher motorisch als geistig konzipiert. Die ersten sieben Jahre sind also Jahre der sensomotorischen Entwicklung.

Auch wenn später geistige und soziale Reaktionen diese sensomotorischen Impulse ersetzen, so ist die sensorische Integration, die etwa in der Bewegung Ausdruck findet, die Grundlage für die komplexere sensorische Integration, die nötig ist für intellektuelles und soziales Verhalten. 

Laufen und Springen fördern die Intelligenz

Ermöglichen wir dem Kind in den ersten sieben Jahren vielfältige Erfahrungen in diesem Bereich, so wird es später in intellektuellen und komplizierteren motorischen Abläufen leichter lernen können, weil es über eine gute Grundsicherheit verfügt. Kinder möchten sich bewegen; das Erlebnis der Bewegungen stimuliert ihr Gehirn. Toben, Hüpfen, Laufen und Springen, all diese körperlichen Empfindungen fördern die Intelligenz und das Selbstbewusstsein. Das Kind wächst mit seinen Aufgaben. Geben wir ihm welche. Aber ohne Druck!

Es gibt sehr viele motorisch unruhige und gehemmte Kinder. Die Ursachen dafür sind oft in der Bewegungsarmut zu finden. Traut man Kindern nicht viel zu, werden sie in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt, so werden sie schließlich leicht verstört, verkrampfen sich, verlieren an Selbstvertrauen – werden auffällig. 

Reizüberflutung

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) hat in den vergangenen Jahren extrem zugenommen. Kinderärzte haben festgestellt, dass man Kindern zu wenig Bewegungsfreiräume lässt, außerdem spielt die Reizüberflutung beim Medienkonsum eine große Rolle.

Kinder müssen viel sitzen und bekommen selten die Möglichkeit sich auszutoben. Die Erwachsenen sind schnell durch unruhige ADS-Kinder genervt. Statt notwendige Bewegungsaktionen möglich zu machen, werden den Kindern schnell Ritalin oder ähnliche Beruhigungsstoffe verabreicht. Dadurch werden die Kinder chemisch ruhiggestellt und die Erwachsenen sind wieder zufrieden.

Hirnforscher warnen in neusten wissenschaftlichen Untersuchungen vor der passiven Aktivität der Kinder mit Computern, da im Kontakt mit dem Computer die sinnliche Erfahrung fehlt. Dadurch findet Lernen einseitig statt. Das selbstständige Denken kommt zu kurz, die Hirnsynapsen verkümmern. In seinem Buch, „die digitale Demenz“ weist der bekannte Hirnforscher Manfred Spitzer auf diese Gefahren hin. Sein Kollege Gerald Hüter berichtet von Beispielen emotionaler Defizite durch passiven Medienkonsum. Die Hirnforschung warnt vor passivem Kopflernen und empfiehlt Bewegungseinheiten zwischen den Lernphasen oder während der Lernphasen!

Kinder müssen in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule häufig stillsitzen, nehmen passiv auf und lernen, indem sie das Gesagte geistig verarbeiten. Wir beobachten oft, dass Kinder, die in der Schule zu geistigen Höchstleistungen in der Lage sind, Bewegungsstörungen aufweisen. Eltern machen oft den Fehler, dass sie Geist und Körper nicht als Ganzes, eine Einheit begreifen. Sie richten ihr Augenmerk überwiegend auf die Leistungen im geistigen Bereich und versuchen diese entsprechend dem Leistungsideal unserer Gesellschaft zu verstärken. 

Überforderung statt Bewegungsfreiraum

Der Leistungsdruck der Kinder ist enorm gestiegen, die Kinder müssen viel intellektuelle Kopfarbeit leisten und sind damit oft überfordert. Im Kindergarten werden Erzieher/innen von den Eltern oft danach befragt, ob sie auch Vorschulübungen anbieten, ob die Kinder im intellektuellen Bereich gefördert und auf die Schule vorbereitet werden. Selten wird dagegen nach der Entwicklung im motorischen Bereich gefragt, also ob das Kind genügend Bewegungsfreiräume hat, ob es sich etwas zutraut. Bildung findet in verschiedenen Bereichen statt und nicht nur durch eine „Vorschulübungsmappe“. Kinder lernen spielerisch und durch Bewegung. Sie erleben, erforschen, entdecken und gestalten. Diese Aktivitäten finden nicht nur im Kopf statt, sondern auch durch Körpererfahrungen.

Körper und Psyche im Einklang

Interesse zeigen Eltern erst dann, wenn Kinder im Sport Höchstleistungen erbringen. Die ganz normale Bewegungsförderung des Körpers, dem Bewegungsdrang der Kinder mit Anregungen entgegenzukommen, das haben Erwachsene verlernt oder sehen es nicht als für ihr Kind wichtig an. Der Grund ist vielleicht, dass sie selbst ihre Bewegungsstörungen, ihre Bewegungsarmut nicht mehr wahrnehmen. Sie

haben es verlernt oder nie gelernt, Körper und Psyche in Einklang zu bringen, ihren Gefühlen und Stimmungen durch Bewegung Ausdruck zu verleihen.

Warum laufen wir nicht einfach los, wenn uns danach ist, statt gesittet auf dem Gehweg zu schreiten? Warum springen wir nicht einfach in die Luft, wenn wir uns freuen, statt nur zu lächeln und die Freude durch Sprache auszudrücken? Sind wir nicht auch schon bewegungsgestört? Wir kompensieren Frust durch Konsum, der in der Regel wenig Bewegungsaktivität erfordert.

Toben bringt gute Laune

Um das Bewegungsverhalten und Bedürfnis unserer Kinder zu verstehen, müssen wir aber auch unser eigenes Verhalten in diesem Bereich kritisch überprüfen und möglichst einer Veränderung unterziehen; es lohnt sich.

Tobespiele machen Spaß. So habe ich in der Arbeit auf Seminaren mit Kindern und Erwachsenen festgestellt, dass Erwachsene solchen Spielen erst sehr ablehnend gegenüber standen, nach einer Gewöhnungsphase aber viel Spaß daran hatten. Gerade beim Toben wird viel gelacht. Je wilder das Spiel, je mehr Bewegung im Spiel ist, umso lustiger wird die Stimmung. Auch in diesem Sinn hat Bewegung etwas mit psychischer Verfassung zu tun. Warum sehen wir meist die Familien gesittet und gemächlich bei ihrem Sonntagsspaziergang die Parks abschreiten? Warum veranstalten sie nicht mal wilde Tobespiele miteinander? Weil sich das nicht gehört? Sie würden mit Sicherheit in einer ausgelasseneren Stimmung den Heimweg antreten.

Bewegungsspiele können ermüdete und verspannte Menschen, Frustrierte und Ängstliche, Langsame und Verkrampfte, Unsportliche und Gehemmte wieder in bessere Form und gute Laune bringen.

Diesen Artikel haben wir aus Regina Grabbets Buch mit dem Titel „Laufen, Toben, Springen … Loben“ entnommen. Das Buch ist bei Burckhardthaus-Laetare erschienen.

laufen toben

Regina Grabbet
Laufen toben springen loben
Bewegungsspiele in Kindergruppen
Broschur, 96 Seiten
4 fbg. Abb. und Illustrationen 
ISBN 978-3-944548-11-1
14,95 €
Mehr dazu auf oberstebrik.de




Tablet-Nutzung ändert bei Vorschulkindern offenbar die Wahrnehmung

tablet kita

Studie: Tablet-Kinder im Vorschulalter sehen den Wald vor lauter Bäumen oft nicht

Schon seit geraumer Zeit fordern unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO oder der Berufsverband der Kinder und Jungendärzte (bvkj), Kinder unter drei Jahren gar nicht und Kinder im Kindergartenalter nur maximal eine halbe Stunde pro Tag vor Bildschirmen sitzen zu lassen. Dazu zählen neben TV-Geräten und Computermonitoren auch die Bildschirme von Smartphones und Tablets. WHO und bvkj stützen sich dabei auf Langzeitstudien, die vor schädlichen Folgen für die geistige, emotionale und körperliche Entwicklung von Kindern warnen.

Tablet Spiele haben eigene Anforderungen

Das Alpha Generation Lab des Diagnostik- und Therapie-Exzellenz-Programms an der Eötvös Loránd Universität (Budapest) hat nun speziell für Kleikinder entwickelte Tablet-Spiele unter die Lupe genommen. Damit die Kinder hier erfolgreich sind, müssen sie eine ganze Reihe Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Einsatz bringen, wodurch Feinmotorik und Sensorik trainiert werden. Die Experten haben sich deshalb der Frage gestellt, inwieweit die bei diesen Spielen entwickelten Fähigkeiten Einfluss auf die Wahrnehmung der Kinder haben:

Vom Detail zum Gesamtbild

Die meisten Menschen erfassen zunächst das große Ganze und dann die Details, also zum Beispiel erst den Wald und dann die Bäume. Bei den untersuchten Tablet-Spielen geht es aber darum, die Details möglichst schnell zu erfassen und zu verarbeiten.

Mit Hilfe von Wahrnehmungstests und psychologischen Tests konnten die Wissenschaftler bei den Kindern im Vorschulalter vor allem zwei Dinge feststellen. Jene Kinder, die häufig mit Tablets spielten, konnten Details besser erfassen als andere. Im Gegensatz dazu hatten sie Probleme, das große Ganze zu identifizieren. Zudem hatten die trainierten Kinder größere Schwierigkeiten, sich in andere hineinzuversetzen.

In nur sechs Minuten

„Interessanterweise reichten sechs Minuten Spielzeit mit einem Ballonschießspiel aus, um einen detailfokussierten Aufmerksamkeitsstil in einer konsekutiven (direkt darauf folgenden) Aufgabe zu induzieren. Im Gegensatz dazu zeigten die Kinder, die mit einem nicht-digitalen Spiel spielten, den typischen globalen Fokus“, sagt Ádám Miklósi, Leiter der Gruppe.

Der Gebrauch von digitalen Geräten verändert also die Art und Weise, wie Kinder die Welt wahrnehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Art der Erfahrungen, mit denen Kinder konfrontiert werden, entscheidend ist. Denn in diesem Alter ist das Gehirn sehr plastisch, so dass eine solch massive frühe Exposition einen signifikanten Langzeiteffekt haben kann.

„Der atypische Aufmerksamkeitsstil bei Kindern, die Mobiltelefone benutzen, ist nicht unbedingt schlecht, aber mit Sicherheit anders, und wir können das nicht ignorieren – zum Beispiel in der Pädagogik“, sagt Krisztina Liszkai-Peres, eine Mitarbeiterin der Gruppe und Zweitautorin der Publikation.

Neues Bildungsmaterial nötig?

Diese Kinder brauchen wahrscheinlich eine neue Art der Präsentation von Bildungsmaterial. Wie die Forscher betonen, sind Menschen, die auf Details achten, geschickter im analytischen Denken, aber weniger kreativ und haben schwächere soziale Fähigkeiten. Daher ist es möglich, dass – wenn sich dieser Trend nicht ändert – es unter den Kindern der neuen Generation mehr wissenschaftliche Denker und weniger künstlerische oder soziale geben wird, und das wird wahrscheinlich die Welt, in der wir leben, verändern.

Studienverlauf

Die Studie wurde mit insgesamt 40 Kindern, die aus insgesamt 1270 Kindern aufgrund bestimmter Kriterien ausgewählt wurden, durchgeführt. Sie waren im Durchschnitt fünf Jahre alt. 20 Kinder waren regelmäßige Nutzer von Tablets, 20 kamen mit diesen Geräten so gut wie nicht in Verbindung. Bei der Auswahl der Kinder aus der großen Gruppe unter wissenschaftlichen Kriterien sind diese sehr wahrscheinlich repräsentativ für ihre Altersgruppe. Allerdings ist die Gruppe sehr klein, weshalb die Ergebnisse der Studie als wahrscheinlich oder Tendenz betrachtet werden können. Ob sie aber repräsentativ sind muss offen bleiben. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, findet die Studie hier.




Den Frühling mit Kindern entdecken

seifenblasen frühling

Zeit des Erwachens:

Der Frühling macht alles neu – ist das tatsächlich so? Die Beschäftigung mit Planzen hat einen großen Einfluss auf uns. Hier finden Sie viele praktische Tipps und Ideen, um den Start in den Frühling und die Vorbereitung auf Ostern mit besonderen Erfahrungen und Erlebnissen zu füllen.

Frühlingsanfang

Am 21. März ist Tagundnachtgleiche: Der Frühling beginnt. Früher begrüßten ihn die Kinder, indem sie mit langen Stangen und Zeptern, die mit Weidenkätzchen, Papierblumen, roten Eiern und Bändern geschmückt waren, durch ihren Ort zogen. Welche Farben verbinden denn die Kinder heute mit dem Frühling? Wie würden sie ihre Stecken schmücken? Jetzt heißt es erst einmal raus in die Natur gehen, um zu schauen, welche Farben der Frühling zu bieten hat.

Sind es die frischen zarten Grüntöne, die nach dem langen Winter das Herz so fröhlich stimmen, oder ist es die üppige Blumenpracht, mit der wir schon im Frühling verwöhnt werden: das satte Gelb der Forsythien, die roten Tulpen und zartgelben Narzissen? Oder ist es das leuchtende Rosa der blühenden japanischen Kirschbäume, deren Krone wie eine dicke rosa Wolke über den Köpfen schwebt und in die man sich am liebsten verkriechen möchte? Vielleicht auch der Flieder, dessen Duft so unverwechselbar ist? Welcher gefällt denn besser, der weiße oder der lila Flieder? Der Frühling hat so viele Farben. Zu Hause kann dann jeder seinen Stecken mit Bändern und Eiern in seiner Lieblingsfarbe schmücken. So wird eine bunte Farbenpracht entstehen.

Eine alte Sache: Eier färben

Das Eierfärben zur Osterzeit ist gar nicht mehr wegzudenken. Dieser Brauch ist uralt. Schon vor fünftausend Jahren sollen die Chinesen zum Frühlingsanfang bunt bemalte Eier verschenkt haben. Sie galten als Symbole der Fruchtbarkeit. Diese Bedeutung hatten die Eier früher auch bei uns, allerdings wurden hier weiße Eier verschenkt. Erst im zwölften und dreizehnten Jahrhundert gibt es Berichte darüber, dass sie bemalt wurden. Das Osterei galt im christlichen Sinne als Symbol der Auferstehung. Die Schale steht für das Grab, aus dem ein lebendiges Wesen schlüpft. Dass zu Ostern Eier verschenkt wurden, hatte aber auch noch einen anderen Grund. Die Kirche hatte ein Verbot erlassen, während der Fastenzeit Eier und Eierspeisen zu verzehren. Da dies aber mit der besonders guten Legezeit der Hühner zusammenfiel, kamen auf diese Weise jede Menge Eier zusammen, die man sich dann am Ostertag großzügig gegenseitig schenkte. Die Eier wurden gleich hart gekocht, da sie so besser zu transportieren waren und es damals keine Möglichkeit gab, frische Eier lange zu lagern. So entstand also die Sitte, zu Ostern hart gekochte Eier zu verschenken.

Eier färben mit Naturfarben

Früher wurden die Eier mit Naturfarben gefärbt, und vielleicht haben die Kinder ja Freude daran, das auch einmal auszuprobieren. Es ist sehr einfach, und die Ergebnisse sind wunderschön. So manche Oma wird sich noch daran erinnern können und vielleicht gern mitmachen, weil dadurch schöne Kindheitserinnerungen wach werden. Bestimmt erinnert sie sich auch an die Speckschwarte, mit der die Eier dann eingerieben wurden, damit sie schön glänzten.

  • Zwiebelschalen und Tee, in Wasser aufgekocht, färben die Eier braun. Getrocknete Zwiebelschalen lose um rohe Eier gewickelt, ergeben marmorierte Eier.
  • Efeu- und Brennnesselblätter färben die Eier grün.
  • Safran und Kümmel färben die Eier gelb, wenn man die Gewürze zuerst im Wasser aufkochen lässt.
  • Rote-Bete-Saft färbt die Eier rot. Wird dem Wasser noch ein Schuss Essig zugegeben, leuchten die Farben intensiver.
  • Hart gekochte Eier werden so lange ins warme Farbbad gelegt, bis die Farbe intensiv genug ist.
  • Rohe Eier kocht man von Anfang an mit der Farbe oder den Blättern mindestens 10 Minuten, wenn die Eier hart gekocht werden sollen.

Interessante Muster ergeben sich auch, wenn hart gekochte Eier zunächst in flüssiges Bienenwachs getaucht werden, in das man nach dem Erkalten mit einer dicken Stopfnadel Muster kratzen kann. Erst dann kommen sie in ein Farbbad. Das Wachs schmilzt, und die Eier bekommen die interessantesten Muster. Zu beobachten, wie sich die Eier färben, finden Kinder immer wieder aufregend und spannend. Hier ist noch eine Methode, die Kindern früher viel Spaß gemacht hat, obwohl sie vielleicht ein bisschen knifflig klingt: Die Kinder pinseln die Eier mit Eiweiß ein und schneiden dann aus Zwiebelschalen Sterne, Buchstaben, Zahlen oder andere Figuren, die auf das bepinselte Ei gelegt werden. Wenn die Zwiebelschalen dabei brechen sollten, ist das überhaupt nicht schlimm, denn auch die zerbrochenen Formen ergeben wunderschöne gelbe Muster. Wie mögen sie diese Eier damals wohl genannt haben, vielleicht „Überraschungseier“? Früher haben die Kinder auch das wollfadendicke Mark von Binsen oder Gräser um Eier gewickelt und sie dann ins Farbbad getaucht. Ob das mit ganz normalen Wollfäden auch geht? Das muss doch gleich mal ausprobiert werden. Die Kinder werden sicher auch noch auf eigene Ideen kommen, was man mit den Eiern alles anstellen kann, um sie noch schöner zu gestalten.

Raus auf die Wiese

Nach dem langen Winter haben die Jungen und Mädchen genauso wie die Kinder früher einen besonderen Drang nach wilden Spielen. Aber vielleicht interessiert es sie auch, was die Kinder damals auf dem Dorfanger, der gemeindeeigenen Dorfwiese, gespielt haben. Besonders beliebt waren Ballspiele, wobei der Ball vermutlich das Symbol für die Sonne gewesen ist. Der hohe Wurf als Zeichen der Hoffnung galt für ihren wieder länger und höher werdenden Lauf. Die Bälle wurden meistens selbst genäht. Es waren bunte, bemalte Lederbälle, verschieden groß, je nachdem, ob sie mit der Hand geworfen oder mit einem Stock geschlagen oder getrieben wurden.

Erbsbälle

Material: Transparentpapier, Stoff, Schere, Nadel, Faden, Stecknadeln, Füllwatte oder anderes Füllmaterial, Reißverschluss

Wer Lust hat, kann sich ja einmal seinen eigenen Ball nähen. Auch wenn Ledernadeln die Arbeit mit Leder erleichtern, ist es für jüngere Kinder sicherlich einfacher, einen Stoffball zu nähen. Und wer etwas ganz Besonderes will, der hat sicher Spaß an einer Riesenerbsenschote, die fünf Bälle enthält. Wenn jüngere Kinder noch Schwierigkeiten im Umgang mit der Nadel haben, sollten die Großen das Nähen übernehmen. Die Kleinen werden dann begeistert die fertigen Bälle mit Hirse, Reis oder Sand füllen. So kann die Herstellung der Erbsenschote mit den fünf „Erbsen“ eine schöne Gemeinschaftsproduktion werden.

Erbsball

Die Schnittmusterteile werden, nachdem sie mit dem Kopiergerät oder am PC vergrößert wurden, mit Transparentpapier kopiert und auf den Stoff gelegt. Besonders schön ist grüner Nickistoff, aber auch andere Stoffe sind geeignet. Man benötigt vier Teile für die größte Erbse, acht für die beiden mittelgroßen und acht für die beiden kleinen Erbsen. Für die Erbsenschote wird das Papier gefaltet dann zweimal kopiert, ausgeschnitten und auf den Stoff gelegt.

Die einzelnen Papierteile werden mit Stecknadeln auf dem Stoff befestigt und ausgeschnitten. Noch einmal: Zu jeder Erbse gehören vier gleiche Teile. Diese Teile werden zusammengenäht, wobei eine Öffnung zum Füllen gelassen wird. Das Ganze wird umgestülpt, sodass die Nähte innen sind.

In die fast fertigen Bälle kommt noch Füllwatte, Hirse, Sand oder Reis, bevor man sie ganz zunäht. Vielleicht interessiert es einige zu hören, dass früher die Bälle mit Haaren gefüllt wurden. Also, wer opfert wohl seine Haarpracht? Oder führt der Heimweg vielleicht beim Friseur vorbei, damit man es so genau wie möglich den Großeltern nachmachen kann? Ach was, Füllwatte geht auch. Der Stoff für die Erbsenschote wird nach dem Ausschneiden aneinandergenäht. Der Reißverschluss wird an die geraden Seiten genäht. Schon ist die Erbsenschote fertig, die Erbsenkinder können es sich in der Schote gemütlich machen. Allerdings wird das nicht lange währen, denn die Ballspiele warten ja darauf, ausprobiert zu werden. Also los, es geht mit der Erbse raus auf die Wiese!

Kappenball

Material: Kappen oder Hüte, Ball

Wie gut, dass viele Kinder heute wieder Kappen tragen. Die Baseballkappen werden bei dem nächsten Spiel nämlich gebraucht. Beim Kappenspiel legen die Kinder ihre Mützen oder Kappen nebeneinander auf den Boden. Das Kind, das sich freiwillig als erster Werfer gemeldet hat, wirft den Ball in eine der Mützen. Der Besitzer dieser Mütze nimmt den Ball so schnell wie möglich heraus und ruft schnell „Halt!“. Die davonlaufende Kinderschar muss dann sofort in ihrer Bewegung innehalten und in der Position verharren. Das Kind mit dem Ball versucht jetzt, ein Kind zu treffen. Der getroffene Mitspieler wird zum nächsten Werfer. Wenn viele kleinere Kinder mitspielen, ist es günstig, das Spielfeld zu begrenzen. Jetzt weiß man endlich, warum Mütter immer sagen: „Und vergiss deine Mütze nicht!“ Sie haben das Spiel offenbar auch gern gespielt.

Frühlingsimpressionen

Wenn man sich richtig ausgetobt hat, dann hat man auch wie der Muße, die immer wiederkehrenden Wunder der Natur zu bestaunen. Vielleicht können die Kinder in kleinen Gruppen mit einem Fotoapparat, Smartphone oder Tablet mit Kamera losziehen. So viele schöne Fotomotive gibt es im Frühling draußen zu entdecken.

Die ersten Bilder werden garantiert nicht besonders, und es werden auch statt der Blüten nur die Schuhspitze des Fotografen zu bewundern sein, aber Übung macht den Meister. Die Kinder werden bald herausgefunden haben, wie dicht sie an das abzulichtende Objekt herangehen können, damit das Bild scharf wird.

Es gibt noch so viel zu entdecken, was unbedingt festgehalten werden muss. Und die Kinder werden danach viel aufmerksamer hinschauen und ihre „Objekte“ immer wieder besuchen wollen, um zu sehen, ob der Lieblingsbaum schon grüner geworden ist, das Gras schon wieder höher steht und ob das Amselnest denn schon fertiggebaut ist.

Wer die aufblühende Natur so eingehend betrachtet, der sieht leider auch, dass ihr nicht alle Menschen mit der not wendigen Achtung und Ehrfurcht begegnen. Wenn die Kin der ein Gefühl für die Schönheit der Natur bekommen haben, werden sie sich sicher an dem ganzen Müll und Schrott stören, den manche Menschen im Wald abladen. Sie werden verstehen, warum ein Gedenktag für die Erde eingerichtet worden ist – der Earth Day, der am 22. April 1970 von einem ehemaligen amerikanischen Senator zur Rettung des geschundenen Planeten ausgerufen wurde. An diesem Tag wurde das US­Umweltschutzamt gegründet und das Gesetz zur Reinerhaltung der Luft trat in Kraft. Dieser Tag wird seitdem „gefeiert“, indem Naturschützer dazu aufrufen, Müll zu sammeln. Bäume zu pflanzen, Autos stehen zu lassen und Giftfässer vom Meeresboden zu heben – wenigstens einmal im Jahr. Ob sich die Kinder daran beteiligen wollen und mit Müll säcken losziehen, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Stück Wald von Unrat zu befreien? Wenn Eltern, Freunde und Verwandte bei dieser Aktion mitmachen, können sich al le nicht nur an der Gemeinschaft und dem Bewusstsein freuen, etwas für ihre Umwelt getan zu haben, sondern anschließend gemeinsam Spiele ausprobieren, die gespielt wurden, als sie noch jung und voller Übermut waren.

Diesen Artikel haben wir aus Maya Hasenbecks Buch mit dem Titel „Frühling, Sommer und viel mehr“ entnommen.

Frühling, Sommer und viel mehr
Die Jahreszeiten mit Kindern erleben
Maya Hasenbeck
Burckhardthaus-Laetare
3 bis 6 Jahre, 96 Seiten
ISBN: 9783944548135
14,95 €
Mehr dazu auf www.oberstebrink.de




Diese Straßen sind zum Spielen da

Das „Wohnstraßenspielebuch“ gratis zum Download:

Spielstraßen oder Wohnstraßen heißen die verkehrsberuhigten Bereiche.  Autos müssen hier Schrittgeschwindigkeit fahren. Kinderspiele sind überall erlaubt.  Im Wohnstraßenspielebuch finden Sie viele Ideen dazu. Es steht hier gratis zum Download bereit.

Zur Idee der Spielstraße

In den Siebziger Jahren sind die hierzulande die ersten verkehrsberuhigten Bereiche entstanden. Umgangssprachlich nennen sie viele von uns Spielstraßen. In Österreich heißen sie Wohnstraßen.  Zur Idee der Spiel- oder Wohnstraße gehört, dass die Straße für alle da sein soll und jeder sie nutzen darf. Autos dürfen hier nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Ansonsten stehen hier die Menschen im Mittelpunkt. Passanten müssen den Autos zwar Platz machen und dürfen parkende Autos nicht beschädigen. Aber jeder darf die Fahrbahn betreten und nutzen. Kinder dürfen hier überall spielen.

Freiräume für Kinder

In Zeiten schwindender Freiräume für Kinder ist es an der Zeit, die verkehrsberuhigten Bereiche wieder zu beleben. Das „Wohnstraßenspielebuch“ der „Forschungsgesellschaft Mobilität FGM aus dem österreichischen Graz hilft dabei. Es zeigt, was alles möglich ist und wie sich die Anwohner die Straße als Lebensraum zurückholen können. Zudem finden sich darin viele Spielideen. Das Wohnstraßenspielebuch liegt hier zum Download bereit.

Die gedruckte Broschüre ist hier erhältlich:
Fratz Graz – Werkstatt für Spiel(t)räume
Karmeliterplatz 2 – 8010 Graz
Mail: office@fratz-graz.at
Web: www.fratz-graz.at

Es sind nur die Versandkosten zu bezahlen!




Startschuss für den Kinderwettbewerb „Erlebter Frühling“

Kinder und Erwachsene erforschen den Weißstorch und seine Lebensweise:

Mit dem Kinderwettbewerb „Erlebter Frühling“ lädt die NAJU (Naturschutzjugend im NABU) jedes Jahr alle Kinder dazu ein, die Tier- und Pflanzenwelt im Frühjahr zu erforschen. Welche Pflanzen zeigen sich als erste? Welche Zugvögel kehren zurück? Wer erwacht da aus dem Winterschlaf?

Ab März kommen die Weißstörche zurück

In diesem Jahr steht der Weißstorch im Mittelpunkt des Kinderwettbewerbs, und mit ihm alle Tiere auf Wiesen, Weiden und an Flussauen. Ab März kehren die Weißstörche aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika und Spanien nach Deutschland zurück, um hier zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Was die Störche zu sich nehmen, warum sie oft in der Nähe der Menschen leben und wie wir sie und andere Tiere schützen lasse – all das sollen die Kinder erforschen.

Teilnahmebedingungen

Um am Wettbewerb teilzunehmen, sollen die Kinder Fotos ihrer Aktionen und Projekte auf der NAJU-Webseite hochladen und dort direkt den Teilnahmebogen ausfüllen: www.NAJU.de/erlebter-frühling.

Teilnehmen können alle Kinder bis 13 Jahre, Teilnahmeschluss ist der 31. Mai 2021.

Die beste Einsendung aus jedem Bundesland wird gekürt. Als Preis erwartet die Gewinner ein spannender Erlebnistag in der Natur.

Materialien für Lehrkräfte, ErzieherInnen und Eltern

Für LehrerInnen, ErzieherInnen, Eltern und Gruppenleitungen bietet die NAJU pädagogische Begleitmaterialien zum Wettbewerb an: ein Aktionsheft mit Forscher- und Aktionstipps zum Weißstorch, einen Aufkleber, ein Poster zum Gestalten sowie Aktionshefte zu allen bisherigen Frühlingsboten wie Grasfrosch, Salweide oder Honigbiene. Die Materialien können unter www.NABU-shop.de bestellt werden.

Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.NAJU.de/erlebter-frühling.




Ein deutliches Ausrufezeichen für die geballte Kraft des Spiels

Sabine Weinberger und Helga Lindner: Faszination Spiel

Viele Erwachsene sehen das „Spiel“ noch als eine typische Kinderaktivität an, die zu jeder Phase einer Kindheit gehört, auch wenn demgegenüber manche Eltern und sogar einige pädagogische Fachkräfte im Rahmen der vor Jahren begonnenen ‚Bildungsoffensive’ dem Spiel(en) der Kinder eine zunehmend untergeordnete Bedeutung beimessen. 

So kommt genau zum richtigen Zeitpunkt das Buch der beiden Psychotherapeutinnen Sabine Weinberger und Helga Lindner heraus, die dem SPIEL seine außergewöhnlich hohe Bedeutung für bedeutsame Entwicklungsvorgänge erneut zusprechen und diese mit vielen Informationen belegen sowie mit vielen Hinweisen ausführen. Es geht dabei um so genannte Schlüsselqualifikationen wie beispielsweise eine humanistisch orientierte Kommunikationsqualität, um Lern- und Lebensfreude, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit oder um eine Selbstbildungsmotivation, die dem Menschen helfen, viele angelegte Potenziale zu entdecken, aufzugreifen, auszubauen und zu verfeinern. 

Dabei – und das ist das Besondere in dieser Veröffentlichung – wenden sich die beiden Autorinnen nicht nur dem Bedeutungswert des Spiels für die kindliche Entwicklung zu. Sie konzentrieren sich in ihren spannenden und überaus lesenswerten Ausführungen in der Hauptsache auf die fünf Lebensphasen, die wir Menschen erfahren dürfen: die frühe Kindheit, das Schulalter, die Jugendphase, das Erwachsenenalter und das Leben als Senior*in. 

Nachdem sich Weinberger und Lindner dem Phänomen der „Faszination“, also einer  stark emotionsgeprägten Aufmerksamkeit und ihren  Begleitelementen wie Staunen, Achtsamkeit, möglichen so genannten Flow- und Tranceerlebnissen zugewandt und das Spiel in seinen vielfältigen und ganz unterschiedlichen Facetten näher erläutert haben, folgen die fünf Kapitel mit den altersspezifischen Schwerpunkten und Besonderheiten, die sich im Spiel verbergen und mit dem Spielen zum Ausdruck kommen. 

Geschichten, Metaphern, Beispiele, viele punktgenaue und nachdenkenswerte Zitate, Zusammenfassungen und die interessanten Textausführungen sorgen zu jedem Zeitpunkt für ein tiefes Leseerlebnis, das es schwer macht, eine Pause beim Lesen einzulegen. Und besonders interessierte Leser*innen erhalten nach jedem Kapitel Hinweise auf Vertiefungsliteratur und Quellentexte. 

Dieses Buch setzt ein dringend notwendiges, schon seit einiger Zeit längst überfälliges und zugleich deutlich formuliertes Ausrufezeichen, um die geballte Kraft des Spiels und dessen förderliche Auswirkungen für alle Altersstufen herauszustellen. Gleichzeitig beinhaltet es auch mit einem doppelten Ausrufezeichen ein Gegengewicht zur immer stärker werdenden, kognitiv orientierten Verplanung von Kindheiten, zur häufig seelenlosen und übermächtigen Digitalisierung als kommunikationsunterdrückender Zeit-/Beziehungsdieb und zum zunehmend egozentrisch gestalteten Selbstoptimierungs-wahn bei vielen Erwachsenen. Um diesem Trend eine wundervolle Alternative entgegenzusetzen, lohnt es sich für Eltern und pädagogische Fachkräfte, sich neugierig, interessiert und mit einer hohen Motivation auf die „Faszination Spiel“ einzulassen. 

Armin Krenz

Bibliographie

Sabine Weinberger und Helga Lindner
Faszination Spiel
Wie wir spielend zu Gesundheit, Glück und innerer Balance finden
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 2020
Softcover, 168 Seiten
ISBN: 978-3-658-27049-0 
19,99 €uro

Mehr zum Buch