Kinder-Online-Preis 2026: JUUUPORT gewinnt vor fragFINN und Digitalem Kinderrathaus

verleihung-kindermedienpreis

Kinder-Online-Preis 2026: Auszeichnungen für starke Kinderangebote im Netz

Der Kinder-Online-Preis 2026 des MDR-Rundfunkrats würdigt innovative und pädagogisch wertvolle Internetangebote für Kinder und Jugendliche. Ausgezeichnet werden Projekte, die junge Menschen im digitalen Raum stärken, Orientierung bieten und einen sicheren Umgang mit Medien fördern.

1. Platz: JUUUPORT überzeugt mit Peer-to-Peer-Beratung

Den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro erhält die Plattform juuuport.de. Das Angebot wird von der Jury als besonders herausragend bewertet, da es auf ein bewährtes Peer-to-Peer-Prinzip setzt: Jugendliche beraten hier Gleichaltrige kostenlos, vertraulich und unter Einhaltung hoher Datenschutzstandards bei Problemen im Internet.

Im Mittelpunkt stehen Themen wie Cybermobbing, Mediensucht, sexuelle Belästigung, Abzocke oder Datenmissbrauch. Die Unterstützung erfolgt auf Augenhöhe und ermöglicht Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe. Ergänzend dazu bietet JUUUPORT ein umfangreiches Präventions- und Aufklärungsangebot. Dazu zählen aktuelle Ratgeber zu Online-Gefahren ebenso wie Workshops und Inhalte auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube, die Kinder und Jugendliche für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren.

2. Platz: Digitales Kinderrathaus macht Demokratie erlebbar

Mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld von 2.000 Euro wird digitales-kinderrathaus.de ausgezeichnet. Die Plattform vermittelt Kindern anschaulich und verständlich, wie kommunale Verwaltung funktioniert und wie demokratische Prozesse im Alltag ablaufen.

Durch eine Kombination aus Interviews, leicht verständlichen Texten, Bildern, Videos und einem interaktiven 360-Grad-Rundgang wird das Thema Rathaus lebendig aufbereitet. Besonderer Wert wird auf einfache Sprache und barrierearme Inhalte gelegt, sodass möglichst viele Kinder Zugang zu politischen Themen erhalten. Darüber hinaus bietet die Website Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung, etwa durch eigene Fragen oder Beiträge als Kinderreporterinnen und -reporter.

3. Platz: fragFINN bietet sicheren Surfraum für Kinder

Der dritte Platz geht an die Kindersuchmaschine fragFINN.de, die mit 1.000 Euro prämiert wird. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und stellt einen geschützten Zugang zum Internet bereit, in dem ausschließlich geprüfte und kindgerechte Inhalte angezeigt werden.

Seit ihrem Start im Jahr 2007 setzt sich die Plattform für mehr Sicherheit und Orientierung im Netz ein. Neben der Suchfunktion umfasst das Angebot auch zahlreiche medienpädagogische Inhalte, die Kinder dabei unterstützen, Informationen richtig einzuordnen und sich sicher im Internet zu bewegen. Dazu gehören unter anderem Lernmaterialien, Tipps zur Recherche sowie Videos und Beiträge der FINNreporter.

Lobende Erwähnung für Abenteuer Regenwald

Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für abenteuer-regenwald.de aus. Die Plattform wird für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung gewürdigt und vermittelt Kindern sowie Jugendlichen fundiertes Wissen über den tropischen Regenwald.

Mit interaktiven Elementen wie Quizzen, Spielen und vielfältigen Mitmachangeboten gelingt es, komplexe ökologische Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Durch die stetige inhaltliche und technische Weiterentwicklung bleibt das Angebot ein wichtiger Bestandteil moderner Umweltbildung im digitalen Raum.

Fazit: Medienkompetenz und Sicherheit im Fokus

Der Kinder-Online-Preis 2026 macht deutlich, wie wichtig hochwertige digitale Angebote für Kinder und Jugendliche sind. Die ausgezeichneten Projekte zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Medienkompetenz gefördert, demokratisches Verständnis gestärkt und sichere Räume im Internet geschaffen werden können. Der Kinderhörspielpreis wurde gemeinsam mit dem Kinder-Online-Preis im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 22. März 2026 überreicht.

Quelle: Pressemitteilung MDR




Neue Maßnahmen für besseren Schutz vor sexuellem Missbrauch

Wie Kampagne, Forschung und digitale Schutzkonzepte pädagogische Fachkräfte unterstützenKampagne „Schieb deine Verantwortung nicht weg!“ wird fortgeführt

Die bundesweite Aufklärungs- und Aktivierungskampagne #NichtWegschieben geht 2025/26 in eine neue Phase. Sie richtet sich an Erwachsene – insbesondere an pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Eltern – und vermittelt praxisnahe Handlungsmöglichkeiten zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Aufklärung Wirkung hat:

  • 53 % der Bevölkerung halten sexuelle Gewalt im eigenen Umfeld inzwischen für möglich (vorher 41 %).
  • 60 % sehen Familie, Freunde und Bekannte klar in der Verantwortung (vor der Kampagne 50 %).

WhatsApp-Kurs für Eltern und Fachkräfte: „7 Wochen. 7 Tipps“

2025 startet der neue WhatsApp-Messenger-Kurs „7 Wochen. 7 Tipps“, der pädagogischen Fachkräften und Eltern konkrete Werkzeuge an die Hand gibt. Vermittelt werden u. a.:

  • Wie Kinder in ihrer Selbstbestimmung gestärkt werden können
  • Wie Erwachsene Täterstrategien frühzeitig erkennen
  • Wie Gespräche über Körperwissen, Grenzen und Sexualität altersgerecht gelingen
  • Welche Schutzstandards Einrichtungen wie Kitas, Schulen oder Vereine einhalten sollten
  • Welche Signale von Kindern aufmerksam machen sollten
  • Wie Fachkräfte wertschätzend, aber klar intervenieren können

Der Kurs ergänzt bestehende Materialien und kann leicht in Teamsitzungen, Elternabende oder Schutzkonzept-Arbeit eingebunden werden.


Wie Selbstsicherheit wächst

  • Ganzheitlicher Ansatz für innere und äußere Selbstsicherheit,
  • Konkrete Impulse für Eltern, Erziehende und pädagogische Fachkräfte,
  •  Stärkt Selbstvertrauen, Verantwortungsgefühl und Resilienz,

Dieses Buch zeigt, wie Eltern und pädagogische Fachkräfte Kinder dabei unterstützen, ein gesundes Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl zu entwickeln. Dein SelbstSicheres Kind setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Selbstsicherheit emotional, sozial und körperlich denkt – praxisnah, einfühlsam und alltagstauglich.

Frieder Knauss, Dein Selbstsicheres Kind, Softcover, 120 Seiten, 978-3-96304-073-3, 20 €


Themenschwerpunkt 2026/27: Digitale sexuelle Gewalt

In der folgenden Kampagnenphase liegt der Fokus auf digitalen Risiken, darunter:

  • Cybergrooming und Grenzverletzungen in Social Media
  • Schutzfaktoren in Chat- und Gaming-Umgebungen
  • Anforderungen an digitale Schutzkonzepte in Schulen und Kitas
  • Medienkompetenz für Kinder, Eltern und pädagogische Teams

Ziel ist es, Erwachsene dabei zu unterstützen, Kinder und Jugendliche auch online aktiv zu begleiten und digitale Räume sicherer zu machen.

Neue Forschungsvorhaben für evidenzbasierten Kinderschutz

Neben der Kampagne wurden von Bundesfamilienministerin Karin Prien und der Unabhängigen Bundesbeauftragten Kerstin Claus mehrere Forschungsvorhaben gestartet, die für die Praxis im Bildungswesen bedeutsam sind.

Zentrum für Forschung zu sexueller Gewalt (ZEFSG)

Das neue Zentrum am Deutschen Jugendinstitut (DJI) wird langfristig Daten sammeln, Forschungslücken schließen und wissenschaftliche Grundlagen für Schutzkonzepte und Prävention bereitstellen. Für pädagogische Fachkräfte bedeutet das:

  • bessere Orientierung bei der Weiterentwicklung eigener Schutzkonzepte
  • wissenschaftlich fundierte Materialien für Fortbildungen
  • klarere Handlungsempfehlungen durch neue Erkenntnisse

„Safe!“-Jugendstudie ab 2026

Die bundesweite, repräsentative Studie befragt rund 10.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen zu:

  • Häufigkeit und Formen sexueller und anderer Gewalt
  • Folgen für schulische Entwicklung, Gesundheit und Teilhabe
  • Unterstützungsbedarfen

Die Ergebnisse sollen 2027 veröffentlicht werden und können Einrichtungen bei der Entwicklung aktueller Präventionsmaßnahmen unterstützen.

Digitale Sicherheit: Expertenkommission entwickelt neue Strategie

Die neu eingesetzte Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ erarbeitet derzeit eine umfassende Strategie für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in digitalen Medien. Für die pädagogische Praxis kündigt sie u. a. an:

  • Empfehlungen zum Umgang mit sozialen Netzwerken im Schul- und Kitakontext
  • Mindeststandards für digitale Schutzkonzepte
  • Hinweise zur Förderung altersgerechter Medienkompetenz
  • Forschung zu gesundheitlichen Folgen intensiver Mediennutzung

Diese Informationen sollen künftig verstärkt in Fortbildungen, Leitfäden und Schutzkonzept-Prozesse einfließen.

Materialien, Links & Ansprechpartnerinnen

Zahlen und Fakten zu sexuellem Missbrauch

https://beauftragte-missbrauch.de/mediathek/publikationen/zahlen-und-fakten




Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt: Expertenkommission startet

Bundesregierung setzt interdisziplinäres Gremium ein und stärkt digitalen Schutz von Kindern und Jugendlichen

Mit der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ will die Bundesregierung eine umfassende Strategie erarbeiten, die konkrete Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Zivilgesellschaft enthält. Vorgestellt wurde das Gremium von Bundesbildungsministerin Karin Prien gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden Nadine Schön und Prof. Dr. Olaf Köller. Noch im Herbst 2025 soll die Arbeit beginnen.

Themen: Sicherheit, Gesundheit, Medienkompetenz

Die Kommission soll sich mit zentralen Fragen des digitalen Aufwachsens beschäftigen: Welche Voraussetzungen braucht es für eine sichere Online-Umgebung? Welche gesundheitlichen Folgen bringt intensiver Medienkonsum mit sich? Und wie können Kinder, Jugendliche, Eltern sowie Fachkräfte besser in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden?

Ministerin Prien erklärte: „Es ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit, Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt wirksam zu schützen. Unser Ziel ist eine digitale Umgebung, in der junge Menschen sicher aufwachsen und zugleich ihre Chancen nutzen können.“

Breite Expertise aus Wissenschaft und Praxis

Die Mitgliederliste zeigt ein breites Spektrum an Fachrichtungen: Medienpädagogik, Medizin, Psychologie, Pädagogik, Rechtswissenschaft und Digitalethik sind vertreten. Neben dem Kieler Bildungsforscher Prof. Dr. Olaf Köller gehören renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bamberg, Frankfurt, Ulm, Hamburg und Augsburg ebenso dazu wie Fachleute aus der Kinder- und Jugendmedizin, dem Jugendmedienschutz oder der Cyberkriminologie.

Auch politische Erfahrung ist im Gremium vertreten: Nadine Schön, Diplom-Juristin und langjährige Bundestagsabgeordnete der CDU, bringt ihre Expertise aus der Jugend-, Bildungs- und Digitalpolitik ein. Gemeinsam mit Olaf Köller leitet sie die Arbeit der Kommission.

Beteiligung von Ländern und Jugend

Die Arbeit der Kommission wird breit abgestützt: Ein Länderbeirat, Beobachterinnen und Beobachter aus Bundesbehörden und Fachstellen, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie die Rundfunkkommission der Länder sollen eingebunden werden. Zudem ist eine aktive Jugendbeteiligung vorgesehen – ein wichtiger Baustein, um die Perspektive der jungen Generation von Beginn an einzubeziehen.

Zusammensetzung der Kommission

Das Gremium umfasst 16 Expertinnen und Experten sowie zwei Vorsitzende. Vertreten sind unter anderem:

  • Prof. Dr. Yvonne Anders (Frühkindliche Bildung und Erziehung, Uni Bamberg)
  • Prof. Dr. Sabine Andresen (Familienforschung und Sozialpädagogik, Uni Frankfurt am Main)
  • Dr. Annika Baumann (Weizenbaum-Institut, Berlin)
  • Prof. Dr. Reinhard Berner (Kinder- und Jugendmedizin, Uni Dresden)
  • Dr. Susanne Eggert (JFF – Institut für Medienpädagogik, München)
  • Dr. Marc Jan Eumann (Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz)
  • Prof. Dr. Jörg M. Fegert (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Uni Ulm)
  • Stefan Glaser (Leiter von jugendschutz.net)
  • Sebastian Gutknecht (Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz)
  • Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger (Institut für Cyberkriminologie, Hochschule der Polizei Brandenburg)
  • Prof. Dr. Judith Simon (Ethik in der Informationstechnologie, Uni Hamburg)
  • Prof. Dr. Rolf Schwartmann (Medienrecht, TH Köln)
  • Prof. Dr. Klaus Zierer (Schulpädagogik, Uni Augsburg)

👉 Weitere Informationen: www.bmbfsfj.bund.de