ÖKO-TEST prüft weiße Wandfarben: Zwei Produkte fallen deutlich durch

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15 von 19 Wandfarben erhalten die Bestnote. Zwei Produkte enthalten ein Konservierungsmittel mit allergieauslösendem Potenzial

Für die aktuelle Untersuchung hat ÖKO-TEST 19 weiße Dispersionsfarben analysiert. Das Ergebnis fällt insgesamt erfreulich aus: 15 Produkte erhalten die Bestnote „sehr gut“. Gegenüber früheren Untersuchungen ist das ein deutlicher Fortschritt. Während vor rund zehn Jahren viele Wandfarben noch problematische Konservierungsmittel enthielten, verzichten heute zahlreiche Hersteller auf diese Stoffe.

Gerade für Räume, in denen Kinder viel Zeit verbringen – etwa Kinderzimmer, Gruppenräume in Kindertageseinrichtungen oder Klassenräume –, ist diese Entwicklung von Bedeutung. Schließlich verbringen Kinder dort täglich viele Stunden.

Zwei Produkte schneiden nur „ausreichend“ ab

Lediglich zwei der getesteten Wandfarben erhalten im Gesamtergebnis die Note „ausreichend“. Nach Angaben von ÖKO-TEST wurde in beiden Produkten das Konservierungsmittel Benzisothiazolinon (BIT) nachgewiesen.

Dabei handelt es sich um einen Stoff aus der Gruppe der Isothiazolinone. Diese Konservierungsmittel stehen seit Jahren im Fokus von Fachleuten, weil sie allergische Reaktionen auslösen können. Nach Angaben des Umweltbundesamtes gibt es Hinweise darauf, dass bei bereits sensibilisierten Menschen in seltenen Fällen sogar der Aufenthalt in frisch gestrichenen Räumen ausreichen kann, um eine allergische Reaktion hervorzurufen.

Besonders bemerkenswert: Zu den beiden Schlusslichtern zählt ausgerechnet die teuerste Wandfarbe im gesamten Test Plantodecor Nr. 524 vom Naturfarben-Spezialisten Auro. Betroffen ist auch Einfach Schöner Farbwelten Profiweiss

Preis ist kein verlässlicher Qualitätsmaßstab

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher gehen davon aus, dass hochwertige oder besonders teure Produkte automatisch auch gesundheitlich unbedenklicher sind. Der aktuelle Test zeigt jedoch, dass diese Rechnung nicht immer aufgeht. Ein hoher Preis ist kein Garant für bessere Inhaltsstoffe.

Wer eine Wandfarbe auswählt, sollte deshalb nicht nur auf Werbeversprechen oder den Preis achten, sondern auch unabhängige Testergebnisse berücksichtigen.

Worauf Familien und Einrichtungen achten sollten

Beim Streichen von Kinderzimmern sowie von Räumen in Kitas und Schulen empfiehlt es sich, möglichst konservierungsmittelfreie Wandfarben zu verwenden. Nach dem Anstrich sollten die Räume gründlich gelüftet werden, bevor Kinder sie wieder regelmäßig nutzen.

Der aktuelle Test macht deutlich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher heute eine große Auswahl gesundheitlich empfehlenswerter Produkte finden. Gleichzeitig zeigt er aber auch, wie wichtig ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe bleibt – selbst bei hochpreisigen Wandfarben.

Quelle: Pressemitteilung von ÖKO-TEST vom 30. Juli 2026 zum Wandfarben-Test (Ausgabe August 2026); Hinweise des Umweltbundesamtes zu Isothiazolinonen.




Kinder brauchen Bewegung – und zwar jeden Tag

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Eine aktuelle Elternbefragung der ADAC Stiftung macht auf ein bekanntes Problem aufmerksam: Viele Kinder bewegen sich zu wenig. Wissenschaftliche Studien bestätigen diesen Trend – auch wenn die neuen Zahlen mit Bedacht eingeordnet werden sollten

Dass Kinder heute weniger aktiv sind als früher, ist seit Jahren bekannt. Wissenschaftliche Langzeitstudien wie die MoMo-Studie und die KiGGS-Studie zeigen übereinstimmend, dass viele Kinder und Jugendliche die Bewegungsempfehlungen der WHO nicht erreichen. Gleichzeitig verbringen sie mehr Zeit sitzend – häufig vor Bildschirmen. Die Folgen betreffen nicht nur die körperliche Gesundheit. Regelmäßige Bewegung fördert auch die Konzentration, das Lernen, die Sprachentwicklung und das soziale Miteinander.

Die aktuellen Zahlen richtig einordnen

Die Ergebnisse der ADAC Stiftung sind ein wichtiger Hinweis auf diese Entwicklung. Allerdings handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Bewegungsstudie, sondern um eine repräsentative Online-Befragung von 1.000 Eltern. Erfasst wurde die Einschätzung der Eltern, wie lange sich ihre Kinder täglich bewegen. Die körperliche Aktivität wurde also nicht objektiv gemessen. Zudem entspricht die Fragestellung nicht vollständig der WHO-Definition von mindestens 60 Minuten moderater bis intensiver Bewegung pro Tag.

Deshalb sollten die genannten Prozentwerte nicht isoliert betrachtet werden. Sie passen jedoch gut zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen, die seit Jahren einen deutlichen Bewegungsmangel bei vielen Kindern dokumentieren.

Bewegung beginnt im Alltag

Für Kinder muss Bewegung kein zusätzliches Programm sein. Oft reichen kleine Veränderungen im Alltag: zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule, Spielen im Freien, Toben auf dem Spielplatz oder gemeinsame Familienaktivitäten. Auch Kitas und Schulen können dazu beitragen, dass Bewegung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Tages wird.

Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien einen immer größeren Raum im Alltag einnehmen, bleibt ausreichend Bewegung eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde körperliche, geistige und soziale Entwicklung.

Quellen

  • ADAC Stiftung: Repräsentative Elternbefragung 2026.
  • WHO: Empfehlungen zur körperlichen Aktivität für Kinder und Jugendliche.
  • MoMo-Studie (Karlsruher Institut für Technologie).
  • KiGGS-Studie (Robert Koch-Institut).



Kinder bei Hitze schützen: So kommen wir durch die heißen Tage

Extreme Hitze belastet Kinder besonders. Mit einfachen Maßnahmen können Eltern und pädagogische Fachkräfte für mehr Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden sorgen

Der kindliche Organismus kann seine Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie der eines Erwachsenen. Kinder schwitzen weniger effizient, verlieren aber beim Spielen und Toben schnell Flüssigkeit. Gleichzeitig merken sie oft gar nicht, dass sie Durst haben oder eine Pause brauchen.

Deshalb sind Erwachsene gefragt: Sie müssen darauf achten, dass Kinder regelmäßig trinken, sich ausreichend ausruhen und möglichst nicht während der größten Mittagshitze draußen aktiv sind.

Viel trinken – auch wenn kein Durst da ist

Gerade Kinder vergessen beim Spielen häufig das Trinken. Deshalb sollte Wasser jederzeit griffbereit sein.

Geeignet sind vor allem:

  • Wasser
  • ungesüßter Tee
  • stark verdünnte Saftschorlen

Praktisch sind kleine Trinkpausen, die fest zum Tagesablauf gehören – etwa nach jeder Spielrunde oder spätestens jede Stunde.

Spielen am besten morgens oder am Abend

Zwischen etwa 11 und 17 Uhr erreicht die Sonneneinstrahlung häufig ihren Höhepunkt. Jetzt sind ruhige Aktivitäten im Haus oder im Schatten die bessere Wahl.

Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Vorlesen
  • Basteln
  • Gesellschaftsspiele
  • Wasserexperimente im Schatten
  • Planschbecken oder Wasserspiele an schattigen Plätzen

Längere Ausflüge oder sportliche Aktivitäten sollten möglichst in die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegt werden.

Leichte Kleidung und angenehme Abkühlung

Helle, lockere Kleidung aus Baumwolle oder Leinen unterstützt den Körper dabei, Wärme abzugeben.

Zur Abkühlung empfehlen sich:

  • lauwarme Duschen
  • kühle Waschlappen im Nacken oder auf den Armen
  • Fußbäder
  • feiner Wassernebel aus einer Sprühflasche

Sehr kaltes Wasser sollte dagegen vermieden werden, da es den Kreislauf zusätzlich belasten kann.

Obst statt schwerer Mahlzeiten

An heißen Tagen haben viele Kinder weniger Appetit. Das ist normal.

Mehrere kleine Mahlzeiten sind jetzt oft angenehmer als wenige große Portionen. Besonders geeignet sind wasserreiche Lebensmittel wie:

  • Wassermelone
  • Gurken
  • Tomaten
  • Beeren
  • Pfirsiche
  • Salate

Auch kalte Gemüsesuppen oder Joghurt mit frischem Obst sorgen für Erfrischung.

Räume möglichst kühl halten

Auch in Kitas, Schulen und zu Hause lässt sich die Hitzebelastung deutlich reduzieren.

Hilfreich sind:

  • morgens und nachts gut lüften
  • Fenster tagsüber schließen
  • Rollläden oder Jalousien herunterlassen
  • unnötige Elektrogeräte ausschalten

Wenn Räume sehr stark aufgeheizt sind, kann ein Aufenthalt in klimatisierten öffentlichen Gebäuden wie Bibliotheken, Kirchen oder Museen Entlastung bringen.

Warnzeichen ernst nehmen

Kinder zeigen nicht immer sofort, wenn ihnen die Hitze zu schaffen macht.

Warnsignale können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • ungewöhnliche Müdigkeit
  • Verwirrtheit
  • Muskelkrämpfe

Treten solche Beschwerden auf, sollte das Kind sofort aus der Sonne gebracht, gekühlt und zum Trinken angehalten werden.

Bei starken Beschwerden oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag muss umgehend der Notruf 112 verständigt werden.

Auch an ältere Menschen denken

Hitze betrifft nicht nur Kinder. Auch ältere Menschen, Schwangere oder chronisch Kranke gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Für Kinder kann es eine schöne Erfahrung sein, gemeinsam mit ihren Eltern oder pädagogischen Fachkräften nach älteren Nachbarinnen und Nachbarn zu sehen. Ein kurzer Besuch oder die Frage, ob Hilfe benötigt wird, stärkt nicht nur das Miteinander, sondern kann an heißen Tagen sogar Leben retten.

Klimawandel macht Hitzeschutz immer wichtiger

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden Hitzewellen in Deutschland durch den Klimawandel häufiger und intensiver. Bereits im Jahr 2026 werden rund 5.100 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Umso wichtiger ist es, Kinder frühzeitig an einen bewussten Umgang mit Sonne und Hitze heranzuführen. Ausreichend trinken, Schatten suchen und regelmäßige Pausen sind einfache Gewohnheiten, die an heißen Sommertagen einen großen Unterschied machen können.

Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Presseinformation „So kommen Sie sicher und gesund durch die nächste Hitzewelle – Tipps für extrem heiße Tage“, 2026.




Warum Hitze im Auto schon nach wenigen Minuten lebensgefährlich ist

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Extreme Sommerhitze: Fahrzeuge werden schnell zur tödlichen Falle

Jedes Jahr im Sommer passiert es wieder: Ein Kind wird „nur kurz“ im Auto gelassen – und schwebt plötzlich in Lebensgefahr. Was viele Eltern und Betreuungspersonen unterschätzen: Bereits nach wenigen Minuten wird ein geparktes Auto in der Sonne zur tödlichen Falle.

Wie schnell heizt sich ein Auto wirklich auf?

Die Zahlen sind erschreckend: Schon bei moderaten Außentemperaturen unter 30 °C kann die Temperatur im Fahrzeuginneren auf über 50 °C steigen. Nach etwa 90 Minuten wurden sogar knapp 60 °C gemessen.

Der Grund dafür ist der Treibhauseffekt: Die Sonnenstrahlen dringen durch die Scheiben ein, die Wärme kann aber nicht entweichen. Die Temperatur steigt rasant – unabhängig davon, ob ein Fenster einen Spalt offen steht oder nicht.

Besonders tückisch: Armaturenbrett, Lenkrad, Gurtschlösser und Kindersitze können Temperaturen von bis zu 80 °C erreichen. Für Kinderhände bedeutet das akute Verbrennungsgefahr.

Warum Kinder besonders gefährdet sind

Kinder können ihre Körpertemperatur deutlich schlechter regulieren als Erwachsene. Ihr Organismus überhitzt schneller – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen:

  • Hitzschlag – Die Körpertemperatur steigt gefährlich an
  • Kreislaufversagen – Durch Flüssigkeitsverlust und Überhitzung
  • Bewusstlosigkeit – Im schlimmsten Fall droht Organversagen

Deshalb gilt ohne Ausnahme: Kinder gehören niemals allein ins Auto – auch nicht „nur für eine Minute“.

Der gefährliche Irrtum mit dem offenen Fenster

Viele Eltern glauben, ein leicht geöffnetes Fenster würde ausreichen, um das Auto kühl zu halten. Das ist falsch. Untersuchungen zeigen: Ein kleiner Spalt senkt die Innentemperatur nur minimal. Das Fahrzeug heizt sich trotzdem auf lebensgefährliche Werte auf.

Praktische Tipps für den Kita- und Familienalltag

Das Auto möglichst kühl halten

  • Schattige Parkplätze bevorzugen
  • Reflektierende Sonnenschutzfolie für die Windschutzscheibe nutzen
  • Helle Sitzbezüge oder Handtücher über den Kindersitz legen

Wichtig: Auch im Schatten kann sich ein Fahrzeug stark aufheizen. Keine dieser Maßnahmen ersetzt das Mitnehmen aller Kinder.

Kinder vor Hitze schützen

  • Ausreichend trinken – Wasser oder ungesüßte Getränke regelmäßig anbieten, auch ohne Durst
  • Aktivitäten anpassen – Toben und Spielen im Freien in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegen
  • Leichte Kleidung – Helle, luftige Stoffe, Sonnenhut und Sonnencreme
  • Kühle Räume nutzen – In der Mittagshitze drinnen bleiben, Räume abdunkeln

Was tun, wenn Sie ein Kind im heißen Auto entdecken?

Wenn Sie ein Kind in einem überhitzten Fahrzeug sehen, handeln Sie sofort:

  1. Klopfen Sie an die Scheibe und versuchen Sie, Aufmerksamkeit zu erregen
  2. Prüfen Sie den Zustand des Kindes – Reagiert es? Ist es ansprechbar?
  3. Rufen Sie den Notruf 112, wenn das Kind teilnahmslos wirkt, verwirrt ist oder nicht reagiert
  4. Scheibe einschlagen nur im absoluten Notfall – wenn akute Lebensgefahr besteht und keine andere Hilfe möglich ist. Ziehen Sie wenn möglich Zeugen hinzu.

Warnsignale eines Hitzschlags erkennen

Achten Sie bei Kindern auf folgende Symptome:

  • Schwindel oder Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Heiße, gerötete Haut
  • Verwirrtheit oder ungewöhnliches Verhalten
  • Erschöpfung bis hin zur Bewusstlosigkeit

Sofortmaßnahmen: Kind an einen kühlen Ort bringen, mit feuchten Tüchern kühlen, Flüssigkeit geben (wenn bei Bewusstsein), Rettungsdienst rufen.

Kühle Orte in Ihrer Nähe finden

Viele Städte bieten inzwischen Kühle-Orte-Karten an, die klimatisierte Gebäude, Parks und schattige Plätze anzeigen. Eine bundesweite Übersicht finden Sie auf kühle-orte.de – hilfreich für Ausflüge mit der Kita-Gruppe oder der Familie.

Fazit: Aufmerksamkeit kann Leben retten

Sommerliche Temperaturen gehören für Kinder zu den schönsten Erlebnissen – aber sie bergen auch Gefahren. Ein geparktes Auto wird in der Sonne innerhalb von Minuten zur Hitzefalle.

Die wichtigste Regel: Kinder niemals im Auto zurücklassen. Nicht für den kurzen Weg zur Kasse, nicht für den Gang zum Briefkasten – niemals.

Wer aufmerksam bleibt, auf Warnsignale achtet und im Notfall schnell handelt, kann im Ernstfall ein Leben retten.

Quellen: Pressemitteilungen Feuerwehr Hamburg, ADAC, Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland
und Informationen auf kühle-orte.de




„TigerKids – Kindergarten aktiv“: Mehr Material für Gesundheit in der Kita

Neues Modul zum Thema „Resilienz“ soll die psychische Gesundheit der Kinder unterstützen

Das Präventionsprogramm „TigerKids – Kindergarten aktiv“ soll einen gesunden Lebensstil im Kindergarten fördern. Laut Giulia Roggenkamp von der Stiftung Kindergesundheit wurden die Inhalte umfassend überarbeitet und weiterentwickelt. Dabei hat die Stiftung die Materialbasis aktualisiert, digitale Ergänzungselemente und ein neu entwickeltes Modul zum Thema „Resilienz“ hinzugefügt. Dieses wurde neben den Schwerpunkten Bewegung, Ernährung und Entspannung als viertes Element in das Programm aufgenommen. Der Grund: wissenschaftliche Studien würden die Bedeutung frühzeitiger Resilienzförderung für die psychische Gesundheit von Kindern hervorheben, so Roggenkamp.

Stärkung von Selbstvertrauen und Bewältigungskompetenzen

So zeigten etwa die Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KiGGS, dass etwa jedes sechste Kind (16,9 %) im Alter von drei bis 17 Jahren Hinweise auf psychische Auffälligkeiten aufweise. Im Zuge der Corona-Pandemie habe sich dieser Anteil bei Kindern und Jugendlichen deutlich erhöht (Robert Koch-Institut, 2018; Ravens-Sieberer et al., 2021). Forschungsergebnisse belegten zugleich, dass insbesondere stabile Beziehungen, soziale Unterstützung sowie die Stärkung von Selbstvertrauen und Bewältigungskompetenzen wichtige Schutzfaktoren darstellten. Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen würden dabei als besonders wirksam gelten, wenn sie frühzeitig, entwicklungsorientiert und im direkten Lebensumfeld der Kinder – etwa in Kindertageseinrichtungen – ansetzen würden.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und im Umgang mit Herausforderungen

„Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die ihnen viel abverlangt. Mit dem neuen Resilienz-Modul stärken wir sie genau dort, wo es früh beginnt: im Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und im Umgang mit Herausforderungen”, erklärt Eva Berninger, Fachexpertin für Gesundheitsprävention bei der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse. Das neue Resilienz-Modul unterstützt Kinder spielerisch beim Aufbau emotionaler Stärke, der Selbstwahrnehmung und im Umgang mit Herausforderungen und erweitert damit die ganzheitliche Gesundheitsförderung im frühkindlichen Bereich.

Praxisnah zur einfacheren Umsetzung

Darüber hinaus soll das Programm nun deutlich praxisnäher gestaltet sein: „Alle Module folgen nun einem einheitlichen Praxisstundenformat, das pädagogische Fachkräfte direkt und eigenständig im Kindergartenalltag umsetzen können. Neu entwickelt wurden außerdem ein Praxisbegleiter mit Geschichten und Übungen, Gesundheitsimpulse für pädagogische Fachkräfte sowie Materialien wie Gefühlswürfel und Gefühlskarten – ergänzt durch digitale Elemente, die analoge Inhalte sinnvoll erweitern und zeitgemäße Vermittlungsformen unterstützen“, schreibt Roggenkamp.

Einbindung von Familien gestärkt

Zudem habe man auch die Einbindung der Familien gestärkt: Mit dem neu entwickelten „Gesunden Tiger-Wochenende“ begleite der kleine Tiger die Kinder nach Hause und lade Familien ein, gemeinsam gesunde Erlebnisse im Alltag zu sammeln.

Für Kindertageseinrichtungen und Familien

„,TigerKids – Kindergarten aktiv‘ verbindet damit weiterhin bewährte Ansätze der Gesundheitsförderung mit aktuellen Entwicklungen in Pädagogik, Praxisorientierung und Digitalisierung”, erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Das Programm unterstützt pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen sowie Familien nachhaltig dabei, Bewegung, ausgewogene Ernährung, Entspannung und nun auch Resilienz fest im kindlichen Alltag zu verankern.”

Pädagogische Fachkräfte, Eltern und Erziehungsberechtigte können bereits jetzt ins erste TigerKids-Abenteuer starten. Egal ob zuhause oder im Kindergarten.

Weitere Informationen zum Programm „TigerKids – Kindergarten aktiv“




Asbest in Knetsand entdeckt: ÖKO-TEST warnt vor Kinderprodukt

ÖKO-TEST findet krebserregende Fasern im Mushimallow Stretch Sand

Ein aktueller Test der Verbraucherschutzorganisation ÖKO-TEST sorgt für Verunsicherung bei Eltern: In einem in Deutschland erhältlichen Knetsandprodukt für Kinder wurden Asbestfasern nachgewiesen. Der Stoff gilt als hochgefährlich und ist in Spielzeug in der Europäischen Union strikt verboten.

Belastetes Produkt trotz Rückruf weiter erhältlich

Im Fokus des Tests steht das Produkt „Mushimallow Stretch Sand“ (4er-Set). Ein beauftragtes Labor stellte einen Asbestgehalt von über 0,1 Massenprozent fest – ein Wert, ab dem Materialien bereits als gefährlicher Bauabfall eingestuft werden.

Der Anbieter Eduplay gab gegenüber ÖKO-TEST an, den Verkauf gestoppt und Kundinnen und Kunden informiert zu haben. Dennoch war das Produkt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weiterhin online verfügbar.

Mehrheit der Produkte unauffällig

Insgesamt untersuchte ÖKO-TEST 18 Knetsandprodukte, nachdem zuvor in mehreren Ländern Asbestfunde gemeldet worden waren. Das Ergebnis fällt differenziert aus: In den meisten getesteten Produkten konnten keine belastenden Fasern nachgewiesen werden. Der Fund im Mushimallow-Sand bleibt jedoch ein gravierender Einzelfall.

Ursache vermutlich natürliche Rohstoffe

Viele der betroffenen Produkte stammen aus China. Als wahrscheinliche Quelle gilt das Ausgangsmaterial des Sands: Asbest kommt natürlicherweise in bestimmten Gesteinen vor. Bei der industriellen Verarbeitung können die gefährlichen Fasern unbemerkt in das Endprodukt gelangen.

Besonders problematisch ist Asbest beim Einatmen. Die feinen Fasern können in die Lunge gelangen und dort langfristig schwere Erkrankungen bis hin zu Krebs auslösen. In der EU ist Asbest als karzinogener Stoff der höchsten Gefahrenkategorie (1A) eingestuft.

Klare Empfehlungen für Verbraucher

ÖKO-TEST rät dazu, betroffene Produkte sofort zu entsorgen. Räume, in denen der Knetsand verwendet wurde, sollten gründlich gereinigt werden, um mögliche Faserreste zu entfernen.

Zudem wird empfohlen, aktuelle Rückrufaktionen aufmerksam zu verfolgen, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie online unter: oekotest.de/16257




Erstmals mehr Kinder und Jugendliche fettleibig als untergewichtig

UNICEF-Report warnt vor wachsendem Gesundheitsrisiko

Zum ersten Mal in der Geschichte sind weltweit mehr Kinder und Jugendliche fettleibig als untergewichtig. Das geht aus dem aktuellen UNICEF-Report „Feeding Profit: How Food Environments are Failing Children“ hervor. Demnach ist jedes fünfte Kind im Alter von fünf bis 19 Jahren übergewichtig, jedes zehnte sogar fettleibig. Damit hat starkes Übergewicht Untergewicht als häufigste Form von Fehlernährung abgelöst.

Globale Entwicklung

Die Analyse stützt sich auf Daten aus über 190 Ländern. Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil untergewichtiger Kinder von 13 Prozent auf 9,2 Prozent gesunken. Gleichzeitig hat sich der Anteil fettleibiger Kinder mehr als verdreifacht – von 3 Prozent auf 9,4 Prozent.

In den meisten Regionen der Welt tritt Fettleibigkeit inzwischen häufiger auf als Untergewicht, mit Ausnahme von Subsahara-Afrika und Südasien. Besonders hoch sind die Werte in Ländern mit hohem Einkommen: In Chile gelten 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen als adipös, in den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten jeweils 21 Prozent. In Deutschland ist ein Viertel der Fünf- bis 19-Jährigen übergewichtig, davon 8 Prozent adipös.

Ursachen und Einflussfaktoren

UNICEF sieht die Hauptursache in der allgegenwärtigen Verfügbarkeit und Vermarktung stark verarbeiteter Lebensmittel. Produkte mit hohem Gehalt an Zucker, Salz, ungesunden Fetten und Zusatzstoffen prägen zunehmend die Ernährung von Kindern und Jugendlichen. Sie sind billig, leicht zugänglich und werden – in Schulen, Geschäften wie auch über digitale Kanäle – intensiv beworben.

Besonders drastisch zeigt sich diese Entwicklung in den pazifischen Inselstaaten. Dort haben sich die Adipositas-Raten seit 2000 verdoppelt und erreichen Werte von bis zu 38 Prozent, etwa in Niue. Grund sei die Verdrängung traditioneller Ernährungsweisen durch importierte, energiereiche Fertigprodukte.

Folgen für Kinder und Gesellschaft

UNICEF warnt, dass Übergewicht im Kindes- und Jugendalter schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Betroffene Kinder haben ein höheres Risiko, an Bluthochdruck, Insulinresistenz und später an Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zu erkranken.

Darüber hinaus kommt es häufiger zu schulischen Problemen, geringem Selbstwertgefühl und Ausgrenzung durch Mobbing. Einmal entstandene Fettleibigkeit bleibt oft bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Die weltweiten Auswirkungen betreffen auch ganze Volkswirtschaften: Steigende Gesundheitskosten und sinkende Arbeitsproduktivität gelten als direkte Folge der zunehmenden Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Politische Maßnahmen

Der Report verweist auf positive Beispiele staatlicher Interventionen. In Mexiko etwa ist der Verkauf von stark verarbeiteten Lebensmitteln und zuckerhaltigen Getränken in öffentlichen Schulen verboten. Über 34 Millionen Kinder profitieren dort von strengeren Vorgaben, die ihre tägliche Ernährung schützen sollen.




Das Programm „Klimaspürnasen“ gibt es künftig in neun Bundesländern

Nach dem Start in Bayern soll das Gesundheits- und Umweltprojekt für Kitas nun deutlich ausgeweitet werden

Die Folgen des Klimawandels werden für alle von uns zu einer gesundheitlichen Herausforderung. Kinder sind eine besonders anfällige Gruppe. Sie sind den negativen Auswirkungen stark ausgesetzt. Angesichts dessen ist es aus Sicht der Stiftung Kindergesundheit notwendig, Kinder schon früh für die Wechselwirkung zwischen Umwelt und Gesundheit zu sensibilisieren.

Eigenverantwortung für Umweltschutz und Gesundheit fördern

Die Stiftung hat deshalb in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) das Präventionsprogramm „Klimaspürnasen – Gesundheit und Umwelt im Kindergarten“ entwickelt. Damit können Kinder zwischen drei und sechs Jahren die Zusammenhänge einer gesunden Umwelt mit der eigenen kennenlernen. Mit anschaulichen Spielen und Experimenten sollen Kindergartenkinder für einen umweltbewussten und gesundheitsförderlichen Lebensstil sensibilisiert und ihre Eigenverantwortung im Hinblick auf Umweltschutz und Gesundheit gezielt gefördert werden.

Materialpaket mit Anregungen und Kopiervorlagen

Die teilnehmenden Kindergärten erhalten ein wissenschaftlich ausgearbeitetes Materialpaket mit detaillierten Anregungen zu pädagogischen Aktivitäten und Kopiervorlagen. Auf der Homepage der Klimaspürnasen ergänzen digitalisierte Materialien für pädagogische Fachkräfte sowie Informationen und Tipps für Eltern das Konzept des Programms.

Denn eine intakte Umwelt sei die Grundvoraussetzung für die gesunde Entwicklung von Kindern, erklärt Prof. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorstand der Stiftung Kindergesundheit. Die Klimaspürnasen seien ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung und nachhaltigen Bekämpfung der klimabedingten Gesundheitsrisiken.

Nähere Informationen zum Programm unter https://www.klimaspuernasen.de/index.php

Quelle: Giulia Roggenkamp, Stiftung Kindergesundheit