Montessori-Pädagogik stärkt Kinder in ihrer Entwicklung nachweislich

Große Langzeitstudie zeigt Vorteile bei Sprache, Selbstkontrolle und Sozialverhalten

Die Montessori-Pädagogik erlebt seit einigen Jahren weltweit neue Aufmerksamkeit. Viele Eltern hoffen auf eine kindgerechtere Form des Lernens, mehr Selbstständigkeit und weniger Leistungsdruck. Gleichzeitig galt die wissenschaftliche Datenlage lange als uneinheitlich. Zahlreiche frühere Untersuchungen hatten zwar positive Effekte beschrieben, doch Kritiker verwiesen immer wieder darauf, dass Montessori-Einrichtungen häufig von besonders engagierten und bildungsnahen Familien gewählt werden. Dadurch blieb oft unklar, ob tatsächlich die Methode selbst für bessere Entwicklungswerte verantwortlich ist.

Vorteile bei Sprache, Lesen, Selbstregulation und sozialen Fähigkeiten

Eine neue groß angelegte Studie, über die das Wissenschaftsportal ScienceDaily berichtet, liefert nun deutlich belastbarere Hinweise darauf, dass Montessori-orientierte Betreuung und Frühpädagogik tatsächlich positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern haben können. Besonders auffällig waren Vorteile bei Sprache, Lesen, Selbstregulation und sozialen Fähigkeiten.

588 Kinder in 24 öffentlichen Montessori-Programmen

Die Forschenden begleiteten insgesamt 588 Kinder in 24 öffentlichen Montessori-Programmen in den USA. Das Besondere an der Untersuchung: Die Aufnahmeplätze wurden über ein Losverfahren vergeben. Dadurch entstanden zwei vergleichbare Gruppen – Kinder mit Montessori-Platz und Kinder ohne Montessori-Platz. Wissenschaftlich gilt ein solches randomisiertes Studiendesign als besonders aussagekräftig, weil typische Verzerrungen reduziert werden. Genau daran scheiterten viele frühere Montessori-Studien.

Eindeutige Ergebnisse

Die Ergebnisse fielen deutlich aus. Kinder in Montessori-Programmen entwickelten bessere Fähigkeiten beim Lesen und bei sprachlichen Aufgaben. Gleichzeitig zeigten sie stärkere sogenannte Exekutivfunktionen – also Fähigkeiten wie Konzentration, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis und selbstständige Problemlösung. Auch beim sozialen Verständnis und im Umgang mit anderen Kindern schnitten Montessori-Kinder häufiger besser ab.

Fokus auf dem offenen Lernansatz

Die Forschenden sehen die Ursachen dafür vor allem in den grundlegenden Unterschieden zwischen Montessori-Pädagogik und konventionellen Kita-Modellen. Während viele konventionelle Einrichtungen stärker förderorientiert arbeiten und Lernprozesse stärker strukturieren, basiert Montessori auf einem vergleichsweise offenen Lernansatz. Kinder spielen häufig selbstständig mit speziell entwickelten Materialien, entscheiden innerhalb klarer Rahmenbedingungen eigenständig über Aktivitäten und lernen in ihrem individuellen Tempo.

Was Maria Montessori bereits wusste

Die italienische Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori entwickelte diesen Ansatz bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihre Grundidee war, dass Kinder einen natürlichen inneren Lernantrieb besitzen und sich besonders gut entwickeln, wenn sie eigenständig Erfahrungen sammeln dürfen. Erwachsene sollen dabei weniger kontrollieren als vielmehr vorbereitete Lernumgebungen schaffen und Lernprozesse aufmerksam begleiten.

Viele ihrer Aussagen wirken heute erstaunlich modern. Montessori schrieb: „Das Interesse des Kindes hängt von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen.“ Ebenso bekannt wurde ihr Satz: „Das Leben anzuregen und es sich dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.“ Und bis heute gilt ihr berühmtes Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ als Kern ihrer Pädagogik.

Auch ein weiterer Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die aktuelle Studie: „Wenn du korrekt mit dem Kind umgehst, wird auch das Kind sich im Leben korrekt benehmen.“ Montessori verstand Erziehung nie als reine Wissensvermittlung, sondern als Begleitung menschlicher Entwicklung.

Eigenaktivität laut Studie entscheidend

Genau diese Eigenaktivität ist laut Studie entscheidend. Kinder trainieren in Montessori-Einrichtungen permanent ihre Fähigkeit zur Selbststeuerung. Sie wählen Aufgaben aus, planen Arbeitsschritte, organisieren Materialien und lösen Konflikte eigenständig. Dadurch wird die Entwicklung von Fähigkeiten unterstützt, die heute als zentrale Grundlage späterer Lern- und Bildungserfolge gelten.

Stärkere Förderung der Exekutivfunktionen

Besonders interessant ist dabei die stärkere Förderung der Exekutivfunktionen. Entwicklungspsychologen betrachten diese Fähigkeiten inzwischen als einen der wichtigsten Faktoren für langfristigen schulischen Erfolg. Kinder mit gut entwickelter Selbstregulation können Aufmerksamkeit besser steuern, Frustrationen kontrollieren und komplexe Aufgaben strukturierter bearbeiten. Genau in diesen Bereichen zeigten die Montessori-Kinder deutliche Vorteile.

Sprachliche Entwicklung

Auch die sprachliche Entwicklung scheint vom Montessori-Ansatz zu profitieren. Die Forschenden verweisen darauf, dass Montessori-Materialien häufig mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen. Kinder lernen Buchstaben nicht nur abstrakt, sondern ertasten Formen, sprechen Laute aus und verbinden Bewegungen mit Sprache. Diese multisensorische Lernweise entspricht modernen Erkenntnissen der sogenannten „Science of Reading“, die systematische Laut-Buchstaben-Verbindungen als wichtigen Bestandteil frühen Lesenlernens betrachtet.

Besondere soziale Struktur in Montessori-Gruppen

Hinzu kommt die besondere soziale Struktur vieler Montessori-Gruppen. Typisch sind altersgemischte Gruppen mit Kindern verschiedener Entwicklungsstufen. Jüngere Kinder beobachten ältere, ältere Kinder übernehmen Verantwortung und helfen anderen. Dadurch entstehen soziale Lernprozesse, die in altershomogenen Gruppen seltener auftreten. Laut Studie könnte genau dieses Modell erklären, warum Montessori-Kinder häufiger bessere Werte bei sozialem Verständnis und Kooperation zeigten.

Warum Montessori auch im Silicon Valley fasziniert

Interessant ist außerdem, dass Montessori-Prinzipien seit Jahren auch im Silicon Valley intensiv diskutiert werden. Mehrere bekannte Tech-Unternehmer besuchten Montessori-Schulen, darunter Jeff Bezos sowie die Google-Mitgründer Larry Page und Sergey Brin. Auch Jimmy Wales wird häufig als prominenter Montessori-Schüler genannt.

Besonders hervorgehoben werden dabei Eigenschaften wie eigenständiges Denken, intrinsische Motivation, kreative Problemlösung und die Fähigkeit, unabhängig von vorgegebenen Strukturen zu arbeiten. Larry Page erklärte rückblickend, Montessori habe ihm beigebracht, „nicht einfach Regeln zu folgen“. Genau diese Eigenschaften gelten heute in der Innovationsforschung als zentrale Voraussetzungen für Kreativität und Unternehmertum.

Viele Montessori-Ideen passen erstaunlich gut zu modernen Innovationskulturen: Fehler gelten nicht primär als Scheitern, sondern als Teil des Lernprozesses. Eigeninitiative wird stärker gefördert als reine Anpassung. Kinder sollen Probleme selbst entdecken und Lösungen eigenständig entwickeln.

Montessori kann messbare Entwicklungsunterschiede erzeugen

Die Untersuchung liefert damit interessante Hinweise darauf, dass Montessori nicht nur eine alternative pädagogische Haltung darstellt, sondern tatsächlich messbare Entwicklungsunterschiede erzeugen kann. Gleichzeitig warnen die Forschenden jedoch vor überzogenen Schlussfolgerungen.

Grenzen der Studie

Denn auch diese Studie hat Grenzen. Verglichen wurden Montessori-Programme mit unterschiedlichen konventionellen Einrichtungen. Dadurch bleibt offen, welche einzelnen Bestandteile letztlich ausschlaggebend sind. Außerdem untersuchte die Studie ausschließlich öffentliche Montessori-Programme mit vergleichsweise hoher Umsetzungsqualität. Nicht jede Einrichtung, die den Begriff „Montessori“ verwendet, arbeitet tatsächlich konsequent nach den ursprünglichen Prinzipien.

Qualität der Umsetzung entscheidend

Die Autor*innen betonen deshalb selbst, dass die Qualität der Umsetzung wahrscheinlich entscheidend ist. Gut ausgebildete Fachkräfte, vorbereitete Lernumgebungen und eine konsequente Orientierung an Montessori-Prinzipien dürften eine zentrale Rolle spielen. Schlechter organisierte Einrichtungen könnten deutlich geringere Effekte zeigen.

Langfristige Wirkungen noch nicht erforscht

Offen bleibt außerdem die Frage nach langfristigen Wirkungen. Die Studie begleitet Kinder bis zum Ende des Kindergartens. Ob die beobachteten Vorteile bis in die Schulzeit oder Jugend bestehen bleiben, muss erst weitere Forschung zeigen. In der Bildungsforschung verschwinden frühe positive Effekte häufig später wieder. Die Forschenden vermuten allerdings, dass Montessori gerade durch die Förderung von Selbstregulation langfristigere Wirkungen entfalten könnte.

Robuste Daten für Montessori-orientierte Frühpädagogik

Trotz dieser Einschränkungen gilt die Untersuchung als eine der bislang stärksten wissenschaftlichen Arbeiten zur Montessori-Pädagogik. Sie liefert deutlich robustere Daten als viele frühere Studien und zeigt erstmals auf größerer Ebene, dass Montessori-orientierte Frühpädagogik unter realen Bedingungen messbare Vorteile erzeugen kann.

Kein Automatismus

Für Eltern bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass Montessori grundsätzlich jeder anderen Betreuung überlegen ist. Experten betonen weiterhin, dass die Qualität der Beziehungen, gut ausgebildete Fachkräfte und eine sichere emotionale Umgebung entscheidend bleiben. Die Studie legt jedoch nahe, dass Montessori-Konzepte Kindern offenbar besonders gute Bedingungen bieten können, um Selbstständigkeit, Konzentration und soziale Fähigkeiten früh zu entwickeln.

Gernot Körner




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Ausgezeichnet von spiel gut: Hula Hoops

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Hula Hoop Reifen im Kindergarten – vielseitiges Bewegungsmaterial für Kinder

Hula Hoop Reifen bzw. Kunststoff Reifen sind ein vielseitiges Spiel- und Bewegungsmaterial. Klassisch ist das Kreisen lassen um den Körper, was für kleinere Kinder noch etwas schwierig ist. Hierbei ist auch die richtige Größe wichtig: der Reifen sollte im Stand vom Boden aus bis ca. zum Bauchnabel bzw. bis zu Hüfte reichen. Mit viel Übung kann man den Reifen um verschiedene Körperteile schwingen. Vor der Hula Hoop Bewegung war Reifen treiben die meistbekannte Spielart, die heute kaum jemand macht. Neben dem Treiben und Rollen lassen, kann man auch durch die Reifen hindurch springen, sie als Ziel für Wurfspiele nutzen und wie in Institutionen oft eingesetzt: Reifen in unterschiedlicher Größe in eine Bewegungsbaustelle integrieren. Die Reifen von Gonge gibt es in unterschiedlichen Größen, sie sind aus stabilem Kunststoff hergestellt und bruchsicher.

Material: Nylon. Jeweils drei Reifen in den Größen 1,4 cm x ø 35 cm oder ø 50 cm oder ø 65 cm.

Die Hula Hoops haben aufgrund des guten Materials, ihrer Stabilität und Farbgebung eine spiel gut Auszeichnung verdient.

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Hula Hoops
Preis: ca. 50.- €
Alter: 2 – 8 Jahre
Marke: Gonge 
Hersteller: GONGE Creative Learning ApS




Ein Fest für Groß und Klein: Das große Winter-Advents-Weihnachts-Buch

weihnachten

Ein liebevoll gestaltetes Buch voller Geschichten, Lieder und Ideen – für Familien, Kindergartengruppen und Grundschulen.

Advent und Weihnachten sind für Kinder – und für viele Erwachsene – die schönste Zeit des Jahres. Auch wenn die Wochen vor dem Fest oft hektisch sind, bleibt doch die Sehnsucht nach Frieden, Geborgenheit und gemeinsamen Momenten. Genau dieses Gefühl möchte „Das große Winter-Advents-Weihnachts-Buch“ wecken und bewahren.

Mit liebevoll ausgewählten Geschichten, Gedichten, Liedern, Rezepten sowie Spiel- und Bastelideen lädt das Buch dazu ein, die stillen und hellen Seiten der Winterzeit wieder bewusst zu genießen – zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule.

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Ein Weihnachtsbuch im klassischen Stil – mit Herz und Hand gemacht

Gestaltet mit der künstlerischen Handschrift von **Christian Kämpf** und mit Beiträgen vieler Autorinnen und Autoren erinnert dieses Buch an die beliebten **„spielen und lernen“-Jahrbücher** vergangener Zeiten. Und genau das ist gewollt: ein Hauch von Nostalgie, der an vertraute Rituale erinnert – ans Vorlesen bei Kerzenschein, ans Plätzchenbacken, Basteln und Singen.

Das Buch feiert die kleinen, einfachen Dinge, die Advent und Weihnachten besonders machen – Wärme, Gemeinschaft und Fantasie.

Ideal für Familien, Kitas und Grundschulklassen

„Das große Winter-Advents-Weihnachts-Buch“ bietet auf 94 reich illustrierten Seiten eine Fülle an Ideen für gemeinsames Gestalten, Basteln, Singen und Erzählen. Viele der Anregungen eignen sich hervorragend für pädagogische Gruppenarbeit:

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  • Geschichten und Gedichte zum Vorlesen in der Adventsrunde
  • Bastelideen für Gruppenprojekte
  • Rezepte für gemeinsames Backen
  • Lieder und Spiele, die Freude und Zusammenhalt fördern
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So wird die Vorweihnachtszeit zu einer besonderen Zeit des Miteinanders – in Familien, Kindergartengruppen und Grundschulklassen.

Ein Schatz für die ganze Winterzeit

Mit seinem warmen, klassischen Stil ist dieses Buch ein Begleiter durch die ganze Winterzeit – vom ersten Advent bis zum Jahresende. Es ist ein Buch zum Blättern, Entdecken, Basteln, Backen, Singen und Träumen.

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Wer Weihnachten wieder mit allen Sinnen erleben möchte, findet hier eine Quelle voller schöner Ideen, Erinnerungen und neuer Inspiration – für Klein und Groß, zu Hause oder in der Gemeinschaft.

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Das große Winter-Advents-Weihnachts-Buch

Vollgepackt mit Geschichten, Gedichten, Liedern, Rezepten, Spiel- und Bastelideen
Mit Illustrationen von Christian Kämpf
Hardcover, 94 Seiten, reich illustriert
Für Familien, Kindergartengruppen und Grundschulen
ISBN 978-3-96304-046-7
20 €




Die Ostergeschichte für Kinder erzählt

Von Palmsonntag bis Ostersonntag

An Ostern denken die Christen an die letzten Tage von Jesus Christus, an seinen Tod und an seine Auferstehung. Die Geschichte beginnt an Palmsonntag.

Jesus reitet durch Jerusalem

An einem Sonntag ritt Jesus auf einem Esel nach Jerusalem. Er kam zum Pascha-Fest. Das ist das Fest, bei dem die Juden ihre Befreiung von der Unterdrückung durch die Ägypter und ihren Auszug aus Ägypten feiern. Da Jesus selbst Jude war, wollte er mitfeiern. Viele Menschen in Jerusalem freuten sich über die Ankunft von Jesus Christus. Sie riefen: „Gesegnet sei er, der da kommt im Namen des Herrn!“ Einige legten ihre Kleidung auf den Boden oder rissen Palmzweige von den Bäumen und legten sie hin, um Jesus zu ehren. Deshalb nennen die Christen diesen Tag Palmsonntag. Die Mächtigen in der Stadt hörten die Menschen jubeln. Sie fürchteten Jesus, den die Leute wie einen König feierten, und beschlossen, ihn zu töten.

Das letzte Abendmahl

Jesus wusste, dass seine Feinde ihn verfolgten, um ihn zu töten. Deshalb war es ihm sehr wichtig, am Donnerstagabend mit seinen engsten Gefolgsleuten, den zwölf Aposteln, das Paschamahl zu feiern. Er wusch den Aposteln die Füße, um sie daran zu erinnern, wie wichtig der Dienst an allen Mitmenschen ist. Er segnete das Brot, zerbrach es, verteilte es und sprach dazu: „Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Auch den Wein segnete er, reichte den Kelch weiter an seine Apostel und sprach dazu: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des ewigen Bundes, mein Blut, das für Euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Er erzählte seinen Jüngern davon, dass ihn einer von ihnen an die Soldaten seiner Feinde ausliefern würde, und dass diese in töten lassen würden. Alle waren sehr traurig und wollten es nicht so recht glauben.

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Jesus am Ölberg

Nach dem Essen ging Jesus mit seinen Aposteln auf den nahegelegenen Ölberg, in einen Garten, der Getsemani genannt wird. Dort ließ er sie zurück und ging ein Stück weiter, um zu beten. Als er zurückkam waren seine Freunde eingeschlafen. Da kamen Soldaten mit einem seiner Jünger. Dieser hieß Judas und hatte die Soldaten zu Jesus geführt, damit diese ihn verhafteten. Dafür bekam Judas 30 Silberstücke.

Jesus bei den Priestern und bei Pilatus

Die Soldaten brachten Jesus zu den mächtigen Priestern Jerusalems. Diese ließen falsche Zeugen auftreten, damit sie Jesus verurteilen konnten. Anschließend gingen sie mit ihm zum Palast des römischen Statthalters Pontius Pilatus. Nachdem dieser mit Jesus gesprochen hatte, teilte er den Priestern mit, dass er ihn für unschuldig halte. Aber die Priester und viele andere wollten, dass Jesus verurteilt würde.

Es gab ein riesiges Geschrei und sie drohten Pilatus. Dieser schlug vor, Jesus zu begnadigen. Doch die bösen Menschen gaben nicht nach. Um sie zu besänftigen, ließ er Jesus auspeitschen, eine Dornenkrone auf den Kopf setzen, ihn beleidigen und ihn ohrfeigen. Pilatus fürchtete sich vor den Leuten. Als diese nicht nachgaben und ihm nichts mehr einfiel, ließ er eine Schüssel mit Wasser bringen, wusch seine Hände darin und sagte: „Ich wasche meine Hände in Unschuld!“ Er war überzeugt, dass Jesus selbst unschuldig war, aber aus Furcht überließ er ihn den wütenden Menschen.

Jesus am Kreuz

Am frühen Morgen des Freitags verurteilten sie Jesus zum Tod am Kreuz. Er musste es selbst tragen. Aber weil sie ihn so geprügelt hatten, war Jesus schwach und stürzte immer wieder unter der Last des Kreuzes auf den Boden. Ein Bauer, der eben vom Feld kam, musste Jesus helfen, das Kreuz auf den Berg zur Richtstätte zu tragen. Dort schlugen sie Jesus ans Kreuz und richteten es auf. Aber Jesus sprach zu Gott: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Jesus starb am Kreuz. Ein Freund mit Namen Josef bat darum, den toten Jesus mitnehmen zu dürfen. Er wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Grab in einer Höhle. Davor ließ er einen großen Stein rollen.

Ostersonntag

Damals war es üblich, Tote mit duftenden Ölen einzureiben. Deshalb machten sich einige Frauen am Sonntag auf den Weg zum Grabe Jesus. Sie erschraken, als sie sahen, dass der schwere Stein beiseite gerollt und das Grab leer war. Zwei leuchtende Engel standen am Grab und fragten sie. „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“


Das Kirchenjahr mit Kindern feiern

Viele lustige und spannende Geschichten in diesem Vorlesebuch erzählen, was Markus, Luise, ihre Eltern und ihr Kater so alles beim Feiern erleben. Dieses Buch erklärt auf unterhaltsame Art in lustigen Geschichten alle wichtigen Feste des Kirchenjahres, wobei sowohl katholische als auch evangelische Feste berücksichtigt werden. Zahlreiche Illustrationen, Koch- und Backrezepte und Bastelvorschläge regen die Kinder zum Mitmachen an und sorgen für ein kreatives Spielen und Lernen. Beginnend mit der Adventszeit führt das Buch durch das ganze Kirchenjahr. Es eignet sich als Vorlesebuch für die Familie, für Kindergruppen, den Kindergottesdienst und die Gemeindearbeit. 

Thoma Reuter
Das Kirchenjahr mit Kindern feiern

Ein Vorlesebuch mit lustigen Geschichten, Backrezepten und Spielen
Broschur, 96 Seiten
ISBN: 978-3-944548-90-6
14,95 €





Kinder sind Forschende in ihrer eigenen Welt

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Das Bedürfnis, sich selbst und die Umwelt zu begreifen, liegt in der Natur des Menschen

„Ich hätte viele Dinge begriffen, hätte man sie mir nicht erklärt.“, beklagte einst der polnische Lyriker und Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec eines der zentralen Missverständnisse in der Erziehung und im Bildungsbetrieb. Seit vielen tausend Jahren verspüren Erwachsene das Bedürfnis, Kindern die Welt zu erklären und sie nach einem fiktiven Bild zu „formen“. Und fast ebenso lange existiert die Erkenntnis, dass das so nicht nur nicht funktioniert, sondern oftmals sogar den gegenteiligen Effekt hat. Die chinesischen Philosophen Laotzi und Konfuzius waren wohl die ersten, die vor gut 2500 Jahren darauf hingewiesen haben. Auch die antiken Griechen und Römer erkannten das Problem. So erklärte der berühmteste Redner Roms, Marcus Tullius Cicero: „Die Autorität der Lehrenden ist oft ein Hindernis für jene, die lernen wollen.”

Lernen von Anfang an

Und lernen will jedes Kind von Anfang an. Schließlich ist das überlebenswichtig. So sucht ein Säugling den Kontakt zu seinem Gegenüber, und erfährt dabei, ob er willkommen ist. Er erforscht seinen Körper und seine nächste Umgebung. Dabei begreift er, wie sie auf ihn reagiert. Heute sagen wir dazu, „er geht in Resonanz“.

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Immanuel Kant

Fühlt sich ein Kind geborgen, macht es sich spätestens zu dem Zeitpunkt, wenn es krabbeln kann auf den Weg, die Welt zu erobern. Dieses Streben nach Autonomie verstärkt sich, wenn es sein Selbst erkennt. Das Bedürfnis nach Autonomie ist etwas zutiefst Menschliches. Es steht ein ganzes Leben lang im Spannungsfeld zu dem Bedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit. Zur Autonomie gehört die Möglichkeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, Selbstwirksamkeit zu erleben. Das setzt von Anfang an nicht nur Beteiligung voraus, sondern ist auch die Voraussetzung für Forschergeist und Kreativität.

Keine Lust auf Bevormundung

Kein Wunder also, dass Kinder keine Lust darauf haben, sich ständig bevormunden zu lassen. Ihr Bedürfnis nach Autonomie ist nicht geringer als das von Erwachsenen. Andererseits sind sie auf einer ganz anderen Entwicklungsstufe, die nach einer anderen Form des „Lernens“ verlangt, als das von uns Erwachsenen. Für sie sind viele Dinge neu. Und darauf sind sie neugierig. Um ihre Welt verstehen zu können, wollen und müssen sie diese möglichst mit allen Sinnen begreifen.

Entgegen dieser Erkenntnis existiert noch immer das Vorurteil, dass es darauf ankomme, Kindern möglichst viel zu erklären, damit sie im Leben gut vorankommen. Dass das so nicht funktionieren kann, hat im 19. Jahrhundert der Pädagoge Friedrich Wilhelm Fröbel erkannt und in dem Satz zusammengefasst: „Bei der Erziehung muss man etwas aus dem Menschen herausbringen und nicht in ihn hinein.“ Daraus ist seine Idee für den ersten Kindergarten entstanden. Im Gegensatz zu den damals bereits existierenden Kinderbewahranstalten und Kleinkindschulen sah er die Aufgabe des Kindergartens unter anderem darin, das Spiel der Kinder und deren Bemühungen, die Welt zu erfahren, durch Erwachsene zu unterstützen.

Interesse und Möglichkeiten

Kinder sind also ab einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung immer Forschende und Experimentierende – wenn man sie lässt. Maria Montessori schrieb dazu: „Das Interesse des Kindes hängt von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen.“ Eine Erkenntnis, die durch die Neurobiologie längst belegt ist. Dafür brauchen Kinder nicht viel. Naturräume sind sicher die besten Forschungsräume. Aber auch eine vorbereitete Umgebung mit anregenden Materialien kann entsprechende Impulse geben.

Vor allem aber benötigen Kinder pädagogische Fachkräfte nicht nur mit jeder Menge Fingerspitzengefühl, sondern auch mit Vertrauen, Geduld und einem gewissen Maß an Leidensfähigkeit. Denn beim Forschen und Experimentieren haben wir Erwachsene immer schon „die Lösung“ im Kopf. Kinder müssen aber ihren eigenen Weg finden und stoßen oftmals auch auf ganz eigene Lösungen. Dabei ist es für uns, mit all unserer Erfahrung, unseren Vorstellungen und Vorurteilen oftmals nicht leicht, solche, manchmal sehr eigenwilligen und originellen Wege zu akzeptieren, geschweige denn wertzuschätzen. Aber „wer in den Fußstapfen eines anderen wandelt, hinterlässt keine eigenen Spuren“, bringt es Wilhelm Busch auf dem Punkt.

Echte Erkenntnis ist gefragt

Selbstverständlich sollten wir die Kinder dabei nicht dauerhaft in die Irre gehen lassen. Ein ordentliches Maß an Professionalität hilft uns, im richtigen Moment Impulse zu setzen und Orientierung zu bieten. Dennoch gilt immer Rousseaus Motto: „Kindererziehung ist ein Beruf, wo man Zeit zu verlieren verstehen muss, um Zeit zu gewinnen.‘‘

Denn wer echte Erkenntnis erlangen soll, muss dies in seiner eigenen Geschwindigkeit tun können. Darauf haben Kinder ein Recht. Sie zu drängen oder einseitig zu fördern, ist sicher der falsche Weg. Und mag manchmal das ein oder andere Angebot eine Abkürzung verheißen, handelt es sich oftmals um Abwegiges. Unsere Gehirne ticken noch immer wie die unserer Vorfahren vor hunderttausenden von Jahren. Es ist uns noch immer nicht gelungen, Bildung downzuloaden. Schließlich würde uns dabei auch die sinnliche Erfahrung fehlen, die Voraussetzung für das Begreifen ist.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

Für Kinder hat Experimentieren und Forschen nichts mit Laboren und Bibliotheken zu tun. Ihr Spiel erfüllt den Zweck. Und wer sie dabei über längere Zeit beobachtet, weiß, mit wie viel Freude und Anstrengungsbereitschaft sie sich nahezu jeder Herausforderung stellen.

Das ist echte Lebenserfahrung. Denn die Welt braucht Menschen, die sich selbstbewusst unbekannten Herausforderungen mit Engagement und auf eigenen Wegen stellen, um sie zu lösen.

Gernot Körner




Kostenlos für Kitas: Methodenset „Klischeefrei fängt früh an“

Wimmelbuch, Memo, Servicekarten und Methodenset zur frühkindlichen Bildung

Kinder werden schon früh mit einengenden Geschlechterklischees konfrontiert. Diese verfestigen sich im Lebensverlauf und können sich später auf die Berufs- und Studienwahl auswirken. Das Methodenset „Klischeefrei fängt früh an“ eignet sich zur Reflexion von Geschlechterklischees in der frühkindlichen Bildung.

Das Methodenset „Klischeefrei fängt früh an“ enthält Methoden für:

  • die klischeefreie pädagogische Arbeit mit Kindern,
  • die Sensibilisierung und Selbstreflexion im Team,
  • die Einbindung von Eltern und Erziehungsberechtigten
  • sowie Tipps und Anregungen für die Vor- und Nachbereitung und die Umsetzung im Kita-Alltag.

„Mein großes Berufe-Wimmelbuch“ und „Mein Berufe-Memo“ ergänzen das Methodenset mit bunten Bildern aus verschiedenen Lebens- und Berufswelten.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Die Initiative Klischeefrei macht sich für eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees stark. Der bundesweite Zusammenschluss von Partnerorganisationen aus Bildung, Politik, Wirtschaft, Praxis und Wissenschaft setzt zielführende Maßnahmen um, vernetzt sich und tauscht Materialien und gute Praxis aus.

Herausgeber ist das Bundesinstitut für Berufisbildung




Schöne Erfolgserlebnisse mit den Bauhölzern von TomTecT

Das Konstruktionsspiel von Dusyma im Test in der Kindertagesstätte

TomTecT ist ein Konstruktionsspiel von Tom Van der Bruggen (Video), dem Erfinder von KAPLA. Das Holz, das für TomTecT verwendet wird, ist laut Hersteller so geschnitten, dass die Maserung parallel zur Schnittrichtung verläuft und das Holz sich nicht verbiegt, obwohl es dünn geschnitten ist. Mittels Scharnierklemmen können die Holzplättchen verbunden werden und dadurch leichte und stabile Strukturen geschaffen werden. Bauwerke, Tiere, Werkzeuge, Formen…

Tom Van der Bruggen stellt im Film sein Konstruktionsspiel TomTecT 100 vor

Als wir das Spiel in einer Kindertagesstätte den Kindern vorgestellt haben, waren sie sofort sehr begeistert. Die etwas älteren ab fünf Jahren verstanden sehr schnell, wie sie damit konstruieren können. Seit der Einführung in der Gruppe liegt das Spiel für alle erreichbar im Regal. Die Kinder holen es auch immer wieder hervor. Und sobald sich ein Kind damit beschäftigt, kommen gleich andere und wollen es ausprobieren. Deshalb scheint es sinnvoll, möglichst von Anfang an mindestens zwei Sets anzuschaffen. Das könnte auch die Kommunikation und Freude am gemeinsamen Tun unterstützen.

Wir konnten feststellen, dass Tom Tect die Beobachtung, Aufmerksamkeit und Konzentration der Kinder unterstützt. Sie können damit relativ einfach Konstruktionen, was ihr räumliches Verständnis fördert. Letztlich haben die Kinder vor allem viel Freude mit dem Material, das ihnen immer wieder schöne Erfolgserlebnisse beschert.

Inhalt/Material: 386 Bauhölzer aus Pinienholz in sechs verschiedenen Längen, 640 Schanierklemmen aus Kunststoff, Ideenheft mit Konstruktionsbeispielen, alles in Holzbox mit Schiebedeckel. Maße: Längstes Bauholz 28 x 2,5 cm, kurzes Bauholz 2,5 x 2,5 cm, 0,4 cm stark. Holzbox 38 x 38 x 9,5 cm, UVP 167,80 €.

Weitere Informationen zu TomTecT 1000 finden Sie hier bei Dusyma.

Gernot Körner