Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen professionell gestalten

Gespraechsfuehrung-mit-Kindern

Eine differenzierte Betrachtung eines Handbuchs für Fachkräfte in Beratung, Therapie und Pädagogik

Sprache ist ein zentraler Bereich der Pädagogik, der eine unermesslich große Bedeutung für eine nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung des Kindes hat. So besitzt die Sprache die Kraft, die Gesamtentwicklung des Kindes aktiv zu unterstützen, oder sie kann auch dazu beitragen, die kindliche Entwicklung zu hemmen bzw. in Einzelbereichen vollkommen zu bremsen. Daher kommt der Sprachgestaltung durch Erwachsene im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes ein Bedeutungswert zu, dem sich Erwachsene – pädagogische Fachkräfte ebenso wie Eltern – von Zeit zu Zeit selbstreflektorisch zuwenden sollten.

„Gesprächsführung“ oder besser „Kinder wahrnehmen, auf Kinder hören, mit Kindern sprechen“ ist ein alltägliches Sprachhandeln. Dabei kommen immer wieder Gesprächsmuster von Erwachsenen zum Vorschein, die wenig bzw. gar nicht geeignet sind, die Sprach-, Explorations- und Entwicklungsfreude von Kindern zu aktivieren, zu unterstützen und letztlich zu stabilisieren.

Inhalt

In diesem vorliegenden Buch haben sich nun die beiden Autoren Dr. Gauck und Dr. Kahl mit den Merkmalen von professionell geführten bzw. zu führenden Gesprächen mit Kindern sowie Jugendlichen in fünf Kapiteln auseinandergesetzt.

Zunächst gehen sie der Frage nach, worauf zu achten ist, um professionell einen Kontakt aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Im Folgekapitel stellen sie unterschiedliche Methoden für wirksame Gespräche vor – vom Fragen, einem aktiven Zuhören, dem Reframing, der Nutzung von Metaphern über Rollenspiele, Aufstellungen bis hin zum Einsatz von Medien, wobei sich letztere Methoden eher für Jugendliche eignen.

Im dritten Kapitel dreht sich alles um die Berücksichtigung individueller Lebenswelten (z. B. um den Entwicklungsstand, den kulturellen Hintergrund, die Sprache, auffälliges Verhalten). Im vierten Kapitel mit dem Schwerpunkt „Ich selbst im Gespräch“ sind Leser*innen aufgefordert, sich selbst als gesprächsführende Person wie in einem Spiegelbild zu betrachten und den Fragen nachzugehen, in welcher aktuellen Situation man sich befindet und was das für einen Gesprächsverlauf bedeutet, was die eigene Biografie mit der jeweils spezifischen Gesprächshaltung und den Gesprächsstrategien zu tun hat und welche Auswirkungen eigene Gefühle auf die Gesprächsführung mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen haben.

Das fünfte Kapitel mit dem Schwerpunkt „Besondere Gesprächskontexte“ wendet sich möglichen Testungen und Ergebnisgesprächen, Familiengesprächen, einer möglichen Krisenintervention und Gruppenangeboten zu.

Dabei kann jedes der fünf Kapitel – je nach Bedarf und Interesse – einzeln ausgewählt und gelesen werden, weil es eine weitestgehend in sich geschlossene Einheit bildet und Leserinnen nicht zwingend die anderen Kapitel lesen müssen. Die Aufbaustruktur der einzelnen Kapitel ist dabei gleich: Zunächst wird ein sogenanntes „Fallbeispiel“ vorgestellt, dann folgen theoretische Hintergrundinformationen, anschließend werden mögliche Gesprächsstrategien und Beispielfragen aufgeführt und zum Schluss erhalten Leserinnen einige (wenige) Fragenimpulse bezüglich des eigenen Arbeitsalltags.

Fazit

Dieses Buch bedarf einer deutlich differenzierten Betrachtung!

So erhalten in erster Linie Kinder- und Jugendpsychologinnen, Fachkräfte im Feld der Psychotherapie sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ebenso wie schulpsychologisch tätige Beraterinnen bedeutsame Informationen für eine zielorientierte Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen, denn das Buch informiert sowohl mit fundierten theoretischen Hintergrundinformationen als auch mit zieldefinierten Gesprächsstrategien.

Gleichzeitig haben die beiden Autoren den Anspruch, Beziehungen durch eine ressourcenorientierte Gesprächsführung zu stärken, sodass sich Kinder und Jugendliche in ihren besonderen Lebenssituationen verstanden fühlen und durch die eingesetzten Gespräche in entwicklungsförderliche Prozesse hineinfinden können. Ebenso wird die Absicht benannt, dass eine Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen nicht als bloße Technik verstanden werden darf, um Gespräche nicht zu funktionsorientierten Lenkungsmanövern verkümmern zu lassen.

Besonders erfreulich ist das Kapitel 4 („Ich selbst im Gespräch“), das dazu anregt, sich selbst mit unterschiedlichen Fragen zur jeweils aktuellen Arbeitssituation zu reflektieren, das eigene Verhalten in Beziehung zur eigenen Biografie zu betrachten und sich mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen.

Gleichzeitig darf bzw. muss allerdings auch die Frage gestellt werden, ob die verwissenschaftlichte, überwiegend sehr funktionsorientierte Sprache – vor allem in den Kapiteln 1 bis 3 – nicht dazu beiträgt, eine Gesprächsführung – auch und gerade bei emotionalen Prozessen – primär kognitiv zu steuern, was dem oben genannten Ziel widersprechen würde.

Zum anderen weckt der Untertitel des Buches („Ein praxisorientiertes Handbuch“) die berechtigte Erwartung, dass in dieser Publikation auch immer wieder ausführliche, prozessorientiert geführte Gesprächsverläufe als nachvollziehbare Beispiele dokumentiert sind, was allerdings eine unerfüllte Erwartung bleibt.

Und auch für die Gesprächsführung – gerade mit Kindern – wäre es weiterhin sehr hilfreich gewesen, ausführlich auf den Aspekt „Adultismus“ einzugehen sowie das „Vier-Seiten-Modell der Kommunikation“ und im Kapitel 4 das Modell „Inneres Team“ anhand von Beispielen zu verdeutlichen.

Gerade pädagogische Fachkräfte im Elementar- und Primarbereich könnten aus beispielhaft dargestellten Gesprächsverläufen von Gesprächen mit Kindern Parallelen zu ihrem eigenen Gesprächsverhalten ziehen, am „Vier-Seiten-Modell der Kommunikation“ die dabei unterschiedlich wirksamen Feinheiten eigener Sprachformulierungen besonders deutlich erkennen und beim Modell „Inneres Team“ die unterschiedlichen inneren Perspektiven beleuchten und in Einklang bringen.

Vergleiche mit anderen Publikationen, die sich mit dem Schwerpunkt „Gespräche mit Kindern führen“ beschäftigen, sind deutlich bodenständiger und praxisorientierter gehalten (z. B. Martine F. Delfos: „Sag mir mal … Gesprächsführung mit Kindern“, Beltz, 10. Aufl.; Martine F. Delfos: „Wie meinst du das? Gesprächsführung mit Jugendlichen“, Beltz, 7. Aufl.; Hilal Virit: „Miteinander sprechen – miteinander wachsen“, Humboldt; Belanna Media: „Kommunikation für Erzieher. Gelungene Gespräche mit Kindern, Eltern und Kollegen“, epubli, 3. Aufl.; Angelika Sommer: „Zuhören, Sprechen, Stärken. Familienkommunikation von Klein bis Groß“, Kindle-Ausgabe).

Zusammenfassung auf den Punkt gebracht

Fachkräfte, die sowohl unter einem wissenschaftlich fundierten Blickwinkel am Thema „Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen“ interessiert sind als auch auf der Suche nach professionell-informativen, kognitiv orientierten Gesprächsführungsimpulsen bzw. -hinweisen, werden reichhaltig fündig werden. Elementarpädagogische Fachkräfte, die vor allem auf basal- und bodenständig ausgerichtete Praxisbeispiele Wert legen, werden sich eher mit ihren Erwartungen in den oben genannten Buchhinweisen wiederfinden.

(Armin Krenz)

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Bibliografische Angaben

Gauck, Letizia / Kahl, Tobias:
Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen.
Ein praxisorientiertes Handbuch
Hogrefe Verlag, Bern, 2026
240 Seiten
35,00 €
ISBN: 978-3-456-86403-7
(auch als eBook erhältlich: ISBN: 978-3-456-86403-7)




Schlagfertig bleiben: Praktische Hilfe für schwierige Gespräche

Ein praxisnaher Ratgeber für den souveränen Umgang mit Angriffen, Arroganz und verbalen Grenzüberschreitungen

Wer kennt es nicht, dass man sich durch verbale Angriffe oder böswillige, unberechtigte Unterstellungen eines Gegenübers vollkommen überfahren fühlt, dass es einem die Sprache verschlägt und dass man dadurch in eine Defensive gerät, die ein lösungsorientiertes Gespräch verhindert.

Konstruktive Gespräche sind gerade bei schwierigen Gesprächspartner*innen häufig dann nicht möglich, wenn man selbst nicht das „verbale Handwerkszeug“ besitzt, um schwierige Gesprächssituationen zu meistern. Umso wichtiger ist es, Gesprächstechniken zu beherrschen, um nicht mit einem Gefühl der Demütigung oder vollkommenen Hilflosigkeit sprachlos zu sein oder, was ebenfalls nicht hilfreich ist, in einen Machtkampf einzusteigen.

Umso erfreulicher ist es, dass ein erfahrener Dozent und Trainer, Hans-Jürgen Kratz, ein Buch veröffentlicht hat, das durch und durch praktische Hinweise liefert, um sich beispielsweise auch gegen Menschen zur Wehr zu setzen, die ihre Überlegenheit zum Ausdruck bringen wollen, mit Arroganz oder persönlichen Angriffen, Alltagstheorien oder einer fachfremden Bauernschläue dafür sorgen wollen, als unbestrittene Sieger eine „Kampfarena“ zu beherrschen.

Inhalt

Das Buch setzt sich aus fünf Kapiteln zusammen. Im ersten Kapitel geht es um eine „Ursachenforschung“, ob gegebenenfalls eigene Verhaltens- und/oder bestimmte Gesprächsmerkmale ein Gespräch kontraproduktiv beeinflussen, verbunden mit sofortigen Hinweisen, welche konstruktiven Merkmale besser angebracht sind.

Im zweiten Kapitel dreht sich alles um die Frage, wie man nun auf unredliche Verhaltensweisen reagieren kann: vom Ignorieren, Nachgeben, Gegenhalten und Durchsetzen bis zum Kontern, um auf eine inhaltliche Ebene wieder zurückzufinden.

Das dritte Kapitel widmet sich der Schlagfertigkeit und geht der Frage nach, wie persönliche Angriffe abgewehrt, Scheinargumente entlarvt, Unredlichkeiten sowie Denkfehler aufgedeckt werden können. Hier werden 68 mögliche Verbalattacken benannt, bei denen zunächst die Frage geklärt wird, was dahinterstecken kann, um dann praktische Vorschläge als Reaktionsmöglichkeiten zu unterbreiten.

Im vierten Kapitel mit dem Schwerpunkt „Lassen Sie sich nichts gefallen“ folgen zwölf Vorschläge für eine mündliche Erwiderung, bevor im fünften, sehr kleinen Kapitel zwei Hinweise gegeben werden, was zu tun ist, wenn eine Situation vollkommen festgefahren ist.

Bewertung

Dieses reine praxisorientierte Buch umfasst außergewöhnlich viele Gesprächssituationen, die in einem Gespräch zu einer Eskalation führen können, wenn auf der einen Seite ein „Gesprächsführungs-Know-how“ nicht vorhanden ist oder auf der anderen Seite in problematischen Gesprächssituationen die persönliche Betroffenheit so groß ist, dass diese zu einer Denk- und Sprechblockade führt.

Die vorgestellten Antwortmöglichkeiten sind sehr vielfältig. So gibt es beispielsweise humorvolle, aber auch grenzsetzende, direkte und indirekte, inhaltlich-sachliche und auch emotional gesteuerte Reaktionsvorschläge.

Was der Inhalt des Buches auf jeden Fall in bester Weise schafft, ist die Möglichkeit für Leser*innen, sich mit „rhetorischen Rückmeldungen“ auseinanderzusetzen, diese kennenzulernen und dann zu prüfen, welche Reaktionsmöglichkeit wohl am besten für sich selbst und die vorhandene Situation geeignet scheint, die „Kuh vom Eis“ zu bringen.

Armin Krenz

Bibliographie

Kratz, Hans-Jürgen:
Lächeln, Nicken, Kontern. Lassen Sie sich von Angreifern, Großmäulern und Besserwissern nicht unterbuttern
Metropolitan – ein Imprint des Walhalla Fachverlags, 2019.
197 Seiten.
ISBN: 978-3-96186-028-9.
14,95 €

Mehr dazu finden Sie hier




Häufiges Vorlesen stärkt früh den Wortschatz von Kindern

Neue Auswertungen zeigen: Kinder profitieren langfristig, wenn ihnen im Kleinkindalter regelmäßig vorgelesen wird

Kinder, denen im Alter von drei Jahren täglich vorgelesen wird, verfügen Jahre später über einen deutlich größeren Wortschatz. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Der Effekt ist langfristig messbar: Auch im Alter von sieben Jahren profitieren diese Kinder noch sprachlich von frühen Vorleseerfahrungen.

Damit bestätigt sich, was die Bildungsforschung seit Jahren vermutet: Sprachentwicklung beginnt nicht erst in der Schule – sie entsteht im Alltag, im Gespräch, beim gemeinsamen Anschauen von Bildern und vor allem beim Vorlesen.

Frühe Sprachbildung entsteht im Miteinander

Die Daten machen deutlich, wie entscheidend die Interaktion zwischen Eltern und Kindern ist. Vorlesen ist dabei weit mehr als eine ruhige Beschäftigung: Es schafft Aufmerksamkeit, fördert Verständnis und erweitert den Wortschatz.

Besonders wirksam ist regelmäßiges Vorlesen. Kinder, denen mehrmals täglich vorgelesen wurde, zeigen deutlich bessere sprachliche Kompetenzen als Kinder, die diese Erfahrung seltener machen.

Ein einfacher Impuls mit großer Wirkung

Die Ergebnisse sind eindeutig – und zugleich bemerkenswert alltagsnah: Es braucht keine aufwendigen Förderprogramme, um Kinder sprachlich zu stärken. Gemeinsame Zeit, Bücher und Gespräche reichen oft aus.

Vorlesen wirkt dabei auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Kinder lernen neue Wörter
  • sie verstehen Zusammenhänge besser
  • sie entwickeln ein Gefühl für Sprache und Geschichten
  • sie erleben Nähe und Aufmerksamkeit

Gerade diese Verbindung aus Sprache und Beziehung macht den Unterschied.

Was das für Familien, Kitas und Schulen bedeutet

Für Eltern und pädagogische Fachkräfte ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Vorlesen sollte ein selbstverständlicher Teil des Alltags sein – möglichst früh und möglichst regelmäßig.

Auch Kitas und Grundschulen können hier gezielt ansetzen:

  • durch feste Vorlesezeiten
  • durch Zugang zu Büchern
  • durch gemeinsame Sprach- und Erzählsituationen

Denn Sprachkompetenz ist eine zentrale Grundlage für Bildung – und sie beginnt lange vor dem ersten Schultag.

Hintergrund: Das Nationale Bildungspanel (NEPS)

Die Ergebnisse basieren auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), der größten Langzeit-Bildungsstudie in Deutschland. Sie untersucht Bildungsprozesse von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter und liefert damit eine wichtige Grundlage für Forschung und Bildungspolitik.

Originalpublikation:

https://www.lifbi.de/NEPS-SL/Detail?nummer=07




Erziehungspartnerschaft statt Elternbelehrung: Dialog auf Augenhöhe

Gemeinsames Ziel: das Kindeswohl stärken – durch vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Kita

Vielleicht kennen elementarpädagogische Fachkräfte, sofern sie Eltern sind und ihre eigenen Kinder in einer Kindertagesstätte untergebracht hatten bzw. haben, bestimmte Situationen, die ihnen wenig angenehm waren. Gespräche mit den Erzieher*innen waren eher belehrend aufgebaut, häufig war ein erhobener Zeigefinger zu spüren, Erwartungen wurden formuliert, ohne dass die individuelle Lebenssituation bekannt war oder berücksichtigt wurde. Und so hatte man als Elternteil fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn die Leitungskraft um ein Elterngespräch bat. Eine Erziehungspartnerschaft fordert einen Paradigmenwechsel: vom Monolog zum Dialog und von einer einseitigen Belehrung hin zu einem gemeinsamen, zugewandten Gespräch, gekennzeichnet durch ein gegenseitiges Informationsinteresse.

Kindheitspädagog*innen und Eltern tragen zur Entwicklung bei

Kinder – das ist bekannt – entwickeln schon in ihrem pränatalen Stadium und weiter in den ersten Lebensjahren ihre individuelle Persönlichkeitsstruktur. Dabei läuft ihre Entwicklung nicht nur nach einer stringenten, inneren Abfolge von dispositionalen, vorgegebenen Entwicklungsschritten ab. Vielmehr wirkt sich die von ihnen erlebte Umgebung mit den ungezählten Einflussfaktoren auf die Art und Weise der ‚Formung’ bzw. Ausprägung ihrer Entwicklungsprozesse aus, wobei sowohl die familiären, kulturellen und wohnortspezifischen Einflüsse und die Einflüsse der Institution „Kindertagesstätte“ mit ihren besonderen Struktur- und Prozessbedingungen als auch die Entwicklungsbegleiter*innen (= Kindheitspädagog*innen) in beiderseitiger Größe einen Einfluss auf das Entwicklungsgeschehen der Kinder haben.


Der Beruf Erzieher*in: Schlüsselrolle für kindliche Entwicklung

Erzieher*innen sind weit mehr als Betreuungspersonen – sie begleiten Kinder in einer entscheidenden Lebensphase. Dieses Buch beleuchtet die zentrale Bedeutung ihres Berufs vor dem Hintergrund aktueller Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie, Bildungs- und Resilienzforschung.

Es vermittelt praxisnahe Impulse zur professionellen Haltung, zur Bedeutung der eigenen Persönlichkeit und zur Selbstreflexion. Für angehende und erfahrene Fachkräfte, die Kinder stärken und ihre Arbeit bewusst gestalten wollen.


Softcover, 176 Seiten, 21,0 x 14,8 cm, ISBN: 9783963046155, 22 €


Von der Elternbelehrung zur Partnerschaft

Auf der einen Seite bestimmt der gesetzlich verankerte, eigenständige „Erziehungs-, Betreuungs- und Bildungsauftrag“ für Kindertageseinrichtungen (in Verbindung mit den länderspezifischen Kindertagesgesetzen, Bildungsgrundsätzen und trägerspezifischen Richtlinien, Verordnungen etc.), welche Ziele und Aufgaben Kindheitspädagog*innen zu leisten haben. Auf der anderen Seite bringen die Familien, die ihr(e) Kind(er) in die Kita bringen, ihre einmalige, ganz persönliche Biografie mit. So treffen auf diese Weise – von Anfang an – zwei „Welten“ aufeinander, die es zu verbinden gilt. Eine solche Verbindung kann aber nur geschehen und von Erfolg gekrönt sein, wenn Kindheitspädagog*innendie innerlich verankerte Bereitschaft an den Tag legen,

(a) sich selbst als permanent Lernende zu verstehen,
(b) ein großes Interesse an den Lebensverhältnissen der Familien zeigen,
(c) Professionalität und Humanität im Alltagsgeschehen und dies im Umgang mit den Familien sowie den Kindern miteinander verbinden,
(d) Partizipation der Familien und der Kinder zu einem festen Bestandteil ihrer Interaktion erklären,
(e) ihre Arbeitsweise, Aufgaben und Ziele transparent machen sowie
(f) ihr profundes Wissen aus den Bereichen der Entwicklungspsychologie/-pädagogik, Bindungsforschung und Bildungswissenschaft gleichzeitig in eine zugewandte Gesprächsführung einbauen, so dass Familien die gepflegte Kommunikation als eine Bereicherung erleben können.

Partnerschaft auf Augenhöhe Damit stellt eine Erziehungspartnerschaft ein hohes Gut für beide Seiten dar, von denen das „Kind im Mittelpunkt“ gleichermaßen profitiert.

Verzicht auf Überlegenheit

Kam es in einer funktional gestalteten „Elternarbeit“, wie sie in vergangener Zeit (und teilweise auch heute noch) üblich war bzw. ist, zu einer Erwartungskollision, weil den Elternteilen institutionelle/pädagogische Ziele vorgestellt und ihnen damit existierende Erwartungen übergestülpt wurden, geht eine Erziehungspartnerschaft einen anderen Weg. Durch das intensive und damit authentisch vorhandene Interesse der Kindheitspädagoginnen,

(a) Familien an ihren ziel- und aufgabenorientierten Schwerpunkten teilhaben zu lassen,
(b) ihnen den besonderen Bedeutungswert ihres beruflichen Selbstverständnisses sowie
(c) ihre kurz-, mittel- und langfristigen Aufgaben zu verdeutlichen und mit Zeit und in Ruhe vorzustellen,

entspricht es einer partnerschaftlichen Sichtweise, Familien genügend Raum und Platz zu lassen, den geäußerten Überlegungen beizupflichten oder selbstverständlich auch Kritik zu äußern, (Nach-)Fragen zu stellen, eigene Überlegungen einzubringen, neue Vorschläge (beispielsweise bei einer Zielfindung) zu unterbreiten, selbstverständlich auch Unmut zu äußern oder ihr Unverständnis über bestimmte Tatsachen auszudrücken. Hier liegt es eindeutig auf der Seite der Kindheitspädagogin, immer wieder für eine entspannte Kommunikationsatmosphäre zu sorgen, die es auch ermöglicht, aus einem schwierigen, verhärteten, festgefahrenen oder konfrontativen Interaktionsprozess erneut zu einem zielführenden Gesprächsverlauf zurückzufinden, um letztlich ergebnisorientiert voranzukommen.

Begriffe neu denken

Schaut man in bisherige Buchinhalte und Fachartikel zur Erziehungspartnerschaft, trifft man einerseits auf immer dieselben Begriffe, in denen es nahezu plakativ (d.h. lediglich stichwortartig und damit nicht ausführlich genug) um solche Aussagen wie „Prozessorientierung ist der Weg“ / „Toleranz zeigen“ / „Gleichberechtigung realisieren“ / „Eltern müssen ernst genommen werden“ / „Radikalen Respekt für Verschiedenheit aufbringen“ usw. geht. Nun: Eine Prozessorientierung kann ohne eine klare Zieldefinition sehr schnell auf einen Nebenweg mit einem anderen Ziel führen. Eine solche Aussage ähnelt der einer Selbsterfahrungsteilnehmer*in, die nach ihrem aktuellen Entwicklungsvorhaben gefragt wurde und mit der Aussage: „Das kann ich nicht genau sagen: Ich befinde mich nämlich gerade in einem Prozess.“ geantwortet hat.

Gleichwertigkeit statt Gleichberechtigung

Das Wort ‚Toleranz’ kommt aus dem Lateinischen ‚tolerare’ und bedeutet übersetzt so viel wie ‚ertragen’. Dabei wird oftmals übersehen, dass „etwas ertragen“ immer mit einem eigenen Unmut, mit einer offenen oder unterdrückten Zurückhaltung zu tun hat und im Widerspruch zur ‚Akzeptanz’ (der authentischen Annahme) steht. Eine ‚Gleichberechtigung’ kann es zwischen Kindheitspädagoginnen und Familienmitgliedern nicht geben, denn das würde beispielsweise bedeuten, dass auch Familienmitglieder die Art und Weise der Arbeit, die konzeptionelle Ausrichtung, die Bildungsinhalte oder pädagogischen Vorhaben gleichberechtigt mitbestimmen könnten, auch im Gegensatz zu bestehenden Richtlinien oder ggf. humanistisch geprägten Werten. Und worin läge beispielsweise der Bedeutungswert einer qualifizierten Ausbildung von Kindheitspädagoginnen, wenn Familien die Ausrichtung der Arbeit vorgeben könnten? So ist stattdessen der Begriff „Gleichwertigkeit als Person“ sicherlich weitaus angebrachter, weil eine Erziehungspartnerschaft durch eine Kommunikation auf „gleicher Augenhöhe“ gekennzeichnet ist.

Eltern ernst nehmen ist eine Selbstverständlichkeit

Dass „Eltern ernst genommen werden müssen“ ist doch eine Selbstverständlichkeit – wer dies als Kennzeichen einer ‚Erziehungspartnerschaft’ hervorhebt, drückt damit auch aus, dass dies bei einer ‚Elternarbeit’ offensichtlich nicht stattgefunden hat. An dieser Stelle würden elementarpädagogische Fachkräfte, die bisher eine solche qualitätsorientiert umgesetzt haben, sicher (auch zu Recht) protestieren. Die Forderung nach einem „radikalen Respekt für Verschiedenheit“ ist in dieser generellen Formulierung nur schwer bzw. gar nicht nachzuvollziehen. Hätten Sie einen ‚radikalen Respekt’ vor Elternteilen oder Fachkräften, die Kinder schlagen, zum Essen zwingen, der Lächerlichkeit preisgeben, in Ohnmachtssituationen bringen, mit einem Bildungsangebot nach dem anderen konfrontieren oder in großen Gefahrensituationen alleine lassen, um sie auf diese Weise „stark“ zu machen?

Eltern sind keine Experten für Kinder

Doch eine immer wiederkehrende Aussage darf (und muss!) mehr als deutlich infrage gestellt werden, wenn es immerzu heißt: „Eltern sind Experten für ihre Kinder“ bzw. „… sind Erziehungsexperten.“ Nun: Experten, egal welcher Ausrichtung, haben immer eine langjährige Ausbildung, haben diverse Zusatzqualifikationen erfolgreich absolviert, haben (bezogen auf die Bereiche Pädagogik / Psychologie) Selbsterfahrung auf sich genommen und eine permanente Persönlichkeitsreflexion zum festen Bestandteil ihrer Professionalität erklärt. All das bringen Erziehungsberechtigte in der Regel nicht mit. Deshalb passt die Aussage besser, dass Eltern im Rahmen einer kindeswohlorientierten und langfristig gepflegten Erziehungspartnerschaft schrittweise zu Expertinnen und Experten für die Entwicklung ihres Kindes werden können.

Merkmale gelebter Partnerschaft

Kindheitspädagog*innen, deren Ziel es ist, eine gelebte Erziehungspartnerschaft herzustellen bzw. weiterhin zu pflegen, können dies nur erreichen, wenn sie vor allem folgende Qualitätsmerkmale in ihrer Alltagspädagogik umsetzen:

• Zunächst geht es um eine für alle positiv erlebte Atmosphäre, die sich durch Freundlichkeit, Zugewandtheit, Aufmerksamkeit, Interesse an den Freuden / Ängsten / Sorgen und Nöten der Menschen auszeichnet. Das fängt mit der täglichen Begrüßung der Team- / Familienmitglieder und des Kindes an und endet mit der persönlichen Verabschiedung aller. Dadurch erleben und erfahren Kolleg*innen und Eltern einen besonderen Bedeutungswert, der ihnen zeigt, dass sie in der Kita eine gewichtige Rolle innehaben.
• Kindheitspädagog*innen haben sich als Motor der Beziehungspflege zu verstehen und können diese Aufgabe nicht von Familienangehörigen erwarten. Schuldzuweisungen wie „Die Eltern wollen gar nicht kommen“ oder „Die Eltern haben kein Interesse an unserer Arbeit“ müssen in die Fragestellung umgedeutet werden wie beispielsweise: „Was müssen wir tun und was haben wir in der Vergangenheit übersehen, dass sich Eltern nicht willkommen gefühlt haben, fernbleiben oder mit Konfrontationen reagieren?“
• Professionelles Verhalten – angefangen von einer qualitätsorientierten Gesprächsführung (bestenfalls mit einer Weiterbildung in ‚Beratungspsychologie’) über eine vorhandene Konfliktkompetenz bis zu einem profunden Fachwissen, eingebettet in eine freundliche Umgangskultur – ist die Grundlage, um eine bisherige ‚Elternarbeit’ in eine Erziehungspartnerschaft zu wandeln bzw. eine solche zu pflegen.
• Der ‚Dreiklang’ einer Erziehungspartnerschaft (die Familie – das Kind mit seinen Entwicklungsrechten und Grundbedürfnissen – die Kindheitspädagog*in als Impulsgeber*in, Berater*in, Unterstützer*in) – setzt voraus, dass Kindheitspädagog*innen sowohl eine Sensibilität für aktuelle Elternbedürfnisse als auch für ein situationsorientiertes Handeln besitzen, um möglichst punktgenaue Aktivitäten zu planen und umzusetzen.
• Zur Umsetzung eines erziehungspartnerschaftlichen Umgangs miteinander gehört eine breite Kenntnis der Lebensbedingungen der Familie, ihrer Werte und Normen, ihrer Weltsichtweise sowie ihrer Erziehungsvorstellungen, um diese zu verstehen und bei der Beziehungspflege zu berücksichtigen.
• Eine Erziehungspartnerschaft zeigt sich unter anderem durch – zumindest kurze – freundlich geführte Tür- und Angelgespräche, lebendige und spannende Elternabende, interessante Elternbriefe, gemeinsame Feiern, ein offenes Ohr für Beschwerden, einen periodisch stattfindenden Elternstammtisch, wenn möglich ein Elterncafé (etwa bei fehlenden Räumlichkeiten in einem geschmackvoll eingerichteten Bauwagen für Elterntreffs), gemeinsame Aktivitäten (auch mit Kindern) in der Kita, gemeinsame Aktionen (auch außerhalb der Kita), dem Besprechen von Beobachtungen und Entwicklungsberichten sowie in einer Unterstützung bei besonderen Fragestellungen und – falls nötig und erwünscht – Hinweisen auf weiterführende Hilfen.
• Einmal pro Jahr ausgelegte, anonymisierte Fragebögen zu bestimmten Bereichen (etwa die Eigenbeteiligungsmöglichkeit betreffend, die Mitsprache, die erlebte Atmosphäre, das Aufgreifen von Ideen und Vorschlägen, die Weitergabe von Informationen, die Transparenz der Arbeit, eine ausreichende Zeit für Gespräche, Gestaltung der Räume, Engagement der Kindheitspädagog*innen …) und zum Grad einer (Un-)Zufriedenheit geben Eltern die zusätzliche Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun und Veränderungswünsche zu formulieren.

Literatur:

Albers, Timm + Ritter, Eva: Zusammenarbeit mit Eltern und Familien in der Kita. Reinhardt Verlag, 2015
Dusolt, Hans: Elternarbeit als Erziehungspartnerschaft. Ein Leitfaden für den Vor- und Grundschulbereich. Beltz Verlag, 4. Aufl. 2018
Gerth, Andrea: Auf dem Weg zur Erziehungspartnerschaft. Lern- und Arbeitsbuch für Kindergartenteams. Verlag das netz, 2007
Schlösser, Elke: Zusammenarbeit mit Eltern – interkulturell. Informationen und Methoden zur Kooperation mit Eltern mit und ohne Migrationserfahrung in Kita, Grundschule und Familienbildung. Ökotopia Verlag, 4. Edition 2017
Textor, Martin: Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in Kindertageseinrichtungen. Books on Demand, 2. Edition 2014
Woll, Rita: Partner für das Kind. Erziehungspartnerschaften zwischen Eltern, Kindergarten und Schule. Vandenhoeck & Ruprecht, 2008

Armin Krenz, Prof. h. c. et Dr. h. c., Honorarprofessor a. D., Wissenschaftsdozent für Elementar- und Entwicklungspädagogik / Entwicklungspsychologie; Email: armin.krenz@web.de




Babys brauchen soziale Interaktion, um verstehen zu können

Warum es einen Unterschied macht, wie wir mit unseren Babys sprechen

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein: Wer mit einem Kind unter einem Jahr spricht. sollte Blickkontakt aufbauen, in einer kindgerechten Sprache sprechen und das Kind mit Namen ansprechen. Dass dies oft anders aussieht, erleben wir dennoch tagtäglich im Straßenbild. Prof. Dr. Christine Michel von der SRH Hochschule für Gesundheit hat dazu mit ihren Kolleginnen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und der Universität Wien eine neue Studie veröffentlicht:

Der Intuition folgen

„Im Miteinander mit Babys verändern wir ganz intuitiv unser Verhalten: Wir sprechen in einer höheren Stimmlage, mit mehr Wiederholungen und betonen oder übertreiben manchmal sogar unsere Mimik und Gestik. Bisherige Forschung hat gezeigt, dass Babys diese besondere Art der kindgerichteten Kommunikation bevorzugen. Allerdings ist bisher nur wenig darüber bekannt, wie die Signale vom Baby-Gehirn verarbeitet werden, welchen Einfluss diese sozialen Signale auf die Kinder haben und ob sie ggfs. das frühkindliche Lernen unterstützen“, erläutert Prof. Dr. Christine Michel, Professorin für frühkindliche Entwicklung an der SRH Hochschule für Gesundheit.

Methode

Zur Beantwortung dieser Fragen führte Prof. Dr. Christine Michel gemeinsam mit Daniel Matthes (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig) und Stefanie Höhl (Universität Wien) am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig eine Studie durch, die nun in der Zeitschrift Child Development publiziert wurde. Dabei wurden 35 Mütter gebeten, ihren neun bis zehn Monate alten Babys ihnen unbekannte Gegenstände auf zwei verschiedene Arten zu zeigen: zum einen mit sozialen Signalen wie Blickkontakt, kindgerichteter Sprache und Ansprechen des Babys mit Namen, zum anderen ohne Blickkontakt, in Erwachsenensprache und ohne den Namen des Babys zu nennen. Währenddessen wurde die Gehirnaktivität der Babys mittels Elektroenzephalographie (EEG) gemessen, wobei der Fokus darauf lag, wie stark das Gehirn des Babys in den Frequenzbereichen Alpha und Theta aktiv war, zwei Gehirnrhythmen, die Prozesse der Aufmerksamkeit und sozialen Kommunikation widerspiegeln. Zudem wurde analysiert, wohin die Babys schauten, und anschließend getestet, ob die Babys die Gegenstände wiedererkannten.

Aufmerksamkeit wächst bei sozialer Interaktion

Wenn Mütter Babys mit sozialen Signalen ansprachen, richtete sich die Aufmerksamkeit der Babys stärker auf ihre Mütter und den Gegenstand. Überraschend war jedoch, dass die Gehirnaktivität der Babys im Alpha- und Theta-Bereich sich nicht zwischen beiden Interaktionsarten unterschied, aber im Vergleich zu einer Ruhephase ohne soziale Interaktion verändert war. Das frühkindliche Lernen war hingegen nicht beeinflusst von den sozialen Signalen, mit denen den Kindern der Gegenstand vorgestellt wurde, d. h. die Gegenstände wurden nicht besser wiedererkannt. Die Stärke der kindlichen Theta-Aktivität während der Interaktion war jedoch mit ihrer Lernleistung verbunden, was die wichtige Rolle des Theta-Rhythmus im Baby-Gehirn für frühkindliche Lernprozesse verdeutlicht. Doch auch wenn noch unklar ist, welche Faktoren einer sozialen Interaktion die Theta-Aktivität erhöhen, ist es wichtig, wie wir mit unseren Babys sprechen. Das Bereitstellen sozialer Signale wie Blickkontakt oder das Sprechen in einer kindgerichteten Weise kann Babys helfen, sich auf sozial relevante Dinge in ihrer Umgebung zu konzentrieren.

https://srcd.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/cdev.14011

Marie-Luise Unteutsch/SRH Hochschule für Gesundheit




Informationsveranstaltung für Eltern, Pädagogen & Interessierte

Mutter Tochter

Kostenloser Vortrag zur Vorstellung der Workshops Faber & Mazlish, Samstag, 22. April 2023

Sie sind Mama, Papa, Oma, Opa oder Sie sind beruflich mit Kindern in Kontakt und wünschen sich Infos und Fähigkeiten, die Ihnen helfen, eine gute Beziehung zum Kind aufzubauen, Streit zu vermeiden, Konflikte zu lösen und Entscheidungen in Sachen Erziehung zu erleichtern? Oder Sie möchten Ihre Kompetenzen erweitern? Sie möchten Ihre Schüler bestmöglich fördern und ein Klassenklima schaffen, in dem Lernen und Lehren Freude macht?

Die Workshops bieten Informationen, Übung, Austausch & Eigenerfahrung:

  • Sie erfahren, wie zwischenmenschlicher Austausch funktioniert (nicht allein in der Beziehung zu Kindern hilfreich!)
  • Sie bekommen die Möglichkeit, wirksame Methoden zu erwerben, zu trainieren und sie auf Ihre eigene Art und Weise einzusetzen – für ein entspannteres Familien- bzw. Klassenleben.
  • Sie lernen, mit Kindern so ins Gespräch zu kommen, dass diese sich verantwortungsvoll entwickeln können und eine bereichernde Beziehung entsteht: mit Empathie, Selbstbewusstsein und Autonomie.

Termin:

Samstag, den 22. April 2023, Von 18:00 bis 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Studio für Klassisches Ballett, Kindertanz und Musical Show, Carla Weser, Liebigstraße 235-237, 50739 Köln


Inhalte und Termine der Workshops „Faber & Mazlish“

Workshop 1: „So sag ich’s…“

In diesem Workshop geht es darum, wie Sie

  • den negativen Gefühlen des Kindes, wie z. B. Wut, Frust, Enttäuschung, Angst usw. begegnen können.
  • Ihrer eigenen Wut Ausdruck schenken können, ohne der Beziehung zu schaden.
  • die Kooperation des Kindes fördern.
  • Grenzen setzen und Offenheit bewahren.
  • Alternativen zur Bestrafung nutzen und
  • (Familien-)Konflikte in Ruhe lösen können.
so sag ichs

Das Buch zum Kurs:
Adele Faber / Elaine Mazlish
So sag ich’s meinem Kind – Wie Kinder Regeln fürs Leben lernen
Softcover 276 Seiten
ISBN: 978-3-96304-033-7
22,90 Euro

Termin: Workshopbeginn: Samstag 13. Mai 2023 um 18 Uhr
Der Workshop beinhaltet insgesamt mindestens 14 Stunden: 6 Trainingseinheiten von je 2-2,5 Std. 1 Vertiefungseinheit (ca. 2 Std.), Teilnehmerzahl:  4 bis 8 Personen. Kosten: 220 € pro Person, zzgl. Arbeitsheft, 380 € pro Paar und Workshop, zzgl. Arbeitshefte,  (ca. 15€ pro Arbeitsheft). Maximale Teilnehmerzahl: 8 Personen
Anmeldung: per E-Mail bis zum 5. Mai 2023, info@inken-cambe.com

Workshop 2: „Hilfe, meine Kinder streiten“

In diesem Workshop geht es darum, wie Sie

  • Kindern helfen können, ihre Gefühle anderen gegenüber auszudrücken, ohne jemandem zu schaden.
  • gerecht sein können, ohne jedem das gleiche geben zu müssen.
  • Kooperation statt Konkurrenz fördern.
  • den „Angreifern“ und „Opfern“ helfen. – Was tun, wenn das Kind „eine Rolle spielt“.
  • Wut abbauen können und im Konflikt stehende Geschwister motivieren, Lösungen für ihre Probleme zu finden.
hilfe meine kinder

Das Buch zum Kurs:
Adele Faber/Elaine Mazlish
Hilfe, meine Kinder streiten: Wie Sie Geschwistern helfen, einander zu respektieren
Softcover, 224 Seiten
ISBN: 978-3-96304-011-5
19,95 Euro

Termine sind noch in Planung. Der Workshop beinhaltet insgesamt mindestens 14 Stunden: 5 Trainingseinheiten von je 2-3 Std, 1 Vertiefungseinheit (ca. 2 Std.). Teilnehmerzahl:  4 bis 8 Personen, Kosten: 220 € pro Person, zzgl. Arbeitsheft, 380 € pro Paar, zzgl. Arbeitshefte

Veranstaltungsort: Studio für Klassisches Ballett, Kindertanz und Musical Show, Carla Weser, Liebigstraße 235-237, 50739 Köln

Weitere Informationen: www.inken-cambe.com


Adele Faber/Elaine Mazlish
So sag ich’s meinem Kind Workbook
Oberstebrink
ISBN: 9783934333901
14,95 Euro




Sprachförderung in einer beziehungsgeprägten Sprachkultur mit Kindern

Zur „Guten Sprachförderung“ gehört eine werteorientierte Kommunikations-, Interaktions-, Konflikt-, Spiel- und Sprachkultur

Sprache als Motor der Selbstexploration und Selbstbildung

Ausgangsthesen:

  • Sprache ist Erlebnis: Durch sie kann der Mensch sich selbst in Erstaunen versetzen.
  • Sprache ist wie ein Wunder: Sie kann dazu beitragen, in völlig neue Gedankenwelten einzutauchen und gedankliche Tiefen zu erleben, die bis dahin völlig unentdeckt geblieben sind.
  • Sprache ist Genuss: Durch sie versetzt sich der Mensch immer wieder selbst in die Lage, den eigenen Worten gerne zu lauschen.
  • Sprache fasziniert: Durch sie ergeben sich Erkenntnisse, die bisherige (entwicklungshinderliche) Überlegungen auflösen können und innovative Gedanken provozieren.
  • Sprache verbindet: Und lässt im ersten Augenblick unüberbrückbar erscheinende Grenzen zusammenbrechen, wodurch der Mensch ins unerwartete Erstaunen gerät.
  • Sprache erfreut: Und bringt in Selbstgesprächen Sonne in das eigene Herz, um beispielsweise Trauer zu verstehen oder den Sinn bzw. die Bedeutung plötzlicher Irritationen zu begreifen.
  • Sprache beglückt: Und eröffnet in einem konstruktiven Selbstgespräch gedankliche Perspektiven, die bis dahin kaum zugelassen werden konnten.
  • Sprache berührt: Und lässt den Menschen in nachsinnende Gedankenwelten kommen, so dass neue Gedankenverbindungen geknüpft werden können und neue Gefühlswelten entdeckt werden.
  • Sprache ist wie die Feder eines Vogels: leicht, beschwingt und wundervoll zu betrachten, um sich selbst aus festgefahrenen Gedankenstrukturen zu befreien.
  • Sprache ist wie ein heller Sonnenstrahl: wegweisend für das eigene Leben, zielgebend und richtungsorientierend.

Gleichzeitig kann Sprache aber auch wie ein Schwert sein: scharf wie eine frisch geschliffene Klinge, zerstörend und vernichtend. Sie kann sich wie ein Feuer in das eigene Herz oder in die Herzen anderer Menschen brennen und eine nachhaltig destruktive Wirkung haben.

Sprache kann auch ermüden, abschrecken, Ängste provozieren und krank machen. Ja, Sprache kann auch eine todbringende Auswirkung haben.

Sprache kann damit Selbstbildungswelten im Menschen öffnen oder verschließen und wirkt (unbemerkt) permanent entwicklungsförderlich oder entwicklungshinderlich.

Sprache als persönlicher Kommunikationsmotor für eine entwicklungsförderliche Lebensorientierung

Kinder sind verstärkt in Ohnmachtserlebnissen, Auslieferungserlebnissen, Trennungserlebnissen, Beziehungsnöten und Bedrohungsängsten gebunden.

Ausgangsthesen:

Was Kinder daher dringender denn je brauchen, ist ein sprachaktives, sprechmotivierendes Lebens- und Lernumfeld:

  • Sie brauchen ungeteilte Zeiten, in denen sie mit Ausdauer und nach eigenen Zeitempfindungen Dinge in Ruhe zu Ende führen können, um Sprachgedanken zu entwickeln, zu verfolgen und auch abschließen zu können.
  • Sie brauchen vor allem Erwachsene, die ihre Ausdrucksformen wirklich verstehen, die Symbole ihres Handelns und Erzählens begreifen und sprachlich „übersetzen“.
  • Sie brauchen den Kindergarten als einen Ort, an dem sie ein aktives Mitspracherecht haben: von der Gestaltung des Tagesablaufes bis hin zur Kinderkonferenz.
  • Sie brauchen offene Ohren, die hören, was Kinder zurzeit beschäftigt und dabei immer wieder mit ihnen in einen lebendigen Kommunikationsaustausch über die kinderbedeutsamen Themen einsteigen.
  • Sie brauchen vielfältige Möglichkeiten, das wirkliche Leben – und keine künstlich gestaltete und strukturierte Welt – kennen zu lernen und dabei philosophische Betrachtungen über ihre Beobachtungen vornehmen zu können.
  • Sie brauchen eine Umgebung, in der sie sich in ihrer Individualität entwickeln können und den Fragen –sprachlich ausgedrückt – nachgehen, „Wer bin ich, was macht mich einmalig in dieser Welt, was kann ich gut und was gibt es alles zu lernen?“, bevor eine so genannte Sozialentwicklung auf sie einströmt.
  • Sie brauchen Menschen, die ihnen einen Raum zugestehen, in dem sie mit Versuch und Irrtum das Weltgeschehen um sie herum begreifen und sprachlich in Worte fassen können.
  • Sie brauchen Erwachsene (und ein entsprechendes Umfeld), mit denen der Prozesshaftigkeit eine höhere Beachtung geschenkt wird als dem Herstellen von irgendwelchen »ästhetischen Produkten« und sie brauchen diese Erwachsenen als Bündnispartner zur Umsetzung ihrer ureigenen Interessen, die immer wieder sprachlich aufgenommen und weiterverfolgt werden können.
  • Sie brauchen und suchen einen Ort, an dem ihr magisches Denken ausreichend Platz findet, erlebt und sprachlich vielschichtig ausgedrückt zu werden.
  • Sie brauchen und suchen in Erwachsenen Mitspieler/innen und keine Dirigenten, die wirklich auf der Ebene von Kindern – im wahrsten Sinne des Wortes – sind und sie brauchen Erwachsene, die mit ihnen sprechen anstatt auf sie einzureden, an ihnen vorbei reden oder über sie zu sprechen.
  • Sie brauchen Menschen, die ihre Stärken sehen und nicht gegen ihre vermeintlichen Schwächen kämpfen, die ihre Stärken und Handlungstätigkeiten sprachlich begleiten (und nicht loben!).
  • Sie suchen Erwachsene, die statt eines Pessimismusses einen hohen Optimismus ausstrahlen und ihr Lebensglück durch eine reichhaltige und motivierende Sprache zum Ausdruck bringen.
  • Sie suchen Mitmenschen, die sich auf Erfahrungen einlassen und keine Dogmen (Lehrsätze) verbreiten und sie brauchen Erwachsene, die statt »moralisierender Ratschläge für andere Werte« selbst ihr eigenes Leben auf der Grundlage einer verinnerlichten Wertemoral gestalten.
  • Sie wünschen sich Menschen, die loslassen können, statt sich auf bestimmte Rollen und Vorhaben/Ziele zu fixieren (und damit auch sprachlich flexibel sind) und sie suchen Erwachsene, die sie statt erziehen zu wollen ganzheitlich (auch sprachlich)begleiten.
  • Kinder brauchen Menschen, die Selbsterfahrung auf sich nehmen, statt eigene Gedanken, Gefühle und Muster auf Kinder zu projizieren und sie suchen Erwachsene, die mit ihnen auf die Suche nach Wahrheiten gehen, statt im Sinne von Recht oder Unrecht zu debattieren und eigene Standpunkte auf Kinder übertragen.

Sprache als Wertefaktor in einer Welt zunehmender Werteverluste

Sprache kann als ein lebensbedeutsamer Wertefaktor nur dann einen subjektiven Wert durch das Kind selbst erhalten, wenn folgende Merkmale gegenwärtig sind:


Alle Bücher, die von Armin Krenz bei Burckhardthaus erschienen sind, finden Sie hier.


Ausgangsthesen:

Die Kindergartenzeit ist keine Zeitspanne eines vorgezogenen Schulübens, sondern ein Leben und Lernen mit Kindern in Sinn zusammenhängenden, ganzheitlichen Vorhaben, die sich auf das aktuelle Leben der Kinder mit ihren Themenschwerpunkten bezieht.Die Elementarpädagogik ist kein Ort, an dem Kinder gesagt bekommen, was sie machen können/sollen/müssen, sondern an dem die Themen der Kinder verstanden und sprachlich/ inhaltlich konkret aufgegriffen werden.Der Kindergarten hat für eine Atmosphäre zu sorgen, in der sich Kinder angenommen und wertschätzend behandelt fühlen – nur dann kann Sprache gedeihen. Dabei ist die Umgebung von Kindern als ein Ort zu erfassen, an dem sie sich selber fordern und eigenmotiviert fördern können.Der Kindergarten hat sich Kindern als ein Ort zu zeigen, in dem das Leben pulsiert, in dem Realitäten erfahren werden können und der jede aufgesetzte Künstlichkeit aufgibt.Er hat Kindern die entwicklungsförderliche Möglichkeit zu bieten, unverarbeitete Erfahrungen aufzuarbeiten, um sich von alltäglichem Erwartungsdruck und biographisch ausgelösten Belastungen zu befreien.Der Kindergarten muss ein Ort sein, an dem der Phantasiereichtum von Kindern jede Arbeitsschablone überflüssig macht und die Person der Erzieherin ein von Kindern geliebter Teil der Gruppe ist.Der Kindergarten gestaltet dabei seine Arbeit aus einem Selbstverständnis heraus, in dem zunehmend eingesetzte Therapieprogramme durch das gemeinsame, ganzheitliche Leben immer mehr überflüssig werden.

Damit wird der Kindergarten zu einem Ort, an dem mit Kindern zusammen gekocht und gelacht wird, Freude regiert und Regeln gemeinsam ausgehandelt werden, Kinder noch Kinder sein können und nicht als »unfertige Erwachsene« betrachtet werden, geachtete Rückzugsecken bestehen und Kinder selbstverständlich jeden Tag ihr Spielzeug mitbringen können, Jungen ebenso wie Mädchen zu ihren besonderen Rechten kommen und Gewalt von einer natürlichen Aggression unterschieden wird. Ein Ort, an dem es ebenso Ablehnung, Abgrenzung und Auseinandersetzungen gibt wie unter den Erwachsenen und dabei natürliche Wege gesucht und miteinander gegangen werden, um solche Grenzen zu überwinden; an dem jedes Kind das verbriefte Recht auf Meinungsäußerung besitzt und vor allem das Kind in Erwachsenen ein Modell für das Gesagte erlebt.

Dort, wo der Kindergarten zu einem alltagstauglichen, „bildungsorientierten und lernprovozierendem Lebensraum“ geworden ist, fühlen sich Kinder angenommen und verstanden. Dies schafft die notwendige Sicherheit für Kinder, sich auf neue Erfahrungen einzulassen, auch alte (Sprach)Muster zu verändern und mit neuen Verhaltensweisen zu experimentieren.

Wenn Kinder diesen „lernprovozierenden Bullerbü-Effekt“ nicht mehr im Kindergarten erleben können, dann müssen sie auch hier resignieren und entwickeln bzw. verfestigen auffällige Verhaltensweisen, die sich folgenotwendig weiter in die Schulzeit verlagern bzw. Kinder ihre Erfahrungen „auf der Straße“ suchen. Das ist – auf die Gegenwart bezogen – dramatisch und wäre im Hinblick auf die Zukunft fatal. Kinder brauchen nötiger denn je einen beziehungsorientierten und lernintensiven, werteorientierten Alltags-Lebensraum — der Kindergarten kann ihn bieten und Kindern nutzbar machen.

Es besteht heute überhaupt kein Zweifel daran, was die Sprache nachhaltig fördert:  Eine „integrierte Sprachförderung“ geschieht vor allem durch die Merkmale, die Sprache außergewöhnlich stark aktivieren, provozieren, lebendig werden lassen:ein alltägliches miteinander sprechen; miteinander singen; miteinander dichten und reimen, Dialoge lebendig pflegen und gemeinsam auf die Suche nach Antworten gehen; miteinander philosophieren; Kinderaktivitäten sprachlich Begleitung; gemeinsames Genießen einer lebendigen Bewegungskultur; Geschichten vorlesen und nacherzählen; Märchen vorlesen und nachspielen; Geschichten erfinden und aufschreiben; miteinander spielen; sorgsam aufeinander hören; Hörspiele erfinden und aufzeichnen; Kindergartenzeitungen erstellen und drucken; Kinderkonferenzen gemeinsam gestalten.

„Gute Sprachförderung“ ist damit alltäglich und werteorientiert hörbar – nämlich in einer werteorientierten Kommunikations-, Interaktions-, Konflikt-, Spiel- und Sprachkultur. Sie ist anstrengend und wundervoll zugleich.

Literaturhinweise:

Albers, Timm: Sag mal! Krippe, Kindergarten und Familie: Sprachförderung im Alltag. Beltz Verlag, Weinheim 2011
Beci, Veronica: Sprache ist überall. Das Praxisbuch zur alltagsintegrierten Sprachbildung. Ökotopia Verlag, Münster 2019
Gräßer, Melanie + Hovermann, Eike (Hrsg.): Alltagsintegrierte Sprachbildung in der Kita. Die Sprachentwicklung von Kindern wahrnehmen, begleiten und unterstützen. Verlag Klett Kita GmbH, Stuttgart 2021
Jungmann, Tanja/ Morawiak, Ulrike/ Meindl, Marlene: Überall steckt Sprache drin. Alltagsintegrierte Sprach- und Literacy-Förderung für 3- bis 6-jährige Kinder. Ernst Reinhardt Verlag, München, 2. Aufl. 2018
Sachse, Susanne + Volkmann, Gesina (Hrsg.): So funktioniert alltagsintegrierte Sprachbildung.  Verlag an der Ruhr, Mülheim 2018

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz,
Honorarprofessor a.D., Wissenschaftsdozent für Entwicklungspsychologie und Entwicklungspädagogik




Wie wir miteinander reden sollten

Mutter Tochter

Vortrag und Diskussion zum Thema mit Kindern verständlich sprechen und miteinander kooperieren

„Wie man redet, damit Kinder zuhören, und zuhört, damit Kinder reden“, so lautet die Übersetzung des weltweit erfolgreichsten Elternratgebers von Adele Faber und Elaine Mazlish. Viele versuchen, das Buch und die Methode zu kopieren. Aber niemand kam jemals an das Original heran. Sehr anschaulich schaffen es die Autorinnen, wie wir mit Kindern sprechen sollten und wie nicht.

Wer mag sich schon den ganzen Tag herumkommandieren lassen, ohne die eigenen Bedürfnisse berücksichtigt zu sehen? Wer mag auf Anweisungen hören, ohne deren Sinn zu verstehen? Wie soll man verstehen, dass die eigenen Wünsche nicht erfüllt werden, wenn Erwachsene doch so allmächtig sind? Und wer kann sich über ein Lob freuen, wenn er es nicht nachvollziehen kann?

All das und vieles mehr sind die Themen auch in der deutschsprachigen Version des Weltererfolgs mit dem Titel „So sag ich’s meinem Kind“. Wer etwas mehr über den Inhalt den wertschätzenden und mitfühlenden Dialog mit Kindern erfahren möchte und im Südwesten Deutschlands lebt, für den bietet sich die Möglichkeit, am 21.11.2022 um 19 Uhr im Familienzentrum Bürkle Bleiche, im Rosenweg 3, 79312 Emmendingen, an einem Vortrag mit Diskussion teilzunehmen. Die Teilnahme kostet 8 Euro. Hier geht es zur Anmeldung. Übrigens ist diese Form des Umgangs auch bestens geeignet für den Dialog Erwachsener.

Für alle, die dazu keine Zeit haben, gibt es zum Beispiel die Vorträge und Onlineseminare von Isabelle von Abendroth oder das Buch:

Adele Faber / Elaine Mazlish
So sag ich’s meinem Kind – Wie Kinder Regeln fürs Leben lernen
Softcover 276 Seiten
ISBN: 978-3-96304-033-7

22,90 Euro