Bauernhof-Effekt: Welche Bakterien Kinder vor Asthma schützen

Eine neue Studie zeigt, wie Bakterien aus dem Kuhstall das Immunsystem beeinflussen könnten – und liefert neue Hinweise zur Hygienehypothese

Kinder brauchen Schutz vor Krankheitserregern. Aber braucht ihr Immunsystem zugleich den Kontakt mit einer vielfältigen Umwelt, um sich gesund entwickeln zu können? Genau diese Frage steckt hinter der sogenannten Hygienehypothese. Sie besagt vereinfacht: Wenn Kinder in ihren ersten Lebensjahren mit zu wenigen Mikroorganismen in Kontakt kommen, fehlt ihrem Immunsystem möglicherweise ein Teil des notwendigen „Trainings“. Die Folge könnte sein, dass es später häufiger überschießend reagiert – etwa bei Allergien oder Asthma.

Seit Jahrzehnten gibt es dafür bemerkenswerte Hinweise. Besonders auffällig ist der sogenannte Bauernhof-Effekt: Kinder, die auf traditionellen Bauernhöfen aufwachsen, leiden seltener an Asthma und bestimmten allergischen Erkrankungen als andere Kinder. Frühere Untersuchungen zeigten zudem, dass diese Kinder einer größeren Vielfalt von Mikroorganismen ausgesetzt sind. Bereits 2011 konnte eine große Untersuchung unter Beteiligung von Markus Ege zeigen, dass eine größere mikrobielle Vielfalt mit einem geringeren Asthmarisiko verbunden war.

Doch eine entscheidende Frage blieb offen: Was genau schützt die Kinder?

Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams um Professor Markus Ege vom Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums und dem Institut für Asthma- und Allergieprävention bei Helmholtz Munich kommt der Antwort nun erstaunlich nahe. Die Forschenden konnten bestimmte Bakterien aus der Stallumgebung identifizieren und einen möglichen biologischen Weg bis zu Rezeptoren in den menschlichen Atemwegszellen nachzeichnen. Die Ergebnisse wurden 2026 in NEJM Evidence veröffentlicht.

Die Hygienehypothese: Zu wenig Kontakt mit der Umwelt?

Die Hygienehypothese entstand Ende der 1980er-Jahre vor dem Hintergrund einer auffälligen Entwicklung: In westlichen Industrieländern hatten Allergien, Heuschnupfen und Asthma bei Kindern über Jahrzehnte stark zugenommen.

Dabei handelt es sich um Erkrankungen, bei denen Immun- und Entzündungsreaktionen eine entscheidende Rolle spielen. Die grundlegende Überlegung lautet deshalb: Könnte eine veränderte Lebensumwelt dazu führen, dass das sich entwickelnde Immunsystem weniger Gelegenheit bekommt, angemessen auf die mikrobielle Welt eingestellt zu werden?

Bauernhofkinder wurden für die Forschung besonders interessant. Denn bei ihnen zeigte sich wiederholt ein geringeres Risiko für Asthma und Allergien. Gleichzeitig kommen sie mit einer wesentlich größeren Vielfalt von Bakterien, Pilzen und anderen Bestandteilen der natürlichen Umwelt in Berührung.

Ege beschreibt diese Mikroorganismen anschaulich als bakterielle „Sparringspartner“, mit denen sich das Immunsystem auseinandersetzen müsse.

Doch damit war noch lange kein Beweis erbracht.

Denn viele Erkenntnisse zur Hygienehypothese stammen aus Beobachtungsstudien. Diese können zeigen, dass zwei Dinge miteinander zusammenhängen. Sie können aber nur eingeschränkt klären, ob das eine tatsächlich die Ursache des anderen ist.

Ege bringt dieses Problem auf den Punkt: „Diese Art von Forschung kann nur mehr oder weniger überzeugende Zusammenhänge zeigen.“

Genau hier setzt die neue Untersuchung an.

Mehr als 1.000 Kinder und Staub aus Kuhställen

Für ihre Untersuchung werteten die Forschenden Daten von mehr als 1.000 Kindern aus europäischen Studien in ländlichen Regionen aus. Von den Kindern lagen Nasenabstriche und Proben aus Matratzenstaub vor. Bei 47 Bauernhofkindern konnten zusätzlich Staubproben aus Kuhställen untersucht werden.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten, welche Bakterien und Pilze darin vorkamen und welche Gruppen von Mikroorganismen mit einem geringeren Asthmarisiko zusammenhingen.

Dabei kamen moderne genetische und metabolische Analyseverfahren sowie computergestützte Modelle zum Einsatz. Außerdem untersuchte das Team, ob genetische Unterschiede zwischen den Kindern den beobachteten Schutzeffekt beeinflussen könnten.

Die Ergebnisse wurden anschließend mit weiteren Daten aus Frankreich und Finnland überprüft.

Einige Bakterien fallen besonders auf

Das Forschungsteam konnte schließlich eine kleine Gruppe grampositiver Bakterien herausfiltern, die besonders eng mit dem Bauernhof-Effekt verbunden war.

Dazu gehören unter anderem die Arten Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis. Die Erstautorin Giulia Pagani betont, dass sich die entscheidenden Bakterien nun bis auf die Ebene einzelner Arten eingrenzen ließen.

Das ist ein wesentlicher Fortschritt.

Denn frühere Studien konnten zwar zeigen, dass eine vielfältige mikrobielle Umgebung mit einem geringeren Asthmarisiko zusammenhängt. Noch 2011 schrieben Ege und seine Kollegen jedoch ausdrücklich, ihre damaligen Methoden erlaubten es nicht, einzelne Mikroorganismen zu identifizieren, die den Schutz vermitteln könnten.

Genau diese Lücke beginnt die neue Untersuchung nun zu schließen.

Von der Kuh bis zum menschlichen Immunsystem

Besonders spannend ist, woher die identifizierten Bakterien offenbar kommen: aus dem Verdauungstrakt der Kühe.

Von dort gelangen sie in die Umgebung und damit auch in die Stallluft. Die Bakterien produzieren oder verstoffwechseln unter anderem Substanzen wie Kynurenin, Xanthin, Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure.

Diese Stoffe können eingeatmet werden. In den menschlichen Atemwegen treffen sie auf bestimmte Rezeptoren der Zellen, insbesondere AhR und PPARγ.

Diese Rezeptoren erfüllen verschiedene Aufgaben und spielen auch bei der Regulation des Immunsystems eine Rolle. Nach der Interpretation der Forschenden könnten sie dazu beitragen, überschießende Entzündungsreaktionen zu verhindern. Ihre Bedeutung für den Bauernhof-Effekt war bislang nicht bekannt.

Damit ergibt sich erstmals eine erstaunlich konkrete biologische Kette:

Kuh → Stallluft → Bakterien → bakterielle Stoffwechselprodukte → Rezeptoren in den Atemwegen → mögliche Regulation von Entzündungsreaktionen → geringeres Asthmarisiko.

Das ist wesentlich mehr als die allgemeine Feststellung, dass „Bauernhofkinder gesünder sind“.

Zwei Drittel des Bauernhof-Effekts bei Asthma

Auch die Größenordnung ist bemerkenswert.

Nach den Analysen der Forschenden vermitteln die identifizierten grampositiven Bakterien zusammen rund zwei Drittel des beobachteten Bauernhof-Effekts beim Asthmaschutz. Bei Heuschnupfen und Neurodermitis soll es ungefähr die Hälfte des Effekts sein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Bakterien Asthma mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln verhindern. Die Aussage bezieht sich auf den statistisch beobachteten Unterschied zwischen Bauernhof- und Nicht-Bauernhofkindern. Von diesem sogenannten Bauernhof-Effekt lässt sich ein erheblicher Teil mit den identifizierten Bakterien in Verbindung bringen.

Diese Unterscheidung ist wichtig, um die Ergebnisse nicht zu überinterpretieren.

Also weniger putzen und mit den Kindern in den Kuhstall?

Nein. Eine solche Schlussfolgerung lässt sich aus der Studie nicht ableiten.

Die Untersuchung hat nicht getestet, ob Kinder vor Asthma geschützt werden, wenn Eltern weniger putzen, Kinder häufiger im Stall spielen oder ihnen bestimmte Bakterien verabreicht werden.

Und schon gar nicht bedeutet die Hygienehypothese, dass grundlegende Hygiene überflüssig oder sogar schädlich wäre. Händewaschen in den richtigen Situationen, sichere Lebensmittelhygiene, sauberes Trinkwasser und der Schutz vor Krankheitserregern haben mit übertriebener Sterilität wenig zu tun.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr, ob unser moderner Alltag Kindern genügend Gelegenheit gibt, mit einer vielfältigen, natürlichen mikrobiellen Umwelt in Kontakt zu kommen.

Die vorliegende Studie liefert dafür einen wichtigen biologischen Erklärungsansatz, untersucht aber keine pädagogischen oder familiären Interventionen. Deshalb sollte aus ihr kein konkretes „Mikrobenprogramm“ für Kinder abgeleitet werden.

Naturkontakt statt steriler Kindheit

Für Eltern, Kitas und Schulen lässt sich dennoch eine vernünftige Grundhaltung formulieren: Eine gesunde Kindheit muss keine sterile Kindheit sein.

Kinder dürfen draußen spielen, Erde anfassen, durch den Wald laufen, im Garten buddeln und Natur unmittelbar erleben. Ein Kind muss nicht vor jedem Kontakt mit Erde, Pflanzen oder Tieren bewahrt werden, nur weil dort Mikroorganismen vorkommen.

Dabei handelt es sich allerdings um eine pädagogische und gesundheitliche Einordnung, nicht um ein Ergebnis, das die neue Studie direkt getestet hätte.

Der Unterschied ist wichtig. Die Studie zeigt nicht, dass ein Nachmittag im Wald oder das Buddeln im Sandkasten Asthma verhindert. Sie stärkt aber die wissenschaftliche Vorstellung, dass die mikrobielle Umwelt, in der Kinder aufwachsen, für die Entwicklung ihres Immunsystems von Bedeutung sein kann.

Hygiene bleibt wichtig – Sterilität ist etwas anderes

Gerade bei der Hygienehypothese entsteht schnell ein falscher Gegensatz: entweder hygienisch oder gesund.

So einfach ist es nicht.

Es gibt Situationen, in denen Hygiene unverzichtbar ist: nach dem Toilettengang, bei der Zubereitung bestimmter Lebensmittel, bei ansteckenden Erkrankungen oder bei der Versorgung von Wunden. Solche Hygienemaßnahmen verhindern Infektionen.

Etwas anderes ist der Versuch, die gesamte Lebenswelt eines gesunden Kindes möglichst keimfrei zu halten.

Die Forschung zum Bauernhof-Effekt legt vielmehr nahe, dass Mikroorganismen nicht pauschal als Feinde betrachtet werden können. Menschen leben seit jeher in einer Welt voller Bakterien, Pilze und anderer Mikroorganismen. Viele davon sind harmlos, manche für uns sogar wichtig.

Für das heranwachsende Immunsystem könnte die Begegnung mit einer vielfältigen mikrobiellen Umwelt ein Teil normaler Entwicklung sein.

Warum gerade die ersten Lebensjahre interessant sind

Für die Forschung spielt zudem der Zeitpunkt der Exposition eine wichtige Rolle. Schon frühere Arbeiten zum Bauernhof-Effekt weisen darauf hin, dass mikrobielle Einflüsse besonders in frühen Entwicklungsphasen relevant sein könnten. Die ältere Untersuchung von Ege und Kollegen machte zugleich deutlich, dass viele Daten bei Schulkindern erhoben wurden und deshalb die genaue Bedeutung früher Exposition noch genauer untersucht werden müsse.

Das passt zu einem grundlegenden Gedanken der Entwicklungsbiologie: Das Immunsystem eines Kindes ist kein fertiges Abwehrsystem, das bei der Geburt nur eingeschaltet werden muss. Es entwickelt und reguliert sich im Zusammenspiel von genetischer Ausstattung und Umwelt.

Welche Mikroorganismen dabei wann und in welcher Menge besonders wichtig sind, ist allerdings längst nicht abschließend geklärt.

Die Hygienehypothese ist damit noch nicht bewiesen

So überzeugend die neue Arbeit wirkt: Sie ist kein endgültiger Beweis für die Hygienehypothese.

Auch Ege selbst warnt vor einer solchen Interpretation. Der entscheidende Fortschritt liegt vielmehr darin, dass sich nun mehrere Glieder einer möglichen biologischen Wirkungskette miteinander verbinden lassen: bestimmte Bakterien, deren Stoffwechselprodukte und Rezeptoren menschlicher Atemwegszellen.

Das macht eine kausale Erklärung erheblich plausibler als zuvor.

Trotzdem bleibt die Untersuchung wesentlich auf epidemiologische Daten und komplexe statistische beziehungsweise bioinformatische Analysen angewiesen. Sie ersetzt keine kontrollierte Interventionsstudie, in der gezielt geprüft würde, ob die identifizierten Bakterien oder ihre Stoffwechselprodukte tatsächlich Asthma verhindern.

Genau solche Untersuchungen wären ein nächster wichtiger Schritt.

Vielleicht kommt der Kuhstall eines Tages aus der Apotheke

Langfristig könnte die Forschung sogar in eine ganz andere Richtung führen.

Wenn tatsächlich bestimmte bakterielle Stoffwechselprodukte die entscheidenden Signale liefern, müsste der schützende Effekt möglicherweise gar nicht durch einen Aufenthalt auf einem Bauernhof erzeugt werden.

Die Forschenden sehen deshalb die Perspektive, die molekularen Mechanismen weiter zu entschlüsseln und möglicherweise eines Tages Wirkstoffe zu entwickeln, die Teile des Bauernhof-Effekts nachahmen.

Bis dahin ist allerdings noch erhebliche Grundlagenforschung notwendig.

Wie ist die Studie zu bewerten?

Die neue Arbeit ist wissenschaftlich bedeutsam, weil sie eine seit Jahrzehnten bekannte epidemiologische Beobachtung mechanistisch wesentlich genauer erklären kann.

Ihre besondere Stärke liegt in der Verbindung unterschiedlicher Ebenen: Die Forschenden betrachten nicht nur Erkrankungshäufigkeiten, sondern analysieren Umweltproben, bestimmen Mikroorganismen, untersuchen bakterielle Stoffwechselprodukte, beziehen menschliche Rezeptoren ein und überprüfen ihre Ergebnisse anhand weiterer Datensätze.

Hinzu kommt eine lange Forschungsgeschichte. Bereits die 2011 veröffentlichte Untersuchung von Ege und Kollegen hatte gezeigt, dass Bauernhofkinder einer größeren mikrobiellen Vielfalt ausgesetzt waren und dass diese Vielfalt mit einem geringeren Asthmarisiko zusammenhing. Damals konnten die Forschenden die möglicherweise schützenden Mikroorganismen aber noch nicht präzise bestimmen.

Die neue Studie schließt also eine wichtige Lücke.

Ihre Grenze liegt dort, wo aus einem sehr plausiblen biologischen Modell ein praktischer Präventionsratschlag werden soll. Dafür reicht die Evidenz noch nicht. Es ist weder geklärt, welche Exposition für welches Kind optimal wäre, noch in welchem Alter, in welcher Menge und über welchen Zeitraum sie stattfinden müsste.

Deshalb wäre die Botschaft „Kinder brauchen mehr Dreck“ wissenschaftlich zu grob.

Treffender ist eine andere Erkenntnis: Die mikrobielle Umwelt gehört offenbar zu den Faktoren, mit denen sich das kindliche Immunsystem entwickelt. Eine möglichst keimfreie Kindheit ist deshalb nicht automatisch eine gesündere Kindheit.

Und möglicherweise verstehen wir inzwischen ein Stück besser, warum.

Studie und Quellen

Giulia Pagani et al. (2026): Gram-Positive Bacteria and the Inverse Association between Farm Exposure and Childhood Asthma. NEJM Evidence.

Originalpublikation in NEJM Evidence

Markus J. Ege et al. (2011): Exposure to Environmental Microorganisms and Childhood Asthma. New England Journal of Medicine, 364, 701–709.

Informationen zur neuen Studie bei Helmholtz Munich




Ausgezeichnet von spiel gut: Kleines Einfamilienhaus

karton-einfamilienhaus

teifoc Steinbaukasten Einfamilienhaus – Bauen mit echten Ziegelsteinen

Mit echten kleinen Ziegelsteinen und wasserlöslichem Mörtel können Kinder spielerisch ein kleines Einfamilienhaus mauern und ausprobieren, ob ihnen das Bauen Stein auf Stein sowie das Konstruieren mit echten Baumaterialien gefällt. Das Haus besteht aus vier Wänden, leicht zu bauenden Giebeln und großen Dachplatten, die sich einfach aufsetzen lassen. Tür und Fenster sind als offene Durchgänge beziehungsweise Öffnungen gestaltet. Das Baumaterial besteht aus echten gebrannten Ziegelsteinen, die mit teifoc Mörtel vermauert werden. Der Mörtel wird mit Wasser angerührt und kann bei Bedarf nachgekauft werden.

Das Einfamilienhaus kann jederzeit wieder zerlegt werden. Dazu wird das fertige Bauwerk einfach in ein Wasserbad gelegt. Der wasserlösliche Mörtel löst sich auf, sodass die Ziegelsteine nach dem Reinigen erneut verwendet werden können. Alle teifoc Baukästen sind untereinander kompatibel. Dadurch lässt sich das Modell beliebig erweitern und mit wachsender Bauerfahrung können auch eigene Bauideen verwirklicht werden.

Material: 35 Teile. Unterschiedliche Ziegelsteine, wasserlöslicher Mörtel (Sand + Maisextrakt), 1 Kelle, 1 Mörtelschale PP, Bauanleitung. Ganzer Ziegel 3,2 x 1,7 x 1,5 cm. Grundplatte 16 x 14 cm.

Der teifoc Steinbaukasten wurde mit dem Prädikat „spiel gut“ ausgezeichnet, da die Kombination aus echten Ziegelsteinen und wasserlöslichem Mörtel authentisches Mauern ermöglicht. Nach dem Zerlegen kann das Material immer wieder für neue Bauprojekte verwendet werden.

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Kleines Einfamilienhaus
Preis: ca. 15,00 €
Alter: Ab 6 Jahren
Marke: teifoc
Hersteller: Eichsfelder Technik eitech GmbH




Inklusionsmobil: Wie Kinder Inklusion durch gemeinsame Bewegung erleben

Kinder erleben inklusiven Sport

Bewegung verbindet Kinder

Kinder gehen meist unvoreingenommen aufeinander zu. Beim gemeinsamen Spielen und Bewegen entstehen Freundschaften, Teamgeist und gegenseitiger Respekt ganz selbstverständlich – ohne dass jemand erklären muss, was Inklusion bedeutet.

Genau hier setzt das Inklusionsmobil an. Das gemeinsame Projekt der Aktion Mensch, des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und von REWE bringt inklusiven Sport direkt an Schulen, in Vereine und auf Veranstaltungen. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung treiben zusammen Sport, lernen voneinander und erfahren dabei, dass Vielfalt den Alltag bereichert.

Warum Inklusion schon im Kindesalter beginnt

Inklusion bedeutet, dass jedes Kind dazugehört und die gleichen Möglichkeiten erhält – unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder Einschränkungen.

Bewegungsangebote spielen dabei eine Schlüsselrolle. Beim gemeinsamen Sport rücken Unterschiede in den Hintergrund. Stattdessen erleben Kinder unmittelbar, wie sie sich gegenseitig unterstützen, zusammen Lösungen finden und Erfolge miteinander teilen.

Studien zeigen allerdings: Menschen mit Behinderung treiben noch immer deutlich seltener Sport als Menschen ohne Behinderung. Projekte wie das Inklusionsmobil machen inklusive Angebote deshalb sichtbar – und motivieren Schulen sowie Vereine zum Mitmachen.

Das Inklusionsmobil bringt den Sport direkt zu den Kindern

Seit 2025 ist das Inklusionsmobil in ganz Deutschland unterwegs. Es besucht Schulen, Vereine und öffentliche Veranstaltungen und bietet abwechslungsreiche Mitmachaktionen rund um Bewegung und Behindertensport.

Was Kinder beim Inklusionsmobil erwartet:

  • Sportarten ausprobieren, die sie sonst kaum kennenlernen – etwa Rollstuhlbasketball, Goalball oder Sitzvolleyball
  • Neue Erfahrungen sammeln in Übungen, bei denen es um Zusammenspiel statt Leistung geht
  • Berührungsängste abbauen durch direkte Begegnungen auf Augenhöhe
  • Vorbilder treffen: Sportlerinnen und Sportler aus dem Behindertensport begleiten viele Aktionen

Diese persönlichen Begegnungen hinterlassen bei vielen Kindern einen bleibenden Eindruck. Sie zeigen: Sportliche Leistung ist keine Frage einer Behinderung.

Begeisterung bei den ersten Schulbesuchen 2026

Zum Jahresbeginn 2026 machte das Inklusionsmobil Station an Schulen in Wiesbaden und Stuttgart. Die Schülerinnen und Schüler lernten dort verschiedene inklusive Sportangebote kennen und wurden selbst aktiv.

Besonders eindrucksvoll war der Besuch eines Rollstuhlbasketballvereins aus der Bundesliga. Viele Kinder kamen erstmals mit dieser Sportart in Berührung – und die Begeisterung war so groß, dass einige anschließend selbst Rollstuhlbasketball ausprobieren wollten.

Weiter führte die Tour unter anderem nach Leipzig und Gräfenhainichen. Zusätzliche Stationen sollen folgen und noch mehr Kindern den Zugang zu inklusiven Sportangeboten eröffnen.

Was Eltern, Schulen und Kitas daraus mitnehmen können

Nicht jede Schule bekommt Besuch vom Inklusionsmobil – die Idee dahinter lässt sich aber im Kleinen übertragen:

  1. Spiele so anpassen, dass alle mitspielen können – etwa durch veränderte Regeln, größere Bälle oder Aufgaben mit unterschiedlichen Rollen.
  2. Kooperation vor Wettbewerb stellen, damit der Fokus auf gemeinsamem Erfolg liegt statt auf Rangfolgen.
  3. Kontakt zu inklusiven Sportvereinen in der Region suchen und Schnupperstunden organisieren.
  4. Fragen der Kinder zulassen, statt Unterschiede zu übergehen – Neugier ist der Anfang von Verständnis.
  5. Bewegung schafft Begegnungen
  6. Das Inklusionsmobil zeigt eindrucksvoll, dass gemeinsamer Sport Menschen verbindet. Kinder erleben Vielfalt ganz selbstverständlich und entwickeln Verständnis füreinander. Schulen und Vereine erhalten gleichzeitig wertvolle Impulse, um inklusive Angebote dauerhaft zu verankern.

Bewegung schafft Begegnungen

Das Inklusionsmobil zeigt eindrucksvoll, dass gemeinsamer Sport Menschen verbindet. Kinder erleben Vielfalt ganz selbstverständlich und entwickeln Verständnis füreinander. Schulen und Vereine erhalten gleichzeitig wertvolle Impulse, um inklusive Angebote dauerhaft zu verankern.

Sie möchten das Inklusionsmobil selbst kennenlernen? Alle anstehenden Termine und weitere Informationen finden Sie hier: Zum Inklusionsmobil

Sie möchten, dass das Inklusionsmobil auch zu Ihnen kommt? Hier können Sie sich für einen Besuch des Inklusionsmobils in bewerben: Hier klicken und Bewerbung abschicken

Quelle: Pressemitteilung Aktion Mensch




Kinder brauchen Bewegung – und zwar jeden Tag

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Eine aktuelle Elternbefragung der ADAC Stiftung macht auf ein bekanntes Problem aufmerksam: Viele Kinder bewegen sich zu wenig. Wissenschaftliche Studien bestätigen diesen Trend – auch wenn die neuen Zahlen mit Bedacht eingeordnet werden sollten

Dass Kinder heute weniger aktiv sind als früher, ist seit Jahren bekannt. Wissenschaftliche Langzeitstudien wie die MoMo-Studie und die KiGGS-Studie zeigen übereinstimmend, dass viele Kinder und Jugendliche die Bewegungsempfehlungen der WHO nicht erreichen. Gleichzeitig verbringen sie mehr Zeit sitzend – häufig vor Bildschirmen. Die Folgen betreffen nicht nur die körperliche Gesundheit. Regelmäßige Bewegung fördert auch die Konzentration, das Lernen, die Sprachentwicklung und das soziale Miteinander.

Die aktuellen Zahlen richtig einordnen

Die Ergebnisse der ADAC Stiftung sind ein wichtiger Hinweis auf diese Entwicklung. Allerdings handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Bewegungsstudie, sondern um eine repräsentative Online-Befragung von 1.000 Eltern. Erfasst wurde die Einschätzung der Eltern, wie lange sich ihre Kinder täglich bewegen. Die körperliche Aktivität wurde also nicht objektiv gemessen. Zudem entspricht die Fragestellung nicht vollständig der WHO-Definition von mindestens 60 Minuten moderater bis intensiver Bewegung pro Tag.

Deshalb sollten die genannten Prozentwerte nicht isoliert betrachtet werden. Sie passen jedoch gut zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen, die seit Jahren einen deutlichen Bewegungsmangel bei vielen Kindern dokumentieren.

Bewegung beginnt im Alltag

Für Kinder muss Bewegung kein zusätzliches Programm sein. Oft reichen kleine Veränderungen im Alltag: zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule, Spielen im Freien, Toben auf dem Spielplatz oder gemeinsame Familienaktivitäten. Auch Kitas und Schulen können dazu beitragen, dass Bewegung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Tages wird.

Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien einen immer größeren Raum im Alltag einnehmen, bleibt ausreichend Bewegung eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde körperliche, geistige und soziale Entwicklung.

Quellen

  • ADAC Stiftung: Repräsentative Elternbefragung 2026.
  • WHO: Empfehlungen zur körperlichen Aktivität für Kinder und Jugendliche.
  • MoMo-Studie (Karlsruher Institut für Technologie).
  • KiGGS-Studie (Robert Koch-Institut).



Frankreich macht ernst: Keine sozialen Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren

Smartphone-Verbot-Frankreich

Als erstes EU-Land setzt Frankreich wissenschaftliche Empfehlungen zum Schutz von Kindern um. Doch wie wirksam ist das Gesetz?

Es kommt selten vor, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nahezu unverändert in Gesetze einfließen. Genau das geschieht derzeit in Frankreich. Rund zweieinhalb Jahre nachdem Präsident Emmanuel Macron eine unabhängige Expertenkommission beauftragt hatte, die Auswirkungen digitaler Medien auf Kinder und Jugendliche zu untersuchen, hat das französische Parlament ein weitreichendes Gesetz verabschiedet: Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen künftig keine sozialen Netzwerke mehr nutzen. Damit ist Frankreich das erste Land der Europäischen Union, das eine solche Altersgrenze gesetzlich festschreibt.

Für die Leserinnen und Leser von spielen und lernen kommt dieser Schritt allerdings nicht überraschend. Bereits im Mai 2024 haben wir ausführlich über den Abschlussbericht der französischen Expertenkommission berichtet. Damals empfahlen die Wissenschaftler unter anderem, Kindern erst ab 13 Jahren ein eigenes Smartphone zu erlauben und soziale Netzwerke grundsätzlich erst ab dem 15. Lebensjahr freizugeben. Grundlage waren zahlreiche Studien aus Entwicklungspsychologie, Medizin, Neurowissenschaften und Pädagogik.

Bemerkenswert ist deshalb weniger das Gesetz selbst als der Weg dorthin. Während politische Debatten häufig von Stimmungen oder Ideologien geprägt werden, orientiert sich Frankreich in diesem Fall ungewöhnlich eng an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Beschluss markiert damit nicht nur einen politischen Kurswechsel, sondern auch einen neuen Umgang mit Forschungsergebnissen.

Macron: „Wir haben euch in diesem Dschungel allein gelassen“

Präsident Emmanuel Macron hatte sich bereits lange vor dem Gesetzesbeschluss für strengere Regeln ausgesprochen. Immer wieder warnte er davor, Kinder und Jugendliche den Mechanismen sozialer Netzwerke schutzlos zu überlassen. Bei einer Veranstaltung mit jungen Menschen fand er dafür ungewöhnlich selbstkritische Worte: „Wir haben euch in diesem Dschungel allein gelassen, und er hat euch eure Aufmerksamkeit geraubt. Wir müssen langsamer werden und euch helfen, erwachsen zu werden – und vor allem Bürger zu werden.“

Nach der Verabschiedung des Gesetzes sprach Macron von einem wichtigen Erfolg seiner Initiative. Auf der Plattform X schrieb er: „Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab dem neuen Schuljahr sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten.“ Auch die Staatssekretärin für Künstliche Intelligenz, Anne Le Hénanff, wertete den Beschluss als Signal weit über Frankreich hinaus. „Das Land“, erklärte sie, „weist den Weg und ist das erste Land Europas, das eine digitale Volljährigkeit einführt.“ Gemeint ist damit eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze, unterhalb derer soziale Netzwerke grundsätzlich nicht mehr genutzt werden dürfen.

Was das Gesetz konkret vorsieht

Das Gesetz soll bereits zum Beginn des neuen Schuljahres am 1. September in Kraft treten. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen dann keine neuen Konten bei sozialen Netzwerken mehr eröffnen. Bereits bestehende Benutzerkonten müssen innerhalb einer Übergangsfrist von vier Monaten geschlossen oder gesperrt werden. Die Betreiber der Plattformen werden verpflichtet, das Alter ihrer Nutzer mithilfe geeigneter Verfahren zu überprüfen.

Frankreich beschränkt sich dabei nicht auf soziale Netzwerke. Gleichzeitig wird das bereits bestehende Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen an Grund- und Mittelschulen auf die Oberstufe ausgeweitet. Ausnahmen bleiben zwar weiterhin möglich – etwa wenn digitale Geräte im Unterricht benötigt werden oder gesundheitliche Gründe vorliegen –, grundsätzlich sollen Schulen aber während des gesamten Schultages wieder stärker als geschützte Lernorte wahrgenommen werden.

Nicht betroffen sind dagegen Angebote, deren Schwerpunkt auf Bildung oder Information liegt. Dazu gehören unter anderem Online-Enzyklopädien wie Wikipedia, Bildungs- und Wissenschaftsplattformen sowie Plattformen zur Entwicklung und zum Austausch freier Software oder offener Bildungsprojekte. Das Gesetz richtet sich also gezielt gegen soziale Netzwerke mit algorithmisch gesteuerten Feeds und deren bekannten Risiken – nicht gegen das Internet insgesamt.

Konsequenzen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen

Dass Frankreich diesen Weg einschlägt, ist kein Zufall. Die von Emmanuel Macron eingesetzte Expertenkommission hatte Anfang 2024 nicht nur eine Altersgrenze von 15 Jahren für soziale Netzwerke empfohlen. Sie sprach sich außerdem dafür aus, Smartphones grundsätzlich erst ab dem 13. Lebensjahr zuzulassen, Kinder unter drei Jahren möglichst vollständig von Bildschirmmedien fernzuhalten und die Bildschirmzeiten im Vorschulalter deutlich zu begrenzen. Hinzu kamen Forderungen nach einer besseren Unterstützung von Eltern sowie einer stärkeren Medienbildung in Schulen.

Der jetzt verabschiedete Gesetzentwurf zeigt, dass diese Empfehlungen weit mehr waren als ein wissenschaftlicher Diskussionsbeitrag. Frankreich beginnt damit, zentrale Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie, Medizin und Neurowissenschaften in konkrete Politik zu übersetzen. Ob sich dieser Weg bewährt, wird sich allerdings erst dann zeigen, wenn das Gesetz im Alltag tatsächlich umgesetzt werden muss.

Die eigentliche Herausforderung beginnt jetzt

Politische Entscheidungen lassen sich vergleichsweise schnell treffen. Schwieriger ist ihre Umsetzung. Hier beginnen die offenen Fragen.

Das neue Gesetz verpflichtet die Betreiber sozialer Netzwerke, das Alter ihrer Nutzer zuverlässig zu überprüfen. Wie dies künftig technisch funktionieren soll, ist allerdings noch weitgehend offen. Diskutiert werden verschiedene Verfahren – von digitalen Identitätsnachweisen bis zu unabhängigen Altersverifikationen. Gleichzeitig weisen Juristen darauf hin, dass viele Regeln für Plattformen inzwischen auf europäischer Ebene durch den Digital Services Act (DSA) bestimmt werden. Ob Frankreich Unternehmen wie TikTok, Instagram oder Snapchat tatsächlich zu bestimmten Kontrollverfahren verpflichten kann, dürfte deshalb noch Gerichte und europäische Institutionen beschäftigen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Je zuverlässiger eine Alterskontrolle funktionieren soll, desto stärker greift sie in die Privatsphäre aller Nutzer ein. Denn nicht nur Kinder und Jugendliche müssten künftig ihr Alter nachweisen, sondern möglicherweise jeder Erwachsene, der ein Konto bei einem sozialen Netzwerk eröffnen möchte. Genau an diesem Spannungsfeld zwischen Kinderschutz, Datenschutz und europäischem Recht wird sich entscheiden, ob das französische Gesetz tatsächlich zum Vorbild für andere Länder werden kann.

Thomas Feibel: „Verbote ersetzen keine Medienerziehung“

Der Berliner Medienexperte Thomas Feibel, einer der profiliertesten deutschen Fachautoren zu Kindern und digitalen Medien, begrüßt grundsätzlich, dass Frankreich den Schutz von Kindern und Jugendlichen ernster nimmt als viele andere Staaten. Gleichzeitig warnt er davor, von gesetzlichen Verboten zu viel zu erwarten. Feibel, dessen Elternratgeber „Jetzt pack doch mal das Handy weg“ am 26. August in einer vollständig überarbeiteten und aktualisierten fünften Auflage erscheint, verweist auf Australien. Dort gilt bereits ein ähnliches Gesetz – mit bislang eher ernüchternden Ergebnissen.

„Was staatliche Verbote in Europa bringen, wird die Zukunft zeigen. Beim Vorläufer dieses Social-Media-Verbots in Australien ist die Wirkung bislang minimal. Das Verbot wird von einem Großteil der Jugendlichen mühelos umgangen.“

Für Feibel ist das allerdings nicht der entscheidende Punkt. Er sieht vielmehr die Gefahr, dass staatliche Verbote Eltern in falscher Sicherheit wiegen könnten. „Wenn die meisten Eltern ein solches Verbot befürworten, warum setzen sie es dann nicht selbst um? Wir könnten schon jetzt unseren Kindern den Umgang mit sozialen Medien verbieten. Es ist nur sehr, sehr mühsam.“

Damit spricht Feibel ein Dilemma an, das weit über Frankreich hinausreicht. Gesetze können Rahmenbedingungen schaffen. Sie können Altersgrenzen festlegen und Plattformbetreiber in die Pflicht nehmen. Sie können Eltern aber weder die Verantwortung für die Medienerziehung abnehmen noch die tägliche Auseinandersetzung mit dem Medienalltag ihrer Kinder ersetzen.

Nicht nur Kinder brauchen Schutz

Feibel widerspricht allerdings auch einer allzu einfachen Sicht auf soziale Medien. Er stellt die wissenschaftlichen Erkenntnisse über ihre Risiken keineswegs infrage. Gleichzeitig erinnert er daran, dass digitale Medien für viele Kinder und Jugendliche heute selbstverständlich zum Alltag gehören und ihnen durchaus Orientierung, Gemeinschaft und soziale Teilhabe ermöglichen können.

Gerade deshalb hält er die Diskussion über Altersgrenzen allein für zu kurz gegriffen. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass soziale Medien schaden können. Trotzdem müssen wir bedenken, dass Kinder und Jugendliche daraus auch Vorteile ziehen, die ihnen bei ihrer Entwicklung, ihrer Orientierung und ihren sozialen Beziehungen helfen können.“

Die eigentliche Herausforderung sieht Feibel deshalb an anderer Stelle. „Am Ende bleibt die Frage, warum das eigentliche heiße Eisen nicht angepackt wird: die Regulierung sozialer Netzwerke für alle – nicht nur für Kinder und Jugendliche. Wir wissen doch, dass dort gelogen, gehetzt, manipuliert und ausgespäht wird.“

Diese Frage reicht weit über die Medienerziehung hinaus. Denn wenn soziale Netzwerke Geschäftsmodelle verfolgen, die Aufmerksamkeit möglichst lange binden und Emotionen gezielt verstärken, betrifft das nicht nur Kinder. Es betrifft die gesamte Gesellschaft.

Ein Signal an Europa

Auch Catherine Morin-Desailly, Berichterstatterin des Gesetzes im französischen Senat, versteht den Beschluss ausdrücklich nicht als Endpunkt. Für sie ist das Gesetz vor allem ein Signal an Frankreich und an Europa. Neben gesetzlichen Regelungen fordert sie weitere Präventionsmaßnahmen sowie eine deutlich stärkere Medienbildung für Kinder und Jugendliche.

Genau darin liegt vermutlich die eigentliche Bedeutung des französischen Vorstoßes. Erstmals übernimmt ein Mitgliedstaat der Europäischen Union zentrale Empfehlungen einer unabhängigen wissenschaftlichen Expertenkommission nahezu vollständig in nationales Recht. Das bedeutet noch nicht, dass alle Probleme gelöst sind. Es zeigt aber, dass wissenschaftliche Erkenntnisse politische Entscheidungen beeinflussen können – wenn der politische Wille vorhanden ist.

Ob andere europäische Länder diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Ebenso offen ist die Frage, ob sich das Gesetz technisch und rechtlich tatsächlich durchsetzen lässt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Frankreich mehr erreicht hat als ein starkes politisches Symbol.

Eines steht allerdings schon heute fest: Die Debatte hat sich verändert. Es geht längst nicht mehr nur um die Frage, ob soziale Netzwerke Kindern schaden können. Immer stärker rückt die Frage in den Mittelpunkt, welche Verantwortung Politik, Plattformbetreiber, Bildungseinrichtungen und Eltern gemeinsam tragen, damit Kinder und Jugendliche in einer digitalen Welt gesund aufwachsen können.

Weiterlesen

Wer sich intensiver mit der Medienerziehung in der Familie beschäftigen möchte, findet im Elternratgeber „Jetzt pack doch mal das Handy weg“ von Thomas Feibel zahlreiche wissenschaftlich fundierte und alltagstaugliche Anregungen für Eltern. Das Buch erscheint am 26. August in einer vollständig überarbeiteten und aktualisierten fünften Auflage im Verlag Oberstebrink.

Gernot Körner

Weiterführender Artikel:

Warum Frankreich bereits 2024 empfahl, Smartphones erst ab 13 und soziale Netzwerke erst ab 15 Jahren zuzulassen.




Kinder bei Hitze schützen: So kommen wir durch die heißen Tage

Extreme Hitze belastet Kinder besonders. Mit einfachen Maßnahmen können Eltern und pädagogische Fachkräfte für mehr Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden sorgen

Der kindliche Organismus kann seine Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie der eines Erwachsenen. Kinder schwitzen weniger effizient, verlieren aber beim Spielen und Toben schnell Flüssigkeit. Gleichzeitig merken sie oft gar nicht, dass sie Durst haben oder eine Pause brauchen.

Deshalb sind Erwachsene gefragt: Sie müssen darauf achten, dass Kinder regelmäßig trinken, sich ausreichend ausruhen und möglichst nicht während der größten Mittagshitze draußen aktiv sind.

Viel trinken – auch wenn kein Durst da ist

Gerade Kinder vergessen beim Spielen häufig das Trinken. Deshalb sollte Wasser jederzeit griffbereit sein.

Geeignet sind vor allem:

  • Wasser
  • ungesüßter Tee
  • stark verdünnte Saftschorlen

Praktisch sind kleine Trinkpausen, die fest zum Tagesablauf gehören – etwa nach jeder Spielrunde oder spätestens jede Stunde.

Spielen am besten morgens oder am Abend

Zwischen etwa 11 und 17 Uhr erreicht die Sonneneinstrahlung häufig ihren Höhepunkt. Jetzt sind ruhige Aktivitäten im Haus oder im Schatten die bessere Wahl.

Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Vorlesen
  • Basteln
  • Gesellschaftsspiele
  • Wasserexperimente im Schatten
  • Planschbecken oder Wasserspiele an schattigen Plätzen

Längere Ausflüge oder sportliche Aktivitäten sollten möglichst in die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegt werden.

Leichte Kleidung und angenehme Abkühlung

Helle, lockere Kleidung aus Baumwolle oder Leinen unterstützt den Körper dabei, Wärme abzugeben.

Zur Abkühlung empfehlen sich:

  • lauwarme Duschen
  • kühle Waschlappen im Nacken oder auf den Armen
  • Fußbäder
  • feiner Wassernebel aus einer Sprühflasche

Sehr kaltes Wasser sollte dagegen vermieden werden, da es den Kreislauf zusätzlich belasten kann.

Obst statt schwerer Mahlzeiten

An heißen Tagen haben viele Kinder weniger Appetit. Das ist normal.

Mehrere kleine Mahlzeiten sind jetzt oft angenehmer als wenige große Portionen. Besonders geeignet sind wasserreiche Lebensmittel wie:

  • Wassermelone
  • Gurken
  • Tomaten
  • Beeren
  • Pfirsiche
  • Salate

Auch kalte Gemüsesuppen oder Joghurt mit frischem Obst sorgen für Erfrischung.

Räume möglichst kühl halten

Auch in Kitas, Schulen und zu Hause lässt sich die Hitzebelastung deutlich reduzieren.

Hilfreich sind:

  • morgens und nachts gut lüften
  • Fenster tagsüber schließen
  • Rollläden oder Jalousien herunterlassen
  • unnötige Elektrogeräte ausschalten

Wenn Räume sehr stark aufgeheizt sind, kann ein Aufenthalt in klimatisierten öffentlichen Gebäuden wie Bibliotheken, Kirchen oder Museen Entlastung bringen.

Warnzeichen ernst nehmen

Kinder zeigen nicht immer sofort, wenn ihnen die Hitze zu schaffen macht.

Warnsignale können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • ungewöhnliche Müdigkeit
  • Verwirrtheit
  • Muskelkrämpfe

Treten solche Beschwerden auf, sollte das Kind sofort aus der Sonne gebracht, gekühlt und zum Trinken angehalten werden.

Bei starken Beschwerden oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag muss umgehend der Notruf 112 verständigt werden.

Auch an ältere Menschen denken

Hitze betrifft nicht nur Kinder. Auch ältere Menschen, Schwangere oder chronisch Kranke gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Für Kinder kann es eine schöne Erfahrung sein, gemeinsam mit ihren Eltern oder pädagogischen Fachkräften nach älteren Nachbarinnen und Nachbarn zu sehen. Ein kurzer Besuch oder die Frage, ob Hilfe benötigt wird, stärkt nicht nur das Miteinander, sondern kann an heißen Tagen sogar Leben retten.

Klimawandel macht Hitzeschutz immer wichtiger

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden Hitzewellen in Deutschland durch den Klimawandel häufiger und intensiver. Bereits im Jahr 2026 werden rund 5.100 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Umso wichtiger ist es, Kinder frühzeitig an einen bewussten Umgang mit Sonne und Hitze heranzuführen. Ausreichend trinken, Schatten suchen und regelmäßige Pausen sind einfache Gewohnheiten, die an heißen Sommertagen einen großen Unterschied machen können.

Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Presseinformation „So kommen Sie sicher und gesund durch die nächste Hitzewelle – Tipps für extrem heiße Tage“, 2026.




Was das kindliche Gehirn wirklich braucht

Warum der Blick der Eltern aufs Smartphone die Bindung und das Selbstwertgefühl ihrer Kinder beeinträchtigen kann. Kinderarzt Dr. Walter Hultzsch erklärt die neurobiologischen Hintergründe

Es sind oft unscheinbare Augenblicke, die den Alltag einer Familie prägen. Ein Kleinkind entdeckt einen Marienkäfer und zeigt voller Begeisterung darauf. Ein Säugling sucht den Blick seiner Mutter, lächelt und wartet auf eine Antwort. Ein Vorschulkind erzählt mit leuchtenden Augen von seinem Tag im Kindergarten. Solche Momente dauern oft nur wenige Sekunden. Für Erwachsene wirken sie selbstverständlich. Für das Gehirn eines Kindes gehören sie jedoch zu den wichtigsten Erfahrungen überhaupt.

Denn Kinder kommen nicht mit der Fähigkeit zur Welt, sich selbst zu vertrauen, Gefühle einzuordnen oder aufmerksam zu lernen. All das entwickelt sich erst im täglichen Miteinander mit den Menschen, die ihnen am nächsten stehen. Jede liebevolle Reaktion, jeder erwiderte Blick und jedes aufmerksame Zuhören hinterlassen Spuren im sich rasant entwickelnden Gehirn. Beziehung ist deshalb weit mehr als ein angenehmer Bestandteil des Familienlebens – sie ist die biologische Grundlage dafür, dass ein Kind seine Welt verstehen und sich in ihr sicher bewegen kann.

Eine jetzt in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlichte Studie lenkt den Blick auf genau diese alltäglichen Begegnungen. Die Forschenden interessierten sich nicht dafür, wie viel Zeit Kinder selbst mit Smartphones oder Tablets verbringen. Im Mittelpunkt stand vielmehr das Verhalten ihrer Eltern. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche, deren Mütter oder Väter während gemeinsamer Zeit häufig auf ihr Smartphone schauten oder Gespräche immer wieder unterbrachen, ihre Beziehung zu den Eltern häufiger als unsicher beschrieben und gleichzeitig über ein geringeres Selbstwertgefühl berichteten. Entscheidend war dabei nicht das Smartphone selbst, sondern die Erfahrung, dass Aufmerksamkeit und Blickkontakt immer wieder abrissen.

Die Studie beschreibt damit ein Phänomen, das viele Familien aus ihrem Alltag kennen, dessen Bedeutung jedoch häufig unterschätzt wird. Für Erwachsene ist der Griff zum Smartphone meist nur eine kurze Unterbrechung. Eine eingehende Nachricht wird gelesen, eine E-Mail beantwortet oder schnell ein Blick auf die neuesten Nachrichten geworfen. Für ein kleines Kind kann derselbe Moment jedoch etwas völlig anderes bedeuten. Es erlebt nicht, dass Mutter oder Vater „nur kurz“ aufs Display schauen. Es erlebt, dass die Person, an der sich sein Gehirn orientiert, plötzlich nicht mehr ganz bei ihm ist.

Für den erfahrenen Münchner Kinderarzt und Diplom-Physiker Dr. Walter Hultzsch fügen sich diese Ergebnisse nahtlos in den heutigen Kenntnisstand der Entwicklungspsychologie und Neurobiologie ein. In seinem 2025 erschienenen Buch Hey Mama, schau mir in die Augen – und sprich mit mir beschreibt er eindrucksvoll, wie sich das menschliche Gehirn in den ersten Lebensjahren entwickelt und weshalb Blickkontakt, Sprache, Berührung und gemeinsame Aufmerksamkeit weit mehr sind als Ausdruck elterlicher Zuwendung. Nach Hultzsch beginnt die Entwicklung eines Kindes nicht mit Sprache oder bewussten Lernprozessen, sondern mit einer frühen Form der Kommunikation, die über Augen, Mimik und Stimme verläuft. Bereits wenige Wochen nach der Geburt sucht ein Säugling aktiv den Blick seiner Bezugspersonen. Auf dieser ersten nonverbalen Kommunikationsschiene entwickeln sich Bindung, Aufmerksamkeit, emotionale Sicherheit und schließlich auch jene Fähigkeiten, auf denen später Lernen, Empathie und Selbstvertrauen aufbauen.

Die neue Studie ist deshalb weit mehr als eine Untersuchung über Smartphones. Sie führt zurück zu einer grundlegenden Frage der menschlichen Entwicklung: Wie entsteht aus einem hilflosen Neugeborenen ein Mensch, der sich selbst vertraut, neugierig lernt und stabile Beziehungen eingehen kann? Die Antwort beginnt nicht im Klassenzimmer und auch nicht am Bildschirm. Sie beginnt dort, wo ein Kind erlebt, dass seine Signale gesehen, verstanden und beantwortet werden.

Beziehung formt das Gehirn

Lange Zeit glaubte man, die Entwicklung des Gehirns folge vor allem einem genetischen Bauplan. Heute wissen wir, dass die Gene zwar den Rahmen vorgeben, die eigentliche Ausgestaltung jedoch in enger Wechselwirkung mit der Umwelt erfolgt. Kaum ein Organ verändert sich in den ersten Lebensjahren so rasant wie das Gehirn. Milliarden Nervenzellen bilden unablässig neue Verbindungen. Welche dieser Netzwerke dauerhaft bestehen bleiben, hängt entscheidend davon ab, welche Erfahrungen ein Kind macht.

Genau hier setzt Walter Hultzsch an. Er beschreibt die ersten Lebensjahre als eine Phase außergewöhnlicher neuronaler Plastizität, in der jede gelungene Interaktion zwischen Eltern und Kind das Gehirn formt. Aufmerksamkeit, Selbstregulation, Motivation und Empathie entstehen nicht isoliert in einzelnen Hirnregionen. Sie entwickeln sich in einem fortwährenden Wechselspiel aus Wahrnehmen, Antworten und gemeinsamem Erleben. Das Gehirn wächst gewissermaßen in Beziehungen.

Diese Erkenntnis verändert auch den Blick auf die aktuelle Studie. Sie beschreibt nicht einfach die Folgen elterlicher Smartphone-Nutzung. Sie erinnert daran, dass Kinder ihre ersten und wichtigsten Lernerfahrungen nicht über Informationen machen, sondern über Menschen. Nicht die Menge an Reizen entscheidet darüber, wie sich ihr Gehirn entwickelt. Entscheidend ist die Qualität der Beziehungen, in denen diese Reize erlebt werden.

Warum Babys verzweifeln, wenn niemand mehr antwortet

Um zu verstehen, weshalb die neue Studie Entwicklungspsychologen kaum überrascht, lohnt sich ein Blick auf eines der berühmtesten Experimente der Säuglingsforschung. Es wurde bereits Ende der 1970er-Jahre vom amerikanischen Entwicklungspsychologen Edward Tronick durchgeführt und gehört bis heute zu den eindrucksvollsten Demonstrationen dafür, wie früh menschliche Beziehungen beginnen.

Die Versuchsanordnung wirkt zunächst unspektakulär. Eine Mutter sitzt ihrem wenige Monate alten Baby gegenüber. Beide lächeln sich an. Das Kind strampelt, gluckst und sucht immer wieder den Blickkontakt. Die Mutter reagiert auf jede seiner Gesten, spricht mit ihm, lächelt zurück und beantwortet seine Laute. Zwischen beiden entsteht ein lebendiger Dialog – lange bevor das Kind auch nur ein einziges Wort sprechen kann.

Dann verändert sich die Situation schlagartig.

Auf ein Zeichen der Wissenschaftler hört die Mutter auf zu reagieren. Sie blickt ihr Kind zwar weiterhin an, doch ihr Gesicht bleibt regungslos. Kein Lächeln. Keine Antwort. Keine erkennbare Gefühlsregung.

Was nun geschieht, dauert oft nur wenige Sekunden und ist doch tief bewegend.

Das Baby versucht zunächst alles, um die vertraute Verbindung wiederherzustellen. Es lächelt intensiver, bewegt Arme und Beine, gibt Laute von sich und sucht erneut den Blick der Mutter. Bleibt die Reaktion aus, verändert sich sein Verhalten sichtbar. Es wird unruhig, wendet den Blick ab, beginnt zu weinen oder sinkt schließlich erschöpft in sich zusammen.

Das Kind leidet nicht deshalb, weil seine Mutter den Raum verlassen hat. Sie sitzt noch immer direkt vor ihm. Und doch ist für das Gehirn des Säuglings etwas Entscheidendes verloren gegangen: die Resonanz.

Resonanz ist Nahrung für das Gehirn

Für Hultzsch gehört das Still-Face-Experiment zu den eindrucksvollsten Belegen dafür, wie existenziell diese frühen Erfahrungen für die Entwicklung eines Kindes sind. In seinem Buch Hey Mama, schau mir in die Augen – und sprich mit mir beschreibt er den Blickkontakt zwischen Eltern und Kind als die erste nonverbale Kommunikationsschiene. Noch bevor ein Säugling Sprache versteht, lernt er über Mimik, Stimme, Berührung und den wechselseitigen Blickkontakt, dass seine Signale wahrgenommen und beantwortet werden. Genau daraus entsteht das, was Entwicklungspsychologen eine sichere Bindung nennen.

Diese Erkenntnis verändert auch den Blick auf das Verhalten kleiner Kinder. Sie suchen den Blick ihrer Eltern nicht nur, weil sie Aufmerksamkeit möchten. Sie suchen ihn, weil ihr Gehirn auf Antwort angewiesen ist. Jede erwiderte Mimik, jede beruhigende Stimme und jede liebevolle Reaktion bestätigt dem Kind unbewusst: Ich werde wahrgenommen. Ich bin nicht allein. Meine Welt ist verlässlich.

Aus Tausenden solcher Erfahrungen entsteht Schritt für Schritt ein inneres Arbeitsmodell, wie es die Bindungsforschung nennt. Es beantwortet zwei Fragen, die jedes Kind stellt, lange bevor es sie in Worte fassen könnte:

Ist die Welt ein sicherer Ort?

Und bin ich für andere Menschen wichtig?

Die Antworten auf diese Fragen prägen ein Leben lang, wie Menschen Beziehungen gestalten, mit Belastungen umgehen und sich selbst wahrnehmen.

Warum ein kurzer Blick aufs Smartphone mehr sein kann als eine Unterbrechung

Natürlich verhält sich kein Elternteil im Alltag wie die Mutter im Still-Face-Experiment. Niemand sitzt seinem Kind minutenlang regungslos gegenüber.

Gerade deshalb wirkt die neue Studie so eindrucksvoll.

Sie zeigt, dass es offenbar nicht erst vollständige Kontaktabbrüche sind, die Kinder belasten. Es sind die vielen kleinen Unterbrechungen des alltäglichen Miteinanders.

  • Ein Smartphone klingelt.
  • Eine Nachricht erscheint.
  • Der Blick wandert zum Display.
  • Ein Satz bleibt unvollendet.
  • Das gemeinsame Spiel stockt.

Für Erwachsene sind das Nebensächlichkeiten. Für ein Kind sind es Momente, in denen der gemeinsame Aufmerksamkeitsraum plötzlich zerbricht.

Darin sehen die Forschenden den entscheidenden Zusammenhang. Nicht das Smartphone selbst beeinträchtigt die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Problematisch wird es dort, wo digitale Geräte immer wieder jene Augenblicke unterbrechen, in denen Kinder emotionale Resonanz erwarten.

Damit erhält auch der Begriff „Parental Phubbing“ eine tiefere Bedeutung. Er beschreibt nicht einfach unhöfliches Verhalten gegenüber dem eigenen Kind. Er beschreibt Situationen, in denen digitale Geräte wiederholt zwischen Eltern und Kind treten und genau jene Interaktionen stören, aus denen sich Vertrauen, Bindung und Selbstwert entwickeln.

Das Gehirn wächst nicht vornehmlich durch Informationen – sondern durch Beziehungen

Lange Zeit stellte sich die Hirnforschung das Gehirn wie einen Bauplan vor, der sich nach einem genetischen Programm entfaltet. Heute wissen wir, dass Entwicklung sehr viel dynamischer verläuft.

Ein Säugling kommt mit Milliarden Nervenzellen zur Welt. Doch die Verbindungen zwischen ihnen entstehen erst in den ersten Lebensjahren in rasantem Tempo. Welche Netzwerke dauerhaft bestehen bleiben, entscheidet sich nicht allein aufgrund der Gene. Entscheidend sind die Erfahrungen, die ein Kind macht.

Hultzsch beschreibt diesen Prozess anschaulich. Jede gelungene Interaktion zwischen Eltern und Kind stärkt neuronale Verschaltungen, die später Aufmerksamkeit, Sprachentwicklung, Emotionsregulation und soziales Lernen ermöglichen. Das Gehirn entwickelt sich deshalb nicht isoliert im Kopf eines Kindes. Es entwickelt sich im Austausch mit anderen Menschen.

Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen sogar, dass sich während intensiver Eltern-Kind-Interaktionen Herzschlag, Aufmerksamkeit und Teile der Gehirnaktivität synchronisieren können. Gleichzeitig wird vermehrt Oxytocin ausgeschüttet – ein Hormon, das Bindung stärkt, Stress reduziert und soziale Beziehungen fördert. Solche Prozesse lassen sich durch keinen Bildschirm ersetzen.

Gemeinsame Aufmerksamkeit ist der Beginn allen Lernens

Eine besondere Rolle spielt dabei die sogenannte Joint Attention, die geteilte Aufmerksamkeit. Sie beschreibt jene Situationen, in denen Eltern und Kind ihre Aufmerksamkeit gemeinsam auf denselben Gegenstand oder dasselbe Ereignis richten.

Ein Vogel vor dem Fenster. Ein Bilderbuch. Ein Bauklotz. Oder einfach das Gesicht des anderen.

Was alltäglich wirkt, gehört zu den wichtigsten Lernmomenten der frühen Kindheit. Hier verbindet das Gehirn Wahrnehmung mit Sprache, Gefühle mit Erfahrungen und neue Eindrücke mit Vertrauen. Walter Hultzsch beschreibt die gemeinsame Aufmerksamkeit deshalb als einen der entscheidenden Entwicklungsschritte der frühen Kindheit. Sie schafft die Grundlage dafür, dass Kinder später Sprache erwerben, Zusammenhänge verstehen und mit anderen Menschen kooperieren können.

Gerade deshalb ist die neue Studie weit mehr als eine Untersuchung über Smartphones. Sie erinnert daran, dass jedes Kind zunächst etwas viel Grundsätzlicheres lernt als Zahlen, Buchstaben oder digitale Kompetenzen. Es lernt, ob ein anderer Mensch wirklich bei ihm ist. Und dieses Gefühl bildet das Fundament, auf dem später alles Weitere aufbaut.

Was die Studie zeigt – und was sie nicht zeigen kann

So eindrucksvoll die Ergebnisse auch sind: Wissenschaft lebt davon, ihre eigenen Grenzen offenzulegen. Auch diese Studie bildet da keine Ausnahme.

Die Untersuchung zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der häufigen Smartphone-Nutzung der Eltern, einer unsicheren Eltern-Kind-Bindung und einem geringeren Selbstwertgefühl der Jugendlichen. Sie kann jedoch nicht beweisen, dass die Smartphone-Nutzung die Ursache dieser Entwicklung ist. Als Querschnittsstudie bildet sie eine Momentaufnahme ab. Denkbar ist beispielsweise auch, dass belastete Familien häufiger zu digitalen Medien greifen oder weitere Faktoren die Beziehung zwischen Eltern und Kindern beeinflussen.

Gerade diese wissenschaftliche Zurückhaltung macht die Ergebnisse jedoch glaubwürdig. Denn die Studie steht nicht für sich allein. Sie fügt sich vielmehr in einen Forschungsstand ein, der seit Jahrzehnten gewachsen ist. Das Still-Face-Experiment, die Bindungsforschung von John Bowlby und Mary Ainsworth sowie zahlreiche neurobiologische Untersuchungen zeigen unabhängig voneinander immer wieder dieselbe Richtung: Kinder entwickeln sich dort am besten, wo ihre Signale wahrgenommen, verstanden und beantwortet werden.

Die aktuelle Untersuchung ergänzt dieses Wissen um eine zeitgemäße Perspektive. Sie macht sichtbar, wie digitale Geräte diese feinen Interaktionen im Familienalltag verändern können.

Eine Debatte beginnt an der falschen Stelle

In den vergangenen Jahren ist viel darüber diskutiert worden, wann Kinder erstmals mit digitalen Medien in Berührung kommen sollten. Befürworter einer frühen digitalen Bildung verweisen darauf, dass Kinder heute selbstverständlich in einer digitalisierten Welt aufwachsen. Es sei weder möglich noch sinnvoll, sie von digitalen Medien fernzuhalten. Deshalb müsse Medienkompetenz möglichst früh vermittelt werden.

Diese Argumentation greift jedoch zu kurz. Nicht weil digitale Kompetenzen unwichtig wären. Im Gegenteil: Kinder werden sie zu einem späteren Zeitpunkt in Schule, Beruf und Alltag dringend benötigen.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr, worauf diese Kompetenzen aufbauen.

Die Entwicklungspsychologie und die Neurobiologie geben darauf eine erstaunlich klare Antwort. Bevor ein Kind lesen, schreiben oder digitale Anwendungen verstehen kann, entwickelt es zunächst jene Fähigkeiten, die jedes Lernen überhaupt erst ermöglichen. Es lernt, seine Aufmerksamkeit zu steuern. Es entwickelt Vertrauen in andere Menschen. Es lernt, Gefühle zu regulieren, Impulse zu kontrollieren und sich auf gemeinsame Situationen einzulassen. All dies entsteht nicht im Umgang mit Bildschirmen, sondern in der Beziehung zu den Menschen, die ein Kind liebevoll begleiten.

Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung der neuen Studie. Sie stellt die digitale Bildung nicht infrage. Sie erinnert vielmehr daran, dass jedes Lernen eine Grundlage braucht. Wenn diese Grundlage eine sichere Bindung und eine feinfühlige Beziehung ist, dann beginnt Bildung nicht mit einem Tablet, sondern mit einem Menschen, der einem Kind aufmerksam begegnet.

Beziehung ist die erste Bildungsinstitution

Hultzsch beschreibt in seinem Buch die ersten Lebensjahre als die entscheidende Phase der Gehirnentwicklung. Aufmerksamkeit, Sprache, Selbstregulation und Empathie entstehen nach seiner Darstellung nicht unabhängig voneinander, sondern wachsen aus unzähligen alltäglichen Begegnungen zwischen Eltern und Kind. Blickkontakt, gemeinsames Staunen, Vorlesen, Trösten oder das geduldige Beantworten der unermüdlichen Fragen kleiner Kinder sind deshalb weit mehr als liebevolle Gesten. Sie sind biologische Entwicklungsprozesse.

Vielleicht erklärt gerade das, warum viele Hebammen, Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Fachkräfte in der Frühpädagogik zu den ersten Leserinnen und Lesern seines Buches gehören. Sie begleiten Familien in einer Lebensphase, in der die Grundlagen für spätere Bildungsprozesse gelegt werden. Das Buch versteht sich deshalb weniger als Erziehungsratgeber denn als Einladung, die ersten Lebensjahre aus der Perspektive der modernen Gehirnforschung neu zu betrachten.

Kein Appell – sondern eine Einladung zum Hinschauen

Die Ergebnisse der Studie sollten Eltern nicht verunsichern. Niemand kann seinem Kind jede Minute ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Das wäre weder realistisch noch notwendig. Kinder profitieren sogar davon, kleine Frustrationen zu erleben und allmählich zu lernen, kurze Wartezeiten auszuhalten. Entscheidend ist etwas anderes.

Kinder brauchen die Erfahrung, dass ihre Eltern grundsätzlich erreichbar sind. Dass ein Blick erwidert wird. Dass ein Gespräch nicht ständig abreißt. Dass das gemeinsame Spiel wichtiger sein darf als die nächste Nachricht auf dem Smartphone.

Deshalb geht es gar nicht in erster Linie um digitale Medien. Es geht um Aufmerksamkeit.  Um jene kostbaren Minuten, in denen Erwachsene einem Kind zeigen: Jetzt bist du der wichtigste Mensch für mich.

Diese Erfahrung lässt sich weder herunterladen noch programmieren. Sie entsteht ausschließlich zwischen Menschen. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft der neuen Studie. Nicht weil sie etwas völlig Neues entdeckt hätte. Sondern weil sie uns daran erinnert, worauf jedes menschliche Lernen von Anfang an beruht.

Studienbewertung

Die Studie überzeugt durch ihre Fragestellung und ihre Einbettung in die Bindungsforschung. Besonders hervorzuheben ist, dass sie den Blick nicht auf die Mediennutzung der Kinder richtet, sondern auf die Qualität der Eltern-Kind-Interaktion. Damit greift sie ein Thema auf, das angesichts der allgegenwärtigen Smartphone-Nutzung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Ihre größte Einschränkung liegt im Querschnittsdesign. Kausale Aussagen sind deshalb nicht möglich. Dennoch wirken die Ergebnisse plausibel, weil sie sich nahtlos in Erkenntnisse der Bindungsforschung, der Entwicklungspsychologie und der Neurobiologie einfügen. Zusammen mit dem Still-Face-Experiment und den von Dr. Hultzsch beschriebenen Mechanismen der frühen Gehirnentwicklung entsteht ein wissenschaftlich stimmiges Gesamtbild.

Literatur

Gernot Körner




Kinderlosigkeit verändert unsere Gesellschaft – und den Blick auf Familie

Immer mehr Erwachsene entscheiden sich bewusst gegen eigene Kinder. Fachleute beobachten einen gesellschaftlichen Wandel, der auch Kitas und Grundschulen begegnet

Lange Zeit galt es als selbstverständlich, eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen. Heute entscheiden sich jedoch immer mehr Menschen bewusst gegen eine Elternschaft. Besonders unter jüngeren Erwachsenen wächst die Akzeptanz eines kinderfreien Lebens. Gleichzeitig sorgt diese Entwicklung für intensive gesellschaftliche Diskussionen.

Die Zahlen verdeutlichen den Wandel: Nach vorläufigen Angaben wurden 2025 in Deutschland rund 654.300 Kinder geboren – so wenige wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Bereits 2022 lebten rund 9,5 Millionen Frauen zwischen 20 und 75 Jahren ohne eigene Kinder. Die Geburtenrate liegt derzeit bei etwa 1,38 Kindern pro Frau und damit deutlich unter dem Niveau, das langfristig für eine stabile Bevölkerungsentwicklung erforderlich wäre.

Dennoch betonen Fachleute, dass hinter diesen Zahlen individuelle Lebensentscheidungen stehen. Die Frage, ob Menschen Kinder bekommen möchten oder nicht, gehört zu den persönlichsten überhaupt.

Familie ist heute kein einheitliches Lebensmodell mehr

Nach Einschätzung der Psychologin Dr. Sarah Seidl von der SRH Fernhochschule verändert sich derzeit das Verständnis davon, was ein erfülltes Leben ausmacht. Während frühere Generationen häufig von einem klassischen Familienbild ausgingen, existieren heute zahlreiche unterschiedliche Lebensentwürfe.

Vor allem in Städten und unter jüngeren Erwachsenen werde ein kinderfreies Leben zunehmend akzeptiert. Partnerschaft, Freundschaften, berufliche Entwicklung oder persönliche Projekte gewinnen für viele Menschen an Bedeutung und werden ebenso als sinnstiftend erlebt wie eine Elternschaft.

Damit verändert sich auch das gesellschaftliche Bild von Familie. Pädagogische Fachkräfte erleben diese Vielfalt bereits heute im Alltag ihrer Einrichtungen. Kinder wachsen in sehr unterschiedlichen familiären Konstellationen auf – mit einem oder mehreren Elternteilen, in Patchworkfamilien, bei Großeltern oder mit Bezugspersonen außerhalb der klassischen Kernfamilie.

Wirtschaftliche Sorgen und hohe Erwartungen beeinflussen die Entscheidung

Die Gründe für ein bewusst kinderfreies Leben sind vielfältig. Nach Angaben der Psychologin spielen wirtschaftliche Unsicherheiten ebenso eine Rolle wie steigende Wohnkosten und die Sorge, Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können.

Hinzu komme ein gesellschaftlicher Wandel der Elternrolle. Viele Erwachsene erleben den Anspruch, gute Eltern sein zu müssen, heute als deutlich höher als noch vor einigen Jahrzehnten. Erziehung wird intensiv diskutiert, begleitet und bewertet. Dadurch wächst bei manchen Menschen die Unsicherheit, ob sie den eigenen Erwartungen und denen ihres Umfelds überhaupt gerecht werden können.

Für viele wird die Familienplanung deshalb zu einer Entscheidung, die sorgfältig abgewogen wird – und deren Ergebnis durchaus gegen eine Elternschaft ausfallen kann.

Persönliche Entscheidungen stoßen häufig auf Unverständnis

Obwohl kinderfreie Lebensentwürfe sichtbarer werden, erleben Betroffene nach wie vor kritische Nachfragen. Fragen wie „Bereust du das später nicht?“ oder „Wer kümmert sich im Alter um dich?“ gehören für viele Menschen zum Alltag.

Nach Einschätzung von Sarah Seidl greifen solche Fragen häufig tief in die Privatsphäre ein. Schließlich berühren sie persönliche Werte, Partnerschaft, Gesundheit oder sogar medizinische Hintergründe. Nicht jede kinderlose Person habe sich freiwillig gegen Kinder entschieden. Deshalb sei Zurückhaltung im Umgang mit diesem Thema angebracht.

Die Psychologin empfiehlt, persönliche Grenzen klar zu formulieren. Niemand müsse seine Lebensplanung gegenüber anderen rechtfertigen oder intime Entscheidungen erklären.

Soziale Medien machen neue Lebensmodelle sichtbar

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Thema durch soziale Netzwerke. Unter Hashtags wie #childfreelife oder #nokidsclub tauschen sich Menschen weltweit über ihre Erfahrungen aus und finden Gleichgesinnte.

Für den Medienwissenschaftler Dr. Thomas Bippes zeigt sich darin ein typisches Phänomen digitaler Kommunikation. Plattformen wie TikTok oder Instagram geben Lebensentwürfen Sichtbarkeit, die im direkten Umfeld oft wenig präsent sind. Aus einzelnen Erfahrungen entstehen Gemeinschaften, die sich gegenseitig unterstützen und ihre Perspektiven öffentlich machen.

Gleichzeitig warnt Bippes davor, Trends in sozialen Medien mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit gleichzusetzen. Algorithmen verstärken Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen. Dadurch könne leicht der Eindruck entstehen, bestimmte Einstellungen seien wesentlich weiter verbreitet, als sie tatsächlich sind.

Vielfalt von Familien prägt auch den pädagogischen Alltag

Für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen steht weniger die Frage im Mittelpunkt, warum Erwachsene Kinder bekommen oder darauf verzichten. Entscheidend ist vielmehr, Kindern mit Offenheit und Wertschätzung zu begegnen – unabhängig davon, wie ihre Familie aussieht.

Pädagogische Fachkräfte begleiten heute Kinder aus sehr unterschiedlichen Lebenswelten. Dazu gehören klassische Familien ebenso wie Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien oder Kinder, deren enge Bezugspersonen außerhalb einer traditionellen Kernfamilie leben.

Ein sensibler Umgang mit dieser Vielfalt stärkt Kinder darin, unterschiedliche Lebensformen als gleichwertig wahrzunehmen. Gleichzeitig hilft er dabei, Vorurteile abzubauen und gegenseitigen Respekt zu fördern. Gerade in Kita und Grundschule lernen Kinder früh, dass Familie viele Gesichter haben kann – und dass jedes Kind unabhängig vom Lebensentwurf der Erwachsenen Anerkennung und Zugehörigkeit verdient.

Quelle: Pressemitteilung der SRH Fernhochschule – The Mobile University; Aussagen von Dr. Sarah Seidl und Dr. Thomas Bippes.