Online-Infoabende zur Elementarpädagogik an der PH Niederösterreich

Wer mit jungen Kindern arbeiten möchte, erhält im Februar 2026 online Einblicke in Studium und Weiterbildung

Wer sich für Bildung von Anfang an interessiert und beruflich im Bereich der frühen Kindheit tätig werden möchte, kann sich im Februar 2026 im Rahmen mehrerer Online-Informationsabende über Studien- und Weiterbildungsangebote der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich informieren. Die Veranstaltungen richten sich an alle, die sich für Elementarpädagogik und inklusive frühkindliche Bildung interessieren — unabhängig davon, ob sie am Beginn ihrer beruflichen Orientierung stehen oder bereits pädagogisch tätig sind.

Die Teilnahme ist online, kostenlos und unverbindlich möglich.

Für wen sind die Informationsabende gedacht?

Die Online-Abende richten sich an:

  • Personen, die überlegen, Elementarpädagog*in zu werden,
  • Interessierte an inklusiven Zugängen in der frühen Bildung,
  • Berufstätige, die sich akademisch weiterqualifizieren möchten.

Angesprochen sind damit sowohl Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger als auch pädagogische Fachkräfte, die ihre Kompetenzen vertiefen oder formalisieren möchten.

Welche Studien- und Weiterbildungsangebote werden vorgestellt?

Vorgestellt werden unterschiedliche Studienformate im Bereich Elementarpädagogik und Inklusive Elementarpädagogik — darunter:

  • das neue Bachelorstudium,
  • Hochschullehrgänge zur Weiterbildung,
  • weiterführende Bachelor- und Masterangebote.

Die Teilnehmenden erhalten Einblick in Inhalte, Aufbau und Anforderungen der einzelnen Programme und erfahren, welche Qualifikationen für welche beruflichen Perspektiven sinnvoll sind.

Direkter Austausch mit den Studienverantwortlichen

Ein zentraler Bestandteil der Informationsabende ist der direkte Kontakt mit den Ansprechpersonen der Studiengänge. Interessierte können Fragen stellen, individuelle Voraussetzungen klären und sich persönlich beraten lassen. Damit bieten die Veranstaltungen nicht nur einen Überblick, sondern auch eine fundierte Orientierungshilfe für die eigene Bildungs- und Berufsentscheidung.

Frühkindliche Bildung als wachsendes Berufsfeld

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Elementarpädagogik wächst — ebenso wie die Bedeutung inklusiver, diversitätssensibler Bildungsansätze. Die Informationsabende der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich greifen diese Entwicklungen auf und zeigen, welche akademischen Wege in dieses Berufsfeld führen und wie sich bestehende Kompetenzen gezielt weiterentwickeln lassen.

Hier finden Sie alle Termine mit Zoom-Links, Uhrzeiten und Zugangsdaten




Wie Inklusion in Hamburgs Kitas gelingen kann – neue Forschung zeigt Wege

Was Leitungskräfte, Teams und Träger konkret tun können, um autistische Kinder wirksam einzubeziehen

Inklusion ist längst ein erklärtes Ziel der frühkindlichen Bildung in Deutschland – doch in der Praxis bleibt sie häufig fragmentarisch. Zwar betreuen laut Statista inzwischen rund 41 Prozent aller Kindertageseinrichtungen Kinder mit Anspruch auf Eingliederungshilfe, gleichzeitig fühlen sich viele pädagogische Fachkräfte nicht ausreichend auf die Bedürfnisse neurodivergenter Kinder vorbereitet. Insbesondere autistische Kinder stoßen im Kita-Alltag weiterhin auf strukturelle, organisatorische und kulturelle Barrieren. Eine aktuelle empirische Untersuchung aus Hamburg zeigt nun, wo genau diese Barrieren liegen – und welche Stellschrauben tatsächlich geeignet sind, um Inklusion im Alltag wirksam umzusetzen.

Der Blick auf die Organisation statt nur auf das Kind

Im Zentrum der Studie steht nicht das einzelne Kind, sondern die Organisation Kita als Ganzes. Der entscheidende Befund: Inklusion gelingt nicht primär durch einzelne Fortbildungen oder zusätzliche Fachkräfte, sondern durch eine gezielte Veränderung der Organisationskultur – und diese wird maßgeblich von der Leitungsebene geprägt. Kita-Leitungen nehmen eine Schlüsselrolle ein, weil sie gleichzeitig pädagogische, organisatorische und kommunikative Verantwortung tragen und damit als Bindeglied zwischen Team, Träger, Familien und externen Unterstützungsstrukturen fungieren.

Diversitätskompetenz als strategische Aufgabe

Die Untersuchung zeigt, dass Leitungskräfte dann wirksam zur Inklusion beitragen können, wenn sie Diversitätskompetenz nicht als individuelles Merkmal einzelner Fachkräfte begreifen, sondern als strategische Entwicklungsaufgabe der gesamten Einrichtung. Diversitätskompetenz umfasst dabei mehrere Ebenen: Wissen über Neurodiversität und Autismus, die Fähigkeit zur kritischen Reflexion normativer Vorstellungen von „Normalität“, eine diskriminierungssensible Haltung sowie konkrete Kompetenzen zur Anpassung von Strukturen, Routinen und Kommunikationsformen im Kita-Alltag.

Strukturelle Barrieren entstehen oft unbeabsichtigt

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass viele strukturelle Barrieren nicht aus fehlendem guten Willen entstehen, sondern aus institutionellen Routinen, die nie für Vielfalt konzipiert wurden. Starre Tagesabläufe, laute Gruppenräume, wenig Rückzugsmöglichkeiten, normierte Entwicklungsraster oder defizitorientierte Förderlogiken können für autistische Kinder hoch belastend wirken und ihre Teilhabe erheblich einschränken. Inklusion bedeutet daher nicht, einzelne Kinder „passend zu machen“, sondern die Umgebung so zu gestalten, dass unterschiedliche Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Verhaltensweisen gleichberechtigt Platz haben.

Leitungskräfte als Motor für kulturellen Wandel

Besonders deutlich wird in der Untersuchung, dass Leitungskräfte eine entscheidende Rolle dabei spielen, diese Perspektivverschiebung im Team zu verankern. Sie entscheiden darüber, ob Inklusion als Zusatzaufgabe unter Zeitdruck erlebt wird – oder als Qualitätsmerkmal professioneller pädagogischer Arbeit. Sie setzen Prioritäten, ermöglichen Fortbildungszugänge, schaffen Reflexionsräume im Team und verhandeln mit Trägern und Behörden über Ressourcen, Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen.

Engagement stößt an strukturelle Grenzen

Gleichzeitig macht die Studie sichtbar, dass selbst engagierte Leitungen an strukturelle Grenzen stoßen. Zeitmangel, Personalknappheit, finanzielle Restriktionen und administrative Anforderungen begrenzen den Handlungsspielraum erheblich. Viele Leitungskräfte erleben einen Zielkonflikt zwischen pädagogischem Anspruch und organisatorischer Realität. Inklusion wird dadurch nicht selten zur zusätzlichen Belastung, statt als integraler Bestandteil professioneller Praxis wahrgenommen zu werden.

Der Umgang mit Autismus prägt Teilhabechancen

Ein weiterer zentraler Befund betrifft den gesellschaftlichen und institutionellen Umgang mit Autismus. Trotz wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit sind autistische Kinder in vielen pädagogischen Kontexten weiterhin mit defizitorientierten Zuschreibungen konfrontiert. Die Studie zeigt, dass diese Zuschreibungen nicht nur das pädagogische Handeln beeinflussen, sondern auch die Erwartungen an Kinder und Familien prägen – und damit Teilhabemöglichkeiten strukturell begrenzen. Inklusion erfordert daher nicht nur organisatorische Anpassungen, sondern auch eine bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Haltungen, Deutungsmustern und Machtverhältnissen im Bildungssystem.

Was Kitas konkret tun können

Aus den Ergebnissen lassen sich mehrere konkrete Handlungsempfehlungen ableiten: Erstens braucht Inklusion eine klare strategische Verankerung auf Leitungsebene. Zweitens müssen Reflexions- und Lernräume für Teams institutionalisiert werden, um Unsicherheiten, Vorurteile und Überforderungen bearbeiten zu können. Drittens ist eine enge Kooperation mit Familien essenziell, da sie über unverzichtbares Wissen über die Bedürfnisse ihrer Kinder verfügen. Und viertens braucht es auf struktureller Ebene deutlich mehr politische und institutionelle Unterstützung, um Inklusion nicht nur zu fordern, sondern auch realistisch zu ermöglichen.

Inklusion als dauerhafter Entwicklungsprozess

Insgesamt zeigt die Hamburger Untersuchung: Inklusion ist kein Zustand, der einmal erreicht und dann verwaltet wird, sondern ein fortlaufender Entwicklungsprozess. Sie entsteht dort, wo Organisationen lernfähig bleiben, Vielfalt nicht als Abweichung, sondern als Normalität begreifen und bereit sind, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen. Hamburgs Kitas verfügen über engagierte Fachkräfte und Leitungsteams – doch ohne strukturelle Entlastung, klare politische Rahmenbedingungen und eine konsequente Abkehr von defizitorientierten Denkmodellen bleibt Inklusion fragil.

Die Forschung macht deutlich: Wer echte Teilhabe in der frühkindlichen Bildung will, muss nicht zuerst die Kinder verändern, sondern die Systeme, in denen sie aufwachsen.

Weitere Informationen zu Gleichstellung und Diversität an der IU unter: https://www.iu.de/hochschule/diversity-und-gleichstellung/

Gernot Körner




ADHS bei Kindern: Neue Studie erklärt, was im kindlichen Gehirn passiert

Wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Lernen zusammenhängen – und was sich verändern lässt

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben oft Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zu steuern, Impulse zu kontrollieren und bei einer Sache zu bleiben. Was dabei im Gehirn genau anders funktioniert, ist seit Jahren Gegenstand der Forschung. Eine neue internationale Studie hat nun sehr genau untersucht, wie sich diese Unterschiede sowohl im Verhalten als auch in der Hirnaktivität zeigen – und wie sie sich durch gezielte Förderung beeinflussen lassen.

Was wurde in der ADHS-Studie untersucht?

Für die Untersuchung nahmen 56 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren teil. 23 von ihnen hatten eine ADHS-Diagnose, 33 waren altersgleiche Kinder ohne ADHS. Alle Kinder bearbeiteten am Computer eine Aufgabe, bei der sie schnell auf bestimmte Reize reagieren und andere bewusst ignorieren mussten. Währenddessen wurde ihre Hirnaktivität mit einem EEG gemessen.

So konnten die Forschenden nicht nur beobachten, wie sich die Kinder verhielten, sondern auch, was dabei in den Netzwerken des Gehirns geschah, die für Aufmerksamkeit, Selbststeuerung und Lernen wichtig sind.

Welche Unterschiede zeigen Kinder mit ADHS im Verhalten und im Gehirn?

Schon zu Beginn zeigten sich deutliche Unterschiede. Kinder mit ADHS reagierten im Durchschnitt langsamer, machten mehr impulsive Fehler und hatten größere Schwierigkeiten, relevante von irrelevanten Reizen zu unterscheiden. Diese Muster sind typisch für Probleme in der Impulskontrolle und der Aufmerksamkeitssteuerung.

Parallel dazu zeigte sich in der Hirnaktivität ein auffälliger Befund: ein erhöhter sogenannter „aperiodischer Exponent“ in frontalen Hirnbereichen. Vereinfacht gesagt beschreibt dieser Wert, wie gut das Gehirn Erregung und Hemmung ausbalanciert. Ein erhöhter Wert weist darauf hin, dass diese Balance weniger stabil ist — das Gehirn reguliert sich also weniger effizient.

Die Forschenden beschreiben dies sinngemäß so: Kinder mit ADHS zeigen nicht nur im Verhalten, sondern auch auf neuronaler Ebene eine geringere Effizienz der Systeme, die Aufmerksamkeit bündeln und impulsives Handeln bremsen.

Wie wirkt sich Training und Stimulation auf die Hirnentwicklung aus?

Im zweiten Teil der Studie wurde untersucht, ob sich diese Muster verändern lassen. Die Kinder mit ADHS erhielten über zwei Wochen hinweg entweder ein kognitives Training kombiniert mit einer schwachen Hirnstimulation (tRNS) oder dasselbe Training mit einer Schein-Stimulation. Beide Gruppen trainierten gleich viel — nur die Stimulation unterschied sich.

Nach der Intervention zeigte sich vor allem im Gehirn eine Veränderung: Der aperiodische Exponent sank in der aktiv stimulierten Gruppe deutlich stärker als in der Vergleichsgruppe. Das bedeutet, dass sich die zuvor auffällige neuronale Balance in Richtung stabilerer, „typischerer“ Muster verschob. Dieser Effekt war auch drei Wochen später noch teilweise nachweisbar.

Zusätzlich veränderten sich EEG-Signale, die mit Aufmerksamkeit und Reizverarbeitung zusammenhängen. Die Forschenden interpretieren dies als Hinweis darauf, dass das Gehirn Informationen nach der Intervention kontrollierter verarbeitet — weniger impulsiv, dafür strukturierter.


Das ADS-Buch: Hilfe für Zappelphilippe und Träumer

Kinder mit ADS sind oft kreativ und klug, aber schnell überfordert. Der Ratgeber von Dr. Aust-Claus und Dr. Hammer zeigt, wie Eltern, Lehrkräfte und Therapeut:innen gemeinsam helfen können. Mit dem Optimind®-Konzept, Fallbeispielen und alltagstauglichen Tipps für mehr Konzentration und weniger Frust.

Dr. Elisabeth Aust-Claus/Dr. Marina Hammer
Das ADS-Buch: Neue Konzentrationshilfen für Zappelphilippe und Träumer
Softcover, 320 Seiten
ISBN:: 978-3-96304-038-2
22 €


Was bedeutet das für Aufmerksamkeit, Lernen und Selbststeuerung?

Im Verhalten zeigte sich kein einfaches „schneller und besser“. Stattdessen reagierten die Kinder nach der Intervention etwas langsamer, arbeiteten dafür aber genauer und machten weniger Auslassungsfehler. Dieses Muster wird als Zeichen dafür verstanden, dass impulsive Reaktionen zugunsten überlegteren Handelns zurücktreten.

Für Lernen und pädagogische Situationen ist das bedeutsam: Kinder, die sich mehr Zeit für ihre Reaktionen nehmen, können Aufgaben oft zuverlässiger bearbeiten, Fehler besser vermeiden und Anweisungen stabiler umsetzen.

Neue Perspektiven für Förderung, Training und Unterstützung

Besonders spannend ist, dass die Veränderungen im Gehirn mit einer Verbesserung der ADHS-Symptome zusammenhingen. Je stärker sich die neuronale Balance normalisierte, desto stärker besserten sich Aufmerksamkeit und Selbststeuerung.

Die Studie zeigt damit: ADHS ist nicht nur eine Frage des Verhaltens oder der Motivation, sondern spiegelt sich tief in der Funktionsweise des Gehirns wider — und genau diese Funktionsweise ist veränderbar. Das eröffnet langfristig neue Perspektiven für Förderung, Training und Unterstützung im Alltag von Kindern mit ADHS.

Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine vergleichsweise kleine Studie handelt und dass weitere Forschung nötig ist, bevor daraus konkrete Therapieempfehlungen abgeleitet werden können. Als Beitrag zum Verständnis von ADHS und zur Weiterentwicklung von Förderansätzen ist die Arbeit jedoch sehr wertvoll.

Quelle

Dakwar-Kawar, O. et al. (2026).
The effects of transcranial random noise stimulation on excitation/inhibition balance in ADHD.
NeuroImage: Clinical, 49, 103923. Open Access (CC BY 4.0). https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2213158225001962?via%3Dihub




Online-Fortbildungen 2026: Pädagogik und Erziehung praxisnah vermittelt

Die BildungsBeratung Ankum lädt im Januar zu drei Online-Seminaren mit renommierten Expertinnen und Experten ein – zu Themen rund um Verhalten, Gefühle und Erziehung im pädagogischen Alltag

Das Fortbildungsinstitut, BildungsBeratung Ankum, bietet eine Reihe praxisnaher Online-Fortbildungen an, die aktuelle Themen aus Pädagogik, Erziehung und Kindheitsforschung aufgreifen. Die Seminare richten sich an Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und alle pädagogischen Fachkräfte aus der Jugendarbeit und weiteren Bereichen.

Alle Veranstaltungen finden online statt und können bequem von zuhause aus besucht werden. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung über die Website der BildungsBeratung Ankum.

👉 Alle aktuellen Veranstaltungen unter: www.bb-ankum.de/veranstaltungen

14. Januar 2026

Herausforderung: Verhaltensauffälligkeit
mit Prof. Dr. Maywald
Wie können Fachkräfte mit herausforderndem Verhalten von Kindern und Jugendlichen sensibel und professionell umgehen? Prof. Dr. Maywald vermittelt praxisnahe Ansätze, um Auffälligkeiten früh zu erkennen und angemessen zu begleiten.
📄 Zur Kursinformation

21. Januar 2026

Kinder und ihre starken Gefühle
mit Dr. Jan-Uwe Rogge
Bekannt für seine humorvollen und tiefsinnigen Vorträge zeigt Dr. Rogge Wege, wie Kinder lernen können, mit Wut, Angst und Traurigkeit umzugehen – und wie Erwachsene sie dabei liebevoll unterstützen.
📄 Zur Kursinformation

29. Januar 2026 von 17 bis 20 Uhr

Klassische Erziehungsfallen – und wie man sie vermeidet
mit Dipl.-Päd. Thomas Rupf
Wie gelingt es, Kinder wertschätzend zu begleiten, ohne in alte Erziehungsmuster zu verfallen? Thomas Rupf gibt praxisorientierte Impulse, um Konflikte gelassener zu meistern und den Familienalltag zu entlasten.
📄 Zur Kursinformation

Anmeldung und weitere Informationen

Alle Seminare werden online durchgeführt.
Anmeldungen sind über die Website der BildungsBeratung Ankum möglich:
👉 www.BB-Ankum.de




Kinder emotional stärken mit START ab 2 und Kindergarten plus

Neue Online-Kurse der Deutschen Liga für das Kind fördern seelische Gesundheit, Kinderrechte und soziale Kompetenzen

Die Deutsche Liga für das Kind bietet 2025 wieder Online-Fortbildungen zu ihren erfolgreichen Präventionsprogrammen START ab 2 und Kindergarten plus an. Beide Programme fördern die seelische Gesundheit, die emotionale und soziale Entwicklung sowie die Kinderrechte und Partizipation von Kindern im Kita-Alter.

Bei START ab 2 lernen pädagogische Fachkräfte, wie sie mit altersgerechten Impulsen und Materialien die emotionale Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit von Kindern ab zwei Jahren fördern können. Symbolische Holzfiguren helfen dabei, Bedürfnisse sichtbar zu machen und Wege zu ihrer Erfüllung zu zeigen.

Das Programm Kindergarten plus richtet sich an Kinder zwischen vier und fünf Jahren. Mit den beliebten Handpuppen Tula und Tim entdecken Kinder spielerisch ihre Gefühle, üben Empathie und stärken ihr Selbstbewusstsein.

Im Jahr 2025 finden die Online-Fortbildungen an mehreren Terminen statt:

  • START ab 2: Live-Webinar am 6. November 2025 (09.00–15.00 Uhr) und Online-Workshop am 12. Februar 2026 (15.30–17.30 Uhr)
  • Kindergarten plus:

    • Basis-Teil 1: Live-Webinar am 4. November 2025
    • Basis-Teil 2: Live-Webinar am 5. November 2025

Die Teilnahme ist ohne Vorkenntnisse möglich. Pädagog*innen lernen praxisnah, wie sie die Materialien der Programme im Alltag einsetzen und Eltern einbeziehen können.

Weitere Informationen und Buchung unter:
👉 fruehe-kindheit-online.de – Fortbildungen Kindergarten plus

Präsenzfortbildungen können außerdem individuell („on Demand“) über info@kindergartenplus.de angefragt werden.

Quelle: Deutsche Liga für das Kind e.V.




Wie Kinder Trauer verstehen lernen – Olivier Tallecs „Ist Amsel tot?“

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Ein feinfühliges Bilderbuch über Freundschaft, Abschied und Trost

Mit „Ist Amsel tot?“ gelingt dem französischen Bilderbuchkünstler Olivier Tallec ein stilles Meisterwerk über Trauer, Freundschaft und Abschied. Nach „Das ist mein Baum“ und „Mein bester bester Freund“ steht erneut das eigenwillige Eichhörnchen im Mittelpunkt – diesmal in einer Geschichte, die Kinder an die Hand nimmt, wenn sie mit Tod und Verlust in Berührung kommen.

Eine Geschichte über Verlust, Erinnerung und Mitgefühl

Das Eichhörnchen und sein bester Freund Pok lieben es, der fröhlichen Amsel zuzuhören. Eines Tages liegt sie plötzlich still am Boden. „Ist sie eingeschlafen – oder …?“ fragen sie sich. Schritt für Schritt begreifen sie, was geschehen ist, und suchen ihren eigenen Weg, mit dem Verlust umzugehen. Sie bauen der Amsel ein kleines Grab aus Blättern, erinnern sich an ihre Lieder und lernen: Trauer darf sein – und sie kann geteilt werden.

Kunstvoll erzählt – mit Wärme, Witz und visueller Poesie

Tallec erzählt mit wenigen Worten, aber großer Tiefe und mit dem ihm eigenen feinen Humor und Charme. Seine warmen, erdigen Farben und klaren Linien schaffen eine Atmosphäre, die Trost spendet und Raum lässt für eigene Gedanken. Er nimmt Kinder ernst, ohne sie zu überfordern – ein Ansatz, der das Buch besonders wertvoll für pädagogische Fachkräfte in Kitas und Grundschulen macht.

Pädagogischer Wert: Trauer verstehen, Emotionen teilen

In der pädagogischen Praxis kann Ist Amsel tot? als Impuls dienen, um über Verlust, Erinnerung und Mitgefühl zu sprechen. Ob nach einem realen Abschied, beim Philosophieren mit Kindern oder als Teil eines Projekts zu Emotionen: Dieses Bilderbuch eröffnet Gesprächsräume. Kinder lernen, dass Fragen erlaubt sind, dass man traurig sein darf – und dass gemeinsames Handeln (wie ein kleines Ritual) Trost schenken kann.

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Über den Künstler Olivier Tallec

Olivier Tallec, 1970 in der Bretagne geboren, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Illustratoren Europas. Er hat über 60 Bücher veröffentlicht, seine Werke sind in viele Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Charakteristisch für seinen Stil sind Reduktion, Humor und emotionale Präzision – er zeigt, was zwischen den Bildern passiert, und lässt Platz für Fantasie und Reflexion.

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Ein leises Buch mit großer Wirkung

Ist Amsel tot? ist ein leises, warmes Bilderbuch, das Kinder liebevoll an das Thema Tod und Trauer heranführt. Es eignet sich hervorragend für Vorlesesituationen in Kita und Grundschule, fördert Empathie und Gesprächskompetenz und hilft, über den Verlust zu sprechen – ohne Angst, aber mit Herz.

Gernot Körner

Olivier Tallec
Ist Amsel tot?

übersetzt von Ina Kronenberger
40 Seiten, Hardcover
ab 5 Jahren, 1. Auflage
ISBN 978-3-8369-6330-5

15,00 €

Gerstenberg




„Die Haltung prägt die Pädagogik“ – Einladung zum Vortrag mit Prof. Armin Krenz

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Kostenfreier Vortrag am 16. Oktober 2025 in Offenbach – Impulse zur Bedeutung von Haltung in der Pädagogik – Armin Krenz ist von 16. bis 19.10 auch am Stand 3.0 E152 auf der Buchmesse

Seien Sie dabei, wenn Armin Krenz (Prof. h.c. Dr. h.c. et Hon. Prof. für Entwicklungspsychologie) heute in Offenbach zum Thema „Die Haltung prägt die Pädagogik“ spricht. Denn pädagogische Qualität entsteht nicht durch Methodenvielfalt oder Programmangebote, sondern durch die Haltung der Fachkräfte und eine haltungsdurchdrungene Entwicklungsbegleitung der Kinder. Haltung bedeutet Halt finden, innehalten können, an Werten festhalten, Haltung zeigen – für Kinder ebenso wie für die Erwachsenen, die sie begleiten.

Wie Haltung im Alltag sichtbar wird

Krenz zeigt auf, wie Haltung im Alltag sichtbar wird: in einer gepflegten Sprach-, Spiel- und Interaktionskultur, in einer humanistisch geprägten Beziehungsgestaltung, im lösungsorientierten Umgang mit Konflikten und im Erleben ethischer und ästhetischer Werte, die unser Handeln tragen. Eine professionelle Haltung heißt, sich immer wieder aufs Neue selbst zu reflektieren und Verantwortung für das eigene Tun und das Unterlassen notwendiger Handlungen zu übernehmen. Kinder können sich dann entwickeln, wenn sie in einer Atmosphäre von Respekt, Wertschätzung, erlebter Empathie, Vertrauen und Zugewandtheit leben. Haltung bedeutet, Kinder in ihrer besonderen Individualität anzunehmen und zu verstehen, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken – und zugleich Grenzen aufzuzeigen, wo es nötig ist.

Ein Abend voller Impulse für Fachkräfte

Erleben Sie einen Abend voller Impulse, wie Fachkräfte durch eine entwicklungsförderliche Haltung Kinder stärken, sie als Beobachter*innen, Begleiter*innen und Impulsgeber*innen unterstützen und Bildungsprozesse gemeinsam mit ihnen gestalten können. Eine werteorientierte Haltung heißt: zuhören statt unterbrechen, beschreiben statt bewerten, Kinderinteressen wahrnehmen und Beziehung gestalten statt Macht ausüben, sodass Kinder schließlich verantwortungsvolle Akteure ihres eigenen Lebens werden können.

Anmeldung und Veranstaltungsdetails

Der Vortrag wird veranstaltet von FIZ e.V., i-Lit – Brasilianisch-Deutsche Initiative für Kinder- und Jugendliteratur und spielen-und-lernen.de. Veranstaltungsort ist die Berliner Straße 219, 63067 Offenbach am Main im Büro des Paritätischen.

Der Eintritt ist frei.

Kurzvita:

Armin Krenz (Jg. 1952), Prof. h.c. Dr. h.c. et Hon. Prof. für Entwicklungspsychologie & Elementarpädagogik, war fünf Jahrzehnte als Wissenschaftsdozent an deutschen Instituten und europaweiten Universitäten tätig, hat dazu u. a. begleitend als Supervisor, Fachberater, Qualitätsbeauftragter und Fortbildner mit pädagogischen Fachkräften gearbeitet und ist durch viele Buchpublikationen bekannt.

Bücher von Armin Krenz bei Burckhardhaus




Kinder meiden negative Informationen – ein Schutzmechanismus schon ab sieben

Studie der University of Chicago: Kinder betreiben eine frühe „Vogel-Strauß-Politik“ und blenden unangenehme Fakten bewusst aus

Auch in jungen Jahren zeigen Kinder nicht nur Neugier – sie beginnen früh damit, unangenehme Informationen bewusst zu meiden. In einer aktuellen Studie der University of Chicago wurde bei Kindern zwischen fünf und zehn Jahren nachgewiesen, dass viele ab etwa sieben Jahren gezielt weghören, wenn Nachrichten Angst, Enttäuschung oder Unsicherheit hervorrufen könnten.

Die Forschenden bezeichnen dieses Verhalten als kindliche Form der Informationsvermeidung, analog zum als „Vogel-Strauß-Effekt“ bekannten Phänomen bei Erwachsenen – auch wenn Strauße tatsächlich nicht den Kopf in den Sand stecken.

Neugier vs. Vermeidung: Der Wendepunkt um sieben Jahre

In Experimenten mit 320 Kindern zeigte sich:

  • Fünf- bis sechsjährige Kinder suchten aktiv nach Wissen – auch wenn es unangenehm sein könnte.
  • Ab etwa sieben Jahren hingegen mieden viele dieselben Kinder Informationen, die negative Emotionen auslösen könnten – beispielsweise, warum ihre Lieblingssüßigkeit schlecht für die Zähne ist.
  • Interessanterweise machten sie weniger Probleme damit, negative Informationen über weniger favorisierte Dinge zu akzeptieren.

Die Erstautorin Radhika Santhanagopalan führt fünf Motive auf, die Kinder zu dieser Informationsvermeidung treiben könnten:

  1. Vermeidung negativer Gefühle wie Angst oder Enttäuschung
  2. Schutz des Selbstwerts (z. B. kein negatives Bild von der eigenen Kompetenz)
  3. Erhalt eigener Überzeugungen ohne Widerspruch
  4. Bewahrung persönlicher Vorlieben
  5. Handeln im eigenen Interesse

Besondere Ausnahme: Wissen im Test

Ein erstaunlicher Befund: Kinder zeigen weniger Vermeidungsverhalten, wenn es um ihre eigene Leistung geht – etwa, welche Note sie in einem Test bekommen haben. Diese Information nehmen sie eher an, auch wenn sie negativ sein könnte. Die Forschenden vermuten, dies liege daran, dass sie beeinflussen können, wie sich das Ergebnis verbessert.

Vorsicht vor „Informationsvermeidung“

Dieses Verhalten, das bereits im Kindesalter beginnt, kann in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter zur Informationsvermeidung führen – mit Folgen für Bildung, Gesundheit, Demokratie und Selbstreflexion.

Santhanagopalan warnt davor, kurzfristigen psychischen Unmut zu meiden, wenn das aufgegebene Wissen langfristig wertvoll sein kann: Information, die im Moment unangenehm ist, kann später hilfreich sein.

Fazit und Ausblick

Diese Studienergebnisse zeigen, dass Informationsvermeidung kein menschliches Phänomen ist, das erst im Erwachsenenalter einsetzt, sondern bereits in der Kindheit beginnt. Für Pädagoginnen, Eltern und Psychologinnen heißt das: Wir sollten beobachten, wann und wie Kinder Informationen ablehnen, und sie behutsam darin begleiten, auch unangenehme Fakten Schritt für Schritt zu integrieren.