Mentale Gesundheit ukrainischer Kinder: Kontakte fördern Hilfe

junge vor wand

BiB-Studie zeigt: Eltern mit täglichem Kontakt zu Deutschen nutzen häufiger professionelle Unterstützungsangebote für psychisch belastete Kinder

Soziale Kontakte spielen eine entscheidende Rolle für die mentale Gesundheit ukrainischer Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Neue Auswertungen des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigen: Wenn Eltern täglich Zeit mit Deutschen verbringen, nehmen sie bei psychischen Problemen ihrer Kinder deutlich häufiger professionelle Hilfsangebote in Anspruch.

46 Prozent nutzen Hilfe – bei engem Kontakt zur Bevölkerung

Laut der BiB/FReDA-Befragung „Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland“ erhalten 46 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit geringem psychischem Wohlbefinden professionelle Unterstützung, wenn ihre Eltern täglich Kontakt zu Deutschen haben. In Familien mit selteneren sozialen Kontakten liegt dieser Anteil dagegen nur bei 29 Prozent.

Die Daten unterstreichen die Bedeutung sozialer Integration für geflüchtete Familien. Entscheidend für die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten ist nicht das Geschlecht der Kinder, die Bildung der Eltern oder deren Erwerbstätigkeit – ausschlaggebend ist vielmehr die soziale Vernetzung der Eltern im Aufnahmeland.

Psychisches Wohlbefinden deutlich beeinträchtigt

Zu Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland war das psychische Wohlbefinden ukrainischer Kinder und Jugendlicher deutlich schlechter als das gleichaltriger Kinder hierzulande. Auch nach einem Jahr zeigte sich zwar eine Verbesserung, dennoch wiesen 2023 noch immer 67 Prozent der Betroffenen ein unterdurchschnittliches psychologisches Wohlbefinden auf.

„Mentale Gesundheit ist die Grundlage für eine förderliche Entwicklung und die Ausschöpfung von Bildungspotenzialen“, erklärt Dr. Anna Daelen vom BiB. Eine stabile psychosoziale Unterstützung könne zudem gesellschaftliche Teilhabe stärken und langfristigen sozialen sowie gesundheitlichen Folgekosten vorbeugen.

Auch die Direktorin des BiB, Prof. Dr. C. Katharina Spieß, betont: „Unabhängig davon, ob die geflüchteten Kinder und Jugendlichen langfristig in Deutschland bleiben oder später in ihre Heimat zurückkehren: Es ist essentiell für ihre weitere Entwicklung, ihre Teilhabe zu fördern und ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern.“

Rund jedes dritte Kind erhält fachliche Unterstützung

Die Auswertungen zeigen außerdem: Seit ihrer Ankunft in Deutschland hat knapp jedes dritte ukrainische Kind mit geringem psychischem Wohlbefinden (32 Prozent) formelle Unterstützungsangebote genutzt.

Im Detail:

  • 18 Prozent suchten einen Kinderarzt auf
  • 10 Prozent erhielten therapeutische Hilfe durch Psychologen oder Psychiater
  • 6 Prozent nutzten Schulpsychologen
  • 6 Prozent griffen auf psychologische Online-Angebote zurück

Mehrfachnennungen waren möglich. Informelle Hilfe – etwa durch Freunde oder Bekannte – wurde ebenfalls erfasst.

Datengrundlage: Mehr als 10.000 Geflüchtete befragt

Die Ergebnisse basieren auf der BiB/FReDA-Befragung, die aus der Studie „IAB-BiB/FReDA-BAMF-SOEP − Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland“ hervorgegangen ist. Das Projekt startete 2022 als Kooperation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des BiB, des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) sowie des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Seit der dritten Welle wird ein Teil der Studie vom BiB eigenständig fortgeführt. Inzwischen liegen Daten aus sechs Befragungswellen von über 10.000 Schutzsuchenden aus der Ukraine vor. Für die hier dargestellten Analysen wurden 503 Eltern befragt, die Angaben zu 641 Kindern machten.

Das psychische Wohlbefinden wurde mithilfe des KINDL-Fragebogens erhoben. Dabei beantworteten Eltern vier Fragen pro Kind, aus denen ein Gesamtwert ermittelt wurde. Berücksichtigt wurden Kinder, die 2023 im Vergleich zu deutschen Normwerten ein signifikant schlechteres psychisches Wohlbefinden aufwiesen.

Soziale Integration als Schlüssel zur Gesundheitsversorgung

Die Studienergebnisse machen deutlich: Soziale Kontakte zur Bevölkerung im Zielland erleichtern geflüchteten Familien den Zugang zum Gesundheitssystem und zu psychosozialen Hilfsangeboten. Eltern, die regelmäßig Zeit mit Deutschen verbringen, sind offenbar besser informiert über vorhandene Unterstützungsstrukturen – und nutzen diese im Bedarfsfall häufiger.

Für Politik und Gesellschaft ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Integration fördern heißt auch, die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu stärken.




Ausgezeichnet von spiel gut: Mini-Schubkarre

schubkarre

Mini-Schubkarre von Winther – kippsicher für kleine Kinder

Schubkarren in der klassischen Form sind für jüngere Kinder schwer zu händeln. Das Fahrzeug anheben, schieben und gleichzeitig die Ladung ausbalancieren, schaffen sie noch nicht. Die Mini-Schubkarre von Winther ist anders konstruiert. Sie hat vorne zwei Räder, so dass kleine Kinder die verschiedenen Ladungen kippsicher transportieren können. Die praktisch geformten, verstärkten Abstellfüße geben der Schubkarre zusätzlich Standfestigkeit. So kann die Ladung leichter ein- und ausgeladen werden. Das Auskippen geht bei der Karre aber nur über den vorderen Rand. Das Lenken der Schubkarre ist Übungssache, wobei die Schubkarre so ansprechend ist, dass sich die Kleinen der Herausforderung gerne stellen. Die Mini-Schubkarre ist auch für Institutionen empfehlenswert.

schhubkarre mit kind im sand

Material: Stahlrohr, Handgriffe und Reifen TPE, Felgen PP, verstärkte Ladefläche. Wannenhöhe 30 cm, Länge 81 cm, Gewicht 5,5 cm.

Die Mini-Schubkarre wurde wegen ihrer besonderen Form und Konstruktion mit spiel gut ausgezeichnet. Und weil sie sehr stabil und langlebig ist.  

  • Mini-Schubkarre
  • Preis: ca. 98.- €
  • Alter: Ab 2 Jahren
  • Marke:  Jakobs
  • Hersteller: Winther



Fachtag zu Beschäftigungspotenzialen in Kitas 2026

ehs-Campus-Moritzburg

Wie können Arbeitszeiten stabilisiert und Fachkräfte entlastet werden? Jetzt kostenfrei zum Fachtag am 1. April 2026 in Dresden anmelden

Viele Erzieherinnen erleben es täglich: hohe Belastung, Personalmangel, ständig neue Anforderungen. Gleichzeitig arbeiten fast die Hälfte der pädagogischen Fachkräfte in Teilzeit – oft nicht freiwillig, sondern um die Arbeit langfristig bewältigen zu können.

Genau hier setzt der Fachtag
„Beschäftigungspotenziale in der Kindertagesbetreuung – Ergebnisse, Herausforderungen, Perspektiven für Ostdeutschland“
am 1. April 2026 in Dresden an.

Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie können Arbeitsbedingungen so verbessert werden, dass Fachkräfte im Beruf bleiben – und vielleicht sogar ihre Stunden aufstocken?

Worum geht es beim Fachtag?

Auf dem Fachtag werden erste Ergebnisse des bundesweiten Forschungsprojekts BeKit vorgestellt. Dieses untersucht, warum viele Fachkräfte ihre Arbeitszeit reduzieren oder nicht auf Vollzeit erhöhen – und welche Rahmenbedingungen sich ändern müssten.

Gemeinsam mit Fachkräften aus der Praxis wird diskutiert:

  • Wie können bestehende Arbeitszeiten stabilisiert werden?
  • Welche Unterstützung brauchen Erzieherinnen im Alltag wirklich?
  • Was können Träger und Politik konkret verbessern?
  • Welche Rolle spielt der demografische Wandel – besonders in Ostdeutschland?

Dabei geht es nicht um abstrakte Theorie, sondern um Ihre berufliche Realität in der Kita.

Was sich ändern muss

Der Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung ist längst Alltag. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die pädagogische Arbeit immer vielfältiger:

  • mehr Dokumentation
  • wachsende Bildungsansprüche
  • Inklusion und kulturelle Vielfalt
  • zunehmende Belastungen im Team

Viele Kolleginnen arbeiten deshalb in Teilzeit, um gesund im Beruf bleiben zu können. Doch was müsste passieren, damit sich daran etwas ändert? Welche Entlastung wäre tatsächlich wirksam?

Der Fachtag bietet Raum, genau darüber ins Gespräch zu kommen. Der Fachtag wendet sich an Erzieherinnen und Erzieher, Kita-Leitungen, Fachberatungen, Trägervertretungen, gewerkschaftliche Engagierte und Interessierte aus Politik und Wissenschaft.

Anmeldung und Organisation

📅 Datum: 1. April 2026
📍 Ort: Evangelische Hochschule Dresden
💶 Teilnahme: kostenfrei

Der Fachtag wird in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen organisiert.

Die Anmeldung erfolgt über die Website der Evangelischen Akademie Sachsen oder per E-Mail an: akademie@evlks.de

Hintergrund: Das Projekt BeKit

Der Fachtag ist Teil des Forschungsprojekts BeKit – Beschäftigungspotenziale für die Kindertagesbetreuung (Laufzeit 08/2024–07/2026). Ziel ist es, Wege zu finden, um:

  • Fachkräfte im Beruf zu halten
  • Arbeitszeiten zu stabilisieren
  • attraktive Rahmenbedingungen für die Kita-Arbeit zu schaffen

Gefördert wird das Projekt von der Hans-Böckler-Stiftung.

Jetzt anmelden und mitdiskutieren

Wenn Sie sich fragen, wie sich die Arbeitsbedingungen in Kitas realistisch verbessern lassen – dann ist dieser Fachtag eine gute Gelegenheit, Ihre Erfahrungen einzubringen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Die Teilnahme ist kostenfrei.




Pädagogik studieren an der PH NÖ: praxisnah & zukunftsfit

PH Niederösterreich

Lehramt Primarstufe und Elementarpädagogik mit starkem Praxisbezug in Niederösterreich

Wer Pädagogik studieren und aktiv die Zukunft von Bildung mitgestalten möchte, findet an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) ein praxisnahes und zugleich wissenschaftlich fundiertes Studienangebot. Ob Lehramt Primarstufe oder Elementarpädagogik – die Ausbildung verbindet Theorie, Forschung und intensive Praxiserfahrung an mehreren Campus-Standorten in Niederösterreich.

Lehramt Primarstufe studieren: Kompetent unterrichten

Das Studium Lehramt Primarstufe an der PH NÖ bereitet gezielt auf den Unterricht in der Volksschule vor. Neben solider fachlicher und didaktischer Ausbildung setzt die Hochschule auf zentrale Zukunftsthemen: Inklusion, Mehrsprachigkeit, kulturelle Bildung, Gesundheitsförderung sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Unterricht.

Praxisphasen sind fixer Bestandteil des Studiums. Studierende sammeln von Beginn an Unterrichtserfahrung und werden professionell begleitet. Dadurch erwerben sie nicht nur Fachwissen, sondern auch pädagogische Handlungssicherheit für den Schulalltag.

Elementarpädagogik studieren: Frühkindliche Bildung gestalten

Das Studium Elementarpädagogik trägt der wachsenden Bedeutung frühkindlicher Bildung Rechnung. Die ersten Lebensjahre gelten als entscheidend für spätere Bildungsbiografien – entsprechend hoch sind die Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte.

An der PH NÖ verbindet das Studium wissenschaftliche Grundlagen mit reflektierter Praxis. Vermittelt werden unter anderem Kenntnisse in Entwicklungspsychologie, Didaktik, Bildungsplanung und professioneller Beobachtung. Absolventinnen und Absolventen sind damit bestens auf verantwortungsvolle Aufgaben im elementaren Bildungsbereich vorbereitet.

Studium mit Praxisbezug in Niederösterreich

Die PH NÖ steht für ein Pädagogik-Studium mit starkem Praxisbezug, regionaler Verankerung und klarer Zukunftsorientierung. Kleine Studiengruppen, persönliche Betreuung und enge Kooperationen mit Bildungseinrichtungen sorgen für optimale Studienbedingungen.

Jetzt informieren und bewerben

Wer Lehramt Primarstufe oder Elementarpädagogik studieren möchte, findet alle Informationen zu Studieninhalten, Aufnahmeverfahren, Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen online.

Weitere Informationen:
👉 https://www.ph-noe.ac.at




Die Natur als Entwicklungsraum für Kinder

kinder baum

Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht

Wer mit Kindern in der Natur unterwegs ist und dabei mit allen Sinnen wahrnimmt, welche selbstbestimmten Tätigkeiten Kinder genussvoll ausführen, wird kaum in der Lage sein, alle Beobachtungsmöglichkeiten zu registrieren und in einem Protokoll festhalten zu können.

Auf der einen Seite sind Kinder pausenlos in Bewegung:

Sie klettern über umgefallene Baumstämme oder versuchen, sich an tiefer hängenden Ästen anzuhängen; sie umarmen Bäume und sind gespannt, ob sich ihre Hände berühren oder ob der Stamm einen größeren Umfang hat, so dass sie ein anderen Kind bitten, hinzuzukommen und vielleicht vier Armlängen das gesetzte Ziel erreichen; sie springen über niedrige Waldpflanzen oder in Restpfützen, die noch vom vergangenen Regen als kleine Wasserstellen übriggeblieben sind oder sammeln Äste, um sich daraus eine kleine Höhle zu bauen; sie tragen losgelöste Baumrindenstücke zusammen, um ihre Höhle mit einem Dach regensicher zu machen, sammeln Moos, um die Astwände damit abzudichten oder ziehen mit einem Stock Linien auf dem Boden, um anschließend auf ihrer ›Straße‹ entlangzulaufen.

Dann gibt es wiederum Kinder, die sich auf eine Baumwurzel gesetzt haben und in tiefer Entspannung immer wieder ihre Blicke schweifen lassen; Kinder, die von Baum zu Baum gehen und dabei mit ihren Händen oder ihren Fingerspitzen die Baumrinden erfühlen – vielleicht, um den Baum zu streicheln oder die Oberflächen zu ertasten: nur sie werden wissen, was hinter ihren taktilen Aktivitäten steckt.

Andere Kinder hocken auf dem Waldboden und beobachten einen Käfer, der sich mühsam durch das niedergefallene Blattwerk kämpft und wiederum andere Kinder suchen einen Vogel, der in irgendeinem Baumwipfel hockt und mit seinem lauten Gesang auf sich aufmerksam macht. Und einige Kinder gehen von einem Sonnenstrahl zum anderen, der sich durch die Baumwipfel bis hinunter auf den Waldboden hindurchgeschoben hat.

Um es mit einem Satz zu sagen: Der Wald scheint ein ›Forschungslabor‹ erster Güte zu sein, voller Geheimnisse, angereichert mit unzähligen Möglichkeiten, einem eigenen Interesse nachzugehen und sich mit selbstgestellten Herausforderungen zu beschäftigen, bei dem Zeit und Raum unbegrenzt zu sein scheinen. Hier kommen Bewegungsmöglichkeiten und Ruhezeiten zum Ausdruck, Staunen und Bewundern, Neugierde und der Versuch, Antworten auf Fragen zu finden, die für Kinder einen hohen, aktuellen Bedeutungswert haben.

Alle Kinder scheinen ganz intensiv mit ihren Tätigkeiten beschäftigt

– ja, regelrecht gefangen – zu sein.

Fast könnte man annehmen, dass der Wald eine hypnotisierende Wirkung auf Kinder ausübt: und das alles ohne Anleitung, ohne ›Lernvorgaben‹, ohne Impulshinweise und ohne vorgegebene Materialien. Die Natur kommt offenbar für Kinder einem ›Entwicklungszauber‹ gleich, der sich von den üblichen Beschäftigungstätigkeiten in einer Kindertagesstätte deutlich unterscheidet. Hier werden Kindern keine didaktisierten, schulvorgezogene und fremdbestimmte Angebote vorgegeben, hier gibt es reichlich Platz, um in vielfältiger Weise eigenen Bewegungsbedürfnissen nachgehen zu können und hier gibt es keine künstlich hergestellten Materialien, die in den allermeisten Fällen jegliche sinnliche Erfahrungen aussperren.

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Armin Krenz
Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht
20 PowerPoint Präsentationen als Grundlage für Teambesprechungen, Fortbildungsveranstaltungen, Fachberatungen
336 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-96304-613-1
Burckhardthaus
29,95 [D], 30,80 [A]

Kinder begreifen sich als Teil der Natur.

Sie stellen Querverbindungen zwischen sich und ihren Naturerfahrungen her und kommen von sich aus auf immer neue Fragen:

  • »Warum hat der eine Baum so viele Blätter und der andere Baum fast keine Blätter mehr?«
  • »Wie findet denn der Käfer in diesem großen Wald nach Hause – hier gibt es doch keine Straßen und keine Hinweisschilder …?«
  • »Warum liegt das Vogelnest auf dem Boden – wer hat es wohl aus der Baumkrone geworfen?«
  • »Woher wissen denn die Schnecken, welche Pilze essbar und welche giftig sind?«
  • »Hier kamen die früheren Dinosaurier aber nicht durch den Wald – da- für stehen die Bäume viel zu eng nebeneinander: oder?« …

Fragen über Fragen, die die Kinder in den Raum werfen und voller Spannung darauf warten, dass Kindheitspädagog:innen gemeinsam mit ihnen auf die spannende Suche nach einer Antwort gehen. Doch auch dabei bleibt es nicht. Urplötzlich entstehen Spielhandlungen, indem Kinder zueinanderfinden und gemeinsame Vorhaben absprechen. Schaut man diesen Kindern dabei zu und versucht festzustellen, welche Entwicklungsbereiche involviert sind, fällt es nicht schwer, alle neun Entwicklungsbereiche nahezu gleichzeitig zu identifizieren – im Unterschied zu den so genannten Teilleistungsförderbereichen, die in üblicher Weise zum Angebotskanon in Kindertagesstätten gehören und, sofern sie alltagsfremd angeboten werden, kaum bis keine Nachhaltigkeit besitzen:

Es gibt keinen anderen, besser geeigneten Ort für den Auf- und Ausbau von Wahrnehmungskompetenzen und selbstbestimmte, intrinsisch motivierte Handlungs- und Erfahrungsaktivitäten als die Natur, zumal die Hirnforschung gezeigt hat, dass, je reichhaltiger und vielfältiger sowie interessanter die Sinneserfahrungen sind, desto umfangreicher entwickeln sich im Gehirn die abgespeicherten Muster, durch die die Kinder wiederum ihre Handlungskompetenzen und ihre Erfahrungswerte speichern und für zukünftige Tätigkeiten zur Verfügung haben. Diese Form des Lernens wird in der Lernpsychologie ›concomitant learning‹ genannt: ein ›Lernen nebenbei‹ (= Bemerken – Fixieren – Verweilen – Erleben – Speichern). Natürlich darf zum Schluss dieser Einführung nicht der schon fast überflüssige Hinweis fehlen, dass eine reichhaltige Naturerfahrung auch der Gesundheit dient!

Hier die PowerPoint Präsentation zum Artikel, zum kostenlosen Download

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Honorarprofessor i.R.,
Wissenschaftsdozent für Elementarpädagogik und Entwicklungspsychologie




Pink Noise im Kinderzimmer? Studie warnt vor Risiken

kind schläft

Warum Dauerrauschen den REM-Schlaf von Kindern stören kann

Viele Eltern und Erzieher*innen nutzen White Noise oder Pink Noise, um Babys und Kinder schneller einschlafen zu lassen. Soundmaschinen, Apps oder laufende Ventilatoren gelten als praktische Hilfe bei Straßenlärm oder unruhiger Umgebung. Eine neue Studie im Fachjournal Sleep zeigt jedoch: Dauerrauschen kann wichtige Schlafphasen verändern – und das ist gerade für Kinder bedeutsam.

Die Untersuchung „Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep“ von Basner et al. (2026) kommt zu einem klaren Ergebnis: Pink Noise reduzierte signifikant den REM-Schlaf. Umweltlärm verringerte vor allem den Tiefschlaf (N3). Auch wenn die Studie mit jungen Erwachsenen durchgeführt wurde, sind die Ergebnisse besonders relevant für Kinder – denn sie verbringen deutlich mehr Zeit im REM-Schlaf als Erwachsene.

Was ist REM-Schlaf – und warum ist er so wichtig?

REM steht für „Rapid Eye Movement“, also „schnelle Augenbewegungen“. In dieser Schlafphase bewegen sich die Augen unter den geschlossenen Lidern rasch hin und her. Gleichzeitig ist das Gehirn sehr aktiv – fast so aktiv wie im Wachzustand. Der Körper ist jedoch weitgehend entspannt, die Muskulatur stark reduziert. In dieser Phase träumen wir besonders intensiv.

REM-Schlaf erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

  • Er unterstützt die Verarbeitung von Erlebnissen und Gefühlen.
  • Er hilft beim Lernen und beim Festigen von Gedächtnisinhalten.
  • Er spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Vernetzung des kindlichen Gehirns.

Neugeborene verbringen etwa 50 Prozent ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre sinkt dieser Anteil. Das zeigt, wie wichtig diese Phase für die frühe Entwicklung ist.

Wenn nun ein dauerhaftes Hintergrundgeräusch wie Pink Noise genau diesen REM-Schlaf reduziert, ist das aus entwicklungspsychologischer Sicht kritisch zu betrachten.

Was die Studie konkret zeigte

In einem kontrollierten Schlaflabor verbrachten 25 gesunde Erwachsene mehrere Nächte unter verschiedenen Bedingungen: ruhige Kontrollnächte, Nächte mit wiederholtem Umweltlärm (z. B. Verkehr), Nächte mit Pink Noise sowie Kombinationen aus beidem. Zusätzlich wurde untersucht, wie gut Ohrstöpsel vor Lärm schützen.

Die Ergebnisse:

  • Umweltlärm reduzierte deutlich den Tiefschlaf (N3).
  • Pink Noise allein reduzierte signifikant den REM-Schlaf.
  • Die Kombination aus Umweltlärm und Pink Noise verbesserte den Schlaf nicht – sie verschlechterte teilweise sogar die Schlafstruktur.
  • Ohrstöpsel milderten fast alle negativen Effekte des Umweltlärms.

Besonders relevant für Kinder ist der Befund zur REM-Reduktion durch Pink Noise. Die Forschenden warnen ausdrücklich vor einem unkritischen Einsatz von Dauerrauschen, insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie Neugeborenen und Kleinkindern.

Was bedeutet das für Kitas, Krippen und Familien?

Dauerrauschen sollte nicht automatisch als harmlose Einschlafhilfe betrachtet werden. Für pädagogische Fachkräfte ergeben sich daraus konkrete Anregungen:

1. Schlafumgebung optimieren

Schlafräume möglichst ruhig wählen. Wenn möglich, Räume auf der verkehrsabgewandten Seite nutzen.

2. Lärm reduzieren statt überdecken

Stuhlbeine filzen, Türen abdichten, Geräuschquellen während der Ruhezeit minimieren. Prävention ist wirksamer als Maskierung.

3. Rauschgeräte kritisch einsetzen

Wenn White Noise oder Pink Noise verwendet wird:

  • nur sehr leise einstellen
  • nicht die gesamte Schlafphase durchlaufen lassen
  • ausreichenden Abstand zur Liegefläche halten
  • regelmäßig prüfen, ob das Kind wirklich davon profitiert

Endlich ruhig schlafen – für Eltern und Kind

Schlaflose Nächte mit Baby oder Kleinkind? Dieses Buch bündelt die sechs bewährtesten Ein- und Durchschlaf-Programme in einem Band – verständlich erklärt und praxisnah aufbereitet. Mit klaren Schritt-für-Schritt-Plänen, psychologischem Hintergrundwissen zu Ursachen von Schlafproblemen und konkreten Alltagstipps für ruhigere Nächte. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Beratungspraxis helfen Ihnen, die passende Methode für Ihr Kind zu finden.

Petra Weidemann-Böker, So lernen Kinder schlafen – Die sechs besten Einschlaf-Programme für Kinder, Hardcover, 288 Seiten, ISBN: 978-3-934333-59-8, 19,95 €


4. Entwicklungsfördernde Rituale stärken

Leises Vorlesen, ruhige Musik in geringer Lautstärke, Atemübungen oder gleichbleibende Einschlafrituale unterstützen das Sicherheitsgefühl – ohne die Schlafarchitektur zu verändern.

5. Eltern informieren

Viele Eltern wissen nicht, dass Dauerrauschen den REM-Schlaf beeinflussen kann. Aufklärung in Entwicklungsgesprächen oder Elternabenden schafft Bewusstsein.

Warum Ohrstöpsel keine Lösung für Kinder sind

In der Studie waren Ohrstöpsel bei Erwachsenen am wirksamsten gegen Lärm. Für Kinder sind sie jedoch meist ungeeignet – aus Sicherheits-, Komfort- und Handhabungsgründen. Deshalb bleibt die wichtigste Strategie: Lärmquellen möglichst reduzieren.

Kein Dauerrauschen im Kinderzimmer

Pink Noise und White Noise sind keine neutralen Einschlafhilfen. Sie können wichtige Schlafphasen beeinflussen – insbesondere den REM-Schlaf, der für die Gehirnentwicklung von Kindern zentral ist.

Bis weitere Langzeitstudien vorliegen, erscheint ein zurückhaltender und bewusster Umgang mit Dauerrauschen im Kinderzimmer sinnvoll. Die beste Grundlage für gesunden Kinderschlaf bleibt eine ruhige Umgebung, verlässliche Rituale und ein geschützter Schlafraum.

Quelle:
Basner, M. et al. (2026). Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep. Sleep. https://doi.org/10.1093/sleep/zsag001




Praxisnahe Impulse für Kinder mit hohem Förderbedarf

anfassen hantieren

Ergotherapeutisch fundierte Anregungen für entwicklungsorientierte Förderung im pädagogischen Alltag

Dieses Buch (mit Spiralbindung) ist aus der jahrelangen praktischen Erfahrung der Autorin, die als Ergotherapeutin in der Pädiatrie tätig ist, entstanden. Es wendet sich sowohl an (heil-)pädagogische Fachkräfte in Kitas, an Mitarbeiter*innen in ergotherapeutischen Praxen als auch an Eltern und bietet eine ganze Reihe von Vorschlägen, Ideen und Beschäftigungsimpulsen für Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren, die einen besonders hohen Bedarf an Entwicklungsunterstützung haben.

Die allermeisten Spielgegenstände, mit denen Kinder ohne einen sehr hohen Förderbedarf hantieren und spielen, sind für Kinder mit einem besonders hohen Bedarf an Entwicklungsunterstützung in der Regel nicht brauchbar, weil sie häufig noch keine (ausreichend) basalen Handlungsmuster aufgebaut haben oder beherrschen und ihnen zusätzlich emotionale Sicherheiten fehlen, um sich auf ein intrinsisch motiviertes Erkundungs- und Spielinteresse einlassen zu können. Um die Differenz zwischen dem tatsächlich vorhandenen Lebensalter des Kindes und seinem Entwicklungsalter anzunehmen und dem Kind entwicklungsorientierte (!) Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, durch die das Kind mit der Zeit Handlungssicherheiten auf- und ausbauen kann, werden in dem Buch vielfältige Handlungsimpulse vorgestellt.

Zunächst gibt Ursula Wilmes den Leserinnen einige Informationen zur Entwicklung der Spielfähigkeit, der Handgeschicklichkeit und Feinmotorik, des Malens und Bastelns (1) sowie der sensomotorischen Entwicklung (2), systematisch nach Lebensaltermonaten (1) bzw. den sechs Stufen (2) klassifiziert. (Anmerkung: Auch wenn sich seit ca. 20 Jahren sehr namhafte Wissenschaftlerinnen, z. B. Prof. Rolf Oerter, Prof. Leo Montada, Prof. Joan Bliss, Prof. Heidi Keller, aufgrund der völligen Vernachlässigung kultureller und sozialer Einflussfaktoren gegen diese von Piaget sehr starre Stufeneinteilung ausgesprochen haben und auch keine Literaturbelege für die Entwicklung der Spielfähigkeit – z. B. Prof. A. Jean Ayres, Prof. Hans Mogel, Prof. A. F. Zimpel – genannt wurden, können diese stichwortartigen Merkmalsnennungen für Berufseinsteiger*innen hilfreich und dienlich sein, grobe Orientierungswerte zu bekommen.) Es folgen besondere Hinweise zu Hilfen für ein Kind mit einem sehr hohen Förderbedarf, eine Ideensammlung zu Beschäftigungs-, Bewegungs- und Spielangeboten im umfangreichsten Buchteil mit 90 Seiten, und im letzten, sehr kurz gehaltenen Kapitel (zwei Seiten) geht die Autorin auf Hilfsmittel beim Essen sowie auf handelsübliche und selbst hergestellte Hilfsmittel ein.

Was rundum gefällt: Alle Ideen werden neben kurzen Beschreibungen der Erfahrungsmöglichkeiten für das Kind, des Handgeschicks und möglicher Varianten durch Fotos unterstützt, sodass Leser*innen stets eine praktische Vorstellung von den Impulsvorschlägen gewinnen können. Was sicherlich den Wert des Buches noch stärker aufgewertet hätte, wäre ein Kapitel gewesen, das sich mit der „authentischen Zuwendung zum Kind, der Mitspiel- und Entdeckungsfreude des entwicklungsbegleitenden Erwachsenen sowie den gemeinsam erlebten, emotional besetzten Kommunikations- und Interaktionserlebnissen“ befasst hätte. Auch wenn im Untertitel des Buches der Begriff „Spielmöglichkeiten“ vorkommt, ist selbst bei einem sehr sorgsamen Durchlesen des Buches von erwähnten „Spielmöglichkeiten“ nichts zu verspüren. So wirkt das Buch eher funktional strukturiert, rein förderpädagogisch orientiert und lerndidaktisch konzipiert, und an keiner Stelle ist der überaus bedeutsame Aspekt einer „Bildung durch Bindung“ zu entdecken. Gleichwohl ist es ein Fachbuch, das sich als praktischer Impulsgeber, besonders für elementarpädagogische Fachkräfte, eignet, die in ihrer inklusionsgeprägten Praxis immer wieder auf der Suche nach Praxisideen sind. Wenn dann noch alle hier dargebotenen „Übungen“ in spielerischer Weise mit Kindern durchgeführt und emotional erlebt werden, wird das Buch mit Sicherheit ein im wahrsten Sinne des Wortes „guter Ratgeber“ sein.

Prof. Dr. Armin Krenz

Bibliographie

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Wilmes, Ursula: Anfassen, Hantieren, Spielen. Betätigungsideen und Spielmöglichkeiten für kleine Kinder mit sehr hohem Förderbedarf. verlag modernes lernen Borgmann GmbH & Co, Dortmund 2026. 125 Seiten, 22,95 €.
ISBN: 978-3-8080-0974-1




Zweitsprache beeinträchtigt Mutter-Kind-Bindung nicht

kind lacht

Studie belegt neuronale Synchronität beim Spielen in zwei Sprachen

Die enge Bindung zwischen Mutter und Kind ist nicht nur emotional spürbar – sie lässt sich auch im Gehirn messen. Forschende der School of Medicine der University of Nottingham um Erstautorin Efstratia Papoutselou haben herausgefunden: Die Hirnwellen von zweisprachigen Müttern und ihren Kindern bleiben synchron – unabhängig davon, ob sie in der Erstsprache der Mutter oder in einer Zweitsprache miteinander spielen.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Frontiers in Cognition veröffentlicht und liefern wichtige Erkenntnisse zur frühkindlichen Entwicklung, Mehrsprachigkeit und Eltern-Kind-Bindung.

Zweisprachigkeit beeinflusst die Bindung nicht negativ

Weltweit wachsen immer mehr Kinder mehrsprachig auf. Auch in Europa steigt der Anteil stetig: Zwischen 2014 und 2023 erhöhte er sich von acht auf 15,6 Prozent. Viele Eltern fragen sich daher, ob eine Zweitsprache die emotionale Verbindung oder Kommunikation mit dem Kind beeinträchtigen könnte.

Die aktuelle Studie gibt Entwarnung: Die Verwendung einer zweiten Sprache stört die sogenannte Hirn-zu-Hirn-Verbindung nicht. Die neuronale Synchronisation – also das gleichzeitige Aktivieren bestimmter Hirnregionen – bleibt bestehen. Diese Synchronität gilt als wichtiger Baustein für eine gesunde emotionale Entwicklung und stabile Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Zwar zeigen frühere Untersuchungen, dass selbst sehr kompetente Sprecherinnen und Sprecher in einer Zweitsprache langsamer sprechen, häufiger Pausen machen oder sich korrigieren. Besonders in emotional anspruchsvollen Situationen berichten viele Menschen zudem von einer gewissen inneren Distanz. Doch offenbar wirkt sich das nicht negativ auf die grundlegende neuronale Abstimmung zwischen Mutter und Kind aus.

So wurde die neuronale Aktivität gemessen

Untersucht wurden 15 Familien in Großbritannien mit drei- bis vierjährigen Kindern, die zweisprachig aufwuchsen. Englisch war nicht die Muttersprache der Mütter, allerdings verfügten sie über sehr gute Sprachkenntnisse (C1 oder C2).

In der Forschungsklinik saßen Mutter und Kind gemeinsam an einem Tisch mit Spielzeug. Beide trugen eine sogenannte fNIRS-Kappe (funktionelle Nahinfrarotspektroskopie). Dieses Verfahren misst Veränderungen der Sauerstoffkonzentration im Blut und dient als indirekter Indikator für neuronale Aktivität im Gehirn.

Die Mutter-Kind-Paare spielten anschließend in drei unterschiedlichen Szenarien miteinander:

  • in der Erstsprache der Mutter
  • ausschließlich auf Englisch
  • räumlich getrennt und ohne Interaktion

Bindung stärkt von Anfang an das Gehirn

Blickkontakt, Nähe und feinfühlige Signale prägen von Anfang an das kindliche Gehirn. Dr. Walter Hultzsch zeigt, wie Bindung Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Persönlichkeit stärkt. Sein Buch verbindet Neurobiologie und Bindungsforschung mit alltagstauglichen Impulsen für Eltern, Großeltern und Fachkräfte, die Babys achtsam begleiten möchten.

Dr. Walter Hultzsch, Hey Mama, schau mir in die Augen – und sprich mit mir – Bindung, Blickkontakt & frühe Kommunikation – wie sie das Gehirn deines Babys formen, 120 Seiten, 978-3-96304-072-6, 20 €


Synchronität im präfrontalen Kortex besonders stark

Die Messungen zeigten bei allen Mutter-Kind-Paaren eine statistisch signifikante neuronale Synchronität. Besonders ausgeprägt war diese im präfrontalen Kortex – einer Hirnregion, die für Entscheidungsfindung, Planung, Argumentation und emotionale Prozesse zuständig ist.

Weniger stark fiel die Synchronität im temporo-parietalen Übergang aus, der eine wichtige Rolle bei sozialer Kognition und Aufmerksamkeit spielt.

Überraschend: Die neuronale Abstimmung war sogar dann nachweisbar, wenn Mutter und Kind unabhängig voneinander spielten. Das deutet darauf hin, dass die Verbindung zwischen beiden tief verankert ist und nicht allein von direkter Interaktion oder einer bestimmten Sprache abhängt.

Was bedeutet das für Eltern?

Für mehrsprachige Familien ist das eine beruhigende Botschaft: Wer mit seinem Kind in einer Zweitsprache spricht, muss keine Sorge um die emotionale Nähe haben. Entscheidend ist nicht die Sprache selbst, sondern die Qualität der gemeinsamen Zeit, der Blickkontakt, das Spiel und die feinfühlige Reaktion aufeinander.

Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung von Bindung, früher Kommunikation und spielerischem Lernen – ganz gleich, in welcher Sprache.