Familien brauchen nachhaltige und verlässliche Unterstützung
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Zukunfsforum Familie fordert ein klaren Fahrplan:
Anlässlich der Verlängerung des Corona-Lockdowns fordert das Zukunftsforum Familie (ZFF) einen klaren Fahrplan zur Unterstützung von Familien, der auch die längerfristige Absicherung über den Januar hinaus umfasst.
Verständnis für Schul- und Kitaschließungen
Vor dem Hintergrund des anhaltend hohen Infektionsgeschehens haben die Bundesregierung und die Bundesländer den seit Mitte Dezember bestehenden Lockdown bis Ende Januar verlängert und teilweise verschärft. Auch Kitas und Schulen sollen in diesem Zeitraum geschlossen sein oder je nach Landesregelung nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Britta Altenkamp (Vorsitzende des ZFF) erklärt dazu: „Es ist absolut richtig, die anhaltend hohen Infektionszahlen nachhaltig zu reduzieren. Angesichts der fortdauernden Schließung von Kitas und Schulen begrüßen wir die Entscheidung, zehn zusätzliche Kinderkranktage pro Elternteil bzw. 20 für Alleinerziehende zu gewähren. Diese sollen auch dann genutzt werden können, wenn Kinder pandemiebedingt zu Hause betreut werden. Wird diese Regelung klar kommuniziert und tatsächlich einfach zugänglich gemacht, kann sie Eltern in dieser Krise entlasten!“
Nachhaltige und verlässliche Unterstützung gefragt
Britta Altenkamp fährt fort: „Eine Notfallregelung, die zwar tageweise freistellt, jedoch mit Lohneinbußen und über den eigentlich systemfremden Umweg der Krankenkassen, ist keine nachhaltige und verlässliche Unterstützung von Familien. Gleichzeitig fehlt gleichstellungspolitische Wachsamkeit, denn Kinderkrankentage werden bislang weit überwiegend von Müttern in Anspruch genommen und die bisherigen Erfahrungen in dieser Krise zeigen, dass sich das auch jetzt nicht ändern wird. Zentral gilt es daher, diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen, denn Mütter dürfen nicht weiter die Hauptlast der Vereinbarkeit von Familie und Beruf tragen. Eine Corona-Teilzeit mit Lohnausgleich oder eine Familienarbeitszeit wären hier die richtigen Impulse, um die gleichberechtigte Übernahme von Sorgearbeit zu unterstützen.
Arme Familien besonders berücksichtigen
Zudem müssen die Bedarfe von armen und von Armut bedrohten Familien endlich ernst genommen werden. Es braucht dringend Maßnahmen, die ihren Kindern ein Aufwachsen frei von Mangel und Entbehrung in der Krise und darüber hinaus ermöglicht. Dazu gehören ein Nachteilsausgleich im SGB II, XII und dem Asylbewerber-Leistungsgesetz, die sofortige Auszahlung des Betrages für Mittagessen, welches sonst im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes übernommen wird, sowie die zusätzliche Unterstützung für die Anschaffung digitaler Endgeräte für Schüler*innen überall dort, wo der Digitalpakt Schule noch nicht greift.“
Quelle: Pressemitteilung des Zukunftsforums Familie e.V. (ZFF)
Kaum Schutz für Betreuungspersonal – dennoch sollen Einrichtungen öffnen
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Kinder zeigen oft keine Symptome und werden deshalb meist nicht getestet:
Aktuelle Studien zeigen, dass das Reduzieren der sozialen Kontakte notwendig ist, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Entgegen vieler Behauptungen können Kinder die Krankheit genauso weitergeben, bleiben aber oft ohne Symptome. Ein effektiver Schutz des Betreuungspersonals fehlt.
Wasch mir den Pelz…
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, ist ein uralter Spruch, der perfekt auf die aktuelle Situation passt. Schließlich möchte sich doch niemand mit dem Corona-Virus infizieren. Die Einschränkungen, die das Infektionsrisiko senken, akzeptieren viele nur zähneknirschend, andere gar nicht und manch einer fordert für sich so viele Ausnahmeregelungen ein, dass aus dem Schutzmantel ein löchriger Sack entsteht.
Die Politik gerät dabei massiv unter Druck. Schließlich stehen hie und da Wahlen an. Und so ist der neuerliche Lockdown kaum beschlossen, diskutiert man im ganzen Land Ausnahmeregelungen. Kinder bekommen plötzlich eine Lobby, mit der wir ansonsten überhaupt nicht rechnen können.
Schnelle Öffnungen aber kein Schutz
Kindergärten und Schulen sollen möglichst schnell öffnen, so der Tenor. Auf die Frage, wie dann das Personal in den Einrichtungen geschützt werden soll, kommt dann meist keine Antwort. Denn schließlich gibt es weder ausreichend Impfstoff noch genügend Kapazitäten, um alle zu impfen; schon gar nicht die Kinder. Auch Masken sind oftmal Mangelware. Vor allem Schulbegleiter und Praktikanten dürfen sich diese oft selbst besorgen. Und die sitzen mittendrin.
Schließlich lässt sich im Betreuungsbereich zu den Kindern auch kein Abstand halten, geschweige denn, dass diese untereinander Distanz halten.
Kinder genauso ansteckend
Wer auch immer, die „alternativen Fakten“, in die Welt gesetzt hat, dass Kinder nicht so ansteckend seien, ist längst widerlegt. Tatsache ist: Kinder können Covid-19 genauso weitergeben wie jeder andere. Fatal ist nur, dass sie selbst oft keine oder kaum Symptome zeigen. Besonders deutlich belegt das eine Studie, die an der Universität Wien vom Team des Mikrobiologen Prof. Michael Wagner erstellt wurde. Dabei ließen die Wissenschaftler an 243 Schulen in Österreich insgesamt 10.464 zufällig ausgewählte SchülerInnen und LehrerInnen testen. In jeder dritten bis vierten Klasse fanden die sie ein Kind, das nichts von seiner Infektion wusste. Laut dieser Studie sind Kinder häufig infiziert, meist häufiger als Erwachsene, zeigen aber eben kaum Symptome. Für die Verbreitung der Viren sind solche Verhältnisse ideal.
Soziale Kontakte weiter reduzieren
Es bleibt dabei: Bevor ausreichend viele Menschen geimpft sind, bleiben nicht-pharmazeutische Interventionen (NPI) – wie das Reduzieren sozialer Kontakte – notwendig, um die Bevölkerung so gut wie möglich vor einer Covid-19-Infektion zu schützen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Karlsruher Instituts für Technologie, die jüngst veröffentlich wurde. Hier heißt es unter anderem. dass insbesondere frühzeitige Schulschließungen die Trendwende bei den täglichen Fallzahlen ausmachen können. „Nach unserem Forschungsansatz konnte bei den Schulschließungen ein signifikanter Effekt auf die Dauer zwischen NPI-Beschluss (nichtpharmazeutische Interventionen) und deren Auswirkung in den Daten identifiziert werden“, sagt Dr. Niklas Kühl, Leiter des Applied AI in Services Labs am KSRI/IISM. Je eher die Schulen geschlossen worden seien, desto deutlicher habe sich der Effekt sinkender Fallzahlen gezeigt, so Kühl. „Hätten wir im Frühjahr in Deutschland einen Tag länger gewartet, bis wir die Schulen schließen, hätte dies laut unseren Analysen 125 000 zusätzliche Infektionen bedeutet, die Schließung sieben Tage später sogar 400 000 zusätzliche Fälle“, sagt der Wirtschaftsinformatiker.
Ausnahmen helfen nicht
Die Wissenschaftler am Karlsruhe Service Research Institute (KSRI)/Institute of Information Systems (IISM) des KIT untersuchten die zwischen dem 22. Januar und 12. Mai 2020 von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität erhobenen täglichen Fallzahlen aus Österreich, Belgien, Deutschland, Italien, Norwegen, Spanien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien sowie 28 US-Bundesstaaten.
Jede Ausnahme wird deshalb dazu führen, dass der Inzidenzwert innerhalb der Bevölkerung langsamer sinkt oder gar steigt. Und es braucht keine Prognose, um die Folgen auszumalen. Es wird weitere Einschränkungen geben, die Krankenhäuser werden überlastet sein und es werden mehr Menschen sterben. Im Sinne der Kinder ist das nicht. Sie brauchen große Bewegungsräume und müssen sich weitgehend ungezwungen verhalten können. Für viele Eltern dagegen, ist es sicher eine Erleichterung, wenn die Kinder wieder die Betreuungseinrichtungen besuchen können. Dort sind es aber die Menschen, die die Arbeit verrichten, das Risiko tragen und von denen zumidnest ein Teil die Rechnung dafür bezahlen muss. Er jüngst haben wir über eine Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK berichtet, nach der MitarbeiterInnen in Betreuungseinrichtungen am häufigsten von COVID-19 betroffen sind.
Erbsen esse ich nicht!
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Digitale Auftakttagung zum Schwerpunkt Demokratiebildung und Partizipation in der KiTa:
Ganz passend zu unserem Schwerpunkt „Ernährung“ im gestrigen Newsletter erinnert das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) an seine Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Erbsen esse ich nicht!“ am 18. Februar 2021. Dabei geht es aber weniger ums Essen, sondern um den neuen Schwerpunkt von nifbe „Demokratiebildung und Partizipation in der KiTa“ im Rahmen der landesweiten Qualifizierungsinitative „Vielfalt leben und erleben“. 2021 bietet das nifbe eine digitale Tagung an. Neben einem einführenden Hauptvortrag von Prof. Dr. Raingard Knauer und einem Praxistalk zur Umsetzung von Demokratie-Projekten in der KiTa wird das Thema in zehn Workshops aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert – von den enticklungspsychologischen Voraussetzungen über Partizipationsinstrumente oder die Frage von Macht und Adulismus bei Fachkräften bis zur Zusammmenarbeit mit Eltern. Mehr dazu bei nifbe.
Über das Buch „Die Rechte des Kindes und der Tod“
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Janusz Korczaks Pädagogik der Achtung in der Kinderhospizarbeit:
Die vorliegende Studie „Die Rechte des Kindes und der Tod“ ist reich an Gedanken für das Forschungs- und Handlungsfeld der Pädagogik. Wie kann in der Kinderhospizarbeit die pädagogische Begleitung zwischen Erwachsenen und Kindern sein, wenn die Kinder nicht auf die uns so geläufige weitere Zukunft vorbereitet werden, sondern auf ihr zu erwartendes Lebensende? Auf diese für die Erziehung und Bildung zentrale pädagogische Frage wird in einem breiten Spektrum eine Antwort für eine „Partnerschaft in Unsicherheit“ (S. 181) gesucht, die in der Kinderhospizarbeit gegeben ist.
Der Tod als ein Teil des Lebens des Erwachsenen und des Kindes wird in der Pädagogik, die sich an der Zukunft des Kindes orientiert, kaum beachtet. Für den polnisch-jüdischen Arzt und Erzieher Janusz Korczak ist nicht die Zukunft des Kindes, sondern seine Gegenwart der Ausgangspunkt der Pädagogik. Schon 1918 ruft er als erstes Grundgesetz des Kindes das „Recht des Kindes auf den Tod“ aus, das nicht erst zum Menschen wird, sondern von Beginn an bereits ein Mensch ist.
Kann in diesem pädagogischen Lebensfeld das Kind zum Partner des begleitenden Erwachsenen werden, das Korczak, der als Seelenarzt tief in die Seele der Kinder geschaut hat, über das sonst übliche zukunftsbezogene pädagogische Denken hinaus einfordert? Auf diese Frage wird in fünf Kapiteln eine Aspekt reiche und differenzierte Antwort gesucht: Den Überlegungen zu pädagogischen Grenzerfahrungen folgt ein differenzierter Rückblick in die abendländische Geschichte und in das moderne Hospizwesen in Deutschland. Ihm schliesst sich die Erörterung des Lebens von Kindern und Erwachsenen an den Grenzen des Lebens an. Er mündet im letzten Kapitel in die „Kinderhospiz-Bewegung als sensible Impulsgeberin partizipatorischer und inklusiver Pädagogik“ ein, für die Janusz Korczaks Reformpädagogik von grundlegend ist, eine Haltung der Demut und Bescheidenheit in der Begegnung von Mensch zu Mensch verlangt.
Maluga erkennt, dass die Kinderhospiz-Bewegung heute in Teilen Korczaks Utopie realisiert. Kinder und ihre Begleiter werden aufgrund der außergewöhnlichen Situation angehalten der Unsicherheit des Todes mit Partnerschaftlichkeit zu begegnen. Auf diese Weise können die Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden. Die Begleiter begegnen dem Kind von Mensch zu Mensch, ohne die Differenz aufzuheben. Dieser pädagogische Dialog ermöglicht dem Kind das Einbeziehen in die Gestaltung der Krankheits- und Sterbephasen, was seine Unsicherheit mildert, zur Entlastung seiner Situation führt und eine gemeinsame Verantwortung ermöglicht. Das schließt auch ein, dass die Kinder die Erwachsenen an die Hand nehmen können.
Gespräche, Beobachtungen im Erfahrungsraum der Kinderhospiz machen sensibel auf die Pädagogik der Achtung aufmerksam, die Sterben und Tod nicht tabuisiert, sondern in die pädagogische Theorie einbindet, also Sterblichkeit und Lebensende mit aufnimmt und das sterbende Kind als gleichwürdigen Partner zu sehen ermöglicht: durch Offenheit und Ehrlichkeit dem Kind begegnen, es solange wie möglich am Lern- und Bildungsprozess teilnehmen lassen, ihm die Wahrheit, also den Tod zuzumuten. So weiß es, was mit ihm geschieht und es wird ihm nichts vorgemacht, ihm wird die Gegebenheit nach und nach erklärt und es kann an seinem Sterbeprozess mit gestalteten Ritualen von Abschied und Trauer teilnehmen und diese mitgestalten.
Die Studie zeigt in beeindruckender Weise auf, dass Tabus dem Kind und seinen Begleitern nicht helfen und in pädagogischen Grenzerfahrungen Einstellungen und Haltungen gewonnen werden können, die eben das Unabänderliche annehmen und die noch bleibende Lebenszeit gestalten. Hier sind Sterben und Tod ein Teil der Erziehungs- und Bildungserfahrungen, die nahe am Kind sind und die Beziehung mit ihm bis zum Tod gestalten. Korczaks Pädagogik, der Todesahnung und Todesfurcht der Kinder nahe, hat eine verlässliche und vertrauenswürdige Erzieherhaltung angesichts des Sterbens begründet.
Nach der Lektüre des Werkes können Leser und Leserinnen großen Respekt für die Eltern und für die Kinder gewinnen. Darauf macht auch das Cover-Foto aufmerksam: Hier berühren sich die Finger des Erwachsenen und des Kindes. Sie begegnen sich gleichwertig (geistesverwandt) auf Augenhöhe. Das Foto symbolisiert für die Autorin die „Begegnung von Mensch zu Mensch“ (S. 11).
Zusammenfassung
Für Agnieszka Maluga erwies sich bereits vor und dann während ihrer langjährigen Studien im Kontext der Kinderhospizarbeit Janusz Korczak als „wertvollen gedanklichen Gesprächspartner“ und sie freut sich „wenn er das auch für viele andere werden kann“ (S. 12). Ihr Werk erfüllt alle wissenschaftlichen Anforderungen, erörtert pädagogisch bedeutsame Zusammenhänge in einem einladenden Schreibstil, die zum eigenen Nachdenken und Handeln des Erziehers und der Erzieherin einladen.
Lebensbedeutsame pädagogische Fragen werden ohne definierte Begriffe leserfreundlich dargestellt, erläutert und erörtert. All dies in einfacher, aber inhaltsreichen Sprache. Ich lege dieses Grundlagenwerk allen Erwachsenen ans Herz, die auf der Suche nach einer Pädagogik der Achtung sind, die das individuelle Kind wertschätzt so wie es eben ist, und nicht, wie es werden soll.
Prof. em. Dr. Ferdinand Klein
Bibliographie
Agnieszka Maluga Die Rechte des Kindes und der Tod Janusz Korczaks Pädagogik der Achtung in der Kinderhospizarbeit Kartoniert 311 Seiten ISBN 978-3-7815-2365-4 46 €uro
Präventionsprojekt zu Doktorspielen und Zärtlichkeit gratis im Netz
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
„Sina und Tim“ von Zartbitter e.V. jetzt online zum kostenlosen Download:
Der Corona-Lockdown hat den Bedarf an digitalen Präventions- und Fortbildungsmaterialien für Kinder, Eltern und Fachkräfte deutlich gemacht. Als Antwort darauf stellt Zartbitter e.V. Köln das Projekt „Sina und Tim“ zur Prävention sexueller Übergriffe durch Kinder im Vorschulalter zum kostenlosen Download unter www.sinaundtim.de ins Netz. Das Projekt besteht aus mehreren Bausteinen
Verfilmung des Puppentheaterstücks „Sina und Tim spielen Doktor“
Selbstverständlich ersetzt die 33-minütige Verfilmung nicht den Erlebnischarakter einer Theateraufführung, doch vermittelt auch sie die sehr kindgerechte und lebensfrohe Inszenierung des sehr erfolgreichen Puppentheaterstücks, das hoffentlich bald wieder in Kitagruppen und vor Erstklässlern gespielt wird. Das Theaterstück wurde in Anlehnung zu dem Pappbilderbuch „Sina und Tim“ von Ursula Enders, Ilka Villier und Dorothee Wolters entwickelt. Die Verfilmung ist sicherlich auch im Rahmen von Ausbildungsgängen und Fortbildungsveranstaltungen ein ausgezeichnetes Anschauungsmaterial für eine kindgerechte Vermittlung von Regeln für Doktorspiele. Ebenso empfiehlt es sich, dass Eltern das Video gemeinsam mit ihren Kindern schauen und darüber über kindliche Sexualität ins Gespräch kommen.
Hörspiel „Sina und Tim spielen Doktor“ für Kinder ab vier Jahren
Das neue Hörspiel zum Theaterstück trägt zu dessen Nachhaltigkeit bei. Zudem hat sich der kostenfreie Zugang zu Zartbitter-Hörspielen bewährt, zeigt doch die Erfahrung, dass nicht nur Kinder die Hörspiele lieben, sondern somit indirekt auch Eltern in die Prävention mit einbezogen werden, die an dem Elternabend des Präventionsprojektes „Sina und Tim“ nicht teilnehmen können.
Musikvideo zum Mitsingen
Mit dabei ist auch ein Musikvideo zum Mitsingen für kleine und große Kinder. „Wenn wir spielen“ ist ein Song über Doktorspiele aus dem Puppentheaterstück „Sina und Tim spielen Doktor“.
Videovortrag für Eltern „Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen“
In dem Video informiert die Kindertherapeutin Ilka Villier Mütter und Väter über Leitsätze einer kindgerechten Prävention gegen sexuelle Übergriffe durch gleichaltrige und ältere Mädchen und Jungen. Anhand von Szenen aus dem Puppentheaterstück „Sina und Tim spielen Doktor“ veranschaulicht die Zartbitter-Beraterin, wie man mit Kindern auf eine unbeschwerte Art und Weise über Doktorspiel und auch über Grenzverletzungen sprechen kann.
Fachvortrag „Doktorspiele oder sexuelle Übergriffe?!“
„Doktorspiele oder sexuelle Übergriffe?“ – eine Frage, die sich im pädagogischen Alltag nicht nur Mütter und Väter, sondern auch viele pädagogische Fachkräfte stellen. Dieses Video vermittelt Grundlagenwissen über kindliche Sexualität und Doktorspiele sowie über sexuelle Übergriffe durch gleichaltrige Kinder. Die Informationen geben Erwachsenen Anhaltspunkte zur Differenzierung zwischen Doktorspielen, zufälligen Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen und zeigen mögliche pädagogische Reaktionen auf sexuelle Übergriffe durch Kinder auf. Das Video empfiehlt sich nicht nur für Inhouse-Schulungen von Kindertagesstätten, sondern ebenso für Ausbildungsgänge pädagogischer Berufe.
Die „Sina und Tim“-Produktionen stehen ebenso im Zartbitter-Youtube-Kanal. Auf Anfrage gibt Zartbitter e.V. Fachstellen gerne die Zustimmung, diese ebenso wie die dort eingestellten Fachvorträge auf ihre Websites zu verlinken, https://www.youtube.com/channel/UCgBtXzUbeD83-ejs0dRPeMQ
Quelle: Presseinformation von Zartbitter e.V.
10 Kitas und lokale Bündnisse im Finale beim Kita-Preis
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Bekanntgabe der Preisträger im Frühjahr 2021:
Zehn Kitas und zehn lokale Bündnisse für frühe Bildung stehen im Finale des Deutschen Kita-Preise 2021. Der Preis ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert. Initiatoren sind das Bundesfamilienministerium und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Der Verband der Bildungswirtschaft didacta, die Zeitschrift Eltern des Gruner und Jahr Verlags sowie die Heinz und Heide Dürr Stiftung sind Partner.
Kategorie „Kita des Jahres“
In der Kategorie „Kita des Jahres“ sind Einrichtungen aus den folgenden Städten und Gemeinden nominiert: Berlin (mit drei Finalisten vertreten), Gießen (Hessen), Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), Bad Bodenteich (Niedersachsen), Köln (Nordrhein-Westfalen), Trier (Rheinland-Pfalz), Oranienbaum-Wörlitz (Sachsen-Anhalt) und Kiel (Schleswig-Holstein). Die Anwärter in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ kommen aus Lörrach (Baden-Württemberg), Haßfurt (Bayern), Bremerhaven (Bremen), Lampertheim (Hessen), dem Weserbergland (Niedersachsen), Monheim am Rhein (Nordrhein-Westfalen), Oderwitz (Sachsen), Tarp und Lübeck (beide Schleswig-Holstein) sowie Jena (Thüringen).
25.000 Euro für Erstplatzierte
Die Preisträger werden im Frühjahr 2021 bekanntgegeben. In den beiden Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ werden je fünf der zehn Finalisten eine Auszeichnung erhalten: Die Erstplatzierten können sich über jeweils 25.000 Euro freuen. Auf weitere vier Kitas und vier Bündnisse warten Preisgelder in Höhe von je 10.000 Euro.
Alle Informationen zum Deutschen Kita-Preis und zur Auswahl der Preisträger finden Interessierte unter www.deutscher-kita-preis.de.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH
Epiphanias – oder: ein Brief von Oma Helene und Opa Hans
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Eine Vorlesegeschichte für Kinder am Dreikönigstag:
Dreikönigstag oder Epiphanias (Erscheinung) nennen die meisten Christen den 6. Januar. Die orthodoxen Kirchen feiern dieses Fest am 7. Januar. Es ist der Tag, an dem man den Heiligen drei Königen oder auch den Weisen aus dem Morgenland gedenkt, die der Stern von Bethlehem zu Jesus geführt haben soll, um ihm zu huldigen und ihm Geschenke zu bringen. Thomas Reuter hat in seinem Buch „Das Kirchenjahr mit Kindern feiern“ eine lustige Vorlesegeschichte geschrieben.
Bevor wir aber in die Geschichte einsteigen, hier noch ein paar Worte zum Dreikönigstag. Von Heiligen drei Königen steht eigentlich nichts in der Bibel. Wohl aber ist im Evangelium von Matthäus 2,1 bis 12 von Sterndeutern oder auch Magiern aus dem Morgenland die Rede, die der Stern zu Jesus geführt haben soll. Die Geschichte, wie wir sie meist kennen, stammt aus einer Vielzahl von Legenden. Die Gebeine der drei sollen im zwölften Jahrhundert von Erzbischof Rainald von Dassel nach Köln gebracht worden sein. 1903 wurde ein Teil der Reliquien wieder nach Mailand gebracht, wo sie einst Friedrich Barbarossa in seinen Besitz gebracht hatte.
Der Brauch, sich erst zu Epiphanias zu beschenken, existiert heute noch in einigen Ländern Europas. Mehr dazu finden Sie etwa bei Wikipedia. Wir haben hier die Geschichte zum Vorlesen:
Oma und Opa haben eine Überraschung
Oma Marianne und Opa Roland – die Eltern von Papa – kamen öfter mal zu Besuch. Klar, denn sie wohnten nur ein paar Häuser weiter. Mamas Eltern – Oma Helene und Opa Hans – kamen höchstens zweimal im Jahr, denn sie lebten über 300 Kilometer entfernt in einem Dörfchen. Mit dem Auto brauchte man einen halben Tag bis zu ihnen hin. In ihrem Dörfchen gab es zwar kein Schwimmbad, kein Kino und nicht einmal einen Fußballplatz, aber dafür Omas und Opas Bauernhof mit Kühen, Schafen, Enten, Hühnern, frischer Milch, selbstangebauten Kartoffeln und vielem anderem mehr.
Wegen der großen Entfernung konnten Marcus und Luise nur selten bei Oma Helene und Opa Hans zu Gast sein – und dabei gab es dort sooo viel zu erleben: auf dem Traktor mittuckern, Kühe melken, Heu einfahren, Schafe umpflocken, Kartoffeln ausbuddeln… Papa sagte manchmal: „Das ist schwere Arbeit, glaubt mir. Oma und Opa können nicht mal in Urlaub fahren, weil sie sich jeden Tag um die Tiere kümmern müssen.“ Sicher hatte Papa recht, aber für Marcus und Luise blieb der Bauernhof dennoch eine Abenteuer-Welt.
Zu Weihnachten schickten Oma Helene und Opa Hans ihren beiden Enkeln stets ein großes Paket – bis obenhin gefüllt mit Spielsachen und Süßigkeiten. „Viel zu viel“, meinte Mama.
Aber Marcus und Luise waren da anderer Meinung. Auch dieses Weihnachten hatten sie sich schon riesig auf das Paket gefreut – und dann diese Enttäuschung. Regelrecht winzig war es gewesen, das Paket, gefüllt mit selbstgebackenen Pfefferkuchen und verschiedenen Nüssen. Klar, die Pfefferkuchen schmeckten toll, aber… Dazu ein Brief mit der Aufschrift „Erst am 6. Januar öffnen.“
Was war mit den Großeltern los? Hatten sie sich über irgendetwas geärgert? Drückten sie Geldsorgen? Und dann der Brief mit der seltsamen Aufschrift. Wenn Mama sie nicht daran erinnert hätte, hätten sie ihn sogar vergessen. „Marcus, hier ist der Brief von Oma und Opa. Du kannst ihn ja durchlesen und dann Luise vorlesen, ja?“ Marcus riss den Umschlag auf, faltete das Papier auseinander und las:
„Lieber Marcus, liebe Luise! Hoffentlich wart ihr nicht allzu traurig, dass ihr von uns nur so ein kleines Weihnachtspaket erhalten habt.“ – Doch, er war enttäuscht gewesen. – „Wisst ihr, wie man den heutigen Tag – den 6. Januar – nennt?“ Klar, Dreikönigstag. „Es ist der Dreikönigstag oder auch Epiphanias (das heißt Erscheinung). Oma nennt ihn immer ,Hohes Neues Jahr‘.“ – Sollte das eine Belehrung werden? – „Es ist der Tag, der den Weisen aus dem Morgenland gewidmet ist, die Jesus mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenkt haben.“ – Das weiß doch jedes Kind. Nun komm zur Sache, Opa! – „In vielen Familien in Europa, zum Beispiel in Russland oder in Spanien, bekommen die Kinder deshalb auch erst am 6. Januar die Weihnachtsgeschenke.“ – Aha, das klang schon besser. – „Aber dazu später. Sicher habt ihr – wie jedes Jahr – wieder viele Weihnachtsgeschenke bekommen.“ Da hatte Opa natürlich recht. Marcus zählte in Gedanken auf: die Lego-Ritterburg, einen ferngesteuerten Bagger, ein Kartenspiel, äh… eine Armbanduhr und… Was gab‘s da noch? Heh! Es waren doch bestimmt zehn Dinge! Ach ja, das Malbuch. Und weiter? Das gibt‘s doch nicht! Sollte er das alles schon vergessen haben? Fix las er weiter: „Und ihr werdet auch noch täglich damit spielen.“ Klar. Die Ritterburg hatte Marcus gleich am ersten Weihnachtsfeiertag zusammengebaut und seitdem schon dreimal umgebaut. Die Uhr hatte er am Arm. Das Malbuch lag auf dem Stapel anderer Malbücher – bis jetzt hatte er noch nichts darin ausgemalt. Das Quartett hatte er ein paarmal mit Luise gespielt. Und der ferngesteuerte Bagger? Den hatte Marcus eine Stunde lang vor- und zurückfahren lassen, aber so richtig tollen Spaß machte das nicht. Auf dem Fußboden im Kinderzimmer lagen eigentlich nur die Sachen, mit denen er schon immer gern gespielt hatte. Aber was wollte Opa Hans nun eigentlich? Marcus las weiter:
„Ihr beiden Lieben – wir haben euch kein größeres Paket geschickt, weil wir uns in diesem Jahr mal ein anderes Geschenk als Spielsachen überlegt haben. Und weil ihr am Heiligabend bestimmt mit euren anderen Geschenken beschäftigt wart, bekommt ihr unseres erst heute. Aber wie schon geschrieben : Viele Kinder müssen sowieso bis zum 6. Januar warten, ehe sie ihre Weihnachtsgeschenke erhalten. Also, hier ist unser Geschenk: Wir laden euch zwei und eure beiden besten Freunde (sicher Benjamin und Claudia, stimmt‘s?)“ – Stimmt! – „für die gesamten Osterferien zu uns auf den Bauernhof ein. Ich hole euch zu Hause ab und bringe euch auch wieder heim. Und auf dem Bauernhof könnt ihr all das tun, was euch Spaß macht (außer Unsinn natürlich). Wir hoffen, ihr freut euch über unser verspätetes Weihnachtsgeschenk.
Bis bald! Eure Oma Helene, euer Opa Hans“
Marcus rief laut „Juhu!“ und „Luise! Wir haben noch ein tolles Geschenk von Oma und Opa bekommen!“ „Wo denn? In dem Brief?“ „Klar. Also, setz dich hin. Ich lese ihn dir vor. Du wirst staunen!“ Der Weihnachtsmann würde in diesem Jahr zwar erst in den Osterferien kommen, aber bei diesem Geschenk war ihm das zu verzeihen!
Dieses Buch erklärt auf unterhaltsame Art in lustigen Geschichten alle wichtigen Feste des Kirchenjahres, wobei sowohl katholische als auch evangelische Feste berücksichtigt werden. Zahlreiche Illustrationen, Koch- und Backrezepte und Bastelvorschläge regen die Kinder zum Mitmachen an und sorgen für ein kreatives Spielen und Lernen. Beginnend mit der Adventszeit führt das Buch durch das ganze Kirchenjahr. Es eignet sich als Vorlesebuch für die Familie, für Kindergruppen, den Kindergottesdienst und die Gemeindearbeit.
Bibliographie:
Thomas Reuter Das Kirchenjahr mit Kindern feiern Ein Vorlesebuch mit lustigen Geschichten, Backrezepten ind Spielen Kartoniertes Buch, 96 Seiten Burckhardthaus-Laetare ISBN: 978-3-944548-90-6 14,95 €
Für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
geschrieben von Redakteur | Januar 11, 2021
Endspurt: Bewerbungsphase um Deutschen Kinder- und Jugendpreis endet nächste Woche:
Jetzt läuft der Endspurt: Noch gut zehn Tage besteht die Möglichkeit, sich um den Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes zu bewerben. Mit dieser Auszeichnung werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken.
Mit 30.000 Euro dotiert
Der Deutsche Kinder- und Jugendpreis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und damit der höchstdotierte bundesweite Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung in Deutschland. Partner sind die Deutsche Fernsehlotterie und der Europa-Park in Rust. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2021, die Preisverleihung soll am 03. Mai 2021 im Europa-Park in Rust stattfinden.
Ein Zeichen für die Beteiligung von Kindern
Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis wirbt das Deutsche Kinderhilfswerk im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Fragen und Belangen. Um ihre aktive Teilnahme zu sichern, stellt das Deutsche Kinderhilfswerk Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses. Nur so fühlen sie sich ernst genommen, lernen Demokratie, setzen sich für andere ein und werden auch als Erwachsene engagiert sein.
Das Engagement von Kindern würdigen
Priorität hat dabei auch, die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Preisverleihung für ihr Engagement zu würdigen und ihre Projekte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. „Wir sind sehr gespannt auf die fantasievollen Projekte, die trotz Corona-Pandemie von und durch die Kinder und Jugendlichen konzipiert und umgesetzt werden“, sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Preisgelder und Kategorien
Vergeben wird der Preis in den Kategorien Solidarisches Miteinander, Politisches Engagement und Kinder- und Jugendkultur. Die Gewinner des 1. Platzes jeder Kategorie erhalten ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro. Außerdem wird es in jeder Kategorie eine lobende Erwähnung geben, die mit 3.000 Euro dotiert ist. Zusätzlich wird ein Projekt mit dem Europa-Park JUNIOR CLUB Award ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 3.000 Euro gewürdigt wird.
Für eigene Rechte und die Rechte anderer
„Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis zeichnen wir das Engagement von Kindern und Jugendlichen für ihre eigenen Rechte oder die Rechte anderer aus. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, wie wichtig die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist. Kinder und Jugendliche, die sich selbst als aktiv gestaltend erfahren, beteiligen sich auch als Erwachsene eher an der Gestaltung des Gemeinwesens. Mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird somit ein wesentlicher Grundpfeiler unserer Demokratie gestärkt“, sagt Hofmann.
Jetzt online bewerben
Die Bewerbung erfolgt online unter www.dkhw.de/bewerbung_2021. Dort sind weitere Informationen sowie Hinweise zum richtigen Ausfüllen der Bewerbung aufgeführt. Die Vorhaben sollen bereits begonnen haben oder im letzten halben Jahr abgeschlossen worden sein. Für die Endauswahl werden je Kategorie fünf Projekte durch eine Fachjury nominiert. Danach wird der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes als Kinderjury die Preisträgerinnen und Preisträger bestimmen.
Einladung nach Rust
Kinder und Jugendliche der Gewinnerprojekte für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis werden zur Preisverleihung in den Europa-Park in Rust eingeladen und erhalten während der Veranstaltung die Möglichkeit, ihr Projekt direkt auf der Bühne vorzustellen. Außerdem wird von jedem Gewinnerprojekt sowie von den lobenden Erwähnungen ein Kurzfilm gedreht, der zur Vorstellung des Engagements dient.