Ein faszinierender Einblick in Feld und Flur

Thomas Müller: Hamster, Storch und Schwalbenschwanz

Eigentlich gibt es hierzulande kein Stück Natur mehr, das nicht von Menschen ausgestaltet wurde. Dennoch unterscheiden wir zwischen Kulturlandschaften und Naturlandschaften. Um erstere, speziell um Feld, Hecke, Sandgrube, Wiese und Weide geht es im neuen Buch von Thomas Müller. Der für seinen klaren, realistischen Stil bekannte Künstler und Illustrator stellt dabei die Tiere in Feld und Flur vor. Für viele von ihnen sind diese durch Menschen geschaffene Räume zum natürlichen Lebensraum geworden, ohne den sie kaum mehr existieren könnten.

Beim Blättern wird wohl den meisten Betrachtern auffallen, wie wenig sie eigentlich darüber wissen, was sich hier so alles tummelt. Müller weist hier auf eine beeindruckende Vielfalt hin, wobei auch die kleinen Tiere, die wir nur allzu selten zu Gesicht bekommen, ihren Platz haben.

Die klaren Darstellungen verbunden mit den informativen Sachtexten bieten einen schönen Einblick in unsere Kulturlandschaft. Dabei gehen die Inhalte weit über das Deskriptive hinaus. Zusammenhänge und Besonderheiten bieten die Möglichkeit zu tieferem Verständnis. Da die Texte doch relativ anspruchsvoll sind, eignen sie sich eher für Kinder im Grundschulalter. Wobei der Anspruch in dieser Form durchaus sinnvoll ist, fördert er doch die Sprachbildung.

Thomas Müllers Buch ist dazu geeignet, den Blick für die Vielfalt und Schönheit der Fauna zu schärfen und die Entdeckerfreude zu fördern. Es ist ideal zur Vorbereitung auf einen Spaziergang, aber auch um im Anschluss danach noch einmal das Gesehene zu rekapitulieren. Das Großformat lässt seine Betrachter tief in die Doppelseiten eintauchen. So unterstützt Müllers „Hamster, Storch und Schwalbenschwanz“ die Achtsamkeit, schärft die Wahrnehmung und trägt somit auch zur Wertschätzung für Landschaft und Tiere bei. Ein gelungenes und bereicherndes Sachbuch für junge Naturfreunde.

Gernot Körner

Bibliographie

Thomas Müller
Hamster, Storch und Schwalbenschwanz
Tiere in Feld und Flur
Hardcover, 76 Seiten
330 x 245 mm, durchgehend farbig
ISBN 978-3-8369-6150-9
24 €

Mehr zum Buch




Kostenloses Seminar: Naturpädagogik Sommer am Wartberg

Natur entdecken und erleben im Wartbergpark bei Stuttgart

Auf Grundlage des „Naturführers Wartberg“ werden verschiedene Natur- und Lebensräume im Wartbergpark erkundet. Die praktische Anwendung der Artensteckbriefe des Naturführers auf dem Gelände des Wartbergs und die Umsetzung in kleine Aktionsmodule, die für Kitakinder und Schüler geeignet sind, bilden die Schwerpunkte dieses Multiplikatorenseminars

Fortbildungsseminar für Erzieherinnen und Erzieher, Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Umwelt-und Nachhaltigkeitsbildung

Kerninhalte:

  • Pflanzen im Wasser und am Ufer
  • Insekten und Kleintiere im Wasser und am Ufer
  • Wiesenblumen und -gräser
  • Umsetzungsmöglichkeiten in Grundschule und KiTa

Infos zum Seminar:

  • Samstag, 17.06.2023, 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Ort: Akademie-Natur-Info-Center Naturlabor Stuttgart, Wilhelm-Blos-Straße 129, 70191 Stuttgart
  • Teilnahmegebühr: Kostenlos
  • Teilnehmerkreis: Erzieherinnen und Erzieher, Grundschullehrerinnen und -lehrer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung

Weitere Informationen und Anmeldung

Fortbildung am 16. September 2023: Naturpädagogik Herbst am Wartberg – Natur entdecken und erleben.

Weitere Informationen und Anmeldung




Die Natur als Entwicklungsraum für Kinder

kinder baum

Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht

Wer mit Kindern in der Natur unterwegs ist und dabei mit allen Sinnen wahrnimmt, welche selbstbestimmten Tätigkeiten Kinder genussvoll ausführen, wird kaum in der Lage sein, alle Beobachtungsmöglichkeiten zu registrieren und in einem Protokoll festhalten zu können.

Auf der einen Seite sind Kinder pausenlos in Bewegung:

Sie klettern über umgefallene Baumstämme oder versuchen, sich an tiefer hängenden Ästen anzuhängen; sie umarmen Bäume und sind gespannt, ob sich ihre Hände berühren oder ob der Stamm einen größeren Umfang hat, so dass sie ein anderen Kind bitten, hinzuzukommen und vielleicht vier Armlängen das gesetzte Ziel erreichen; sie springen über niedrige Waldpflanzen oder in Restpfützen, die noch vom vergangenen Regen als kleine Wasserstellen übriggeblieben sind oder sammeln Äste, um sich daraus eine kleine Höhle zu bauen; sie tragen losgelöste Baumrindenstücke zusammen, um ihre Höhle mit einem Dach regensicher zu machen, sammeln Moos, um die Astwände damit abzudichten oder ziehen mit einem Stock Linien auf dem Boden, um anschließend auf ihrer ›Straße‹ entlangzulaufen.

Dann gibt es wiederum Kinder, die sich auf eine Baumwurzel gesetzt haben und in tiefer Entspannung immer wieder ihre Blicke schweifen lassen; Kinder, die von Baum zu Baum gehen und dabei mit ihren Händen oder ihren Fingerspitzen die Baumrinden erfühlen – vielleicht, um den Baum zu streicheln oder die Oberflächen zu ertasten: nur sie werden wissen, was hinter ihren taktilen Aktivitäten steckt.

Andere Kinder hocken auf dem Waldboden und beobachten einen Käfer, der sich mühsam durch das niedergefallene Blattwerk kämpft und wiederum andere Kinder suchen einen Vogel, der in irgendeinem Baumwipfel hockt und mit seinem lauten Gesang auf sich aufmerksam macht. Und einige Kinder gehen von einem Sonnenstrahl zum anderen, der sich durch die Baumwipfel bis hinunter auf den Waldboden hindurchgeschoben hat.

Um es mit einem Satz zu sagen: Der Wald scheint ein ›Forschungslabor‹ erster Güte zu sein, voller Geheimnisse, angereichert mit unzähligen Möglichkeiten, einem eigenen Interesse nachzugehen und sich mit selbstgestellten Herausforderungen zu beschäftigen, bei dem Zeit und Raum unbegrenzt zu sein scheinen. Hier kommen Bewegungsmöglichkeiten und Ruhezeiten zum Ausdruck, Staunen und Bewundern, Neugierde und der Versuch, Antworten auf Fragen zu finden, die für Kinder einen hohen, aktuellen Bedeutungswert haben.

Alle Kinder scheinen ganz intensiv mit ihren Tätigkeiten beschäftigt

– ja, regelrecht gefangen – zu sein.

Fast könnte man annehmen, dass der Wald eine hypnotisierende Wirkung auf Kinder ausübt: und das alles ohne Anleitung, ohne ›Lernvorgaben‹, ohne Impulshinweise und ohne vorgegebene Materialien. Die Natur kommt offenbar für Kinder einem ›Entwicklungszauber‹ gleich, der sich von den üblichen Beschäftigungstätigkeiten in einer Kindertagesstätte deutlich unterscheidet. Hier werden Kindern keine didaktisierten, schulvorgezogene und fremdbestimmte Angebote vorgegeben, hier gibt es reichlich Platz, um in vielfältiger Weise eigenen Bewegungsbedürfnissen nachgehen zu können und hier gibt es keine künstlich hergestellten Materialien, die in den allermeisten Fällen jegliche sinnliche Erfahrungen aussperren.

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Armin Krenz
Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht

20 PowerPoint Präsentationen als Grundlage für Teambesprechungen, Fortbildungsveranstaltungen, Fachberatungen
336 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-96304-613-1
Burckhardthaus
29,95 [D], 30,80 [A]

Kinder begreifen sich als Teil der Natur.

Sie stellen Querverbindungen zwischen sich und ihren Naturerfahrungen her und kommen von sich aus auf immer neue Fragen:

  • »Warum hat der eine Baum so viele Blätter und der andere Baum fast keine Blätter mehr?«
  • »Wie findet denn der Käfer in diesem großen Wald nach Hause – hier gibt es doch keine Straßen und keine Hinweisschilder …?«
  • »Warum liegt das Vogelnest auf dem Boden – wer hat es wohl aus der Baumkrone geworfen?«
  • »Woher wissen denn die Schnecken, welche Pilze essbar und welche giftig sind?«
  • »Hier kamen die früheren Dinosaurier aber nicht durch den Wald – da- für stehen die Bäume viel zu eng nebeneinander: oder?« …

Fragen über Fragen, die die Kinder in den Raum werfen und voller Spannung darauf warten, dass Kindheitspädagog:innen gemeinsam mit ihnen auf die spannende Suche nach einer Antwort gehen. Doch auch dabei bleibt es nicht. Urplötzlich entstehen Spielhandlungen, indem Kinder zueinanderfinden und gemeinsame Vorhaben absprechen. Schaut man diesen Kindern dabei zu und versucht festzustellen, welche Entwicklungsbereiche involviert sind, fällt es nicht schwer, alle neun Entwicklungsbereiche nahezu gleichzeitig zu identifizieren – im Unterschied zu den so genannten Teilleistungsförderbereichen, die in üblicher Weise zum Angebotskanon in Kindertagesstätten gehören und, sofern sie alltagsfremd angeboten werden, kaum bis keine Nachhaltigkeit besitzen:

Es gibt keinen anderen, besser geeigneten Ort für den Auf- und Ausbau von Wahrnehmungskompetenzen und selbstbestimmte, intrinsisch motivierte Handlungs- und Erfahrungsaktivitäten als die Natur, zumal die Hirnforschung gezeigt hat, dass, je reichhaltiger und vielfältiger sowie interessanter die Sinneserfahrungen sind, desto umfangreicher entwickeln sich im Gehirn die abgespeicherten Muster, durch die die Kinder wiederum ihre Handlungskompetenzen und ihre Erfahrungswerte speichern und für zukünftige Tätigkeiten zur Verfügung haben. Diese Form des Lernens wird in der Lernpsychologie ›concomitant learning‹ genannt: ein ›Lernen nebenbei‹ (= Bemerken – Fixieren – Verweilen – Erleben – Speichern). Natürlich darf zum Schluss dieser Einführung nicht der schon fast überflüssige Hinweis fehlen, dass eine reichhaltige Naturerfahrung auch der Gesundheit dient!

Hier die PowerPoint Präsentation zum Artikel, zum kostenlosen Download

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Honorarprofessor i.R.,
Wissenschaftsdozent für Elementarpädagogik und Entwicklungspsychologie




Die Natur entdecken mit Philipp

Mit Philipp spielen und lernen – zwei Gratis-Downloads zum Spielen:

Die Natur steckt voller Rätsel und Geheimnisse. Für Kinder ist hier vieles völlig neu. Sie betrachten ihre Umgebung mit staunender Aufmerksamkeit. Auf viele Fragen gibt es in dem Mitmach-Buch „Die Natur entdecken“ Antworten. Was fressen Tiere? Welche Gemüsesorten gibt es? Wie kommen Töne ins Ohr? Wie wächst Kresse und was hält den Vogel in der Luft? Damit Sie gleich loslegen können, gibt es hier zwei Gratis Downloads.

Spannende Experimente und Spiele

In spannenden Experimenten können Kinder die Welt der Natur erfahren und erfassen. Eine Sonnenuhr basteln und Spiegelbilder ausmalen, weckt Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Im Brettspiel „Tropfenreise“ etwa machen die Spieler den Wasserkreislauf mit und erfahren, was ein Tropfen so alles lernen kann.

Mit Philipp der Maus

Philipp die Maus als liebenswerter und motivierender Wegbegleiter führt die Kinder durch eine Vielzahl von kurzweiligen und lehrreichen Förderaufgaben und Experimenten. In der Verbindung von Spielfreude und klaren „Versuchsanleitungen“ sind die Experimente und Spiele gut geeignet, um Vorschulkinder spielerisch zu fördern.

Philipp Natur

Die Natur entdecken
Mit Philipp spielen und lernen
Landa, Norbert, Türk, Hanne
Oberstebrink
ISBN: 9783963040085
4,95 Euro
Mehr unter: www.oberstebrink.de

Hier kostenlos zum Herunterladen zwei Seiten aus: „Die Natur entdecken“