Die fabelhafte Winterreise durch eine Welt schöner Bilder

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Oliver Desvaux: Die weite Reise

Schon das Wort sagt es. Im Bilderbuch ist das Bild die Hauptsache. Die Geschichte kommt danach. Für Kinder ist das selbstverständlich. Sie betrachten das Bild und die Geschichte kommt von ganz alleine.

Was sich nach einer Binsenweisheit anhört, passt leider auf immer weniger Bilderbücher. In allzu vielen illustrieren die Bilder nur noch den Text. Das schafft Langeweile, die für das Verhältnis zum Buch – besonders für Kinder – fatal sein kann.

Einen wunderbaren Kontrapunkt setzt der französische Künstler Olivier Desvaux mit seinen Bilderbüchern. Er gehört zu den ausdrucksstarken professionellen Malern, die gelegentlich auch Bücher schaffen. Mit „Die weite Reise“ ist bei minedition ein zweites Buch von ihm erschienen. Dabei handelt es sich um eine schöne Wintergeschichte, in der Fuchs und Hase einen Brief mit einem Weihnachtswunschzettel zum Weihnachtsmann bringen. Den größten Teil der Strecke legen die beiden in einem schwimmenden Bett zurück, das offensichtlich äußerst seetüchtig ist. Schließlich meistern sie damit die Gefahren eines Sturms und laden anschließend einen mächtigen Eisbären ein, mit ihnen zu reisen.

Desvaux Geschichte ist eine phantastische, warme Erzählung, mit einigen witzigen Details und Happyend-Garantie. Sie ist wie das Libretto zur großen Operette seiner Bilder, das sich im Finale in die fabelhafte Erkenntnis steigert: „Denn der Weg zu unseren Träumen ist nie zu weit.“

Es sind die Bilder, die diese Traumreise begleiten, die junge und ältere Betrachter in das Buch hineinziehen. Sie bieten die Tiefe, die zum ruhigen Betrachten, zum Nachdenken und zum Gespräch anregen. Und so ist Desvaux Bilderbuch bestens geeignet für den Einstieg in gemütliche Winterabende.

Gernot Körner

DIE WEITE REISE
Autor/Illustrator : Desvaux, Olivier
Format : 24,3 x 25,8 cm
32 Seiten
durchgehend farbig illustriert, cellophanierter
Preis : EUR 14,00 / 14,40 (A)
ISBN : 978-3-03934-042-2




Kreativität braucht Anregung und keine Bastelanleitung

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Kreativität wächst mit der Fantasie, wenn diese nicht erdrückt wird

Krickel krakel kreativ: Kunstprojekte mit Kindern „Kinder sind Künstler, wenn man sie lässt“ – davon ist Autor Helge Nyncke überzeugt. Dieses Buch stellt einfache, aber wirkungsvolle Kreativtechniken vor, die er selbst in langjähriger Projektarbeit mit Kindern erprobt und entwickelt hat. Sein kunstpädagogisches Buch zeigt auf, wie mit wenig Materialaufwand, aber viel Gespür für den kreativen Prozess, erfüllende künstlerische Arbeit mit Kindern funktionieren kann.

  • Kreativbuch für Kunst mit Kindern vom bekannten Illustrator Helge Nynke
  • Von Flattervögeln bis Weihnachtskarten: vielfältige Bastelideen aus der Praxis – Geeignet für Schule, Hort, Workshops und Kunstwerkstätten
  • Ob Einzel- oder Gruppenarbeit, Malen, Zeichnen oder Basteln – hier ist für alle etwas dabei
  • Mit authentischen Fotos, hilfreichen Kommentaren und weiterführenden Anregungen Das etwas andere Praxisbuch: Kreativer Flow statt Bastelanleitung

Was, wenn die Kinder die gesammelten Kastanien einmal nicht zu Tierchen dekorieren, sondern mit ihnen selbst erfundene Bauwerke fertigen? Plötzlich entdecken die Kinder ihre eigene Fantasie und es entstehen ganz besondere Kinder-Kunstwerke. Kreative Arbeit mit Kindern bietet die Möglichkeit, ihnen grundlegendes Wissen und reiche Erfahrungen zu vermitteln und dabei zugleich ihr soziales und individuelles Lernen effektiv und nachhaltig zu fördern. Theoretische Grundlagen und kreative Impulse für eigene Kunstprojekte: dieses Kreativbuch ist eine hervorragende Quelle für Erzieherinnen und Erzieher, Kunstpädagogen, pädagogische Fachkräfte und für alle, die mit Kindern künstlerisch tätig sind.

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Mit Sicherheit ins neue Jahr: Kinder vor Feuerwerksgefahren schützen

Die Stiftung Kindergesundheit warnt vor Verletzungen an Silvester

Farbenfrohe Lichtkugeln, glitzernde Funken, laute Knallgeräusche, eine aufregende Atmosphäre und die feierliche Stimmung, die das neue Jahr einläutet: Für viele Menschen, für Eltern, Kinder und besonders für Jugendliche gehören Raketen und Knallerei zum Silvesterfest dazu. Zum Jahreswechsel von 2022/2023 gaben die Deutschen die historische Rekordsumme von rund 180 Millionen Euro für Feuerwerkskörper aus. Doch die bevorstehenden Silvesterfeierlichkeiten bringen nicht nur Freude und Begeisterung mit sich, sondern bergen auch große Gefahren. In ihrer aktuellen Stellungnahme warnt die Stiftung Kindergesundheit vor den Risiken, die Raketen und Böller für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft darstellen.

„Silvesterfeuerwerke, obwohl sie faszinierend und festlich erscheinen, stellen für Kinder eine ernsthafte Bedrohung dar. Jedes Jahr erleiden zahlreiche junge Menschen schwere Verletzungen, die oft vermeidbar wären“, betont Professor Dr. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt an der Universität München und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Funkenflug, laute Knallgeräusche und die Explosivität der Feuerwerkskörper könnten zu Verbrennungen, Hand- und Augenverletzungen und anderen schwerwiegenden Schäden führen.

Kinder besonders gefährdet

Es gibt keine deutschlandweite Statistik zu Verletzungen durch Silvesterfeuerwerk. Allein das Unfallkrankenhaus Berlin verzeichnete jedoch für den Übergang vom Jahr 2022 zu 2023 insgesamt 65 durch Böller verletzte Personen, davon 10 Kinder unter 13 Jahren. Experten der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) gehen davon aus, dass die Anzahl der Unfälle in anderen großen städtischen Krankenhäusern ähnlich ist. Die meisten Verletzten gehören der Altersgruppe der jungen Männer bis 25 Jahre an. Besonders Jungen zwischen 8 und 15 Jahren stellen die größte Risikogruppe in Bezug auf Unfälle mit Raketen und Knallkörpern dar.

Häufig sammelten Kinder Böller vom Boden auf oder behielten sie zu lange in der Hand, so Koletzko. Dies führe dazu, dass sie viermal häufiger als Erwachsene Verletzungen erlitten. Eltern sollten dringend mit ihren Kindern über diese Gefahren sprechen und sie nachdrücklich warnen. Außerdem sei es wichtig, keine Blindgänger auf der Straße zurückzulassen, um Kinder vor Schäden zu schützen. Oft komme es nämlich vor, dass sie sich am Neujahrstag verletzen, indem sie versuchten, liegengebliebene Böller erneut zu zünden.

Erwachsene in der Verantwortung

Für Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken bedeutet der Jahreswechsel meist extremen Stress. Immer wieder berichten sie von voll ausgelasteten Operationssälen in der Silvesternacht. Die chirurgischen Teams sind mit vollständig besetztem Personal im Einsatz. Häufig sind Teilamputationen, abgetrennte Finger, Hand- und Knochenbrüche, Verbrennungen und Verletzungen an den Genitalien. Auch können explodierende Feuerwerkskörper durch eine Kombination von chemischen, mechanischen und thermischen Verletzungen sehr komplexe Schäden, insbesondere der Augen, hervorrufen. Nicht selten bleiben diese lebenslang zurück. Für einige Patient*innen geht es sogar um Leben und Tod.

„Wir ermutigen Eltern und Aufsichtspersonen nachdrücklich, Verantwortung zu übernehmen und sicherzustellen, dass insbesondere jüngere Kinder keinerlei Feuerwerkskörper in die Hand bekommen. Diese gehören ausschließlich in die Hände von erfahrenen Erwachsenen, die die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen können“, fügt Professor Dr. Koletzko hinzu.

Die Stiftung Kindergesundheit bittet Eltern und Betreuungspersonen dringend, folgende Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, um Kinder vor den Gefahren von Feuerwerkskörpern zu schützen:

  • Familien sollten die Option prüfen, den Jahreswechsel ohne Silvesterfeuerwerk zu begehen.
  • Wenn Feuerwerkskörper eingesetzt werden, sollten Kinder über die Risiken aufgeklärt und darin unterwiesen werden, dass diese nur von Erwachsenen mit entsprechender Erfahrung und Vorsicht verwendet werden dürfen. Eine direkte Beaufsichtigung ist unabdingbar. Besonders mit Teenagern sollten Eltern das Gespräch suchen und sie auf die Gefahren aufmerksam machen.
  • Sicherheitsabstand: Kinder sollten stets großen Abstand zu Feuerwerkskörpern halten, um Verletzungen durch Querschläger und Funkenflug zu vermeiden.
  • Art der Feuerwerkskörper: Es sollten ausschließlich Produkte mit CE-Zeichen und Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) verwendet werden. Produkte der Kategorie F2 dürfen laut Gesetz nur von über 18-Jährigen verwendet werden. Besonders gefährlich sind illegale, sogenannte „Polenböller” oder manipulierte Knallkörper.
  • Zünden aus der Hand vermeiden: Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollten Böller und Raketen nie aus der Hand angezündet werden. Stattdessen müssen sie in ausreichender Entfernung aufgestellt und angezündet werden.
  • Raketen: Diese dürfen nicht aus Fenstern oder vom Balkon gestartet werden, sondern sollen in Flaschen auf dem Boden platziert werden. In Fluglinie dürfen sich keine Hindernisse wie Äste oder Balkone befinden.
  • Umgebung: Feuerwerk darf nicht in geschlossenen Räumen gezündet werden. Unter keinen Umständen darf auf andere Menschen gezielt werden.
  • Blindgänger: Wenn ein Knallkörper nicht explodiert, darf er auf keinen Fall erneut entzündet werden. Stattdessen Abstand halten und nach 15 Minuten in einen Eimer mit Wasser legen und im Hausmüll entsorgen.
  • Wunderkerzen: Sie können bis zu 1.200 °C heiß werden. Die Verbrennungsgefahr ist hoch. Für Kinder sind Knicklichter oder LEDs besser geeignet.
  • Aufbewahrung: Feuerwerkskörper sollten kühl, trocken und außer Reichweite von Kindern gelagert werden. Sie dürfen nicht in die Hosentasche gesteckt werden, da sie sich durch Reibung erhitzen können.

Was tun im Verletzungsfall?

Ist es zu einer Verletzung gekommen, heißt es Ruhe bewahren. Bei leichten Verbrennungen reicht es, die Wunde mit fließendem Wasser zu kühlen. Größere Verbrennungen nicht kühlen, sondern steril abdecken. Sie sind ein Fall für den Notarzt. Auch bei Augenverletzungen muss immer der Rettungsdienst kontaktiert werden.

„Wir stellen fest, dass ein großer Teil der an Silvester verletzten Kinder nur passive Zuschauer waren und selbst keine Böller gezündet haben. Nicht nur wegen der Verletzungsgefahr, sondern auch aufgrund der hohen Umweltbelastung appellieren wir an alle Bürgerinnen und Bürger, ihren Umgang mit Feuerwerkskörpern zu überdenken. Ein fröhliches Silvesterfest kann man wunderbar auch ohne Feuerwerkskörper und Böller feiern ”, so Professor Dr. Koletzko.

Giulia Roggenkamp Pressestelle,Stiftung Kindergesundheit




Wasser ist wertvoll! Was leistet die Bio-Landwirtschaft?

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„Echt kuh-l!“ geht in eine neue Runde

Ohne Wasser läuft nichts! Der Weg der Lebensmittel vom Feld bis auf den Teller verbraucht viel Wasser: Beim Anbau von Pflanzen für Futter- und Lebensmittel, bei der Aufzucht der Tiere, bei der Verarbeitung bis zum Endprodukt. Ein schonender Umgang mit der Ressource Wasser ist deshalb in der Landwirtschaft sehr wichtig. Zudem ist die Klimakrise mit Dürre und Starkregen auch für (Öko-)Landwirtinnen und -Landwirte eine große Herausforderung. Darum geht’s diesmal beim Schulwettbewerb „Echt kuh-l!“ unter dem Motto: Wasser ist wertvoll! Was leistet die Bio-Landwirtschaft?

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir: „Macht mit!“

Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, präsentiert als Schirmherr, worauf es bei „Echt kuh-l!“ ankommt, worum es geht und warum das aktuelle Thema besonders wichtig ist. Das neue Motto diese Runde: „Wasser ist wertvoll! Was leistet die Bio-Landwirtschaft?„“

Kostbares Nass

Ein schonender Umgang mit der Ressource Wasser ist in der Landwirtschaft wichtig! Starkregen und Dürre können Ernteausfälle bedeuten. Trockene Gebiete müssen bewässert werden und das Grundwasser wird knapper. Der Klimawandel ist eine Herausforderung für Landwirtinnen und Landwirte. Denn ohne Wasser keine Landwirtschaft!

Was leistet die Bio-Landwirtschaft, um das Wasser nicht zu belasten? Welche Anbaustrategien nutzen Bio-Landwirtinnen und Landwirte, um ihre Böden speicherfähiger und fruchtbarer zu machen?

Diesen und weiteren Fragen soll in drei unterschiedlichen Kernbereichen und unter altersgerechten Fragestellungen nachgegangen werden.

Bundesminister Cem Özdemir lädt Schülerinnen und Schüler ein, am Wettbewerb teilzunehmen

Mitmachen können Schülerinnen und Schüler von Klasse 3 bis 13 aller Schulformen. Egal, ob allein, als Team, Arbeitsgemeinschaft, Klasse, ganze Schule oder außerschulische Gruppe. Je nach Gruppengröße und Alter qualifizieren die Schülerinnen und Schüler sich für unterschiedliche Preise.

Bewertet wird in fünf verschiedenen Altersgruppen. Pro Altersgruppe werden die Plätze 1 bis 5 vergeben. Darüber hinaus gibt es zwei Sonderpreis-Kategorien, den Forschungspreis für besonders wissenschaftliche Beiträge und den Schulpreis für große Gruppen ab 35 Personen.

Es warten tolle Preise

Die Erstplatzierten der Altersgruppen I – V erhalten die „Kuh-le Kuh“ in Gold sowie ein Preisgeld in Höhe von 1.500€. Außerdem fahren sie zur offiziellen Preisverleihung nach Berlin. Die Zweit- und Drittplatzierten jeder Altersgruppe gewinnen die Trophäe „Silberne bzw. Bronze Kuh“ sowie ein Preisgeld von 1.000 Euro beziehungsweise 750 Euro. Auch die Plätze 4 und 5 sowie die Gewinnerinnen und Gewinner des Schul- und Forschungspreises können sich auf Preisgelder freuen.

Für alle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer gibt es Mitmach-Preise.

Kuh-le Kuh unterwegs

Das Maskottchen des Schulwettbewerbs, die „Kuh-le Kuh“ tourt durch Deutschland. Auf unterschiedlichen Veranstaltungen und Messen, aber auch in der Schule ist sie unterwegs. Immer dabei: Ihre Schubkarre, die allerhand Infos rund um den Wettbewerb bereithält.

Über „Echt kuh-l!“

„Echt kuh-l!“ ist der bundesweite Schulwettbewerb zur ökologischen Landwirtschaft und Ernährung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 13 aller Schulformen sind eingeladen, mitzumachen. Er basiert auf dem Prinzip des handlungs- und erlebnisorientierten Lernens. Er kann, wie das Thema ganz einfach im Lehrplan und im Unterricht integriert werden.

In diesem kurzen Film wird der Schulwettbewerb noch einmal genauer erklärt.

Einsendeschluss ist der 25. März 2024.  

„Echt kuh-l!“ ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL). Weitere Informationen und die Anmeldung zum Schulwettbewerb des BMEL finden Sie hier: www.echtkuh-l.de. 




Wie die Qualität im Kinderschutz verbessert werden kann

25 Expertisen des DJI beschreiben Herausforderungen für Kinderschutz-Fachkräfte in Baden-Württemberg

Mehrere Gesetzbücher, unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch, das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen, das Jugendgerichtsgesetz sowie das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz, stellen die Grundlagen für einen gelingenden Kinderschutz in Deutschland dar. Und sie sollen die Situation von benachteiligten Kindern und Jugendlichen verbessern. Die Gesetzestexte sehen unter anderem einen professionellen Kinder- und Jugendschutz, eine gelingende Prävention vor Ort und mehr Beteiligung von Kindern, jungen Menschen, Eltern und Familien sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und dem Gesundheitswesen, den Strafverfolgungsbehörden, den Familiengerichten, der Jugendstrafjustiz und anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren im Kinderschutz vor. Die Umsetzung stellt Jugendämter und dort tätige Fachkräfte, aber auch Familiengerichte und andere Fachpersonen im Kinderschutz immer wieder vor große Herausforderungen.

Hier setzt das Projekt „Qualitätsentwicklung im Kinderschutz in Baden-Württemberg“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) an: Forschende befragten Fachkräfte des ASD zu ihrer Arbeitssituation im Kinderschutz. Insgesamt beteiligten sich 84 Prozent der Fachkräfte mit Kinderschutzaufgaben. Die Ergebnisse wurden vor Ort mit dem befragten Personal und den Leitungen diskutiert und interpretiert. Jedes Jugendamt legte auf dieser Grundlage bis zu drei Qualitätsentwicklungsbedarfe fest.

Themenfelder, die Jugendämter beschäftigen

Bei den Qualitätsentwicklungsbedarfen handelte es sich um Themen, die das jeweilige Jugendamt besonders beschäftigten. Häufig genannt wurden beispielsweise die Ausgestaltung der Beziehung zu Kindern und ihren Erziehungsberechtigten in Kinderschutzverfahren sowie die Vermittlung passender und spezialisierter Hilfen für verschiedene Bedarfe in den Familien. Zu weiteren Themen zählten die Zusammenarbeit mit den Gerichten und dem Gesundheits- und Bildungsbereich sowie Prozesse, die zu nachvollziehbaren und qualifizierten Entscheidungen in Kinderschutzverfahren führen. Darüber hinaus thematisierten die Fachkräfte den Umgang mit Multiproblemfamilien und das Vorgehen bei Verdacht auf sexuelle Gewalt sowie Unterstützungsmöglichkeiten bei besonderen Belastungen und Kritik.

Forschungsstand zu ausgewählten Kinderschutzthemen

Zu den genannten Qualitätsentwicklungsbedarfen analysierten DJI-Forschende zusammen mit Kinderschutz-Expertinnen und -Experten in insgesamt 25 Expertisen den Forschungsstand. Und sie gaben Empfehlungen für die Gestaltung einer qualifizierten Kinderschutzarbeit. Im Umgang mit Kindern ist es beispielsweise wichtig, eine Gesprächsatmosphäre zu erzeugen, in der ihnen mit Zeit, Aufmerksamkeit und Interesse begegnet wird. Bei der Exploration der Bedürfnisse und Gefährdungslagen eines Kindes sollte zunächst eine positive Beziehungsebene geschaffen und offene, nichtleitende Fragestellungen bevorzugt werden. Für Entlastung der im Kinderschutz Tätigen können unter anderem Co-Arbeit, Wertschätzung und Rückhalt im Team, klare Strukturen und Verfahrensabläufe sowie eine regelhafte Fallsupervision sorgen.

Das Projekt wurde vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.

https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/qualitaetsentwicklung-im-kinderschutz-in-baden-wuerttemberg.html

https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/qualitaetsentwicklung-im-kinderschutz-in-baden-wuerttemberg/projekt-publikationen.html

https://www.dji.de/themen/kinderschutz.html

Sonja Waldschuk, Deutsches Jugendinstitut e.V.




Die Haltung gegenüber Weihnachten hat sich verändert

Weniger Konsum, Erwartungen und Hast sorgen laut Studie für mehr Entspannung

Zwei Jahre Pandemie gefolgt von zwei Jahren Krieg und Inflation könnten Weihnachten nachhaltig verändern. Haben sich die Deutschen mit weniger Geld und dem Bruch jahrelanger Traditionen abgefunden? Teils-Teils, so das Ergebnis der jährlichen Weihnachtsstudie der Universität der Bundeswehr München – mit Optimismus für das Fest! Die Studie gibt zudem Einblicke in die Rolle von KI, Kirchen, Nachhaltigkeit, Geschlecherklischees und Stressfaktoren.

Knapp ein Drittel der Befragten (31%) ist der Meinung, dass sich Weihnachten durch die Krisen nachhaltig verändert hat. Diese Personen planen, weniger Geld für Geschenke auszugeben (58%), freuen sich weniger auf das Fest (20%; zum Vergleich: 50% freuen sich mehr) und haben geringere Erwartungen (51%; zum Vergleich: 3% haben höhere Erwartungen).

„Das mag auf den ersten Blick negativ klingen“, sagt Prof. Dr. Philipp A. Rauschnabel von der Universität der Bundeswehr München, der die Studie durchgeführt hat. „Auf den zweiten Blick sieht es aber richtig gut aus – denn: Vieles entwickelt sich zum Positiven, gerade wenn die Erwartungen niedrig sind!“. So zeigt die Studie beispielsweise, dass sich rund die Hälfte der Menschen im „New Normal“ mehr Zeit für sich und ihre Liebsten nehmen. Sie haben weniger Verpflichtungen (38%) und gehen die Feiertage gelassener und entspannter an: „Diese Personengruppe hat Weihnachten ein Stück weit entmaterialisiert und entschleunigt“, so der Ökonom Rauschnabel.

Kirchenbesuche rückläufig

Auch die Kirchen dürften unter neuen Gewohnheiten leiden. Nach zwei Jahren mit eingeschränkten Kontakten planten im letzten Jahr noch 15% einen Kirchgang. In diesem Jahr fragten die Studienautoren, ob sie im vergangenen Jahr einen Weihnachtsgottesdienst besucht hätten; auch hier lag der Wert bei 15%. „Das deutet darauf hin, dass die Entscheidung für viele Menschen bereits Anfang Dezember getroffen wird“, so Rauschnabel. In diesem Jahr planen 14% der Befragten einen Kirchenbesuch. Zum Vergleich: 2019, vor der Pandemie, waren es noch 24%. Der Rückgang dürfte also nachhaltig sein. Wer geht also dieses Jahr noch zu Weihnachten in die Kirche? „Vor allem die jungen Leute“, sagt Rauschnabel. Fast jeder Fünfte von ihnen. „Und Menschen mit einem Grundoptimismus“.

Herausforderungen für den Handel

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr hat sich die finanzielle Situation für einige etwas entspannt. Dennoch hat der noch junge Black Friday Trend Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft. 12% haben bereits Black Friday Angebote genutzt, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. 7% haben Dinge gekauft, die sonst auf ihrem Wunschzettel gestanden hätten. 30% der Befragten gaben an, diese Rabattaktionen auch unabhängig von Weihnachten zu nutzen. 59% der Befragten mieden den Black Friday.

Rund 7% der Befragten gaben an, schon einmal Artikel bestellt zu haben, um sie nach Gebrauch wieder zurückzugeben. Bei Weihnachtsartikeln liegt der Wert mit unter 3% deutlich niedriger. „In Summe ist das dennoch eine große Belastung für die Händler, die Umwelt – und für die Menschen selbst“, so der Wirtschaftswissenschaftler. Die Abwicklung einer Retoure kostet die Menschen ordentlich Zeit – Schätzungen gehen von rund 20 Minuten pro Retoure aus. Zeit, die man in der Vorweihnachtszeit sicher sinnvoller nutzen könnte!

Künstliche Intelligenz, Digital Detox und Nachhaltigkeit

12% geben an, dass sie generell nicht auf Nachhaltigkeit achten, weitere 12%, dass sie zwar generell darauf achten, aber nicht zu Weihnachten. 19% haben sich noch keine Gedanken darüber gemacht, welche Rolle Nachhaltigkeit für sie zu Weihnachten spielt. Immerhin 32% der Befragten planen, auf unnötiges Geschenkpapier zu verzichten, dicht gefolgt vom Verzicht auf unnötige Dekoration (30%) und Reisen (26%). Auf weniger nachhaltige Lebensmittel verzichten nur 8%. Auch die bewusste Wahl nachhaltiger Einkaufsstätten (7%) ist nicht besonders beliebt.

Mehr als jeder Vierte (28%) will die Zeit, die er mit Smartphone, Tablet & Co. verbringt, reduzieren. Rund zwei Drittel (65%) werden sie weiterhin wie gewohnt nutzen, nur 7% intensiver. In der Vorweihnachtszeit könnten ChatGPT & Co allerdings für Zeitersparnis sorgen. Rund 2% räumen KI-Tools einen festen Platz in der Weihnachtsplanung ein – KI kann beispielsweise Grußkarten oder Gedichte schreiben. 21% können sich gut vorstellen, die Hilfe von KI in Anspruch zu nehmen. Rund 60% lehnen KI (eher) ab. „In den kommenden Jahren dürfte sich dieser Wert ändern“, prognostiziert der Ökonom Rauschnabel.

Konflikte vermeiden: Geschlechter- und Generationenunterschiede verstehen

Typische Streitthemen an Weihnachten sind häufig auf die unterschiedlichen Erwartungen von Männern und Frauen bzw. Jungen und Alten zurückzuführen. So empfindet mehr als ein Viertel aller Frauen (27%) Weihnachten generell als sehr stressig, bei den Männern sind es nur 20%. Sie sorgen sich dagegen um zu hohe Kosten. Menschen zwischen 30 und Anfang 40 empfinden Weihnachten generell am stressigsten. Kein Wunder – für viele von ihnen steht das erste Weihnachtsfest mit Kindern an. Passende Geschenke zu finden, ist dagegen für die jüngere Generation unter 30 das Stressthema Nummer 1.

Hintergrund zur Studie

Seit 2018 führt Prof. Dr. Philipp Rauschnabel von der Universität der Bundeswehr München die Weihnachtsstudie mit seinem Team durch. Wie in den letzten Jahren wurden wieder über 1200 Probanden über ein professionelles Online Access Panel befragt, repräsentativ quotiert nach Alter, Geschlecht und Herkunft. Feldzeit: 30.11-04.12.2023, Stichprobe: N = 1.206.

Download der Studie

Unter dem folgenden Link wird jeweils die aktuellste Version der Studie bereitgestellt. https://www.philipprauschnabel.com/blog/studie-weihnachten-2023/




Von zauberhaften vertrauten und scheuen Tieren

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Zwei Bücher von Loes Botman vorgestellt von Gabriele Hoffmann

Bücher entführen uns aus dem Alltag. Gleichzeitig lässt sich so viel aus ihnen lernen. Besonders für ein Kind kann ein Buch so vieles sein. Es erschließt neue Welten, fördert Sprache und Wahrnehmung und kann – besonders dann, wenn es von einem lieben Erwachsenen vorgelesen wir, etwas wunderbar Entspannendes sein.

Deshalb stellen wir bei spielen und lernen immer wieder Bücher vor, die uns besonders gefallen. Gleichzeitig möchten wir auch jene Bücher vorstellen, die wir selbst mit viel Begeisterung verlegt haben.

Gabriele Hoffmann ist Diplom Pädagogin. Sie gehört zu den bekanntesten Kinderbuch-Rezensentinnen und ist Gründerin des Vereins LESELEBEN. Gleichzeitig veranstaltet sie Vorträge und Fortbildungsseminare für Eltern und pädagogische Fachkräfte. Im Video stellt Sie zwei neue Bücher von uns vor. Zu Waldtieren erhielten wir erst jüngst eine Zuschrift aus einem Kindergarten. In dieser steht: „Das Buch kommt sehr gut an. Es ist sehr ansprechend und regt zum Dialog an. Die Kinder sind fasziniert und gebannt und hören ausdauernd zu.“ Vielleicht gefallen die Bücher Ihnen ja auch. Wir wünschen jedenfalls viel Freude beim Anschauen des Videos:

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Mein kleines Haustierbuch / Von den Waldtieren

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Von den Waldtieren
Loes Botman
Oberstebrink
ISBN: 9783963040429
68 Seiten
25,00 €

cover haustierbuch

Mein kleines Haustierbuch
Loes Botman
Oberstebrink
ISBN: 9783963040436
14 Seiten
7,95 €




Auf der Suche nach der Liebe mit Minimia

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Rocio Bonilla: Was ist Liebe, Minimia?

Schwarzer Bubikopf, große Augen, großer Kopf und langes Ringelshirt – das sind die äußeren Merkmale von der Minimia. Die kleine Heldin der spanischen Kinderbuchautorin und -illustratorin Rocio Bonilla lädt uns nun schon seit bald einem Jahrzehnt dazu ein, mit ihr über die grundsätzlichen Fragen des Daseins nachzudenken und zu philosophieren. War es zunächst der Kuss und später die Langeweile, so ist es diesmal eines der bedeutendsten Dinge: die Liebe.

Wie immer geht Minimia dabei ihren eigenen, manchmal kuriosen, oftmals originellen Fragen nach. Und ihre Schlussfolgerung ist ein wunderbarer Traum, den es für uns alle noch zu realisieren gilt. Mehr sei aber nicht verraten.

Es macht Freude mit Minimia durch die fröhliche Welt von Bonillas Bildern zu ziehen. Viele lustige Sachen gilt es hier zu entdecken. Auf der Suche nach der Antwort begegnet uns Alltägliches, manchmal aber auch Erstaunliches und Überraschendes.

„Was ist Liebe Minimia“, ist – wie eigentlich alle Bilderbücher von Bonilla – ein wunderbares Bilderbuch, um sich entweder mit seinen Gedanken und seinem Buch zurückzuziehen, oder gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Gerade die „Liebe“ wäre doch einer tiefen Auseinandersetzung wert. Gerade in Zeiten der großen Nöte, Bedrohungen und der Gewalt könnte sie die Antwort auf so vieles sein.

Gernot Körner

Rocio Bonilla, geboren 1970 in Barcelona, ist vielfach ausgezeichnete Illustratorin und Autorin zahlreicher Kinderbücher. Sie hat Kunst mit Fokus auf Illustration an der Universität Barcelona studiert. Vor der Veröffentlichung ihres ersten Buches hat sie als Malerin, Fotografin, Pädagogin und in der Werbebranche gearbeitet. Ihr erstes Kind hat sie schließlich dazu inspiriert, zur Kunst zurückzukehren. Bei JUMBO sind bereits über zwanzig Titel mit ihren bezaubernden Illustrationen erschienen. Besonders ihre Kinderbücher Welche Farbe hat ein Kuss? und Der höchste Bücherberg der Welt erfreuen sich großer Beliebtheit.

Was ist Liebe, Minimia?
Illustratorin: Rocio Bonilla
Übersetzer: Ulrich Maske
40 Seiten, Bilderbuch, gebunden
ISBN: 978-3-8337-4678-9
Jumbo; 1. Edition (13. Juli 2023)
18,00 €