Häufiges Vorlesen stärkt früh den Wortschatz von Kindern

Neue Auswertungen zeigen: Kinder profitieren langfristig, wenn ihnen im Kleinkindalter regelmäßig vorgelesen wird

Kinder, denen im Alter von drei Jahren täglich vorgelesen wird, verfügen Jahre später über einen deutlich größeren Wortschatz. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Der Effekt ist langfristig messbar: Auch im Alter von sieben Jahren profitieren diese Kinder noch sprachlich von frühen Vorleseerfahrungen.

Damit bestätigt sich, was die Bildungsforschung seit Jahren vermutet: Sprachentwicklung beginnt nicht erst in der Schule – sie entsteht im Alltag, im Gespräch, beim gemeinsamen Anschauen von Bildern und vor allem beim Vorlesen.

Frühe Sprachbildung entsteht im Miteinander

Die Daten machen deutlich, wie entscheidend die Interaktion zwischen Eltern und Kindern ist. Vorlesen ist dabei weit mehr als eine ruhige Beschäftigung: Es schafft Aufmerksamkeit, fördert Verständnis und erweitert den Wortschatz.

Besonders wirksam ist regelmäßiges Vorlesen. Kinder, denen mehrmals täglich vorgelesen wurde, zeigen deutlich bessere sprachliche Kompetenzen als Kinder, die diese Erfahrung seltener machen.

Ein einfacher Impuls mit großer Wirkung

Die Ergebnisse sind eindeutig – und zugleich bemerkenswert alltagsnah: Es braucht keine aufwendigen Förderprogramme, um Kinder sprachlich zu stärken. Gemeinsame Zeit, Bücher und Gespräche reichen oft aus.

Vorlesen wirkt dabei auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Kinder lernen neue Wörter
  • sie verstehen Zusammenhänge besser
  • sie entwickeln ein Gefühl für Sprache und Geschichten
  • sie erleben Nähe und Aufmerksamkeit

Gerade diese Verbindung aus Sprache und Beziehung macht den Unterschied.

Was das für Familien, Kitas und Schulen bedeutet

Für Eltern und pädagogische Fachkräfte ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Vorlesen sollte ein selbstverständlicher Teil des Alltags sein – möglichst früh und möglichst regelmäßig.

Auch Kitas und Grundschulen können hier gezielt ansetzen:

  • durch feste Vorlesezeiten
  • durch Zugang zu Büchern
  • durch gemeinsame Sprach- und Erzählsituationen

Denn Sprachkompetenz ist eine zentrale Grundlage für Bildung – und sie beginnt lange vor dem ersten Schultag.

Hintergrund: Das Nationale Bildungspanel (NEPS)

Die Ergebnisse basieren auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), der größten Langzeit-Bildungsstudie in Deutschland. Sie untersucht Bildungsprozesse von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter und liefert damit eine wichtige Grundlage für Forschung und Bildungspolitik.

Originalpublikation:

https://www.lifbi.de/NEPS-SL/Detail?nummer=07




Die Ostergeschichte für Kinder: Von Palmsonntag bis Ostern

Eine spannende Reise durch die Ostertage – verständlich für Kinder erzählt

Von Palmsonntag bis Ostersonntag

An Ostern denken die Christen an die letzten Tage von Jesus, an seinen Tod und daran, dass er wieder lebendig wurde. Die Geschichte beginnt an Palmsonntag.

Jesus reitet durch Jerusalem

An einem Sonntag ritt Jesus auf einem Esel nach Jerusalem. Er kam zum Pascha-Fest. Das ist ein großes Fest, bei dem die Juden feiern, dass Gott sie aus Ägypten befreit hat. Jesus war selbst Jude und wollte mitfeiern.

Viele Menschen in Jerusalem freuten sich, dass Jesus kam. Sie riefen: „Gesegnet sei er, der da kommt im Namen des Herrn!“ Einige legten ihre Kleidung auf den Boden, andere rissen Palmzweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg. So wollten sie Jesus ehren. Deshalb heißt dieser Tag Palmsonntag.

Die wichtigen Männer in der Stadt hörten, wie die Menschen jubelten. Sie hatten Angst vor Jesus, weil ihn viele wie einen König feierten. Darum beschlossen sie, ihn zu töten.

Das letzte Abendmahl

Jesus wusste, dass seine Feinde ihn suchten. Deshalb war es ihm wichtig, am Donnerstagabend mit seinen engsten Freunden, den zwölf Aposteln, zusammen zu essen.

Er wusch ihnen die Füße. Damit wollte er zeigen, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein und einander zu helfen.

Dann nahm er Brot, segnete es, brach es in Stücke und gab es seinen Freunden. Er sagte:
„Nehmt und esst alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“

Danach nahm er den Becher mit Wein, segnete ihn und reichte ihn weiter. Er sagte:
„Nehmt und trinkt alle daraus. Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Jesus erzählte seinen Freunden auch, dass ihn einer von ihnen verraten würde. Sie waren sehr traurig und konnten es kaum glauben.

Jesus am Ölberg

Nach dem Essen ging Jesus mit seinen Freunden auf den Ölberg, in einen Garten, der Getsemani heißt. Dort bat er sie zu warten und ging ein Stück weiter, um zu beten.

Als er zurückkam, waren seine Freunde eingeschlafen.

Plötzlich kamen Soldaten. Einer von Jesu Jüngern war bei ihnen: Judas. Er hatte den Soldaten gezeigt, wo sie Jesus finden konnten. Dafür bekam er 30 Silberstücke.

Die Soldaten nahmen Jesus fest.

Jesus bei den Priestern und bei Pilatus

Die Soldaten brachten Jesus zu den mächtigen Priestern. Diese wollten, dass er verurteilt wird. Sie holten Menschen, die Dinge über Jesus erzählten, die nicht stimmten.

Dann brachten sie Jesus zu Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter. Pilatus sprach mit Jesus und sagte: „Ich finde keine Schuld an ihm.“

Aber die Menschen riefen laut, dass Jesus bestraft werden sollte. Sie schrien und wurden immer wütender.

Pilatus wollte Jesus freilassen, doch die Menschen ließen nicht locker. Schließlich ließ er Jesus schlagen, setzte ihm eine Dornenkrone auf und ließ ihn verspotten.

Pilatus hatte Angst vor der Menge. Deshalb ließ er eine Schüssel mit Wasser bringen, wusch seine Hände und sagte:
„Ich bin unschuldig an dem, was hier geschieht.“

Er wusste, dass Jesus nichts falsch gemacht hatte. Aber er ließ die Menschen entscheiden.

Jesus am Kreuz

Am Freitagmorgen wurde Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt. Er musste das schwere Kreuz selbst tragen. Weil er so geschwächt war, fiel er immer wieder hin.

Ein Mann, der gerade vom Feld kam, musste ihm helfen, das Kreuz zu tragen.

Auf einem Hügel schlugen die Soldaten Jesus ans Kreuz und stellten es auf.

Doch Jesus sagte:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Jesus starb am Kreuz.

Ein Freund von Jesus, der Josef hieß, nahm seinen Körper. Er wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Grab in einer Felsenhöhle. Vor den Eingang wurde ein großer Stein gerollt.

Ostersonntag

Damals war es üblich, Verstorbene mit duftenden Ölen zu salben. Deshalb gingen einige Frauen am Sonntagmorgen zum Grab von Jesus.

Doch als sie ankamen, erschraken sie: Der große Stein war weggerollt, und das Grab war leer.

Zwei Engel standen dort und sagten zu ihnen:
„Warum sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“


Reuter Kichenjahr

Das Kirchenjahr mit Kindern feiern

Viele lustige und spannende Geschichten in diesem Vorlesebuch erzählen, was Markus, Luise, ihre Eltern und ihr Kater beim Feiern alles erleben. Das Buch erklärt die wichtigsten Feste des Kirchenjahres auf einfache und unterhaltsame Weise – für Kinder gut verständlich.

Mit vielen Bildern, Rezepten und Bastelideen lädt es Kinder zum Mitmachen ein und macht Lust auf gemeinsames Entdecken. Vom Advent bis Ostern begleitet es Familien, Kindergruppen und Gemeinden durch das ganze Jahr.

Thoma Reuter
Das Kirchenjahr mit Kindern feiern

Ein Vorlesebuch mit lustigen Geschichten, Backrezepten und Spielen
Broschur, 96 Seiten
ISBN: 978-3-944548-90-6
14,95 €




Die drei Steine – Eine poetische Geschichte über Veränderung und Neuanfang

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Ein Bilderbuch von Olivier Tallec über Veränderung, Abschied und die Suche nach einem neuen Platz im Leben

Was passiert, wenn sich plötzlich alles verändert? Das poetische Bilderbuch Die drei Steine von Olivier Tallec erzählt eine einfühlsame Geschichte über Freundschaft, Verlust und Neuanfang – kindgerecht, ruhig und mit großer erzählerischer Kraft.

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Drei kleine Steine leben hoch oben auf einem Berg. Ihr Alltag ist ruhig und vertraut: Sie beobachten die Welt, genießen die Aussicht und fühlen sich sicher an ihrem Platz. Doch eines Tages reißt ein unerwartetes Ereignis sie aus ihrer gewohnten Umgebung. Von einem Moment auf den anderen verändert sich alles.

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Gemeinsam machen sich die drei Steine auf den Weg. Sie rollen, springen und suchen nach einem neuen Ort, an dem sie wieder ankommen können. Dabei erleben sie, was es bedeutet, Vertrautes loszulassen und sich auf Neues einzulassen.

Olivier Tallec gelingt es, mit einfachen Mitteln große Themen zu erzählen. Die drei Steine ist ein besonderes Bilderbuch über Veränderung, Resilienz und die Suche nach einem neuen Platz im Leben. Die reduzierte Sprache und die ausdrucksstarken Illustrationen schaffen Raum für eigene Gedanken und Gespräche.

Das Buch eignet sich ideal zum Vorlesen in der Familie, in der Kita oder in der Grundschule. Es lädt Kinder dazu ein, über Gefühle, Übergänge und Lebensveränderungen nachzudenken – und bietet zugleich eine ruhige, stärkende Geschichte.

Die drei Steine richtet sich an Kinder ab etwa 3 Jahren sowie an Eltern, Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte, die ein sensibles und zugleich zugängliches Bilderbuch zu den Themen Veränderung, Abschied und Neubeginn suchen.

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Oliver Tallec
DIE DREI STEINE

Hardcover, 25 x 33,6 cm
40 Seiten, durchgehend farbig
Ab 3 Jahre
ISBN 978-3-96304-053-5
18,00 € [D], 18,60 € [A]
Warengruppe: 1211
Erzählerische Bilderbücher




MINTmachtage 2026: Kostenloses Material für Kita und Grundschule

Unter dem Motto „Sag mal Aaah! Gesund in die Zukunft“ entdecken Kinder ihren Körper und moderne Medizintechnik – pädagogische Fachkräfte können dafür kostenloses Aktionsmaterial bestellen

Unter dem Motto „Sag mal Aaah! Gesund in die Zukunft“ finden 2026 erneut die bundesweiten MINTmachtage statt. Kitas, Horte und Grundschulen können sich daran beteiligen und gemeinsam mit Kindern der Frage nachgehen, wie der menschliche Körper funktioniert und welche Rolle moderne Technik für Gesundheit und Medizin spielt. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte können dafür kostenloses Aktionsmaterial bestellen.

Menschliche Gesundheit im Mittelpunkt

Die Initiative wird von der Stiftung Kinder forschen organisiert und richtet sich an Kinder im Kita- und Grundschulalter. Inhaltlich steht die menschliche Gesundheit im Mittelpunkt. Themen sind unter anderem die Funktionsweise des Körpers, Schutzmechanismen des Organismus sowie technische Entwicklungen in der Medizin. Die Aktion knüpft damit an das Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“ an.

Für die pädagogische Arbeit stellt die Stiftung ein Materialpaket zur Verfügung. Es enthält eine Sonderausgabe des Magazins „Forscht mit!“, ein Wimmelposter mit Augmented-Reality-Elementen, das einen digitalen Blick in den menschlichen Körper ermöglicht, sowie sechs Aktionskarten mit Forschungsaufgaben. Ergänzt wird das Paket durch einen Stickerbogen.

Onlinekurs zur Vorbereitung

Ein zentraler Termin der Aktion ist der 16. Juni 2026. Rund um dieses Datum können Einrichtungen eigene Aktivitäten durchführen, beispielsweise Forschungsfeste oder thematische Projektwochen. Zur Vorbereitung steht für pädagogische Fach- und Lehrkräfte der Online-Kurs „Von Kopf bis Fuß – den eigenen Körper entdecken“ zur Verfügung.

Begleitend veröffentlicht die Initiative monatlich eine neue Forschungsidee auf ihrer Website. Darüber hinaus gibt es einen zur Aktion gehörenden Song mit dem Titel „Sag mal Aaah!“ der Berliner Kinderband 3Berlin.

Jetzt bestellen!

Die MINTmachtage 2026 werden im Rahmen des Wissenschaftsjahres vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Das kostenlose Aktionsmaterial für Kitas, Horte und Grundschulen kann online bestellt werden. Weitere Informationen zur Aktion sowie zusätzliche Materialien sind unter www.mintmachtage.de abrufbar.




150.000 neue Ganztagsplätze an Grundschulen bis 2030 nötig

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Vor allem in Westdeutschland fehlen trotz Rechtsanspruch ab 2026 noch zehntausende Ganztagsplätze an Grundschulen – besonders in Bayern und NRW

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule kommt – doch vor allem in Westdeutschland fehlen noch viele Plätze. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Demnach müssen bis zum Schuljahr 2029/30 rund 150.000 zusätzliche Ganztagsplätze geschaffen werden, damit der Anspruch bundesweit erfüllt werden kann.

Rechtsanspruch startet ab 2026

Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz zunächst für Kinder der ersten Klassenstufe. In den darauffolgenden Jahren wird er schrittweise auf die Klassen 2 bis 4 ausgeweitet.

Ziel ist es, Familien zu entlasten und Kindern bessere Bildungs- und Entwicklungschancen zu eröffnen. Doch besonders in den westdeutschen Bundesländern klafft noch eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Bedarf.

Besonders großer Bedarf in Bayern und NRW

Die IW-Berechnungen zeigen deutliche regionale Unterschiede:

  • Nordrhein-Westfalen: rund 45.300 fehlende Plätze
  • Bayern: rund 42.300 fehlende Plätze

Geht man sogar von einer Zielquote von 75 Prozent ganztags betreuter Grundschulkinder aus, steigt der Bedarf drastisch: Mehr als 570.000 zusätzliche Plätze wären dann bundesweit erforderlich.

Allein in:

  • Bayern: etwa 204.000 Plätze
  • Nordrhein-Westfalen: rund 126.000 Plätze
  • Baden-Württemberg: etwa 105.000 Plätze

Hier zeigt sich: Der Ausbau ist vielerorts noch eine enorme Kraftanstrengung.

Hamburg und Ostdeutschland als Vorbilder

Ganz anders stellt sich die Situation in Ostdeutschland und in Hamburg dar. Dort werden bereits heute deutlich mehr als 75 Prozent der Grundschulkinder ganztags betreut.

Zwar gibt es auch hier kleinere Unterschiede zwischen den von Eltern gewünschten Betreuungszeiten und der tatsächlichen Quote, doch durch sinkende Kinderzahlen dürften sich diese Lücken schließen. Ein größerer weiterer Ausbau scheint aktuell nicht nötig.

Qualität entscheidet über Attraktivität

Neben dem quantitativen Ausbau spielt die Qualität der Angebote eine entscheidende Rolle.

IW-Experte Wido Geis-Thöne betont: Ganztagsangebote müssen für Familien attraktiv sein. Dazu gehören unter anderem:

  • verlässliche und flexible Öffnungszeiten
  • gute pädagogische Qualität
  • Ferienbetreuung
  • bezahlbare Elternbeiträge

Ganztagsbetreuung stärkt nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie bietet Kindern zusätzliche Lern- und Fördermöglichkeiten, soziale Erfahrungen und bessere Teilhabechancen.

Wie wurde gerechnet?

Für die Studie hat das IW den voraussichtlichen Bedarf im Schuljahr 2029/2030 berechnet. Grundlage waren:

  • die prognostizierte Entwicklung der Grundschulkinderzahlen
  • die im Jahr 2024 von Eltern geäußerten Betreuungswünsche
  • das aktuell vorhandene Angebot an Ganztagsplätzen

Das Ergebnis macht deutlich: Der Rechtsanspruch ist politisch beschlossen – doch insbesondere in Westdeutschland bleibt der Weg bis zur flächendeckenden Umsetzung noch weit. In vielen Regionen wird sich in den kommenden Jahren einiges bewegen. Entscheidend wird sein, dass nicht nur neue Plätze entstehen – sondern gute Ganztagsschulen, in denen Kinder gerne lernen und leben.




Kinder lernen Rechnen mit Brettspielen – Studien zeigen starke Effekte

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Mathematisches Basiswissen lässt sich spielerisch und nebenbei erwerben

Brettspiele helfen Kindern, ein grundlegendes Verständnis für Zahlen und Mengen zu entwickeln – und das bereits im Vorschulalter. Eine systematische Auswertung von 18 internationalen Studien zeigt, dass einfache Zahlenbrettspiele messbare positive Effekte auf frühe mathematische Fähigkeiten haben. Schon kurze Spielphasen von wenigen Minuten reichen aus, um Zählen, Zahlenerkennung und Mengenverständnis nachhaltig zu fördern.

Die Untersuchung stammt von Forschenden der University of Oregon und bezieht sich auf Kinder vom Vorschulalter bis zur zweiten Klasse. Sie bestätigt, dass spielerisches Lernen ein wirkungsvoller und niedrigschwelliger Weg ist, um mathematische Basiskompetenzen aufzubauen.

Spielen als wirksames Lerninstrument

„Wir haben dieses Thema ausgewählt, weil frühe mathematische Fähigkeiten ein starker Prädiktor für den späteren Schulerfolg sind – und Zahlenbrettspiele zugleich einfach, günstig und leicht zugänglich sind“, erklärt Studienautorin Gena Nelson von der University of Oregon.

Die Analyse zeigt, dass insbesondere lineare Zahlenbrettspiele – also Spiele mit einer fortlaufenden Zahlenreihe – das Zahlenverständnis verbessern. Kinder lernen dabei:

  • korrekt und in Reihenfolge zu zählen,
  • Zahlen mit Mengen zu verknüpfen,
  • und zu verstehen, dass die letzte Zahl die Gesamtmenge repräsentiert.

Diese sogenannten „numerischen Basiskompetenzen“ bilden das Fundament für späteres Rechnen, Schätzen und mathematisches Denken.

Schon kurze Spielzeiten zeigen Wirkung

Bemerkenswert ist, dass die Effekte bereits nach sehr kurzer Zeit auftreten. In mehreren der ausgewerteten Studien reichten wenige zehnminütige Spielsitzungen aus, um signifikante Verbesserungen im Zahlenverständnis zu erzielen.

Das macht Zahlenbrettspiele besonders attraktiv für:

  • pädagogische Fachkräfte im Kindergarten und in der Grundschule,
  • Eltern und Familienangehörige,
  • sowie Mentorinnen und Mentoren, die Kinder informell begleiten.

Spielerisches Lernen verbindet dabei Motivation, emotionale Beteiligung und kognitive Aktivierung – eine Kombination, die als besonders lernwirksam gilt.

Studien aus sieben Ländern

Die Meta-Analyse basiert auf Untersuchungen aus sieben Ländern, darunter: USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Schweden, Türkei, Hongkong

Ein bekanntes Beispiel für ein wirksames Lernspiel ist „The Great Race“, entwickelt vom Early Childhood Interaction Lab der University of Maryland. Es gehört zu den Spielen, die in mehreren Studien positive Effekte auf frühe Rechenkompetenzen gezeigt haben.

Der Bericht mit dem Titel „Evidence-Based Ways to Play: Linear Number Board Games Support Numeracy Skills for Young Children“ filtert gezielt Spiele heraus, die wissenschaftlich überprüft wurden – im Gegensatz zu der Vielzahl nicht evaluierter Lernangebote im Internet.

Lernen muss spielerisch sein

Die Ergebnisse bestätigen, dass mathematisches Lernen nicht zwingend an formalen Unterricht gebunden ist. Kinder können sich grundlegende numerische Fähigkeiten ganz nebenbei aneignen – im Spiel, in entspannter Atmosphäre und mit hoher intrinsischer Motivation.

Brettspiele sind damit nicht nur ein Freizeitvergnügen, sondern ein wirksames pädagogisches Werkzeug, das frühzeitig die Basis für mathematisches Denken legen kann.

Der Bericht Evidence-Based Ways to Play: Linear Number Board Games Support Numeracy Skills for Young Children konzentriert sich auf Spiele, die durch glaubwürdige Forschungsergebnisse gestützt werden, und filtert sie aus Hunderten von online verfügbaren Spielen heraus.

(Foto: Mormagic – Spielerisch zählen lernen mit den Mormels, Hape, 19,99)




Ringvorlesung zur Sprachbildung: Kinderrechte, Vielfalt und Inklusion

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Kostenfreie Vortragsreihe für Interessierte aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Fachpraxis, initiiert von der IU Internationalen Hochschule

Wie können Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung wirksam begleitet werden – und welche Rolle spielen Kinderrechte, Inklusion und gesellschaftliche Vielfalt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die digitale Ringvorlesung „Mitteilen – Miteinander teilen: Kindliche Sprachbildung und -förderung im Zeichen der Kinder- und Menschenrechtsbildung“, die am 20. Oktober 2025 startet. Alle Online-Vorträge sind kostenfrei und richten sich an Fachkräfte, Lehrkräfte, Eltern und alle Interessierten.

Die Reihe läuft bis März 2026, jeweils montags von 18 bis 20 Uhr im dreiwöchigen Rhythmus. Sie vermittelt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, bildungspolitische Entwicklungen und praxisnahe Ansätze für den pädagogischen Alltag.

Sprachbildung als Schlüssel für Teilhabe

Sprache ist ein Fundament für Bildung, Teilhabe und Demokratie. Doch Sprachbildung ist mehr als ein technisches Werkzeug: Sie bedeutet, Kinderrechte, Vielfalt und Teilhabe konsequent mitzudenken. Genau hier setzt die Ringvorlesung an – mit Impulsen aus Wissenschaft, Politik und Praxis.

„Sprachbildung erfordert eine professionelle Haltung, die Kinderrechte und Vielfalt in den Mittelpunkt stellt“, betonen die Leiterinnen Prof. Dr. Yvonne Decker-Ernst (IU Campus Freiburg) und Prof. Dr. Katharina Gerarts (IU Campus Mainz).

Themenvielfalt von Resilienz bis Mehrsprachigkeit

Die acht Vorträge greifen zentrale Fragen auf:

  • Sprache und mentale Resilienz von Kindern
  • Kulturbewusste Sprachbildung und Kinderschutz
  • Kinderrechte und Demokratie im Kita-Alltag
  • Umgang mit Mehrsprachigkeit
  • Übergänge zwischen Kita und Schule
  • Partizipation als Bedingung für Bildungserfolg

Begleitend erscheint ein Sammelband im Herder Verlag, außerdem ist im Sommer 2026 ein praxisorientierter Fachtag mit Podiumsdiskussion geplant.

Termine im Überblick

  • 12.01.2026: Umgang mit Mehrsprachigkeit in der Kita
  • 02.02.2026: Diversitätssensible Sprachbildung in Kitas
  • 23.02.2026: Sprachförderung am Übergang Kita–Grundschule
  • 16.03.2026: Beteiligung als Bedingung für Bildungserfolg

👉 Mehr Informationen und Anmeldung: https://www.iu.de/duales-studium/b2b-newsletter/events-2025/ringvorlesung-wise-25-26/




Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben

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Wie Kinder durch Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung nachhaltig wachsen – Ein Buch von Armin Krenz

In einer Zeit, in der Bildung häufig auf messbare Leistungen, Kompetenzraster und Förderprogramme reduziert wird, erinnert Armin Krenz mit seinem neuen Werk „Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben“ an den eigentlichen Kern von Pädagogik: Kinder lernen am besten, wenn sie sich emotional sicher fühlen, mit allen Sinnen Erfahrungen machen dürfen und ihre Welt selbst entdecken können.

Der renommierte Pädagoge, der seit Jahrzehnten die deutschsprachige Elementar- und Kindheitspädagogik prägt, führt in diesem Buch zurück zu dem, was Bildung im tiefsten Sinn bedeutet – Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung als Fundament jedes Lernprozesses.

Bildung beginnt mit Beziehung

Krenz zeigt eindrucksvoll, dass Bildung nicht durch Programme oder äußere Steuerung entsteht, sondern durch Begegnung. Kinder entwickeln sich in Resonanz – sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören, sie wahrnehmen, sie ermutigen.

Beziehung ist für ihn keine pädagogische Methode, sondern die Basis jeder Entwicklung: Erst wenn Kinder sich sicher und verstanden fühlen, können sie mit Neugier, Freude und innerer Motivation lernen.

Gestützt auf aktuelle neurowissenschaftliche, entwicklungspsychologische und bildungswissenschaftliche Erkenntnisse belegt Krenz, wie eng Gefühl, Bewegung, Wahrnehmung und Denken miteinander verwoben sind. Emotionen sind keine Störfaktoren im Lernprozess – sie sind der Motor des Lernens.

Ganzheitlichkeit ist eine Haltung

„Ganzheitlich“ ist heute ein viel genutztes Wort in Konzepten und Leitbildern. Doch Krenz gibt dem Begriff seine Tiefe zurück. Ganzheitliche Pädagogik heißt, Kinder in ihrer körperlichen, emotionalen, sozialen und geistigen Einheit zu begleiten – als Individuen, die wachsen wollen, wenn man sie lässt.

Er fordert eine Haltung, die Kinder nicht als zu formende Objekte, sondern als aktive Gestalter ihrer Entwicklung betrachtet. Pädagog*innen, so Krenz, sind in diesem Prozess Wegbegleiter – achtsam, präsent, zugewandt.

Praxisnah, erfahrungsorientiert und inspirierend

Das Buch ist kein theoretisches Manifest, sondern ein konkreter Leitfaden für den pädagogischen Alltag. Krenz verbindet fundiertes Wissen mit lebensnahen Beispielen und Reflexionsfragen. Er beschreibt, wie ganzheitliches Lernen in der Praxis aussehen kann – beim Erkunden der Natur, beim freien Spiel, in Projekten oder im Unterrichtsgespräch.

Besonders wertvoll sind seine Anregungen, wie Beobachtung, Empathie und Achtsamkeit in die tägliche Arbeit einfließen können. Lehrkräfte und Erzieher*innen finden zahlreiche Impulse, um Kinder dabei zu unterstützen, sich selbst und ihre Umwelt zu verstehen – nicht über Belehrung, sondern über Erfahrung.

Pädagogik als Kunst der Menschlichkeit

„Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben“ ist ein Plädoyer für eine Pädagogik, die Kinder stärkt, statt sie zu normieren. Sie lädt Fachkräfte ein, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: auf das Vertrauen in die kindliche Entwicklung, auf die Freude am Lernen und auf die Kraft der Beziehung.

Krenz erinnert daran, dass Bildung immer dann gelingt, wenn Kinder mit allen Sinnen, mit Kopf, Herz und Hand beteiligt sind – und wenn Erwachsene ihnen Raum, Zeit und Zuwendung schenken.

Dieses Buch richtet sich an pädagogische Fachkräfte, Grundschullehrkräfte, Studierende und Eltern, die Kinder in ihrer Einzigartigkeit begleiten und sich selbst als Teil eines lebendigen Bildungsprozesses verstehen. Es bietet Orientierung, Inspiration und Ermutigung – in einer Bildungswelt, die Menschlichkeit mehr denn je braucht.

„Ganz sein, nicht fragmentiert in unseren Handlungen, im Leben, in jeder Art von Beziehung – das ist das eigentliche Wesen geistiger Gesundheit.“

— Jiddu Krishnamurti

Armin Krenz
Ganzheitliche Pädagogik verstehen und leben
Wie Kinder durch Beziehung, Sinneserfahrung und Selbstbildung nachhaltig wachsen
Ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Eltern
Softcover, 64 Seiten‘
ISBN 978-3-96304-621-6
12 €