Fachtag zu Beschäftigungspotenzialen in Kitas 2026

ehs-Campus-Moritzburg

Wie können Arbeitszeiten stabilisiert und Fachkräfte entlastet werden? Jetzt kostenfrei zum Fachtag am 1. April 2026 in Dresden anmelden

Viele Erzieherinnen erleben es täglich: hohe Belastung, Personalmangel, ständig neue Anforderungen. Gleichzeitig arbeiten fast die Hälfte der pädagogischen Fachkräfte in Teilzeit – oft nicht freiwillig, sondern um die Arbeit langfristig bewältigen zu können.

Genau hier setzt der Fachtag
„Beschäftigungspotenziale in der Kindertagesbetreuung – Ergebnisse, Herausforderungen, Perspektiven für Ostdeutschland“
am 1. April 2026 in Dresden an.

Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie können Arbeitsbedingungen so verbessert werden, dass Fachkräfte im Beruf bleiben – und vielleicht sogar ihre Stunden aufstocken?

Worum geht es beim Fachtag?

Auf dem Fachtag werden erste Ergebnisse des bundesweiten Forschungsprojekts BeKit vorgestellt. Dieses untersucht, warum viele Fachkräfte ihre Arbeitszeit reduzieren oder nicht auf Vollzeit erhöhen – und welche Rahmenbedingungen sich ändern müssten.

Gemeinsam mit Fachkräften aus der Praxis wird diskutiert:

  • Wie können bestehende Arbeitszeiten stabilisiert werden?
  • Welche Unterstützung brauchen Erzieherinnen im Alltag wirklich?
  • Was können Träger und Politik konkret verbessern?
  • Welche Rolle spielt der demografische Wandel – besonders in Ostdeutschland?

Dabei geht es nicht um abstrakte Theorie, sondern um Ihre berufliche Realität in der Kita.

Was sich ändern muss

Der Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung ist längst Alltag. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die pädagogische Arbeit immer vielfältiger:

  • mehr Dokumentation
  • wachsende Bildungsansprüche
  • Inklusion und kulturelle Vielfalt
  • zunehmende Belastungen im Team

Viele Kolleginnen arbeiten deshalb in Teilzeit, um gesund im Beruf bleiben zu können. Doch was müsste passieren, damit sich daran etwas ändert? Welche Entlastung wäre tatsächlich wirksam?

Der Fachtag bietet Raum, genau darüber ins Gespräch zu kommen. Der Fachtag wendet sich an Erzieherinnen und Erzieher, Kita-Leitungen, Fachberatungen, Trägervertretungen, gewerkschaftliche Engagierte und Interessierte aus Politik und Wissenschaft.

Anmeldung und Organisation

📅 Datum: 1. April 2026
📍 Ort: Evangelische Hochschule Dresden
💶 Teilnahme: kostenfrei

Der Fachtag wird in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen organisiert.

Die Anmeldung erfolgt über die Website der Evangelischen Akademie Sachsen oder per E-Mail an: akademie@evlks.de

Hintergrund: Das Projekt BeKit

Der Fachtag ist Teil des Forschungsprojekts BeKit – Beschäftigungspotenziale für die Kindertagesbetreuung (Laufzeit 08/2024–07/2026). Ziel ist es, Wege zu finden, um:

  • Fachkräfte im Beruf zu halten
  • Arbeitszeiten zu stabilisieren
  • attraktive Rahmenbedingungen für die Kita-Arbeit zu schaffen

Gefördert wird das Projekt von der Hans-Böckler-Stiftung.

Jetzt anmelden und mitdiskutieren

Wenn Sie sich fragen, wie sich die Arbeitsbedingungen in Kitas realistisch verbessern lassen – dann ist dieser Fachtag eine gute Gelegenheit, Ihre Erfahrungen einzubringen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Die Teilnahme ist kostenfrei.




Pädagogik studieren an der PH NÖ: praxisnah & zukunftsfit

PH Niederösterreich

Lehramt Primarstufe und Elementarpädagogik mit starkem Praxisbezug in Niederösterreich

Wer Pädagogik studieren und aktiv die Zukunft von Bildung mitgestalten möchte, findet an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) ein praxisnahes und zugleich wissenschaftlich fundiertes Studienangebot. Ob Lehramt Primarstufe oder Elementarpädagogik – die Ausbildung verbindet Theorie, Forschung und intensive Praxiserfahrung an mehreren Campus-Standorten in Niederösterreich.

Lehramt Primarstufe studieren: Kompetent unterrichten

Das Studium Lehramt Primarstufe an der PH NÖ bereitet gezielt auf den Unterricht in der Volksschule vor. Neben solider fachlicher und didaktischer Ausbildung setzt die Hochschule auf zentrale Zukunftsthemen: Inklusion, Mehrsprachigkeit, kulturelle Bildung, Gesundheitsförderung sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Unterricht.

Praxisphasen sind fixer Bestandteil des Studiums. Studierende sammeln von Beginn an Unterrichtserfahrung und werden professionell begleitet. Dadurch erwerben sie nicht nur Fachwissen, sondern auch pädagogische Handlungssicherheit für den Schulalltag.

Elementarpädagogik studieren: Frühkindliche Bildung gestalten

Das Studium Elementarpädagogik trägt der wachsenden Bedeutung frühkindlicher Bildung Rechnung. Die ersten Lebensjahre gelten als entscheidend für spätere Bildungsbiografien – entsprechend hoch sind die Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte.

An der PH NÖ verbindet das Studium wissenschaftliche Grundlagen mit reflektierter Praxis. Vermittelt werden unter anderem Kenntnisse in Entwicklungspsychologie, Didaktik, Bildungsplanung und professioneller Beobachtung. Absolventinnen und Absolventen sind damit bestens auf verantwortungsvolle Aufgaben im elementaren Bildungsbereich vorbereitet.

Studium mit Praxisbezug in Niederösterreich

Die PH NÖ steht für ein Pädagogik-Studium mit starkem Praxisbezug, regionaler Verankerung und klarer Zukunftsorientierung. Kleine Studiengruppen, persönliche Betreuung und enge Kooperationen mit Bildungseinrichtungen sorgen für optimale Studienbedingungen.

Jetzt informieren und bewerben

Wer Lehramt Primarstufe oder Elementarpädagogik studieren möchte, findet alle Informationen zu Studieninhalten, Aufnahmeverfahren, Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen online.

Weitere Informationen:
👉 https://www.ph-noe.ac.at




Die Natur als Entwicklungsraum für Kinder

kinder baum

Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht

Wer mit Kindern in der Natur unterwegs ist und dabei mit allen Sinnen wahrnimmt, welche selbstbestimmten Tätigkeiten Kinder genussvoll ausführen, wird kaum in der Lage sein, alle Beobachtungsmöglichkeiten zu registrieren und in einem Protokoll festhalten zu können.

Auf der einen Seite sind Kinder pausenlos in Bewegung:

Sie klettern über umgefallene Baumstämme oder versuchen, sich an tiefer hängenden Ästen anzuhängen; sie umarmen Bäume und sind gespannt, ob sich ihre Hände berühren oder ob der Stamm einen größeren Umfang hat, so dass sie ein anderen Kind bitten, hinzuzukommen und vielleicht vier Armlängen das gesetzte Ziel erreichen; sie springen über niedrige Waldpflanzen oder in Restpfützen, die noch vom vergangenen Regen als kleine Wasserstellen übriggeblieben sind oder sammeln Äste, um sich daraus eine kleine Höhle zu bauen; sie tragen losgelöste Baumrindenstücke zusammen, um ihre Höhle mit einem Dach regensicher zu machen, sammeln Moos, um die Astwände damit abzudichten oder ziehen mit einem Stock Linien auf dem Boden, um anschließend auf ihrer ›Straße‹ entlangzulaufen.

Dann gibt es wiederum Kinder, die sich auf eine Baumwurzel gesetzt haben und in tiefer Entspannung immer wieder ihre Blicke schweifen lassen; Kinder, die von Baum zu Baum gehen und dabei mit ihren Händen oder ihren Fingerspitzen die Baumrinden erfühlen – vielleicht, um den Baum zu streicheln oder die Oberflächen zu ertasten: nur sie werden wissen, was hinter ihren taktilen Aktivitäten steckt.

Andere Kinder hocken auf dem Waldboden und beobachten einen Käfer, der sich mühsam durch das niedergefallene Blattwerk kämpft und wiederum andere Kinder suchen einen Vogel, der in irgendeinem Baumwipfel hockt und mit seinem lauten Gesang auf sich aufmerksam macht. Und einige Kinder gehen von einem Sonnenstrahl zum anderen, der sich durch die Baumwipfel bis hinunter auf den Waldboden hindurchgeschoben hat.

Um es mit einem Satz zu sagen: Der Wald scheint ein ›Forschungslabor‹ erster Güte zu sein, voller Geheimnisse, angereichert mit unzähligen Möglichkeiten, einem eigenen Interesse nachzugehen und sich mit selbstgestellten Herausforderungen zu beschäftigen, bei dem Zeit und Raum unbegrenzt zu sein scheinen. Hier kommen Bewegungsmöglichkeiten und Ruhezeiten zum Ausdruck, Staunen und Bewundern, Neugierde und der Versuch, Antworten auf Fragen zu finden, die für Kinder einen hohen, aktuellen Bedeutungswert haben.

Alle Kinder scheinen ganz intensiv mit ihren Tätigkeiten beschäftigt

– ja, regelrecht gefangen – zu sein.

Fast könnte man annehmen, dass der Wald eine hypnotisierende Wirkung auf Kinder ausübt: und das alles ohne Anleitung, ohne ›Lernvorgaben‹, ohne Impulshinweise und ohne vorgegebene Materialien. Die Natur kommt offenbar für Kinder einem ›Entwicklungszauber‹ gleich, der sich von den üblichen Beschäftigungstätigkeiten in einer Kindertagesstätte deutlich unterscheidet. Hier werden Kindern keine didaktisierten, schulvorgezogene und fremdbestimmte Angebote vorgegeben, hier gibt es reichlich Platz, um in vielfältiger Weise eigenen Bewegungsbedürfnissen nachgehen zu können und hier gibt es keine künstlich hergestellten Materialien, die in den allermeisten Fällen jegliche sinnliche Erfahrungen aussperren.

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Armin Krenz
Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht
20 PowerPoint Präsentationen als Grundlage für Teambesprechungen, Fortbildungsveranstaltungen, Fachberatungen
336 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-96304-613-1
Burckhardthaus
29,95 [D], 30,80 [A]

Kinder begreifen sich als Teil der Natur.

Sie stellen Querverbindungen zwischen sich und ihren Naturerfahrungen her und kommen von sich aus auf immer neue Fragen:

  • »Warum hat der eine Baum so viele Blätter und der andere Baum fast keine Blätter mehr?«
  • »Wie findet denn der Käfer in diesem großen Wald nach Hause – hier gibt es doch keine Straßen und keine Hinweisschilder …?«
  • »Warum liegt das Vogelnest auf dem Boden – wer hat es wohl aus der Baumkrone geworfen?«
  • »Woher wissen denn die Schnecken, welche Pilze essbar und welche giftig sind?«
  • »Hier kamen die früheren Dinosaurier aber nicht durch den Wald – da- für stehen die Bäume viel zu eng nebeneinander: oder?« …

Fragen über Fragen, die die Kinder in den Raum werfen und voller Spannung darauf warten, dass Kindheitspädagog:innen gemeinsam mit ihnen auf die spannende Suche nach einer Antwort gehen. Doch auch dabei bleibt es nicht. Urplötzlich entstehen Spielhandlungen, indem Kinder zueinanderfinden und gemeinsame Vorhaben absprechen. Schaut man diesen Kindern dabei zu und versucht festzustellen, welche Entwicklungsbereiche involviert sind, fällt es nicht schwer, alle neun Entwicklungsbereiche nahezu gleichzeitig zu identifizieren – im Unterschied zu den so genannten Teilleistungsförderbereichen, die in üblicher Weise zum Angebotskanon in Kindertagesstätten gehören und, sofern sie alltagsfremd angeboten werden, kaum bis keine Nachhaltigkeit besitzen:

Es gibt keinen anderen, besser geeigneten Ort für den Auf- und Ausbau von Wahrnehmungskompetenzen und selbstbestimmte, intrinsisch motivierte Handlungs- und Erfahrungsaktivitäten als die Natur, zumal die Hirnforschung gezeigt hat, dass, je reichhaltiger und vielfältiger sowie interessanter die Sinneserfahrungen sind, desto umfangreicher entwickeln sich im Gehirn die abgespeicherten Muster, durch die die Kinder wiederum ihre Handlungskompetenzen und ihre Erfahrungswerte speichern und für zukünftige Tätigkeiten zur Verfügung haben. Diese Form des Lernens wird in der Lernpsychologie ›concomitant learning‹ genannt: ein ›Lernen nebenbei‹ (= Bemerken – Fixieren – Verweilen – Erleben – Speichern). Natürlich darf zum Schluss dieser Einführung nicht der schon fast überflüssige Hinweis fehlen, dass eine reichhaltige Naturerfahrung auch der Gesundheit dient!

Hier die PowerPoint Präsentation zum Artikel, zum kostenlosen Download

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Honorarprofessor i.R.,
Wissenschaftsdozent für Elementarpädagogik und Entwicklungspsychologie




Pink Noise im Kinderzimmer? Studie warnt vor Risiken

kind schläft

Warum Dauerrauschen den REM-Schlaf von Kindern stören kann

Viele Eltern und Erzieher*innen nutzen White Noise oder Pink Noise, um Babys und Kinder schneller einschlafen zu lassen. Soundmaschinen, Apps oder laufende Ventilatoren gelten als praktische Hilfe bei Straßenlärm oder unruhiger Umgebung. Eine neue Studie im Fachjournal Sleep zeigt jedoch: Dauerrauschen kann wichtige Schlafphasen verändern – und das ist gerade für Kinder bedeutsam.

Die Untersuchung „Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep“ von Basner et al. (2026) kommt zu einem klaren Ergebnis: Pink Noise reduzierte signifikant den REM-Schlaf. Umweltlärm verringerte vor allem den Tiefschlaf (N3). Auch wenn die Studie mit jungen Erwachsenen durchgeführt wurde, sind die Ergebnisse besonders relevant für Kinder – denn sie verbringen deutlich mehr Zeit im REM-Schlaf als Erwachsene.

Was ist REM-Schlaf – und warum ist er so wichtig?

REM steht für „Rapid Eye Movement“, also „schnelle Augenbewegungen“. In dieser Schlafphase bewegen sich die Augen unter den geschlossenen Lidern rasch hin und her. Gleichzeitig ist das Gehirn sehr aktiv – fast so aktiv wie im Wachzustand. Der Körper ist jedoch weitgehend entspannt, die Muskulatur stark reduziert. In dieser Phase träumen wir besonders intensiv.

REM-Schlaf erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

  • Er unterstützt die Verarbeitung von Erlebnissen und Gefühlen.
  • Er hilft beim Lernen und beim Festigen von Gedächtnisinhalten.
  • Er spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Vernetzung des kindlichen Gehirns.

Neugeborene verbringen etwa 50 Prozent ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre sinkt dieser Anteil. Das zeigt, wie wichtig diese Phase für die frühe Entwicklung ist.

Wenn nun ein dauerhaftes Hintergrundgeräusch wie Pink Noise genau diesen REM-Schlaf reduziert, ist das aus entwicklungspsychologischer Sicht kritisch zu betrachten.

Was die Studie konkret zeigte

In einem kontrollierten Schlaflabor verbrachten 25 gesunde Erwachsene mehrere Nächte unter verschiedenen Bedingungen: ruhige Kontrollnächte, Nächte mit wiederholtem Umweltlärm (z. B. Verkehr), Nächte mit Pink Noise sowie Kombinationen aus beidem. Zusätzlich wurde untersucht, wie gut Ohrstöpsel vor Lärm schützen.

Die Ergebnisse:

  • Umweltlärm reduzierte deutlich den Tiefschlaf (N3).
  • Pink Noise allein reduzierte signifikant den REM-Schlaf.
  • Die Kombination aus Umweltlärm und Pink Noise verbesserte den Schlaf nicht – sie verschlechterte teilweise sogar die Schlafstruktur.
  • Ohrstöpsel milderten fast alle negativen Effekte des Umweltlärms.

Besonders relevant für Kinder ist der Befund zur REM-Reduktion durch Pink Noise. Die Forschenden warnen ausdrücklich vor einem unkritischen Einsatz von Dauerrauschen, insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie Neugeborenen und Kleinkindern.

Was bedeutet das für Kitas, Krippen und Familien?

Dauerrauschen sollte nicht automatisch als harmlose Einschlafhilfe betrachtet werden. Für pädagogische Fachkräfte ergeben sich daraus konkrete Anregungen:

1. Schlafumgebung optimieren

Schlafräume möglichst ruhig wählen. Wenn möglich, Räume auf der verkehrsabgewandten Seite nutzen.

2. Lärm reduzieren statt überdecken

Stuhlbeine filzen, Türen abdichten, Geräuschquellen während der Ruhezeit minimieren. Prävention ist wirksamer als Maskierung.

3. Rauschgeräte kritisch einsetzen

Wenn White Noise oder Pink Noise verwendet wird:

  • nur sehr leise einstellen
  • nicht die gesamte Schlafphase durchlaufen lassen
  • ausreichenden Abstand zur Liegefläche halten
  • regelmäßig prüfen, ob das Kind wirklich davon profitiert

Endlich ruhig schlafen – für Eltern und Kind

Schlaflose Nächte mit Baby oder Kleinkind? Dieses Buch bündelt die sechs bewährtesten Ein- und Durchschlaf-Programme in einem Band – verständlich erklärt und praxisnah aufbereitet. Mit klaren Schritt-für-Schritt-Plänen, psychologischem Hintergrundwissen zu Ursachen von Schlafproblemen und konkreten Alltagstipps für ruhigere Nächte. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Beratungspraxis helfen Ihnen, die passende Methode für Ihr Kind zu finden.

Petra Weidemann-Böker, So lernen Kinder schlafen – Die sechs besten Einschlaf-Programme für Kinder, Hardcover, 288 Seiten, ISBN: 978-3-934333-59-8, 19,95 €


4. Entwicklungsfördernde Rituale stärken

Leises Vorlesen, ruhige Musik in geringer Lautstärke, Atemübungen oder gleichbleibende Einschlafrituale unterstützen das Sicherheitsgefühl – ohne die Schlafarchitektur zu verändern.

5. Eltern informieren

Viele Eltern wissen nicht, dass Dauerrauschen den REM-Schlaf beeinflussen kann. Aufklärung in Entwicklungsgesprächen oder Elternabenden schafft Bewusstsein.

Warum Ohrstöpsel keine Lösung für Kinder sind

In der Studie waren Ohrstöpsel bei Erwachsenen am wirksamsten gegen Lärm. Für Kinder sind sie jedoch meist ungeeignet – aus Sicherheits-, Komfort- und Handhabungsgründen. Deshalb bleibt die wichtigste Strategie: Lärmquellen möglichst reduzieren.

Kein Dauerrauschen im Kinderzimmer

Pink Noise und White Noise sind keine neutralen Einschlafhilfen. Sie können wichtige Schlafphasen beeinflussen – insbesondere den REM-Schlaf, der für die Gehirnentwicklung von Kindern zentral ist.

Bis weitere Langzeitstudien vorliegen, erscheint ein zurückhaltender und bewusster Umgang mit Dauerrauschen im Kinderzimmer sinnvoll. Die beste Grundlage für gesunden Kinderschlaf bleibt eine ruhige Umgebung, verlässliche Rituale und ein geschützter Schlafraum.

Quelle:
Basner, M. et al. (2026). Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep. Sleep. https://doi.org/10.1093/sleep/zsag001




Praxisnahe Impulse für Kinder mit hohem Förderbedarf

anfassen hantieren

Ergotherapeutisch fundierte Anregungen für entwicklungsorientierte Förderung im pädagogischen Alltag

Dieses Buch (mit Spiralbindung) ist aus der jahrelangen praktischen Erfahrung der Autorin, die als Ergotherapeutin in der Pädiatrie tätig ist, entstanden. Es wendet sich sowohl an (heil-)pädagogische Fachkräfte in Kitas, an Mitarbeiter*innen in ergotherapeutischen Praxen als auch an Eltern und bietet eine ganze Reihe von Vorschlägen, Ideen und Beschäftigungsimpulsen für Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren, die einen besonders hohen Bedarf an Entwicklungsunterstützung haben.

Die allermeisten Spielgegenstände, mit denen Kinder ohne einen sehr hohen Förderbedarf hantieren und spielen, sind für Kinder mit einem besonders hohen Bedarf an Entwicklungsunterstützung in der Regel nicht brauchbar, weil sie häufig noch keine (ausreichend) basalen Handlungsmuster aufgebaut haben oder beherrschen und ihnen zusätzlich emotionale Sicherheiten fehlen, um sich auf ein intrinsisch motiviertes Erkundungs- und Spielinteresse einlassen zu können. Um die Differenz zwischen dem tatsächlich vorhandenen Lebensalter des Kindes und seinem Entwicklungsalter anzunehmen und dem Kind entwicklungsorientierte (!) Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, durch die das Kind mit der Zeit Handlungssicherheiten auf- und ausbauen kann, werden in dem Buch vielfältige Handlungsimpulse vorgestellt.

Zunächst gibt Ursula Wilmes den Leserinnen einige Informationen zur Entwicklung der Spielfähigkeit, der Handgeschicklichkeit und Feinmotorik, des Malens und Bastelns (1) sowie der sensomotorischen Entwicklung (2), systematisch nach Lebensaltermonaten (1) bzw. den sechs Stufen (2) klassifiziert. (Anmerkung: Auch wenn sich seit ca. 20 Jahren sehr namhafte Wissenschaftlerinnen, z. B. Prof. Rolf Oerter, Prof. Leo Montada, Prof. Joan Bliss, Prof. Heidi Keller, aufgrund der völligen Vernachlässigung kultureller und sozialer Einflussfaktoren gegen diese von Piaget sehr starre Stufeneinteilung ausgesprochen haben und auch keine Literaturbelege für die Entwicklung der Spielfähigkeit – z. B. Prof. A. Jean Ayres, Prof. Hans Mogel, Prof. A. F. Zimpel – genannt wurden, können diese stichwortartigen Merkmalsnennungen für Berufseinsteiger*innen hilfreich und dienlich sein, grobe Orientierungswerte zu bekommen.) Es folgen besondere Hinweise zu Hilfen für ein Kind mit einem sehr hohen Förderbedarf, eine Ideensammlung zu Beschäftigungs-, Bewegungs- und Spielangeboten im umfangreichsten Buchteil mit 90 Seiten, und im letzten, sehr kurz gehaltenen Kapitel (zwei Seiten) geht die Autorin auf Hilfsmittel beim Essen sowie auf handelsübliche und selbst hergestellte Hilfsmittel ein.

Was rundum gefällt: Alle Ideen werden neben kurzen Beschreibungen der Erfahrungsmöglichkeiten für das Kind, des Handgeschicks und möglicher Varianten durch Fotos unterstützt, sodass Leser*innen stets eine praktische Vorstellung von den Impulsvorschlägen gewinnen können. Was sicherlich den Wert des Buches noch stärker aufgewertet hätte, wäre ein Kapitel gewesen, das sich mit der „authentischen Zuwendung zum Kind, der Mitspiel- und Entdeckungsfreude des entwicklungsbegleitenden Erwachsenen sowie den gemeinsam erlebten, emotional besetzten Kommunikations- und Interaktionserlebnissen“ befasst hätte. Auch wenn im Untertitel des Buches der Begriff „Spielmöglichkeiten“ vorkommt, ist selbst bei einem sehr sorgsamen Durchlesen des Buches von erwähnten „Spielmöglichkeiten“ nichts zu verspüren. So wirkt das Buch eher funktional strukturiert, rein förderpädagogisch orientiert und lerndidaktisch konzipiert, und an keiner Stelle ist der überaus bedeutsame Aspekt einer „Bildung durch Bindung“ zu entdecken. Gleichwohl ist es ein Fachbuch, das sich als praktischer Impulsgeber, besonders für elementarpädagogische Fachkräfte, eignet, die in ihrer inklusionsgeprägten Praxis immer wieder auf der Suche nach Praxisideen sind. Wenn dann noch alle hier dargebotenen „Übungen“ in spielerischer Weise mit Kindern durchgeführt und emotional erlebt werden, wird das Buch mit Sicherheit ein im wahrsten Sinne des Wortes „guter Ratgeber“ sein.

Prof. Dr. Armin Krenz

Bibliographie

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Wilmes, Ursula: Anfassen, Hantieren, Spielen. Betätigungsideen und Spielmöglichkeiten für kleine Kinder mit sehr hohem Förderbedarf. verlag modernes lernen Borgmann GmbH & Co, Dortmund 2026. 125 Seiten, 22,95 €.
ISBN: 978-3-8080-0974-1




Zweitsprache beeinträchtigt Mutter-Kind-Bindung nicht

kind lacht

Studie belegt neuronale Synchronität beim Spielen in zwei Sprachen

Die enge Bindung zwischen Mutter und Kind ist nicht nur emotional spürbar – sie lässt sich auch im Gehirn messen. Forschende der School of Medicine der University of Nottingham um Erstautorin Efstratia Papoutselou haben herausgefunden: Die Hirnwellen von zweisprachigen Müttern und ihren Kindern bleiben synchron – unabhängig davon, ob sie in der Erstsprache der Mutter oder in einer Zweitsprache miteinander spielen.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Frontiers in Cognition veröffentlicht und liefern wichtige Erkenntnisse zur frühkindlichen Entwicklung, Mehrsprachigkeit und Eltern-Kind-Bindung.

Zweisprachigkeit beeinflusst die Bindung nicht negativ

Weltweit wachsen immer mehr Kinder mehrsprachig auf. Auch in Europa steigt der Anteil stetig: Zwischen 2014 und 2023 erhöhte er sich von acht auf 15,6 Prozent. Viele Eltern fragen sich daher, ob eine Zweitsprache die emotionale Verbindung oder Kommunikation mit dem Kind beeinträchtigen könnte.

Die aktuelle Studie gibt Entwarnung: Die Verwendung einer zweiten Sprache stört die sogenannte Hirn-zu-Hirn-Verbindung nicht. Die neuronale Synchronisation – also das gleichzeitige Aktivieren bestimmter Hirnregionen – bleibt bestehen. Diese Synchronität gilt als wichtiger Baustein für eine gesunde emotionale Entwicklung und stabile Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Zwar zeigen frühere Untersuchungen, dass selbst sehr kompetente Sprecherinnen und Sprecher in einer Zweitsprache langsamer sprechen, häufiger Pausen machen oder sich korrigieren. Besonders in emotional anspruchsvollen Situationen berichten viele Menschen zudem von einer gewissen inneren Distanz. Doch offenbar wirkt sich das nicht negativ auf die grundlegende neuronale Abstimmung zwischen Mutter und Kind aus.

So wurde die neuronale Aktivität gemessen

Untersucht wurden 15 Familien in Großbritannien mit drei- bis vierjährigen Kindern, die zweisprachig aufwuchsen. Englisch war nicht die Muttersprache der Mütter, allerdings verfügten sie über sehr gute Sprachkenntnisse (C1 oder C2).

In der Forschungsklinik saßen Mutter und Kind gemeinsam an einem Tisch mit Spielzeug. Beide trugen eine sogenannte fNIRS-Kappe (funktionelle Nahinfrarotspektroskopie). Dieses Verfahren misst Veränderungen der Sauerstoffkonzentration im Blut und dient als indirekter Indikator für neuronale Aktivität im Gehirn.

Die Mutter-Kind-Paare spielten anschließend in drei unterschiedlichen Szenarien miteinander:

  • in der Erstsprache der Mutter
  • ausschließlich auf Englisch
  • räumlich getrennt und ohne Interaktion

Bindung stärkt von Anfang an das Gehirn

Blickkontakt, Nähe und feinfühlige Signale prägen von Anfang an das kindliche Gehirn. Dr. Walter Hultzsch zeigt, wie Bindung Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Persönlichkeit stärkt. Sein Buch verbindet Neurobiologie und Bindungsforschung mit alltagstauglichen Impulsen für Eltern, Großeltern und Fachkräfte, die Babys achtsam begleiten möchten.

Dr. Walter Hultzsch, Hey Mama, schau mir in die Augen – und sprich mit mir – Bindung, Blickkontakt & frühe Kommunikation – wie sie das Gehirn deines Babys formen, 120 Seiten, 978-3-96304-072-6, 20 €


Synchronität im präfrontalen Kortex besonders stark

Die Messungen zeigten bei allen Mutter-Kind-Paaren eine statistisch signifikante neuronale Synchronität. Besonders ausgeprägt war diese im präfrontalen Kortex – einer Hirnregion, die für Entscheidungsfindung, Planung, Argumentation und emotionale Prozesse zuständig ist.

Weniger stark fiel die Synchronität im temporo-parietalen Übergang aus, der eine wichtige Rolle bei sozialer Kognition und Aufmerksamkeit spielt.

Überraschend: Die neuronale Abstimmung war sogar dann nachweisbar, wenn Mutter und Kind unabhängig voneinander spielten. Das deutet darauf hin, dass die Verbindung zwischen beiden tief verankert ist und nicht allein von direkter Interaktion oder einer bestimmten Sprache abhängt.

Was bedeutet das für Eltern?

Für mehrsprachige Familien ist das eine beruhigende Botschaft: Wer mit seinem Kind in einer Zweitsprache spricht, muss keine Sorge um die emotionale Nähe haben. Entscheidend ist nicht die Sprache selbst, sondern die Qualität der gemeinsamen Zeit, der Blickkontakt, das Spiel und die feinfühlige Reaktion aufeinander.

Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung von Bindung, früher Kommunikation und spielerischem Lernen – ganz gleich, in welcher Sprache.




Weltkindertag 2026: Starke Kinder, starke Zukunft!

kinder auf berg gegen das licht

UNICEF und Deutsches Kinderhilfswerk fordern mehr Schutz, Beteiligung und Investitionen in junge Generation

Der Weltkindertag 2026 steht unter einem klaren und kraftvollen Leitmotiv: „Starke Kinder, starke Zukunft!“. Mit diesem Motto rufen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk Politik und Gesellschaft dazu auf, die Rechte von Kindern und Jugendlichen konsequenter zu stärken, ihren Schutz auszubauen und insbesondere ihre mentale Gesundheit nachhaltig zu fördern.

Junge Generation unter wachsendem Druck

Kriege, die Folgen des Klimawandels sowie wirtschaftliche Krisen prägen die Lebensrealität vieler Familien – in Deutschland ebenso wie weltweit. Diese Entwicklungen hinterlassen spürbare Spuren bei Kindern und Jugendlichen. Zukunftssorgen, Unsicherheit und soziale Belastungen wirken sich zunehmend auf ihre psychische Gesundheit aus.

Umso wichtiger ist es, junge Menschen mit gezielten Investitionen in Bildung, Gesundheitsversorgung und Präventionsangebote zu unterstützen. Ziel ist es, sie zu resilienten, selbstbewussten Gestalterinnen und Gestaltern der Gesellschaft von morgen zu machen.

Ein zentraler Aspekt dabei ist die stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen – insbesondere dann, wenn diese ihre eigene Zukunft unmittelbar betreffen.

Klare Forderungen an Politik und Gesellschaft

Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, betont: Eine starke Zukunft für alle hänge entscheidend davon ab, wie sehr Kinder heute gestärkt würden. Je fragiler das Leben von Kindern sei, desto fragiler werde auch die Welt insgesamt. Das Motto des Weltkindertags 2026 verstehe sich daher als gemeinsamer Kraftakt für eine gerechte und stabile Zukunft.

Auch Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutsches Kinderhilfswerk, fordert ein Umdenken in der politischen Debatte. Die Interessen junger Menschen würden in Deutschland häufig vernachlässigt. Kinderrechte müssten als vorrangiger Gesichtspunkt politischen Handelns endlich konsequent berücksichtigt werden. Dazu gehöre insbesondere die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz, damit das Wohl von Kindern bei allen staatlichen Entscheidungen verbindlich mitgedacht werde.

Bundesweite Mitmach-Aktion zum Weltkindertag 2026

Unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ planen UNICEF Deutschland und das Deutsches Kinderhilfswerk zum 20. September 2026 eine gemeinsame bundesweite Mitmach-Aktion. Im Mittelpunkt stehen die Wünsche und Forderungen von Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland.

Darüber hinaus sind zahlreiche lokale Initiativen geplant – von Demonstrationen über Feste bis hin zu Informations- und Bildungsaktionen. Ziel ist es, Menschen im ganzen Land für Kinderrechte, Chancengleichheit und eine nachhaltige Zukunft zu mobilisieren.

Hintergrund: Bedeutung des Weltkindertags

Der Weltkindertag geht auf eine Empfehlung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1954 zurück. Ziel war es, weltweit einen Tag einzuführen, der den Einsatz für Kinderrechte stärkt, die Freundschaft zwischen jungen Menschen fördert und Regierungen zur Unterstützung der internationalen Kinderhilfsarbeit aufruft.

Heute wird der Weltkindertag in mehr als 145 Staaten begangen – wenn auch an unterschiedlichen Terminen. In Deutschland findet er traditionell am 20. September statt. Seit 1989 sind die Rechte von Kindern zudem durch die UN-Kinderrechtskonvention völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben.

Mit dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ setzen die Initiatoren 2026 ein deutliches Signal: Die Stärkung der jungen Generation ist keine Option, sondern Voraussetzung für eine gerechte, demokratische und zukunftsfähige Gesellschaft.




Mutterwerden: Wohlbefinden steigt – Partnerschaft leidet

baby schreit

Neue Studie zeigt: Stimmung und Sinn wachsen, doch Lebens- und Paarzufriedenheit sinken nach der Geburt des ersten Kindes

Mutter werden verändert das Leben grundlegend – emotional, sozial und im Alltag. Doch was passiert eigentlich mit dem psychischen Wohlbefinden in dieser sensiblen Phase? Eine aktuelle Studie der Universität Greifswald und der Tilburg University liefert nun differenzierte Antworten. Die Forschungsergebnisse wurden im renommierten Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht und zeichnen ein überraschend vielschichtiges Bild des Übergangs zur Mutterschaft.

Studie begleitet Frauen von der Schwangerschaft bis nach der Geburt

Im Projekt „Transition to Parenthood: Individual Variability in Well-Being“ begleiteten die Forschenden 161 Frauen im Alter zwischen 22 und 42 Jahren, die ihr erstes Kind erwarteten. Über einen Zeitraum von zehn Monaten – von der Schwangerschaft bis in die ersten Monate nach der Geburt – wurden in drei Messphasen verschiedene Aspekte des Wohlbefindens erfasst: Stimmung, Sinnerleben, Lebenszufriedenheit und Partnerschaftszufriedenheit.

Der besondere Mehrwert dieser Untersuchung liegt in der hohen zeitlichen Auflösung. Anders als frühere Studien, die meist rückblickend nach Veränderungen fragten, betrachtete das Team den Übergang zur Mutterschaft als dynamischen Prozess. Dadurch konnten die Forschenden erstmals präzise nachvollziehen, wann sich welche Dimension des Wohlbefindens verändert.

Positive Gefühle nehmen zu – aber nicht alles wird besser

Die Ergebnisse zeigen: Mutterwerden ist weder ein eindeutiges Glücksversprechen noch ein reiner Belastungsfaktor.

Besonders gegen Ende der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt steigen positive Emotionen deutlich an. Auch das Gefühl von Sinn im Leben wächst spürbar. Viele Frauen erleben diese Phase also als emotional erfüllend und bedeutsam.

Gleichzeitig sinkt jedoch die allgemeine Lebenszufriedenheit – zumindest in der globalen, rückblickenden Einschätzung. Im täglichen Erleben fällt dieser Rückgang deutlich schwächer aus. Besonders auffällig ist zudem die Entwicklung der Partnerschaftszufriedenheit: Sie nimmt nach der Geburt merklich ab.

Damit relativiert die Studie das bislang eher negative Bild früherer Forschung. Diese konzentrierte sich meist ausschließlich auf Lebenszufriedenheit und kam zu dem Schluss, dass das Wohlbefinden nach der Geburt deutlich sinke. Die neue Untersuchung zeigt hingegen: Entscheidend ist, welche Facette von Wohlbefinden betrachtet wird.


Endlich ruhig schlafen – für Eltern und Kind

Schlaflose Nächte mit Baby oder Kleinkind? Dieses Buch bündelt die sechs bewährtesten Ein- und Durchschlaf-Programme in einem Band – verständlich erklärt und praxisnah aufbereitet. Mit klaren Schritt-für-Schritt-Plänen, psychologischem Hintergrundwissen zu Ursachen von Schlafproblemen und konkreten Alltagstipps für ruhigere Nächte. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Beratungspraxis helfen Ihnen, die passende Methode für Ihr Kind zu finden.

Petra Weidemann-Böker, So lernen Kinder schlafen – Die sechs besten Einschlaf-Programme für Kinder, Hardcover, 288 Seiten, ISBN: 978-3-934333-59-8, 19,95 €


Unterschied zwischen Alltagserleben und Gesamtbewertung

Ein zentrales Ergebnis der Studie liegt im Unterschied zwischen globalen Einschätzungen und dem konkreten Alltagserleben. Während Frauen rückblickend ihre Lebens- und Partnerschaftszufriedenheit niedriger bewerten, erleben sie im täglichen Leben durchaus viele positive Momente.

Das bedeutet: Der Übergang zur Mutterschaft bringt zwar Herausforderungen mit sich, aber ebenso emotionale Zugewinne. Besonders das gestiegene Sinnerleben – also das Gefühl, dass das eigene Leben bedeutsam und erfüllend ist – stellt einen wichtigen psychologischen Faktor dar.

Schlaf und Baby beeinflussen das Wohlbefinden

Neben den allgemeinen Entwicklungen untersuchte das Forschungsteam auch konkrete Alltagsfaktoren. Der wichtigste Stimmungsaufheller bleibt – wenig überraschend – der Schlaf. Frauen, die besser schliefen, berichteten von höherem Wohlbefinden und größerer Zufriedenheit.

Nach der Geburt spielt vor allem das Verhalten des Babys eine entscheidende Rolle. Häufiges Weinen wirkt sich deutlich negativ auf die emotionale Verfassung der Mütter aus. Soziale Kontakte außerhalb der Familie wirken anfangs unterstützend, werden jedoch im weiteren Verlauf teilweise als zusätzliche Belastung empfunden.

Übergang zur Mutterschaft ist ein komplexer Prozess

Die Studie macht deutlich: Der Übergang zur Mutterschaft ist kein einfacher Vorher-Nachher-Effekt, sondern ein komplexer Entwicklungsprozess mit unterschiedlichen Dynamiken. Positive Gefühle und Sinnzuwachs stehen sinkender Partnerschaftszufriedenheit und geringerer globaler Lebenszufriedenheit gegenüber.

Für Fachkräfte, Familien und politische Entscheidungsträger liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise. Sie zeigen, dass Unterstützungsangebote differenziert ansetzen sollten – etwa durch Förderung von Erholung und Schlaf, Stärkung partnerschaftlicher Ressourcen und realistische Erwartungen an die erste Zeit mit Baby.

Insgesamt zeichnet die Forschung ein differenziertes, teilweise sogar überraschend positives Bild des Mutterwerdens: Während sich die Bewertung des eigenen Lebens verändert, wächst zugleich das Gefühl von Sinn und emotionaler Erfüllung – besonders rund um die Geburt des ersten Kindes.