Herzlichen Glückwunsch zum 50. Deutsches Kinderhilfswerk!

Heute feiert das Deutsche Kinderhilfswerk seinen 50. Geburtstag

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) feiert heute seinen 50. Geburtstag. Am 17. Februar 1972 wurde der Verein in München gegründet. Vom ersten Tag an hatten die Gründer das klare Ziel vor Augen, Kinder in Deutschland zu unterstützen und ihnen gerechte Chancen zu ermöglichen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Heute befindet sich das Kinderhilfswerk in Berlin.

Neben vielem anderen schätzen wir von spielen-und-lernen-Seite das unermüdliche Engagement des Kinderhilfswerks für die Rechte der Kinder und gegen die noch immer weit verbreitete Kinderarmut. Zudem halten wir die Unterstützung und Begleitung des DKHW von Kindern und Jugendlichen, die ihre Rechte einfordern und konstruktiv in dieser Gesellschaft mitwirken möchten, für einen unschätzbaren Beitrag für unsere Demokratie und unsere Zukunft.

Unser besonderer Dank gilt Thomas Krüger, langjähriger Präsident des DKHW, Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des DKHW und Uwe Kamp, dem Pressesprecher des Hilfswerks. Und noch ein ganz besonderer Dank geht an Heiderose Brückner, die frühere Geschäftsführerin des DKHW, mit der wir seinerzeit eng zusammengearbeitet haben und doch einiges bewirken durften.

Wir gratulieren dem Deutschen Kinderhilfswerk ganz herzlich zum Geburtstag und wünschen ihm, in unser aller Sinne, weiter viel Erfolg in seinem Wirken!

Mehr zum Deutschen Kinderhilfswerk unter https://www.dkhw.de

Gernot Körner (Chefredaktion spielen und lernen)




Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag? Leichter getan als gedacht!

Danke Mügge

Den Arbeitsalltag nachhaltig zu gestalten ist in der Tat einfacher als gedacht. Unser Nachhaltigkeitsvorbild, Müge macht es uns vor. Ob der Verzicht auf Fleisch, der Konsum von Bio-Produkten aus der Region oder die Nutzung von Spielzeugen aus nachwachsenden Rohstoffen aus dem KIRCHENShop – dies sind nur wenige Beispiele, wie man in kleinen Schritten Gutes für unser Morgen tun kann. Gerade in der Arbeit mit der jüngsten Generation, können die Weichen in Richtung Umwelt- und Tierschutz früh gestellt werden. Wir durften Müge bei ihrer Arbeit mit den Kindern begleiten und freuen uns, dass wir gemeinsam mit Pädiko an der Mission „Für unser Morgen“ arbeiten.

Nachhaltigkeit – Unsere Verantwortung als Onlineshop

Als KIRCHENShop helfen wir Ihnen dabei, Ihren täglichen Bedarf an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen zu decken. Sie können sich sicher sein, dass bei uns nicht nur Nachhaltigkeit draufsteht, sondern auch tatsächlich drinsteckt. Hierfür verpflichten wir unsere Lieferunternehmen vorab über entsprechende Auskünfte zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitskriterien. Entsprechen die Kriterien unseren Nachhaltigkeitsansprüchen, müssen Sie als Kund*in nichts weiter tun als im Sortiment den sog. Nachhaltigkeitsfilter zu aktivieren. Dort finden Sie eine stetig wachsende Auswahl von derzeit 25.000 geprüft nachhaltigen Produkten in den Bereichen Hygiene, Büro- und KiTabedarf.

Wir als nachhaltiger Onlineshop stehen in der Verantwortung, durch unser Angebot den klimatischen und gesellschaftlichen Wandel positiv zu verändern. Deshalb legen wir großen Wert auf zertifiziert natürliche Materialien, Bio- und Fairtrade Produkte sowie recycelte Kopierpapiere. Wir stehen in der Verantwortung die Artenvielfalt und die natürlichen Ressourcen zu schützen und die CO2 Emissionen zu reduzieren. Somit können unsere Kund*innen guten Gewissens bei uns einkaufen und tun gleichzeitig etwas für unser Morgen.

Möchten auch Sie etwas für unser Morgen tun?

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Jeder Zweite hält Deutschland für KEIN kinderfreundliches Land

Repräsentative Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes offenbart enorme Defizite

Eine repräsentative Umfrage zum 50. Geburtstag des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigt einen deutlichen Handlungsauftrag für Politik und Gesellschaft. Das fängt bei der Kinderfreundlichkeit an: Lediglich 48 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Deutschland ein kinderfreundliches Land ist. Das sind acht Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren und zehn Prozentpunkte weniger als vor sieben Jahren.

92 Prozent der Befragten sehen es als sehr wichtig oder wichtig an, dass die Interessen von Kindern auch in Krisenzeiten, wie zum Beispiel während der Corona-Pandemie, berücksichtigt werden. Dass dies tatsächlich erfüllt wird, meinen hingegen nur 17 Prozent. Sehr große Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit gibt es auch bei der Frage der Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und beim Schutz der Kinder vor Gewalt. Außerdem sehen fast die Hälfte der Befragten Probleme bei der Umsetzung des Anspruchs auf ausreichend Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen die gewaltige Aufgabe, vor der unsere Gesellschaft steht. Nicht einmal die Hälfte der Befragten hält Deutschland für ein kinderfreundliches Land. Die Zweifel an der Kinderfreundlichkeit der deutschen Gesellschaft beruhen darauf, dass alle Bereiche, die für eine kinderfreundliche Gesellschaft als wichtig erachtet werden, als defizitär eingeschätzt werden. Für eine kinderfreundlichere Gesellschaft wird vor allem mehr Aufmerksamkeit für die Interessen von Kindern auch in Krisenzeiten gefordert. Die Meinungen, was ein kinderfreundliches Deutschland ausmachen sollte und inwieweit das in der Gesellschaft erfüllt wird, gehen hier am stärksten auseinander. Zudem werden bei der Bekämpfung der Kinderarmut und beim Schutz der Kinder vor Gewalt die größten Defizite konstatiert. Hier muss die neue Bundesregierung gemeinsam mit Ländern und Kommunen die Rechte von Kindern konsequenter in den Blick nehmen. Das wäre vor allem für die Kinder in Deutschland eine längst überfällige gute Nachricht und für das Deutsche Kinderhilfswerk ein schönes Geburtstagsgeschenk“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Für eine kindgerechte Gesellschaft ist neben der Politik aber immer auch die soziale Gemeinschaft verantwortlich. Denn Kinderfreundlichkeit beginnt im Alltag, beim direkten und respektvollen Umgang mit Kindern. Dieser Respekt ist in unserer Gesellschaft leider an vielen Stellen nur unzureichend vorhanden. Wir brauchen aber die gesamte Gesellschaft, damit Deutschland ein kinderfreundliches Land wird. Das Übergehen der Kinderinteressen, die Schließung von Spielstraßen, die Verwahrlosung oder der Rückbau von Kinderspielplätzen, Klagen gegen Kinderlärm oder Restaurants und Hotels, in denen Kinder keinen Zutritt haben, sind Anzeichen einer kinderentwöhnten und an manchen Stellen sogar kinderfeindlichen Gesellschaft“, so Krüger weiter.

Die Umfrageergebnisse im Einzelnen

Wichtigkeit verschiedener Aspekte für eine kinderfreundliche Gesellschaft

Fast alle Befragten (99 Prozent) sind der Meinung, dass der Schutz von Kindern vor Gewalt für eine kinderfreundliche Gesellschaft sehr wichtig oder wichtig ist. 95 Prozent betrachten ausreichende Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder als sehr wichtig oder wichtig für eine kinderfreundliche Gesellschaft. Dass die Interessen von Kindern auch in Krisenzeiten, wie zum Beispiel in der Corona-Krise, berücksichtigt werden, halten 92 Prozent für (sehr) wichtig, 90 Prozent finden die Unterstützung von Familien mit Kindern (z.B. finanziell oder durch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie) (sehr) wichtig. Für 86 Prozent ist es sehr wichtig oder wichtig, dass sich Politiker genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern, für ebenfalls 86 Prozent ist selbstbestimmte Zeit und ausreichend Erholung für Kinder (sehr) wichtig.

83 Prozent sagen dies über die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern im Alltag (zum Beispiel in der Öffentlichkeit, im Restaurant, in der Nachbarschaft etc.). 74 Prozent der Befragten halten es für eine kinderfreundliche Gesellschaft für (sehr) wichtig, dass man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert. Dass Kinder bei Angelegenheiten mitbestimmen dürfen, die sie selbst betreffen, finden 62 Prozent der Befragten (sehr) wichtig.

Umsetzungsgrad verschiedener Aspekte für eine kinderfreundliche Gesellschaft

Vergleichsweise am häufigsten sehen die Befragten ausreichende Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder (46 Prozent), selbstbestimmte Zeit und ausreichend Erholung für Kinder (40 Prozent) sowie die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern im Alltag (38 Prozent) als sehr gut oder gut erfüllt an.

Lediglich rund ein Drittel der Befragten hält die Punkte Unterstützung von Familien mit Kindern (36 Prozent) und das Kümmern um Kinder aus Flüchtlingsfamilien (34 Prozent) in Deutschland für (sehr) gut erfüllt.

Nur jeweils etwa ein Viertel meint, dass die Punkte Schutz der Kinder vor Gewalt (28 Prozent) sowie Mitbestimmung von Kindern (25 Prozent) sehr gut oder gut erfüllt sind. Dass Kinderinteressen auch in Krisenzeiten wie zum Beispiel in der Corona-Krise berücksichtigt werden, meinen nur 17 Prozent der Befragten und nur 15 Prozent sind der Ansicht, dass Politiker sich genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern.

Diskrepanzen zwischen „Soll“- und „Ist“-Zustand

Alle abgefragten Aspekte werden von der großen Mehrheit der Befragten als (sehr) wichtig für eine kinderfreundliche Gesellschaft erachtet – dass sie gegenwärtig in Deutschland auch (sehr) gut erfüllt sind, meint hingegen weniger als die Hälfte der Befragten.

Die größten Diskrepanzen zwischen der Bedeutung der Aspekte für ein kinderfreundliches Land und ihrem wahrgenommenen Erfüllungsgrad zeigen sich hinsichtlich der Berücksichtigung der Kinderinteressen in Krisenzeiten (minus 75 Prozentpunkte), der Bekämpfung von Kinderarmut (minus 71 Prozentpunkte), dem Schutz der Kinder vor Gewalt (minus 71 Prozentpunkte) sowie der Unterstützung von Familien mit Kindern (minus 54 Prozentpunkte).

Große Diskrepanzen zwischen der Bedeutung der Aspekte für ein kinderfreundliches Land und ihrem wahrgenommenen Erfüllungsgrad zeigen sich aber auch bei den Fragen hinsichtlich ausreichender Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder (Diskrepanz von 49 Prozentpunkten), hinsichtlich selbstbestimmter Zeit und ausreichender Erholung für Kinder (Diskrepanz von 46 Prozentpunkten) und der Berücksichtigung der Kinderbedürfnisse im Alltag (Diskrepanz 45 Prozentpunkte). Das gilt auch bei der Frage, ob man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert (Diskrepanz von 40 Prozentpunkten) und bei der Mitbestimmung von Kindern, wenn es um Angelegenheiten geht, die sie betreffen (Diskrepanz von 37 Prozentpunkten).

Ist Deutschland ein kinderfreundliches Land?

Mit nur 48 Prozent sind weniger als die Hälfte der Befragten der Meinung, dass Deutschland ein kinderfreundliches Land ist. Nach dem Urteil von 43 Prozent ist Deutschland alles in allem kein kinderfreundliches Land. Damit fällt der Anteil derjenigen, die Deutschland als kinderfreundliches Land einschätzen, geringer aus als 2015 und 2018. Damals waren noch 58 Prozent bzw. 56 Prozent der Meinung, dass Deutschland ein kinderfreundliches Land ist.

Jüngere meinen wesentlich häufiger als Ältere (76 Prozent der 18- bis 29-Jährigen zu 26 Prozent der über 60-Jährigen), Westdeutsche häufiger als Ostdeutsche (50 Prozent zu 38 Prozent) und Männer häufiger als Frauen (53 Prozent zu 43 Prozent), dass Deutschland alles in allem ein kinderfreundliches Land ist.

Auch entlang der Parteipräferenzen zeigen sich statistisch signifikante Auffälligkeiten. So halten 77 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der Unionsparteien und 61 Prozent der FDP- Anhängerinnen und Anhänger Deutschland für ein kinderfreundliches Land. Deutlich geringere Zustimmungswerte sind im Lager der SPD (44 Prozent), der AfD (40 Prozent) sowie der Linken (39 Prozent) und der Grünen (38 Prozent) zu verzeichnen.

Für die repräsentative Umfrage zur Kinderfreundlichkeit in Deutschland wurden vom Politik- und Sozialforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes im Januar 2022 deutschlandweit 1.004 wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt zwischen bei +/- drei Prozentpunkten.

Weitere Ergebnisse der Umfrage und Grafiken können unter https://dkhw.de/Umfrage-Kinderfreundlichkeit-2022 heruntergeladen werden. 




Malvorlagen mit Philipp die Maus

Den freundlichen und fröhlichen Mäuserich gibt es hier zum Ausmalen

Als Identifikationsfigur für Kinder steht Philipp die Maus seit vielen Jahren für Werte wie Selbstverantwortung, Rücksichtnahme, Offenheit und Respekt. Dem entspricht sowohl die künstlerische als auch die pädagogische Qualität seines Auftritts in Bildern, Geschichten, Liedern und Beschäftigungsideen. Philipp liebt Tiere (weshalb er sie auch nicht verspeist) und ist zusammen mit seinen Freunden unaufdringlicher Verfechter grüner Themen. Philipp ist liebenswürdig, kindlich-charmant, neugierig und lernfähig und damit kein Superheld, sondern mit kindlichen Schwächen behaftet; in den Geschichten, Spielszenen und Übungen erwirbt er auf nachvollziehbare Weise auch soziale Kompetenzen. Hier gibt es nun zwei Malvorlagen mit Philipp zum Download.

Mehr zu Philipp findet Ihr unter https://www.philipp-die-maus.de




Die nachhaltige Entwicklung des Kindes braucht professionelle Fachkräfte

Professionalität: Herausforderung und Notwendigkeit, um handlungskompetent zu agieren

Neben den prägenden Einflüssen der Eltern(teile) und dem weitgefächerten soziokulturellen Umfeld des Kindes hat auch die Kindertageseinrichtung mit ihrem individuell-spezifischem Konzept, ihrer Konzeption mit den entsprechend festgelegten Eckdaten, ihren MitarbeiterInnen und deren Haltung/Selbstverständnis/Arbeitsweise einen ganz erheblichen Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung des Kindes, das in Abhängigkeit von den genannten Faktoren in entwicklungsförderliche oder –hinderliche Prozesse kommt. Dieser unverrückbaren Tatsache haben sich elementarpädagogische Fachkräfte zu stellen und damit immer wieder auseinanderzusetzen, um persönliche Verantwortung für das zu übernehmen, was um sie herum geschieht. .

Professionalität wird unterschiedlich diskutiert und definiert

Der Begriff „Professionalität“ wird im Berufsfeld der elementarpädagogischen Fachkräfte / Kindheitspädagog/innen seit über 25 Jahren – sicherlich auch durch die Qualitätsoffensive in Gang gesetzt – verstärkt in den Mittelpunkt der Pädagogik gerückt, verbunden mit sehr unterschiedlichen, sich ergänzenden aber auch sehr widersprüchlichen Frage- und Aufgabenstellungen, Ansatzmodellen, Hypothesen und Anforderungen an die Ausbildungsinstitutionen, Fort- und Weiterbildungsinstitute, die Träger sozialpädagogischer Einrichtungen und im Sinne einer Delegation von Erwartungen an die Fachkräfte selbst. Dabei ist es derzeit unmöglich, ein vollkommen einheitliches Bild zur „Professionalität im Beruf“ zu entwerfen, zumal die Betrachtungsweisen in der Theorie und Praxis von sehr unterschiedlichen Ausgangswerten und Sichtweisen ausgehen: mehr oder weniger fachlich, aus unterschiedlichen Haltungsrichtungen und aus sehr unterschiedlichen Absichten!  Dennoch soll an dieser Stelle versucht werden, „Professionalität im Beruf“ anhand von einzelnen, ausgewählten Grundüberlegungen fassbarer zu beschreiben, um den besonderen Wert des „Berufsbildes elementarpädagogischen Fachkräfte/Kindheitspädagog/innen“ und die enorme Bedeutung des elementarpädagogischen Handelns für die Kinder und eine humanistisch orientierte Gesellschaft – in Gegenwart und Zukunft – hervorzuheben.

Der Begriff „Professionalität“ leitet sich aus dem lateinischen Wort >professio< ab, was mit >Bekenntnis, Gewerbe, Beruf< übersetzt werden kann. Professionelles Denken und Handeln ist zweifelsohne ein unverzichtbares Element in jedem verantwortungsvollen Beruf – damit auch in der Elementar-/ Kindheitspädagogik. Professionalität ergibt sich aus der Summe vorhandener Spezialqualifikationen (a), einem wissenschaftlich fundiertes Sonderwissen, das über allgemeine Grundkenntnisse deutlich hinausgeht (b), durch eine tiefe, innere Bindung der Person zum Beruf und den Menschen, mit denen die Fachkräfte in Kontakt stehen – Abgrenzung: Beruf[ung] vs. Job- (c), durch eine entwicklungsförderliche Kommunikations- und Interaktionspraxis (d), eine lösungssuchende Handlungsorientierung auf der Grundlage humanistischer Werte (e) sowie ein gezieltes, fachgerechtes und fundiertes Vorgehen bei Handlungsvollzügen in der beruflichen Alltagsgestaltung (f) – im Gegensatz zu einem willkürlichen, emotional geleitetem Handeln auf der Grundlage unreflektierter und subjektiv festgelegter Maßstäbe.

Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

Hermann Hesse

Professionalität und fach-/sachkompetentes Handeln sind untrennbar miteinander verknüpft

Der überaus vielfältige Aufgabenbereich der Fachkräfte und die Menge der beruflichen Herausforderungen ergeben sich aus der ständigen Veränderung einer sich permanent wandelnden Gesellschaft, die ihre Auswirkungen auch in die sozialpädagogischen Einrichtungen hineinträgt und mit denen sich die Fachkräfte sowohl im beruflichen Alltag als auch bezüglich ihrer eigenen Lebenskonzepte und Lebensgestaltung auseinandersetzen müssen! So vielfältig die Ausgangsbedingungen und damit verbundenen Grundlagen für eine professionelle sozialpädagogische Arbeit sind (SGB VIII. Band; die länderspezifischen Kita-Gesetze und Bildungsrichtlinien; die UN-Charta „Rechte des Kindes“; Grundlagen der Entwicklungspsychologie [frühe Lebensjahre] sowie der Neurobiologie; ethnologische und anthropologische Kenntnisse; der Bildungs- und Bindungsforschung; Berufsbild der Kindheitspädagog/innen und deren spezifische Anforderungen), so notwendig ist es auch, diese zu kennen (!) und bejahend zu akzeptieren, dass diese Basisdaten in der praktischen Arbeit berücksichtigt und auch praktisch umgesetzt werden wollen. Dies gelingt nur, wenn aus einem von außen gesetzten >Sollen/ Müssen< ein innerlich bejahendes >Wollen< wird.

Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens.

(Armin Müller-Stahl)

Elementare Herausforderungen an ein professionelles Handeln

Die früher häufig gebrauchte Aussage, „ja wenn die Eltern nicht mitarbeiten bzw. entwicklungshinderliche Einflüsse weiter bestehen bleiben, dann können wir als Kita auch nichts gravierend bewirken“, hat seit den bahnbrechenden Ergebnissen der Resilienz- und Genderforschung und dem hohen Bedeutungswert, der sich aus den Erkenntnissen der Bindungsforschung ergibt, keine Berechtigung mehr. So haben alle Kindertageseinrichtungen ganz besondere Querschnittsaufgaben zu erfüllen: a) Unterstützung der Individalentwicklung und der Selbstbildungsprozesse des Kindes, b) Realisierung einer Inklusion von Anfang an, c) Prävention durch eine offensive Ressourcenorientierung im Rahmen der pädagogischen Qualität, d) ein tatsächliches Partizipationserleben in alltäglichen Situationen statt pseudorelevanter Einzel“projekte“ , e) eine humanistisch geprägte Werteorientierung durch Alltagserfahrungen, f) Kooperation im Innen- und Außenbereich in einer konstruktiven Vernetzung mit allen bedeutsamen Personen/ Institutionen. Um diese vielfältigen, fachlich notwendigen und komplexen Aufgaben erfüllen zu können bedarf es ganz bestimmter Kompetenzen, die sich nur durch ein professionelles Handeln ausdrücken können.

Die Welt gehört dem, der in ihr mit Heiterkeit nach hohen Zielen wandert.

(Ralph Waldo Emerson)

Fachlich-personale Kompetenzen, die eine Professionalität ermöglichen

Neben einer hohen Fachkompetenz (auf der Grundlage eines breiten Wissensspektrums), einer innovativen Perspektivübernahme (was ist jetzt und demnächst wirklich not-wenig?) und einem visionären Weitblick (was darf nicht aus dem Auge verloren werden?), einem Interesse an einer nachhaltigen Selbstbildung für sich ganz persönlich, der Kunst einer Selbstmotivation (wie bekomme ich hier und jetzt „die Kuh vom Eis“?), einer mutigen, offensiven und wahrnehmungsoffenen, berufsbegleitenden Selbstreflexion (über eigene, selbst gesetzte Grenzen gehen und sich auf unbekanntes Terrain wagen), einer angemessenen Identifizierung mit der Einrichtung und deren Zielsetzungen, einer Ziel-, Lösungs- und konstruktiven Aufgabenorientierung (thematisieren, ändern statt klagen), einem gerechten und fairen Verhalten (Verabschiedung von eine Sieger-/Verlierermentalität) , einer differenzierten Betrachtung alter und neuer Aufgabenstellungen (was hat fachlich betrachtet und begründet Bestand, was nicht?), einer ständigen Überprüfung eigener Handlungsauswirkungen (welche Folgen hat das eigene Verhalten – für sich selbst und auf andere?), einem Interesse an berufspolitischen Fragestellungen (Mitwirkung bei Professionalitätdebatten), einer realistischen Einschätzung eigener (In)kompetenzen sowie einem Veränderungswillen, Schwächen in Stärken zu wandeln zeigt sich Professionalität immer wieder im Prozess eines entdeckenden Alltaglernens, einem kritischen Hinterfragen von Routinen und Gewohnheiten, wo auch Misserfolge als hilfreiche Erfahrungen betrachten werden. Kollegiale Konkurrenz ist dabei ebenso ein Fremdwort wie Problemverschiebung oder Verantwortungs-/ Schuldelegation, Harmoniebestreben, Starrheit oder Konfliktverstärkung, Veränderungsangst oder Toleranz. So geht es immer wieder darum, Wesentliches von Unwesentlichem, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, über den eigenen „Zaun“ zu schauen, Mitwirkungsrechte umfassend/ mutig zu nutzen und selbstbewusst den täglichen Anforderungen entgegenzugehen.

Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis.

(Platon)

Schwierigkeiten stehen einer geforderten Professionalität nicht selten im Weg

So berechtigt diese Merkmale und Forderungen sind, so schwierig ist es oftmals, diese auch umzusetzen, weil unterschiedliche Hindernisse dabei entgegenwirken (können). Seien es Schwierigkeiten, die auf der individual-personalen Ebene liegen (persönlich geprägte Vorlieben/ Abneigungen/ Vorurteile gegenüber Unbekanntem, eine eingeschränkte Belastbarkeit, Ziellosigkeit durch Unwissen, Persönlichkeitsstörungen unterschiedlicher Art, fehlende/ eingeschränkte Berufsmotivation, festgefahrene Routinemuster, Theoriefeindlichkeit, …) oder durch einen überhöhten Erwartungsdruck bzw. unberechtigte, öffentliche Anspruchshaltungen an die Gestaltung der Alltagspädagogik (durch Eltern, Grundschulen, Kinderärzte, Fachberater/innen …), bei dem der Eindruck entsteht, alle wollen auf die Arbeit ihren Einfluss geltend machen. Oder durch ungünstige Rahmenbedingungen, die eine partizipatorische, humanistisch orientierte und fachlich erforderliche Pädagogik stark einschränken bzw. unmöglich machen (eingeschränkte Finanzen, ungünstige Personalbesetzung, fehlende Unterstützung bei Fort-/ Weiter-/ Zusatzausbildungswünschen …), durch immer wieder neue pädagogische Zielsetzungen, deren Berechtigung im Einzelfall genau (!) und sachlich-undogmatisch geprüft werden muss (u.a. Lerntagebücher; die unüberschaubare Fülle an teilisolierten Förderprogrammen im kognitiven, motorischen und sozialen Bereich, zu häufige Entwicklungsberichte; Qualitätsmanagementverfahren, die sich durch die Fülle der Dokumentationen ad absurdum führen; funktionalisierte Portfolios, …), durch bildungspolitische Strömungen, die wie Eintagsfliegen plötzlich den pädagogischen Horizont durchschweben oder durch  bestimmte Dienstanweisungen vom Träger, die in manchen (vielen?) Fällen auch fachlich unberechtigt und kontraproduktiv sind. Schließlich können massive Störungen im Kollegium (ausgelöst oder verursacht durch einzelne KollegInnen) das gesamte Arbeitsklima vergiften und ein professionelles Handeln im Beruf sehr erschweren, zumal dann, wenn keine regelmäßigen Supervisionssitzungen oder Coachings zum festen Bestandteil einer Berufsausübung gehören. Doch die zuvorderst bestehende Grundschwierigkeit in einer praxisrelevanten Professionalität besteht darin, dass pädagogische Forderungen, die elementarpädagogische Fachkräfte zu erfüllen haben, dadurch massiv erschwert werden, wenn Arbeitsvorgaben/ -erwartungen mit selbst erlebten Einschränkungen unvereinbar sind (z.B. eine erwarte Loyalität zum/vom Arbeitgeber vs. Freiheit eigener Entscheidungen, Fremdbestimmungen vs. Selbstbestimmung, Schulorientierung der Elementarpädagogik vs. emotional-soziale Stabilisierung des Selbstwertgefühls der Kinder, Schulung/ Training von Fertigkeiten vs. kindgerechter Aufbau von Fähigkeiten, Bildung aus II. Hand vs. Bildung aus I. Hand, unzureichende Bezahlung der Fachkräfte vs. intrinsisch motivierte Arbeits- und Lernfreude).

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an … und handelt.

(Dante Aligheri)

Professionalität und Identität sind aufs Engste miteinander vernetzt

Pädagogische Zielsetzungen für Kinder können nur dann erreicht werden, wenn dieselben, emanzipatorisch-humanistisch Zielsetzungen für Kinder auch von den Fachkräften in den eigenen, alltäglichen Arbeitserfahrungen praktisch erlebt werden können.

Professionalität und Identität der Person (als Fachkraft) sind aufs Engste miteinander verknüpft und können nicht voneinander losgelöst betrachtet werden. Um sein Gegenüber und seine Lebenswelt zu verstehen setzt Professionalität voraus, zunächst immer wieder (berufsbegleitend) sich selbst zu betrachten, die eigene Persönlichkeit und das aktuelle Handeln in biographischen Zusammenhängen zu verstehen und immer wieder neu gewonnene Erkenntnisse im Sinne der eigenen Entwicklung produktiv zu nutzen. Um Entwicklungs- und Bildungsprozesse anderer zu initiieren und zu begleiten bedarf es einer eigenen Selbstaktivierung und Begleitung eigener Bildungsprozesse.

Professionalität entsteht in einer systematischen Dynamik von innen nach außen.

D.h.: vom Ich zum DU, so wie auch jede Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen nur und ausschließlich von der Personqualität zur pädagogischen Qualität bei einer entwicklungsförderlichen Strukturqualität geschieht. Professionalität entwickelt sich stets durch den Auf-/ Ausbau von

a) Selbstkompetenzen (z.B. durch ein stabiles Selbstwertgefühl, Offenheit gegenüber Neuem, Neugierde auf neues Wissen und neue Erkenntnisse aus den unterschiedlichen, wissenschaftlichen Fachdiziplinen, Selbstmotivation bei Arbeitserfordernissen, Freude an Selbsterfahrung, selbstaktive Erweiterung der eigenen Lernkompetenz, ein hohes Maß an Angstfreiheit, Selbststeuerungskräfte, Konzentration auf Wesentliches, Nutzung von erlebtem Stress als Kraftimpuls für Lösungsorientierungen…)

b) Sachkompetenzen ( z.B. Selbstständigkeit bei der Umsetzung von Arbeitsvorhaben, Lösungsorientierung statt Problemfixierung, Innovationsfreude, kritische Auseinandersetzung mit alltäglichen Anforderungen, Umsetzung des innerlich integrierten Wissens, sach-, methoden- und zielkompetente Umsetzung von notwendigen Erfordernissen, Lernumgebungen erkunden und förderlich-partizipatorisch mitgestalten, Zielsetzungen aufstellen und systematisch umsetzen, Konzepte einer humanistisch-pädagogisch ausgerichteten Qualitätsentwicklung aktiv unterstützen…) 

c) Sozialkompetenzen (z.B. Neugierde auf Menschen, Wahrnehmungsoffenheit im Umgang mit Kindern, Eltern und Kolleg/innen, eine konstruktive Kommunikationskultur, Vorurteilsfreiheit und Akzeptanz einer gesellschaftlichen Vielfalt, Besitz einer fühlenden Empathie, Umsetzung soziokulturell bedeutsamer Werte [statt einer Normorientierung], Konflikt(lösungs)kompetenz, Gruppenprozesse systemisch erfassen und konstruktiv mitgestalten, Inklusion authentisch bejahen, Pflege einer stimmigen Teamarbeit…)

Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.

(Ernst Bloch)

Professionalität erfordert ein allseitiges Interesse an Entwicklung!

Wenn Professionalität – wie häufig in verschiedenen Veröffentlichungen und öffentlichen Diskussionen festzustellen ist – primär als „formales Modell“ mit einer „Akademisierung“ gleichgesetzt wird, so greift diese Betrachtung zu kurz! Vielmehr geht es um eine „Qualität von Beruflichkeit“, die sich durch hohe, anspruchsvolle Kompetenzen ausweist. Professionalität wird sich dort entwickeln (können), wo Fachkräfte eine qualitativ hochwertige Ausbildung absolvieren können und permanente Weiterbildung wahrnehmen. Fachkräfte stellen sich zugleich den beruflichen Anforderungen  und erfüllen diese mit Menschlichkeit und gutem, aktuellem Fachwissen. Außerdem bestehen in professionell gestalteten Einrichtungen überwiegend Strukturbedingungen, in denen auch eine Professionalität der Fachkräfte (von Seiten des Trägers/ den Fachberater:innen) wirklich gewünscht ist und darüber hinaus nicht nur ein Lippenbekenntnis von Wissenschaft/ Politik/ ministerieller oder trägerspezifischer Seite bleibt. Last not least haben auch die unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen zu lernen, ihre Erkenntnisse und Forderungen mit der PRAXIS zu verbinden, Träger und alle tarifverantwortlichen Kräfte haben dafür zu sorgen, dass Fachkräfte mit ihrer professionellen Tätigkeit entsprechend ihrer bedeutsamen Arbeit angemessen entlohnt werden und Arbeitsbedingungen vorfinden, die ein professionelles Alltagshandeln erst ermöglichen bzw. erleichtern. PROFESSIONALITÄT ist kein isoliertes Vihiculum, das sich nur auf Kindheitspädagog/innen zubewegt.

Das Anmahnen von entwicklungsförderlichen Bedingungen darf aber nicht zum Alibi auf Seiten der Fachkräfte vorgebracht werden, es könne wegen ungünstiger Bedingungen keine Professionalität aufgebaut/ weiterentwickelt werden. Professionalität verlangt Eigeninitiative, Selbstständigkeit und immer wieder Selbstmotivation sowie die feste Gewissheit, dass eine Professionalitäts(weiter)entwicklung mit eigenen Schritten beginnt und nur durch diese auch ausgebaut/ nachhaltig stabilisiert wird. Nur so. Dazu gehört gerade in dieser sehr diffusen und wirtschaftsgeprägten „Welt der Kleinkindpädagogik“, in der zunehmend wirtschaftsgeleitete Funktionsträger (zumeist Nichtpädagogen) das elementarpädagogische Ruder an sich reißen (wollen) und die Fahrtrichtung vorgeben, eine sich noch stärker zu bildende Lobby an professionellen Kindheitspädagog/innen, die nicht alles mit sich machen lassen sondern in professioneller Manier denen die „Rote Karte“ zeigen, die den Kindern das lebendige Alltagsleben immer mehr zerstören und Kindheitspädagog/innen den Weg einer „Entwicklung von Professionalität“ versperren.      

Die mächtigste Kraft der Welt ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist.  

(Victor Hugo)   

Literaturhinweise

von Balluseck, Hilde (Hrsg.): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Verlag Barbara Budrich, Opladen & Farmington Hills 2008

Krenz, Armin: Grundlagen der Elementarpädagogik. Unverzichtbare Eckwerte für eine professionell gestaltete Frühpädagogik. Burckhardthaus-Laetare Verlag, München 2014

Krenz, Armin: Elementarpädagogik und Professionalität. Lebens- und Konfliktraum Kindergarten: Grundsätze zur Qualitätsverbesserung in Kindertagesstätten. Burckhardthaus-Laetare Verlag, München 2013

Krenz, Armin: Elementarpädagogik aktuell. Die Entwicklung des Kindes professionell begleiten. Burckhardthaus-Laetare Verlag, München 2013

Krenz, Armin (Hrsg.): Psychologie für Erzieherinnen und Erzieher. Cornelsen Verlag, 3. Aufl. 2016 (Kapitel I: Die Erzieherin im psychologischen Kontext;/ Kapitel IV: Psychologie als persönlicher Gewinn)

Rudow, Bernd: Beruf Erzieherin/ Erzieher – mehr als Spielen und Basteln. Arbeits- und organisationspsychologische Aspekte. Münster 2017

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Honorarprofessor a.D. , Wissenschaftsdozent für Entwicklungspsychologie und Entwicklungspädagogik




Wie Kinder Gefühle bei sich und anderen ergründen können

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Karen Glistrup/PiaOlsen: In mir… und in den anderen

„Wenn Kinder die Möglichkeit haben, ihre Gefühle zu empfinden, auszudrücken und mit einem nahestehenden Erwachsenen zu reflektieren, werden ihr Selbstbewusstsein und ihr Einfühlungsvermögen gestärkt,“, erklärte der bekannte Familientherapeut Jesper Juul vor einigen Jahren als er die dänische Originalausgabe von Karen Glistrups und Pia Olsens neuem Buch „In mir… und in den anderen“ sah. Genau zu diesem Zweck hatten die beiden das Buch geschaffen. Nun ist es erstmals in deutscher Sprache erscheien. Dabei ist es im Vergleich zu anderen Bilderbüchern etwas ungewöhnlich, weil es darauf angelegt ist, dass Kinder und Erwachsene die Seiten gemeinsam ansehen und ergründen. Hier sind in modernen, witzigen Illustrationen Kinder in typischen Situationen abgebildet. Ihr Ausdruck drückt ein bestimmtes Gefühl aus. Und genau das gilt es zu ergründen.

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Emotionen öffnen die Welt, machen sie lebendig und präsent

Das ist die Botschaft des Buches. Es ist eine wahre Fundgrube für gute Gespräche mit Ihrem Kind über Gefühle – sowohl über die leichten als auch die schwierigen“, schreibt der dänische Psychologe und Professor für Sozialpsychologie Per Schultz Jørgensen über das Buch. Es ist ein Bilderbuch für Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren, das nicht einfach eine Geschichte mit einer „Moral“ im Hintergrund versehen ist. Und es baut auf die Erfahrungen von Kran Glistruo auf. Sie hat in ihre über 20-jährigen Arbeit als Familien-, Paar- und Psychotherapeutin etliche Familien mit Kindern mit Problemen ganz unterschiedlicher Art kennengelernt. Dabei erfuhr sie immer wieder, dass es Kindern oft schwer fällt ihre Gefühle auszudrücken. Stattdessen versuchen sie diese auszuhalten.

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Das Buch soll deshalb Kindern helfen, ihre Gefühle zu erkennen und auszudrücken

Zudem erklärt Glistrup: „Kinder, die ihre eigenen Gefühle entdecken und erkennen, verstehen auch leichter, was andere Menschen fühlen. Diese emphatische Fähigkeit ist die Grundlage für den Aufbau guter Beziehungen zwischen den Menschen.“

So ist ein warmes, freundliches Bilderbuch auf Basis eines ausgeklügelten Konzepts mit den manchmal fröhlichen, manchmal traurigen, aber immer liebevollen Illustrationen von Pia Olsen entstanden. Es enthält Text für Kinder, aber auch für Erwachsene für den Umgang mit Kindern und mit dem Buch. Es endet mit einer kleinen Meditation für Kinder, die als eine Resie durch die Welt der Gefühle angelegt ist. Ein wunderbares Buch, um Gefühle zu entdekcen und ins Gespräch zu kommen.

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In mir… und in den anderen –
Ein Buch über Kinder und ihre Gefühle

Glistrup, Karen
Olsen, Pia
Oberstebrink
ISBN: 978-3-96304-608-7
Hardcover, 64 Seiten, 14,95 €




Workshops zur wertschätzenden Kommunikation mit Kindern

Damit eine konstruktive und enge Beziehung in der Familie gelingt

Kaum jemand ist auf das Elternsein wirklich vorbereitet. Und meist dauert es auch nicht lange, bis der Traum von einem harmonischen Familienleben platzt und die Eltern-Kind-Beziehung eine echte Herausforderung darstellt. Schließlich haben Kinder ihren eigenen Kopf und ihre eigenen Interessen und meist wenig Freude daran, die Wünsche ihrer Eltern zu erfüllen.

Wie dennoch eine harmonische Beziehung und ein konstruktives Miteinander gelingt, haben Adele Faber und Elaine Mazlish in ihrem Buch „So sag ich’s meinem Kind – Wie Kinder Regeln für’s Leben lernen“ beschrieben. Im Laufe der Zeit avancierte dieses Buch zum weltweit erfolgreichsten Elternratgeber aller Zeiten. Kurze Zeit später entstand der Bestseller „Hilfe, meine Kinder streiten“ zur Geschwisterbeziehung und zum Thema „Streit“.

Derzeit gibt es weltweit rund 35.000 Elternkurse. Das tolle daran, sie sind zu 90 Prozent praktisch ausgelegt.

Zwei davon bietet online Iliana Eichhammer (Foto) an. Die Entwicklungsberaterin ist Mutter zweier Kinder und lebt in München. Die Kurse für Eltern mit Kindern von zwei bis zwölf Jahren finden online jeweils zweistündig an sieben bzw. sechs Terminen statt.

Hilfe, meine Kinder streiten

Im März startet der Kurs „Hilfe, meine Kinder streiten“. Ziel der Workshops, die an sechs Terminen sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr stattfinden sollen ist, eine harmonische, vertrauensvolle und starke Geschwisterbeziehung zu fördern und Rivalitäten zwischen den Kindern zu vermeiden. Folgende Inhalte sind geplant:

  • Wege wie Kinder negative Gefühle ausdrücken können, OHNE handgreiflich zu werden oder beleidigend zu sein
  • wie Eltern ihre Kinder nach ihren individuellen Bedürfnissen begleiten können
  • Möglichkeiten Kinder aus festgefahrenen Rollen zu befreien, die ihnen ihre Eltern höchstwahrscheinlich unterbewusst übertragen haben
  • wie Eltern adäquat und kompetent bei eskalierendem Streit reagieren können
  • wie sich die Entwicklung von Konfliktfähigkeit fördern lässt; wie Kinder lernen ihre Konflikte selbständig und friedlich zu lösen
  • wie Eltern ganz konkret im Alltag bei Konfliktsituationen bedürfnis- und beziehungsorientiert reagieren können, sodass dabei alle „gewinnen“
  • wie Eltern das Selbstbewusstsein und die Motivation jedes einzelnen Kindes stärken können, ohne ungerecht zu sein oder Neid aufkommen zu lassen
  • wie Eltern eine kooperative, harmonische und friedliche Atmosphäre zwischen ihren Kindern etablieren statt Rivalitäten zu fördern.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter: https://bewusste-eltern-sein.de

So sag ich’s meinem Kind

Im April geht es dann um „So sag ich’s meinem Kind“. Hier sollen Eltern erfahren, wie sie „Bedürfnisorientierung“ mit Leichtigkeit in ihrem Alltag leben können und die Beziehung zu ihrem Kind stärken. Der Kurs findet an sieben Terminen samstags von 15 bis 17 Uhr statt. ER richtet sich an Eltern mit Kindern von zwei bis zwölf Jahren und ist auf zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschränkt. Der inhaltliche Aufbau des Kurses besteht zu 90 Prozent aus praktischen Anteilen und Übungen. Bei allen Treffen werden die Eltern die vorgestellten Tools und Methoden direkt in Übungen ausprobieren können. Alle Methoden und Techniken haben ihre Wirksamkeit und Nützlichkeit schon mehr als 30 Jahre weltweit in über 16 Ländern unter Beweis gestellt. Im Detail geht es um folgende Inhalte:

  • praktische Tools und Methoden kennenlernen, mit deren Hilfe Eltern eine bewusste, vertrauens- und verständnisvolle Kommunikation zu ihrem Kind etablieren können
  • wie Eltern so kommunizieren sollten, damit ihr Kind auf sie hört
  • wie Eltern ihrem Kind helfen können, emotionale Intelligenz zu entwickeln und mit seinen starken Gefühlen umzugehen
  • wie Eltern die Kooperation und Selbständigkeit ihres Kindes unterstützen, OHNE Schimpfen, Schreien, Drohen oder Strafen 
  • wie Eltern ihrem Kind dabei helfen, ein gutes Selbstwertgefühl und -vertrauen zu entwickeln
  • wie Eltern ihrem Kind helfen Konfliktfähigkeiten zu entwickeln, um schwierige Situationen friedvoll und konstruktiv zu lösen
  • wie Eltern mit Leichtigkeit eine wertschätzende, liebevolle und vertrauensvolle Familienatmosphäre schaffen
  • Austausch in einer kleinen vertrauten Elterngruppe

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter: https://bewusste-eltern-sein.de.

In beiden Kursen erhalten die Eltern die Bücher und zudem etliche Übungsunterlagen.

Die Bücher von Adele Faber und Elaine Mazlish sowie das Buch von Adeles Tochter Joanna Faber, das sie gemeinsam mit Julie King unter dem Titel „Wie Sie sprechen sollten, damit ihr Kind Sie versteht“ sind im Oberstebrink Verlag erschienen.




Kostenloser Leitfaden für Onlinefortbildungen in Kita und Schule

Ein Ratgeber für alle, die Veranstaltungen im digitalen Netz durchführen

Die „Deutsche Liga für das Kind“ hat mit Förderung der @VodafoneStiftung einen Leitfaden für Fortbildende im Schul- und Kitabereich entwickelt. Ab sofort können Sie den Leitfaden mit Praxistipps und Anregungen für digitale Fortbildungen pädagogischer Berufsgruppen auf unserer Seite kostenlos downloaden.

Der interaktive Leitfaden bietet für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung digitaler Veranstaltungen.

  • ausfüllbare Formulare
  • Checklisten
  • Praxistipps
  • Entscheidungsbäume und
  • kreative Anregungen 

„Wir hoffen, dass der Leitfaden alle, die jetzt häufiger Online-Fortbildungen geben, dazu ermutigt, den digitalen Raum weiter zu ergründen und sich darin heimischer zu fühlen. So können Pädagoginnen und Pädagogen in Kitas und Schulen während und auch nach der Pandemie von den Vorteilen digitaler Formate profitieren und müssen nicht auf Fortbildungen verzichten. Wir wünschen Ihnen ertragreiche Qualifizierungen, die Sie und Ihre Zielgruppen bereichern und den Kindern in Kitas und Schulen zugutekommen!“, erklärt Bianka Pergande, Geschäftsführerin der „Deutschen Liga für das Kind“. Und Dr. Johanna Börsch-Supan, Leiterin Strategie und Programm der Vodafone Stiftung, meint dazu: „Mit dem Leitfaden Online-Fortbildung legen wir eine wichtige Grundlage für die digitale Zukunft des Fortbildungswesens im Bildungsbereich. Nur indem wir Peer-to-Peer-Learning fördern, Erfahrungen und Wissen zugänglich machen sowie Fortbildende mit ready-to-use Inhalt versorgen, können wir – Schritt für Schritt – die digitale Transformation vorantreiben. Was mich besonders freut: Viele Fortbildende können sich dank praktischer Vorlagen nun auf das konzentrieren, was wirklich zählt – das gemeinsame Lernen und Befähigen anderer.“

Holen Sie sich den kostenlosen Leitfaden als PDF jetzt unter www.liga-kind.de/leitfaden-online-fortbildungen und finden Sie Ihren eigenen Weg zu digitalen Veranstaltungen.