Tag der Zahngesundheit 2026: Kauen macht Kinder fit

kinder essen gesundes obst

Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!

Kauen gehört zum Alltag und wird trotzdem häufig unterschätzt. Der Tag der Zahngesundheit 2026 stellt deshalb einen Vorgang in den Mittelpunkt, der weit mehr mit unserer Gesundheit zu tun hat als nur mit dem Zerkleinern von Nahrung. Gerade für Kinder sind Kauen, gesunde Ernährung und regelmäßige Mundhygiene wichtige Themen.

„Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ lautet das Motto des diesjährigen Tags der Zahngesundheit am 25. September 2026. Der Aktionstag nimmt damit die Kaufähigkeit und ihre Bedeutung für die Mund- und Allgemeingesundheit in den Blick.

Für Kinder ist das Thema besonders interessant. Denn was Kinder essen und trinken, wie sie mit ihren Zähnen umgehen und welche Gewohnheiten sie entwickeln, wird schon früh geprägt. Die Kita kann dabei ein wichtiger Ort für Gesundheitsbildung sein.

Warum Kauen für Kinder wichtig ist

Kauen bereitet die Nahrung auf die Verdauung vor. Im Mund wird sie zerkleinert und mit Speichel vermischt, bevor sie weiter in den Verdauungstrakt gelangt. Gleichzeitig werden beim Kauen die Kiefermuskeln beansprucht.

Auch für die Entwicklung von Kindern ist eine gute Kaufunktion von Bedeutung. Nach Angaben des Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit kann sie bei Kleinkindern die Sprachbildung unterstützen. Darüber hinaus gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Kauen mit der Durchblutung des Gehirns zusammenhängt. Eine Studie von Momose und Kollegen aus dem Jahr 1997 untersuchte diesen Zusammenhang.

Weitere Untersuchungen weisen auf mögliche Zusammenhänge zwischen eingeschränkter Kaufunktion und kognitiven Fähigkeiten im Alter hin. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Kauen allein vor Erkrankungen schützt. Der diesjährige Aktionstag möchte vielmehr darauf aufmerksam machen, dass eine gute Kaufähigkeit über die verschiedenen Lebensphasen hinweg eine Rolle spielt.

Kauen beginnt mit dem, was auf dem Teller liegt

Entscheidend ist nicht allein, dass Kinder kauen, sondern auch, welche Lebensmittel sie angeboten bekommen. Die Organisatoren des Tags der Zahngesundheit beobachten seit Jahren einen Trend zu stark verarbeiteten und häufig weichen Lebensmitteln.

Für die Zahngesundheit problematisch sind insbesondere Lebensmittel und Getränke mit viel Zucker. Auch säurehaltige Getränke können den Zahnschmelz angreifen. Süße Snacks, Softdrinks und stark verarbeitete Produkte sollten deshalb im Alltag von Kindern nicht zur Selbstverständlichkeit werden.

Stattdessen können kauaktive Lebensmittel einen festen Platz in der Ernährung haben. Obst und Gemüse, Vollkornprodukte oder andere Lebensmittel, die gründlicher gekaut werden müssen, bieten Kindern Gelegenheit, ihre Kaufunktion im Alltag einzusetzen.

Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene (VfZ), betont die Bedeutung früher Gesundheitsbildung:

„Idealerweise gehen dafür bereits in der Kindheit gesunde Ernährung, regelmäßige Mundhygiene und Gesundheitsbildung Hand in Hand. Im Alltag von Krippen, Kindergärten und Schulen bedeutet das vor allem, dass Wasser und ungesüßte Getränke, kauaktive Lebensmittel in der Brotdose sowie das regelmäßige Zähneputzen selbstverständliche Bestandteile des Tages sein sollten.“

Zahngesundheit gehört in den Kita-Alltag

Gesundheitsbildung beginnt nicht erst in der Schule. Auch in der Kita können Kinder ganz selbstverständlich lernen, warum Zähneputzen wichtig ist, welche Getränke ihre Zähne schützen und weshalb regelmäßige Mahlzeiten mit geeigneten Lebensmitteln zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. Dabei kommt es nicht darauf an, Kindern ständig Vorschriften über gesundes Essen zu machen. Viel wirkungsvoller ist es, gesunde Gewohnheiten im Alltag selbstverständlich werden zu lassen. Wasser kann das normale Getränk sein. Obst und Gemüse können gemeinsam vorbereitet und gegessen werden. Und das Zähneputzen kann zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufs werden.

Auch Gespräche über Zähne und Ernährung lassen sich spielerisch aufgreifen. Bücher, Rollenspiele oder kleine Experimente können Kindern vermitteln, was in ihrem Mund passiert und warum Zähne Pflege brauchen.

Regelmäßiges Zähneputzen schützt vor Karies

Kauen allein hält Zähne natürlich nicht gesund. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus ausgewogener Ernährung, Mundhygiene und regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle. Besonders Zucker spielt bei der Entstehung von Karies eine wichtige Rolle. Bakterien im Zahnbelag können Zucker in Säuren umwandeln, die den Zahnschmelz angreifen. Auch häufiges Naschen über den Tag hinweg kann die Zähne belasten. Für Kinder ist deshalb nicht nur die Auswahl der Lebensmittel wichtig. Auch regelmäßiges Zähneputzen muss früh zur Gewohnheit werden. Wenn die Mundpflege gemeinsam mit anderen Kindern stattfindet und von Erwachsenen begleitet wird, kann daraus ein fester Bestandteil des Kita-Alltags werden.

Gruppenprophylaxe erreicht viele Kinder

Eine wichtige Rolle spielt die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen. Sie verbindet Gesundheitsbildung mit praktischer Anleitung und erreicht auch Kinder, deren Familien möglicherweise weniger Zugang zu entsprechenden Angeboten haben.

Dr. Justine Röhmel vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV) hebt diesen Aspekt hervor:

„In der Gruppe und mit der richtigen Anleitung kaut und putzt es sich einfach besser. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen, damit bei uns alle Kinder die Chance haben, die Grundlage für eine lebenslange gute Mundgesundheit früh zu erlernen.“

Damit kann die Kita einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Mundgesundheit nicht von den individuellen Voraussetzungen eines Kindes abhängt.

Früh üben, was Zähne gesund hält

Für Kinder sind die ersten Erfahrungen mit Ernährung und Zahnpflege besonders prägend. Was heute selbstverständlich wird, kann auch später leichter beibehalten werden. Der Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) unterstreicht deshalb die Bedeutung der Mundgesundheitskompetenz bereits im frühen Lebensalter. Gleichzeitig weist der Verband auf den Unterstützungsbedarf weiterer Bevölkerungsgruppen hin und fordert eine Stärkung der zahnärztlichen Dienste im Öffentlichen Gesundheitswesen.

Auch Dr. Romy Ermler MBA, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), betont anlässlich des Aktionstags den Zusammenhang von Ernährung, Kaufähigkeit und Prävention:

„Richtig zubeißen können bringt so viel für die Gesundheit. Ernährung und Kauen verdienen deshalb mehr Aufmerksamkeit. Der Tag der Zahngesundheit erinnert uns daran, dass gesunde Zähne kein Zufallsprodukt sind. Sie sind das Ergebnis bewusster Ernährung, funktionierender Kaufähigkeit, frühzeitiger Prävention und klarer politischer Rahmenbedingungen – für gesunde Münder, gesunde Menschen und insgesamt eine gesündere Gesellschaft.“

Was Kitas für gesunde Zähne tun können

Für pädagogische Fachkräfte lässt sich aus dem diesjährigen Motto vor allem eine einfache Botschaft ableiten: Zahngesundheit beginnt im Alltag. Kinder brauchen nicht nur Informationen über ihre Zähne, sondern Gelegenheiten, gesundes Verhalten regelmäßig zu erleben.

Wasser und ungesüßte Getränke, geeignete Lebensmittel für die Brotdose, gemeinsames Zähneputzen und Angebote der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe können dabei wichtige Bausteine sein. Ebenso wichtig ist eine Atmosphäre, in der Kinder Fragen stellen und eigene Erfahrungen machen können.

Der Tag der Zahngesundheit 2026 richtet den Blick deshalb nicht nur auf schöne und gesunde Zähne. Es geht um eine Gesundheitskompetenz, die Kinder möglichst früh entwickeln und im Laufe ihres Lebens weiterführen können.

Gesund beginnt im Mund

Der Tag der Zahngesundheit findet seit 1991 jedes Jahr am 25. September statt. Getragen wird der Aktionstag vom Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit, dem neben dem Verein für Zahnhygiene, der Bundeszahnärztekammer, dem GKV-Spitzenverband und dem BZÖG rund 30 Organisationen aus Gesundheitswesen und Politik angehören. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für Mundgesundheit zu sensibilisieren und Wissen über die Pflege von Zähnen und Mund zu vermitteln.

Quelle: Pressemitteilung Verein für Zahnhygiene e.V. tagderzahngesundheit.de




Wie die Sensibilisierung für Zahngesundheit gelingt

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Die flächendeckende Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen – damit befasst sich die Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg

Die flächendeckende Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen – damit befasst sich die Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg (LAGZ). Die gemeinnützige Einrichtung feiert dieses Jahr ihr 70-jähriges. Doch wie genau wird diese Aufgabenstellung umgesetzt? Ein wesentlicher Bestandteil ist die Gruppenprophylaxe in Kindertagesstätten, Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie an weiterführenden Schulen. Wie läuft das ab? Was passiert da eigentlich? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die tägliche Arbeit der Prophylaxe-Fachkräfte und den Umgang mit der jungen Generation.

Felix – der Hase – spickt durch die Türe. Das Kuscheltier will wissen, ob die Kinder schon bereit sind für seinen Auftritt. „Jaaaa!“, schallt es gemeinschaftlich aus dem Gruppenraum der Frösche. Später wird er auch noch das Team Tiger besuchen, um ihnen allerhand zur Mundhygiene zu erzählen. Mit im Schlepptau hat der kleine Geselle aus Fell einen riesigen Koffer. Was da wohl drin ist? Vesperbrötchen oder Gummistiefel? „Zahnsachen!“, behauptet der kleine Jonas ganz selbstbewusst.

Sowohl das Kuscheltier als auch der Koffer gehören zum Equipment von Petra Wulff. Die Prophylaxe-Fachkraft der LAGZ absolviert heute in einem Esslinger Kinderhaus ihre Termine. Bereits seit 1995 ist sie täglich im Dienst der Zahngesundheit unterwegs. Als Fachfrau für Zahngesundheit und Zahnmedizinische Fachangestellte arbeitete sie viele Jahre in einer Zahnarztpraxis, befasst sich mit der Individualprophylaxe der Patienten. Nach der Elternzeit entschied sie sich für die Tätigkeit bei der LAGZ.

Im Kindergarten hängen bunte Luftballons aus Papier an der Wand. Am Fenster kleben kreative Zeichnungen von Bäumen. Und an der Seite gluckert ein Aquarium. Die 15 Kinder sitzen im Stuhlkreis, freuen sich schon auf den angekündigten Besuch. Lukas im rot-weißen Ringelshirt ist total konzentriert, bohrt sich nervös in der Nase. Die Spannung ist groß, alle halten sich die Augen zu – dann zaubert Petra Wulff plötzlich eine große rote Zahnbürste aus dem Koffer.

Gruppenprophylaxe: breitenwirksam und flächendeckend

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Wer weiß etwas über Milchzähne? Die Kleinen sprudeln vor Begeisterung: „Bei Ben hat der Zahn schon mit vier gewackelt und mit fünf ist er dann rausgefallen“, weiß sein Nebensitzer zu berichten. „Ich habe hier einen Wackelzahn“, freut sich Mohammed und reißt den Mund weit auf, um mit dem Zeigefinger ganz tief hinein zu zeigen. „Hier hinten habe ich schon neue Zähne!“, sagt die sechsjährige Sana stolz. Und Jounes hat mitbekommen, dass die Leute im Altersheim nur noch zwei Zähne vorne unten haben.

Ob Karies- oder Parodontalprophylaxe, ob Ernährungsaufklärung oder -beratung, ob Früherkennung oder Zahnschmelzhärtung: Die qualifizierten Prophylaxe-Fachkräfte sind täglich im gesamten Bundesland unterwegs. Die Aufgabe besteht darin, Gruppenprophylaxe breitenwirksam und flächendeckend durchzuführen. Mehr als 200 Prophylaxe-Fachkräfte sowie Zahnärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes sind in Baden-Württemberg im Einsatz. Unterstützt werden sie von mehr als 700 niedergelassenen Zahnärzten, die als Patenzahnärzte agieren.

Valentino weiß, dass beim Hai die Zähne immer wieder nachwachsen. „Bei uns Menschen ist das nicht so, daher müssen wir auf unsere Zähne gut aufpassen und sie pflegen“, mahnt Petra Wulff. Jeder darf jetzt die XL-Zahnbürste in die Hand nehmen und hoch in die Luft strecken – aber nur, wer heute früh die Zähne auch geputzt hat. Das klappt bei allen gut – bis auf Jonas: „Meine Mama macht das auch nie, also ich auch nicht.“ Mohammed verrät, dass er morgens nur putzt, wenn er bei der Oma zu Besuch ist. Kira hingegen ist morgens und abends mit der Zahnbürste beschäftigt. Leticia hat manchmal keine Lust, vor allem wenn sie müde ist. „Ich putze nur morgens“, erwidert die kleine Mullai.

Fehlende Aufmerksamkeit im Elternhaus

Mit viel Einfühlungsvermögen, pädagogischem Fingerspitzengefühl und kindgerechter Ausdrucksweise erklärt Petra Wulff, dass Zähneputzen mindestens zwei Mal am Tag wichtig ist, völlig unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Neben den gruppenprophylaktischen Maßnahmen geht es der LAGZ auch darum, Erziehungsberechtigte rund um Mundhygiene, Fluoridierungsmaßnahmen und gesunde Ernährung zu informieren. Wulff merkt an: „Die Kariesrisikogruppen werden immer größer, nicht in jedem Elternhaus ist Aufmerksamkeit für das Thema vorhanden. Was vor 20 Jahren noch wichtig war, verliert an Bedeutung, wird vielen Kindern nicht mehr vorgelebt.“ Dabei ist der Beitrag der Eltern ganz entscheidend für den langfristigen Erfolg, wie Wulff betont: „In der Kita wird geübt – Eltern putzen Kinderzähne sauber.“

Inzwischen hat sich Max, der blitzblank saubere und lächelnde Styroporzahn, zu den Kindern gesellt. Sein Bruder Moritz hingegen hat Zahnweh – kein Wunder, mit so einem großen schwarzen Loch. Sana zieht ihr Blümchenkleid zurecht und weiß sofort: das heißt Karies. Nikolas, der seinen Stoff-Dinosaurier nicht aus den Fingern lässt, ergänzt: „Der muss zum Zahnarzt!“ Wer isst Süßigkeiten zum Frühstück? Und wer hat gesunde Sachen dabei? Meryen mag den Apfel, wenn er hart ist und Ron die italienische Wurst. Benedikt zuckt erst die Schultern, dann fallen ihm die Reiswaffeln ein. Dass sich Zähne überhaupt nicht über Gummibärchen und andere Süßies freuen, da ist sich Ben sicher. Die anderen füllen die Liste auf mit Lollis, Zuckerwatte und Kakao.

Apropos Bakterien: „Die sind kleiner als Ameisen, kann man gar nicht sehen!“, stellt Jonas fest. Alle klatschen im Takt und sagen dabei im Chor die wichtigen Begriffe auf: Karies, Säure, Bakterien. Mit viel Interaktion, abwechslungsreicher Didaktik und Wiederholungen hält Wulff die Kinder bei der Stange. Immer wieder baut sie Bewegung ein, um die Aufmerksamkeit zurückzuerobern. Inzwischen ist auch Matteo im Sitzkreis auf dem Boden angekommen, anfangs wollte er weder seinen Namen nennen noch mitmachen. Dass viel Ideenreichtum bei der Mundhygiene gefragt ist, beweist die LAGZ mit ihren vielen Aktionen und Aktivitäten. So gibt es Hörspiele für Kindergarten und Grundschule, moderne Lehrfilme stehen seit 2023 als Material sowohl Eltern, pädagogischen Fachkräften als auch Kindern zur Verfügung. Während anfangs die unermüdlichen Fachkräfte noch mit Gebiss und Zahnbürste unterwegs waren, nutzen sie längst Maskottchen in Form von Handpuppen und zeitgemäße Videos.

Motorische Entwicklung bei Kindern

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„Habt ihr Lust auf Zähneputzen? Nehmen wir jetzt alle die große Zahnbürste nacheinander in den Mund?“, will Petra Wulff provokant wissen. Sie erntet ein lautstarkes „Neeeeee!“ in der Runde. Stattdessen trifft sich die Gruppe im Waschraum, jedes Kind darf sich aus der großen Tüte eine eigene neue Zahnbürste aussuchen.

Wo muss der Daumen hin? Wie viel Zahnpasta braucht es? Wie riecht die? Beim gemeinsamen Putzen geht es erst hin und her an den Backenzähnen, dann wird der Mund geschlossen, damit sich die Bürste rundherum im Kreis bewegt und anschließend in die Backenseite rutscht. Dass der dreijährige Benedikt das besonders gut kann, fällt Petra Wulff gleich auf. Und auch, welche Kinder in ihrer motorischen Entwicklung wie weit sind – erst recht, wenn daheim nur elektrisch geputzt wird.

1,5 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahren in etwa 7.000 Kindertagesstätten und rund 4.100 Schulen werden in Baden-Württemberg von der LAGZ begleitet. Hinzu kommt die frühkindliche Betreuung der unter Dreijährigen in Kindertagesstätten sowie die Betreuung von Menschen mit Behinderung. Die Gesundheitserziehung durch Stärkung von Kompetenz und Selbstverantwortung ist ein wesentlicher Aspekt. „Die Arbeit gibt mir viel, ich betreue Kinder zwischen einem Jahr und 15 Jahren. Jeder Tag ist anders und ich weiß nie, was mich in einer Einrichtung so erwartet“, reflektiert Wulff. Was ihr auffällt: dass viele Kinder nicht regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Für die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen zu sensibilisieren, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der LAGZ. Hinzu kommt die Reizüberflutung an Lebensmitteln: „Gerade Emigranteneltern sehen, was es hier alles zu kaufen gibt. Auch wenn es Eltern gut meinen: Zucker gehört zumindest nicht morgens auf den Speiseplan.“

Die Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg (LAGZ)

Seit 1954 befasst sich die Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg (LAGZ) als gemeinnützige Einrichtung mit der flächendeckende Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Dachorganisation trägt dazu bei, die Idee einer nachhaltigen Zahngesundheitsförderung fest in Politik und Gesellschaft zu verankern.

Quelle: Pressemitteilung der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg e.V. (LAGZ)