Impfschutz für Kinder: Warum vollständige Impfungen wichtig sind

Die Stiftung Kindergesundheit mahnt zu rechtzeitigem Impfen nach STIKO-Impfkalender – trotz hoher Impfquoten bestehen Lücken

Impfungen zählen zu den wirksamsten Maßnahmen, um Kinder vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Dennoch werden in Deutschland viele Impfserien nicht rechtzeitig oder nicht vollständig abgeschlossen. Darauf weist die Stiftung Kindergesundheit hin. Sie empfiehlt Eltern, sich konsequent am aktuellen Impfkalender der Ständige Impfkommission (STIKO) zu orientieren.

Hohe Impfquoten – aber nicht immer vollständig

Die Impfbereitschaft in Deutschland ist grundsätzlich hoch. 2024 hatten 96 Prozent der Kinder bis zum Alter von 15 Monaten mit der Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung begonnen. Doch bis zum zweiten Geburtstag waren nur rund drei Viertel der Kinder vollständig immunisiert.

Auch bei der Masernimpfung zeigen sich Lücken: Zwar erhielten 87 Prozent der Kinder bis zum Alter von 15 Monaten die erste Dosis, doch mehr als ein Fünftel hatte zum zweiten Geburtstag noch keine zweite Impfung erhalten. Erst im Schulalter werden Impfquoten von über 90 Prozent erreicht.

Internationale Entwicklungen verdeutlichen die Folgen unzureichender Impfquoten. Großbritannien gilt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation nicht mehr als masernfrei. Auch in Deutschland treten weiterhin regionale Masern-Ausbrüche auf.

Schutz vor schweren Erkrankungen

Impfstoffe schützen vor Krankheitserregern, gegen die es oft nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt. Eine Tetanus-Infektion endet beispielsweise noch immer bei etwa zehn bis zwanzig Prozent der Erkrankten tödlich. Selbst vermeintlich harmlose Erkrankungen wie Masern können schwere Komplikationen verursachen, darunter Lungenentzündungen oder bleibende neurologische Schäden.

Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit sind viele Infektionskrankheiten heute nur deshalb selten geworden, weil über Jahrzehnte hinweg konsequent geimpft wurde. Impfungen tragen nicht nur zum individuellen Schutz bei, sondern reduzieren auch die Verbreitung von Erregern in der Bevölkerung.

Gemeinschaftsschutz durch hohe Impfquoten

Wenn ein großer Teil der Bevölkerung immun ist, kann sich ein Erreger deutlich schwerer ausbreiten. Dieser sogenannte Gemeinschaftsschutz – auch Herdenimmunität genannt – ist besonders wichtig für Säuglinge, chronisch kranke Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die selbst nicht ausreichend geschützt werden können.

Ein vollständiger Impfschutz trägt somit nicht nur zur individuellen Sicherheit bei, sondern schützt auch vulnerable Gruppen.

Besondere Impflücken bei Jugendlichen

Während viele Standardimpfungen im frühen Kindesalter begonnen werden, bestehen vor allem bei Jugendlichen weiterhin Defizite. Nur etwa 50 Prozent der Mädchen und rund ein Drittel der Jungen verfügen über einen vollständigen Schutz gegen Humane Papillomviren (HPV). Damit fehlt vielen jungen Menschen ein wichtiger Schutz vor HPV-bedingten Krebserkrankungen.

Auch empfohlene Auffrischimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung werden häufig nicht wahrgenommen.

Positive Entwicklungen und neue Empfehlungen

Erfreulich ist die Entwicklung bei der RSV-Prophylaxe im Säuglingsalter: Mehr als die Hälfte der zwischen April und September 2024 geborenen Kinder war in ihrer ersten RSV-Saison bereits geschützt.

Mit dem Impfkalender 2026 hat die STIKO ihre Empfehlungen aktualisiert. Neu aufgenommen oder angepasst wurden unter anderem Empfehlungen zur Meningokokken-Impfung im Jugendalter, zur RSV-Prophylaxe für Säuglinge sowie erweiterte Hinweise zur Herpes-Zoster-Impfung für bestimmte Risikogruppen.

Die Stiftung Kindergesundheit rät Eltern, den Impfstatus ihrer Kinder regelmäßig überprüfen zu lassen und versäumte Impfungen möglichst zeitnah nachzuholen. Entscheidend ist, Impfserien vollständig und im empfohlenen Alter abzuschließen.




Wenn das Gewicht auf der Seele lastet: Übergewicht und Psyche bei Kindern

Neue Studien zeigen: Übergewicht belastet nicht nur den Körper, sondern erhöht auch das Risiko für Depressionen und Ängste

Übergewicht bei Kindern ist seit Jahren ein Thema in der Gesundheits- und Bildungspolitik. Meist stehen dabei Ernährung, Bewegung und medizinische Folgen im Vordergrund. Doch neue wissenschaftliche Erkenntnisse machen deutlich: Übergewicht belastet nicht nur den Körper – es kann auch die seelische Gesundheit von Kindern erheblich beeinträchtigen.

Darauf weist die Stiftung Kindergesundheit in einem aktuellen Newsletter hin. Studien zeigen, dass übergewichtige Kinder und Jugendliche deutlich häufiger unter psychischen Problemen leiden als normalgewichtige Gleichaltrige. Besonders depressive Symptome, Angststörungen und Verhaltensauffälligkeiten treten verstärkt auf. Damit wird klar: Wer Prävention ernst nimmt, muss nicht nur Kalorien und Bewegung betrachten, sondern auch die psychische Dimension von Übergewicht.

Erhöhtes Risiko für Depressionen und Angststörungen

Besorgniserregend ist vor allem der Zusammenhang zwischen Übergewicht und depressiven Entwicklungen im Jugendalter. Während Mädchen generell häufiger zu depressiven Symptomen neigen, zeigen die Daten bei Jungen einen besonders alarmierenden Effekt: Übergewichtige 14-jährige Jungen haben ein fünffach erhöhtes Risiko, innerhalb weniger Jahre klinisch relevante depressive Symptome zu entwickeln.

Auch aggressive Verhaltensweisen können mit zunehmendem Alter häufiger auftreten. Erschreckend ist zudem, dass psychische Belastungen oft bestehen bleiben – selbst dann, wenn sich das Körpergewicht später wieder normalisiert. Übergewicht hinterlässt also nicht nur körperliche Spuren, sondern kann langfristig auch die emotionale Entwicklung beeinflussen.

Mobbing und Ausgrenzung verstärken die Belastung

Ein entscheidender Faktor ist die soziale Dimension. Übergewichtige Kinder erleben deutlich häufiger Hänseleien, Mobbing und Ausgrenzung. Diese Erfahrungen verstärken die seelische Belastung und können noch Jahre später nachwirken.

Expertinnen und Experten betonen deshalb die Dringlichkeit frühzeitiger Maßnahmen gegen gewichtsbezogenes Mobbing – insbesondere in Schulen und Bildungseinrichtungen. Prävention bedeutet hier nicht nur Gesundheitsförderung, sondern auch die Schaffung eines respektvollen sozialen Umfelds, in dem Kinder nicht stigmatisiert werden.

Soziale Ungleichheit verschärft das Problem

Besonders stark betroffen sind Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung bestätigt, dass Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und niedrigerem Bildungsniveau nicht nur häufiger übergewichtig sind, sondern auch häufiger emotionale Probleme entwickeln.

Die Forschenden untersuchten über 4.600 Kinder in den Niederlanden und fanden heraus, dass ein erheblicher Teil der psychischen Belastungen in diesen Familien direkt mit dem häufigeren Auftreten von Übergewicht zusammenhängt. Ursachen sind neben unausgewogener Ernährung auch eingeschränkte Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten sowie ein erhöhtes Stressniveau im familiären Umfeld.

Ganzheitliche Prävention statt einseitiger Maßnahmen

Die Stiftung Kindergesundheit fordert daher ein Umdenken. Prävention darf sich nicht allein auf Ernährung und Bewegung konzentrieren. Vielmehr müssen soziale und psychische Komponenten stärker berücksichtigt werden.

Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung, betont: Kinder seien nicht nur passive Patientinnen und Patienten, sondern aktive Beteiligte ihrer eigenen Gesundheitsversorgung. Sie profitieren von verständlicher Information und echter Mitsprache. attachmentdata121919

Die Stiftung empfiehlt gezielte Maßnahmen, die sowohl körperliche als auch psychische Aspekte berücksichtigen:

  • Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebensräume in Bildungseinrichtungen
  • Programme gegen Ausgrenzung und für ein positives Körperbild
  • Frühzeitige psychologische Begleitung und niedrigschwellige Hilfen

Nur ein gesellschaftlicher Ansatz, der strukturelle Faktoren einbezieht, kann langfristig wirksam sein.

Innovative Projekte: Powerkids und #starkWieWir

Neben klassischen Aufklärungskampagnen entwickelt die Stiftung Kindergesundheit auch innovative Formate, die Kinder direkt erreichen. Ein Beispiel ist die App Powerkids, die sich an übergewichtige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren richtet. Spielerisch vermittelt sie über zwölf Wochen Impulse zu Ernährung, Bewegung und Selbstwert.

Auch die Mitmach-Challenge #starkWieWir verbindet Gesundheitsbildung auf Augenhöhe mit kreativen Materialien und dokumentarischen Filmen, in denen Kinder selbst zu Vorbildern für einen gesunden Alltag werden. Die Filme und Arbeitsblätter sind in der Mediathek der Stiftung verfügbar.

Körper und Seele gemeinsam in den Blick nehmen

Übergewicht im Kindesalter ist ein komplexes Thema, das weit über Ernährung hinausgeht. Die aktuellen Studien machen deutlich: Psychische Gesundheit, soziale Teilhabe und der Schutz vor Ausgrenzung müssen integraler Bestandteil jeder Präventionsstrategie sein.

Kinder brauchen nicht nur Bewegung und gesunde Mahlzeiten, sondern auch Anerkennung, Unterstützung und ein Umfeld, das sie stärkt – körperlich wie seelisch. Nur so kann Prävention wirklich gelingen.




Gesunde Zähne von Anfang an: Wirksame Kariesprävention für Kinder

Frühzeitige Zahnpflege, eine zuckerarme Ernährung und Fluorid schützen wirksam vor Karies und sichern die Zahngesundheit vom ersten Milchzahn an.

Die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Fast 80 Prozent der Zwölfjährigen sind heute kariesfrei – ein international herausragender Wert. Diese Entwicklung zeigt: Aufklärung und Prävention wirken. Die Stiftung Kindergesundheit betont, dass eine konsequente Zahnpflege, eine zuckerarme Ernährung und der richtige Umgang mit Fluorid entscheidend sind, damit Kinderzähne gesund bleiben.

Drei Säulen der Zahngesundheit

Karies entsteht, wenn bestimmte Bakterien Zucker in Säuren umwandeln, die den Zahnschmelz angreifen. Eine wirksame Vorbeugung ruht auf drei Säulen: einer ausgewogenen Ernährung mit wenig Zucker, täglicher Mundhygiene und dem Schutz durch Fluoride. Werden diese Empfehlungen konsequent umgesetzt, lässt sich Karies vermeiden oder im Frühstadium stoppen.

1. Zuckerarme Ernährung:
Süßigkeiten und süße Getränke gehören zu den größten Risikofaktoren. Kinder sollten sie nur selten und vorzugsweise zu den Hauptmahlzeiten konsumieren, damit der Speichelfluss den Zahnschmelz schützt. Zuckerhaltige Getränke in Babyflaschen oder Trinklernbechern sollten grundsätzlich vermieden werden. Zahnschonende Produkte sind am „Zahnmännchen“-Symbol auf der Verpackung zu erkennen.

2. Regelmäßige Zahnpflege:
Bereits mit dem ersten Milchzahn beginnt die Mundhygiene. Eltern sollten ihr Kind spielerisch an das Zähneputzen heranführen. Zweimal täglich putzen – morgens und abends – ist der wichtigste Baustein gesunder Zähne.

3. Fluoridschutz:
Fluoride stärken den Zahnschmelz, hemmen die Bakterienaktivität und sind wissenschaftlich bestens untersucht. Sie wirken direkt auf der Zahnoberfläche und gelangen über fluoridhaltige Zahnpasta, Fluoridtabletten, fluoridiertes Speisesalz oder Lacke in die Mundhöhle.

Fluorid – sicher und wissenschaftlich belegt

Fluorid ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement, das bei richtiger Dosierung unbedenklich ist. In handelsüblichen Konzentrationen – bis 1.000 ppm in Kinderzahnpasta und bis 1.500 ppm in Erwachsenenzahnpasta – ist es sicher und hochwirksam.

Empfohlene Anwendung:

  • Ab dem ersten Zahn: zweimal täglich putzen mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta (1.000 ppm Fluorid).
  • Ab dem zweiten Geburtstag: die Menge kann auf eine erbsengroße Portion erhöht werden.
  • Bis sechs Jahre: weiterhin Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid verwenden.

Zahnpasten mit neutralem Geschmack und kleiner Öffnung verhindern, dass Kinder zu viel verschlucken. Zusätzlich sollte in der Küche fluoridiertes Speisesalz verwendet werden – idealerweise angereichert mit Jod und Folsäure.

Früherkennung und Vorsorge ab dem ersten Zahn

Prävention beginnt früh. Schon bei den kinderärztlichen Untersuchungen U5, U6 und U7 sollten Zähne und Schleimhäute kontrolliert werden. Kinderärztinnen und -ärzte überweisen bei Auffälligkeiten an eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt.

Die Krankenkassen übernehmen für Kinder vom 6. Lebensmonat bis zum 6. Lebensjahr sechs Früherkennungsuntersuchungen sowie zweimal jährlich Fluoridlack-Anwendungen zur Härtung des Zahnschmelzes.

Auch ältere Kinder profitieren: Zwischen dem 7. und 18. Lebensjahr werden zahnärztliche Prophylaxeprogramme angeboten. Dazu zählen Mundhygieneberatung, Ernährungsaufklärung, praktische Putzübungen, lokale Fluoridierung und auf Wunsch die Versiegelung bleibender Backenzähne.

Gemeinsame Verantwortung für gesunde Kinderzähne

„Die große Verbesserung der Zahngesundheit bei Kindern ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Prävention wirkt, wenn sie konsequent umgesetzt wird“, betont Prof. Dr. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Eltern, Ärztinnen und Ärzte, pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie Gesundheitseinrichtungen tragen gemeinsam dazu bei, dass Kinder mit gesunden Zähnen aufwachsen und diese Gesundheit ein Leben lang bewahren.

Giulia Roggenkamp, Stiftung Kindergesundheit




Keuchhusten: Gefährliche Infektion ist wieder auf dem Vormarsch

Stiftung Kindergesundheit warnt: Die Fallzahlen steigen rasant – Babys und ihre Familien sind besonders bedroht

Die Zahl der Keuchhusten-Erkrankungen in Deutschland hat 2024 einen traurigen Rekord erreicht: Mit über 25.000 gemeldeten Fällen verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) den höchsten Stand seit Einführung der bundesweiten Meldepflicht. Besonders besorgniserregend: Säuglinge unter einem Jahr sind am stärksten betroffen – sie tragen das höchste Risiko für schwere oder gar tödliche Verläufe, wie die Stiftung Kindergesundheit in ihrer aktuellen Stellungnahme betont.

Warum Keuchhusten alles andere als harmlos ist

Keuchhusten (medizinisch: Pertussis) beginnt oft unauffällig mit leichtem Husten, entwickelt sich aber rasch zu einer schweren, krampfartigen Hustenerkrankung. Vor allem bei kleinen Kindern können die Hustenanfälle mit Atemnot, Erbrechen und Erstickungsgefahr einhergehen. Etwa jedes zweite betroffene Kind muss im Krankenhaus behandelt werden. Besonders dramatisch: Neugeborene haben keinen sogenannten „Nestschutz“, da die mütterlichen Antikörper sie nicht ausreichend vor Keuchhusten schützen.

Erwachsene als unerkannte Überträger

Keuchhusten ist längst keine reine Kinderkrankheit mehr. Laut RKI treten inzwischen rund 60 Prozent der Fälle bei Erwachsenen auf – häufig mit atypischen Symptomen wie hartnäckigem Husten ohne typische Keuchhusten-Anfälle. Viele Betroffene wissen nicht, dass sie erkrankt sind – und stecken damit unbewusst Säuglinge und Kleinkinder an. Nach Hochrechnungen müssen jährlich mindestens 1.100 Erwachsene wegen Keuchhusten stationär behandelt werden.

Übertragung und Symptome: Heimtückisch und hoch ansteckend

Die Pertussis-Bakterien verbreiten sich über Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen – schon ein Meter Abstand kann zu wenig sein. Nach einer ein- bis zweiwöchigen Inkubationszeit beginnt die Krankheit mit harmlos wirkendem Husten, der sich zunehmend verschlimmert. Typisch sind nächtliche Hustenanfälle, die zu Atemnot, Erbrechen und Erschöpfung führen können. Die Erkrankung kann sich über Wochen bis Monate hinziehen. Besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen wird Keuchhusten deshalb häufig nicht erkannt.

Impfung schützt – auch das ungeborene Kind

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grundimmunisierung gegen Keuchhusten im Säuglingsalter sowie regelmäßige Auffrischimpfungen für Erwachsene. Schwangere sollten unabhängig vom eigenen Impfstatus im dritten Trimester gegen Pertussis geimpft werden. Nur so lässt sich ein frühzeitiger Schutz für Neugeborene aufbauen. Auch enge Kontaktpersonen von Babys – wie Eltern, Großeltern und medizinisches Personal – sollten ihre Impfungen regelmäßig auffrischen.

Wachsamkeit und Impfbereitschaft retten Leben

Keuchhusten ist keine Bagatelle, sondern eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit – vor allem für die Kleinsten. Die Stiftung Kindergesundheit ruft Eltern, Großeltern und medizinisches Fachpersonal dazu auf, sich aktiv zu schützen und durch Impfungen Verantwortung für die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu übernehmen.

Quellenhinweis:

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung der Stiftung Kindergesundheit, verfasst von Giulia Roggenkamp, Pressestelle.

Weitere Informationen: www.kindergesundheit.de




Zuckerfalle im Glas: Warum süße Getränke für Kinder ein Risiko sind

Wie gezuckerte Limonaden, Tees und Säfte das Risiko für Übergewicht und Krankheiten bei Kindern erhöhen – und was Eltern dagegen tun können

Immer mehr Kinder in Deutschland kämpfen mit Übergewicht – eine Entwicklung, die nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die langfristige Gesundheit bedroht. In einer aktuellen Pressemitteilung warnt die Stiftung Kindergesundheit eindringlich vor dem hohen Zuckerkonsum durch süße Getränke, der eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung spielt.

Jedes sechste Kind in Deutschland ist übergewichtig

Nach Angaben der Stiftung bringt fast jedes sechste Kind hierzulande zu viel auf die Waage. Rund 5,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten sogar als adipös – also krankhaft fettleibig. Eine der Hauptursachen: zuckerhaltige Getränke wie Limonade, Cola, gesüßter Tee, Fruchtsäfte und Schorlen.

Laut einer Marktstudie von Foodwatch, auf die sich die Stiftung bezieht, konsumiert in Deutschland fast jedes sechste Kind ein- bis dreimal täglich ein zuckerhaltiges Getränk. Vier Prozent trinken sogar viermal täglich Limo, Cola oder andere gezuckerte Flüssigkeiten.

Zucker in flüssiger Form – ein unterschätztes Risiko

Die Stiftung Kindergesundheit macht deutlich: Der Zusammenhang zwischen dem Konsum süßer Getränke und der Gewichtszunahme ist wissenschaftlich belegt. „Eine Analyse von elf internationalen Studien kommt zu dem Ergebnis, dass ein regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke für etwa ein Fünftel des Risikos der Fettleibigkeit im Kindes– und Jugendalter verantwortlich ist“, betont Professor Dr. Dr. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt sowie Vorsitzender der Stiftung.

Auch der durchschnittliche Zuckergehalt der Getränke spricht für sich: 7,3 Prozent Zucker pro 250 ml – das entspricht etwa sechs Würfeln Zucker pro Glas. Zucker wirkt dabei nicht nur auf das Gewicht, sondern erhöht auch das Risiko für Typ-2-Diabetes und Karies.

Appell an die Politik: Zuckersteuer auch in Deutschland?

Angesichts der hohen Gesundheitskosten – rund 1,8 Milliarden Euro jährlich für übergewichtige Kinder und Jugendliche in Deutschland – fordert die Stiftung ein stärkeres politisches Engagement. Eine Sonderabgabe auf gezuckerte Getränke, wie sie international bereits erprobt wird, könnte auch hierzulande Anreize für eine gesündere Getränkeauswahl schaffen.

„Wir hoffen sehr auf die Bereitschaft der Politik zu konsequenten Maßnahmen“, so Professor Koletzko. „Die Lasten des kindlichen Übergewichts sind enorm – medizinisch, sozial und wirtschaftlich.“

Was Eltern tun können: Wasser fördern, Regeln setzen

Neben politischen Maßnahmen sieht die Stiftung aber auch Eltern in der Verantwortung. In ihrer Mitteilung gibt sie praktische Tipps für den Alltag:

  • Kinder sollten regelmäßig Wasser trinken – fünf bis sechs Gläser täglich.
  • Wasser sollte jederzeit verfügbar sein, etwa in einer eigenen Flasche oder Karaffe.
  • Mit Zitronenscheiben, Minze oder gefrorenen Beeren lässt sich Wasser geschmacklich aufwerten.
  • Zu jeder Mahlzeit gehört ein zuckerfreies Getränk – idealerweise Wasser.

Gezuckerte Getränke hingegen sollten Ausnahmen bleiben. In Kitas und Schulen empfiehlt die Stiftung, komplett auf süße Getränke zu verzichten.

Umgang mit Süßem: Maß und Vorbildwirkung

Auch beim Thema Süßigkeiten empfiehlt die Stiftung klare Regeln: keine Belohnung mit Schokolade, keine Vorratshaltung und keine offenen Süßigkeiten im Haus. Kinder sollten früh erfahren, dass Zucker die Zähne angreift – und dass Zähneputzen nach dem Naschen Pflicht ist.

Eltern sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen: Wer selbst ständig nascht, sendet widersprüchliche Signale.

Die Pressemitteilung der Stiftung Kindergesundheit ist ein Weckruf: Zuckerhaltige Getränke sind keine harmlosen Durstlöscher, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor für Übergewicht und Folgeerkrankungen bei Kindern. Ein Umdenken in Familien, Bildungseinrichtungen und der Politik ist dringend erforderlich.

Quelle: Giulia Roggenkamp, Pressemitteilung Stiftung Kindergesundheit




Das Programm „Klimaspürnasen“ gibt es künftig in neun Bundesländern

Nach dem Start in Bayern soll das Gesundheits- und Umweltprojekt für Kitas nun deutlich ausgeweitet werden

Die Folgen des Klimawandels werden für alle von uns zu einer gesundheitlichen Herausforderung. Kinder sind eine besonders anfällige Gruppe. Sie sind den negativen Auswirkungen stark ausgesetzt. Angesichts dessen ist es aus Sicht der Stiftung Kindergesundheit notwendig, Kinder schon früh für die Wechselwirkung zwischen Umwelt und Gesundheit zu sensibilisieren.

Eigenverantwortung für Umweltschutz und Gesundheit fördern

Die Stiftung hat deshalb in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) das Präventionsprogramm „Klimaspürnasen – Gesundheit und Umwelt im Kindergarten“ entwickelt. Damit können Kinder zwischen drei und sechs Jahren die Zusammenhänge einer gesunden Umwelt mit der eigenen kennenlernen. Mit anschaulichen Spielen und Experimenten sollen Kindergartenkinder für einen umweltbewussten und gesundheitsförderlichen Lebensstil sensibilisiert und ihre Eigenverantwortung im Hinblick auf Umweltschutz und Gesundheit gezielt gefördert werden.

Materialpaket mit Anregungen und Kopiervorlagen

Die teilnehmenden Kindergärten erhalten ein wissenschaftlich ausgearbeitetes Materialpaket mit detaillierten Anregungen zu pädagogischen Aktivitäten und Kopiervorlagen. Auf der Homepage der Klimaspürnasen ergänzen digitalisierte Materialien für pädagogische Fachkräfte sowie Informationen und Tipps für Eltern das Konzept des Programms.

Denn eine intakte Umwelt sei die Grundvoraussetzung für die gesunde Entwicklung von Kindern, erklärt Prof. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorstand der Stiftung Kindergesundheit. Die Klimaspürnasen seien ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung und nachhaltigen Bekämpfung der klimabedingten Gesundheitsrisiken.

Nähere Informationen zum Programm unter https://www.klimaspuernasen.de/index.php

Quelle: Giulia Roggenkamp, Stiftung Kindergesundheit




Klimawandel und Gesundheit: Expertenteam entwickelt Bildungsprojekt

„KlimaChecker“ heißt das Bildungsprojekt, das die Stiftung Kindergesundheit mit Unterstützung von zehn Betriebskrankenkassen startet

Die Stiftung Kindergesundheit startet mit Unterstützung von zehn Betriebskrankenkassen ein innovatives Bildungsprojekt, das Kinder und Jugendliche direkt ins Zentrum globaler Herausforderungen rückt. „KlimaChecker“ heißt das Programm, das Schülerinnen und Schüler zu Entdeckerinnen und Problemlösern macht.

Wenn Schülerinnen und Schüler künftig eine Weltreise per Segelboot unternehmen, geht es ihnen nicht um Abenteuer, sondern um eine Mission: Den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Gesundheit zu verstehen. In einer spannenden Rahmenerzählung begleiten die Kinder und Jugendlichen ein virtuelles Segelboot auf seiner Reise um die Welt.

Kombination von wissenschaftlich fundiertem Wissen mit didaktisch aufbereiteten Materialien

Das pädagogische Konzept der „KlimaChecker“ kombiniert hierbei wissenschaftlich fundiertes Wissen mit didaktisch aufbereiteten Materialien: An verschiedenen Stationen warten spannende Lerninhalte und multimediale Aufgaben auf die jungen Entdecker. So erleben diese, wie der Klimawandel beispielsweise durch zunehmende Hitze oder Luftverschmutzung die Gesundheit und Lebensräume verändert.

Prof. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit, betont: „Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise. Wir zeigen Jugendlichen, dass sie nicht Opfer, sondern Gestalterinnen und Gestalter sein können.“

Unterstützt wird das Projekt von einem breiten Bündnis der Betriebskrankenkassen: BKK Landesverband Bayern als Vertreter aller BKK Landesverbände, BKK ProVita, BMW BKK, mkk – meine krankenkasse, BKK VerbundPlus, Mobil Krankenkasse, Audi BKK, SKD BKK, Krones BKK, BKK ZF & Partner und Salus BKK.

Wertvolle Initiative, um eine proaktive Haltung gegenüber dem Klimawandels zu vermitteln

„Aus Sicht der Betriebskrankenkassen sind Projekte wie ,KlimaChecker‘ wertvolle Initiativen, um Kindern und Jugendlichen schon frühzeitig eine proaktive, lösungsorientierte Haltung gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels zu vermitteln. Es werden Impulse für mehr Eigeninitiative gesetzt und das Bewusstsein für die Bedeutung gesunderhaltender Maßnahmen gestärkt“, sagt Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern.

Weitere Informationen unter: https://www.kindergesundheit.de/

Giulia Roggenkamp, Stiftung Kindergesundheit




Die Gesundheitsförderung gehört fest in den Schulalltag integriert

Die Stiftung Kindergesundheit veröffentlicht den „Kindergesundheitsbericht 2024 – Fokus: Schule & Gesundheit“

Die Stiftung Kindergesundheit sieht dringenden Handlungsbedarf für eine stärkere Gesundheitsorientierung an deutschen Schulen. Laut ihrem aktuellen Kindergesundheitsbericht sieht sie ein enormes Potenzial für Prävention und Gesundheitsförderung an Schulen, das durch strukturelle Mängel oft nicht ausgeschöpft werde.

„Unsere Kinder und Jugendlichen verbringen zehn bis 13 Jahre ihres Lebens in der Schule. Sie ist deshalb ein sehr zentraler und entscheidender Ort für eine gesunde Zukunft unserer Gesellschaft. Die Schulpflicht nimmt auch den Staat in die Verantwortung, die Gesundheit und das Wohlergehen von Schülerinnen und Schülern zu schützen“, erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt sowie Vorstand der Stiftung Kindergesundheit.

Wenig Bewegung, schlechtes Schulessen und ungleiche Teilhabe

Gesundheitskompetenz werde an Schulen jedoch zu wenig vermittelt, Bewegungsangebote fehlten, das Schulessen sei häufig von schlechter Qualität und nicht für alle Kinder zugänglich. Besonders betroffen seien Kinder mit chronischen Erkrankungen und aus sozial benachteiligten Gruppen, so Prof. Dr. Heidrun Thaiss, Präsidentin der Dt. Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin.

Psychische Belastungen nicht ausreichend adressiert

„Hinzu kommt, dass die zunehmenden psychischen Belastungen der Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend adressiert werden“, ergänzt Prof. Marcel Romanos, Präsident der Dt. Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Gemeinsam mit den beiden Fachgesellschaften fordert die Stiftung Kindergesundheit, Gesundheitsförderung dauerhaft und strukturell in den Schulen zu verankern. Ein wichtiger Schritt sei die bessere Vernetzung und Koordination der verschiedenen Akteure im Schulbereich. Dazu gehöre, allen Kindern und Jugendlichen den flächendeckenden Zugang zu Schulsozialarbeit und Schulpsychologie zu ermöglichen und bundesweit Schulgesundheitsfachkräfte zu etablieren.

Wohlbefinden und Bildungschancen langfristig stärken

„Wenn wir Gesundheitsförderung fest in den Schulalltag implementieren, schaffen wir eine Umgebung, die das Wohlbefinden und die Bildungschancen aller Kinder langfristig stärkt – und das nicht nur für die Kinder, sondern auch im Hinblick auf die Vermeidung zukünftiger Gesundheitskosten, zum Beispiel durch bessere Information und Aufklärung über Impfprävention“, betont Koletzko.

Der Kindergesundheitsbericht 2024 greift zahlreiche Themen zur psychischen und körperlichen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern auf. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben vielfältige Einblicke in ihre jeweiligen Fachgebiete und liefern fundierte Erkenntnisse für die gesundheitspolitische Diskussion.

Der Bericht

Der „Kindergesundheitsbericht 2024 – Fokus: Schule & Gesundheit“ der Stiftung Kindergesundheit enthält eine breite Palette an wichtigen Themen der mentalen und körperlichen Gesundheit Kinder und Jugendlicher und führt die wichtigsten Daten aus Studien der vergangenen Jahre zusammen. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben einen vertieften Einblick in ihr Fachgebiet. Ziel ist es, eine Informationsgrundlage für die notwendige gesundheitspolitische Diskussion zu schaffen und diese gleichzeitig anhand von Maßnahmenvorschlägen und Lösungsansätzen zu konkretisieren.

Der Kindergesundheitsbericht 2024 entstand in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ) sowie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP).

Die Autorinnen und Autoren

Bettine Bredereck, Priv.-Doz. Dr. Katharina Bühren, Lena Duske, Martin Grauduszus, Nadine Haunstetter, Dr. Ulrike Horacek, Lisa-Marie Huber, Prof. Christine Joisten, Dr. Josephine Kasel-Seibert, Robert Keiß, Prof. Dr. Berthold Koletzko, Prof. Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong, Dr. Frank W. Paulus, Anna Philippi, Antje Radetzky, Prof. Dr. Matthias Richter, Prof. Dr. Marcel Romanos, Hans-Joachim Röthlein, Theresa Schierl, Nikola Schmidt, Dr. Petra Schulze-Lohmann, Ulrich Striegel, Prof. Dr. Heidrun Thaiss, Prof. Dr. Klaus Überla

Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Kindergesundheit