Kochen und backen mit Kindern

Die Küche ist eigentlich der ideale Ort zum Spielen und Lernen:

Nahrung ist die Grundlage unseres Daseins. Kinder haben ein natürliches Interesse daran viel über Nahrungsmittel, deren Herkunft und Zubereitung zu erfahren. Und das Wissen über das Essen ist die beste Basis für eine gesunde Ernährung. Deshalb sollten wir die Begeisterung der Kinder aufnehmen und keine Gelegenheit auslassen, gemeinsam zu kochen und zu backen.

Vorbereitung

Kinder wollen richtig dabei sein und mitmachen. Das beginnt schon bei der Vorbereitung. Was mögen die Kinder, was die Erwachsenen. Am besten legen wir den Speiseplan gemeinsam fest. Am besten lassen wir uns dabei von Kochbüchern inspirieren. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Speisen nicht zu kompliziert sind, damit die Kinder bei der Zubereitung richtig mitmachen können.

Bücher, Bücher

Dazu gibt es etwa viele Kinderkochbücher oder das Buch von Manon Sander mit dem Titel „Kochen und backen mit Kindern“, in dem passende Rezepte samt Hintergrund schon zu spannenden Kochprojekten zusammengefasst sind. Dazu haben wir später ein paar Beispiele. Auch im Internet finden sich viele interessante Anregungen.

Auf Einkaufstour

Wenn das Rezept gefunden ist, geht es auf Einkaufstour. Auch hier sollten die Kinder schon dabei sein.  Der Gemüsestand ist ideal, um etwas über die Zutaten zu erfahren.

In der Küche

Wenn wir wieder zurück sind, sollten wir vor dem erst einmal die Küche inspizieren und in Ordnung bringen, was gerichtet werden muss.  Dann geht es noch immer nicht mit dem Kochen los. Zuerst werden die Hände sorgfältig gewaschen und dann sollte doch jeder eine Schürze oder zumindest ein Kochhemd haben.

Beim gemeinsamen Zubereiten von Speisen entsteht aus der Küche ein Spiel- und Lernort, der alle Sinne gleichzeitig anspricht. Es duftet nach Kräutern und Gewürzen, Obst und Gemüse leuchten in bunten Farben und der Deckel klappert auf dem Topf. Vor allem gibt es jede Menge zum Schnippeln und Kneten, zum Schmecken und Ausprobieren!

Hier einige Beispiele:

Nudeln nach asiatischer Art für (vier) Kinder

Zutaten: 250 g Bandnudeln, 1 kleine Zwiebel, 1 Esslöffel Öl, 1 Paprika, Pfeffer, Salz, 1 Esslöffel dunkle Sojasauce, 1 Ei, 1 Esslöffel Schnittlauch

Material: Messer, Schneidbrettchen, Topf, Bratpfanne

Zubereitung: Wasser in den Topf füllen. Bei geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. Bandnudeln nach Packungsanweisung kochen. Zwiebel schälen, klein schneiden. Wenn die Nudeln fertig sind, diese gut abtropfen lassen.

Zwiebel in Öl anbraten. Nudeln hinzufügen und gut umrühren. Pfeffer, Salz, Sojasauce, Schnittlauch und Paprika hinzufügen. Ei unter ständigem Rühren dazugeben. Sobald das Ei gestockt ist, kann das Gericht serviert werden.

Besonders beachten:

Gehen Sie mit der Sojasauce sparsam um. Zu viel schmeckt nicht gut, besonders Kinder sind da empfindlich. Würzen Sie lieber nach.

Yayla – türkische Reissuppe mit Joghurt für fünf Kinder

Zutaten: 1,5 Esslöffel Reis, 1 Eigelb, 500 g Naturjoghurt, etwas Instantbrühe und 1 Liter Wasser oder 1 Liter selbstgemachte Gemüsebrühe, getrocknete Pfefferminze, eventuell 1 Esslöffel Mehl

Material: kleiner Kochtopf, größerer Topf, Schneebesen

Zubereitung: Reis mit der doppelten Menge Salzwasser, also drei Esslöffeln Wasser, so lange kochen, bis der Reis das Wasser aufgenommen hat und weich ist. Joghurt und Eigelb mit dem Schneebesen in einem Topf gut verrühren. Brühe dazugeben, gut verrühren und zum Kochen bringen. Den Reis dazugeben.

Falls die Suppe zu flüssig sein sollte, Mehl mit Wasser in einem Glas verrühren und langsam unter ständigem Rühren in die Suppe geben.

Die Suppe muss immer wieder gerührt werden, sonst setzt sie sich fest. Serviert wird die Suppe mit etwas Pfefferminze.

Käseauflauf mit Tomatensalat für vier Kinder

Zutaten: Fett für die Form, 8 Scheiben Brot, 8 Scheiben Käse (Schweizer Käse, Gouda), 3 Eier, ein viertel Liter Milch, Salz, Pfeffer, 8 Tomaten, 1 kleine Zwiebel, 2 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Essig, Basilikumblätter

Material: Auflaufform, Backpinsel, Rührbesen, Schüssel, Messer, Schneidebrettchen

Zubereitung: Auflaufform fetten. Brot- und Käsescheiben abwechselnd hineinlegen. Eier, Milch, Salz und Pfeffer verquirlen. Masse über die Brot- und Käsescheiben gießen. Auflauf bei 200 Grad Celsius 40 Minuten in den Ofen geben.

Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und klein schneiden. Beides in eine Schüssel geben. Pfeffer, Salz, Öl und Essig dazu geben. Mischen Gewaschene, Basilikumblätter darüber legen.

Wir haben diese drei Rezepte so ausgewählt, dass die Kinder hier viel Spaß haben, fleißig mitarbeiten können und sich gedsund ernähren. Schon in einem früheren Beitrag haben wir die Zubereitung einen Rohkostsalats vorgestellt. Natürlich gibt es viel über die einzelnen Zutaten, den Reis, die Tomaten, das Brot, Zwiebeln etc. zu erzählen. Die Fragen stellen die Kinder schon von alleine. Uns bleibt nur noch, Ihnen guten Appetit zu wünschen.

Unser Buchtipp:

Wir haben die Rezepte und Abbildungen aus dem Buch von Manon Sander, „Kochen und Backen mit Kindern – alles, was Kinder über Ernährung wissen sollten“. Darin finden sich nicht nur 45 Rezepte, die für die gemeinsame Zubereitung geeignet sind und kindern schmecken, sondern auch viele Hintergründe zu den Zutaten und Gerichten. Interessant sind auch die Piktogramme, über die Kinder, die noch nicht lesen können, die Zubereitung nachvollziehen können.

Manon Sander
Kochen und Backen mit Kindern
Alles, was Kinder über Ernährung wissen sollten
Hardcover, 280 Seiten
ISBN: 978-3-934333-48-2
7,95 €

Fotos: Anja Lusch, Tobias Schudok, Gernot Körner




Leckerer Rohkostsalat für Kita-Kinder

Die Küche als Spiel- und Lernort:

Kinder und Erwachsene sollten keine Gelegenheit verpassen, gemeinsam zu kochen und zu backen. Denn Ernährung ist die Grundlage unseres Lebens. Darüber wollen Kinder schon früh jede Menge erfahren. Beim gemeinsamen Zubereiten von Speisen, entsteht aus der Küche ein Spiel- und Lernort, der alle Sinne gleichzeitig anspricht. Es duftet nach Kräutern und Gewürzen, Obst und Gemüse leuchten in bunten Farben. Vor allem gibt es jede Menge zum Schnippeln und Kneten, zum Schmecken und Ausprobieren!

Bei diesem Rezept können die Kinder richtig mitarbeiten. Zutaten, Zubereitung und Herkunft, Tipps und Anregungen bieten Gesprächsstoff und wichtiges Basiswissen zu unserer Ernährung. Und ganz nebenbei lernen die Kinder vor allem noch eines: Dass gemeinsames Zubereiten ein riesen Vergnügen für alle ist!

„Bei der eigentlichen Speisenzubereitung in Küchen der Gemeinschaftsverpflegung dürfen Kinder aus rechtlichen und hygienischen Gründen nicht mitwirken. Wenn das zubereitete Essen aber nur für die eigene Gruppe bestimmt ist und grundlegende Hygieneregeln vermittelt und eingehalten werden, ist das Einbeziehen der Kinder erlaubt und eine sinnvolle Maßnahme. Denn Kinder lernen Küchenhygiene und den Umgang mit Utensilien und Lebensmitteln wie alles andere auch– durchs Abschauen und wiederholte Selbermachen.“ (Bundeszentrum für Ernährung)
Mehr Infos zu den Hygieneregeln für Kita und Schule finden Sie hier:

Rohkostsalat für drei Kinder

Zutaten:

  • 400 g Kohlrabi – das sind ungefähr 2 Knollen
  • 2 kleine Äpfel mit roter Schale (je ungefähr 100 g)
  • 1 Zitrone
  • 100 g Naturjoghurt
  • 1 Teelöffel Salatmayonnaise
  • Salz, Pfeffer, gemahlener Koriander
  • 1 Esslöffel Pistazien
  • 1 Esslöffel Pinienkerne

Materialien:

Messer, Schneidbrettchen, Zitronenpresse, Schüssel, Löffel, Reibe

Zubereitung:

  • Die Kohlrabi schälen und in möglichst dünne Scheiben schneiden.
  • Die Scheiben auf einen Teller legen.
  • Einen Apfel waschen, entkernen und in dünne Spalte schneiden.
  • Sofort in Zitronensaft wenden.
  • Auf den Kohlrabischeiben verteilen.
  • Joghurt, Mayonnaise und den restlichen Zitronensaft verrühren.
  • Den zweiten Apfel auf der Reibe direkt in die Marinade reiben.
  • Mit Salz, Pfeffer und Koriander abschmecken.
  • Das Apfeldressing über die Rohkost verteilen.
  • Pistazien und Pinienkerne darüber geben.

Besonders beachten:

Junger Kohlrabi eignet sich viel besser als älterer für Rohkost, da er noch zart und saftig ist. Das Fleisch wird zunehmend fester, wenn der Kohlrabi älter ist. Wenn sie keine jungen Knollen bekommen, müssen Sie das Fleisch hauchdünn schneiden. Dann schmeckt es besser!

Besonderer TIPP:

Schneiden Sie den zweiten Apfel zunächst in vier Teile und entfernen Sie das Kerngehäuse. Ansonsten müssen Sie um das Kerngehäuse herum arbeiten. Das ist für Kinder ziemlich schwierig.

Variationen:

Kohlrabi lässt sich mit vielen verschiedenen Sorten von Gemüse zu einem schmackhaften Rohkostsalat verarbeiten.

Hier bekommen Sie noch einige Anregungen dazu:

Möhren und Kohlrabi ganz fein schneiden oder raspeln. Dann übereinander auf den Teller schichten und mit einem Dressing aus Soja- und Kürbiskernöl beträufeln. Darüber kommen noch viel Petersilie und geröstete Kürbiskerne.

Möhren, Äpfel, Birnen, Kohlrabi, Gurke in fingerdicke Streifen schneiden und in einem Dressing aus Essig, Wasser, etwas Öl und viel frischer Kresse zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Rohkost:

Rohkost enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als gekochtes Essen. Da rum gehört rohes Gemüse von Zeit zu Zeit auf den Speiseplan. Die meisten Vitamine befinden sich in oder direkt unter der Schale. Wird das Gemüse geschält, sollte die Schale möglichst dünn abgeschnitten werden. Soll die Schale nicht abgeschnitten werden, dann ist es sehr wichtig, das Gemüse möglichst gut unter fließendem Wasser zu waschen. Dabei werden der Dreck und eventuelle Pflanzenschutzmittel abgewaschen. Kaufen Sie möglichst erzeugernah ein. Auf dem Markt oder einem Bauernhof wird man Ihnen eher etwas über die Herkunft der Lebensmittel und über ihre Behandlung erzählen können. In vielen Supermärkten werden inzwischen Bioprodukte angeboten. Schauen Sie aber darauf, wo das Obst oder Gemüse gewachsen ist. Kurze Wege sprechen nicht unbedingt für Frische! Häufig werden die Früchte und Knollen unreif gepflückt und reifen dann während des Transports nach.

Umgang mit dem Messer:

Die Kinder möchten natürlich möglichst viel allein machen. Dazu gehört das Schneiden und Schälen. Vielleicht bereitet Ihnen das ein wenig Kopfzerbrechen, da Sie Angst um die Finger der Kinder haben. Gehen Sie nicht sorglos, aber selbstverständlich damit um. Zeigen Sie den Kindern die richtige Haltung des Messers.

Wenn Sie den Kindern nur erklären, wie sie ein Messer am besten halten können, schaffen sie es nicht. Zeigen Sie es den Kindern, indem Sie es ihnen direkt vormachen. Lassen Sie die Kinder dies nachmachen und korrigieren Sie sie, indem Sie ihre Finger von der falschen an die richtige Stelle legen. Der richtige Umgang mit dem Messer ist eine Übung für die Feinmotorik, die Sie unbedingt fördern sollten! Gearbeitet wird durch Druck mit dem Zeigefinger und Bewegung, die aus dem Handgelenk kommt. Das ist für Kinder schwer zu begreifen, wenn sie nur die Worte hören. Darum machen sie sich genau bewusst, wie Sie selbst arbeiten. Zeigen Sie es den Kindern schrittweise. Lassen Sie es nachmachen und unterstützen Sie durch Korrekturen, damit es richtig klappt.

Neben dem Messer können Sie noch andere Schneidegeräte verwenden:

  • Kartoffelschäler, um die Schale dünn abzuhobeln
  • Zwiebelschneider – eine kleine Dose mit Messern, die durch Drehung bewegt werden
  • Knoblauchpresse, aus der der Knoblauch ganz fein herausgepresst wird oder Knoblauchschneider, der den Knoblauch fein zerkleinert
  • Kräuterschneider, der die Kräuter durch Darüberrollen klein schneidet
  • Käseschneider in verschiedenen Ausführungen
  • und diverse weitere, oft elektrische Geräte

Diese Geräte erleichtern oft die Arbeit, sind aber nicht unbedingt notwendig!

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen.

Kochen und Backen mit Kindern

Alles, was Kinder gerne essen und über Ernährung wissen sollten

Manon Sander
Oberstebrink
ISBN: 9783934333482
7,95 €

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