Was heißt da eigentlich „Familie“?

Dan Yaccarinos Bilderbuch „Der längste Sturm“

Als Lagerkoller lässt sich das bezeichnen, was die drei Kinder mit ihrem Vater in Dan Yaccarios Bilderbuch „Der längste Sturm“ erleben. Die Situation ist auch richtig schlimm. Ein Sturm hält die ganze Familie im Haus fest und schränkt das Leben auf relativ engen Raum ein. Nichts ist mehr, wie es war. Jetzt müssen alle ständig miteinander auskommen. Und dann passiert, was kommen muss. Keiner kann den anderen mehr ausstehen. Klasse, dass die Familie über ein ganzes Haus verfügt. Immerhin können sich alle gegenseitig aus dem Weg gehen.

Aber ist das die Lösung? Schließlich geht es um Familie. Letztlich kommt der Zufall zur Hilfe.

Klarer, moderner und ansprechender Stil

Der amerikanische Künstler Dan Yaccarino ist hierzulande nur wenig bekannt, während er in den Vereinigten Staaten zu den wirklich Großen der Kinderbuchszene und -animation zählt. Sein Illustrationsstil ist reduziert, beschränkt sich auf das Wesentliche in warmen Tönen. Im Gegensatz zu vielen anderen so genannten „Künstlern“ gestaltet er diese jedoch klar verständlich auch für kleinere Kinder. Und er schätzt kleine, aber wichtige Details. Mit wenigen Strichen gelingt es ihm, Dynamik in seine Bilder zu bringen und klare Stimmungen in seinen Figuren zum Ausdruck zu bringen. Alle Protagonisten stehen durch ihre Körperhaltung und den Gesichtsausdruck immer zueinander in Beziehung, so dass neben den Texten eine weitere klare nonverbale Kommunikation zwischen den Figuren vorhanden ist. Selbst der Familienhund leidet mit.

Ein Bilderbuch für kleinere Kinder

Yaccarinos „Der längste Sturm“ ist eine liebevoll erzählte Familiengeschichte um zahlreiche emotionale Themen wie Zusammengehörigkeit, Streiten, Vertragen, Verständnis, Schutz, Liebe und eben Familie. Durch den klaren Ausdruck und die geringe Textmenge ist das Bilderbuch auch sehr gut für die gemeinsame Lektüre mit kleineren Kindern geeignet, für die die Geschichte richtig spannend ist. Dabei lässt sich viel entdecken und jede Menge Gesprächsanlass erzeugen. Besonders die Frage, was Familie eigentlich bedeutet, dürfte hier vielfach Thema sein. Hoffentlich gibt es bald noch weitere Bücher von Yaccarino hierzulande zu sehen.

Gernot Körner

Bibliographie

Dan Yaccarino
Der längste Sturm
minedition AG
Cellophanierter Pappband, 48 Seiten
Ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-03934-010-1
Preis: 20 € / 20,60 [A]




Neue Arbeitshilfe: Kinderrechte stärken!

Wenn junge Demokratinnen und Demokraten in die Schule kommen

Die neue Arbeitshilfe des Paritätischen gibt Anregungen, welche Aspekte es am Übergang zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule grundsätzlich zu bedenken gilt. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Partizipation der Kinder gelegt. Zum anderen enthält die Handreichung einige Ideen für Projekte, die in der Praxis erprobt wurden, sowie Handlungsempfehlungen, wie eine partizipative Gestaltung des Übergangs gelingen kann.

Der Wechsel von der Kita in die Schule, von der Grundschule in die weiterführende Schule, der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, der erste Job oder neue Arbeitgeber. Übergänge sind für alle Menschen wichtige persönlichen Ereignisse. Sie sind oft prägend in der Biografie. Übergänge verändern den bisher vertrauten Alltag entscheidend und können gleichermaßen als Chance wie als Krise erlebt werden.

Der Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule ist wohl eine der fundamentalsten Erfahrungen im Lebenslauf, die ein Kind in modernen Gesellschaften macht. Die Partizipation von Kindern ist ein wesentlicher Schlüssel für einen gelingenden Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule.

Diese Arbeitshilfe gehört zum Informationsangebot „Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung“ – einem Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Die Broschüre kann hier als PDF heruntergeladen werden.

https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Schwerpunkte/Kindertagesbetreuung/duvk/doc/pa20_KinUebergang_08RZweb.pdf

Oder kostenlos bestellt werden.

Die Arbeitshilfe kann auf den Schwerpunkt-Seiten des Paritätischen unter




Der Wetterfrosch macht Winterpause

Wie Amphibien durch den Winter kommen 

Die Natur hat für alle Tierarten eine geeignete Strategie parat, mit der sie die Zeit bis zum Frühjahr überstehen. Manche fallen in einen tiefen Schlaf, andere ruhen, wieder andere lassen sich ein dickes Winterfell wachsen und haben gelernt, sich auf andere Nahrung umzustellen.

Gut geschlafen?

Eine besondere Form der Überwinterung ist die Winterstarre. Diese ist bei wechselwarmen Tieren wie Reptilien, Amphibien und Insekten anzutreffen. Fällt das Thermometer unter zehn Grad, wird die Körpertemperatur auf ein Minimum heruntergefahren. Die Körpertemperatur entspricht dann der Außentemperatur und die Tiere liegen wie erstarrt. Sie verbrauchen kaum Energie und können so ohne Nahrung überwintern. Diese nicht ganz risikofreie Strategie verfolgt auch der heimische Laubfrosch.

Laubfrosch

Wetterwechsel in der Winterzeit können tödlich sein

Sinkt das Thermometer also unter zehn Grad, tritt bei den Amphibien die Kältestarre ein. Ist es im Winter jedoch über einen längeren Zeitraum warm, wachen die Amphibien auf und werden wieder aktiv. Diese Aktivität verbraucht Energie. Da im Winter jedoch die Nahrungsinsekten fehlen, muss der im Herbst angefutterte Winterspeck angebrochen werden. Bei vielen Fröschen, Salamandern und Kröten reicht dieser dann nicht mehr bis zur Aufwachzeit im Frühjahr – die Tiere sterben. Björn Goldhausen, Meteorologe von WetterOnline: „Im Winter ist immer wieder mit schwankenden Temperaturen zu rechen. Ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen stellt die Tiere allerdings vor große Probleme. Dies ist ein Grund mehr, dem Laubfrosch und anderen Amphibien das Überwintern im heimischen Garten zu erleichtern.“

Überwinterungshilfe für den Laubfrosch

Wie das am besten funktioniert, erklärt Sandra Honigs, stellvertretende Direktorin und Kuratorin für den Landbereich im Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf: „Laubfrösche verbergen sich gern in frostfreien natürlichen Hohlräumen wie Spalten und Höhlen in Bäumen oder zwischen Steinen, im Moos, aber auch in von Menschen gemachten Strukturen wie Gartenhäuschen.“ Um den heimischen Amphibien einen sicheren Überwinterungsort zu bieten, sollten also Holz- und Laubhaufen, sowie Hecken und gegebenenfalls efeubewachsene Wände im Garten erhalten bleiben. Für Amphibien ist also eine dauerhafte Kälte in einem sicheren frostfreien Versteck, das sie vor Beutegreifern und äußeren Störungen schützt, die beste Garantie, ab März in die neue Brutsaison starten zu können.

Quelle: WetterOnline




Hirn an Muskeln: Bitte zittern

Schlauer Körper: das Wichtigste wird bei Kälte schön warmgehalten 

Der Winter könnte so schön sein. Wenn da nicht die kalten Hände und Füße nach einem ausgedehnten Aufenthalt im Freien wären. Die meisten kennen dieses Phänomen, das selbst mit guter Winterausrüstung schwer zu beheben ist. Aber warum friert man eigentlich genau an diesen Stellen? Der Körper will uns damit nicht schaden. Im Gegenteil: Wenn das Thermometer sinkt, versucht er vor allem, die wichtigsten Organe zu versorgen und vor Kälte zu schützen. Absoluten Vorrang haben dabei Gehirn und innere Organe. Damit also mehr Blut in die Körpermitte und zum Kopf fließen kann, reduziert der Körper als erstes die Blutzufuhr und damit auch die Wärmezufuhr zu den Extremitäten.

Fett hält warm

Dass besonders Frauen unter kalten Füßen und Händen leiden, ist kein Vorurteil. Das liegt daran, dass weibliche Haut in der Regel dünner ist als männliche. Auch der Körperbau spielt eine Rolle: Mit durchschnittlich 40 Prozent weniger Muskeln als Männer können Frauen weniger Körperwärme erzeugen. Zum Ausgleich hat Mutter Natur für Frauen einen höheren Fettanteil vorgesehen. Björn Goldhausen, Meteorologe von WetterOnline: „Ab minus fünf Grad sprechen wir von mäßigem Frost. Insbesondere am Alpenrand ist es mit Tiefstwerten von unter minus zehn Grad zuletzt klirrend kalt gewesen. Zweistellige Minusgrade sind in den vergangenen Jahrzehnten aber immer seltener geworden.“

Körpereigenes Heizöfchen

Wenn Muskeln aktiv sind, wird Energie in Form von Wärme freigesetzt. Dies ist auch der Grund, warum wir beim Sport ins Schwitzen kommen. Sobald das Gehirn den Befehl zur Muskelkontraktion sendet, beginnen die Muskeln Energie zu verbrauchen, um diese in Wärme umzuwandeln. Genau dieser Mechanismus setzt ein, wenn wir frieren. Um einen starken Abfall der Körpertemperatur zu verhindern, fangen wir an zu zittern. Die Muskeln spannen sich immer wieder aufs Neue an, Wärme entsteht – und das unweigerlich. Wer schon einmal versucht hat, das Zittern zu unterdrücken, wird wissen: Es geht nicht. Der Körper ist auf Überleben getrimmt und lässt sich davon durch nichts abhalten.

Minimuskeln machen Gänsehaut 

Ein Phänomen bei Kälte ist auch die Gänsehaut. Sie entsteht dadurch, dass winzige Muskeln an den Haarwurzeln kontrahieren und so die Körperhaare aufrichten. Also auch diese kleinen Muskeln lassen Wärme entstehen – allerdings in einem wesentlich geringeren Umfang als bei unseren Vorfahren, deren Körper großflächig mit dichtem Haar bewachsen waren.

Quelle: WetterOnline




Magnete gefährden vor allem Kleinkinder

Londoner Mediziner warnen vor vermeidbaren Operationen nach versehentlichem Verschlucken

Kleinkinder sollten kein Spielzeug bekommen, an dem kleine Magnete kleben, mahnt die Children’s Surgery Foundation http://bit.ly/3EF4vrP , die sich seit 37 Jahren bemüht, Kindern die Angst vor OPs zu nehmen. Sind die Magnete schlecht befestigt und fallen ab, neigen die Kleinen dazu, sie zu verschlucken. In vielen Fällen steht dann eine OP zur Entfernung des Fremdkörpers an. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Fälle verfünffacht.

Oft Komplikationen

Hemanshoo Thakkar, beratender Kinderchirurg am Evelina London Children’s Hospital http://evelinalondon.nhs.uk : „Allein in diesem Jahr hat Evelina London 15 Kinder behandelt, die Magnete verschluckt hatten, sieben davon mussten operiert werden.“ Manchen sei es danach gar nicht gut gegangen. Umfragen in vier großen Krankenhäusern im Südosten Englands hätten ergeben, dass zwischen 2016 und 2020 rund 250 Kinder nach dem Verschlucken von Fremdkörpern aufgenommen wurden. In 37 Prozent der Fälle waren es Münzen, in 21 Prozent Magnete und in 17 Prozent Knopfzellen.

Viele Kinder mussten operiert werden, und in der Hälfte der Fälle gab es Komplikationen, etwa eine Perforierung des Darms, was zu Infektionen führte. 42 Prozent der Kinder, die Magnete verschluckt hatten, mussten operiert werden, aber nur zwei Prozent derjenigen, die Knopfzellen verschluckt hatten. In manchen Fällen genügte eine Schlüssellochoperation (Laparoskopie), doch in vielen Fällen kamen die Chirurgen nicht darum herum, die Bauchdecke zu öffnen, um Zugang zum Darm zu bekommen.

Löcher in der Darmwand

„Wenn Kinder nur einen Magneten schlucken, wird er meist auf natürlichem Weg ausgeschieden. Wenn es aber mehrere sind, klumpen sie zusammen und bleiben im Darm stecken“, so Thakkar. Im Schlimmsten Fall rissen sie sogar Löcher in die Darmwand. Dann seien komplizierte OPs nötig, die einen langen Krankenhausaufenthalt und nachfolgend eine Rehabilitation erforderten. „Magnete werden auf Websites und in sozialen Medien beworben. Oft werden auch Teenager eingeliefert, die nach dem Vorbild von Influencern auf TikTok Magnete verwenden, um simulierten Piercings auf Zungen und Wangen Halt zu verschaffen.“

Wolfgang Kempkens/pressetext.com




Wenn vor Weihnachten ein lieber Mensch verstorben ist

Kinder trauern anders als Erwachsene

Kinder gehen anders mit dem Tod um als Erwachsene. Und Kinder trauern anders. Damit sie mit Ihrer Trauer umgehen können, brauchen auch sie Unterstützung. Der Kinderarzt Prof. Dr. Sven Gottschling rät, den Nachwuchs offen und vor allem altersgerecht anzusprechen – mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld.

Was bedeutet Tod?

Denn je nach Alter nehmen Kinder den Tod unterschiedlich wahr. So können die Kleinen unter drei Jahren gar nicht begreifen, was Sterben und Tod bedeutet. Sie verstehen zwar, dass sich etwas verändert hat, dass der Verstorbene nicht mehr da ist. Doch sind sie häufig überzeugt, dass dieser weggegangen ist und daher auch wiederkommen könnte. Dass es sich um einen Abschied für immer handelt, können sie noch nicht erfassen.

Unabänderlich, endgültig

Auch Kinder zwischen drei und sechs Jahren, sagen Experten, nehmen den Tod noch als etwas Vorübergehendes wahr. Allerdings kann ihre Verwirrung über einen hautnah erlebten Verlust zum Teil sehr groß sein und sich auch auf ihr Verhalten auswirken.

Erst ältere Kinder beginnen zu verstehen, dass der Tod etwas Endgültiges und Unabänderliches ist. Manchmal reagieren sie darauf mit Verlust- und Trennungsängsten und zeigen sie körperliche Symptome wie zum Beispiel Schmerzen oder Magen-Darm-Probleme. 

Aufrichtig und ehrlich antworten

Was allen gemeinsam ist: Kinder möchten gern begreifen, was passiert ist, wenn sie mit Trauer, Sterben und Tod in Berührung kommen oder gekommen sind. „Und deshalb ist es wichtig, auf ihre Fragen in einfacher Sprache zu antworten – und nicht zu lügen“, rät Pastor Andreas Loeb aus Hamburg.

Auf Formulierungen wie „der Opa ist friedlich eingeschlafen“ sollte man daher besser verzichten. Der Großvater ist nicht eingeschlafen. Denn er wacht ja nicht mehr auf und kommt auch nicht mehr wieder. Solche Sätze können bei Kindern sogar Ängste vor dem eigenen Einschlafen wecken. „Es geht gar nicht darum, zu viel zu erklären, sondern mit kurzen, knappen Informationen auf die Fragen der Kinder einzugehen. Um den Kindern das Gefühl zu geben, dass sie immer wieder nachfragen können,“, sagt Loeb

Wie kommt man überhaupt ins Gespräch?

Ins Gespräch kommt man mit den Kindern am besten, indem man über ihre Gefühle oder über die eigenen spricht. Und das ist eine echte Herausforderung. „Denn wir haben den Kindern meist nicht beigebracht, über Gefühle zu sprechen“, so Loeb. „Und oft können wir es ja noch nicht einmal selber.“

Dabei sollten Erwachsene ihre eigene Trauer nicht vor den Kindern verstecken. Sondern sie offen zeigen. Denn das ist die Botschaft: Es ist in Ordnung, traurig zu sein. Es ist in Ordnung, Gefühle zu zeigen und zu weinen. Erwachsene sind auch Vorbilder.

Trauernde sehnen sich oft danach, sich mit Gleichgesinnten über solche Themen wie Kinder & Trauer auszutauschen.

Der Artikel wurde uns von TrostHelden zur Verfügung gestellt. TrostHelden ist eine Trauerhilfe, die online Trauerfreunde vermittelt. Das sind Menschen, die einen ähnlichen Schicksalsschlag erlebt haben. Möglich wird das durch ein spezielles Computerprogramm, das TrostHelden zusammen mit Experten aus Trauerhilfe, Hospizbewegung, Psychologie und digitalem Matching entwickelt hat. Der Algorithmus macht es möglich, dass sich Trauernde finden, die perfekt zueinander passen und tiefes Verständnis füreinander haben. Die persönlichen Trauerfreunde unterstützen, trösten und helfen sich gegenseitig.

Mehr zu TrostHelden finden Sie unter https://www.trosthelden.de/




Fortbildungen zur Qualitätsverbesserung in Kindertageseinrichtungen

Online-Veranstaltungen Kindergarten plus der Deutschen Liga für das Kind im 1. Halbjahr 2022

Mit den Angeboten des Programms Kindergarten plus setzt sich die Deutsche Liga für das Kind für die Qualitätsverbesserung in Kindertageseinrichtungen ein. Erprobte Methoden und Materialien stehen zur Verfügung und bieten pädagogischen Fachkräften zahlreiche Ideen, um die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern zu fördern. Das Online-Fortbildungsangebot von Kindergarten plus für das 1. Halbjahr 2022 kann nun über den Webshop gebucht werden.

Neben dem Einführungstag (Basisfortbildung 1) und dem Reflexionstag (Basisfortbildung 2) sowie Auffrischungstagen als Einzelveranstaltungen kann erstmalig auch die Basis-Fortbildung zur Trainerin bzw. zum Trainer Kindergarten plus komplett gebucht werden. Termine der Fortbildung (ID 1239) sind:

  • 11.05.2022, 09.00-15.00 Einführungstag in das Programm für 4- und 5-jährige Kinder
  • 20.09.2022, 09.00-14.00 Reflexion der Durchführung der Module 1- 9
  • 20.09.2022, 14.00-15.00 Einführung in das Modul für den Schulübergang

Ein brandneues Format für die Familien der am Programm teilnehmenden Kinder ist der Kindergarten plus Online-Elternabend. Der erste Kindergarten plus Online-Elternabend findet am 22.02.2022, 17.00-18.30 statt.

Auch die Fortbildung für START, den alltagsintegrierten Programmbereich für Kinder ab zwei Jahren wird erneut online angeboten. Dieses Format ist ebenfalls ein Gesamtpaket. Dazu gehören der START Einführungstag, das Material-Set inkl. den pädagogischen Materialien und dem Logbuch sowie drei prozessbegleitende Workshops. Termine der START Fortbildung (ID 1233) sind:

  • 15.03.2022, 09.00-15.00 Einführungstag
  • 05.04.2022, 10.05.2022, 14.06.2022, jeweils 15.30-17.00, prozessbegleitende Workshops

Ebenfalls fortgesetzt wird, nach einem erfolgreichen ersten Durchlauf Ende 2021, die neue Workshopserie plus Kinderrechte! Kinderrechteexperte Prof. Dr. Jörg Maywald, Bianka Pergande (Geschäftsführerin der Deutschen Liga für das Kind) sowie mehrere hochkarätige Gastreferent:innen werden die Workshops gestalten.

Online-Angebote Information und Buchung: https://kindergartenplus.de/shop-seminare/.

Kontakt-E-Mail für Anfragen: info@kindergartenplus.de.

Verantwortlich für das Fortbildungsprogramm der Deutschen Liga für das Kind ist Stella Valentien (Leiterin des Aufgabenbereichs Kindergarten plus).




Mütter von Flüchtlingskindern lernen mit

Deutschkenntnisse geflüchteter Mütter verbessern sich, wenn ihre Kinder eine Betreuungseinrichtung besuchen

Der Besuch institutionalisierter Betreuungs- und Bildungseinrichtungen kommt nicht nur den geflüchteten Kindern selbst, sondern auch ihren Müttern zugute. „Schulkinder und betreute kleinere Kinder im Haushalt sind für geflüchtete Mütter offenbar eine Sprachlernressource. Kleinere Kinder ohne institutionalisierte Betreuung haben eher Mütter mit geringeren Deutschkenntnissen“, berichtet Forscherin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Sarah Bernhard. Bei Vätern hingegen besteht dieser Zusammenhang nicht, was auf eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung von Müttern und Vätern zurückzuführen ist. „Die primäre Zuständigkeit der Mütter für die Sorgearbeit verhilft ihnen zu Berührungspunkten mit der deutschen Sprache – Berührungspunkte, die sich für Väter nicht in gleicher Weise ergeben“, so Bernhard.

Individuelle Lebensumstände erschweren den Lernprozess

Allerdings erschweren individuelle Lebensumstände den Lernprozess. Geflüchtete berichten von der Not oder dem Pflegebedarf enger Verwandter und der Verpflichtung, schnell Geld zu verdienen, um Verwandte zu unterstützen. Bei psychisch sehr belasteten Geflüchteten behindern Traumatisierungen den Lernprozess oftmals so nachhaltig, dass vier Jahre nach der Flucht kaum Verbesserungen der Deutschkenntnisse erkennbar waren. „Diese Beobachtungen rufen die besondere Lebenssituation in Erinnerung, in denen Geflüchtete den Spracherwerb angehen. Für psychisch stark belastete Personen können Sprachlernangebote Teil von längerfristig ausgerichteten Unterstützungsangeboten sein“, erklärt IAB-Forscher Stefan Bernhard.

Schwieríge Bedingungen durch lange Wartezeiten auf Kurse

Lange Wartezeiten vor Beginn und zwischen den Kursen sowie ein eingeschränktes Lernangebot für Frauen mit kleinen Kindern und Menschen mit besonderen Lernbedarfen erschweren den Zweitspracherwerb zusätzlich. „Sprachlernangebote sollten stärker auf die Lebensrealität der Geflüchteten ausgerichtet werden. Um beispielsweise Mütter mit kleinen, unbetreuten Kindern, Analphabeten und Analphabetinnen, oder Menschen mit Behinderungen zu erreichen, scheint es angebracht, die Diversifizierung des Deutschkursangebots weiter voranzutreiben“, so Bernhard.

Studie online abrufbar

Die IAB-Studie ist online abrufbar unter https://doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-26.pdf. Sie basiert auf Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung aus dem Jahr 2016 von rund 4.500 Geflüchteten, die davor Asyl in Deutschland beantragten, sowie auf biografischen Interviews mit 59 Geflüchteten, die um das Jahr 2015 nach Deutschland kamen und ein- oder zweimal an den Befragungen der IAB-Studie „Netzwerke der Integration“ zwischen 2017 und 2020 teilnahmen.