Brauchen Kinder Apps, um besser lesen zu lernen?

Digitale Angebote versprechen Leseförderung. Doch was Kindern hilft, hängt vor allem von ihrem Alter und Entwicklungsstand ab

Ein zweijähriges Kind ist kein kleiner Achtjähriger. Und ein Vorschulkind lernt anders als ein Grundschulkind, das bereits Wörter entziffern kann. Das klingt selbstverständlich – wird in der Diskussion um digitale Bildung aber erstaunlich oft übersehen.

Gerade für die Leseförderung ist dieser Unterschied entscheidend. Denn Lesenlernen beginnt lange bevor ein Kind seinen ersten Buchstaben entziffert. Am Anfang stehen Beziehung und Sprache, Wahrnehmung und Bewegung, gemeinsames Schauen und Zeigen, Zuhören und Erzählen. Erst allmählich kommen Symbole, Laute und Buchstaben hinzu. Später folgen Dekodieren, Automatisieren, Leseflüssigkeit und Textverständnis.

Wer digitale Medien zur Leseförderung einsetzen möchte, sollte deshalb nicht zuerst fragen: Was kann die App?

Die wichtigere Frage lautet: Was braucht dieses Kind in seiner jetzigen Entwicklungsphase – und kann ein digitales Angebot dazu tatsächlich mehr beitragen als die analoge Erfahrung?

0 bis 3 Jahre: Je jünger, desto sinnlicher

Je jünger ein Kind ist, desto weniger darf Leseförderung auf Lesen im engeren Sinne reduziert werden.

Kleine Kinder lernen mit dem ganzen Körper. Sie greifen, tasten und bewegen sich. Sie drehen, tragen und untersuchen Gegenstände, betrachten, hören und probieren aus. Im Austausch mit anderen Menschen verbinden sich diese Erfahrungen mit Wörtern und Bedeutungen.

Das ist eine wesentliche Grundlage der späteren Lesefähigkeit.

Ein Bilderbuch ist in diesem Entwicklungsprozess weit mehr als ein Träger von Geschichten. Das Kind hält es in den Händen. Es spürt sein Gewicht, öffnet und schließt es, blättert vor und zurück. Die Katze auf Seite vier bleibt auf Seite vier. Das Kind kann zurückblättern und sie wiederfinden. Und während es auf die Katze zeigt, sagt vielleicht der Vater: „Ja, da ist sie wieder. Wo will sie denn hin?“

So verbinden sich Gegenstand, Bild, Sprache, Bedeutung und Beziehung.

Ein Tablet kann ebenfalls eine Katze zeigen. Aber damit sind Tablet und Bilderbuch für ein zweijähriges Kind entwicklungspsychologisch noch lange nicht dasselbe.

Das gemeinsame Buch ist auch eine soziale Erfahrung

Wie sehr das Medium die gemeinsame Situation beeinflussen kann, zeigt eine Untersuchung von Tiffany Munzer und Kollegen mit 37 Eltern-Kleinkind-Paaren. Die Kinder waren 24 bis 36 Monate alt. Eltern und Kinder zeigten beim gemeinsamen Lesen auf dem Tablet weniger soziale Gegenseitigkeit als beim gedruckten Buch. Die Forschenden beobachteten beim Tablet unter anderem häufiger Verhaltensweisen, bei denen Eltern und Kinder um das Gerät oder seine Bedienung konkurrierten.

Die Autoren folgern daraus nicht, dass gemeinsames digitales Lesen grundsätzlich misslingt. Die Studie zeigt aber, dass ein Tablet die soziale Situation des gemeinsamen Betrachtens verändern kann.

Auch eine große Meta-Analyse von May Irene Furenes, Natalia Kucirkova und Adriana Bus mahnt zur Vorsicht. Sie wertete 39 Studien aus 30 Publikationen mit insgesamt 1.812 Kindern zwischen einem und acht Jahren aus. Unterschieden sich Papierbuch und digitales Buch im Wesentlichen nur durch das Medium, verstanden die Kinder die Geschichte auf Papier besser.

Digital ist also nicht automatisch besser, nur weil technisch mehr möglich ist.

Lese-Apps schon für Zweijährige?

Umso bemerkenswerter ist, dass die Stiftung Lesen in ihrem aktuellen Angebot weiterhin Apps ausdrücklich ab zwei Jahren empfiehlt. Darunter befinden sich Sprach-, Bilderbuch-, Wimmel- und Spiele-Apps.

Bei der App „Meine Stadt: Wimmelbuch für Kinder“ schreibt die Stiftung sogar, die interaktiven Elemente seien eine sinnvolle Erweiterung und böten einen „echten Mehrwert“ gegenüber dem Bilderbuch. Zugleich empfiehlt sie ausdrücklich, die App gemeinsam zu nutzen und die Kinder sprachlich zu begleiten.

Bei einer ebenfalls ab zwei Jahren empfohlenen Sprachlern-App heißt es dagegen, jüngere Kinder könnten sie nach einer kurzen gemeinsamen Einführung auch allein nutzen.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht stellt sich hier eine grundsätzliche Frage: Welchen zusätzlichen Nutzen bietet der Bildschirm einem Zweijährigen?

Wenn ein zweijähriges Kind mit einem Erwachsenen ein Wimmelbuch betrachtet, zeigt, sucht, benennt, erzählt und zurückblättert, geschieht bereits sehr viel von dem, was seine spätere Lesekompetenz vorbereitet.

Soll an die Stelle dieser Erfahrung ein Bildschirm treten, braucht es dafür einen guten Grund.

Dass eine App bunt, animiert und interaktiv ist, genügt nicht.

Was macht das Kind stattdessen nicht?

Bei kleinen Kindern kommt eine zweite Frage hinzu, die in der Diskussion über digitale Bildung häufig zu kurz kommt: Was würde das Kind in dieser Zeit sonst tun?

Zeit lässt sich nicht vermehren.

Zwanzig Minuten Bilderbuch-App können zwanzig Minuten weniger freies Spiel bedeuten. Oder weniger Bewegung. Weniger Gespräch. Weniger Erkunden der wirklichen Welt. Weniger gemeinsames Bilderbuch.

Das sind die Opportunitätskosten der Bildschirmnutzung.

Eine Meta-Analyse in JAMA Pediatrics wertete 42 Studien mit insgesamt 18.905 Kindern aus. Eine größere Menge an Bildschirmnutzung war im Durchschnitt mit schwächeren sprachlichen Fähigkeiten verbunden. Qualitativ hochwertigere Inhalte und die gemeinsame Nutzung mit Erwachsenen waren dagegen mit besseren sprachlichen Fähigkeiten assoziiert.

Das beweist nicht, dass Bildschirmzeit Sprachprobleme verursacht. Die Ergebnisse sprechen aber dafür, bei kleinen Kindern nicht nur auf die Qualität eines digitalen Angebots zu schauen, sondern auch darauf, welche anderen Erfahrungen dadurch möglicherweise verdrängt werden.

Als das digitale Bilderbuch die Zukunft sein sollte

Wie groß die Erwartungen an digitale Bilderbücher einmal waren, lässt sich heute leicht vergessen.

Vor rund zehn Jahren sagte der Bildungswissenschaftler Prof. Wassilios E. Fthenakis bei einer Veranstaltung des Didacta Verbands, an der der Autor dieses Beitrags gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen teilnahm, sinngemäß voraus, dass das klassische Bilderbuch keine Zukunft habe. Die Zukunft gehöre vielmehr Bilderbüchern, die durch digitale Bildschirminhalte erweitert würden.

Die Entwicklung verlief anders. Digitale Bilderbücher und Bilderbuch-Apps gibt es weiterhin. Das klassische Bilderbuch haben sie jedoch nicht verdrängt. Im Gegenteil!

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine repräsentative Befragung der Stiftung Lesen aus dem Jahr 2012. Unter den Eltern, die sich nicht vorstellen konnten, künftig Bilder- und Kinderbuch-Apps mit ihrem Kind anzuschauen, sagten 68 Prozent, dass sie gedruckte Bücher bevorzugten. 59 Prozent hatten kein Interesse an solchen Apps, 51 Prozent hielten Bilderbuch-Apps nicht für sinnvoll.

Vielleicht wurde damals unterschätzt, dass das Bilderbuch gerade für kleine Kinder nicht nur ein Träger von Bildern und Geschichten ist. Seine Materialität und die gemeinsame Situation sind Teil der Erfahrung.

3 bis 6 Jahre: Nicht jede Interaktion fördert das Verstehen

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Aufgabe. Geschichten werden komplexer. Wortschatz und Erzählfähigkeit entwickeln sich weiter. Kinder spielen mit Reimen, entdecken Silben und Laute und interessieren sich zunehmend für Buchstaben und Schrift.

Nun können auch digitale Angebote mehr Möglichkeiten eröffnen.

Aber „interaktiv“ bedeutet noch lange nicht „lernwirksam“.

Eine aktuelle Meta-Analyse von Adriana Bus und Kolleginnen untersuchte 20 Publikationen mit insgesamt 1.978 Kindern zwischen zwei und acht Jahren. Verglichen wurden digitale Bilderbücher mit und ohne interaktive Elemente.

Das Ergebnis ist bemerkenswert: Interaktive Funktionen verbesserten das Geschichtenverständnis im Durchschnitt praktisch nicht.

Minispiele beeinträchtigten das Verständnis sogar. Auch Hotspots und eingestreute Fragen brachten keinen verlässlichen Vorteil. Günstiger schnitten bestimmte Aktionen ab, die unmittelbar zur Geschichte passten. Für diese Detailbefunde lagen allerdings deutlich weniger Studien vor.

Ein Kind kann auf einem Bildschirm also außerordentlich beschäftigt sein, ohne sich intensiv mit einer Geschichte auseinanderzusetzen.

Tippen ist nicht verstehen. Wischen ist nicht lesen.

Polylino zeigt, wo Digitales mehr leisten kann

Es wäre deshalb falsch, digitale Medien pauschal gegen analoge auszuspielen. Entscheidend ist, ob die Technik einen spezifischen zusätzlichen Nutzen bietet.

Ein gutes Beispiel dafür ist Polylino.

Die Plattform bietet nach Angaben des Anbieters mehr als 2.000 Bilderbücher in bis zu 70 Audiosprachen und 40 Schriftsprachen. Zu vielen Büchern gibt es Gesprächsimpulse. Die Geschichten können auf dem Tablet genutzt, aber ebenso gemeinsam auf einem großen Bildschirm als Bilderbuchkino betrachtet werden.

Gerade für mehrsprachige Kinder ist das ein erheblicher Gewinn.

Ein Kind kann dieselbe Geschichte auf Deutsch und in seiner Familiensprache erleben. In einer Kita-Gruppe mit Kindern unterschiedlicher Herkunft wird damit etwas möglich, was selbst eine sehr gut ausgestattete analoge Bibliothek kaum leisten kann: eine große Zahl von Bilderbüchern unmittelbar in zahlreichen Sprachen verfügbar zu machen.

Hier ersetzt das Digitale nicht zwangsläufig das Bilderbuch. Es erweitert dessen Möglichkeiten.

Sein besonderes Potenzial entfaltet Polylino dort, wo anschließend wieder das geschieht, was für die Sprach- und Leseentwicklung entscheidend ist: Erwachsene und Kinder betrachten gemeinsam, stellen Fragen, erzählen, erklären Wörter und sprechen über die Geschichte.

Digitaltechnik zeigt hier ihre Stärke nicht darin, das Analoge nachzuahmen, sondern darin, etwas zusätzlich zu ermöglichen.

Hörgeschichten sind wertvoll – aber noch kein Lesen

Auch Toniebox und Hörbücher haben ihren Platz. Kinder begegnen neuen Wörtern, verfolgen Handlungen und lernen Erzählstrukturen kennen. Das sind wichtige Voraussetzungen späterer Lesekompetenz.

Aber ein Kind, das einer Geschichte zuhört, liest nicht.

Gegenüber dem Vorlesen durch einen Menschen fehlt zudem die unmittelbare Interaktion. Eine Aufnahme bemerkt nicht, dass das Kind ein Wort nicht verstanden hat. Sie beantwortet keine Frage und reagiert nicht auf das, was das Kind gerade beschäftigt.

Hörgeschichten können gemeinsames Vorlesen deshalb hervorragend ergänzen. Sie sollten es nicht ersetzen.

Im Vorschulalter bleibt die wirkliche Welt der Maßstab

Auch bei Reimen, Silben, Lauten und ersten Buchstaben sollte nicht automatisch der Bildschirm zum Lernort werden.

Reime kann man sprechen und singen. Silben lassen sich klatschen. Buchstaben können Kinder schreiben, legen und ertasten. Wörter begegnen ihnen auf Straßenschildern, Verpackungen und in Büchern.

Eine App muss deshalb mehr leisten, als nach der richtigen Antwort Sterne regnen zu lassen.

Sie kann sinnvoll sein, wenn sie beispielsweise gezielt eine Fähigkeit übt, die Aufmerksamkeit darauf konzentriert und angemessene Rückmeldung gibt. Aber die Technik muss sich weiterhin an der Entwicklungsaufgabe des Kindes messen lassen – nicht umgekehrt.

6 bis 8 Jahre: Jetzt verändert sich die Bilanz

Mit dem eigentlichen Schriftspracherwerb verändert sich die Situation deutlich.

Nun müssen Kinder Buchstaben und Laute sicher miteinander verbinden, Wörter zunehmend automatisch erkennen und schließlich so flüssig lesen, dass genügend geistige Kapazität für das Textverständnis übrig bleibt.

Hier besitzt Digitaltechnik Möglichkeiten, die analog nur mit größerem Aufwand verfügbar sind. Programme können Aufgaben individuell anpassen, ein korrektes Lesemodell vorsprechen, wiederholtes Lesen organisieren, die Stimme eines Kindes aufnehmen oder unmittelbar Rückmeldung geben.

Anwendungen wie eKidz oder Leseo werden deshalb in dieser Entwicklungsphase wesentlich interessanter als für ein Kleinkind.

Doch auch jetzt gilt: Ein pädagogisch plausibles digitales Angebot ist nicht automatisch einer guten analogen Förderung überlegen.

Eine 2026 erschienene deutsche Studie macht das deutlich. 249 Grundschulkinder an drei Schulen nahmen sechs Monate lang an einer Leseförderung teil. Klassen wurden einer analogen, einer digitalen oder einer Kontrollbedingung zugeordnet. Die analoge Förderung zeigte kleine positive Effekte auf die Lesekompetenz, während die Ergebnisse der digitalen Variante weniger konsistent ausfielen.

Die Untersuchung umfasst allerdings nur drei Schulen, und die Wirksamkeit unterschied sich deutlich nach Schulkontext und vorhandenen Ressourcen. Ein allgemeiner Sieg des Papiers über das Digitale lässt sich daraus nicht ableiten.

Sehr wohl aber die Erkenntnis:

Eine gute Förderidee wird nicht dadurch besser, dass man sie auf einen Bildschirm verlegt.

Ab etwa 8 Jahren: Lesen muss zum Lesen werden

Je sicherer Kinder lesen, desto stärker verschiebt sich das Ziel. Jetzt geht es zunehmend um Leseflüssigkeit, längere Texte, Textverständnis und schließlich darum, freiwillig und selbstständig zu lesen.

Auch digitale Texte gehören selbstverständlich zu dieser Lebenswelt.

Doch gerade jetzt stellt sich erneut die Frage nach der Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Ein Buch kann erstaunlich wenig: Man kann darin lesen, blättern, zurückgehen – und es wieder zuklappen.

Das kann ein Vorteil sein.

Ein Tablet oder Smartphone kann gleichzeitig Nachrichten anzeigen, Spiele anbieten, Videos abspielen und den nächsten Reiz liefern. Das muss nicht geschehen, aber die technische Umgebung ermöglicht es.

Für konzentriertes Lesen ist deshalb nicht entscheidend, ob ein Text „digital“ oder „analog“ ist. Entscheidend ist, wie gut das Medium eine anhaltende Beschäftigung mit dem Text unterstützt.

Antolin: Wenn Punkte zum Lesen locken

Antolin stellt dabei einen interessanten Sonderfall dar. Das eigentliche Lesen kann weiterhin ganz klassisch im gedruckten Buch stattfinden. Digital ist vor allem das, was danach kommt: Fragen beantworten, Rückmeldung erhalten und Punkte sammeln.

Das kann Kinder motivieren, überhaupt zu einem Buch zu greifen.

Optimale Leseförderung möchte langfristig jedoch mehr erreichen. Kinder sollen irgendwann lesen, weil sie wissen wollen, wie eine Geschichte weitergeht, weil sie etwas erfahren möchten oder weil Lesen selbst befriedigend geworden ist.

Äußere Anreize können auf diesem Weg helfen. Sie sollten aber nicht zum eigentlichen Zweck des Lesens werden.

Digital statt was?

Damit kommen wir zur vielleicht wichtigsten Frage dieses Beitrags. Denn die Frage lautet nicht, ob der Bildschirm nun gut oder schlecht für das Kind ist. Sie lautet schlicht: Digital statt was?

  • Ein digitales Bilderbuch statt gar keiner Geschichte? Dann kann das Digitale ein Gewinn sein.
  • Polylino, weil ein Kind dadurch dieselbe Geschichte auf Deutsch und in seiner Familiensprache erleben kann? Ein echter zusätzlicher Nutzen.
  • Ein adaptives Lesetraining für ein achtjähriges Kind mit Schwierigkeiten bei der Leseflüssigkeit? Auch hier kann Digitaltechnik ihre Stärken ausspielen.
  • Tablet statt gemeinsamem Bilderbuch mit einem Zweijährigen? Dann muss der Bildschirm zeigen, welchen Vorteil er gegenüber Buch, Gespräch, sinnlicher Erfahrung und gemeinsamer Aufmerksamkeit bietet.
  • Toniebox statt passiver Bildschirmunterhaltung? Dann kann die Hörgeschichte die sinnvollere Alternative sein.
  • Toniebox statt Vorlesen? Dann geht ein Teil der sprachlichen und sozialen Interaktion verloren.
  • Lese-App statt selbstständigem Lesen? Dann sollte es einen guten Grund dafür geben, warum das Kind seine Zeit nicht besser mit einem passenden Buch verbringt.

Immer vom Kind aus denken

Die Forschung liefert deshalb keine einfache Antwort auf die Frage, ob digitale Medien zur Leseförderung gehören.

Das Alter und der Entwicklungsstand entscheiden.

Je jünger ein Kind ist, desto stärker lernt es über Körper, Sinne, Bewegung, reale Gegenstände und unmittelbare menschliche Beziehungen. Gerade in dieser Phase sollte digitale Leseförderung einen erkennbaren zusätzlichen Nutzen bieten und nicht Erfahrungen verdrängen, die für die Entwicklung wertvoller sind.

Im Vorschulalter können digitale Angebote Sprache, Geschichten und erste Begegnungen mit Schrift ergänzen. Gespräch, Spiel, Bewegung und Bilderbücher bleiben jedoch die Basis.

Mit dem eigentlichen Schriftspracherwerb verändert sich die Bilanz. Jetzt können adaptive Programme, unmittelbares Feedback und individuell abgestimmte Übungen tatsächlich etwas leisten, was analog schwieriger zu organisieren ist.

Und je selbstständiger Kinder lesen, desto selbstverständlicher wird auch digitales Lesen Teil ihrer Lebenswelt.

Optimale Leseförderung ist deshalb weder grundsätzlich analog noch grundsätzlich digital.

Sie beginnt mit einer anderen Frage:

Was braucht dieses Kind jetzt, um den nächsten Entwicklungsschritt auf dem Weg zum Lesen zu bewältigen?

Manchmal kann dabei eine gute App helfen. Polylino kann Möglichkeiten eröffnen, die ein einzelnes Bücherregal nicht bietet. Ein digitales Training kann einem Schulkind genau die Übungen anbieten, die es gerade benötigt.

Aber gerade am Anfang des Lesenlernens sind die wichtigsten Fördermittel erstaunlich wenig technisch:

Zeit. Sprache. Bewegung. Sinnliche Erfahrungen. Geschichten. Ein gutes Buch. Und ein Mensch, der sich gemeinsam mit dem Kind dafür interessiert.

Quellen und weiterführende Literatur

Bus, A. G., Kucirkova, N., Ten Braak, D. & Ciesielska, M. (2026): Which Interactive Features in Children’s Digital Picture Books Promote Reading Comprehension? A Meta-Analysis. Early Education and Development, 37(2), 269–288.

Furenes, M. I., Kucirkova, N. & Bus, A. G. (2021): A Comparison of Children’s Reading on Paper Versus Screen: A Meta-Analysis. Review of Educational Research, 91(4), 483–517.

Heinz, J., Neuberger, F., Eras, L. & Hauck-Thum, U. (2026): Bridging the digital divide? Effects of analog and digital reading interventions in German elementary schools. Learning and Instruction, 103, 102324.

Madigan, S., McArthur, B. A., Anhorn, C., Eirich, R. & Christakis, D. A. (2020): Associations Between Screen Use and Child Language Skills: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Pediatrics, 174(7), 665–675.

Munzer, T. G., Miller, A. L., Weeks, H. M., Kaciroti, N. & Radesky, J. (2019): Parent-Toddler Social Reciprocity During Reading From Electronic Tablets vs Print Books. JAMA Pediatrics, 173(11), 1076–1083.

Stiftung Lesen (2012): Vorlesestudie 2012: Vorlesen mit Bilder- und Kinderbuch-Apps. Repräsentative Befragung von 250 Vätern und 250 Müttern.

Bisher sind in der Reihe zur Leseförderung folgende Beiträge erschienen:

Ein Baby liest bereits am ersten Tag

Im Anfang war das Bild

Warum Bilderbücher heute wichtiger sind denn je

Bevor Kinder lesen, müssen sie Sprache und Laute verstehen

Erzählen – vom Erlebnis zur Geschichte

Wie Kinder den geheimen Code unserer Buchstaben knacken

Wenn Lesen plötzlich leichter wird

Lesen ist mehr als Wörter erkennen: Wie Kinder Texte verstehen lernen

Warum Kinder weiterlesen – und wie Lesefreude wachsen kann

spielen und lernen: Verstehen, was Kinder wirklich brauchen

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Macht Großelternschaft klimabewusster?

Eine britische Studie findet keinen Klimaeffekt durch Enkelkinder. Deutsche Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild

„Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Welt hinterlassen.“ Kaum ein Satz verbindet Klimaschutz so unmittelbar mit der Verantwortung zwischen den Generationen. Doch führt die Geburt eines Enkelkindes tatsächlich dazu, dass sich Großeltern mehr Sorgen um den Klimawandel machen?

Dieser Frage sind Lieke Voorintholt von der Universität Trier sowie Gerard J. van den Berg und Adriaan R. Soetevent von der Universität Groningen nachgegangen. Ihre Studie ist im Fachjournal European Economic Review erschienen.

Keine stärkeren Klimasorgen nach der Geburt

Die Forschenden werteten Daten der britischen Langzeitstudie „Understanding Society“ aus. Ihr Vorteil: Dieselben Menschen werden über längere Zeit immer wieder befragt. Dadurch konnten die Wissenschaftler untersuchen, ob sich die Einstellung zum Klimawandel verändert, wenn jemand Großmutter oder Großvater wird.

Das überraschende Ergebnis: Die Forschenden fanden keine empirischen Belege dafür, dass der Übergang zur Großelternschaft die Sorgen über den Klimawandel erhöht. Zwei unterschiedliche statistische Untersuchungsansätze führten zu einem ähnlichen Resultat.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Großeltern der Klimawandel gleichgültig wäre. Untersucht wurde vielmehr eine viel engere Frage: Verändert sich die Klimasorge eines Menschen dadurch, dass er Großmutter oder Großvater wird?

Eine deutsche Studie kommt zu einem anderen Ergebnis

Wie vorsichtig solche Ergebnisse interpretiert werden müssen, zeigt eine nahezu zeitgleich veröffentlichte Untersuchung aus Deutschland. Forschende werteten dafür Daten aus 38 Erhebungswellen des Sozio-oekonomischen Panels aus und begleiteten Menschen von zwei Jahren vor der Geburt des ersten Enkelkindes bis zu elf Jahre danach.

Dabei zeigte sich ein anderes Bild: Nach dem Übergang zur Großelternschaft nahmen die Sorgen um Umwelt und Klima tendenziell zu. Besonders deutlich wurde der Zusammenhang, wenn die Enkelkinder älter wurden. Bei den Umweltsorgen zeigten sich statistisch signifikante Veränderungen vor allem ab dem Schulalter.

Warum die Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Untersuchungen unterscheiden sich unter anderem bei den verwendeten Daten, den Beobachtungszeiträumen und bei der Messung von Klimasorgen.

Vorsicht mit einfachen Botschaften

Gerade dieser Widerspruch macht beide Untersuchungen interessant. Offenbar lässt sich die Beziehung zwischen Enkelkindern und Klimabewusstsein nicht auf die einfache Formel bringen: „Wer Enkel bekommt, sorgt sich stärker um das Klima.“

Hinzu kommt eine methodische Einschränkung der britischen Untersuchung: Klimasorge wurde dort unter anderem über die Zustimmung zu der Aussage erfasst, die Auswirkungen des Klimawandels lägen zu weit in der Zukunft, um sich darüber Sorgen zu machen. Die Forschenden haben in einer weiteren Studie selbst gezeigt, dass bereits kleine Veränderungen in der Formulierung solcher Fragen die Antworten beeinflussen können.

Für Eltern, Großeltern und pädagogische Fachkräfte bleibt deshalb eine interessante Erkenntnis: Beziehungen zwischen den Generationen können den Blick auf die Zukunft prägen. Wie stark sie Einstellungen zum Klimawandel tatsächlich verändern, ist wissenschaftlich jedoch noch keineswegs abschließend geklärt.

Studien:

Lieke Voorintholt, Gerard J. van den Berg & Adriaan R. Soetevent (2026): For the future of our grandchildren: Grandparenthood and climate change concerns. European Economic Review, 190, 105482.

Valeria Bordone, Tobias Wiß, Gerrit Bauer et al. (2026): Becoming a grandparent and worrying about the environment and climate change: evidence from German panel data. Population and Environment, 48, 24.




Musizieren geht mit besseren kognitiven Leistungen bei Kindern einher

Musizierende Kinder schneiden bei kognitiven Tests besser ab. Eine neue Studie findet auch Unterschiede im Gehirn – beweist aber keine Ursache

Kinder, die regelmäßig ein Instrument spielen, schneiden bei verschiedenen kognitiven und schulischen Tests besser ab als Gleichaltrige ohne musikalisches Training. Eine neue Studie findet zudem Unterschiede in der weißen Substanz des Gehirns. Doch wie belastbar sind diese Ergebnisse – und beweisen sie tatsächlich, dass Musik Kinder klüger macht?

Musikunterricht könnte weit mehr fördern als musikalische Fähigkeiten. Kinder, die regelmäßig ein Instrument spielen, zeigten in einer neuen Studie bessere Leistungen bei verschiedenen kognitiven Tests und bei schulischen Fähigkeiten. Gleichzeitig fanden die Forschenden Hinweise auf Unterschiede in einer wichtigen Nervenfaserbahn des Gehirns.

Das klingt zunächst nach einem weiteren Beleg für die populäre Vorstellung, dass Musik Kinder klüger macht. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn die im September 2026 veröffentlichte Untersuchung zeigt zunächst einmal einen Zusammenhang zwischen musikalischem Training, kognitiven Leistungen und bestimmten Merkmalen der Hirnstruktur. Dass der Musikunterricht diese Unterschiede verursacht hat, kann die Studie nicht beweisen.

76 Kinder zwischen sieben und neun Jahren untersucht

Die Studie stammt von einem Forschungsteam um Kelsie L. Lopez, Yaen Chen und Psyche Loui. Sie erschien am 6. September 2026 online in der Fachzeitschrift Developmental Cognitive Neuroscience. Die reguläre Ausgabe des Journals ist dem Oktober 2026 zugeordnet.

Insgesamt untersuchten die Forschenden Daten von 76 Kindern im Alter von sieben bis neun Jahren. 38 von ihnen erhielten musikalisches Training, 38 gehörten zur Vergleichsgruppe ohne musikalisches Training. Als musikalisch trainiert galten Kinder, die mindestens 30 Minuten pro Woche ein Instrument übten. Die meisten spielten Klavier oder ein Streichinstrument.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten verschiedene Bereiche der kognitiven Leistungsfähigkeit. Dafür verwendeten sie etablierte Testverfahren, darunter die Woodcock-Johnson Tests of Cognitive Abilities, eine Aufgabe zum Arbeitsgedächtnis sowie den Kaufman Test of Educational Achievement. Damit wurden unter anderem allgemeine kognitive Fähigkeiten sowie schulische Leistungen erfasst.

Musizierende Kinder schnitten bei den Tests besser ab

Das zentrale Ergebnis: Die Kinder mit musikalischem Training erreichten insgesamt höhere Werte bei den kognitiven Tests als die Kinder der Vergleichsgruppe. Auch bei den untersuchten schulischen Leistungen zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der musizierenden Kinder. In der Berichterstattung der Northeastern University werden insbesondere Unterschiede bei Wortschatz, Mathematik und Arbeitsgedächtnis hervorgehoben.

Interessant daran ist das Alter der Kinder. Sie standen noch relativ am Anfang ihrer musikalischen Entwicklung. Nach Ansicht der Forschenden könnten sich Zusammenhänge zwischen musikalischem Training und kognitiven Fähigkeiten damit bereits vergleichsweise früh zeigen.

Das erscheint zunächst plausibel. Ein Instrument zu spielen ist schließlich eine komplexe Tätigkeit. Kinder müssen aufmerksam zuhören, Bewegungen koordinieren, sich Abläufe merken, Noten oder musikalische Strukturen erfassen und Fehler unmittelbar korrigieren. Beim gemeinsamen Musizieren kommen zusätzlich Abstimmung, Impulskontrolle und die Orientierung an anderen hinzu.

Damit beansprucht aktives Musizieren zahlreiche Fähigkeiten, die Kinder auch in anderen Lernzusammenhängen benötigen.

Was im Gehirn der Kinder zu sehen war

Besonders interessant ist der zweite Teil der Untersuchung. Von 50 Kindern lagen zusätzlich Aufnahmen des Gehirns vor. Dabei kam die sogenannte Diffusions-Tensor-Bildgebung, kurz DTI, zum Einsatz. Mit diesem MRT-basierten Verfahren lassen sich bestimmte Eigenschaften der weißen Substanz des Gehirns untersuchen.

Die weiße Substanz besteht zu einem großen Teil aus Nervenfasern, über die unterschiedliche Hirnregionen miteinander kommunizieren. Im Mittelpunkt der Studie stand der Fasciculus arcuatus, eine wichtige Faserverbindung, die unter anderem Regionen miteinander verbindet, die an Hören, Sprache und Bewegung beteiligt sind.

Bei den musizierenden Kindern fanden die Forschenden in einem Abschnitt des rechten Fasciculus arcuatus einen Unterschied in einem DTI-Messwert. Vereinfacht ausgedrückt deuteten die Daten auf eine unterschiedliche Organisation der Nervenfasern in dieser Region hin.

Das ist ein spannender Befund – aber gerade hier ist Zurückhaltung besonders wichtig.

Wie belastbar ist die Studie?

Die Studie liefert interessante Hinweise, aber noch keinen belastbaren Nachweis dafür, dass Musikunterricht die kognitiven Fähigkeiten von Kindern verbessert oder die beobachteten Veränderungen im Gehirn hervorruft. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens handelt es sich nicht um eine randomisierte Interventionsstudie. Die Forschenden haben die Kinder nicht zufällig einer Gruppe mit Musikunterricht und einer Kontrollgruppe zugeteilt und anschließend ihre Entwicklung über längere Zeit verglichen. Stattdessen wurden Kinder, die bereits musizierten, mit Kindern verglichen, die dies nicht taten. Auch die Forschenden selbst weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich deshalb aus ihren Ergebnissen keine Kausalität ableiten lässt.

Das ist ein entscheidender Unterschied. Denkbar ist nämlich nicht nur, dass musikalisches Training bestimmte Fähigkeiten fördert. Ebenso könnten Kinder mit bestimmten kognitiven Voraussetzungen häufiger ein Instrument lernen oder länger dabeibleiben. Auch familiäre und soziale Faktoren können eine Rolle spielen. Eltern, die ihren Kindern Instrumentalunterricht ermöglichen, unterscheiden sich möglicherweise in weiteren Merkmalen von anderen Familien.

Zweitens ist die Stichprobe mit 76 Kindern relativ klein. Für die bildgebenden Untersuchungen standen sogar nur Daten von 50 Kindern zur Verfügung. Kleine Stichproben machen Forschungsergebnisse nicht wertlos, erhöhen aber die Unsicherheit und erschweren die Übertragung auf Kinder insgesamt.

Drittens ist gerade der Hirnbefund vorsichtig zu interpretieren. Der zunächst statistisch signifikante Zusammenhang im rechten Fasciculus arcuatus war nach einer Korrektur für multiple statistische Tests nur noch grenzwertig signifikant. Die Autoren weisen darauf ausdrücklich hin. Der neurobiologische Befund ist deshalb eher als Hinweis zu verstehen, der in weiteren Studien überprüft werden muss, und nicht als Nachweis einer durch Musiktraining verursachten Veränderung des Gehirns.

Kein neuer „Mozart-Effekt“

Damit unterscheidet sich die Aussage der Studie auch deutlich von der einst populären Vorstellung des sogenannten „Mozart-Effekts“. Daraus entstand zeitweise die vereinfachte Behauptung, allein das Hören klassischer Musik könne Kinder intelligenter machen.

Darum geht es hier nicht. Untersucht wurde aktives Musizieren. Ein Instrument zu lernen verlangt wiederholtes Üben, Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung sowie fein abgestimmte Bewegungen. Das ist eine grundsätzlich andere Aktivität als das bloße Anhören von Musik. Auch Studienleiterin Psyche Loui stellt diesen Zusammenhang in den Kontext der früheren Debatte um den „Mozart-Effekt“.

Die neue Studie steht nicht allein

Die Ergebnisse passen grundsätzlich zu früheren Untersuchungen. Bereits eine 2019 veröffentlichte Studie mit 100 Kindern im Alter von etwa acht bis zehn Jahren hatte Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Instrumentalspiel, verbalen beziehungsweise allgemeinen kognitiven Fähigkeiten und Merkmalen der weißen Hirnsubstanz gefunden. Auch dort konnten jedoch aus dem Studiendesign keine einfachen Aussagen nach dem Muster „Musizieren verursacht höhere Intelligenz“ abgeleitet werden.

Genau darin liegt eine wichtige Botschaft für Eltern und pädagogische Fachkräfte: Wissenschaftliche Studien können Hinweise darauf liefern, dass musikalische Aktivität und bestimmte Entwicklungsbereiche miteinander verbunden sind. Die individuelle Entwicklung eines Kindes lässt sich daraus jedoch nicht vorhersagen.

Musikunterricht braucht keinen Intelligenzbonus als Rechtfertigung

Für die pädagogische Praxis wäre es deshalb verfehlt, Musikunterricht vor allem als eine Art Trainingsprogramm für bessere Mathematiknoten, ein leistungsfähigeres Arbeitsgedächtnis oder höhere Intelligenz zu betrachten.

Musik besitzt für Kinder einen Wert, der weit darüber hinausgeht. Sie eröffnet Möglichkeiten zum Ausdruck, zur Wahrnehmung und Gestaltung, ermöglicht gemeinschaftliche Erfahrungen und kann Freude, Neugier und Kreativität wecken. Beim gemeinsamen Musizieren müssen Kinder zudem aufeinander hören, sich abstimmen und ihren eigenen Beitrag in ein gemeinsames Ganzes einfügen.

Die neue Studie ergänzt dieses Bild um einen interessanten Aspekt: Regelmäßiges aktives Musizieren geht bei Kindern im Grundschulalter mit besseren kognitiven und schulischen Testergebnissen einher und könnte mit Unterschieden in der Entwicklung bestimmter Nervenverbindungen verbunden sein.

Ob das Musizieren selbst diese Unterschiede hervorruft und wie groß mögliche Effekte tatsächlich sind, müssen jedoch größere und vor allem langfristige, kontrollierte Studien klären.

Für Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen bleibt damit eine erfreulich unspektakuläre Erkenntnis: Kinder brauchen kein Versprechen auf bessere Noten, damit es sich lohnt, ihnen Zugang zur Musik zu ermöglichen.

Quelle

Lopez, K. L., Chen, Y., Burtonpatel, R., Raine, L., Kramer, A. F., Hillman, C. H. & Loui, P. (2026): Musical training is associated with cognitive outcomes and white matter microstructure in middle childhood. Developmental Cognitive Neuroscience, 81, 101813. DOI: 10.1016/j.dcn.2026.101813. Online veröffentlicht am 6. September 2026.




Mehrsprachigkeit sicher begleiten

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Mehrsprachigkeit in der Kita: Sprache fördern, Vielfalt begleiten

Mehrsprachigkeit gehört zum Kita-Alltag – doch wie gelingt es, jedes Kind sprachlich gut zu begleiten? Wie können Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt werden, ohne ihre Familiensprache aus dem Blick zu verlieren? Und wann ist zusätzliche Unterstützung sinnvoll?

Sprachliche Bildung ist eine wichtige Grundlage für Teilhabe, Beziehungen und Bildungschancen. Pädagogische Fachkräfte schaffen dafür täglich Sprachanlässe, begleiten Entwicklungsprozesse und geben Kindern Sicherheit, sich sprachlich auszuprobieren.

Mehrsprachigkeit verstehen und wertschätzen

Kinder können mehrere Sprachen erwerben. Dabei entwickeln sich ihre sprachlichen Fähigkeiten nicht zwingend in jeder Sprache gleich schnell. Auch Sprachmischungen oder der Wechsel zwischen Sprachen können Teil einer mehrsprachigen Entwicklung sein.

Manche Kinder sprechen in einer neuen sprachlichen Umgebung zunächst wenig. Sie hören zu, beobachten und verarbeiten, bevor sie die neue Sprache zunehmend selbst verwenden. Umso wichtiger ist es, die individuelle Entwicklung aufmerksam zu beobachten und das gesamte sprachliche Umfeld des Kindes einzubeziehen.

Sprachförderung beginnt mitten im Alltag

Beim Spielen, Essen, Anziehen, Erzählen oder gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuchs entstehen zahlreiche Möglichkeiten für Dialoge, neue Wörter und sprachliche Impulse. Gleichzeitig verdienen Familiensprachen Wertschätzung, denn Sprache ist eng mit Identität und Zugehörigkeit verbunden.

Professionelle Sprachbegleitung bedeutet deshalb nicht „Deutsch oder Familiensprache“, sondern einen sicheren Umgang mit sprachlicher Vielfalt.

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spielen und lernen auf der Frankfurter Buchmesse 2026

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Neue Bücher, neue Halle: Treffen Sie Armin Krenz, Loes Botman und Thomas Feibel vom 7. bis 11. Oktober an unserem Messestand in Halle 4.0, C34

Neue Halle, neue Bücher und persönliche Begegnungen: Vom 7. bis 11. Oktober 2026 ist spielen und lernen wieder mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Mit dabei sind Prof. Armin Krenz, die niederländische Pastellkünstlerin Loes Botman und der Medienexperte Thomas Feibel, die ihre neuen Bücher vorstellen und Einblicke in ihre Arbeit geben.

In diesem Jahr finden Sie uns an einem neuen Standort: Nachdem die Frankfurter Buchmesse ihr Hallenkonzept geändert hat, zieht spielen und lernen von Halle 3.0 in die Halle 4.0 im Erdgeschoss um. Unser Stand befindet sich in Reihe C, Nummer 34.

Wir freuen uns darauf, unsere Leserinnen und Leser, Autorinnen und Autoren sowie alle Interessierten persönlich zu begrüßen. Neben zahlreichen Büchern und Anregungen für die pädagogische Praxis erwarten Sie Begegnungen mit drei Persönlichkeiten, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit der Entwicklung und den Lebenswelten von Kindern beschäftigen.


Armin Krenz: Sprache entsteht im gelebten Alltag

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Prof. h. c. Dr. h. c. Armin Krenz gehört zu den profilierten Vertretern der Elementarpädagogik. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Kindern, der Qualität pädagogischer Arbeit und den Voraussetzungen für eine kindgerechte Bildung.

In seinem neuen Buch „Sprachbildung in der Kita – alltagsorientiert und kindzentriert“ zeigt er, warum Sprachentwicklung weit mehr ist als das Erlernen von Wörtern und grammatischen Regeln. Entscheidend sind lebendige Beziehungen, aufmerksame Erwachsene und ein Alltag, in dem Kinder ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sprachlich ausdrücken können.

Auf der Buchmesse berichtet Armin Krenz über seine Arbeit und erläutert, wie pädagogische Fachkräfte Kinder in ihrer Sprachentwicklung begleiten können, ohne sie durch isolierte Förderprogramme aus ihren natürlichen Lernzusammenhängen herauszulösen. Armin Krenz ist von Donnerstag 8.10. bis Sonntag 11.10. bei uns am Stand.


Loes Botman: Die kleinen Wunder der Natur entdecken

Die niederländische Künstlerin Loes Botman ist für ihre außergewöhnlichen Pastellbilder bekannt. Mit ihrer besonderen Fähigkeit, Tiere in ihrer natürlichen Schönheit und Lebendigkeit darzustellen, begeistert sie Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Ihr neues Pappbilderbuch „Mein kleines Buch der Gartentiere“ erscheint unmittelbar vor der Buchmesse am 6. Oktober 2026. Es lädt bereits Kinder ab zehn Monaten dazu ein, die Tierwelt vor der eigenen Haustür zu entdecken. Naturgetreue Pastellbilder und kurze Reime verbinden erste Naturerfahrungen mit der Freude am Betrachten, Zuhören und Sprechen.

Auf der Buchmesse stellt Loes Botman ihr neues Buch vor und gibt Einblicke in ihre künstlerische Arbeit. Dabei wird deutlich, wie Bilder die Neugier auf die Natur wecken und Kindern einen emotionalen Zugang zur Tierwelt eröffnen können. Loes Botman ist Freitag 9.10. und Samstag 10.10. bei uns am Stand.


Thomas Feibel: Wenn das Handy zum Familienmitglied wird

Thomas Feibel zählt zu den bekanntesten deutschen Experten für Kinder und digitale Medien. Der Journalist und Autor leitet das Büro für Kindermedien in Berlin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Medienerziehung, Medienkompetenz und den Herausforderungen des Aufwachsens in einer digitalen Welt. Er ist außerdem Initiator des Deutschen Kindersoftwarepreises TOMMI, den er seinerzeit gemeinsam mit spielen und lernen gedründet hat.

Sein neues Buch „Jetzt pack doch mal das Handy weg! – Wie wir Medienerziehung mit unseren Kindern richtig gestalten“ ist eigentlich kein neues Buch. Es ist eine neue, überabeitete Auflage, die auch die Diskussionen der vergangenen Monate und Wochen berücksichtigt. Selbstverständlich geht es in seinem Ratgeber um Medienmündigkeit und Medienpädagogik.

Auf der Buchmesse spricht Thomas Feibel über die Herausforderungen der Medienerziehung und darüber, wie Eltern ihre Kinder in der digitalen Welt begleiten können. Dabei geht es nicht nur um die Bildschirmzeit der Kinder, sondern auch um die Vorbildfunktion der Erwachsenen und die Frage, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag gelingen kann. Thomas Feibel ist Donnerstag 8.10. und Freitag 9.10. bei uns am Stand.


Eine kleine Überraschung für unsere Newsletter-Abonnenten

Ein Besuch an unserem Stand lohnt sich in diesem Jahr ganz besonders: Jede Besucherin und jeder Besucher, die oder der unseren kostenlosen Newsletter abonniert hat, erhält bei uns eine kleine Überraschung.

Kommen Sie vorbei, lernen Sie unsere Autorinnen und Autoren persönlich kennen, entdecken Sie neue Bücher und sprechen Sie mit uns über die Themen, die Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte bewegen.

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Ausgezeichnet von spiel gut: Yo-Yo Tiger Snake AXYS

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Yo-Yo Tiger Snake AXYS: Spielspaß mit vielen Tricks

Eines der ältesten Kinderspiele ist das Yo-Yo-Spiel. Der Name kommt wahrscheinlich von den Philippinen und bedeutet „Komm zurück“. Um dieses „Komm zurück“ zu schaffen, braucht es ein gutes Yo-Yo und auch etwas Übung.

Das Spiel mit dem Yo-Yo trainiert Motorik und Konzentration. Der Einstieg gelingt meist besser mit einem Yo-Yo, bei dem die Schnur fest mit der Achse verbunden ist. Mit dem Umstieg auf ein Freilauf-Yo-Yo wie das Tiger Snake erweitern sich die Möglichkeiten immens.

Hier ist die Achse nicht fest mit der Schnur verbunden. Das Yo-Yo kann sich bei vollständig abgewickelter Schnur weiterdrehen, ohne dass sich die Schnur sofort wieder aufwickelt. Diese Technik wird „Sleeper“ genannt.

Viele Möglichkeiten dank Quicktrick

Alle HENRYS Yo-Yos der AXYS-Reihe verfügen über den „Quicktrick“. Mit dieser patentierten Technologie lässt sich mit einem einfachen Handgriff der Schnurspalt größer oder kleiner einstellen.

Ein enger Spalt bedeutet wenig bis gar keinen Freilauf, ein breiter Spalt ermöglicht viel Freilauf. Damit werden viele verschiedene Tricks möglich. Einfach die beiden Seiten etwas gegeneinander verdrehen – und schon kann weitergespielt werden.

Das System lässt sich von „Up ’n’ Down“ über den „Loopmode“ bis hin zum ultralangen „Sleeper“ für ausgiebige Schnurtricks einstellen.

Das Tiger Snake verfügt außerdem über luftgefederte Powerrings und extragroße, ultraleichte Kunststoffnaben mit Starburst.

Material und technische Daten

  • Halbschalen: Kunststoff TPU + TPE, verschiedene Farben
  • Nabe: ABS
  • Systemachse: Stahl
  • Lager: High-Speed-Gleitlager Iglidur
  • Durchmesser: 6 cm
  • Gewicht: ca. 48 g

Unser Fazit

Das Yo-Yo Tiger Snake AXYS hat die spiel gut-Auszeichnung verdient. Es überzeugt durch seine sehr gute Qualität. Besonders der Quicktrick erweitert die Spielmöglichkeiten und erlaubt unterschiedliche Einstellungen für verschiedene Tricks.

So wird aus einem klassischen Spielzeug ein vielseitiges Geschicklichkeitsspiel, das Motorik und Konzentration fördert und auch nach den ersten erfolgreichen Würfen noch viele neue Möglichkeiten eröffnet.

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Yo-Yo Tiger Snake AXYS
Preis: ca. 20,00 €
Alter: Ab 6 Jahre
Marke: Henrys
Hersteller: Henrys Produktion und Großhandel von Jonglierartikeln und Spielwaren GmbH




Tag der Zahngesundheit 2026: Kauen macht Kinder fit

kinder essen gesundes obst

Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!

Kauen gehört zum Alltag und wird trotzdem häufig unterschätzt. Der Tag der Zahngesundheit 2026 stellt deshalb einen Vorgang in den Mittelpunkt, der weit mehr mit unserer Gesundheit zu tun hat als nur mit dem Zerkleinern von Nahrung. Gerade für Kinder sind Kauen, gesunde Ernährung und regelmäßige Mundhygiene wichtige Themen.

„Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ lautet das Motto des diesjährigen Tags der Zahngesundheit am 25. September 2026. Der Aktionstag nimmt damit die Kaufähigkeit und ihre Bedeutung für die Mund- und Allgemeingesundheit in den Blick.

Für Kinder ist das Thema besonders interessant. Denn was Kinder essen und trinken, wie sie mit ihren Zähnen umgehen und welche Gewohnheiten sie entwickeln, wird schon früh geprägt. Die Kita kann dabei ein wichtiger Ort für Gesundheitsbildung sein.

Warum Kauen für Kinder wichtig ist

Kauen bereitet die Nahrung auf die Verdauung vor. Im Mund wird sie zerkleinert und mit Speichel vermischt, bevor sie weiter in den Verdauungstrakt gelangt. Gleichzeitig werden beim Kauen die Kiefermuskeln beansprucht.

Auch für die Entwicklung von Kindern ist eine gute Kaufunktion von Bedeutung. Nach Angaben des Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit kann sie bei Kleinkindern die Sprachbildung unterstützen. Darüber hinaus gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Kauen mit der Durchblutung des Gehirns zusammenhängt. Eine Studie von Momose und Kollegen aus dem Jahr 1997 untersuchte diesen Zusammenhang.

Weitere Untersuchungen weisen auf mögliche Zusammenhänge zwischen eingeschränkter Kaufunktion und kognitiven Fähigkeiten im Alter hin. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Kauen allein vor Erkrankungen schützt. Der diesjährige Aktionstag möchte vielmehr darauf aufmerksam machen, dass eine gute Kaufähigkeit über die verschiedenen Lebensphasen hinweg eine Rolle spielt.

Kauen beginnt mit dem, was auf dem Teller liegt

Entscheidend ist nicht allein, dass Kinder kauen, sondern auch, welche Lebensmittel sie angeboten bekommen. Die Organisatoren des Tags der Zahngesundheit beobachten seit Jahren einen Trend zu stark verarbeiteten und häufig weichen Lebensmitteln.

Für die Zahngesundheit problematisch sind insbesondere Lebensmittel und Getränke mit viel Zucker. Auch säurehaltige Getränke können den Zahnschmelz angreifen. Süße Snacks, Softdrinks und stark verarbeitete Produkte sollten deshalb im Alltag von Kindern nicht zur Selbstverständlichkeit werden.

Stattdessen können kauaktive Lebensmittel einen festen Platz in der Ernährung haben. Obst und Gemüse, Vollkornprodukte oder andere Lebensmittel, die gründlicher gekaut werden müssen, bieten Kindern Gelegenheit, ihre Kaufunktion im Alltag einzusetzen.

Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene (VfZ), betont die Bedeutung früher Gesundheitsbildung:

„Idealerweise gehen dafür bereits in der Kindheit gesunde Ernährung, regelmäßige Mundhygiene und Gesundheitsbildung Hand in Hand. Im Alltag von Krippen, Kindergärten und Schulen bedeutet das vor allem, dass Wasser und ungesüßte Getränke, kauaktive Lebensmittel in der Brotdose sowie das regelmäßige Zähneputzen selbstverständliche Bestandteile des Tages sein sollten.“

Zahngesundheit gehört in den Kita-Alltag

Gesundheitsbildung beginnt nicht erst in der Schule. Auch in der Kita können Kinder ganz selbstverständlich lernen, warum Zähneputzen wichtig ist, welche Getränke ihre Zähne schützen und weshalb regelmäßige Mahlzeiten mit geeigneten Lebensmitteln zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. Dabei kommt es nicht darauf an, Kindern ständig Vorschriften über gesundes Essen zu machen. Viel wirkungsvoller ist es, gesunde Gewohnheiten im Alltag selbstverständlich werden zu lassen. Wasser kann das normale Getränk sein. Obst und Gemüse können gemeinsam vorbereitet und gegessen werden. Und das Zähneputzen kann zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufs werden.

Auch Gespräche über Zähne und Ernährung lassen sich spielerisch aufgreifen. Bücher, Rollenspiele oder kleine Experimente können Kindern vermitteln, was in ihrem Mund passiert und warum Zähne Pflege brauchen.

Regelmäßiges Zähneputzen schützt vor Karies

Kauen allein hält Zähne natürlich nicht gesund. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus ausgewogener Ernährung, Mundhygiene und regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle. Besonders Zucker spielt bei der Entstehung von Karies eine wichtige Rolle. Bakterien im Zahnbelag können Zucker in Säuren umwandeln, die den Zahnschmelz angreifen. Auch häufiges Naschen über den Tag hinweg kann die Zähne belasten. Für Kinder ist deshalb nicht nur die Auswahl der Lebensmittel wichtig. Auch regelmäßiges Zähneputzen muss früh zur Gewohnheit werden. Wenn die Mundpflege gemeinsam mit anderen Kindern stattfindet und von Erwachsenen begleitet wird, kann daraus ein fester Bestandteil des Kita-Alltags werden.

Gruppenprophylaxe erreicht viele Kinder

Eine wichtige Rolle spielt die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen. Sie verbindet Gesundheitsbildung mit praktischer Anleitung und erreicht auch Kinder, deren Familien möglicherweise weniger Zugang zu entsprechenden Angeboten haben.

Dr. Justine Röhmel vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV) hebt diesen Aspekt hervor:

„In der Gruppe und mit der richtigen Anleitung kaut und putzt es sich einfach besser. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen, damit bei uns alle Kinder die Chance haben, die Grundlage für eine lebenslange gute Mundgesundheit früh zu erlernen.“

Damit kann die Kita einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Mundgesundheit nicht von den individuellen Voraussetzungen eines Kindes abhängt.

Früh üben, was Zähne gesund hält

Für Kinder sind die ersten Erfahrungen mit Ernährung und Zahnpflege besonders prägend. Was heute selbstverständlich wird, kann auch später leichter beibehalten werden. Der Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) unterstreicht deshalb die Bedeutung der Mundgesundheitskompetenz bereits im frühen Lebensalter. Gleichzeitig weist der Verband auf den Unterstützungsbedarf weiterer Bevölkerungsgruppen hin und fordert eine Stärkung der zahnärztlichen Dienste im Öffentlichen Gesundheitswesen.

Auch Dr. Romy Ermler MBA, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), betont anlässlich des Aktionstags den Zusammenhang von Ernährung, Kaufähigkeit und Prävention:

„Richtig zubeißen können bringt so viel für die Gesundheit. Ernährung und Kauen verdienen deshalb mehr Aufmerksamkeit. Der Tag der Zahngesundheit erinnert uns daran, dass gesunde Zähne kein Zufallsprodukt sind. Sie sind das Ergebnis bewusster Ernährung, funktionierender Kaufähigkeit, frühzeitiger Prävention und klarer politischer Rahmenbedingungen – für gesunde Münder, gesunde Menschen und insgesamt eine gesündere Gesellschaft.“

Was Kitas für gesunde Zähne tun können

Für pädagogische Fachkräfte lässt sich aus dem diesjährigen Motto vor allem eine einfache Botschaft ableiten: Zahngesundheit beginnt im Alltag. Kinder brauchen nicht nur Informationen über ihre Zähne, sondern Gelegenheiten, gesundes Verhalten regelmäßig zu erleben.

Wasser und ungesüßte Getränke, geeignete Lebensmittel für die Brotdose, gemeinsames Zähneputzen und Angebote der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe können dabei wichtige Bausteine sein. Ebenso wichtig ist eine Atmosphäre, in der Kinder Fragen stellen und eigene Erfahrungen machen können.

Der Tag der Zahngesundheit 2026 richtet den Blick deshalb nicht nur auf schöne und gesunde Zähne. Es geht um eine Gesundheitskompetenz, die Kinder möglichst früh entwickeln und im Laufe ihres Lebens weiterführen können.

Gesund beginnt im Mund

Der Tag der Zahngesundheit findet seit 1991 jedes Jahr am 25. September statt. Getragen wird der Aktionstag vom Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit, dem neben dem Verein für Zahnhygiene, der Bundeszahnärztekammer, dem GKV-Spitzenverband und dem BZÖG rund 30 Organisationen aus Gesundheitswesen und Politik angehören. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für Mundgesundheit zu sensibilisieren und Wissen über die Pflege von Zähnen und Mund zu vermitteln.

Quelle: Pressemitteilung Verein für Zahnhygiene e.V. tagderzahngesundheit.de




Bibi Blocksberg: Neues Kinoabenteuer: 3 x 2 Kinokarten zu gewinnen

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BIBI BLOCKSBERG – DIE TOTAL VERHEXTE ZEITREISE

Hex-hex! Bibi Blocksberg ist zurück – und schickt sich diesmal auf eine Reise durch die Zeit. Ab dem 24. September 2026 kommt „BIBI BLOCKSBERG – DIE TOTAL VERHEXTE ZEITREISE“ in die deutschen Kinos. Mit dabei: jede Menge Magie, echte Freundschaft und Überraschungen, die selbst eine erfahrene Hexe ins Schwitzen bringen.

Und auch nach dem Kinobesuch, muss der Spaß noch längst nicht enden. Zum Film erscheinen auch ein Hörspiel und der passende Soundtrack – ideal, um Bibis Abenteuer zuhause oder unterwegs noch einmal aufleben zu lassen.

Bibi auf Zeitreise

Diesmal gerät Bibi mitten in ein handfestes Hexenchaos: Eine Zeitreise wirbelt sie durch vergangene Epochen – und natürlich läuft dabei nicht alles glatt. Zwischen historischen Schauplätzen, magischen Zwischenfällen und turbulenten Situationen muss die kleine Hexe improvisieren und so manches Problem lösen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur Hexerei: Auch Mut, Zusammenhalt und Freundschaft spielen eine große Rolle. Das macht das neue Abenteuer nicht nur für treue Bibi-Fans interessant, sondern auch für Familien, die die kleine Hexe gerade erst für sich entdecken.

Zum Nachhören: das Abenteuer als Hörspiel

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Wer nach dem Kinobesuch noch tiefer in Bibis Welt eintauchen möchte, findet die Geschichte auch als Hörspiel. Perfekt für alle, die gerne zuhören – auf der Autofahrt, beim Spielen, gemütlich auf dem Sofa oder als Gute-Nacht-Geschichte.

Passend dazu gibt es den Filmsoundtrack, der die musikalische Stimmung von Bibis neuem Abenteuer mit nach Hause bringt – so bleibt das Kinoerlebnis noch ein bisschen länger lebendig.

3 x 2 Kinokarten zu gewinnen

Ihr wollt Bibis neues Abenteuer selbst auf der großen Leinwand erleben? Dann macht mit bei unserem Gewinnspiel! Wir verlosen 3×2 Kinokarten für „BIBI BLOCKSBERG – DIE TOTAL VERHEXTE ZEITREISE“. Viel Glück euch allen!

Das Gewinnspiel endet am 7. Oktober 2026. Das Stichwort lautet: Zeitreise