Lehrkräfte stellen Schulen schlechtes Digital-Zeugnis aus

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Ionos: Fast die Hälfte der Lehrkräfte hält Datenschutz bei digitalen Lernformaten für unwichtig

Die Lehrkräfte in Deutschland vergeben mit Beginn des neuen Schuljahres schlechte Noten für die digitale Ausstattung ihrer Schulen. Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Cloud- und Hostinganbieters IONOS zufolge hält nach wie vor die Mehrheit (51 %) den Digitalisierungsgrad ihrer Schule für schlecht, 16 Prozent davon sogar für sehr schlecht. Gleichzeitig zeigen die Befragten wenig Interesse am Thema Datenschutz: Mit Blick auf digitale Lernformate gab knapp die Hälfte der Lehrkräfte (48 %) an, dass ihnen dieser Aspekt unwichtig ist. Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsunternehmen Civey zwischen 31. August und 18. September deutschlandweit rund 250 Lehrkräfte.

Während der Pandemie in Digitalisierung investiert

Nur 10 Prozent bewerten die Ausstattung ihrer Schule mit Hard- und Software sowie die Möglichkeiten für digitalen Unterricht mit sehr gut. Immerhin: 58 Prozent der Lehrenden sind der Meinung, dass ihre Schulen oder Schulträger während der Pandemie deutlich mehr in die Digitalisierung investiert haben. Bei einem Drittel der Befragten (34 %) hat sich auf diesem Gebiet allerdings nichts getan – hier stehen weiter die Kreidetafel und der Overhead-Projektor im Mittelpunkt.

Digitalisierung vorantreiben und für Datenschutz sensibilisieren

„Die Entscheider an Schulen realisieren offenbar langsam, dass sie sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen müssen”, sagt Achim Weiß, CEO von IONOS. „Wir haben bereits letztes Jahr bei der Einführung der HPI Schulcloud, die IONOS hostet, gesehen, dass sich das Tempo der Digitalisierung in den Bundesländern stark unterscheidet. Dass aber immer noch ein Drittel angibt, an ihrer Schule sei trotz Pandemie nicht investiert worden, halte ich für bedenklich.” Auch beim Thema Datenschutz sieht Weiß Handlungsbedarf: „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass hier eine stärkere Sensibilisierung notwendig ist. Hinzu kommt, dass auch Datenschützer dringend von den bislang eingesetzten US-Produkten abraten. Mein Tipp für alle Lehrkräfte und Schulen: Wählen Sie europäische Anbieter, die dem weltweit stärksten Datenschutz unterliegen – damit sind Sie auf der sicheren Seite.”

Noch viel Unsicherheit beim Umgang mit digitalen Lösungen

Der Wechsel zwischen Präsenz- und Distanz-Unterricht hat den Einsatz von onlinebasierten Formen der Zusammenarbeit unausweichlich gemacht. Etwa sechs von zehn Lehrenden (62 %) fühlen sich laut Umfrage sicher im Umgang mit den digitalen Lösungen, die sie im Schulumfeld einsetzen. Mehr als ein Viertel (29 %) geben allerdings an, dass sie unsicher bei der Nutzung sind (18 %) beziehungsweise sich nur teilweise damit wohlfühlen (11 %).

E-Mail ist das am stärksten genutzte Kommunikationsmittel

Für die digitale Zusammenarbeit mit Kollegium und Lernenden setzen die befragten Lehrkräfte am häufigsten auf die E-Mail mit Schuladresse – vor der Pandemie (63 %) genauso wie seit Beginn (55 %). Während vor Corona Messenger wie Signal oder WhatsApp an zweiter Stelle standen (29 %), findet seit Pandemie-Beginn der Austausch verstärkt über Microsoft Office 365/Teams statt (39 % vs. vorher 18 %). Die Messenger liegen nur noch auf Platz drei (24 %). Auch der Videokonferenz-Dienst Big Blue Button und die Lernplattform Moodle konnten zulegen: Während beide Lösungen, die auf die Bedürfnisse von Schulen spezialisiert sind, vor der Pandemie nur bei um die zehn Prozent der Befragten zum Einsatz kamen, nutzt jetzt je knapp ein Viertel eine von beiden (Big Blue Button 24 %, Moodle 22 %).

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Befragung des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag von Ionos unter rund 250 Lehrkräften in Deutschland (Befragungszeitraum 31.08.-18.09.2021). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Grundgesamtheit der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland.

Über Ionos

Ionos ist mit mehr als achteinhalb Millionen Kundenverträgen der führende europäische Anbieter von Cloud-Infrastruktur, Cloud-Services und Hosting-Dienstleistungen. Das Produktportfolio bietet alles, was Unternehmen benötigen, um in der Cloud erfolgreich zu sein: von Domains über klassische Websites und Do-It-Yourself-Lösungen, Online-Marketing-Tools bis hin zu vollwertigen Servern und einer IaaS-Lösung. Das Angebot richtet sich an Freiberufler, Gewerbetreibende und Konsumenten sowie an Unternehmenskunden mit komplexen IT- Anforderungen.
IONOS ist Teil der börsennotierten United Internet AG (ISIN DE0005089031). Zur IONOS Markenfamilie gehören STRATO, Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, SEDO, United Domains und World4You.




Ein bisschen Geld für den Technik-Nachwuchs

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VDI und Joachim Herz Stiftung unterstützen Schulprojekte und Bildungsinitiativen

In einer gemeinsamen Aktion wollen der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) und die Joachim Herz Stiftung dazu beitragen, junge Menschen für Technik zu begeistern. Deshalb planen sie, einzelne Projekte mit maximal 2.500 Euro zu unterstützen. „Wir wollen junge Menschen für Technik begeistern und den Nachwuchs fördern. Mehr denn je werden Ingenieurinnen und Ingenieure in Zukunft gebraucht, um effektive Lösungen und neue Technologien beispielsweise für mehr Klimaschutz zu entwickeln“, so VDI-Direktor Ralph Appel. Nachdem die Corona-Krise im vergangenen Jahr erstmals seit langem negative Spuren auf dem Ingenieurarbeitsmarkt hinterlassen hat, ist der Fachkräftemangel in 2021 mit fast 120.000 offenen Stellen laut aktuellem VDI-/IW-Ingenieurmonitor wieder auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Allein um den demografischen Wandel auszugleichen, müssten in den nächsten Jahren rund zwei Drittel aller Hochschulabsolventen aus dem MINT-Bereich nachrücken.

Technikinteresse zu fördern, ist gar nicht schwer

Deswegen hat sich die Joachim Herz Stiftung entschieden, mit dem VDI bei der Nachwuchsförderung zu kooperieren und das bundesweite Förderprogramm des Technikfonds auszubauen. „Technikinteresse bei Kindern und Jugendlichen zu wecken, ist gar nicht so schwer. Viele Lehrkräfte haben tolle Ideen, um die Lust am Ausprobieren, selber machen und forschendem Lernen bei ihren Schülerinnen und Schülern zu wecken – manchmal fehlen nur die Mittel. Hier unterstützen wir einfach und unbürokratisch“, so Dr. Henneke Lütgerath, Vorsitzender des Vorstandes.

Maximal 2.500 Euro

Mit der Nachwuchsförderung soll erreicht werden, das technische Grundwissen in der Gesellschaft insgesamt zu verbessern, damit aktuelle Debatten über die Folgen von technologischen Innovationen und Entwicklungen wie autonomes Fahren, die Energiewende oder Luftfilter in Klassenzimmern kritisch beurteilt werden können. Die maximale Förderung pro Projekt liegt bei 2.500 Euro.

Die Joachim Herz Stiftung unterstützt den Fonds jährlich mit 150.000 Euro Fördermitteln. Allgemeinbildende Schulen, Bildungsinitiativen und außerschulische Lernorte können für Technik-Projekte, die im oder außerhalb des Unterrichts stattfinden, eine Förderung erhalten. Dabei sind vielfältige Projektideen möglich: vom Roboterbau über 3D-Druck bis hin zu aerodynamischen Versuchen im Windkanal.

Mehr Informationen unter www.vdi.de/technikfonds

Fachliche Ansprechpartnerin im VDI:

Eva Köppen
Tel. +49 (0) 211 62 14- 550
E-Mail: koeppen@vdi.de 




Warum viele Kinder keinen Brokkoli mögen

Enzyme verschiedener Gemüsesorten können im Speichel unangenehme, schwefelhaltige Gerüche erzeugen

Brokkoli, Blumenkohl, Kohl und Rosenkohl lösen bei vielen Kindern Ekel aus. Warum das so ist, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Wie sie im ACS Journal of Agricultural and Food Chemistry berichten, können Enzyme aus den Gemüsesorten im Speichel unangenehme, schwefelhaltige Gerüche erzeugen. So genannte „Brassica-Gemüse“ setzen wohl eine Verbindung frei, das so genannte S-Methyl-ʟ-Cysteinsulfoxid, das einen starken, schwefelhaltigen Geruch erzeugt, der bei manchen Menschen zu Bakterien im Mund führen kann, so die Forscher.

Toleranz gegenüber Gerüchen entscheidet

Kinder, deren Speichel hohe Mengen an flüchtigen Schwefelverbindungen produzierte, hassten rohes Brassica-Gemüse am meisten, was jedoch bei Erwachsenen nicht der Fall war, die möglicherweise gelernt hatten, den Geschmack zu tolerieren. Diese Ergebnisse könnten erklären, warum manche Menschen Brassica-Gemüse mögen und andere nicht, so die Forscher in einer Pressemitteilung der Zeitschrift.

Für die Studie, die am 22. September im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht wurde, untersuchten Damian Frank und seine Kollegen von der australischen Wissenschaftsbehörde CSIRO Unterschiede in der Schwefelproduktion im Speichel von Kindern und Erwachsenen. Anschließend analysierten sie, wie sich diese Produktion auf die Akzeptanz von Brassica auswirkt.

98 Kinder-Eltern-Paare getestet

Die Forscher ließen 98 Kinder-Eltern-Paare, darunter auch Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren, die wichtigsten Geruchsstoffe bewerten. Dimethyltrisulfid, das faulig und schwefelig riecht, wurde von den Kindern und Erwachsenen am wenigsten gemocht.

Das Team mischte Speichelproben mit rohem Blumenkohlpulver und analysierte die im Laufe der Zeit gebildeten flüchtigen Verbindungen. Es wurden große Unterschiede in der Produktion flüchtiger Schwefelverbindungen zwischen den Menschen festgestellt, aber Kinder hatten oft ähnliche Werte wie ihre Eltern.




Eltern mit Krebs: Kinder oft ausgeschlossen

Umfrage des Institute Salah Azaiez – Mehr als 90 Prozent haben Probleme mit Kommunikation

Eine angemessene Kommunikation und Unterstützung für die Kinder von Krebspatienten kommt laut einer Studie des Institute Salah Azaiez http://institutsalahazaiez.com noch immer viel zu kurz. Denn die Eltern bräuchten viel Unterstützung. Laut Schätzungen wurde allein 2020 bei 4,6 Mio. Menschen zwischen 20 und 54 Jahren Krebs diagnostiziert – also genau in jener Zeit ihres Lebens, in der sie am ehesten Kinder aufziehen.

Viele verschweigen Krankheit

Die Auswirkungen der elterlichen Krebserkrankung auf die Entwicklung eines Kindes sind je nach dessen Alter und dem Verlauf der Krankheit unterschiedlich. Sie hängen jedoch entscheidend davon ab, wie das Kind in den Krankheitsverlauf eingebunden ist. Laut Carlo Alfredo Clerici von der Universität Mailand, der nicht an der Studie beteiligt war, sehen Psychologen die Weitergabe eines gewissen Ausmaßes an Informationen über die Krankheit eines Elternteils und einen möglichen Tod als nützlich und Schutz vor traumatischen Phänomenen.

Die sozialen und kulturellen Widerstände, die oft einem Dialog im Weg stehen, zeigen auch die Ergebnisse einer Umfrage mit 103 Patienten in Tunesien. Fast 90 Prozent gaben Probleme in der Kommunikation über den Gegenstand der Krankheit an. Über 40 Prozent entschieden sich dafür, nicht die ganze Wahrheit über ihre Krankheit zu sagen. Laut Studienautor Sinen Korbi ist bei Patienten die Vorstellung weitverbreitet, dass sie das psychische Gleichgewicht ihrer Kinder schützen, wenn sie diese von der Realität ihrer Krankheit fernhalten. So hätten sieben der 18 Patienten argumentiert, die sich dafür entschieden hatten, die Wahrheit über ihre Krankheit vor ihren Kindern vollständig zu verbergen.

Kinder leiden mit Eltern spürbar

Mit 96 Prozent beobachteten fast alle Studienteilnehmer Veränderungen des Verhaltens bei ihren Kindern. Die Bandbreite reichte dabei von Angst und Depressionen über schulische Probleme bis hin zu Gewalt und Drogenmissbrauch. Aber nur neun Eltern konsultierten in der Folge einen Kinderpsychologen. Laut Korbi gehen viele Menschen davon aus, dass sie diese Probleme selbst oder mithilfe von Verwandten lösen können. Sie müssten jedoch ermutigt werden, sich Unterstützung zu holen. Details wurden auf dem ESMO Congress 2021 präsentiert.

Quelle: pressetext.com




GEW: „Digitale Spaltung zwischen Schulen überwinden“

Bildungsgewerkschaft zur Studie „Digitalisierung im Schulsystem 2021“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt eine Strategie- und Qualitätsoffensive für Medienkompetenz an den Schulen an. „Nach dem Digitalisierungsschub durch die Coronakrise brauchen die Schulen dringend mehr zeitliche und personelle Ressourcen, um gute Rahmenkonzepte für eine digitale Lehr- und Lernstrategie zu entwickeln und diese auch umzusetzen“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied Schule, mit Blick auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie „Digitalisierung im Schulsystem 2021“. Sonst drohe die Weiterentwicklung der Medienkompetenz der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler „im Technikstress unterzugehen“.

Offensive für mehr Medienkompetenz nötig

„Wir dürfen die Digitalisierung an der Schule nicht auf Ausstattungsfragen reduzieren. Drei Balken im W-LAN-Symbol bedeuten nicht automatisch gute Bildung“, betonte Ralf Becker, GEW-Vorstandsmitglied Berufliche Bildung und Weiterbildung. Er machte deutlich, dass digitale Ausstattung und Infrastruktur wichtig seien, weil sie die Grundlage bilden, damit alle Schulen digitale Tools und Technik gleichberechtigt nutzen können. „Digitalisierung an Schulen ist aber eben auch eine Qualitäts- und Zeitfrage. Der pädagogisch-sinnvolle Einsatz digitaler Technik und Formate im Unterricht erfordert Zeit sowie Ressourcen für Fort- und Weiterbildung ebenso wie für die Anpassung analoger an digitale Formate, wenn dies möglich ist. Lehrkräfte dürfen nicht mit zusätzlichen IT-Aufgaben belastet werden, sondern sollen sich in ihrer Arbeitszeit auf den Lehrberuf konzentrieren können“, sagte Becker. Die Digitalpaktmittel für IT-Administratorinnen und -Administratoren müssten endlich an den Schulen ankommen.

Digitale Kluft zwischen den Schulen

„Die Untersuchung zeigt die große digitale Kluft zwischen den Schulen in Deutschland“, unterstrichen Studienleiter Frank Mußmann und Co-Autor Thomas Hardwig, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität Göttingen. „Die Unterschiede zwischen digitalen Vorreiter- und Nachzügler-Schulen beim Lehren und Lernen mit digitalen Medien und Tools sowie der digitalen Infrastruktur sind gewaltig. Diese Spaltung ist besorgniserregend, denn die empirischen Ergebnisse der Studie machen deutlich: Medienkompetenzen entwickeln sich bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern dann besonders gut, wenn es praxistaugliche Medien und Techniken gibt und diese in eine entwickelte digitale Schulstrategie eingebettet sind.“

Zusätzliche Kapazitäten schaffen

Diese Strategie erfordere zeitliche Kapazitäten und personelle Ressourcen der Schulen, sagte Mußmann. Genau hier gebe es jedoch ein Problem: „Die Lehrkräfte arbeiten am Limit. Ihre Belastung war auch während der Ad-hoc Digitalisierung in der Pandemie sehr hoch und hat die ohnehin angespannte Arbeitssituation an Schulen sowie die Entgrenzungserfahrungen der Lehrkräfte noch einmal verschärft“, hob der Studienleiter hervor. „Ausgelöst durch Coronakrise und Digitalisierungsschub ist die wöchentliche Arbeitszeit der Lehrkräfte um rund 30 bis 60 Minuten gestiegen. Dabei überschritt die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit der Lehrkräfte schon vor der Pandemie die Normarbeitszeit deutlich. Von einem Viertel sehr stark belasteter Lehrkräfte wird sogar die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden in der Woche überschritten. Das ist eine sehr hohe Arbeitsbelastung und gefährdet die Gesundheit.“

Mehr institutionelle Unterstützung

Lehrkräfte und Schulen hätten während der Coronakrise vielfach in Eigeninitiative pragmatische Lösungen gefunden, um digitale Medien und Techniken einzusetzen sowie digitale Lehr- und Lernkonzepte zu entwickeln und mit diesen zu arbeiten, hob Mußmann hervor. Seit der Pandemie würden digitale Medien häufiger genutzt als in der Vor-Corona-Zeit, Lehrkräfte hätten ihre digitalen Kompetenzen an gestiegene Anforderungen angepasst. Der Studienleiter bemängelte aber die meist unzureichende institutionelle Unterstützung. „Eine fehlende systematische Schulentwicklung gefährdet die Zukunft der Digitalisierung“, sagte er.

Nachzügler Schulen im „Technikstress“

An den so genannten digitalen Nachzügler-Schulen sei der „Technikstress“ besonders hoch. An den gut ausgestatteten digitalen Vorreiter-Schulen, an denen die Rahmenkonzepte weit entwickelt sind, litten die Lehrkräfte weniger unter diesem Stress, seien zufriedener mit ihrer Arbeit und hätten insgesamt bessere berufliche Chancen. „Die digitale Spaltung zwischen Vorreiter- und Nachzügler Schulen muss überwunden werden. Die Möglichkeiten der Lehrkräfte, einen zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Medien und Techniken umzusetzen, sind extrem ungleich verteilt. Das wirkt sich auch negativ auf die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler aus. Die Folge: Die soziale Spaltung in der Gesellschaft vertieft sich“, sagte Bensinger-Stolze. „Das akzeptieren wir nicht.“

Partizipation und Medienmündigkeit im Zentrum

Becker forderte ein Umdenken in der Digitalisierungsstrategie: „Wir brauchen eine Strategieoffensive, die die Kompetenzentwicklung im Sinne von Partizipation und Medienmündigkeit ins Zentrum stellt – und Digitalisierung nicht als Selbstzweck sieht. Medienkompetenz ist ein wesentlicher Schlüssel zu politischer, kultureller und gleichberechtigter Teilhabe der Menschen an der Gesellschaft im digitalen Zeitalter.“

Lehrkräfte in allen Bundesländnern befragt

Info: In der Studie „Digitalisierung im Schulsystem 2021. Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Rahmenbedingungen und Perspektiven von Lehrkräften in Deutschland“ wurden im Januar und Februar 2021 Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II aus allen Bundesländern befragt. Die Studie erlaubt bundesweit repräsentative Befunde. Sie wurde an der Georg-August-Universität in Göttingen unter der Leitung von Dr. Frank Mußmann, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften, in Zusammenarbeit mit dem Umfragezentrum Bonn durchgeführt. Das Konsortium hat untersucht, wie Schulen und Lehrkräfte auf die Herausforderungen der Digitalisierung in Pandemie-Zeiten reagieren, wie sich ihre Arbeit, ihre Arbeitszeit und ihre Belastungen verändert haben und welche Chancen und Risiken digitale Arbeitsformen für die Lehrkräfte bergen. Die Studie zeigt zudem zentrale Entwicklungs- und Gestaltungsbedarfe auf und gibt Empfehlungen für die Zukunft.




Vier Jahre, um Kinderarmut zu beseitigen

Breites Bündnis fordert: Kinderarmut muss zentrale Rolle in den Koalitionsverhandlungen spielen

Das Bündnis fordert von der nächsten Bundesregierung Armut von Kindern und Jugendlichen nicht länger hinzunehmen und entschlossene Maßnahmen im Koalitionsvertrag zu verankern. Dazu zählen eine grundlegende Reform der Leistungen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die Sicherstellung sozialer Infrastruktur sowie ihre umfassende Beteiligung. Ebenso brauchen Kinder und Jugendliche eine intensive Begleitung zurück in ihren Kita- und Schulalltag und psycho-soziale Unterstützung bei der Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie. Die Erklärung haben u.a. das Deutsche Kinderhilfswerk, der Arbeiter Samariter Bund, die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Diakonie Deutschland, die Nationale Armutskonferenz und das Zukunftsforum Familie unterzeichnet.

Eine Schande für die Gesellschaft

„Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen, für eine der reichsten Industrienationen der Welt ist das nichts weniger als eine Schande. Um das strukturelle Problem der Kinderarmut zu lösen, brauchen wir eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung, die den bestehenden Familienlastenausgleich ablöst, bestehende kindbezogene Leistungen transparent bündelt und das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern bedarfsgerecht gewährleistet, und zwar unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen erfährt in der Bevölkerung sowie parteiübergreifend breite Zustimmung und muss in der nun beginnenden 20. Legislaturperiode eine zentrale Rolle spielen. Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf ein gutes Aufwachsen!

Die Gemeinsame Erklärung basiert auf vier Grundsätzen:

1. Armut ist kein Versagen der Einzelnen!

Armut von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien muss als strukturelles Problem begriffen, kommuniziert und behandelt werden. Arme Familien haben nicht selbst schuld an ihrer Lage, sondern ihre Situation ist die Folge von gesellschaftlichem Ausschluss.

2. Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse!

Bund, Länder und Kommunen müssen ein Gesamtkonzept vorlegen, wie kommunale Infrastruktur für Kinder und Jugendliche bedarfsgerecht gestaltet und finanziert werden kann. Dazu gehören bezahlbare Wohnungen, qualitativ hochwertige und armutssensible Angebote der Bildung, Betreuung, Erziehung und Begleitung, eine bedarfsorientierte, integrierte Schul-, Gesundheits-, Sozial- und Jugendhilfeplanung, die Absicherung von Mobilität für alle und eine gute gesundheitliche Versorgung.

3. Jedes Kind ist gleich viel wert!

Bei der Ermittlung der Regelbedarfe für Grundsicherungsleistungen bedarf es einer einheitlichen, transparenten, konsequent sach- und realitätsgerechten Ermittlung und Umsetzung des kindlichen Existenzminimums für alle Rechtsbereiche. Dieses Existenzminimum muss auskömmlich sein, Teilhabe für jene Kinder und Jugendlichen ermöglichen, deren Eltern sie nicht gewährleisten können, und niedrigschwellig in Anspruch genommen werden können.

4. Unterstützung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird!

Der „Ratschlag Kinderarmut“ fordert, Angebote und Leistungen zur Unterstützung armer Kinder, Jugendlicher und Familien so auszugestalten, dass sie niedrigschwellig zur Verfügung stehen und leicht in Anspruch genommen werden können. Finanzielle Leistungen sollten unbürokratisch und möglichst automatisch ausbezahlt werden.

Den vollständigen Text der Erklärung „Vier Jahre Zeit, um Kinderarmut endgültig zu beseitigen!“, alle unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen sowie weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter https://www.nationale-armutskonferenz.de/category/kinderarmut/.




Skizzen einer demokratischen Erziehung nach Janusz Korczak

Demokratielernen mit Geschichten und Organisation der Lebensgemeinschaft

Für Kinder schrieb Janusz Korczak Geschichten zur Selbsterprobung. Die Geschichten – „Wenn ich wieder klein bin“, „Jack handelt für alle“, „König Hänschen der Erste“, „König Hänschen auf der einsamen Insel“, „Der Bankrott des kleinen Jack“ oder „Kaitus, der Zauberer“ – ermöglichen dem einzelnen Kind seine Vorstellungen zu erweitern und Fantasie zu entwickeln, Alternativen zur Wirklichkeit durchzuspielen, zu gehorchen (nicht weil es Angst hat, sondern weil es selbst Ordnung haben will), Identifikationen vorzunehmen, sich zu wandeln und seine Hoffnungen zu stärken.

Visionen von einer Welt ohne Krieg

So erfindet Korczak mit König Hänschen einen Kinderkönig, also ein Kind, das Macht und Verantwortung hat, aber dennoch Kind bleibt. Das Kind kann seine Unerfahrenheit und Ohnmacht erkennen und die Macht der Großen durchschauen, ihre Grenzen und Schwierigkeiten wahrnehmen. Es kann erkennen, dass Macht und Verantwortung zwei Seiten einer Medaille sind.

Das Kind erfährt, wie sich König Hänschen mit den Unzulänglichkeiten, die in der Welt herrschen, auseinandersetzen muss: Mit Ministern, die ihn belügen, oder mit seinem Freund Fritz, der sich bestechen lässt. Aber es erfährt auch, wie es die Welt zum Guten wenden und Schritte auf dem Weg zu einer gerechteren Welt tun kann. Und es erfährt, wie sich König Hänschens Einstellung zum Krieg ändert, welchen Lernprozess er von der Kriegs- zur Friedensbereitschaft durchmacht. Die Geschichten zeigen auch Visionen von einer Welt, in der es keinen Krieg mehr geben muss.

Aufgaben, die ein Kind erfüllen kann

In Korczaks Geschichten für Kinder gibt es keinen machtvollen Sieger wie in vielen Kinderbüchern. Mächtig zu sein befriedigt ja nur ein augenblickliches Lustbedürfnis. Geschieht dies nicht, dann greift Frustration um sich, die wohl die größte Quelle der Aggression ist.

Wir finden in Korczaks Geschichten nicht Forderungen um jeden Preis, sondern Aufgaben, die ein Kind erfüllen kann. König Hänschen zeigt Aufgaben und risikoreiche Wege zu ihrer Bewältigung, denen jedes Kind sich gewachsen fühlen kann. Freilich ist der gute König am Ende ein trauriger König auf der einsamen Insel. Offenbar ist es in unserer Welt so eingerichtet, dass ein Mensch, der Gutes tut, zunächst einsamer sein wird als andere. Er wird aber von denen geachtet, die für eine gerechtere Welt eintreten.

Überwinden, ermöglichen und sensibilisieren

Korczaks Geschichten sind ein bedeutsames Erziehungsmittel gerade in Kindertageseinrichtungen, die Kinder von Flüchtlingen und Kinder mit Behinderung besuchen. Die Geschichten halten den Zielsetzungen der neuen Kinder- und Jugendliteratur stand: Sie überwinden Fixierungen auf Autoritäten, ermöglichen Kritikfähigkeit, sensibilisieren für eigene und fremde Interessen. Sie tragen zur Entwicklung eines Realitätsbewusstseins bei, das eine illusionistische und pessimistische Weltsicht überwindet.

Korczak hat in seinen Geschichten die Gegensätze nicht in einer Synthese aufgehoben, sie oszillieren vielmehr und halten das Denken in Bewegung. Die Geschichten laden zum Mitdenken ein, bei dem keiner den Anderen zu vereinnahmen braucht und jeder kann sich als Teil des Ganzen fühlen: Kinder und Erwachsene, Studierende und Lehrende.

Organisation der Lebensgemeinschaft

Korczak strukturiert im Waisenhaus die Organisation der demokratischen Erziehungsgemeinschaft, bei der das Kind ein gleichwertiger, gleichwürdiger und gleichberechtigter Partner ist. Da aber der Erzieher durch seine Erfahrungen gegenüber dem Kind einen Vorsprung hat, ist er verpflichtet die Perspektive des Kindes und gleichzeitig die eigene zu achten. Bei diesem achtsamen Dialog geht es darum, dem Kind seinen eigenen Gestaltungswillen in der nach republikanischen Regeln geordneten Gemeinschaft zu ermöglichen.

Korczaks breit gefächertes Konzept der demokratischen Erziehung enthält ein pädagogisches System: Für Kinder entwickelt Korczak differenzierte Spielregeln für die Selbstverwaltung mit wenig bestrafenden Paragraphen. Mit ihnen erprobt er Spielregeln in der Kinderrepublik. Das Kindergericht der Erziehungsgemeinschaft ist um ein Höchstmaß an Gerechtigkeit bemüht und orientiert sich am Grundsatz des Verzeihens. Die selbst zu verantwortende Verwaltung ermöglicht den Kindern ihre gemeinsamen Angelegenheiten zu erkennen und zu definieren, Regeln und Formen des gegenseitigen Einvernehmens zu erfinden. Durch diese Selbstverwaltungsstruktur in der „kleinen Kinderrepublik“ können sich Kinder selbst disziplinieren und „mehr Demokratie wagen“.

Ferdinand Klein

Hier geht es zu einem weiteren Artikel von Prof. Ferdiand Klein zu Korczaks Pädagogik.

Mehr über Janusz Korczak und Inklusive Erziehung von Prof. Ferdinand Klein

Inklusive Erziehung in der Krippe, Kita und Grundschule
Heilpädagogische Grundlagen und praktische Tipps im Geiste Janusz Korczaks
168 Seiten, Softcover
ISBN: 978-3-963046-01-8
19,95 €




Dusyma Puppenhaus gewinnen

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Das Dusyma Puppenhaus, mit sechs Zimmern, einer Treppe und zwei herausnehmbaren Acrylglasfenstern, wurde speziell für den Einsatz im Kindergarten entwickelt. Alle Seiten des Puppenhauses sind geöffnet, dadurch ist um das Puppenhaus herum ausreichend Platz vorhanden, dass mehrere Kinder gemeinsam damit spielen können. Durch das Rollenspiel im Puppenhaus werden die Sozial- und Sprachkompetenz der Kinder gefördert.

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Inhalt/Material:

Die 19 mm starken Pfosten, Treppe und Dachfenster sind aus massivem Buchenholz. Wände und Dach sind aus 12 mm starkem, schichtverleimten Birkenholz, alle Teile lackiert. Einrichtung und Puppen sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Maße:

Grundfläche 50 x 50 cm, Gesamthöhe 54 cm.

Trostpreis:

  • Jeder Teilnehmer gewinnt einen 20 € Gutschein mit 200 € Mindestbestellwert
  • Bedingungen: Gültig bis 31.12.2021, MB 200 €, einmal einlösbar, nicht kombinierbar

Das Gewinnspiel ist am 12.10.2021 abgelaufen