Elternarbeit in der Kita: So gelingt echte Erziehungspartnerschaft

Eltern und Fachkräfte müssen nicht immer einer Meinung sein. Entscheidend sind gute Gespräche, klare Rollen und der gemeinsame Blick auf das Kind

„Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe“ gehört inzwischen zum selbstverständlichen Vokabular vieler Kitas. Doch gerade der Begriff Augenhöhe kann Missverständnisse erzeugen. Eltern und pädagogische Fachkräfte sind gleichwertige Gesprächspartner, haben aber weder dieselben Aufgaben noch dieselben Erfahrungen oder Entscheidungskompetenzen.

Armin Krenz bringt diesen Unterschied in seinem Beitrag für spielen und lernen mit der Formulierung „Gleichwertigkeit als Person“ auf den Punkt. Pädagogische Fachkräfte tragen einen professionellen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag; Eltern kennen ihr Kind, seine Biografie, seine Gewohnheiten und seine familiäre Lebenswelt. Erziehungspartnerschaft heißt deshalb nicht, diese Unterschiede einzuebnen, sondern sie produktiv zu nutzen.

Auch der Gesetzgeber spricht nicht von identischen Rollen. § 22a SGB VIII verpflichtet Einrichtungen zur Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten „zum Wohl der Kinder“ und verlangt, Eltern an wesentlichen Entscheidungen über Erziehung, Bildung und Betreuung zu beteiligen. Zusammenarbeit und Beteiligung gehören also zum Auftrag der Kita – daraus folgt jedoch nicht, dass jede pädagogische Entscheidung gemeinsam getroffen werden muss.

Genau an diesem Punkt beginnt der praktische Werkzeugkasten: Nicht „Wer entscheidet?“ sollte die erste Frage sein, sondern möglichst oft „Was sieht jeder von uns – und was können wir daraus über dieses Kind lernen?“

Fall 1: „Das macht mein Kind zu Hause nie“

Beim Abholen sagt eine Erzieherin zur Mutter des vierjährigen Paul: „Heute war es wieder schwierig. Paul hat andere Kinder mehrfach geschubst.“ Die Mutter reagiert sofort: „Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Zu Hause macht er so etwas nie.“

Eine ungünstige Antwort wäre: „Hier macht er es aber ständig.“ Schon stehen zwei Wahrheiten gegeneinander, und aus einem Gespräch über Paul wird ein Streit darüber, wer ihn richtig kennt.

Dabei können beide Beobachtungen vollkommen zutreffen. Kinder verhalten sich abhängig von Situation, Personen, Gruppengröße, Müdigkeit, Anforderungen oder Konflikten unterschiedlich. Gerade deshalb ist die andere Perspektive interessant. Die bessere Antwort könnte lauten: „Dann erleben Sie ihn zu Hause tatsächlich anders. Das ist für uns wichtig. Lassen Sie uns einmal schauen, in welchen Situationen es hier passiert und was bei Ihnen zu Hause vielleicht anders ist.“

Damit verändert sich die Gesprächsrichtung. Es geht nicht mehr um Beweis und Gegenbeweis, sondern um Ursachen und Zusammenhänge.

Dieser Perspektivwechsel passt zu den Ergebnissen der umfangreichen deutschen Studie Kinder zwischen Chancen und Barrieren. Tanja Betz und ihre Kolleginnen untersuchten unter anderem Hol- und Bringsituationen sowie Elterngespräche. Sie zeigen, wie unterschiedlich Eltern und Fachkräfte Zusammenarbeit wahrnehmen und welche Anforderungen entstehen, wenn verschiedene Erwartungen und Sichtweisen aufeinandertreffen.

Beschreiben statt diagnostizieren

Besonders schwierig werden Gespräche, wenn Beobachtungen sofort zu Eigenschaften des Kindes werden: „Lena ist aggressiv.“ – „Ben kann sich überhaupt nicht konzentrieren.“ – „Mia ist unselbstständig.“

Solche Sätze wirken schnell wie Urteile. Eltern hören dann möglicherweise nicht nur eine Aussage über das Kind, sondern auch eine über ihre Erziehung. Entsprechend schnell entsteht Verteidigung.

Professioneller ist es, bei dem zu bleiben, was tatsächlich beobachtet wurde: „In der vergangenen Woche haben wir dreimal gesehen, dass Lena andere Kinder geschubst hat, wenn sie ein Spielzeug haben wollte.“ Oder: „Beim Vorlesen steht Ben häufig nach wenigen Minuten auf. Wenn er baut, kann er dagegen lange bei einer Sache bleiben.“

Der Unterschied ist erheblich. Über „Ben ist unkonzentriert“ lässt sich streiten. Über die Frage, warum Ben beim Vorlesen nach drei Minuten aufsteht und beim Bauen zwanzig Minuten konzentriert bleibt, lässt sich gemeinsam nachdenken.

So könnte das Gespräch beginnen

„Wir möchten Ihnen etwas schildern, das uns in den vergangenen Tagen aufgefallen ist. Uns interessiert sehr, ob Sie Ähnliches zu Hause beobachten.“

Dieser Satz enthält fast alles, was ein guter Gesprächseinstieg braucht: eine Beobachtung statt einer Verurteilung und eine echte Einladung an die Eltern, ihre Wahrnehmung einzubringen.

Fall 2: Eine Bemerkung zwischen Jacken und Schuhen

Ein Vater kommt um 16.20 Uhr abgehetzt in die Kita. Während sein Sohn seine Schuhe sucht, sagt die Fachkraft: „Wir sollten übrigens dringend über Leons Entwicklung sprechen. Er ist sprachlich deutlich hinter den anderen Kindern.“

Der Vater erschrickt. Andere Eltern stehen daneben. Leon hört möglicherweise mit. Für ein ruhiges Gespräch ist keine Zeit. Auf dem Heimweg kreist im Kopf des Vaters nur noch ein Satz: „Mein Sohn ist deutlich hinter den anderen.“

Tür-und-Angel-Gespräche sind für die Beziehung zwischen Eltern und Kita ausgesprochen wichtig. Man erfährt, ob ein Kind schlecht geschlafen hat, ob der Vormittag besonders schön war oder ob es einen kleinen Konflikt gegeben hat. Auch die Studie von Betz und Kolleginnen zeigt die Bedeutung solcher alltäglichen Schnittstellen zwischen Familie und Einrichtung. Für komplexe Entwicklungsfragen sind sie jedoch der falsche Ort.

Die Fachkraft hätte sagen können: „Uns sind einige Dinge bei Leons Sprachentwicklung aufgefallen, die wir gern in Ruhe mit Ihnen besprechen möchten. Wann können wir uns dafür zusammensetzen?“

Damit bekommt die Information den notwendigen Rahmen – und die Eltern bekommen die Chance, Fragen zu stellen, Beobachtungen beizutragen und das Gehörte einzuordnen.

Wer ein Problem anspricht, sollte nicht gleich die Lösung mitliefern

Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, dass die Kita nicht nur eine Beobachtung vorträgt, sondern die vermeintlich richtige Lösung gleich hinterherschickt: „Sie sollten mit Ihrer Tochter zur Ergotherapie.“ Oder: „Sie müssen zu Hause konsequenter sein.“

Damit wird aus Beratung schnell Belehrung.

Armin Krenz beschreibt genau diesen notwendigen Wechsel: weg vom Monolog und von der Elternbelehrung, hin zu einem Dialog mit gegenseitigem Informationsinteresse. Fachkräfte sollten nach seiner Auffassung nicht ihre Überlegenheit demonstrieren, sondern eine Atmosphäre schaffen, in der Eltern auch Kritik, Unverständnis und eigene Vorschläge äußern können.

Das bedeutet nicht, dass Fachkräfte ihre fachliche Einschätzung verschweigen müssen – im Gegenteil. Aber die Reihenfolge macht einen Unterschied. Zuerst sollte die konkrete Beobachtung stehen, dann die Frage: „Wie erleben Sie das?“ Erst anschließend geht es um mögliche Erklärungen und nächste Schritte.

Fall 3: Wenn Eltern widersprechen

Die Fachkraft hat den Eindruck, dass die fünfjährige Sofia zusätzliche Unterstützung gebrauchen könnte. Ihre Eltern sehen keinen Anlass dafür.

„Wir haben den Eindruck, Sofia tut sich in einigen Situationen noch sehr schwer.“

„Das sehen wir überhaupt nicht. Zu Hause kann sie das alles.“

Nun könnte das Gespräch leicht zu einem Überzeugungsversuch werden: Die Fachkraft sammelt weitere Argumente, die Eltern verteidigen ihr Kind immer vehementer, und irgendwann geht es kaum noch um Sofia.

Dabei muss Erziehungspartnerschaft nicht mit Einigkeit enden. Bereits Tanja Betz hat das Ideal einer völlig harmonischen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft kritisch hinterfragt. Unterschiedliche Rollen, Ressourcen und Vorstellungen lassen sich nicht einfach durch den Appell an „Augenhöhe“ auflösen.

Ein hilfreicher Satz wäre deshalb:

„Wir beurteilen das im Moment unterschiedlich. Lassen Sie uns genau festhalten, was wir beobachten, worin wir uns einig sind und worauf wir beide in den nächsten Wochen besonders achten.“

Das kann ein sehr gutes Ergebnis eines Elterngesprächs sein. Nicht jedes Problem muss in 45 Minuten gelöst werden.

Kritik ist kein Angriff auf die Fachlichkeit

Erziehungspartnerschaft wird nicht daran erkennbar, wie freundlich ein Sommerfest verläuft. Sie bewährt sich vor allem dann, wenn Eltern unzufrieden sind.

Eine Mutter sagt etwa: „Ich habe das Gefühl, meine Tochter geht hier völlig unter.“ Die spontane Reaktion könnte lauten: „Das stimmt überhaupt nicht. Wir kümmern uns sehr intensiv um sie.“

Damit ist die Verteidigungsschlacht eröffnet.

Hilfreicher ist es zunächst zu verstehen, woher der Eindruck kommt: „Was hat Ihnen dieses Gefühl gegeben?“ – „Was erzählt Ihre Tochter zu Hause?“ – „Gab es eine bestimmte Situation?“

Erst wenn deutlich geworden ist, worüber eigentlich gesprochen wird, sollte die Fachkraft ihre Sicht schildern. Zuhören bedeutet nicht zustimmen. Es bedeutet lediglich, erst verstehen zu wollen, bevor man widerspricht.

Krenz geht an diesem Punkt noch einen Schritt weiter. Er versteht die pädagogischen Fachkräfte als „Motor der Beziehungspflege“. Wenn Eltern sich zurückziehen oder konfrontativ reagieren, sollte die Einrichtung deshalb nicht vorschnell mangelndes Interesse unterstellen, sondern auch das eigene Handeln überprüfen.

„Die Eltern interessieren sich nicht“ greift oft zu kurz

Zum Elternabend kommen immer dieselben zehn Personen. Ein Vater erscheint nie beim Sommerfest, eine Mutter antwortet kaum auf Nachrichten. Solche Erfahrungen können im Team schnell zu dem Urteil führen: „Die Eltern interessieren sich eben nicht.“

Doch sichtbare Anwesenheit in der Kita ist nur eine Form familiärer Beteiligung. Arbeitszeiten, Alleinerziehen, Betreuung weiterer Kinder, sprachliche Hürden oder ganz unterschiedliche Vorstellungen von Nähe zur Einrichtung können eine Rolle spielen. Ein aktueller systematischer Review von 97 Studien unterscheidet deshalb drei große Bereiche familiärer Beteiligung: Aktivitäten zu Hause, Beteiligung in der Bildungseinrichtung und die Kommunikation zwischen Familie und Institution. Die Forschung zeigt zugleich, wie uneinheitlich „Elternbeteiligung“ überhaupt definiert und gemessen wird.

Das ist für die Praxis wichtig. Die Eltern, die bei jedem Fest Kuchen verkaufen, müssen nicht zwangsläufig diejenigen sein, die ihr Kind zu Hause am stärksten unterstützen. Und der Vater, der wegen seiner Arbeitszeit kaum in der Kita auftaucht, kann trotzdem ausgesprochen interessiert an der Entwicklung seines Kindes sein.

Die bessere Frage lautet deshalb nicht: „Wie bekommen wir mehr Eltern zu unseren Angeboten?“ Sondern: „Welche Form des Kontakts funktioniert für diese Familie?“

Auch aktuelle internationale Forschung deutet darauf hin, dass gerade die Qualität der Kommunikation bedeutsam ist. Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung im US-amerikanischen Head-Start-Bereich fand Zusammenhänge zwischen der Qualität der Familien-Fachkraft-Kommunikation und der Beteiligung von Vorschulkindern im Gruppenalltag. Eine weitere Studie von 2024 zeigte Zusammenhänge zwischen Kommunikationspraktiken der Fachkräfte und geringerer chronischer Abwesenheit. Solche Ergebnisse lassen sich nicht eins zu eins auf deutsche Kitas übertragen, unterstreichen aber, dass es nicht bloß auf die Menge der Elternaktivitäten ankommt.

Und wo bleibt eigentlich das Kind?

Vielleicht liegt genau hier die wichtigste Korrektur am klassischen Verständnis von Elternarbeit. Wenn Fachkräfte und Eltern miteinander über ein Kind sprechen, kann das Gespräch so sehr von den Anliegen der Erwachsenen bestimmt werden, dass ausgerechnet die Perspektive des Kindes verloren geht.

Die deutsche Untersuchung Kinder zwischen Chancen und Barrieren kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Die Perspektive der Kinder auf die Schnittstelle zwischen Familie und Kita findet „in der Regel wenig Beachtung“.

Deshalb gehört in ein wichtiges Elterngespräch irgendwann eine einfache Frage:

„Wie erlebt das Kind diese Situation?“

Beim morgendlichen Trennungsschmerz geht es dann nicht nur darum, ob die Mutter schneller gehen sollte. Bei einem Konflikt geht es nicht allein darum, wer recht hatte. Bei Schwierigkeiten in der Gruppe nicht nur darum, was das Kind noch lernen soll.

Was erzählt das Kind? Wann fühlt es sich sicher? Was überfordert es? Was gelingt ihm bereits? Und was könnten Eltern und Fachkräfte verändern, damit es ihm leichter fällt?

Aus dem Zweiergespräch zwischen Kita und Eltern wird damit der von Krenz beschriebene Dreiklang aus Familie, Kind und pädagogischer Fachkraft.

Fünf Werkzeuge, die fast jedes Elterngespräch besser machen

  • Beobachten statt etikettieren. Nicht „Ihr Kind ist aggressiv“, sondern konkret schildern, was wann geschehen ist.
  • Die andere Perspektive erfragen. „Wie erleben Sie das zu Hause?“ sollte keine Höflichkeitsfrage sein.
  • Unterschiede aushalten. Eltern und Fachkräfte müssen am Ende eines Gesprächs nicht dasselbe denken.
  • Einen nächsten Schritt vereinbaren. Manchmal genügt: „Wir beobachten das beide drei Wochen lang und sprechen dann erneut.“
  • Das Kind ins Zentrum zurückholen. Nicht „Wer hat recht?“, sondern „Was braucht dieses Kind jetzt von uns?“

Gemeinsam für das Kind – mit unterschiedlichen Rollen

Vielleicht lässt sich „Augenhöhe“ am besten so verstehen: Eltern und Fachkräfte müssen nicht dasselbe wissen, nicht dasselbe beobachten und nicht immer dasselbe wollen. Aber beide Seiten verdienen es, gehört und ernst genommen zu werden. Die professionelle Verantwortung der Fachkraft wird dadurch nicht kleiner – sie wird vielmehr größer. Denn zu Professionalität gehört auch, eine andere Sichtweise auszuhalten, Kritik anzunehmen und die eigene Wahrnehmung überprüfen zu können.

Gute Erziehungspartnerschaft zeigt sich deshalb nicht an möglichst vielen Elternabenden, gemeinsamen Festen oder konfliktfreien Gesprächen. Ihr eigentlicher Qualitätsmaßstab ist einfacher und anspruchsvoller zugleich:

Hilft unsere Zusammenarbeit diesem Kind?

Zum Weiterlesen

Armin Krenz erläutert die pädagogische Haltung hinter der Erziehungspartnerschaft ausführlich in seinem Beitrag „Erziehungspartnerschaft statt Elternbelehrung: Dialog auf Augenhöhe“ bei spielen und lernen.

Quellen und Studien

Gernot Körner

In der Reihe „Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit“ sind folgende Artikel erschienen:

Elternarbeit in der Kita: So gelingt echte Erziehungspartnerschaft

Wenn Eltern und Fachkräfte in der Kita in Konflikt geraten

Eltern und Schule: Was Kinder für ihre Entwicklung brauchen

Öffentlichkeitsarbeit in der Kita: Zeigt, was ihr leistet!

Öffentlichkeitsarbeit in der Kita: So wird gute Pädagogik sichtbar

Krisenkommunikation in der Kita: Richtig handeln und klar informieren

spielen und lernen: Verstehen, was Kinder wirklich brauchen

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Schulstart: 7 Tipps für Eltern und pädagogische Fachkräfte

kinder im klassenzimmer

Gut vorbereitet in den Schulstart

Wenn die Sommerferien zu Ende gehen, beginnt für Familien eine Zeit der Umstellung. Schlafenszeiten verändern sich, der Tagesablauf bekommt wieder mehr Struktur und für manche Kinder steht ein ganz neuer Lebensabschnitt bevor. Besonders Schulanfängerinnen und Schulanfänger, aber auch Kinder beim Wechsel auf eine weiterführende Schule, können in dieser Phase Orientierung und Sicherheit gebrauchen.

Für pädagogische Fachkräfte bietet der Schulstart eine gute Gelegenheit, mit Eltern ins Gespräch zu kommen und sie bei diesem Übergang zu unterstützen. Dabei geht es nicht darum, Kinder möglichst früh auf schulische Anforderungen zu trimmen. Viel wichtiger sind verlässliche Abläufe, Selbstständigkeit, emotionale Sicherheit und eine gute Zusammenarbeit zwischen Familie, Kita und Schule.

Die folgenden sieben Anregungen können Fachkräfte nutzen, um Eltern konkrete und leicht umsetzbare Impulse für den Übergang zu geben.

1. Schritt für Schritt zurück in den Schulrhythmus

Nach mehreren Wochen Ferien fällt es Kindern oft nicht leicht, wieder früh aufzustehen und zu festen Zeiten ins Bett zu gehen. Ein sanfter Übergang kann deshalb helfen. Empfehlenswert ist, bereits in der letzten Ferienwoche schrittweise wieder einen Tagesrhythmus einzuführen, der dem späteren Schulalltag ähnelt. Entscheidend sind regelmäßige Abläufe, die dem Kind Orientierung geben. Auch gemeinsame Rituale am Morgen und Abend können den Wechsel vom Ferien- in den Schulmodus erleichtern.

2. Gemeinsame Strukturen schaffen

Ein überschaubarer Tages- oder Wochenplan kann Kindern helfen, sich auf die neue Situation einzustellen. Gemeinsam mit dem Kind können Eltern festlegen, wann Schule, Hausaufgaben, Erholung, Spiel und andere Aktivitäten ihren Platz haben. Gerade jüngere Kinder profitieren davon, wenn solche Abläufe sichtbar gemacht werden. Ein einfacher Plan mit Bildern, Symbolen oder kurzen Einträgen kann dabei mehr bewirken als lange Erklärungen. Wichtig ist, dass neben Pflichten auch ausreichend Zeit für freies Spiel und Erholung bleibt.

3. Ängste und Erwartungen ernst nehmen

Ein Schulstart bringt Vorfreude, aber möglicherweise auch Unsicherheit mit sich. Manche Kinder freuen sich auf neue Freundschaften und spannende Erfahrungen, andere sorgen sich um den Schulweg, unbekannte Lehrkräfte oder die neuen Anforderungen.

Eltern können ihr Kind unterstützen, indem sie offen nachfragen und aufmerksam zuhören. Fragen wie „Worauf freust du dich?“ oder „Gibt es etwas, das dir Gedanken macht?“ eröffnen Gespräche, ohne dem Kind bestimmte Gefühle vorzugeben.

Für Erzieherinnen kann es hilfreich sein, Eltern zu ermutigen, Sorgen nicht vorschnell wegzuwischen. Ein „Du brauchst doch keine Angst zu haben“ hilft häufig weniger als ein ernst gemeintes „Erzähl mir, was dir Sorgen macht“.

4. Selbstständigkeit im Alltag stärken

Ein gelungener Schulstart hängt nicht allein davon ab, ob ein Kind bestimmte schulische Fähigkeiten beherrscht. Ebenso wichtig ist die zunehmende Selbstständigkeit im Alltag.

Eltern können ihr Kind deshalb schon vor Schulbeginn dazu ermutigen, alltägliche Aufgaben zunehmend selbst zu übernehmen. Dazu gehören beispielsweise das Packen des Schulranzens, das Bereitlegen der Kleidung, das Einpacken der Trinkflasche oder die Vorbereitung des Pausenbrots.

Dabei sollten Erwachsene nicht alles abnehmen, was schneller geht. Kinder brauchen Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu machen, Verantwortung zu übernehmen und auch einmal etwas auszuprobieren. Genau diese kleinen Schritte stärken Selbstvertrauen und Selbstständigkeit.

5. Einen passenden Lern- und Arbeitsplatz schaffen

Für Hausaufgaben und schulische Aufgaben ist ein geeigneter Arbeitsplatz hilfreich. Er muss nicht aufwendig eingerichtet sein. Wichtig sind vor allem Ruhe, ausreichend Licht und die benötigten Materialien.

Pädagogische Fachkräfte können Eltern zugleich dafür sensibilisieren, den Arbeitsplatz nicht mit unnötigen Anforderungen zu überfrachten. Kinder brauchen nach einem langen Schultag auch Raum für Bewegung, Spiel und Erholung. Ein fester Platz für schulische Aufgaben kann Orientierung geben, sollte aber nicht zum Ort ständiger Leistungskontrolle werden.

6. Bewegung, Schlaf und Erholung nicht vergessen

Mit dem Schulbeginn verändern sich die Anforderungen an den gesamten Tagesablauf. Umso wichtiger sind ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung und freie Spielzeiten.

Gerade in der Anfangsphase sollten Eltern darauf achten, dass Kinder nicht jeden Nachmittag mit Terminen und zusätzlichen Lernangeboten verplanen. Bewegung an der frischen Luft und selbstbestimmtes Spiel bieten einen wichtigen Ausgleich zum Sitzen und Konzentrieren.

Auch der Umgang mit digitalen Medien gehört zur Gestaltung des Tages. Klare und verlässliche Regeln können Kindern helfen, zwischen Medienzeit, Lernen, Bewegung und Erholung eine gute Balance zu finden.

7. Im Gespräch bleiben und Gewohnheiten entwickeln

Ein neuer Alltag braucht Zeit, bis er selbstverständlich wird. Deshalb sollten Eltern nicht erwarten, dass vom ersten Schultag an alles reibungslos funktioniert. Hilfreicher ist es, gemeinsam mit dem Kind zu schauen, was gut klappt und wo noch Unterstützung notwendig ist.

Ein regelmäßiger Austausch über den Schultag kann dabei helfen. Eltern können ihr Kind fragen, was schön war, was schwierig war oder was es am nächsten Tag braucht. Gleichzeitig sollten sie ihrem Kind genügend Freiraum lassen, um eigene Erfahrungen zu sammeln.

Für pädagogische Fachkräfte bietet sich hier eine wichtige Rolle an: Sie können Eltern darin bestärken, ihrem Kind Sicherheit zu geben, ohne ihm jede Herausforderung abzunehmen. Gerade beim Übergang von der Kita in die Schule ist eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft besonders wertvoll.

Der Schulstart gelingt nicht auf Knopfdruck

Ein guter Schulstart bedeutet nicht, dass Kinder vom ersten Tag an alle neuen Anforderungen problemlos bewältigen. Übergänge brauchen Zeit. Kinder reagieren dabei unterschiedlich und bringen ihre eigenen Erfahrungen, Stärken und Bedürfnisse mit.

Für pädagogische Fachkräfte kann es deshalb sinnvoll sein, Eltern nicht mit einer langen Liste von Erwartungen zu konfrontieren, sondern gemeinsam nach alltagstauglichen Lösungen zu suchen. Ein verlässlicher Tagesrhythmus, emotionale Sicherheit, wachsende Selbstständigkeit und ausreichend Zeit für Spiel und Erholung schaffen gute Voraussetzungen dafür, dass Kinder ihren neuen Lebensabschnitt selbstbewusst beginnen können.

Ausführlichere Informationen und konkrete Empfehlungen zur Umsetzung finden Eltern auf der Website des VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. Dort finden sich außerdem Hinweise auf kostenlose Seminare der VNN-Akademie für Eltern im Oktober.

Quelle: Pressemitteilung Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V.

Späterer Schulstart verbessert Schlaf und Noten deutlich – SPIELEN UND LERNEN

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Kita als Lebensort: Was Kinder für eine gute Entwicklung brauchen

Vielfalt, Inklusion und pädagogische Haltung stehen im Mittelpunkt des GEW-Fachtags am 30. Oktober in Würzburg mit Pädagoge Armin Krenz.

Eine Kita ist weit mehr als ein Ort der Betreuung. Für Kinder ist sie ein wesentlicher Teil ihrer Lebenswelt: Hier entstehen Beziehungen und Freundschaften, hier erleben sie Gemeinschaft und Konflikte, entdecken ihre Fähigkeiten, erfahren Anerkennung, lernen mit Unterschieden umzugehen und entwickeln zunehmend ein Bild von sich selbst und anderen.

Damit stellt sich eine zentrale Frage an die frühkindliche Bildung: Was braucht eine Kita, damit sie tatsächlich zu einem guten Lebens- und Erfahrungsort für alle Kinder werden kann?

Genau darum geht es beim Fachtag „Kita als (Er-)lebensort, getragen von Vielfalt und Individualität von Anfang an“, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern gemeinsam mit ihrem Bezirksverband Unterfranken am 30. Oktober 2026 nach Würzburg einlädt.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur pädagogische Konzepte und Rahmenbedingungen. Die Tagung richtet den Blick ebenso auf die Menschen, die den Alltag in den Einrichtungen gestalten – und damit auf ihre professionelle Haltung, ihre Kommunikation und ihre Bereitschaft, das eigene pädagogische Handeln immer wieder zu hinterfragen.

„Nicht nur was ich tue, sondern wie und warum ich es tue“

Wie entscheidend die Haltung pädagogischer Fachkräfte für die Qualität der Arbeit mit Kindern ist, steht im Zentrum des Hauptvortrags. Dafür konnte die GEW mit Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz einen der profilierten Vertreter der Elementarpädagogik im deutschsprachigen Raum gewinnen.

Sein Vortrag trägt den Titel „Die Haltung macht’s! Besondere Herausforderungen für die eigene Selbstentwicklung und für eine entwicklungsförderliche Umgangskultur.“

Krenz beschäftigt sich darin mit einem Thema, das sein wissenschaftliches und pädagogisches Wirken seit Jahrzehnten prägt: Pädagogische Qualität entscheidet sich nicht allein daran, welche Methoden Fachkräfte beherrschen oder welches Fachwissen sie besitzen. Von zentraler Bedeutung ist vielmehr die innere Grundorientierung, mit der sie Kindern, Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen begegnen.

Eine professionelle und humanistisch geprägte Haltung verbindet Fachwissen mit ethischen Grundwerten und der Bereitschaft, das eigene Handeln kontinuierlich zu reflektieren. Dazu gehören Empathie und Beziehungsfähigkeit ebenso wie Ressourcenorientierung, Sensibilität für Diversität und Inklusion, Authentizität und fachliche Kompetenz.

Die GEW bringt den Gedanken in der Ankündigung des Vortrags auf einen prägnanten Satz:

„Nicht nur was ich tue, sondern wie und warum ich es tue, offenbart die HALTUNG.“

Wenn die eigene Persönlichkeit zum pädagogischen Werkzeug wird

Am Nachmittag vertieft Armin Krenz das Thema in seinem Workshop „Die Haltung macht’s“. Dabei geht es insbesondere um die eigene Persönlichkeitsentwicklung sowie um eine entwicklungsförderliche Kommunikations- und Interaktionskultur mit Kindern und im Team.

Denn eine humanistisch orientierte Pädagogik verlangt mehr als gute Absichten. Pädagogische Fachkräfte müssen Nähe und Distanz ausbalancieren, sich mit eigenen biografischen Prägungen auseinandersetzen und lernen, mit emotionalen Belastungen, Unsicherheiten, Widersprüchen und Rollenkonflikten professionell umzugehen.

Gerade weil die eigene Persönlichkeit eines der wichtigsten „Arbeitsinstrumente“ pädagogischer Fachkräfte ist, gehören Selbstreflexion und die kontinuierliche Arbeit an sich selbst zur Professionalität.

Armin Krenz: Seit Jahrzehnten Anwalt einer kindorientierten Pädagogik

Armin Krenz zählt seit Jahrzehnten zu den bekannten Stimmen der Elementarpädagogik im deutschsprachigen Raum. Der Sozialpädagoge, Wissenschaftsdozent und Autor zahlreicher Fachbücher entwickelte in den 1980er-Jahren den Situationsorientierten Ansatz. Kennzeichnend für seine Arbeit ist die Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit der konkreten pädagogischen Praxis.

Auch mit spielen und lernen ist Krenz eng verbunden. Als langjähriger Autor unseres Magazins setzt er sich regelmäßig mit grundlegenden Fragen pädagogischer Qualität, kindlicher Entwicklung und professionellen Handelns auseinander.

Das Recht auf Verschiedenheit

Die Frage nach der professionellen Haltung ist eng mit einem weiteren Schwerpunkt der Tagung verbunden: Wie gelingt eine Kita, in der Verschiedenheit nicht als Problem, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des Zusammenlebens verstanden wird?

Ein Podiumsgespräch unter dem Titel „Kita als inklusiver (Er-)Lebensort – vom Recht auf Verschiedenheit“ widmet sich den Voraussetzungen und Herausforderungen inklusiver Bildungswege.

Dabei berührt das Thema einen Grundgedanken frühkindlicher Bildung: Kinder unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten, Erfahrungen, Bedürfnissen, familiären Hintergründen und Entwicklungsgeschwindigkeiten. Eine kindorientierte Pädagogik kann deshalb nicht darin bestehen, alle Kinder möglichst gleich zu behandeln. Sie muss vielmehr Bedingungen schaffen, unter denen unterschiedliche Kinder gleichermaßen dazugehören und sich entwickeln können.

Sieben Workshops für die pädagogische Praxis

Am Nachmittag können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt sieben Workshops wählen. Das Themenspektrum reicht von Inklusion und Kita-Leitung über Teamkommunikation und die Zusammenarbeit mit Eltern bis hin zu partizipativen Angeboten für Kinder und dem sinnvollen Einsatz digitaler Medien.

Damit verbindet die Tagung grundsätzliche pädagogische Fragen mit konkreten Herausforderungen des Kita-Alltags.

Allen Programmpunkten liegt letztlich eine gemeinsame Frage zugrunde: Wie können wir Kitas so gestalten, dass Kinder dort Vielfalt, Beteiligung, Beziehung, Sicherheit und Selbstwirksamkeit tatsächlich erleben?

spielen und lernen ist in Würzburg mit dabei

Auch spielen-und-lernen.online und unser Buchverlag werden beim GEW-Fachtag in Würzburg vor Ort sein. An unserem Büchertisch präsentieren wir eine Auswahl unserer Fach- und Kinderbücher. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Informationen zu unseren Veröffentlichungen sowie zu aktuellen Themen und Beiträgen von spielen und lernen.

Der Fachtag bietet damit auch Gelegenheit, Bücher und Neuerscheinungen kennenzulernen und mit uns persönlich ins Gespräch zu kommen.

Wir freuen uns auf viele Begegnungen und Gespräche in Würzburg.

Termin, Ort und Anmeldung

Der GEW-Fachtag „Kita als (Er-)lebensort, getragen von Vielfalt und Individualität von Anfang an“ findet am Freitag, 30. Oktober 2026, von 9 bis 16.15 Uhr in der Kolping Akademie, Kolpingplatz 1, Würzburg, statt.

Für Mitglieder der GEW ist die Teilnahme – abgesehen von den eigenen Anreisekosten – kostenlos. Nichtmitglieder zahlen einen Teilnahmebeitrag von 50 Euro.

Das vollständige Programm, Informationen zu den einzelnen Workshops sowie die Anmeldung finden Interessierte auf der Website der GEW Bayern.

Bücher von Armin Krenz bei Burckhardthaus




Vielfalt fordert – Fachwissen stärkt

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Inklusion beginnt mit Wissen

Jedes Kind ist einzigartig mit seinen individuellen Stärken, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wird die Vielfalt in Kitas und Schulen immer größer. Pädagogische Fachkräfte begleiten Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsverläufen, kulturellen Hintergründen, Begabungen und Unterstützungsbedarfen. Diese Vielfalt bereichert den pädagogischen Alltag, stellt Fachkräfte aber auch vor immer komplexere Aufgaben.

Wie gelingt es, allen Kindern gerecht zu werden? Woran erkenne ich, wann ein Kind zusätzliche Unterstützung benötigt? Wie können Entwicklungsprozesse professionell begleitet und Eltern kompetent beraten werden? Um diese Fragen sicher beantworten zu können, braucht es mehr als Engagement. Es braucht fundiertes Fachwissen.

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Genau hier setzt unser berufsbegleitende Fernlehrgang „Fachkraft für Integration & Inklusion“ der Fernakademie für Pädagogik und Sozialberufe an. Der staatlich zugelassene Fernlehrgang verbindet wissenschaftlich fundierte Inhalte mit hoher Praxisorientierung und vermittelt die Kompetenzen, um inklusive Bildungsprozesse professionell zu gestalten.

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  • DQR-Niveau 5
  • Digitales Akademie-Zertifikat 
  • Optionales IHK-Zusatzmodul „Fachkraft für Integration und Inklusion (IHK)“

Du lernst, Entwicklungsauffälligkeiten besser einzuordnen, individuelle Fördermöglichkeiten zu erkennen, Barrieren abzubauen und Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen sicher und wertschätzend zu begleiten. Dank des flexiblen Fernstudiums lässt sich die Weiterbildung ideal mit Beruf und Familie vereinbaren.

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Inklusionsmobil: Wie Kinder Inklusion durch gemeinsame Bewegung erleben

Kinder erleben inklusiven Sport

Bewegung verbindet Kinder

Kinder gehen meist unvoreingenommen aufeinander zu. Beim gemeinsamen Spielen und Bewegen entstehen Freundschaften, Teamgeist und gegenseitiger Respekt ganz selbstverständlich – ohne dass jemand erklären muss, was Inklusion bedeutet.

Genau hier setzt das Inklusionsmobil an. Das gemeinsame Projekt der Aktion Mensch, des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und von REWE bringt inklusiven Sport direkt an Schulen, in Vereine und auf Veranstaltungen. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung treiben zusammen Sport, lernen voneinander und erfahren dabei, dass Vielfalt den Alltag bereichert.

Warum Inklusion schon im Kindesalter beginnt

Inklusion bedeutet, dass jedes Kind dazugehört und die gleichen Möglichkeiten erhält – unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder Einschränkungen.

Bewegungsangebote spielen dabei eine Schlüsselrolle. Beim gemeinsamen Sport rücken Unterschiede in den Hintergrund. Stattdessen erleben Kinder unmittelbar, wie sie sich gegenseitig unterstützen, zusammen Lösungen finden und Erfolge miteinander teilen.

Studien zeigen allerdings: Menschen mit Behinderung treiben noch immer deutlich seltener Sport als Menschen ohne Behinderung. Projekte wie das Inklusionsmobil machen inklusive Angebote deshalb sichtbar – und motivieren Schulen sowie Vereine zum Mitmachen.

Das Inklusionsmobil bringt den Sport direkt zu den Kindern

Seit 2025 ist das Inklusionsmobil in ganz Deutschland unterwegs. Es besucht Schulen, Vereine und öffentliche Veranstaltungen und bietet abwechslungsreiche Mitmachaktionen rund um Bewegung und Behindertensport.

Was Kinder beim Inklusionsmobil erwartet:

  • Sportarten ausprobieren, die sie sonst kaum kennenlernen – etwa Rollstuhlbasketball, Goalball oder Sitzvolleyball
  • Neue Erfahrungen sammeln in Übungen, bei denen es um Zusammenspiel statt Leistung geht
  • Berührungsängste abbauen durch direkte Begegnungen auf Augenhöhe
  • Vorbilder treffen: Sportlerinnen und Sportler aus dem Behindertensport begleiten viele Aktionen

Diese persönlichen Begegnungen hinterlassen bei vielen Kindern einen bleibenden Eindruck. Sie zeigen: Sportliche Leistung ist keine Frage einer Behinderung.

Begeisterung bei den ersten Schulbesuchen 2026

Zum Jahresbeginn 2026 machte das Inklusionsmobil Station an Schulen in Wiesbaden und Stuttgart. Die Schülerinnen und Schüler lernten dort verschiedene inklusive Sportangebote kennen und wurden selbst aktiv.

Besonders eindrucksvoll war der Besuch eines Rollstuhlbasketballvereins aus der Bundesliga. Viele Kinder kamen erstmals mit dieser Sportart in Berührung – und die Begeisterung war so groß, dass einige anschließend selbst Rollstuhlbasketball ausprobieren wollten.

Weiter führte die Tour unter anderem nach Leipzig und Gräfenhainichen. Zusätzliche Stationen sollen folgen und noch mehr Kindern den Zugang zu inklusiven Sportangeboten eröffnen.

Was Eltern, Schulen und Kitas daraus mitnehmen können

Nicht jede Schule bekommt Besuch vom Inklusionsmobil – die Idee dahinter lässt sich aber im Kleinen übertragen:

  1. Spiele so anpassen, dass alle mitspielen können – etwa durch veränderte Regeln, größere Bälle oder Aufgaben mit unterschiedlichen Rollen.
  2. Kooperation vor Wettbewerb stellen, damit der Fokus auf gemeinsamem Erfolg liegt statt auf Rangfolgen.
  3. Kontakt zu inklusiven Sportvereinen in der Region suchen und Schnupperstunden organisieren.
  4. Fragen der Kinder zulassen, statt Unterschiede zu übergehen – Neugier ist der Anfang von Verständnis.
  5. Bewegung schafft Begegnungen
  6. Das Inklusionsmobil zeigt eindrucksvoll, dass gemeinsamer Sport Menschen verbindet. Kinder erleben Vielfalt ganz selbstverständlich und entwickeln Verständnis füreinander. Schulen und Vereine erhalten gleichzeitig wertvolle Impulse, um inklusive Angebote dauerhaft zu verankern.

Bewegung schafft Begegnungen

Das Inklusionsmobil zeigt eindrucksvoll, dass gemeinsamer Sport Menschen verbindet. Kinder erleben Vielfalt ganz selbstverständlich und entwickeln Verständnis füreinander. Schulen und Vereine erhalten gleichzeitig wertvolle Impulse, um inklusive Angebote dauerhaft zu verankern.

Sie möchten das Inklusionsmobil selbst kennenlernen? Alle anstehenden Termine und weitere Informationen finden Sie hier: Zum Inklusionsmobil

Sie möchten, dass das Inklusionsmobil auch zu Ihnen kommt? Hier können Sie sich für einen Besuch des Inklusionsmobils in bewerben: Hier klicken und Bewerbung abschicken

Quelle: Pressemitteilung Aktion Mensch




Ein langer Schultag mit großen Erwartungen

Ein Meilenstein für Familien und Grundschulen

Ab dem 1. August 2026 haben Kinder der ersten Klassenstufe einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. In den kommenden Jahren wird dieser Anspruch schrittweise ausgeweitet, bis er ab dem Schuljahr 2029/30 für alle Grundschulkinder gilt.

Die Bundesregierung sieht darin einen wichtigen Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ganztag soll Kindern zusätzliche Lern- und Fördermöglichkeiten eröffnen, Zeit für Bewegung, Musik und gemeinsames Spielen schaffen und Eltern im Alltag entlasten. Dafür stellt der Bund Milliardenbeträge für den Ausbau der Ganztagsangebote sowie für deren langfristige Finanzierung bereit. Bereits heute nutzt mehr als die Hälfte aller Grundschulkinder ein Ganztagsangebot.

Mehr Zeit zum Lernen, Spielen und Entdecken

Ganztag bedeutet heute weit mehr als eine verlässliche Betreuung am Nachmittag. Ziel ist ein Bildungs- und Lebensort, an dem Unterricht, Freizeit, Bewegung und kulturelle Angebote sinnvoll miteinander verbunden werden. Kinder sollen ihre Interessen entdecken, soziale Erfahrungen sammeln und – wo möglich – ihre Hausaufgaben bereits in der Schule erledigen.

Auch die SPD hebt diese Chancen hervor. Der Rechtsanspruch schaffe mehr Verlässlichkeit für Familien und eröffne Kindern zusätzliche Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Gleichzeitig sei allen Beteiligten bewusst, dass der Ausbau vielerorts noch erhebliche Anstrengungen erfordere.

Qualität entscheidet über den Erfolg

Grundsätzlich begrüßen auch Gewerkschaften den Start des Rechtsanspruchs. Zugleich warnen sie davor, den Ausbau allein an der Zahl neuer Plätze zu messen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert verbindliche Qualitätsstandards, ausreichend qualifizierte Fachkräfte, geeignete Räume und eine dauerhaft gesicherte Finanzierung. Ganztag dürfe nicht von der Finanzkraft einzelner Kommunen abhängen und müsse überall ein hochwertiges Bildungsangebot sein.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht erheblichen Handlungsbedarf. Nach seinen Angaben fehlen bundesweit noch rund 166.000 Ganztagsplätze. Gleichzeitig könnten bislang nur wenige Kommunen den neuen Rechtsanspruch vollständig erfüllen. Neben dem weiteren Ausbau fordert der DGB deshalb bundesweit verbindliche Qualitätsstandards sowie bessere Arbeitsbedingungen für die pädagogischen Fachkräfte.

Der Ausbau beginnt – die Qualitätsdebatte bleibt

Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs endet die Diskussion um den Ganztag nicht – sie beginnt vielmehr in einer neuen Phase. Nun wird sich zeigen, wie gut es gelingt, zusätzliche Betreuungsplätze mit pädagogischer Qualität zu verbinden. Für Grundschulen, Horte und ihre Träger bedeutet dies, tragfähige Konzepte zu entwickeln, ausreichend Personal zu gewinnen und den Ganztag als Bildungs- und Lebensraum für Kinder weiterzuentwickeln. Ob der Rechtsanspruch langfristig zu mehr Chancengerechtigkeit führt, wird sich deshalb nicht allein an der Zahl der Plätze messen lassen, sondern vor allem an der Qualität der Angebote.




Was Kinder brauchen: Kinderpsychologie live erleben und verstehen

Praxisnahe Fortbildung mit Dr. Thomas Fuchs zu Bindung, Neurodiversität, Medien, Pubertät und Resilienz

Die Kindheit ist die prägendste Phase im Leben eines Menschen. Wer Kinder begleitet, trägt Verantwortung für ihre Entwicklung – und sollte wissen, welche Erkenntnisse die moderne Kinderpsychologie bereithält. Genau hier setzt die Präsenzfortbildung „Was Kinder brauchen – Kinderpsychologie live erleben“ an.

Der Kinder- und Jugendpsychologe Dr. rer. soc. Thomas Fuchs vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen verständlich, praxisnah und anhand zahlreicher Beispiele. Im Mittelpunkt stehen Fragen, die pädagogische Fachkräfte im Alltag unmittelbar betreffen:

  • Warum ist eine sichere Bindung für Kinder so entscheidend?
  • Wie lassen sich Konflikte lösen, ohne die Beziehung zum Kind zu gefährden?
  • Welche Rolle spielen Geschlechterunterschiede?
  • Was bedeutet Neurodiversität – und warum ist jedes Kind auf seine Weise einzigartig?
  • Wie können Kinder einen gesunden Umgang mit sozialen Medien entwickeln?
  • Was verändert sich in der Pubertät – und wie können Erwachsene Jugendliche sinnvoll begleiten?

Darüber hinaus richtet die Veranstaltung den Blick auf eine grundlegende Frage: Welche Welt hinterlassen wir den Kindern – und welche Kinder hinterlassen wir der Welt? Ziel ist es, Erwachsene dabei zu unterstützen, Kinder resilient, solidarisch und verantwortungsbewusst auf ihrem Lebensweg zu begleiten.

Termin

Dienstag, 29. September 2026
9:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr

Veranstaltungsort

Museum am Schölerberg, Osnabrück

Referent

Dr. rer. soc. Thomas Fuchs, Diplom-Psychologe mit den Schwerpunkten klinische und pädagogische Psychologie sowie langjähriger Erfahrung in der Kinder- und Jugendpsychologie.

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte, Tagespflegepersonen sowie Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit und weiteren pädagogischen Arbeitsfeldern.

Teilnahmegebühr

99,00 Euro
Nach der Veranstaltung erhalten alle Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung über 8 Unterrichtseinheiten (UE). Weitere Informationen zum Ablauf werden nach der Anmeldung zugesandt.

Weitere Informationen unter: https://bb-ankum.de/veranstaltungen/




Gewalt und Verhaltensprobleme nehmen schon in Grundschulen zu

Deutsches Schulbarometer 2026 und Berliner Gewaltstudie zeigen wachsende Belastungen an Schulen

Gewalt, Konflikte, soziale Spannungen und herausforderndes Verhalten von Schülerinnen und Schülern gehören inzwischen zu den größten Herausforderungen im Bildungsbereich. Darauf weisen sowohl das Deutsche Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung als auch das kürzlich vorgestellte Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer hin. Obwohl beide Untersuchungen unterschiedliche Schwerpunkte setzen, zeichnen sie ein vergleichbares Bild: Viele Lehrkräfte erleben eine Zunahme von Konflikten und Verhaltensproblemen, die sich zunehmend auch bereits im Grundschulalter bemerkbar machen.

Besonders bemerkenswert ist, dass Berlin als erstes Bundesland eine eigene umfassende Untersuchung zu Gewalt, Konflikten, Diskriminierung und sozialem Konformitätsdruck an Schulen vorgelegt hat. Die vollständige wissenschaftliche Studie ist bislang allerdings noch nicht öffentlich zugänglich. Veröffentlicht wurden bisher zentrale Ergebnisse durch die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Problematisches Schülerverhalten wird zur größten Herausforderung

Im Deutschen Schulbarometer 2026 bezeichneten 46 Prozent der befragten Lehrkräfte problematisches Verhalten von Schülerinnen und Schülern als größte berufliche Herausforderung. Gegenüber dem Jahr 2024 entspricht dies einem deutlichen Anstieg. Damals lag dieser Wert noch bei 35 Prozent.

Jede vierte Lehrkraft sieht insbesondere das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler als problematisch an. Darüber hinaus werden mangelnde Motivation, fehlender Lernwille sowie zunehmende psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen als wesentliche Herausforderungen genannt.

Trotz der hohen Belastungen zeigt die Untersuchung zugleich ein hohes Engagement der Lehrkräfte. Viele sehen einen erheblichen Fortbildungsbedarf, insbesondere im Umgang mit psychisch belasteten Schülerinnen und Schülern, bei Fragen der Inklusion sowie im Bereich Klassenführung und Verhaltensmanagement.

Berliner Gewaltstudie zeigt deutliche Problemlagen

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer. Für die Untersuchung wurden mehr als 14.000 Schülerinnen und Schüler sowie über 2.500 Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende befragt.

Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte bewertet Gewalt und Konflikte an der eigenen Schule als großes oder sehr großes Problem. Fast zwei Drittel berichten von einer Zunahme von Gewalt seit der Corona-Pandemie. Rund 80 Prozent beobachten zudem, dass Konflikte heute schneller eskalieren als noch vor wenigen Jahren.

Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch bezeichnete die Ergebnisse als „deutliches Warnsignal“. Wenn fast zwei Drittel der Lehrkräfte eine Zunahme von Gewalt wahrnehmen und vier von fünf Befragten beobachten, dass Konflikte schneller eskalieren, dürfe dies nicht als normaler Schulalltag akzeptiert werden.

Besonders besorgniserregend sei, dass viele dieser Entwicklungen bereits an Grundschulen sichtbar würden.

Grundschulen rücken stärker in den Fokus

Während Gewaltprobleme in der öffentlichen Diskussion häufig mit Jugendlichen und weiterführenden Schulen in Verbindung gebracht werden, lenken beide Studien den Blick verstärkt auf jüngere Altersgruppen.

Die Berliner Untersuchung hebt ausdrücklich hervor, dass problematische Entwicklungen bereits im Grundschulbereich erkennbar sind. Konflikte, aggressive Verhaltensweisen und soziale Spannungen treten demnach nicht erst in der Sekundarstufe auf.

Auch die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers lassen erkennen, dass Schulen zunehmend mit sozialen und emotionalen Herausforderungen konfrontiert sind. Dabei geht es nicht allein um einzelne Gewaltvorfälle, sondern um grundlegende Veränderungen im sozialen Miteinander und im Umgang mit Konflikten.

Der Bildungsforscher Prof. Dr. Ullrich Bauer von der Universität Bielefeld verweist darauf, dass die Gewaltbelastung einzelner Schulen stark vom jeweiligen Umfeld und den Belastungsprofilen der Schülerinnen und Schüler abhängt. Schulklassen sind selten homogen. Entscheidend ist häufig, wie groß der Anteil derjenigen ist, die gewaltförmig agieren.

Konflikte verlagern sich zunehmend in digitale Räume

Ein weiterer Schwerpunkt der Berliner Studie betrifft digitale Konflikte. Nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftler werden Auseinandersetzungen heute häufig über Messenger-Dienste und soziale Netzwerke fortgeführt.

Der Wuppertaler Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Marc Grimm spricht von einem digitalen Raum, der Konflikte verlängert, die zuvor bereits in der Schule sichtbar geworden sind. Neben verbaler und sozialer Gewalt berichteten zahlreiche Schülerinnen und Schüler auch von körperlichen Gewalterfahrungen.

Die Digitalisierung verändert damit nicht nur das Lernen, sondern auch die Dynamik sozialer Konflikte. Streitigkeiten, die früher mit dem Unterrichtsende oft beendet waren, setzen sich heute vielfach außerhalb der Schule fort.

Soziale Kompetenzen gewinnen an Bedeutung

Vor diesem Hintergrund rücken soziale und personale Kompetenzen stärker in den Mittelpunkt schulischer Bildungsarbeit. Das Deutsche Schulbarometer zeigt, dass Lehrkräfte besonders häufig die Förderung von Empathie, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Frustrationstoleranz als wichtige Aufgaben ansehen.

Rund drei Viertel der befragten Lehrkräfte geben an, mindestens eine dieser sogenannten überfachlichen Kompetenzen gezielt im Unterricht zu fördern. Gleichzeitig sehen viele Schulen noch Entwicklungsbedarf. Fast ein Drittel der Befragten bewertet die eigenen Kenntnisse zur Förderung solcher Kompetenzen als nicht ausreichend.

Konformitätsdruck als neues Thema

Über klassische Gewaltformen hinaus untersucht das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer erstmals auch sozialen und religiösen Konformitätsdruck. Viele Schülerinnen und Schüler berichten von Situationen, in denen sie Anpassungsdruck innerhalb ihrer sozialen Gruppen wahrnehmen.

Die Forscher sehen darin ein bislang wenig beachtetes Thema, das künftig stärker in den Fokus genommen werden sollte. Neben Gewalt und Mobbing geht es dabei auch um Fragen der Zugehörigkeit, Ausgrenzung und individuellen Freiheit innerhalb schulischer Gemeinschaften.

Hohe Belastung – dennoch große Berufszufriedenheit

Trotz der vielfältigen Herausforderungen zeichnet das Deutsche Schulbarometer kein ausschließlich negatives Bild. Die Mehrheit der Lehrkräfte ist weiterhin mit ihrer beruflichen Tätigkeit zufrieden. 83 Prozent geben an, insgesamt zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein, und 89 Prozent arbeiten nach eigener Aussage gerne an ihrer Schule.

Gleichzeitig zeigen die Daten deutliche Belastungen. Mehr als ein Drittel der Lehrkräfte fühlt sich mehrmals pro Woche oder sogar täglich erschöpft. 28 Prozent würden den Beruf wechseln, wenn sich ihnen die Möglichkeit dazu bieten würde.

Die Studien machen deutlich, dass Schulen gegenwärtig vor komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen stehen. Gewalt, Konflikte, psychische Belastungen und soziale Spannungen spiegeln Entwicklungen wider, die weit über das Bildungssystem hinausreichen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Schulen zunehmend zu Orten werden, an denen gesellschaftliche Veränderungen besonders früh sichtbar werden.

Hinweis der Redaktion: Die vollständige wissenschaftliche Fassung des Berliner Konflikt- und Gewaltbarometers war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags noch nicht öffentlich zugänglich. Grundlage der Berichterstattung sind die von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie veröffentlichten Ergebnisse vom 22. Juni 2026 sowie die veröffentlichten Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2026 der Robert Bosch Stiftung.