Entwicklungszeit ist keine Schnellstraße und Kinder sind keine Stopfgänse

Warum Kinder Zeit, Beziehung und eigene Erfahrungen brauchen – und weshalb die heutige Bildungspraxis ihre Entwicklung zunehmend unter Druck setzt

Schon im Jahre 1990 erschien in der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE ein Artikel von Helga Zeiher unter dem Titel „Kindheit: organisiert und isoliert“ (Heft 2/1990), „DIE ZEIT“ berichtete vom „Ende der Kindheit“ (19.04.2000, Nr. 17) und in der Zeitung „Die Woche“ lautete die Überschrift eines lesenswerten Beitrags „Kaputte Kindheit“ (03.01.1997, Nr. 2). Schon vor über drei Jahrzehnten hätten sich demnach Eltern, pädagogische Fachkräfte und (sozial-)politische Mandatsträger die Frage nach dem „Recht des Kindes auf den heutigen Tag“ (Janusz Korczak) stellen und für Veränderungen sorgen müssen. Der bekannte österreichische Lehrer und Schriftsteller Ernst Ferstl hat offensichtlich leider recht, wenn er meint: „Wir brauchen viele Jahre, bis wir verstehen, wie kostbar Augenblicke sein können.“ (Ferstl, Kurz und fündig. Gedanken mit Tiefgang, 1995).

Nicht vorüber. Was vorüber ist, ist nicht vorüber. Es wächst weiter in deinen Zellen. Ein Baum aus Tränen oder vergangenem Glück.
(Rose Ausländer)

Wenn Zeit und Raum verloren gehen

So beklagen auch in zunehmendem Maße Kindheitsforscherinnen, Bildungswissenschaftler*innen, ganzheitlich orientierte Kinderärzt*innen sowie zeitorientierte und wachsame elementarpädagogische Fachkräfte den Umstand, dass Kindern immer weniger Zeit und Raum zur Verfügung gestellt wird, um eigenen Interessen in Ruhe nachgehen zu können, eigene Vorhaben ungestört umzusetzen oder auch Zeiten zu genießen, ohne etwas Großartiges im Sinne einer bewegungsaktiven Handlung zu unternehmen. Das betrifft sowohl viele Kinder in ihrem Elternhaus als auch in zunehmendem Maße die von ihnen besuchten Kindertageseinrichtungen. Ein Blick in eine Reihe von Kindertageseinrichtungen macht dies deutlich, indem es festgelegte (starre) Tagesablaufstrukturen, fest verankerte Wochentagsaktivitäten und ausgefüllte Tagespläne gibt, die den Aufenthalt der Kinder nach vorgegebenen Strukturmerkmalen takten.

Auf diese Weise ist der Alltag vieler Kinder durch Hektik, Stress und Programmangebote gekennzeichnet, bei denen ihnen oftmals kaum Zeit zur Verfügung gestellt wird, in selbstgestaltete, nachhaltige Selbstbildungsprozesse hineinfinden zu können. Demgegenüber brauchen Kinder – gerade im Kindergartenalter – Zeit und Raum, um sich selbst, ihre eigenen Ressourcen und die Welt um sie herum wahrzunehmen, aus eigenem Interesse zu entdecken und auf diese Weise eine selbstgesteuerte Beziehung zu sich und ihrem Umfeld herzustellen.

Gerade Kindheit ist kurz und nicht nachholbar. Wir dürfen sie nicht überspringen. Das ist doch wie bei Bäumen: Die, die zu schnell wachsen, haben später weiches Holz. Was stabil sein soll, braucht Zeit.
(Kirsten Boie)

Wenn Kinder zu „Fällen“ werden

Anstatt sich den tatsächlichen Entstehungsbedingungen des erwartungswidrigen Verhaltens bei Kindern zuzuwenden, diese fachkompetent und differenziert zu identifizieren und nachhaltige, entwicklungsförderliche Bedingungen in Gang zu setzen, werden Kinder im Sinne eines medizinischen Modells klassifiziert und mit Begriffsetikettierungen bewertet, um sie als „veränderungswürdig“ zu betrachten und in Maßnahmen zu bringen, die bei ihnen eine Verhaltensänderung bewirken sollen. Strukturelle, externe, institutionsbedingte, personale Ursachen werden dabei häufig ausgeblendet, sodass das Kind als „Symptomträger“ in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt wird.

Jedes Kind hat das Recht zu lernen, zu spielen, zu lachen, zu träumen, zu lieben, anderer Ansicht zu sein, vorwärtszukommen und sich zu verwirklichen.
(Hall-Dennis Report)

Kindheit unter Druck – typische Muster

Viele „auffällige Verhaltensweisen“ bei Kindern, wie beispielsweise Hyperaktivität, Impulsivität, dissoziales Verhalten, emotionaler Rückzug, geringe Konzentrationsfertigkeit, fehlende Belastbarkeit, soziale Isolation, Lern- und Kommunikationsstörungen, Angst- und Zwangsstörungen wie auch psychosomatische Erkrankungen, sind häufig eine Folge aus den drei großen entwicklungshinderlichen Bedingungsfeldern im Alltagsleben von Kindern: Kinderzeiten sind zerrissen, Kinderwelten werden zerteilt und Kinderräume sind immer stärker eingeschränkt!

Prof. Dr. Klaus-Peter Brinkhoff hat das Thema „Kindheiten in der heutigen Zeit“ in seinem Beitrag „Kindsein ist kein Kinderspiel“ (in: Mansel, J., 1996, S. 25–59) mit zutreffenden Begriffen sehr deutlich auf den Punkt gebracht, wenn er unter anderem von einer abgefederten „Airbag-Kindheit“, einer gnadenlosen „Konsum-Kindheit“, einer beherrschenden „Medien-Kindheit“, einer mit allen Weltereignissen konfrontierten „Erste-Reihe-Kindheit“, einer früh angelegten „Karriere-Kindheit“, einer funktionsgestalteten „Insel-Kindheit“, einer künstlich angebotenen „Entsinnlichten Kindheit“, einer durch den Verlust der Kindheit geprägten „Gefährdeten Kindheit“ und schließlich einer „Ungewissen Kindheit“ spricht. In allem ist ein roter Faden zu erkennen, der sich durch diese Begriffs-Kindheiten zieht: Kindern fehlt ihre Zeit, um mit Ruhe und in unstrukturierten Räumen eigene Erfahrungen zu sammeln, unbelastet von Erwachsenenproblemen und nicht mit fremdbestimmenden Vorgabestrukturen überfrachtet.

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Erfahrungsräume statt Programmstruktur

Zeitreise: Nimm ein Kind an die Hand und lass dich von ihm führen. Betrachte die Steine, die es aufhebt, und höre zu, was es dir erzählt. Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt, die du längst vergessen hast.
(unbekannter Verfasser)

Viele (inter)national tätige und seit vielen Jahren forschende Erziehungswissenschaftler*innen und Entwicklungspsycholog*innen, z. B. Klaus Fröhlich-Gildhoff, Gerald Hüther, Rüdiger Kißgen, Niels Birbaumer, Harald Engler, Karsten Brensing, Tobias Hauser, Manfred Spitzer, Karl Heinz Brisch und Benjamin Hilbig, sind sich aufgrund einer systemischen Betrachtung heutiger Kindheiten, kindeigener Ausdrucksformen und vorgegebener Entwicklungsbedingungen in folgenden Überlegungen einig. Kurzum auf den Punkt gebracht bedeutet dies:

(a) Erwachsene – sowohl Eltern als auch Fachkräfte im Kita-Bereich – bieten Kindern immer häufiger Räume an, die in ihrer Gestaltung lediglich auf eine ganz bestimmte Funktionalität ausgerichtet sind.
(b) Kindern werden Tätigkeiten von Erwachsenen – mit festen Erwartungsvorstellungen verbunden – vorgegeben, die sie möglichst zu erfüllen haben, und dabei wird das Ganze in vorher festgelegte Zeiteinheiten eingebettet, in denen sich das Kind dem vorgesetzten Angebot zuzuwenden hat.
(c) Erfahrungsräume werden arrangiert, künstliche Situationen, die mit dem Alltagserleben des Kindes teilweise oder gar nichts zu tun haben, hergestellt (= Konfrontation mit einer Wirklichkeit aus zweiter Hand), um Leistungen des Kindes mit zuvor erfassten Lernzielen für eine Zukunftskompetenz in Übereinstimmung zu bringen.

Kinder und Uhren dürfen nicht ständig aufgezogen werden, man muss sie auch gehen lassen.
(Jean Paul)


Bücher von Armin Krenz bei Burckhardthaus


Stress statt Selbstbildung

Kinder benötigen ihr eigenes, für sie selbst noch nicht vollständig und umfassend begreif- und erfassbares Zeitmaß (Jean Piaget), nach dem sie ihre Wahrnehmungen und Beobachtungen nach subjektiven Bedürfnissen ausrichten und fokussieren dürfen, um sich mit ihrer selbstmotivierten Konzentration und intrinsisch gelenkten Aufmerksamkeit ihrem eigenen Attraktivitätsobjekt handelnd zuwenden zu können. Überall dort, wo solche Wahrnehmungsprozesse im Kind unterbrochen oder gar unterbunden werden, bleibt im Kind eine unfertige, unbearbeitete Situation bestehen und sorgt im weiteren Verlauf für halbherzige oder nicht vorhandene Aufmerksamkeit auf das neue Wahrnehmungsobjekt.

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Neurowissenschaftler*innen (etwa Gerald Hüther, Gerhard Roth, Manfred Spitzer, Wolf Singer, Christian Haass, Martin Dichgans) stellen bei Kindern eine zunehmende Anhäufung von Stresshormonen (= biochemische Botenstoffe) durch besondere Belastungen fest, indem bei eher kurzzeitigen Belastungserlebnissen sogenannte Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin) und bei dauerhaften Belastungen sogenannte Glukokortikoide in der Nebenniere gebildet und freigesetzt werden. Über die weitere Vermittlung des Corticotropin-Releasing-Hormons wird Adrenocorticotropin freigesetzt, das wiederum die Synthese und Ausschüttung des Glukokortikoids Cortisol aus der Nebennierenrinde stimuliert. So entsteht im Kind der folgende Gefühlsimpuls: Flucht oder Kampf, Desinteresse bzw. Abwendung vom Angebot oder Auflehnung/aggressive Abneigung gegen das, was das Kind um sich herum erlebt. ZEIT und RAUM würden eine solche verfahrene Situation erst gar nicht aufkommen oder sich zuspitzen lassen.

Wenn wir bei einem Kind etwas ändern wollen, sollten wir zunächst prüfen, ob es sich nicht um etwas handelt, das wir an uns selbst ändern müssen.
(Carl Gustav Jung)

Zentrale Fragen einer kindorientierten Pädagogik

Fragen, die daher im Sinne einer tatsächlichen KINDORIENTIERUNG immer dringlicher im Sinne einer zeitgebenden Entwicklungsunterstützung angezeigt sind und in den Vordergrund gerückt werden müssen, lauten wie folgt:

  • Was braucht das Kind an Unterstützung im Hinblick auf seine Interessen und Bedürfnisse?
  • Welche aktive Begleitung braucht das Kind, um seine subjektiv ausgerichtete Neugierde ausdrücken und handelnd ausprobieren zu können?
  • Womit kann dem Kind geholfen werden, um seine innewohnenden Ressortkompetenzen zu entdecken und diese handlungsaktiv in Erfahrung zu bringen?

Lernen heißt: Alte Erfahrungen neu durchdenken.
(Willy Möbius)

Wege aus der Beschleunigungspädagogik

Um aus einer entwicklungsfeindlichen Beschleunigungspädagogik herauszufinden und zu einer entschleunigten Entwicklungsbegleitung der Kinder zu gelangen, bedarf es daher vor allem folgender Umkehrschritte:

1.) Entsprechend der UN-Charta „Rechte des Kindes“ ist das Wohl des Kindes vorrangig vor allen anderen Gesichtspunkten zu berücksichtigen (Art. 3,1), einschließlich des Rechts auf Ruhe und Freizeit, Spiel und … Ruhe (Art. 31,1).
2.) Insofern darf auch das Thema „Partizipation“ weder als ein zusätzlicher, funktional gestalteter Programmpunkt in die Bildungslandschaft verstanden werden. Stattdessen muss Partizipation von Anfang an in die Alltagspädagogik als permanenter Bestandteil einer demokratischen Pädagogik integriert werden.
3.) Die Pädagogik muss erkennen, dass Kinder die Lehrmeister für alle pädagogischen Fachkräfte sowie die Ausgestaltung der Pädagogik sind und damit nicht Lehrprogramme der Ausgangspunkt für Lernprozesse sind.
4.) Die Grundlagen für eine kindorientierte und zugleich professionell gestaltete Elementarpädagogik sind aus den Erkenntnissen entwicklungspsychologischer Gesetzmäßigkeiten, der Bindungs- und Bildungsforschung abzuleiten und müssen damit modernistische Tendenzen professionell auf ihre pädagogische Berechtigung hin überprüfen und bei fachlichen Defiziten in ihre Schranken verweisen.
5.) Es muss endlich zur Kenntnis genommen werden, dass Kindheiten ein eigener Entwicklungszeitraum mit eigenen Merkmalen sind und besondere Erfordernisse notwendig machen.
6.) Die Elementarpädagogik muss sich wieder als eigenständige Fachdisziplin verstehen und sich aus der Einverleibung durch die Schulpädagogik lösen.
7.) „Bildung“ muss als ein Prozess der Selbstbildung des Kindes verstanden werden – das erfordert eine völlige Ablösung von teilisolierten und nicht nachhaltigen Förderprogrammen.
8.) Wenn sich die elementarpädagogischen Fachkräfte als aktive Entwicklungsbegleiter*innen des Kindes verstehen, erübrigt sich auch das Wort „Förderung“, das eine „Bildung aus zweiter Hand“ (Prof. Dr. Gerd Schäfer) immer wieder aufs Neue aktualisiert und das Kind weiterhin in Beschlag nehmen würde. Der Begriff „Förderung“ sollte durch den Begriff „Entwicklungsbegleitung“ ersetzt werden; dann würde auch die Berufsbezeichnung „Erzieher:in“ durch „Entwicklungsbegleiter:in“ ersetzt werden können.
9.) Solange Konzeptionen Aussagen enthalten, die kindorientierte Entwicklungsbedürfnisse als Ausgangspunkt der pädagogischen Alltagsgestaltung beschreiben und diese in der Praxis nur bruchstückhaft zu entdecken oder gar nicht wiederzufinden sind, werden diese zu unverbindlichen Konzepten degradiert und besitzen infolgedessen keine Aussagekraft. Damit bleiben sie inhaltsleere Worthülsen. Sollte das der Fall sein, besteht die Aufgabe für die Fachkräfte darin, die formulierte Theorie zur Praxis werden zu lassen.
10.) Solange sich elementarpädagogische Fachkräfte nicht deutlich von fachlich unberechtigten Träger-/Fachberater*innenerwartungen oder überzogenen, unberechtigten Elternwünschen abgrenzen, solange wird die Einrichtung kein professionelles Profil besitzen können und kindliche Entwicklungsbedürfnisse außer Acht lassen.
11.) Solange die Elementarpädagogik es nicht schafft, die pädagogische Wertigkeit vom Kinde aus zu betrachten und zu gestalten, solange bleiben bedeutsame psycho-soziale Grundbedürfnisse von Kindern unbeachtet und werden in nachhaltigen Folgen zum Ausdruck kommen.
12.) Solange alltagsferne, inhaltlich voneinander abgetrennte Themenangebote den Kindern vorgesetzt und untrennbar vernetzte Sinnzusammenhänge voneinander isoliert werden, sodass nahezu alles auf eine strikte Didaktisierung der Pädagogik hinausläuft oder sogar noch aufgestockt wird, solange werden spannende und beziehungsförderliche Bindungserfahrungen und (Selbst-)Bildungsprozesse (auf beiden Seiten!) einer funktionalen Kognitionserziehung geopfert – mit nachhaltigen entwicklungshinderlichen Auswirkungen auf das Kind.
13.) Solange Freude, eine innere Zufriedenheit, ein tiefes Glücksempfinden und eine wache Neugierde nicht als a priori gesetzte Ziele der Elementarpädagogik im uneingeschränkten Vordergrund stehen, solange entfernen sich Kinder und Erwachsene immer weiter voneinander. Psychiater sprechen hier vom „Lernziel Neurose“, weil ein lebensbejahendes, fröhliches Mit- und Voneinanderlernen nicht mehr im Mittelpunkt der Pädagogik stehen.
14.) Solange in Kindertageseinrichtungen ein funktionales, fachlich verkümmertes Bildungsverständnis im olympischen Sinne von „früher, schneller, höher, weiter“ die Alltagspädagogik prägt, solange liegt diesem Missverständnis von Bildung eine didaktisierte Vorschulpädagogik zugrunde und ist vom gesetzlich verankerten „eigenen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag“ (SGB VIII, Bd. 2, Hbb.) weit entfernt.
15.) Solange die Elementarpädagogik die von wirtschaftlich geprägten Interessensgruppen/Verbänden/Stiftungen entwickelten und teilisolierten „Förderprogramme“ unkritisch und ohne Wertigkeitsüberprüfung übernimmt, solange wird es keine Pädagogik vom Kinde aus geben.
16.) Solange Fachschulen/Fachakademien u. Ä. Ausbildungsstätten für Erzieherinnen an inhaltlich starren Ausbildungsplänen, einer funktional orientierten Unterrichtsgestaltung und an rigiden Praxisbeurteilungen ihrer Praktikantinnen festhalten, solange ist es den Erzieherinnen in ihrem späteren Beruf auch umso schwerer möglich, sich auf eine kindorientierte, lebendige und damit innovative und auch mal ungeplante Pädagogik einzulassen.
17.) Und solange elementarpädagogische Fachkräfte keine Solidarität – selbstverständlich trägerübergreifend – miteinander herstellen und keinen bzw. nur wenig Mut aufbringen, mit ihrem Träger, Fachberaterinnen und Eltern bei fachlich unberechtigten Forderungen in ein konstruktives Streitgespräch einzusteigen, solange bleibt die Elementarpädagogik nur ein „Anhängsel“ anderer Fachdisziplinen, und die gesellschaftlich überaus bedeutsame Gruppe der Kindheitspädagog*innen verspielt damit gleichzeitig die Chance, ihre Professionalität nach außen zu tragen – mit dann vollkommen berechtigt erhöhten Gehaltsforderungen.

Literaturangaben:

  • Bergmann, W. (2011): Lasst eure Kinder in Ruhe! Gegen den Förderwahn in der Erziehung. München: Kösel.
  • Dreiske, H.-H. (1987): Ohne Netz. Gedichte zur Kindheit. Freiburg: Lambertus.
  • Drerup, J. et al. (2024): Was ist eine gute Kindheit? Stuttgart: Reclam.
  • Juul, J. (2009): Dein kompetentes Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage in der Familie. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt (rororo).
  • Juul, J. (2023): Es gibt keine unberechenbaren Jugendlichen. Wie wir mit unseren Kindern in Beziehung bleiben. München: Kösel.
  • Krenz, A. & Klein, F. (2013): Bildung durch Bindung. Frühpädagogik – inklusiv und beziehungsorientiert. 2. Aufl., Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Krenz, A. (2019): Kinderseelen verstehen. Verhaltensauffälligkeiten und ihre Hintergründe. 6. Aufl., München: Kösel.
  • Krenz, A. (2022): Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht. 20 PowerPoint-Präsentationen als Grundlage für Teambesprechungen, Fortbildungsveranstaltungen und Fachberatungen. Freiburg: BurckhardtHaus (Körner Medien).
  • Krenz, A. (2024): Spiel und Selbstbildung. Kitas brauchen eine pädagogische Revolution. Freiburg: BurckhardtHaus (Körner Medien).
  • Krenz, A. (2024): Berufsbild Erzieherin. Grundsatzgedanken zum Selbstverständnis eines sehr anspruchsvollen Berufs*. Freiburg: BurckhardtHaus (Körner Medien).
  • Krenz, A. (2025): Pädagogische Haltung entwickeln und leben. Werte und Professionalität für pädagogische Fachkräfte. München: Don Bosco.
  • Krenz, A. (2025): Medienkompetenz beginnt mit der Sach- und Selbstkompetenz bei den Erwachsenen und nicht zuvorderst „am“ Kind. Freiburg: BurckhardtHaus (Körner Medien).
  • Krenz, A. (2025/2026): Merkmale einer guten Kita-Pädagogik. Das Praxisbuch zur Qualität in der frühen Bildung. Freiburg: BurckhardtHaus (Körner Medien).
  • Krenz, A. (2025/2026): Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben. Wie Kinder durch Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung nachhaltig wachsen. Freiburg: BurckhardtHaus (Körner Medien).
  • Lee, J. (2004): Abenteuer für eine echte Kindheit. Die Anleitung. München: Piper.
  • Mansel, J. (Hrsg.) (1996): Glückliche Kindheit – schwierige Zeit? Opladen: Leske & Budrich.
  • Maywald, J. (2019): Gewalt durch pädagogische Fachkräfte verhindern. Freiburg: Herder.
  • Postman, N. (1987): Das Verschwinden der Kindheit. Frankfurt am Main: Fischer.
  • Renz-Polster, H. (2014): Die Kindheit ist unantastbar. Weinheim: Beltz.
  • Renz-Polster, H. (2016): Menschenkinder. Artgerechte Erziehung – was unser Nachwuchs wirklich braucht. 4. Aufl., München: Kösel.
  • Renz-Polster, H. (2025): Demokratie braucht Erziehung. Warum der Widerstand gegen autoritäre Strömungen schon in der Kindheit beginnt. München: Kösel.
  • Stipsitz, R. & Hutterer, R. (Hrsg.) (1988): Person werden. Frankfurt am Main: Peter Lang.
  • von Rosenberg, F. (2022): Die beschädigte Kindheit: Das Krippensystem in der DDR und seine Folgen. München: C.H. Beck.
  • Weber, A. (2012): Mehr Matsch! Kinder brauchen Natur. Berlin: Ullstein.
  • Weber, A. (mit Emma und Max) (2013): Das Quatsch-Matsch-Buch. Das Aktionsbuch – großstadttauglich & baumhausgeprüft. München: Kösel.

Kontext des Beitrags

Diese Grundüberlegungen liegen dem Vortrag „Kinder haben ein Recht auf ihre Kindheit – ein Plädoyer für eine kind(heits)orientierte Elementarpädagogik“ zugrunde, der auf der Bildungsmesse DIDACTA in Köln am 10.03.2026 gehalten wurde.

Armin Krenz, Hon.-Professor für Entwicklungspsychologie & Elementarpädagogik (a. D.),
Prof. h. c. et Dr. h. c. / Wissenschaftsdozent mit (inter)nationalen Lehraufträgen




Kita-Zeit ist Entwicklungszeit: Vortrag von Armin Krenz in Freiburg

Was Kinder stark macht – und was ihre Entwicklung behindert: Impulse für Pädagogik und Schule.

Warum die Kita-Zeit entscheidend für das ganze Leben ist

Die frühen Jahre eines Kindes sind prägend wie kaum eine andere Lebensphase. Was Kinder in dieser Zeit erleben – oder eben nicht erleben –, beeinflusst ihre Entwicklung nachhaltig. Genau hier setzt ein Vortrag von Prof. Dr. Armin Krenz an, der die Kita-Zeit als zentrale Entwicklungszeit in den Fokus rückt.

Seine zentrale These: Entwicklung geschieht nicht nebenbei – sie braucht Bedingungen, die gezielt gestaltet werden müssen.

Was Kinder stärkt – und was ihnen schadet

Im Mittelpunkt des Vortrags steht eine grundlegende Frage:
Was unterstützt die Entwicklung von Kindern – und was behindert sie?

Dabei geht es nicht nur um einzelne Fördermaßnahmen, sondern um das gesamte Umfeld, in dem Kinder aufwachsen und lernen.

Krenz macht deutlich, dass kindliche Entwicklung immer im Zusammenspiel von Erfahrungen, Beziehungen und Rahmenbedingungen entsteht. Pädagogische Fachkräfte und Schulen stehen daher vor der Aufgabe, diese Bedingungen bewusst zu gestalten.

Impulse für eine zukunftsfähige Pädagogik

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Leben und Lernen im Wandel“ und richtet sich an alle, die Kinder auf ihrem Bildungsweg begleiten.

Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln:

  • wie Entwicklungsprozesse verlaufen
  • welche Faktoren sie fördern oder behindern
  • und welche Rolle pädagogische Einrichtungen dabei spielen

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen gewinnen diese Fragen an Bedeutung.

Referent mit langjähriger Erfahrung

Prof. Dr. Armin Krenz ist Honorarprofessor für Elementarpädagogik und Entwicklungspsychologie und zählt zu den profilierten Stimmen in der frühkindlichen Bildung.

Seine Vorträge verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Impulsen – und bieten damit Orientierung für den pädagogischen Alltag.

Termin und Teilnahme

📅 20. April 2026
🕕 18:00 Uhr

📍 Veranstaltungsort: KH Freiburg, Karlstraße 63, Freiburg
💻 Teilnahme auch online von jedem Ort aus möglich: https://www.kh-freiburg.de/de/hochschule/termine/2026/04-20-vortrag-kita-zeit-entwicklungszeit

💶 Eintritt frei (Spenden erbeten)

Warum sich der Vortrag lohnt

Die Veranstaltung richtet den Blick auf das Wesentliche:

Was Kinder wirklich brauchen, um sich gesund zu entwickeln.

Damit liefert sie wertvolle Impulse für alle, die in Kita, Schule oder pädagogischen Arbeitsfeldern Verantwortung tragen.




didacta 2026 in Köln: Treffen, Ideen und Veranstaltungen für Fachkräfte

Mit Lesekino mit Tina Rau, Vortrag von Prof. Dr. Armin Krenz, Workshops mit Frieder Knauss und einem Geschenk für alle Leser*innen von spielen und lernen

Wenn sich vom 10. bis 14. März 2026 in Köln wieder die Tore zur didacta öffnen, richtet sich der Blick der Bildungsbranche erneut auf die traditionsreiche Messe. Die didacta gilt offiziell als Europas größte Bildungsmesse – und auch wenn sie in den vergangenen Jahren nicht mehr ganz den Glanz früherer Zeiten entfalten konnte, bleibt sie doch ein zentraler Treffpunkt für pädagogische Fachkräfte, Träger, Fachverlage und Bildungsanbieter.

Gerade für Menschen aus der Frühpädagogik, der Kita-Praxis und der Elementarbildung lohnt sich ein Besuch weiterhin: Denn die didacta ist weniger ein Ort für große Inszenierungen als vielmehr eine Plattform für Austausch, Gespräche und konkrete Ideen für den Alltag in Bildungseinrichtungen.

Ein besonderer Grund, in diesem Jahr nach Köln zu kommen: spielen und lernen ist erstmals nach vielen Jahren mit einem eigenen Programm vertreten – mit Büchern, Fachimpulsen, prominenten Gästen und einer Einladung zum persönlichen Austausch.

didacta 2026: Bildung im Wandel – Frühe Bildung im Fokus

Die didacta 2026 steht unter dem Motto „Alles im Wandel. Bildung im Fokus“. Damit greift die Messe aktuelle gesellschaftliche und pädagogische Herausforderungen auf: Fachkräftemangel, Qualitätsentwicklung, Inklusion, Diversität, Kinderschutz, Sprachbildung, Digitalisierung und die Frage, wie Bildung in unsicheren Zeiten Orientierung geben kann.

Besonders deutlich wird dabei, dass Bildung nicht erst in der Schule beginnt, sondern schon in den ersten Lebensjahren. Die Frühe Bildung bildet die Grundlage für gelingende Bildungsbiografien – und genau hier setzt die didacta in Halle 8 einen Schwerpunkt.

Mehr als 600 Ausstellende präsentieren Materialien, Konzepte, Lernangebote und Dienstleistungen speziell für den Kita-Bereich. Fachkräfte können neue Produkte ausprobieren, digitale Tools testen oder innovative Raumkonzepte kennenlernen. Vor allem aber bietet die Messe Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen – über das, was im Alltag funktioniert, was fehlt und was Kinder heute wirklich brauchen.

spielen und lernen live in Halle 8: Stand F 015 als Treffpunkt

Wenn die didacta am 10. März startet, ist diesmal auch spielen und lernen mit dabei. Gemeinsam mit Verlagen, Autorinnen und Partnerinnen präsentiert das Team in Halle 8 am Stand F 015 ein vielseitiges Programm rund um:

  • Kinder- und Bilderbücher
  • pädagogische Fachliteratur
  • Elternratgeber
  • neue Ideen für Kita und Familie
  • Materialien für selbsttätiges Lernen

Mit dabei ist auch Miralearn, das kreative Lösungen rund um eigenständige Lernprozesse und kindorientierte Bildungsarbeit vorstellt.

Der Stand soll dabei nicht nur Ausstellungsfläche sein, sondern ein Ort der Begegnung: Fachkräfte können stöbern, Fragen stellen, neue Impulse mitnehmen und mit Expert*innen ins Gespräch kommen.

🎁 Jede Leserin und jeder Leser von spielen und lernen erhält ein kleines Geschenk am Stand F 015.

Tina Rau und die Fizzli-Puzzlis: Kreative Begleitung durch die Messe

Mit Tina Rau begleitet eine bekannte Kinderbuchautorin und Erzieherin das Team von spielen und lernen während der gesamten Messezeit. Viele kennen sie durch ihre fantasievollen Geschichten und die beliebten Fizzli-Puzzlis, die spielerisch Sprache, Kreativität und emotionale Bildung verbinden.

Tina Rau wird an allen Messetagen am Stand präsent sein, für Gespräche zur Verfügung stehen und zeigen, wie Geschichten und Bilderbücher pädagogisch wirksam eingesetzt werden können – nicht als „Nebenbei-Angebot“, sondern als Schlüssel zu Beziehung, Sprache und innerer Entwicklung.

Lesekino „Kennt ihr Blauland?“ – ein besonderes Messeerlebnis

Ein Highlight erwartet Besucher*innen gleich am ersten Messetag:

Am Dienstag, 10. März 2026 von 12:00 bis 12.30 Uhr präsentiert spielen und lernen auf der Stiftungsfläche des Ausschusses Frühe Bildung im Didacta Verband (Halle 8, Stand D 044) das Lesekino:

„Kennt ihr Blauland?“ mit Tina Rau und Martin Hermann

Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Lesung, sondern um eine atmosphärische Verbindung aus Sprache, großformatigen Bildern und Musik. Die Klänge des Musikers Martin Hermann schaffen gemeinsam mit den projizierten Illustrationen einen Raum, in dem Lauschen und Schauen zusammenfinden.

Das Bilderbuch „Kennt ihr Blauland?“ gehört seit 1988 zu den Klassikern im deutschsprachigen Raum – und ist heute aktueller denn je. Es geht um Gefühle, innere Welten und die Frage, wie Kinder ihre eigenen Ausdrucksformen finden dürfen.

Nach dem rund 30-minütigen Lesekino besteht Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit der Autorin und dem Musiker.

Prof. Dr. Armin Krenz: Kinder haben ein Recht auf ihre Kindheit

Ein zweiter inhaltlicher Höhepunkt folgt am Nachmittag:

Am Dienstag, 10. März 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr hält der renommierte Sozialpädagoge und Begründer des Situationsorientierten Ansatzes, Prof. Dr. Armin Krenz, einen Vortrag mit dem Titel:

„Kinder haben ein RECHT auf ihre Kindheit – Ein Plädoyer für eine kind(heits)orientierte Elementarpädagogik“

Krenz gehört zu den bekanntesten Stimmen der Frühpädagogik. In seinem Beitrag macht er deutlich, wie sehr Kindheit heute gefährdet sein kann: durch Fremdbestimmung, Zeitdruck, getaktete Programme und den Verlust von Entwicklungsräumen.

Im Zentrum steht eine entscheidende Frage:

Was brauchen Kinder wirklich – und was muss Elementarpädagogik leisten, um ihrem Auftrag gerecht zu werden?

krenz eifelwanderung

Prof. Dr. Krenz wird darüber hinaus von Dienstag bis Donnerstag auf der Messe anwesend sein. Am Stand von spielen und lernen gibt es Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Warnsignale erkennen – Kinder stärken: Workshops mit Frieder Knauss

Ebenso hält Frieder Knauss am Messestsamstag, den 14. März an unserem Stand zwei Workshops für pädagogische Fachkräfte (11 und 13 Uhr). Im Fokus steht die Frage, wie sich alarmierende Verhaltenssignale bei Kindern erkennen lassen, die auf Mobbing oder möglichen Missbrauch hinweisen – und wie Fachkräfte gezielt reagieren und vorbeugen können. Knauss ist Trainer, Mediator, Theaterpädagoge und zertifizierter Kinderschutzbeauftragter mit über 15 Jahren Erfahrung in Gewaltprävention und Resilienzförderung. In seinen praxisnahen Impulsen verbindet er Prävention, Deeskalation und Intervention mit konkreten Übungen zur Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung und innerer Sicherheit bei Kindern – alltagsnah, achtsam und wirksam.

didacta 2026 mit echten Impulsen – und spielen und lernen mittendrin

Die didacta 2026 ist ein wichtiger Ort für Menschen, die Bildung gestalten. Besonders in der Frühpädagogik braucht es Räume, in denen Fachkräfte sich vernetzen, neue Ideen entdecken und inhaltliche Orientierung finden können.

spielen und lernen freut sich, Teil dieser Messe zu sein: mit Büchern, Materialien, Begegnungen und prominenten Gästen wie Tina Rau und Prof. Dr. Armin Krenz.

Besuchen Sie uns in Halle 8, Stand F 015 – entdecken Sie neue Impulse für Ihre Praxis, kommen Sie mit uns ins Gespräch und holen Sie sich Ihr kleines Geschenk als Leser*in von spielen und lernen ab.

Viele weitere Veranstaltungen im Messeprogramm

Neben den Veranstaltungen mit Tina Rau und Prof. Dr. Armin Krenz bietet die didacta während der gesamten Messezeit zahlreiche weitere Programmpunkte rund um Kita, Schule, Weiterbildung und Bildungsinnovation.

Workshops, Vorträge und Sonderschauen – etwa zu Nachhaltigkeit, Stiftungsengagement oder digitaler Bildung – können bereits vorab online gebucht werden. Oft sind es gerade die kleineren Formate und persönlichen Begegnungen, die den größten Mehrwert für den pädagogischen Alltag bieten.

Ein Blick ins offizielle Programm lohnt sich also – und Köln wird im März 2026 für einige Tage wieder zum Treffpunkt all jener, die Bildung nicht nur verwalten, sondern weiterdenken wollen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.didacta-koeln.de/




Didacta in Köln: Prof. Ferdinand Klein empfiehlt Vortrag von Armin Krenz

„Kinder haben ein RECHT auf ihre Kindheit“ – Plädoyer für kindorientierte Pädagogik

Hinweis von Prof. Dr. Ferdinand Klein zum Vortrag von Prof. Dr. Armin Krenz auf Europas größter Bildungsmesse, der didacta in Köln:

Titel des Vortrags:
„Kinder haben ein RECHT auf ihre Kindheit – Ein Plädoyer für eine kind(heits)orientierte Elementarpädagogik“
Termin: 10.03.2026, 14:00–15:00 Uhr
Ort: didacta Köln, Halle 8, Stand D 046

Der international bekannte und renommierte Kindheitsforscher Armin Krenz (Hon. Prof. für Entwicklungspsychologie & Elementarpädagogik a. D.) setzt sich seit über 45 Jahren in Vorträgen und Büchern immer wieder dafür ein, dass Kinder auch in Kindertageseinrichtungen förderliche Entwicklungsbedingungen vorfinden, die dazu beitragen, dass sie in Selbstbildungsprozesse hineinfinden können, partizipatorisch bei der Planung, Gestaltung und Durchführung einer lebendigen Alltagspädagogik beteiligt werden, sich mit Fachkräften verbunden fühlen und ihnen Fachkräfte mit wertschätzenden Beziehungsangeboten begegnen. Eine alltagsorientierte Pädagogik, die gemeinsam mit Kindern gelebt wird, macht didaktisch konzipierte Förderprogramme vielfach überflüssig.

Kinder sind keine Marionetten, die sich nach den Erwartungen und Vorstellungen der Erwachsenen oder von Wirtschaftsverbänden zu richten haben, sondern Menschen, die Entwicklungsrechte in Anspruch nehmen können, so wie diese in der UN-Charta „Rechte des Kindes“ festgeschrieben, durch den Deutschen Bundestag ratifiziert wurden und seit dem 05.04.1992 in Kraft getreten sind.

Krenz wies bereits in der Onlineveranstaltung am 18. September 2025Kitas brauchen eine radikale pädagogische Kehrtwende zum KIND“ auf die dringend gebotene Bildungswende von unten hin (Mitschnitt auf YouTube: https://youtu.be/mMSZkMTDIzI). Diese Wende zum KIND begründet Krenz in fünf aktuellen Werken.


Prof. Dr. Ferdinand Klein

Erziehung aus der Begegnung heraus gestalten

Mit Janusz Korczak über inklusionspädagogische Grundfragen nachdenken

Format: 21,0 x 14,8 cm
ISBN: 9783963046186
22,00 € (inkl. MwSt.)


Einführender Impuls

Das Cover verweist auf den polnischen Kinderarzt, Pädagogen und Schriftsteller Janusz Korczak. Auf dem Fundament seiner „fröhlichen Pädagogik der Achtung“ (Näheres in Klein 1996) gründet der fachliche Dialog, den Armin Krenz und der Autor seit bald 30 Jahren pflegen. Krenz begleitet mit wertschätzender Haltung und fachlicher Kompetenz mein (heil)päd­agogisches Bemühen in Wissenschaft und Praxis, das in Korczaks Pädagogik verankert ist.

Korczak zeigt zeitüberdauernd, „Wie man ein Kind lieben soll“ (Andresen 2018). Er wollte seine Waisenkinder nicht allein lassen und begleitete sie bis ins Konzentrationslager Treblinka (Näheres in Klein 2022). Seine beziehungsgestaltende Pädagogik ist besonders für die Erziehung in Kindertageseinrichtungen aktuell. Darauf macht Armin Krenz mit Herzenskraft unermüdlich aufmerksam.

Vorbemerkung

Die Veranstaltung hätte auch folgende Überschriften tragen können:

  • Mehr KIND! Mehr Persönlichkeit und weniger Formalismus/Dirigismus: BILDUNGSWENDE jetzt!
  • Kinder müssen wieder Ausgangs- und Mittelpunkt der Pädagogik sein: BILDUNGSWENDE jetzt!
  • Kinder brauchen Menschen, Spiel und Seelenproviant und keine didaktisierten Förderprogramme: BILDUNGSWENDE jetzt!

Während die von allen Seiten geforderten und zugleich notwendigen Qualitätsstandards und Verbesserungen für professionelles Handeln im Erzieher*innenberuf sowie eine konsequentere kindorientierte Konzeptionsumsetzung immer lauter werden, geraten die wirklich grundlegenden, lebensbedeutsamen, nachhaltig wirksamen und dringend notwendigen Bedürfnisse von Kindern zunehmend ins Abseits der geforderten Umsetzung des Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrags nach dem Sozialgesetzbuch (SGB, 8. Bd., 2. Hlb).

Der Kindheitspädagoge wendet sich im Vortrag – ebenso wie in seinen aktuellen Büchern – an pädagogische Fachkräfte, Eltern und politische Entscheidungsträger sowie an alle, die sich für eine kindgerechte Bildungspolitik und Elementarpädagogik engagieren möchten. Gerade Vorträge vor vielen hundert Teilnehmenden (darunter auch aus der Politik) mit anschließender Diskussion finden ein überaus großes Echo – in Deutschland ebenso wie in europäischen Nachbarländern.

Krenz antwortet aus reflektierten und langjährigen Erfahrungen, aus eigenen wissenschaftlichen Erkenntnissen und weiteren Forschungsergebnissen heraus auf aktuelle Missstände in der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung, die sich in immer schnellerem Tempo fortsetzen:

  • Im Gegensatz zu vielen politischen Mandatsträgern, die sich häufig mit wohlfeilen Worten und ohne kenntnisgeleiteten Praxisbezug äußern, hat sich die Realität in Kindertageseinrichtungen in den vergangenen Jahren weiter dramatisch verschärft – nicht nur für pädagogische Fachkräfte, sondern vor allem (neben den Eltern) für die Kinder selbst – mit nachhaltig dramatischen Folgen für deren psychosoziale und kognitive Entwicklung.
  • Viele Fachkräfte fühlen sich im Spannungsfeld zwischen fachlichem Anspruch (abgeleitet aus wissenschaftlichen Erkenntnissen) und strukturellen, institutionellen sowie personellen Mangelsituationen zunehmend zerrieben. Krankenmeldungen haben deutlich zugenommen, arbeitsbezogene und zugleich innere Kündigungen häufen sich, Burnout-Symptome treten häufiger auf. Teams sind überlastet; vieles zerfällt in Einzelkämpfertum, ungelöste Teamkonflikte nehmen zu – und übertragen sich auf Kinder, die dies in Verhaltensirritationen ausdrücken.
  • Viele Eltern sind – aus unterschiedlichen Gründen – zunehmend schwer erreichbar. Ausbildungsstandards in Fachschulen wurden mancherorts abgesenkt, um dem Erzieherinnenmangel entgegenzuwirken; zugleich wird ein Professionalitätsniveau erreicht, das dem Anspruch des Berufes widerspricht. Außerdem bringen manche Quereinsteigerinnen – oftmals nur mit Minimalfortbildung – zusätzliche Unruhe in das Kollegium und in die Lebenswelt der Kinder, wodurch Entwicklungsprozesse gestört werden.
  • So finden wir immer häufiger eine Pädagogik vor, die Kindern in ihrer sensiblen Entwicklungsphase weder Stabilität noch verlässliche Begleitung bieten kann – mit allen bekannten, nachhaltigen Folgen für kindliches Verhalten und damit auch für die gesellschaftliche Zukunft.

1. Erkenntnis für eine persönlichkeitsprägende Kita-Praxis

  • Die Veranstaltung und die fünf rezensierten Werke rufen dazu auf, gemeinsam für eine seit über zwei Jahrzehnten dringend erforderliche Bildungswende von unten zu sorgen. Pädagogik muss endlich kindgerecht, zuverlässig, beziehungsstark und entwicklungsförderlich gestaltet werden (können). Kinder sind keine Datenpunkte, keine zu verwaltenden Objekte und kein „Humankapital“.
  • Kinder wollen schöpferisch tätig, aktiv und partizipatorisch beteiligt sein – nicht permanent in die Rolle von Reakteur*innen gedrängt werden.
  • Es geht um eine Pädagogik mit Kindern, um eine „Bildung durch Bindung“ (Krenz/Klein 2013), um intrinsisch motivierte Kinder, die aus ihrem Erleben heraus fühlen wollen, wer sie sind, welchen Stellenwert sie in ihrem Umfeld haben und was sie entdecken, unternehmen und bewirken können.
  • Kinder brauchen dazu emotional stabile, sozial denkende und handelnde, kommunikationsfreundliche und handlungsaktive Persönlichkeiten, die sich u. a. durch Selbstbewusstsein, Leistungsfreude, Mut, Selbstfürsorge, Geduld, Verlässlichkeit, Zutrauen, Humor, Optimismus, Lernmotivation, Anstrengungsbereitschaft, Selbstreflexion und Perspektivorientierung auszeichnen.
  • Diese Persönlichkeiten schaffen ein wertschätzendes, emotional warmes Beziehungsklima, eine fehlerfreundliche, Sicherheit vermittelnde Atmosphäre, geben Klärungsimpulse bei Konflikten und realisieren partizipative, werteorientierte und inklusive Pädagogik – mit einer gepflegten Kommunikations-, Interaktions-, Spiel-, Sprach- und Naturerlebniskultur.

Geboten ist eine differenzierte Betrachtung der Bildungswende. Darauf weisen die Impulse zum „Situationsorientierten Ansatz“ und die Rezensionen der fünf einander ergänzenden Bücher hin: authentische Kenntnis der Praxis, Erleben vor Ort, Dabeisein in Kindertageseinrichtungen sowie im Außenbereich der Einrichtungen – und ein face-to-face-Resonanzempfinden.

2. Der „Situationsorientierte Ansatz“ – eine zukunftsweisende Perspektive

Entwicklung und Ziel

Der „Situationsorientierte Ansatz“ wurde in den Jahren 1984 bis 1989 von Armin Krenz im Rahmen seiner Tätigkeit am „Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik in Kiel“ auf der Grundlage des „Situationsansatzes“ erarbeitet und hat sich in den letzten 35 Jahren als viel beachtetes elementarpädagogisches Konzept in Deutschland und im europäischen Ausland etabliert.

Der Ansatz berücksichtigt die soziokulturellen und psychologisch bedeutsamen Lebensbedingungen von Kindern und Eltern und basiert auf einem ganzheitlichen Menschenbild, das die Entwicklung aller Personen, die am Entwicklungsprozess beteiligt sind, in den Mittelpunkt rückt. Ausgangsfrage ist, welche entwicklungsförderlichen Bedingungen Kinder und Familien heute brauchen, um Ressourcen zu entdecken sowie auf- und auszubauen.

Er orientiert sich an aktuellen Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie, Bildungsforschung, Neurobiologie und Bindungsforschung. Ziel ist es, jedes Kind zu unterstützen, Selbst-, Sach- und Sozialkompetenzen auf- und auszubauen und möglichst viele Ressourcen zu wecken, damit Entwicklung in allen Feldern möglich wird.

Grundannahmen und Eckwerte

  • Kinder haben ein Recht darauf, sich als „Gast auf dieser Welt“ zu empfinden. Dazu braucht es Fachkräfte, die Modell für Humanität, Werteorientierung, Engagement, Neugier und Selbstbildungsinteresse sind.
  • Fachkräfte sind Bündnispartner der Kinder und beachten ihre Ressourcen – entsprechend dem gesetzlichen Auftrag sowie den in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Entwicklungsrechten.
  • Elementarpädagogik muss sich wieder an bedeutsamen Wertebereichen orientieren: Sprach-, Ess-, Spiel- und Konfliktkultur sowie alltagsorientierte Lern- und Umgangskultur.
  • Der Mensch kann Zukunft aktiv gestalten, wenn belastende Erfahrungen bearbeitet werden können: Klärung/Bereinigung aktualisierter Ereignisse sorgt für Entlastung und macht Ressourcen verfügbar.
  • Keine isolierten, funktionsorientierten Programme, sondern lebensbedeutsame Themen und kindorientierte Schwerpunkte, die sich an Interessen der Kinder orientieren.
  • Das Spiel bildet den Mittelpunkt, eng vernetzt mit Lern- und Schulfähigkeit; eine vorgezogene Schuldidaktik findet keinen Platz.

Kita als Spiel- und Erfahrungsraum

Im Sinne Friedrich Fröbels wird die Kita als bedeutsamer Spiel- und Erfahrungsraum verstanden, in dem Kinder mit Freude und Neugier in Sinnzusammenhängen tätig sein, Erfahrungen machen und mit anderen Kindern sowie bindungsorientierten Erwachsenen leben, spielen und lernen können. Der Ansatz lehnt altersgleiche Gruppen und fest programmierte Tagesabläufe ab und widerspricht Ausgrenzung. Er ermöglicht grundlegende soziale Erfahrungen, die sich auf emotionale und kognitive Entwicklung nachhaltig positiv auswirken (Klein 2019).

Er baut auf Einsichten klassischer Pädagog*innen (Fröbel, Montessori, Steiner, Korczak) auf und bindet aktuelle Erkenntnisse der Entwicklungs- und Sozialpsychologie sowie zur Personqualität und zum Qualitätsmanagement ein (Klein 2019).

Literaturhinweise und Links

  • Andresen, S. (2018): Wie liebt man Kinder – eine kindheitstheoretische Einordnung Janusz Korczaks. In: Korczak, J.: Wie man ein Kind lieben soll. 17. überarbeitete Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, VII–XXVII.
  • Klein, F. (1996): Janusz Korczak. Sein Leben für Kinder – sein Beitrag für die Heilpädagogik. Heilbronn: Klinkhardt.
  • Klein, F. (2019): Inklusive Erziehungs- und Bildungsarbeit in der Kita. Heilpädagogische Grundlagen und Praxishilfen. Köln: Bildungsverlag EINS.
  • Klein, F. (2022): Janusz Korczak. Die Aktualität seiner Pädagogik. Regensburg: Walhalla.
  • Klein, F. (2025): Erziehung aus der Begegnung heraus gestalten. Mit Janusz Korczak über inklusionspädagogische Grundfragen nachdenken. Freiburg: BurckhardtHaus.
  • Krenz, A. (2019): Kinder brauchen Seelenproviant. Was wir ihnen für ein glückliches Leben mitgeben können. München: Kösel.
  • Krenz, A. (2025a): Berufsbild Erzieherin. Grundsatzgedanken zum Selbstverständnis eines sehr anspruchsvollen Berufs.* Freiburg: BurckhardtHaus.
  • Krenz, A. (2025b): SPIEL UND SELBSTBILDUNG. Kitas brauchen eine pädagogische Revolution. Freiburg: BurckhardtHaus.
  • Krenz, A. (2025c): Beobachtung und Entwicklungsdokumentation. Grundlagen – Praxisbeispiele – Beobachtungsliste – Dokumentationsmuster. Freiburg: BurckhardtHaus.
  • Krenz, A. (2025d): Merkmale einer guten Kita-Pädagogik – Das Praxisbuch für Qualität in der frühen Bildung. Was in Kitas oftmals vergessen, zurückgestellt oder außer Acht gelassen wird. Freiburg: BurckhardtHaus.
  • Krenz, A. (2025e): Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben. Wie Kinder durch Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung nachhaltig wachsen – ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Eltern. Freiburg: BurckhardtHaus.
  • Krenz, A./Klein, F. (2013): Bildung durch Bindung. Frühpädagogik: inklusiv und kindorientiert. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • www.beobachten-und-dokumentieren.de
  • https://www.bertelsmann-stiftung.de

Prof. Dr. Ferdinand Klein




Zeltfachtagung 2026: Märchen als Schlüssel zur Sprachbildung in der Kita

Märchenschloss auf einer Insel mit einem Buch im Vordergrund

Weiterbildung für pädagogische Fachkräfte rund um Sprachentwicklung, Märchen und frühe Bildung

Märchen gehören seit Generationen zur Kindheit – doch sie sind weit mehr als nur schöne Geschichten. Aktuelle neurobiologische Erkenntnisse zeigen: Märchen fördern die Sprachentwicklung, erweitern den Wortschatz und stärken die Ausdrucksfähigkeit von Kindern nachhaltig.

Genau diesem spannenden Zusammenhang widmet sich die Zeltfachtagung 2026 in Aderstedt am Huy. Pädagogische Fachkräfte aus Kita, Krippe und Hort sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zwei Tage lang intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen:

„Märchen – ein Zaubermittel für Sprachbildung und Sprachentwicklung“

Warum Märchen für die Sprachförderung so wertvoll sind

Gerade in der frühen Kindheit ist Sprache ein Schlüssel für Bildung, Teilhabe und soziale Entwicklung. Märchen wirken dabei wie ein pädagogischer Schatz:

  • sie regen die Fantasie an
  • fördern Sprachfreude und Erzählkompetenz
  • unterstützen selbstexplorative Denkprozesse
  • stärken emotionale und soziale Entwicklung
  • bieten wertvolle Impulse für die Persönlichkeitsbildung

Die Tagung zeigt praxisnah, warum Märchen als „Kraftfutter fürs Gehirn“ gelten und wie sie gezielt in der elementarpädagogischen Arbeit eingesetzt werden können.

Zeltfachtagung 2026 – Termin und Ort

📅 11. und 12. September 2026
📍 Aderstedt am Huy (Landkreis Harz)

Die Veranstaltung findet in einem besonderen Rahmen statt: in einem Event-Zelt auf einer großen Wiese am Spielplatz – ideal für eine entspannte Lernatmosphäre und kollegialen Austausch.

Tagungsanschrift:
„Naturnaher Spiel- und Bewegungsraum am Hallerspring“
Ernst-Thälmann-Platz 38
38838 Aderstedt am Huy

Fachliche Impulse von erfahrenen Referent*innen

Die Zeltfachtagung bietet hochwertige Fortbildung mit renommierten Expert*innen:

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz

Sozialpädagoge mit Zulassung zur heilkundlich, psychologisch-therapeutischen Tätigkeit, Autor von über 50 Fachbüchern und Experte für Entwicklungspsychologie und Elementarpädagogik.

Gisela Barg

Inklusionspädagogin mit umfassender Berufserfahrung in der Krippen- und Elementarpädagogik sowie Zusatzqualifikation im Sozialmanagement.

Programmhighlights und Ablauf

Die Tagung kombiniert Vorträge, Austausch und praxisorientierte Arbeitsphasen.

Freitag, 11.09.2026

  • 09:00 Uhr Begrüßung und Auftakt
  • Fachvorträge und Diskussion
  • Gruppenarbeit am Nachmittag
  • Filmvorführung
  • Abendprogramm: Grillen und Gespräche am offenen Feuer

Samstag, 12.09.2026

  • 09:00 Uhr Fortsetzung der Vorträge
  • Vertiefende Gruppenarbeit
  • Abschlussreflexion und Verabschiedung um 15:30 Uhr

Anmeldung und Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme an der Zeltfachtagung ist kostenfrei, jedoch ist die Platzzahl begrenzt.

📌 Verbindliche Anmeldung bis spätestens 01.08.2026

👉 Bitte nutzen Sie ausschließlich die Online-Anmeldung:
zeltfachtagung2026.jonnyb-service.de

Für die Verpflegung (inkl. Getränke) wird eine Pauschale erhoben:

💶 20,00 € für beide Tage
Überweisung bis zum 01.08.2026 an den Schulförderverein.

Veranstalter und Kontakt

Schulförderverein Petri Schwanebeck

Ansrechpartnerinnen:

Christina Brehmer‘
christina.brehmer@web.de

Regine Leipert
regineleipert@t-online.de

Fortbildung für Kita-Fachkräfte: Märchen neu entdecken

Ob Sprachförderung, Literacy-Arbeit oder kreative Bildungsangebote – Märchen eröffnen vielfältige Wege, Kinder sprachlich und emotional zu stärken. Die Zeltfachtagung 2026 bietet Ihnen die Chance, neue Perspektiven zu gewinnen, Methoden mitzunehmen und sich mit Kolleg*innen zu vernetzen.

Wenn du Märchenaugen hast, ist die Welt voll Wunder.




Kinder stärken und schützen: Ein Buch über Sexualität und Prävention

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Ein empfehlenswerter Titel, der Kinder und Erwachsene sensibel ins Gespräch bringt

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Bücher zum Themenschwerpunkt „Wie können Kinder vor sexuellen Übergriffen geschützt werden?“, die Eltern sowie (sozial-)pädagogische Fachkräfte über Möglichkeiten informieren, Kinder gegen sexuelle Gewalterfahrungen zu sensibilisieren, zu stärken und aufzuklären. Ebenso sind entsprechende Publikationen auf dem Markt, die sich als „Aufklärungs-“ und „Stark-mach-Bücher“ direkt an Kinder wenden.

Diese Veröffentlichung verbindet nun die unterschiedlichen Aspekte in einem Buch, indem es gleichzeitig sowohl Kinder als auch Erwachsene direkt anspricht und dazu anregt, über Sexualität und über sexualisierte Gewalt zu sprechen. Alle Informationen werden auf jeder Seite von der freischaffenden Künstlerin Emily Claire Völker (aus Berlin) vielfältig illustriert.

Worte finden und Sprachlosigkeit überwinden

Dieses Buch unterstützt Erwachsene dabei, eine mögliche Sprachlosigkeit, Scham oder Befangenheit zu überwinden bzw. die „richtigen“ Worte für sexuelle sowie sexualisierte Begriffe und Vorgänge zu finden. Andererseits stellen der Autor und die Autorin sowohl den Unterschied zwischen einer lustvoll erlebbaren Sexualität des Kindes und unter Kindern sowie grenzüberschreitenden sexualisierten Übergriffen als auch die lustvoll erlebte Sexualität unter Erwachsenen heraus.

Klar strukturierte Impulse für Kinder und Erwachsene

Dabei befinden sich auf nahezu jeder Seite Textkästen für Erwachsene, in denen in kurz gefasster Form das Wesentliche des jeweiligen Schwerpunktes auf den Punkt gebracht wird. Gleichzeitig bietet das Buch noch weitaus mehr:

Es stellt den einzigartigen Wert jedes Kindes in den Vordergrund, bietet Gesprächs- und Übungsimpulse an, eingebettet in eine Beschäftigung mit den unterschiedlichen Gefühlen, die jeder Mensch empfinden kann. Es erfasst verschiedene Formen von Gewalt und Zwängen, informiert über Rechte, die jedes Kind hat.

Strategien erkennen und Selbstbehauptung stärken

Weiterhin benennt es Strategien, wie Menschen, die sexuelle Gewalt an Kindern planen, vorgehen, und wie Kinder sensibilisiert werden können, solchen von Erwachsenen geplanten Strategien nicht auf den Leim zu gehen.

Stattdessen werden die „mutigen Fünf der Selbstbehauptung“ zum Ausdruck gebracht:

durch eine aufrechte Körperhaltung, einen festen Blickkontakt, eine ernste Mimik, eine grenzsetzende Gestik sowie eine laute Sprache mit dem Wort: „Stopp!“.

Vertrauen finden und Gefühle ernst nehmen

Schließlich wird darauf hingewiesen, dass es sehr hilfreich ist, sich vertrauensvollen Erwachsenen anzuvertrauen, wenn Kindern etwas komisch vorkommt oder sie unter Druck gesetzt werden.

Mit diesen verschiedenen Inhalten werden Kinder in ihrer individuellen Einmaligkeit und in ihren gespürten Gefühlen gestärkt, erhalten Wissen und können erfahren, ihre Gefühle und Eindrücke in Worte zu fassen, sprachlich auszudrücken und letztlich den eigenen Empfindungen zu trauen.

Weiterführende Hinweise und kleine Anmerkung

Auf der vorletzten Buchseite befindet sich schließlich ein QR-Code, über den weiterführende Informationen und Literaturhinweise zur Verfügung gestellt werden.

Alle Inhalte sind „unverkrampft“ formuliert, und die Illustrationen sind in einer sehr ästhetisch ansprechenden, kindorientierten Weise dargestellt.

Es gibt allerdings ein kleines Fragezeichen: So findet sich auf Seite 19 die sachlich berechtigte Anmerkung, dass der Begriff „Missbrauch“ nicht gut sei, weil es auch keinen „Gebrauch“ gibt und stattdessen der Begriff „sexualisierte Gewalt“ weitaus angebrachter ist. Gleichzeitig lautet der Untertitel des Buches aber: „Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch“.

Gleichwohl kann dieser minimale Widerspruch in keiner Weise das überaus empfehlenswerte Buch schmälern. Es gehört daher zu den Spitzentiteln dieser Literaturkategorie!              

Prof. Dr. Armin Krenz

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Müller, Carsten, Bohle, Steffi & Völker, Emily Claire: Jetzt mal ehrlich? MEINE GEFÜHLE, MEIN KÖRPER, MEINE REGELN. Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch. Edition Michael Fischer, München 2025. 48 Seiten, 16,00 €. ISBN: 978-3-7459-2740-5




Vortrag auf der didacta: Kinder haben ein Recht auf ihre Kindheit

Prof. Dr. Armin Krenz plädiert auf der didacta 2026 für eine Elementarpädagogik, die sich konsequent an den Bedürfnissen von Kindern orientiert

In knapp zwei Monaten öffnet die didacta Bildungsmesse in Köln vom 10. bis 14. März 2026 wieder ihre Tore — und spielen und lernen ist mit dabei. Im Rahmen der Messe hält der bekannte Sozialpädagoge und Begründer des „Situationsorientierten Ansatzes“, Prof. Dr. Armin Krenz, einen Vortrag mit dem Titel:

„Kinder haben ein RECHT auf ihre Kindheit — Ein Plädoyer für eine kind(heits)orientierte Elementarpädagogik“

Der Vortrag findet am Dienstag den 10. März 2026 auf der Stiftungsfläche des Ausschusses Frühe Bildung im Didacta Verband in Halle 8, Stand D 044, von 14 bis 15 Uhr statt.

Zum Inhalt des Vortrags

Kinder brauchen Entwicklungsbedingungen, die ihnen helfen, eine sichere Identität aufzubauen, Lebensfreude zu verspüren, Lernfreude zu entdecken, Selbstbildung zu entwickeln und psycho-soziale Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten auszubilden, die ein hohes Maß an Nachhaltigkeit ermöglichen.

Diese lebensbedeutsamen Merkmale, die sich aus dem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag ableiten lassen, geraten jedoch zunehmend in Gefahr — dann nämlich, wenn das Kinderleben immer stärker durch Erwachsenenvorgaben fremdgesteuert wird, Kinderzeiten durch getaktete Zeitvorgaben zerrissen werden, Entwicklungsräume enger werden und Bindungssicherheiten immer weniger erlebt werden können.

Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick auf eine zentrale Frage:
Was brauchen Kinder wirklich — und was muss Elementarpädagogik leisten, um ihren Auftrag qualitätsorientiert und professionell erfüllen zu können?

Persönliche Begegnung mit Prof. Dr. Krenz

Prof. Dr. Armin Krenz wird von Dienstag 10.3. bis Donnerstag 12.3. auf der Messe anwesend sein. Am Stand der Körner Medien, zu der auch spielen und lernen gehört, wird es Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit ihm geben. Die genaue Standplatzierung steht derzeit noch nicht fest und wird nachgereicht.


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Spiel ist Bildung — warum wir umdenken müssen

Das Spiel verliert in vielen Kitas zunehmend an Bedeutung — verdrängt durch Förderprogramme, Zeitdruck und wachsende Anforderungen an Fachkräfte. Dabei ist Spiel der Motor kindlicher Selbstbildung. Unsere Veröffentlichung zeigt, warum Spiel unverzichtbar ist und wie eine lebendige Spielpädagogik Kinder stärkt, Entwicklung ermöglicht und Bildung wieder kindgerecht macht.

Armin Krenz
Spiel und Selbstbildung – Kitas brauchen eine pädagogische Revolution
Softcover, 176 Seiten
ISBN: 978-3-96304-616-2
22 €




Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben

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Wie Kinder durch Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung nachhaltig wachsen – Ein Buch von Armin Krenz

In einer Zeit, in der Bildung häufig auf messbare Leistungen, Kompetenzraster und Förderprogramme reduziert wird, erinnert Armin Krenz mit seinem neuen Werk „Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben“ an den eigentlichen Kern von Pädagogik: Kinder lernen am besten, wenn sie sich emotional sicher fühlen, mit allen Sinnen Erfahrungen machen dürfen und ihre Welt selbst entdecken können.

Der renommierte Pädagoge, der seit Jahrzehnten die deutschsprachige Elementar- und Kindheitspädagogik prägt, führt in diesem Buch zurück zu dem, was Bildung im tiefsten Sinn bedeutet – Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung als Fundament jedes Lernprozesses.

Bildung beginnt mit Beziehung

Krenz zeigt eindrucksvoll, dass Bildung nicht durch Programme oder äußere Steuerung entsteht, sondern durch Begegnung. Kinder entwickeln sich in Resonanz – sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören, sie wahrnehmen, sie ermutigen.

Beziehung ist für ihn keine pädagogische Methode, sondern die Basis jeder Entwicklung: Erst wenn Kinder sich sicher und verstanden fühlen, können sie mit Neugier, Freude und innerer Motivation lernen.

Gestützt auf aktuelle neurowissenschaftliche, entwicklungspsychologische und bildungswissenschaftliche Erkenntnisse belegt Krenz, wie eng Gefühl, Bewegung, Wahrnehmung und Denken miteinander verwoben sind. Emotionen sind keine Störfaktoren im Lernprozess – sie sind der Motor des Lernens.

Ganzheitlichkeit ist eine Haltung

„Ganzheitlich“ ist heute ein viel genutztes Wort in Konzepten und Leitbildern. Doch Krenz gibt dem Begriff seine Tiefe zurück. Ganzheitliche Pädagogik heißt, Kinder in ihrer körperlichen, emotionalen, sozialen und geistigen Einheit zu begleiten – als Individuen, die wachsen wollen, wenn man sie lässt.

Er fordert eine Haltung, die Kinder nicht als zu formende Objekte, sondern als aktive Gestalter ihrer Entwicklung betrachtet. Pädagog*innen, so Krenz, sind in diesem Prozess Wegbegleiter – achtsam, präsent, zugewandt.

Praxisnah, erfahrungsorientiert und inspirierend

Das Buch ist kein theoretisches Manifest, sondern ein konkreter Leitfaden für den pädagogischen Alltag. Krenz verbindet fundiertes Wissen mit lebensnahen Beispielen und Reflexionsfragen. Er beschreibt, wie ganzheitliches Lernen in der Praxis aussehen kann – beim Erkunden der Natur, beim freien Spiel, in Projekten oder im Unterrichtsgespräch.

Besonders wertvoll sind seine Anregungen, wie Beobachtung, Empathie und Achtsamkeit in die tägliche Arbeit einfließen können. Lehrkräfte und Erzieher*innen finden zahlreiche Impulse, um Kinder dabei zu unterstützen, sich selbst und ihre Umwelt zu verstehen – nicht über Belehrung, sondern über Erfahrung.

Pädagogik als Kunst der Menschlichkeit

„Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben“ ist ein Plädoyer für eine Pädagogik, die Kinder stärkt, statt sie zu normieren. Sie lädt Fachkräfte ein, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: auf das Vertrauen in die kindliche Entwicklung, auf die Freude am Lernen und auf die Kraft der Beziehung.

Krenz erinnert daran, dass Bildung immer dann gelingt, wenn Kinder mit allen Sinnen, mit Kopf, Herz und Hand beteiligt sind – und wenn Erwachsene ihnen Raum, Zeit und Zuwendung schenken.

Dieses Buch richtet sich an pädagogische Fachkräfte, Grundschullehrkräfte, Studierende und Eltern, die Kinder in ihrer Einzigartigkeit begleiten und sich selbst als Teil eines lebendigen Bildungsprozesses verstehen. Es bietet Orientierung, Inspiration und Ermutigung – in einer Bildungswelt, die Menschlichkeit mehr denn je braucht.

„Ganz sein, nicht fragmentiert in unseren Handlungen, im Leben, in jeder Art von Beziehung – das ist das eigentliche Wesen geistiger Gesundheit.“

— Jiddu Krishnamurti

Armin Krenz
Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben
Wie Kinder durch Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung nachhaltig wachsen
Ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Eltern
Softcover, 64 Seiten‘
ISBN 978-3-96304-621-6
12 €