150.000 neue Ganztagsplätze an Grundschulen bis 2030 nötig

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Vor allem in Westdeutschland fehlen trotz Rechtsanspruch ab 2026 noch zehntausende Ganztagsplätze an Grundschulen – besonders in Bayern und NRW

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule kommt – doch vor allem in Westdeutschland fehlen noch viele Plätze. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Demnach müssen bis zum Schuljahr 2029/30 rund 150.000 zusätzliche Ganztagsplätze geschaffen werden, damit der Anspruch bundesweit erfüllt werden kann.

Rechtsanspruch startet ab 2026

Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz zunächst für Kinder der ersten Klassenstufe. In den darauffolgenden Jahren wird er schrittweise auf die Klassen 2 bis 4 ausgeweitet.

Ziel ist es, Familien zu entlasten und Kindern bessere Bildungs- und Entwicklungschancen zu eröffnen. Doch besonders in den westdeutschen Bundesländern klafft noch eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Bedarf.

Besonders großer Bedarf in Bayern und NRW

Die IW-Berechnungen zeigen deutliche regionale Unterschiede:

  • Nordrhein-Westfalen: rund 45.300 fehlende Plätze
  • Bayern: rund 42.300 fehlende Plätze

Geht man sogar von einer Zielquote von 75 Prozent ganztags betreuter Grundschulkinder aus, steigt der Bedarf drastisch: Mehr als 570.000 zusätzliche Plätze wären dann bundesweit erforderlich.

Allein in:

  • Bayern: etwa 204.000 Plätze
  • Nordrhein-Westfalen: rund 126.000 Plätze
  • Baden-Württemberg: etwa 105.000 Plätze

Hier zeigt sich: Der Ausbau ist vielerorts noch eine enorme Kraftanstrengung.

Hamburg und Ostdeutschland als Vorbilder

Ganz anders stellt sich die Situation in Ostdeutschland und in Hamburg dar. Dort werden bereits heute deutlich mehr als 75 Prozent der Grundschulkinder ganztags betreut.

Zwar gibt es auch hier kleinere Unterschiede zwischen den von Eltern gewünschten Betreuungszeiten und der tatsächlichen Quote, doch durch sinkende Kinderzahlen dürften sich diese Lücken schließen. Ein größerer weiterer Ausbau scheint aktuell nicht nötig.

Qualität entscheidet über Attraktivität

Neben dem quantitativen Ausbau spielt die Qualität der Angebote eine entscheidende Rolle.

IW-Experte Wido Geis-Thöne betont: Ganztagsangebote müssen für Familien attraktiv sein. Dazu gehören unter anderem:

  • verlässliche und flexible Öffnungszeiten
  • gute pädagogische Qualität
  • Ferienbetreuung
  • bezahlbare Elternbeiträge

Ganztagsbetreuung stärkt nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie bietet Kindern zusätzliche Lern- und Fördermöglichkeiten, soziale Erfahrungen und bessere Teilhabechancen.

Wie wurde gerechnet?

Für die Studie hat das IW den voraussichtlichen Bedarf im Schuljahr 2029/2030 berechnet. Grundlage waren:

  • die prognostizierte Entwicklung der Grundschulkinderzahlen
  • die im Jahr 2024 von Eltern geäußerten Betreuungswünsche
  • das aktuell vorhandene Angebot an Ganztagsplätzen

Das Ergebnis macht deutlich: Der Rechtsanspruch ist politisch beschlossen – doch insbesondere in Westdeutschland bleibt der Weg bis zur flächendeckenden Umsetzung noch weit. In vielen Regionen wird sich in den kommenden Jahren einiges bewegen. Entscheidend wird sein, dass nicht nur neue Plätze entstehen – sondern gute Ganztagsschulen, in denen Kinder gerne lernen und leben.




Zuckersteuer: Schutz für Kinder statt Schutz für Profite

Warum die Ablehnung einer Abgabe auf Süßgetränke vor allem die Jüngsten trifft – und was internationale Studien über wirksame Prävention zeigen.

Die Debatte über eine Zuckersteuer ist keine abstrakte fiskalpolitische Frage. Sie berührt einen Kernbereich öffentlicher Verantwortung: den Schutz von Kindern vor vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Bereits heute ist etwa jedes vierte Kind oder jeder vierte Jugendliche in Deutschland übergewichtig, viele davon adipös. Adipositas im Kindesalter erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und orthopädische Probleme – oft mit lebenslangen Folgen.

Zuckerhaltige Getränke gelten als einer der zentralen Treiber dieser Entwicklung. Sie liefern hohe Mengen „freier Zucker“, ohne ein entsprechendes Sättigungsgefühl auszulösen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Aufnahme freier Zucker deutlich zu begrenzen – insbesondere bei Kindern.

Warum gerade Kinder besonders betroffen sind

Kinder reagieren sensibel auf süße Geschmacksreize; frühe Prägungen beeinflussen spätere Ernährungsgewohnheiten. Studien zeigen zudem, dass stark beworbene Softdrinks und Energy-Drinks besonders in sozial benachteiligten Gruppen verbreitet sind – also dort, wo auch das Risiko für Übergewicht höher ist.

Mediziner warnen seit Jahren vor den Folgen. Der Ärzteverband Marburger Bund sprach jüngst von einer „verpassten Chance für wirksame Prävention“, nachdem die CDU eine Zuckersteuer ablehnte. Wer den hohen Konsum zuckerhaltiger Getränke als Problem erkenne, dürfe sich nicht auf Appelle zur Eigenverantwortung beschränken. Gerade Kinder könnten sich dem Marktangebot und dem Werbedruck nicht entziehen.

Auch Zahnärzte verweisen auf konkrete Effekte: In Großbritannien sank nach Einführung der Soft Drinks Industry Levy die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Kindern wegen schwerer Karies signifikant – bei unter Vierjährigen um mehr als ein Viertel. Das ist kein symbolischer, sondern ein messbarer gesundheitlicher Gewinn.

Die Argumente der Gegner – und ihre Schwächen

Eine Mehrheit auf dem CDU-Parteitag in Stuttgartt lehnte den Antrag dennoch ab, obwohl diesen ausgerechnet ein prominenter Parteifreund, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, eingebracht hatte. Unterstützt wurde er von fast 50 Verbänden, darunter medizinische Fachgesellschaften, Krankenkassen und Verbraucherschützer. Mehrere Delegierte betonten, man setze auf „Aufklärung statt Verbote“. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärte, Steuererhöhungen seien nicht vorgesehen; stattdessen wirke eine freiwillige Reduktionsstrategie mit der Lebensmittelwirtschaft.

Diese Argumente verdienen eine differenzierte Betrachtung:

  1. „Aufklärung statt Bevormundung“
    Eine Zuckersteuer ist kein Verbot. Sie verändert Preissignale und schafft Anreize für Hersteller, Rezepturen anzupassen. Das britische Modell zeigt, dass Unternehmen vielfach reformulieren, um unter Steuergrenzen zu bleiben – ohne dass Produkte vom Markt verschwinden.
  2. „Freiwillige Selbstverpflichtung wirkt“
    Evaluierungen der bisherigen Reduktionsstrategie in Deutschland zeigen nur begrenzte Fortschritte. Ohne verbindliche Zielmarken bleiben Reduktionen oft moderat und langsam.
  3. „Übergewicht hat viele Ursachen“
    Richtig ist: Bewegungsmangel und sozioökonomische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Doch Multikausalität ist kein Argument gegen gezielte Einzelmaßnahmen – zumal zuckerhaltige Getränke als besonders relevante Quelle identifiziert sind.
  4. „Steuern treffen Verbraucher“
    Internationale Erfahrungen legen nahe, dass der gesundheitliche Nutzen insbesondere in sozial benachteiligten Gruppen hoch ist, da hier der Konsum besonders stark zurückgeht. Entscheidend ist die Ausgestaltung – etwa durch eine Staffelung nach Zuckergehalt.

Auffällig ist, dass wirtschaftsnahe Verbände – darunter Teile der Lebensmittelindustrie und landwirtschaftliche Interessenvertretungen – seit Jahren gegen fiskalische Eingriffe mobilisieren. Offiziell wird mit „Bürokratie“ und „Belastung der Verbraucher“ argumentiert. Kritiker sehen dahinter vor allem ökonomische Interessen: Eine verpflichtende Reformulierung oder sinkende Absatzmengen schmälern Gewinne.

Der Marburger Bund kritisierte die Parteitagsentscheidung scharf. Vorsitzende Susanne Johna sagte wörtlich:

„Wer den hohen Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke als Problem erkennt, darf sich nicht auf Appelle zur Eigenverantwortung beschränken.“

Aus der Zahnmedizin kommt seit Jahren eine ähnliche Stoßrichtung: Die British Dental Association (BDA) kommentierte neue Evidenz zur Zuckerabgabe mit dem Tenor, die „sugar levy“ liefere messbare Gewinne im Kampf gegen Karies – und der Staat müsse bereit bleiben, Reformulierung notfalls auch politisch zu erzwingen.

Internationale Erfahrungen: Weniger Zucker im Regal

Der entscheidende Punkt: Eine Zuckersteuer wirkt nicht primär als „Strafsteuer“ für Konsumenten, sondern als Reformulierungsanreiz für Hersteller. In Großbritannien sank der Anteil stark gezuckerter Getränke binnen weniger Jahre drastisch. Viele Unternehmen reduzierten den Zuckergehalt, um unter Steuergrenzen zu bleiben.

Ähnliche Effekte zeigen sich in mehreren US-Städten: Höhere Preise führten zu deutlich geringeren Verkaufszahlen. In Mexiko gingen die Käufe besteuerter Softdrinks nachhaltig zurück, während der Konsum von Wasser anstieg – besonders stark in Haushalten mit geringerem Einkommen. Gerade dort profitieren Kinder gesundheitlich überproportional.

„Eigenverantwortung“ reicht bei Kindern nicht aus

Gegner einer Zuckersteuer verweisen gern auf Aufklärungskampagnen. Doch Kinder sind keine vollständig autonomen Marktteilnehmer. Sie können Werbebotschaften kaum kritisch einordnen, sind preisempfindlich und orientieren sich stark am verfügbaren Angebot. Strukturelle Maßnahmen – also solche, die das Umfeld verändern – gelten in der Präventionsforschung als besonders wirksam.

Eine gestaffelte Abgabe auf stark gezuckerte Getränke wäre kein Verbot. Sie würde Preissignale setzen und Anreize zur Rezepturänderung schaffen. Wenn dadurch weniger Zucker in Produkten landet, profitieren alle Kinder – auch jene, deren Eltern wenig Zeit oder Ressourcen für bewusste Ernährungsentscheidungen haben.

Verantwortung oder Reflex?

Die Debatte um die Zuckersteuer ist längst keine rein ideologische Frage mehr. Internationale Erfahrungen zeigen, dass eine klug ausgestaltete Abgabe wirkt: Sie senkt den Zuckergehalt von Produkten, reduziert den Konsum und kann gesundheitliche Folgekosten mindern.

Wer sie pauschal als „Verbotsinstrument“ abtut, verkürzt die Diskussion. Ebenso greift es zu kurz, allein auf individuelle Verantwortung zu verweisen, während wirtschaftliche Interessen strukturelle Veränderungen blockieren.

Die Entscheidung des CDU-Parteitags mag parteitaktisch motiviert sein. Gesundheitspolitisch bleibt sie zumindest erklärungsbedürftig. Denn wenn eine Maßnahme von einer Bevölkerungsmehrheit, von Ärzten, Wissenschaftlern und selbst von Teilen der eigenen Partei unterstützt wird – und wenn internationale Beispiele ihre Wirksamkeit nahelegen –, dann sollte die Ablehnung mehr sein als ein Reflex. Sie sollte überzeugend begründet werden.




Mentale Gesundheit ukrainischer Kinder: Kontakte fördern Hilfe

junge vor wand

BiB-Studie zeigt: Eltern mit täglichem Kontakt zu Deutschen nutzen häufiger professionelle Unterstützungsangebote für psychisch belastete Kinder

Soziale Kontakte spielen eine entscheidende Rolle für die mentale Gesundheit ukrainischer Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Neue Auswertungen des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigen: Wenn Eltern täglich Zeit mit Deutschen verbringen, nehmen sie bei psychischen Problemen ihrer Kinder deutlich häufiger professionelle Hilfsangebote in Anspruch.

46 Prozent nutzen Hilfe – bei engem Kontakt zur Bevölkerung

Laut der BiB/FReDA-Befragung „Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland“ erhalten 46 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit geringem psychischem Wohlbefinden professionelle Unterstützung, wenn ihre Eltern täglich Kontakt zu Deutschen haben. In Familien mit selteneren sozialen Kontakten liegt dieser Anteil dagegen nur bei 29 Prozent.

Die Daten unterstreichen die Bedeutung sozialer Integration für geflüchtete Familien. Entscheidend für die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten ist nicht das Geschlecht der Kinder, die Bildung der Eltern oder deren Erwerbstätigkeit – ausschlaggebend ist vielmehr die soziale Vernetzung der Eltern im Aufnahmeland.

Psychisches Wohlbefinden deutlich beeinträchtigt

Zu Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland war das psychische Wohlbefinden ukrainischer Kinder und Jugendlicher deutlich schlechter als das gleichaltriger Kinder hierzulande. Auch nach einem Jahr zeigte sich zwar eine Verbesserung, dennoch wiesen 2023 noch immer 67 Prozent der Betroffenen ein unterdurchschnittliches psychologisches Wohlbefinden auf.

„Mentale Gesundheit ist die Grundlage für eine förderliche Entwicklung und die Ausschöpfung von Bildungspotenzialen“, erklärt Dr. Anna Daelen vom BiB. Eine stabile psychosoziale Unterstützung könne zudem gesellschaftliche Teilhabe stärken und langfristigen sozialen sowie gesundheitlichen Folgekosten vorbeugen.

Auch die Direktorin des BiB, Prof. Dr. C. Katharina Spieß, betont: „Unabhängig davon, ob die geflüchteten Kinder und Jugendlichen langfristig in Deutschland bleiben oder später in ihre Heimat zurückkehren: Es ist essentiell für ihre weitere Entwicklung, ihre Teilhabe zu fördern und ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern.“

Rund jedes dritte Kind erhält fachliche Unterstützung

Die Auswertungen zeigen außerdem: Seit ihrer Ankunft in Deutschland hat knapp jedes dritte ukrainische Kind mit geringem psychischem Wohlbefinden (32 Prozent) formelle Unterstützungsangebote genutzt.

Im Detail:

  • 18 Prozent suchten einen Kinderarzt auf
  • 10 Prozent erhielten therapeutische Hilfe durch Psychologen oder Psychiater
  • 6 Prozent nutzten Schulpsychologen
  • 6 Prozent griffen auf psychologische Online-Angebote zurück

Mehrfachnennungen waren möglich. Informelle Hilfe – etwa durch Freunde oder Bekannte – wurde ebenfalls erfasst.

Datengrundlage: Mehr als 10.000 Geflüchtete befragt

Die Ergebnisse basieren auf der BiB/FReDA-Befragung, die aus der Studie „IAB-BiB/FReDA-BAMF-SOEP − Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland“ hervorgegangen ist. Das Projekt startete 2022 als Kooperation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des BiB, des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) sowie des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Seit der dritten Welle wird ein Teil der Studie vom BiB eigenständig fortgeführt. Inzwischen liegen Daten aus sechs Befragungswellen von über 10.000 Schutzsuchenden aus der Ukraine vor. Für die hier dargestellten Analysen wurden 503 Eltern befragt, die Angaben zu 641 Kindern machten.

Das psychische Wohlbefinden wurde mithilfe des KINDL-Fragebogens erhoben. Dabei beantworteten Eltern vier Fragen pro Kind, aus denen ein Gesamtwert ermittelt wurde. Berücksichtigt wurden Kinder, die 2023 im Vergleich zu deutschen Normwerten ein signifikant schlechteres psychisches Wohlbefinden aufwiesen.

Soziale Integration als Schlüssel zur Gesundheitsversorgung

Die Studienergebnisse machen deutlich: Soziale Kontakte zur Bevölkerung im Zielland erleichtern geflüchteten Familien den Zugang zum Gesundheitssystem und zu psychosozialen Hilfsangeboten. Eltern, die regelmäßig Zeit mit Deutschen verbringen, sind offenbar besser informiert über vorhandene Unterstützungsstrukturen – und nutzen diese im Bedarfsfall häufiger.

Für Politik und Gesellschaft ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Integration fördern heißt auch, die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu stärken.




Ausgezeichnet von spiel gut: Mini-Schubkarre

schubkarre

Mini-Schubkarre von Winther – kippsicher für kleine Kinder

Schubkarren in der klassischen Form sind für jüngere Kinder schwer zu händeln. Das Fahrzeug anheben, schieben und gleichzeitig die Ladung ausbalancieren, schaffen sie noch nicht. Die Mini-Schubkarre von Winther ist anders konstruiert. Sie hat vorne zwei Räder, so dass kleine Kinder die verschiedenen Ladungen kippsicher transportieren können. Die praktisch geformten, verstärkten Abstellfüße geben der Schubkarre zusätzlich Standfestigkeit. So kann die Ladung leichter ein- und ausgeladen werden. Das Auskippen geht bei der Karre aber nur über den vorderen Rand. Das Lenken der Schubkarre ist Übungssache, wobei die Schubkarre so ansprechend ist, dass sich die Kleinen der Herausforderung gerne stellen. Die Mini-Schubkarre ist auch für Institutionen empfehlenswert.

schhubkarre mit kind im sand

Material: Stahlrohr, Handgriffe und Reifen TPE, Felgen PP, verstärkte Ladefläche. Wannenhöhe 30 cm, Länge 81 cm, Gewicht 5,5 cm.

Die Mini-Schubkarre wurde wegen ihrer besonderen Form und Konstruktion mit spiel gut ausgezeichnet. Und weil sie sehr stabil und langlebig ist.  

  • Mini-Schubkarre
  • Preis: ca. 98.- €
  • Alter: Ab 2 Jahren
  • Marke:  Jakobs
  • Hersteller: Winther



Fachtag zu Beschäftigungspotenzialen in Kitas 2026

ehs-Campus-Moritzburg

Wie können Arbeitszeiten stabilisiert und Fachkräfte entlastet werden? Jetzt kostenfrei zum Fachtag am 1. April 2026 in Dresden anmelden

Viele Erzieherinnen erleben es täglich: hohe Belastung, Personalmangel, ständig neue Anforderungen. Gleichzeitig arbeiten fast die Hälfte der pädagogischen Fachkräfte in Teilzeit – oft nicht freiwillig, sondern um die Arbeit langfristig bewältigen zu können.

Genau hier setzt der Fachtag
„Beschäftigungspotenziale in der Kindertagesbetreuung – Ergebnisse, Herausforderungen, Perspektiven für Ostdeutschland“
am 1. April 2026 in Dresden an.

Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie können Arbeitsbedingungen so verbessert werden, dass Fachkräfte im Beruf bleiben – und vielleicht sogar ihre Stunden aufstocken?

Worum geht es beim Fachtag?

Auf dem Fachtag werden erste Ergebnisse des bundesweiten Forschungsprojekts BeKit vorgestellt. Dieses untersucht, warum viele Fachkräfte ihre Arbeitszeit reduzieren oder nicht auf Vollzeit erhöhen – und welche Rahmenbedingungen sich ändern müssten.

Gemeinsam mit Fachkräften aus der Praxis wird diskutiert:

  • Wie können bestehende Arbeitszeiten stabilisiert werden?
  • Welche Unterstützung brauchen Erzieherinnen im Alltag wirklich?
  • Was können Träger und Politik konkret verbessern?
  • Welche Rolle spielt der demografische Wandel – besonders in Ostdeutschland?

Dabei geht es nicht um abstrakte Theorie, sondern um Ihre berufliche Realität in der Kita.

Was sich ändern muss

Der Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung ist längst Alltag. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die pädagogische Arbeit immer vielfältiger:

  • mehr Dokumentation
  • wachsende Bildungsansprüche
  • Inklusion und kulturelle Vielfalt
  • zunehmende Belastungen im Team

Viele Kolleginnen arbeiten deshalb in Teilzeit, um gesund im Beruf bleiben zu können. Doch was müsste passieren, damit sich daran etwas ändert? Welche Entlastung wäre tatsächlich wirksam?

Der Fachtag bietet Raum, genau darüber ins Gespräch zu kommen. Der Fachtag wendet sich an Erzieherinnen und Erzieher, Kita-Leitungen, Fachberatungen, Trägervertretungen, gewerkschaftliche Engagierte und Interessierte aus Politik und Wissenschaft.

Anmeldung und Organisation

📅 Datum: 1. April 2026
📍 Ort: Evangelische Hochschule Dresden
💶 Teilnahme: kostenfrei

Der Fachtag wird in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen organisiert.

Die Anmeldung erfolgt über die Website der Evangelischen Akademie Sachsen oder per E-Mail an: akademie@evlks.de

Hintergrund: Das Projekt BeKit

Der Fachtag ist Teil des Forschungsprojekts BeKit – Beschäftigungspotenziale für die Kindertagesbetreuung (Laufzeit 08/2024–07/2026). Ziel ist es, Wege zu finden, um:

  • Fachkräfte im Beruf zu halten
  • Arbeitszeiten zu stabilisieren
  • attraktive Rahmenbedingungen für die Kita-Arbeit zu schaffen

Gefördert wird das Projekt von der Hans-Böckler-Stiftung.

Jetzt anmelden und mitdiskutieren

Wenn Sie sich fragen, wie sich die Arbeitsbedingungen in Kitas realistisch verbessern lassen – dann ist dieser Fachtag eine gute Gelegenheit, Ihre Erfahrungen einzubringen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Die Teilnahme ist kostenfrei.




Pädagogik studieren an der PH NÖ: praxisnah & zukunftsfit

PH Niederösterreich

Lehramt Primarstufe und Elementarpädagogik mit starkem Praxisbezug in Niederösterreich

Wer Pädagogik studieren und aktiv die Zukunft von Bildung mitgestalten möchte, findet an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) ein praxisnahes und zugleich wissenschaftlich fundiertes Studienangebot. Ob Lehramt Primarstufe oder Elementarpädagogik – die Ausbildung verbindet Theorie, Forschung und intensive Praxiserfahrung an mehreren Campus-Standorten in Niederösterreich.

Lehramt Primarstufe studieren: Kompetent unterrichten

Das Studium Lehramt Primarstufe an der PH NÖ bereitet gezielt auf den Unterricht in der Volksschule vor. Neben solider fachlicher und didaktischer Ausbildung setzt die Hochschule auf zentrale Zukunftsthemen: Inklusion, Mehrsprachigkeit, kulturelle Bildung, Gesundheitsförderung sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Unterricht.

Praxisphasen sind fixer Bestandteil des Studiums. Studierende sammeln von Beginn an Unterrichtserfahrung und werden professionell begleitet. Dadurch erwerben sie nicht nur Fachwissen, sondern auch pädagogische Handlungssicherheit für den Schulalltag.

Elementarpädagogik studieren: Frühkindliche Bildung gestalten

Das Studium Elementarpädagogik trägt der wachsenden Bedeutung frühkindlicher Bildung Rechnung. Die ersten Lebensjahre gelten als entscheidend für spätere Bildungsbiografien – entsprechend hoch sind die Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte.

An der PH NÖ verbindet das Studium wissenschaftliche Grundlagen mit reflektierter Praxis. Vermittelt werden unter anderem Kenntnisse in Entwicklungspsychologie, Didaktik, Bildungsplanung und professioneller Beobachtung. Absolventinnen und Absolventen sind damit bestens auf verantwortungsvolle Aufgaben im elementaren Bildungsbereich vorbereitet.

Studium mit Praxisbezug in Niederösterreich

Die PH NÖ steht für ein Pädagogik-Studium mit starkem Praxisbezug, regionaler Verankerung und klarer Zukunftsorientierung. Kleine Studiengruppen, persönliche Betreuung und enge Kooperationen mit Bildungseinrichtungen sorgen für optimale Studienbedingungen.

Jetzt informieren und bewerben

Wer Lehramt Primarstufe oder Elementarpädagogik studieren möchte, findet alle Informationen zu Studieninhalten, Aufnahmeverfahren, Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen online.

Weitere Informationen:
👉 https://www.ph-noe.ac.at




Die Natur als Entwicklungsraum für Kinder

kinder baum

Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht

Wer mit Kindern in der Natur unterwegs ist und dabei mit allen Sinnen wahrnimmt, welche selbstbestimmten Tätigkeiten Kinder genussvoll ausführen, wird kaum in der Lage sein, alle Beobachtungsmöglichkeiten zu registrieren und in einem Protokoll festhalten zu können.

Auf der einen Seite sind Kinder pausenlos in Bewegung:

Sie klettern über umgefallene Baumstämme oder versuchen, sich an tiefer hängenden Ästen anzuhängen; sie umarmen Bäume und sind gespannt, ob sich ihre Hände berühren oder ob der Stamm einen größeren Umfang hat, so dass sie ein anderen Kind bitten, hinzuzukommen und vielleicht vier Armlängen das gesetzte Ziel erreichen; sie springen über niedrige Waldpflanzen oder in Restpfützen, die noch vom vergangenen Regen als kleine Wasserstellen übriggeblieben sind oder sammeln Äste, um sich daraus eine kleine Höhle zu bauen; sie tragen losgelöste Baumrindenstücke zusammen, um ihre Höhle mit einem Dach regensicher zu machen, sammeln Moos, um die Astwände damit abzudichten oder ziehen mit einem Stock Linien auf dem Boden, um anschließend auf ihrer ›Straße‹ entlangzulaufen.

Dann gibt es wiederum Kinder, die sich auf eine Baumwurzel gesetzt haben und in tiefer Entspannung immer wieder ihre Blicke schweifen lassen; Kinder, die von Baum zu Baum gehen und dabei mit ihren Händen oder ihren Fingerspitzen die Baumrinden erfühlen – vielleicht, um den Baum zu streicheln oder die Oberflächen zu ertasten: nur sie werden wissen, was hinter ihren taktilen Aktivitäten steckt.

Andere Kinder hocken auf dem Waldboden und beobachten einen Käfer, der sich mühsam durch das niedergefallene Blattwerk kämpft und wiederum andere Kinder suchen einen Vogel, der in irgendeinem Baumwipfel hockt und mit seinem lauten Gesang auf sich aufmerksam macht. Und einige Kinder gehen von einem Sonnenstrahl zum anderen, der sich durch die Baumwipfel bis hinunter auf den Waldboden hindurchgeschoben hat.

Um es mit einem Satz zu sagen: Der Wald scheint ein ›Forschungslabor‹ erster Güte zu sein, voller Geheimnisse, angereichert mit unzähligen Möglichkeiten, einem eigenen Interesse nachzugehen und sich mit selbstgestellten Herausforderungen zu beschäftigen, bei dem Zeit und Raum unbegrenzt zu sein scheinen. Hier kommen Bewegungsmöglichkeiten und Ruhezeiten zum Ausdruck, Staunen und Bewundern, Neugierde und der Versuch, Antworten auf Fragen zu finden, die für Kinder einen hohen, aktuellen Bedeutungswert haben.

Alle Kinder scheinen ganz intensiv mit ihren Tätigkeiten beschäftigt

– ja, regelrecht gefangen – zu sein.

Fast könnte man annehmen, dass der Wald eine hypnotisierende Wirkung auf Kinder ausübt: und das alles ohne Anleitung, ohne ›Lernvorgaben‹, ohne Impulshinweise und ohne vorgegebene Materialien. Die Natur kommt offenbar für Kinder einem ›Entwicklungszauber‹ gleich, der sich von den üblichen Beschäftigungstätigkeiten in einer Kindertagesstätte deutlich unterscheidet. Hier werden Kindern keine didaktisierten, schulvorgezogene und fremdbestimmte Angebote vorgegeben, hier gibt es reichlich Platz, um in vielfältiger Weise eigenen Bewegungsbedürfnissen nachgehen zu können und hier gibt es keine künstlich hergestellten Materialien, die in den allermeisten Fällen jegliche sinnliche Erfahrungen aussperren.

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Armin Krenz
Elementarpädagogische Grundsätze auf den Punkt gebracht
20 PowerPoint Präsentationen als Grundlage für Teambesprechungen, Fortbildungsveranstaltungen, Fachberatungen
336 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-96304-613-1
Burckhardthaus
29,95 [D], 30,80 [A]

Kinder begreifen sich als Teil der Natur.

Sie stellen Querverbindungen zwischen sich und ihren Naturerfahrungen her und kommen von sich aus auf immer neue Fragen:

  • »Warum hat der eine Baum so viele Blätter und der andere Baum fast keine Blätter mehr?«
  • »Wie findet denn der Käfer in diesem großen Wald nach Hause – hier gibt es doch keine Straßen und keine Hinweisschilder …?«
  • »Warum liegt das Vogelnest auf dem Boden – wer hat es wohl aus der Baumkrone geworfen?«
  • »Woher wissen denn die Schnecken, welche Pilze essbar und welche giftig sind?«
  • »Hier kamen die früheren Dinosaurier aber nicht durch den Wald – da- für stehen die Bäume viel zu eng nebeneinander: oder?« …

Fragen über Fragen, die die Kinder in den Raum werfen und voller Spannung darauf warten, dass Kindheitspädagog:innen gemeinsam mit ihnen auf die spannende Suche nach einer Antwort gehen. Doch auch dabei bleibt es nicht. Urplötzlich entstehen Spielhandlungen, indem Kinder zueinanderfinden und gemeinsame Vorhaben absprechen. Schaut man diesen Kindern dabei zu und versucht festzustellen, welche Entwicklungsbereiche involviert sind, fällt es nicht schwer, alle neun Entwicklungsbereiche nahezu gleichzeitig zu identifizieren – im Unterschied zu den so genannten Teilleistungsförderbereichen, die in üblicher Weise zum Angebotskanon in Kindertagesstätten gehören und, sofern sie alltagsfremd angeboten werden, kaum bis keine Nachhaltigkeit besitzen:

Es gibt keinen anderen, besser geeigneten Ort für den Auf- und Ausbau von Wahrnehmungskompetenzen und selbstbestimmte, intrinsisch motivierte Handlungs- und Erfahrungsaktivitäten als die Natur, zumal die Hirnforschung gezeigt hat, dass, je reichhaltiger und vielfältiger sowie interessanter die Sinneserfahrungen sind, desto umfangreicher entwickeln sich im Gehirn die abgespeicherten Muster, durch die die Kinder wiederum ihre Handlungskompetenzen und ihre Erfahrungswerte speichern und für zukünftige Tätigkeiten zur Verfügung haben. Diese Form des Lernens wird in der Lernpsychologie ›concomitant learning‹ genannt: ein ›Lernen nebenbei‹ (= Bemerken – Fixieren – Verweilen – Erleben – Speichern). Natürlich darf zum Schluss dieser Einführung nicht der schon fast überflüssige Hinweis fehlen, dass eine reichhaltige Naturerfahrung auch der Gesundheit dient!

Hier die PowerPoint Präsentation zum Artikel, zum kostenlosen Download

Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Honorarprofessor i.R.,
Wissenschaftsdozent für Elementarpädagogik und Entwicklungspsychologie




Pink Noise im Kinderzimmer? Studie warnt vor Risiken

kind schläft

Warum Dauerrauschen den REM-Schlaf von Kindern stören kann

Viele Eltern und Erzieher*innen nutzen White Noise oder Pink Noise, um Babys und Kinder schneller einschlafen zu lassen. Soundmaschinen, Apps oder laufende Ventilatoren gelten als praktische Hilfe bei Straßenlärm oder unruhiger Umgebung. Eine neue Studie im Fachjournal Sleep zeigt jedoch: Dauerrauschen kann wichtige Schlafphasen verändern – und das ist gerade für Kinder bedeutsam.

Die Untersuchung „Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep“ von Basner et al. (2026) kommt zu einem klaren Ergebnis: Pink Noise reduzierte signifikant den REM-Schlaf. Umweltlärm verringerte vor allem den Tiefschlaf (N3). Auch wenn die Studie mit jungen Erwachsenen durchgeführt wurde, sind die Ergebnisse besonders relevant für Kinder – denn sie verbringen deutlich mehr Zeit im REM-Schlaf als Erwachsene.

Was ist REM-Schlaf – und warum ist er so wichtig?

REM steht für „Rapid Eye Movement“, also „schnelle Augenbewegungen“. In dieser Schlafphase bewegen sich die Augen unter den geschlossenen Lidern rasch hin und her. Gleichzeitig ist das Gehirn sehr aktiv – fast so aktiv wie im Wachzustand. Der Körper ist jedoch weitgehend entspannt, die Muskulatur stark reduziert. In dieser Phase träumen wir besonders intensiv.

REM-Schlaf erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

  • Er unterstützt die Verarbeitung von Erlebnissen und Gefühlen.
  • Er hilft beim Lernen und beim Festigen von Gedächtnisinhalten.
  • Er spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Vernetzung des kindlichen Gehirns.

Neugeborene verbringen etwa 50 Prozent ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre sinkt dieser Anteil. Das zeigt, wie wichtig diese Phase für die frühe Entwicklung ist.

Wenn nun ein dauerhaftes Hintergrundgeräusch wie Pink Noise genau diesen REM-Schlaf reduziert, ist das aus entwicklungspsychologischer Sicht kritisch zu betrachten.

Was die Studie konkret zeigte

In einem kontrollierten Schlaflabor verbrachten 25 gesunde Erwachsene mehrere Nächte unter verschiedenen Bedingungen: ruhige Kontrollnächte, Nächte mit wiederholtem Umweltlärm (z. B. Verkehr), Nächte mit Pink Noise sowie Kombinationen aus beidem. Zusätzlich wurde untersucht, wie gut Ohrstöpsel vor Lärm schützen.

Die Ergebnisse:

  • Umweltlärm reduzierte deutlich den Tiefschlaf (N3).
  • Pink Noise allein reduzierte signifikant den REM-Schlaf.
  • Die Kombination aus Umweltlärm und Pink Noise verbesserte den Schlaf nicht – sie verschlechterte teilweise sogar die Schlafstruktur.
  • Ohrstöpsel milderten fast alle negativen Effekte des Umweltlärms.

Besonders relevant für Kinder ist der Befund zur REM-Reduktion durch Pink Noise. Die Forschenden warnen ausdrücklich vor einem unkritischen Einsatz von Dauerrauschen, insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie Neugeborenen und Kleinkindern.

Was bedeutet das für Kitas, Krippen und Familien?

Dauerrauschen sollte nicht automatisch als harmlose Einschlafhilfe betrachtet werden. Für pädagogische Fachkräfte ergeben sich daraus konkrete Anregungen:

1. Schlafumgebung optimieren

Schlafräume möglichst ruhig wählen. Wenn möglich, Räume auf der verkehrsabgewandten Seite nutzen.

2. Lärm reduzieren statt überdecken

Stuhlbeine filzen, Türen abdichten, Geräuschquellen während der Ruhezeit minimieren. Prävention ist wirksamer als Maskierung.

3. Rauschgeräte kritisch einsetzen

Wenn White Noise oder Pink Noise verwendet wird:

  • nur sehr leise einstellen
  • nicht die gesamte Schlafphase durchlaufen lassen
  • ausreichenden Abstand zur Liegefläche halten
  • regelmäßig prüfen, ob das Kind wirklich davon profitiert

Endlich ruhig schlafen – für Eltern und Kind

Schlaflose Nächte mit Baby oder Kleinkind? Dieses Buch bündelt die sechs bewährtesten Ein- und Durchschlaf-Programme in einem Band – verständlich erklärt und praxisnah aufbereitet. Mit klaren Schritt-für-Schritt-Plänen, psychologischem Hintergrundwissen zu Ursachen von Schlafproblemen und konkreten Alltagstipps für ruhigere Nächte. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Beratungspraxis helfen Ihnen, die passende Methode für Ihr Kind zu finden.

Petra Weidemann-Böker, So lernen Kinder schlafen – Die sechs besten Einschlaf-Programme für Kinder, Hardcover, 288 Seiten, ISBN: 978-3-934333-59-8, 19,95 €


4. Entwicklungsfördernde Rituale stärken

Leises Vorlesen, ruhige Musik in geringer Lautstärke, Atemübungen oder gleichbleibende Einschlafrituale unterstützen das Sicherheitsgefühl – ohne die Schlafarchitektur zu verändern.

5. Eltern informieren

Viele Eltern wissen nicht, dass Dauerrauschen den REM-Schlaf beeinflussen kann. Aufklärung in Entwicklungsgesprächen oder Elternabenden schafft Bewusstsein.

Warum Ohrstöpsel keine Lösung für Kinder sind

In der Studie waren Ohrstöpsel bei Erwachsenen am wirksamsten gegen Lärm. Für Kinder sind sie jedoch meist ungeeignet – aus Sicherheits-, Komfort- und Handhabungsgründen. Deshalb bleibt die wichtigste Strategie: Lärmquellen möglichst reduzieren.

Kein Dauerrauschen im Kinderzimmer

Pink Noise und White Noise sind keine neutralen Einschlafhilfen. Sie können wichtige Schlafphasen beeinflussen – insbesondere den REM-Schlaf, der für die Gehirnentwicklung von Kindern zentral ist.

Bis weitere Langzeitstudien vorliegen, erscheint ein zurückhaltender und bewusster Umgang mit Dauerrauschen im Kinderzimmer sinnvoll. Die beste Grundlage für gesunden Kinderschlaf bleibt eine ruhige Umgebung, verlässliche Rituale und ein geschützter Schlafraum.

Quelle:
Basner, M. et al. (2026). Efficacy of pink noise and earplugs for mitigating the effects of intermittent environmental noise exposure on sleep. Sleep. https://doi.org/10.1093/sleep/zsag001