Kindeswohl in Kitas: Wenn Überlastung Kinder gefährdet

Neue Studien zeigen, wie Personalmangel, Stress und fehlende Unterstützung das Wohlbefinden von Kindern in Kitas belasten – und was Träger tun müssen

Ein Kind weint, weil es seine Mutter vermisst. Zwei andere streiten sich lautstark um ein Spielzeug. Am Waschbecken braucht jemand Hilfe, während ein weiteres Kind unbedingt etwas erzählen möchte. Eigentlich sind das ganz gewöhnliche Situationen in einer Kita. Situationen, in denen Kinder Erwachsene brauchen, die zuhören, trösten, vermitteln und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Doch was geschieht, wenn für all das kaum noch Zeit bleibt? Wenn eine Erzieherin gleichzeitig für zu viele Kinder zuständig ist, Kolleginnen krank sind und die nächste Aufgabe bereits wartet?Dann kann aus einem eigentlich normalen Kita-Tag eine Belastungsprobe werden – für die Fachkräfte, vor allem aber für die Kinder.

Wie ernst diese Belastungen inzwischen sind, zeigen mehrere wissenschaftliche Untersuchungen. Besonders aufschlussreich sind zwei Studien der Bertelsmann Stiftung aus den Jahren 2025 und 2026. Sie machen deutlich, dass der Schutz und das Wohlbefinden von Kindern nicht allein vom Engagement einzelner Fachkräfte abhängen. Auch die Zusammenarbeit im Team, die Qualität der pädagogischen Arbeit und die Verantwortung der Kita-Träger spielen eine entscheidende Rolle.

Wenn Kinder nicht die Zuwendung bekommen, die sie brauchen

Die Zahlen einer im Dezember 2025 veröffentlichten Untersuchung geben zu denken. Mehr als 21.000 pädagogische Fach- und Leitungskräfte wurden für die Studie Teamarbeit in KiTas: Zentral für Schutz und Wohlbefinden von Kindern befragt.

Rund elf Prozent berichteten, ständig oder fast täglich Situationen zu beobachten, in denen Kinder geschützt werden müssten. Weitere 14 Prozent nahmen solche Situationen an den meisten Tagen wahr.

Das bedeutet nicht, dass in jeder vierten Kita täglich eine Kindeswohlgefährdung im rechtlichen Sinne stattfindet. Die Zahlen beruhen auf den Beobachtungen und Einschätzungen der Beschäftigten. Dennoch machen sie deutlich, dass problematische Situationen im pädagogischen Alltag keineswegs selten wahrgenommen werden.

Dabei geht es nicht immer um körperliche Gewalt oder andere schwerwiegende Übergriffe. Auch ein Kind, das wiederholt beschämt, angeschrien oder mit seinen Bedürfnissen allein gelassen wird, kann darunter leiden. Gerade kleine Kinder sind darauf angewiesen, dass Erwachsene ihre Signale erkennen und angemessen darauf reagieren. Sie können oft noch nicht erklären, warum sie sich unwohl fühlen. Und sie können sich gegen unangemessenes Verhalten meist kaum selbst zur Wehr setzen. Ein Kind, das Trost sucht, braucht jemanden, der sich ihm zuwendet. Ein Kind, das Angst hat, braucht Sicherheit. Und ein Kind, das etwas nicht versteht oder noch nicht kann, benötigt Geduld statt Vorwürfe.

Was selbstverständlich klingt, ist unter schwierigen Arbeitsbedingungen nicht immer leicht einzulösen.

Was passiert, wenn die Geduld aufgebraucht ist?

Dass viele pädagogische Fachkräfte an ihrer Belastungsgrenze arbeiten, bestätigt auch die internationale OECD-Studie TALIS Starting Strong 2024. Ihre Ergebnisse wurden Ende 2025 veröffentlicht. Mehr als drei Viertel der befragten pädagogisch Beschäftigten in Deutschland berichteten von arbeitsbedingtem Stress. Auch unter den Kita-Leitungskräften lag der Anteil bei mehr als 80 Prozent. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland damit zu den besonders stark belasteten untersuchten Systemen.

Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die Tag für Tag versuchen, den Bedürfnissen vieler Kinder gleichzeitig gerecht zu werden. Sie müssen Konflikte begleiten, Entwicklungsprozesse beobachten, Bildungsangebote gestalten, Elterngespräche führen und organisatorische Aufgaben bewältigen. Wenn dann noch Kolleginnen und Kollegen ausfallen, wächst der Druck.

Natürlich führt Stress nicht zwangsläufig zu unangemessenem Verhalten. Viele Erzieherinnen und Erzieher leisten auch unter schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit. Doch wer dauerhaft überfordert ist, hat es schwerer, in jeder Situation geduldig, aufmerksam und einfühlsam zu bleiben. Gerade darin liegt ein Risiko für die Kinder. Denn ihre Bedürfnisse richten sich nicht nach Dienstplänen oder Personalengpässen. Ein zweijähriges Kind kann nicht verstehen, dass die Erzieherin gerade keine Zeit hat, weil zwei Kolleginnen fehlen. Es erlebt zunächst nur, dass niemand kommt, obwohl es Hilfe braucht. Wird daraus eine wiederkehrende Erfahrung, kann das sein Wohlbefinden und sein Vertrauen in die Verlässlichkeit der Erwachsenen beeinträchtigen.

Die Forschung zeigt damit ein grundlegendes Problem: Gute pädagogische Beziehungen brauchen nicht nur fachliche Kompetenz und eine wertschätzende Haltung. Sie brauchen auch Zeit.

Kinderschutz beginnt nicht erst bei Gewalt

In der öffentlichen Diskussion wird Kindeswohl häufig mit der Verhinderung schwerer Misshandlung oder Vernachlässigung verbunden. Doch das Wohlbefinden eines Kindes hängt von weit mehr ab. Es geht darum, ob Kinder sich sicher und angenommen fühlen. Ob sie ihre Gefühle zeigen dürfen, ohne dafür beschämt zu werden. Ob Erwachsene ihre Grenzen respektieren und sie bei Entscheidungen beteiligen, die ihren Alltag betreffen.

Ein Kind, das beim Essen zum Aufessen gedrängt wird, obwohl es längst satt ist, erlebt möglicherweise eine Grenzüberschreitung. Ein Kind, das regelmäßig vor der Gruppe bloßgestellt wird, kann das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten verlieren. Und ein Kind, dessen Beschwerden niemand ernst nimmt, lernt womöglich, dass seine Stimme nicht zählt. Nicht jede ungeschickte Bemerkung und nicht jede ungeduldige Reaktion ist bereits eine Kindeswohlgefährdung. Erwachsene machen Fehler, auch in der pädagogischen Arbeit. Entscheidend ist, wie häufig und wie schwerwiegend solche Situationen sind, ob sie erkannt werden und wie die Verantwortlichen damit umgehen.

Eine gute Kita zeichnet sich deshalb nicht dadurch aus, dass niemals Fehler geschehen. Sie zeichnet sich auch dadurch aus, dass Erwachsene bereit sind, ihr Verhalten zu hinterfragen und Kinder vor wiederholten Grenzverletzungen zu schützen. Das setzt allerdings voraus, dass im Team offen über Schwierigkeiten gesprochen werden kann.

Wenn im Team das Vertrauen fehlt

Hier setzt die Bertelsmann-Studie zur Teamarbeit an. Sie zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit der Beschäftigten für den Schutz und das Wohlbefinden der Kinder ist. In einem gut funktionierenden Team können sich Fachkräfte gegenseitig entlasten, schwierige Situationen besprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wer merkt, dass die eigene Geduld nachlässt, kann eine Kollegin um Unterstützung bitten. Wer problematisches Verhalten beobachtet, kann es ansprechen, ohne befürchten zu müssen, damit einen persönlichen Konflikt auszulösen. Doch gerade unter anhaltendem Druck kann diese Zusammenarbeit leiden.

Wenn die Zeit für Gespräche fehlt, Konflikte ungelöst bleiben oder gegenseitiges Vertrauen verloren geht, wird es schwieriger, pädagogische Probleme gemeinsam zu bearbeiten. Manchmal schweigen Beschäftigte, obwohl sie beobachten, dass eine Kollegin unangemessen mit einem Kind umgeht. Vielleicht wollen sie keinen Streit riskieren. Vielleicht sind sie selbst erschöpft. Vielleicht haben sie die Erfahrung gemacht, dass Kritik ohnehin nichts verändert.

Für die betroffenen Kinder kann dieses Schweigen schwerwiegende Folgen haben. Denn sie sind darauf angewiesen, dass Erwachsene nicht nur selbst verantwortungsvoll handeln, sondern auch eingreifen, wenn andere ihre Grenzen überschreiten. Kinderschutz ist deshalb immer auch eine Frage der Teamkultur. Eine Einrichtung braucht Menschen, die einander unterstützen, aber auch den Mut haben, Fehler und Grenzverletzungen anzusprechen.

Die neue Studie nimmt die Kita-Träger in die Pflicht

Eine weitere Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, veröffentlicht im Oktober 2026, erweitert den Blick auf eine bislang weniger beachtete Ebene: die Verantwortung der Kita-Träger. Für die Studie Trägerverantwortung für Schutz und Wohlbefinden von Kindern in Kitas wurden rund 4.800 Leitungskräfte befragt. Im Mittelpunkt standen die Auswahl und Einstellung neuer Mitarbeitender, ihre Einarbeitung und die Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Aufgaben keineswegs überall ausreichend systematisch wahrgenommen werden.

So berichteten 56 Prozent der befragten Leitungen, bei der Einstellung neuer Mitarbeitender Kompromisse hinsichtlich des Fachwissens eingehen zu müssen. 40 Prozent nannten Kompromisse bei der Reflexionsfähigkeit. Nur 31 Prozent gaben an, dass bei festgestelltem Weiterbildungsbedarf während der Einarbeitung in jedem Fall eine entsprechende Weiterbildung erfolgt.

Solche Ergebnisse werfen Fragen auf. Denn wer mit kleinen Kindern arbeitet, benötigt nicht nur Geduld und Freude am Umgang mit ihnen. Pädagogische Fachkräfte müssen wissen, wie Kinder sich entwickeln, wie sie Beziehungen gestalten und wie sie in schwierigen Situationen angemessen reagieren können. Besonders wichtig ist die Fähigkeit, das eigene Handeln zu reflektieren. Warum hat mich das Verhalten eines Kindes gerade so wütend gemacht? Habe ich angemessen reagiert? Wie könnte ich beim nächsten Mal besser mit einer ähnlichen Situation umgehen?

Solche Fragen gehören zum professionellen pädagogischen Alltag. Doch Reflexion muss gelernt und regelmäßig eingeübt werden. Wenn dafür weder Zeit noch fachliche Unterstützung zur Verfügung stehen, steigt das Risiko, dass ungünstige Verhaltensmuster bestehen bleiben. Die neue Studie lenkt deshalb den Blick auf eine Verantwortung, die weit über die einzelne Einrichtung hinausgeht. Kita-Träger müssen dafür sorgen, dass Mitarbeitende sorgfältig ausgewählt, gut eingearbeitet und kontinuierlich begleitet werden. Kinderschutz darf nicht davon abhängen, ob eine besonders engagierte Leitung oder einzelne Beschäftigte zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben noch genügend Zeit dafür finden.

Auf dem Papier genug Personal – im Alltag trotzdem zu wenig

Wie groß die Lücke zwischen rechnerischer Personalausstattung und tatsächlichem Kita-Alltag sein kann, zeigt der fünfte ERiK-Forschungsbericht des Deutschen Jugendinstituts aus dem Jahr 2026. Zwar haben sich die Personalschlüssel in einigen Bereichen verbessert. Gleichzeitig bleiben längere Personalausfälle ein erhebliches Problem.

Mehr als zwei Drittel der befragten Kita-Leitungen berichteten, dass sie innerhalb der vorangegangenen sechs Monate längere Personalausfälle ausgleichen mussten. Durchschnittlich war dies an zwei von fünf Tagen pro Woche erforderlich. Für die Kinder bedeutet das häufig wechselnde Abläufe, weniger Zeit für individuelle Begleitung oder Einschränkungen bei den gewohnten Angeboten. In manchen Einrichtungen müssen Gruppen zusammengelegt oder Betreuungszeiten verkürzt werden.

Solche Maßnahmen können notwendig sein, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Sie zeigen aber auch, wie anfällig ein System wird, wenn es kaum personelle Reserven besitzt. Ein guter Personalschlüssel auf dem Papier garantiert noch keine gute Betreuung. Entscheidend ist, wie viele qualifizierte Erwachsene tatsächlich anwesend sind und wie viel Zeit ihnen für die Kinder bleibt. Dabei geht es nicht allein um die Anzahl der Fachkräfte. Auch Vorbereitungszeiten, Fortbildungen, Elterngespräche und die Zusammenarbeit im Team müssen möglich sein, ohne dass die unmittelbare Betreuung darunter leidet. Wer diese Aufgaben gegeneinander ausspielt, riskiert, dass die pädagogische Qualität langfristig Schaden nimmt.

Ein Schutzkonzept allein schützt noch kein Kind

Inzwischen verfügen viele Kitas über schriftliche Schutzkonzepte. Sie beschreiben, wie Kinder vor Gewalt und Grenzverletzungen geschützt werden sollen, welche Beschwerdemöglichkeiten bestehen und wie Beschäftigte bei Verdachtsfällen handeln müssen. Solche Konzepte sind wichtig und rechtlich verankert. Doch ihre bloße Existenz sagt wenig darüber aus, ob sie im Alltag tatsächlich funktionieren. Was nützt eine Beschwerdemöglichkeit, wenn ein Kind nicht weiß, an wen es sich wenden kann? Was hilft eine Regel zum respektvollen Umgang, wenn niemand eingreift, sobald sie verletzt wird? Und wie soll eine Fachkraft schwierige Situationen reflektieren, wenn dafür niemals Zeit vorgesehen ist?

Wirksamer Kinderschutz muss im täglichen Miteinander sichtbar werden. Er zeigt sich darin, wie Erwachsene mit weinenden Kindern umgehen, wie sie Streit begleiten und ob sie die Grenzen der Kinder respektieren. Er zeigt sich aber auch darin, wie Leitungen auf Beschwerden reagieren und ob Mitarbeitende fachliche Unterstützung erhalten. Gerade junge Kinder benötigen Erwachsene, die ihre Interessen vertreten. Sie können nicht selbst überprüfen, ob eine Einrichtung ihre Schutzpflichten erfüllt.

Umso wichtiger ist es, dass Träger und Leitungen regelmäßig hinschauen, nachfragen und Veränderungen ermöglichen.

Wer schützt die Kinder, wenn alle überlastet sind?

Die verschiedenen Studien machen deutlich, dass der Schutz von Kindern nicht allein eine Frage der persönlichen Haltung einzelner Erzieherinnen und Erzieher ist. Natürlich bleibt jede Fachkraft für ihr eigenes Verhalten verantwortlich. Überlastung darf keine Entschuldigung dafür sein, Kinder zu beschämen, grob zu behandeln oder ihre Grenzen zu missachten. Gleichzeitig wäre es zu einfach, die Verantwortung ausschließlich bei den Beschäftigten zu suchen.

Wenn Einrichtungen dauerhaft unterbesetzt sind, neue Mitarbeitende nicht ausreichend eingearbeitet werden und Teams kaum Gelegenheit zur gemeinsamen Reflexion haben, entstehen Risiken, die einzelne Fachkräfte nur begrenzt beeinflussen können. Hier sind Kita-Träger ebenso gefordert wie die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Sie müssen Bedingungen schaffen, unter denen gute pädagogische Arbeit nicht nur von außergewöhnlichem persönlichem Einsatz abhängt. Dazu gehören eine verlässliche Personalausstattung, qualifizierte Leitungskräfte, fachliche Beratung, Fortbildungen und ausreichend Zeit für die Zusammenarbeit im Team. Vor allem aber braucht es einen Perspektivwechsel.

In der Debatte über die Kita-Krise geht es häufig um fehlende Plätze, verkürzte Öffnungszeiten und die Schwierigkeiten berufstätiger Eltern. Das sind wichtige Themen. Doch die Kinder selbst geraten dabei leicht aus dem Blick. Für sie ist nicht entscheidend, ob eine Einrichtung ihre organisatorischen Vorgaben erfüllt oder trotz Personalmangels geöffnet bleibt. Entscheidend ist, was sie dort jeden Tag erleben. Ob jemand zuhört, wenn sie etwas erzählen möchten. Ob sie getröstet werden, wenn sie traurig sind. Ob Erwachsene ihre Grenzen respektieren. Und ob sie darauf vertrauen können, dass jemand eingreift, wenn ihnen Unrecht geschieht.

Eine Kita muss mehr sein als ein Ort, an dem Kinder untergebracht sind. Sie muss ein Ort sein, an dem sie sich sicher fühlen, ernst genommen werden und sich gut entwickeln können. Daran muss sich die Qualität der Kindertagesbetreuung messen lassen – gerade dann, wenn die Bedingungen schwierig sind.

Wissenschaftliche Quellen

Dobelmann, Noemi; Lagemann, Marina; Vielstädte, Teresa; Bock-Famulla, Kathrin (2026): Trägerverantwortung für Schutz und Wohlbefinden von Kindern in Kitas. Personalentwicklung zentral für gute Qualität. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh. DOI: 10.11586/2026135.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/traegerverantwortung-fuer-schutz-und-wohlbefinden-von-kindern-in-kitas

Lagemann, Marina; Dobelmann, Noemi; Bock-Famulla, Kathrin (2025): Teamarbeit in KiTas: Zentral für Schutz und Wohlbefinden von Kindern. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh. DOI: 10.11586/2025109.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/teamarbeit-in-kitas-zentral-fuer-schutz-und-wohlbefinden-von-kindern

OECD (2025): Results from TALIS Starting Strong 2024: Germany. OECD Publishing, Paris.

https://www.oecd.org/en/publications/results-from-talis-starting-strong-2024_28e49c63-en/germany_fbf3052d-en.html

Deutsches Jugendinstitut (2026): ERiK-Forschungsbericht V. Befunde des indikatorengestützten Monitorings zum KiQuTG. München.

https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/entwicklung-von-rahmenbedingungen-in-der-kindertagesbetreuung-erik/erik-berichte.html

Gernot Körner




Leseförderung – Teil 3: Warum Bilderbücher heute wichtiger sind denn je

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Viele glaubten, das Bilderbuch werde von digitalen Medien verdrängt. Die moderne Entwicklungsforschung kommt heute zu einem anderen Ergebnis

Kinder besitzen eine Eigenschaft, die viele Erwachsene verblüfft: Sie möchten dieselbe Geschichte immer wieder hören. Das Lieblingsbilderbuch liegt bereits zum zwanzigsten Mal auf dem Sofa, der kleine Bär erlebt dieselben Abenteuer und der Frosch springt wieder an derselben Stelle ins Wasser. Trotzdem bitten Kinder: „Noch einmal!“

Für Erwachsene wirkt das oft rätselhaft. Schließlich kennen Kinder die Geschichte längst. Warum also möchten sie diese immer wieder hören?

Die Antwort auf die Frage führt mitten hinein in die moderne Entwicklungspsychologie. Denn Kinder betrachten ein Bilderbuch nicht so, wie Erwachsene es tun. Sie lesen nicht einfach eine Geschichte. Sie entdecken mit jedem gemeinsamen Betrachten neue Einzelheiten, neue Gefühle und neue Zusammenhänge. Ein gutes Bilderbuch verändert sich nicht – aber das Kind verändert sich. Genau deshalb wird dieselbe Geschichte immer wieder zu einer neuen Erfahrung.

Noch vor gut zehn Jahren glaubten manche Fachleute, dass Computerprogramme und später Tablets das klassische Bilderbuch nach und nach verdrängen würden. Heute zeichnet die Forschung ein anderes Bild. Je besser Wissenschaftler verstehen, wie Kinder Sprache erwerben und Denken entwickeln, desto deutlicher wird: Bilderbücher sind weit mehr als eine Vorbereitung auf das spätere Lesen. Sie gehören zu den wichtigsten Bildungs- und Beziehungserfahrungen der frühen Kindheit.

Mehr als bunte Bilder

Ein zweijähriges Kind sitzt mit seiner Mutter auf dem Sofa. Vor ihnen liegt ein Bilderbuch. Auf einer Seite sitzt ein kleiner Bär unter einem Baum. Nach dem Umblättern ist der Bär verschwunden.

„Wo ist er?“, fragt das Kind.

Niemand hat erklärt, dass der Bär weggegangen ist. Zwischen beiden Bildern steht kein Satz, der sein Verschwinden beschreibt. Trotzdem erkennt das Kind sofort, dass etwas geschehen sein muss. Es beginnt zu überlegen, entwickelt Vermutungen und sucht nach einer Erklärung.

Anders als es zunächst scheinen mag, geht es hier nicht um Objektpermanenz – die Fähigkeit zu wissen, dass ein Gegenstand weiterexistiert, auch wenn er nicht sichtbar ist. Diese Fähigkeit entwickeln Kinder bereits im ersten Lebensjahr. Was das Kind hier leistet, ist etwas Anspruchsvolleres: Es schließt aus zwei aufeinanderfolgenden Bildern auf ein Ereignis, das zwischen ihnen stattgefunden haben muss – eine frühe Form der narrativen Inferenz.

Genau darin liegt die eigentliche Stärke eines Bilderbuches. Es zeigt Kindern nicht einfach Bilder. Es fordert sie dazu heraus, Zusammenhänge zu entdecken und aus einzelnen Szenen eine Geschichte entstehen zu lassen.

Der amerikanische Psychologe Jerome Bruner beschrieb diesen Entwicklungsschritt als eine grundlegende Fähigkeit des Menschen. Kinder erschließen sich ihre Welt nicht nur über Begriffe und Fakten, sondern vor allem über Geschichten. Entwicklungspsychologen sprechen deshalb von narrativer Kompetenz – der Fähigkeit, einzelne Ereignisse zu einer sinnvollen Handlung zu verbinden. Sie entwickelt sich lange bevor Kinder selbst lesen können und bildet eine wesentliche Grundlage für das spätere Textverständnis.

Vielleicht liegt gerade hier eines der größten Missverständnisse über Bilderbücher. Sie bereiten Kinder nicht lediglich auf das Lesen vor. Sie sind der Ort, an dem die Grundlagen des Lesens überhaupt erst entstehen.

Ein Bilderbuch erzählt nie nur eine Geschichte

Wer einem kleinen Kind beim Betrachten eines Bilderbuches zusieht, macht eine interessante Entdeckung. Nur selten folgt es der Geschichte Seite für Seite. Viel häufiger bleibt es an einer Illustration hängen, zeigt auf eine Kleinigkeit oder stellt eine Frage, die mit dem eigentlichen Text zunächst gar nichts zu tun hat.

„Warum schaut der kleine Bär so traurig?“

„Wo fliegt der Vogel hin?“

„Hat der Fuchs Angst?“

Erwachsene empfinden solche Unterbrechungen manchmal als Ablenkung. Tatsächlich geschieht in diesen Momenten jedoch das Wertvollste, was ein Bilderbuch leisten kann. Das Kind beginnt, über eine Geschichte nachzudenken. Es entwickelt eigene Vermutungen, sucht nach Erklärungen und versucht, die Gefühle der Figuren zu verstehen. Es liest nicht nur das, was auf den Seiten zu sehen ist. Es ergänzt das, was zwischen den Bildern geschieht.

Diesen Prozess beschreibt die Sprachwissenschaftlerin Catherine Snow. In ihren Untersuchungen konnte sie zeigen, dass nicht das Vorlesen allein den größten Einfluss auf die Sprach- und Lesekompetenz hat. Entscheidend sind die Gespräche, die dabei entstehen. Wenn Erwachsene nachfragen, zuhören oder die Gedanken eines Kindes aufgreifen, wächst weit mehr als der Wortschatz. Kinder lernen, Zusammenhänge zu erkennen, Gefühle sprachlich auszudrücken und ihre eigenen Gedanken zu ordnen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die vielzitierte Meta-Analyse von Bus, van IJzendoorn und Pellegrini (1995): Sie zeigt, dass gemeinsames Bilderbuchlesen zwischen Eltern und Kindern zu den verlässlichsten Einflussfaktoren für spätere Sprach- und Lesefähigkeiten zählt – und dass die Qualität der Interaktion dabei mindestens so wichtig ist wie die reine Häufigkeit des Vorlesens.

Deshalb ist ein Bilderbuch niemals nur ein Buch. Es ist immer auch ein Gespräch.

Warum Kinder dieselbe Geschichte immer wieder hören möchten

Viele Eltern kennen das Phänomen. Das Lieblingsbilderbuch wird Abend für Abend aus dem Regal geholt. Obwohl das Kind die Geschichte längst kennt, bittet es immer wieder: „Noch einmal!“

Aus der Sicht Erwachsener wirkt das zunächst wenig abwechslungsreich. Für Kinder ist jede Wiederholung jedoch eine neue Entdeckungsreise. Beim ersten Vorlesen verfolgen sie vor allem die Handlung. Beim nächsten Mal entdecken sie einen kleinen Vogel am Himmel, später den erstaunten Blick einer Figur oder einen Gegenstand, der ihnen zuvor entgangen ist. Mit jeder Entwicklung verändert sich auch ihr Blick auf dieselbe Geschichte.

Jerome Bruner beschrieb dieses Phänomen mit einem einfachen Gedanken: Kinder ordnen ihre Erfahrungen in Form von Geschichten. Je mehr Erfahrungen sie sammeln, desto mehr erkennen sie auch in einem vertrauten Bilderbuch. Ein gutes Bilderbuch wächst deshalb mit seinem Leser. Nicht weil sich seine Seiten verändern, sondern weil das Kind mit jeder neuen Erfahrung andere Bedeutungen entdeckt.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum Bilderbücher Generationen überdauern. Sie erzählen nicht bei jedem Vorlesen dieselbe Geschichte. Sie erzählen sie jedem Kind ein wenig anders.

Warum das Bilderbuch seinen Platz behalten wird

Lange Zeit galt das Bilderbuch vor allem als Vorbereitung auf die Schule. Heute wissen wir, dass diese Sichtweise zu kurz greift. Bilderbücher bereiten Kinder nicht nur auf das Lesen vor. Sie fördern genau jene Fähigkeiten, auf denen später jedes Lesen aufbaut: aufmerksam beobachten, Fragen stellen, Zusammenhänge erkennen, Vermutungen entwickeln und über Erlebtes sprechen.

Die Neurowissenschaftlerin Maryanne Wolf beschreibt Lesen als eine der anspruchsvollsten Kulturleistungen des menschlichen Gehirns. Kein Kind wird mit einem „Lesezentrum“ geboren. Erst im Laufe der Entwicklung verknüpft das Gehirn Sprache, Wahrnehmung, Gefühle und Erfahrungen zu dem, was wir später Lesen nennen.

Genau deshalb beginnt Leseförderung nicht mit dem ersten Schulbuch. Sie beginnt dort, wo Kinder Geschichten entdecken, Sprache erleben und Erwachsene sich Zeit nehmen, gemeinsam mit ihnen über Bilder und Gedanken zu sprechen.

Vielleicht hat das Bilderbuch deshalb nie wirklich an Bedeutung verloren. Möglicherweise haben wir Erwachsenen erst in den vergangenen Jahren verstanden, was beim gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuches tatsächlich geschieht.

Ein Bilderbuch vermittelt nicht nur Geschichten. Es schafft Aufmerksamkeit, Sprache, Vertrauen und gemeinsame Erinnerungen.

Ein Bilderbuch ist kein Gegenstand. Es ist eine Beziehung.

Was die Forschung heute weiß

  • Bilderbücher fördern Sprache, Wortschatz und das Verständnis für Geschichten bereits lange vor dem Schuleintritt.
  • Entscheidend ist nicht das Vorlesen allein, sondern das gemeinsame Gespräch über Bilder, Figuren und Handlungen.
  • Kinder entwickeln dabei narrative Kompetenzen – sie lernen, Ereignisse zu einer zusammenhängenden Geschichte zu verbinden.
  • Gemeinsames Bilderbuchlesen stärkt Sprache, Aufmerksamkeit, Empathie und die Freude am Lesen.
  • Meta-analytische Befunde bestätigen, dass die Qualität der gemeinsamen Interaktion beim Vorlesen mindestens so bedeutsam ist wie dessen Häufigkeit.

Literatur (Auswahl)

Bruner, J. S. (1990). Acts of Meaning. Harvard University Press.

Bus, A. G., van IJzendoorn, M. H., & Pellegrini, A. D. (1995). Joint Book Reading Makes for Success in Learning to Read: A Meta-Analysis on Intergenerational Transmission of Literacy. Review of Educational Research, 65(1), 1–21.

Dickinson, D. K., & Tabors, P. O. (Eds.). (2001). Beginning Literacy with Language: Young Children Learning at Home and School. Paul H. Brookes Publishing.

Snow, C. E. (2002). Reading for Understanding: Toward a Research and Development Program in Reading Comprehension. RAND Corporation.

Snow, C. E., Barnes, W. S., Chandler, J., Goodman, I. F., & Hemphill, L. (1991). Unfulfilled Expectations: Home and School Influences on Literacy. Harvard University Press.

Wolf, M. (2007). Proust and the Squid: The Story and Science of the Reading Brain. Harper.

Gernot Körner

Bisher sind in der Reihe zur Leseförderung folgende Beiträge erschienen:

Ein Baby liest bereits am ersten Tag

Im Anfang war das Bild

Warum Bilderbücher heute wichtiger sind denn je

Bevor Kinder lesen, müssen sie Sprache und Laute verstehen

Erzählen – vom Erlebnis zur Geschichte

Wie Kinder den geheimen Code unserer Buchstaben knacken




Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kita

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Selbstlernkur: Grundlagen und Ziele der BNE im Kindergarten

Kindertageseinrichtungen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Kinder auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Das Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, nachhaltiges Denken und verantwortungsvolles Handeln altersgerecht zu fördern.

Doch was zeichnet eine Kita aus, die BNE erfolgreich umsetzt? Wie lassen sich Kinder aktiv an Bildungsprozessen beteiligen? Und welche Möglichkeiten gibt es, das Umfeld der Einrichtung in nachhaltige Entwicklungsprozesse einzubeziehen?

Nachhaltigkeit im Kita-Alltag erlebbar machen

Dieser Selbstlernkurs vermittelt die Grundlagen der Bildung für nachhaltige Entwicklung und zeigt auf, wie sich das Konzept in den pädagogischen Alltag integrieren lässt. Dabei stehen praxisnahe Beispiele im Mittelpunkt, die verdeutlichen, dass BNE weit über klassische Umweltbildung hinausgeht.

Teilnehmende lernen unterschiedliche Ansätze kennen, um nachhaltige Bildungsprozesse in der Kita anzustoßen und langfristig zu verankern. Gleichzeitig erhalten sie Anregungen, wie Kinder aktiv in Entscheidungs- und Lernprozesse eingebunden werden können.

Naturwissenschaftliche Bildung und BNE verbinden

Anhand des Themas Boden wird gezeigt, wie frühe naturwissenschaftliche Bildung mit den Zielen der Bildung für nachhaltige Entwicklung verknüpft werden kann. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie Lernumgebungen gestalten, die sowohl naturwissenschaftliche Kompetenzen als auch nachhaltiges Denken fördern.

Dabei bieten zahlreiche Alltagssituationen wertvolle Lernanlässe. Ob Hochbeet, Komposthaufen, Regenwurmglas, Fußballspiel oder Repair Café – überall lassen sich Fragen zu Nachhaltigkeit, Verantwortung und Gemeinschaft aufgreifen.

BNE als Bestandteil des Kita-Konzepts

Der Kurs unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, passende Impulse für ihre Einrichtung zu entwickeln und nachhaltige Bildung dauerhaft im pädagogischen Konzept zu verankern. Dabei wird deutlich, wie Kinder, Fachkräfte, Eltern und weitere Beteiligte gemeinsam zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können.

Das lernen Sie im Kurs

Nach erfolgreichem Abschluss können Sie:

  • das Bildungskonzept BNE erklären und als alltagsintegriertes Leitprinzip in der Kita anwenden,
  • nachhaltige Handlungsmöglichkeiten für die eigene pädagogische Praxis erkennen und konkrete Umsetzungsideen entwickeln,
  • naturwissenschaftliche Bildungsangebote mit BNE verbinden und daraus partizipative Lerngelegenheiten für Kinder gestalten.

Zielgruppe

Der Selbstlernkurs richtet sich insbesondere an pädagogische Fachkräfte, die mit Kindern im Kindergartenalter arbeiten und nachhaltige Bildung stärker in ihren Alltag integrieren möchten.

Flexibel lernen im eigenen Tempo

Alle Selbstlernkurse der Forscherstation können zeitlich flexibel bearbeitet werden. Sie entscheiden selbst, wann und in welchem Tempo Sie die Inhalte durchlaufen. Unterbrechungen sind jederzeit möglich, ohne dass Lernfortschritte verloren gehen.

Die Bearbeitungszeit beträgt etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung. Diese kann – bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen – auch auf den Erwerb einer Forscherstationsplakette im ForscherstationKlaus-Tschira-Kompetenzzentrumfür frühe naturwissenschaftliche Bildung gGmbHRahmen ausgewählter Kombinationsangebote angerechnet werden.

Zur Anmeldung geht es hier:

Quelle: Forscherstation Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung gGmbH




Mehr Draußenspiel im Kindergartenalter stärkt die psychische Gesundheit

Schon ein zusätzlicher Tag draußen pro Woche kann laut einer Langzeitstudie Kinder nachhaltig schützen

Kinder, die zwischen ihrem zweiten und vierten Lebensjahr häufiger draußen spielen, entwickeln deutlich seltener emotionale und Verhaltensprobleme im späteren Kindesalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Langzeitstudie der University of Exeter, die im renommierten Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht wurde. Die Forschenden fanden heraus, dass bereits ein zusätzlicher Tag mit Outdoor-Spiel pro Woche die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kinder bis zum Alter von acht Jahren eine stabile psychische Gesundheit aufweisen. Demnach kann freies Spielen im Freien ein entscheidender Baustein für die seelische Entwicklung von Kindern sein.

Über 4.000 Kinder über mehrere Jahre begleitet

Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten von 4.151 Kindern aus der schottischen Langzeitstudie „Growing Up in Scotland“ aus. Dabei wurde erfasst, wie häufig die Kinder im Alter von zwei, drei und vier Jahren draußen spielten. Anschließend untersuchten die Forschenden ihre psychische Gesundheit im Alter von vier, fünf, sechs und acht Jahren.

Berücksichtigt wurden sowohl sogenannte externalisierende Probleme wie Aggressivität, Impulsivität und Hyperaktivität als auch internalisierende Schwierigkeiten wie Ängste, Sorgen oder depressive Symptome. Die Auswertung zeigte einen klaren Zusammenhang: Kinder, die häufiger draußen spielten, gehörten deutlich häufiger zu jener Gruppe, die während der gesamten Kindheit nur sehr geringe psychische Belastungen aufwies. Je nach Alter erhöhte jeder zusätzliche Tag mit Draußenspiel pro Woche die Wahrscheinlichkeit für einen günstigen psychischen Entwicklungsverlauf um sechs bis 14 Prozent.

Einfach, wirksam und kostengünstig

Besonders bemerkenswert ist, dass die Forschenden zahlreiche andere Einflussfaktoren statistisch herausrechneten. Berücksichtigt wurden unter anderem Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Bildungsniveau der Familie, körperliche Erkrankungen des Kindes, die Erwerbstätigkeit der Eltern sowie der Zugang zu Grünflächen oder einem eigenen Garten.

Trotz dieser Kontrolle blieb der Zusammenhang zwischen Draußenspiel und psychischer Gesundheit bestehen. Das spricht dafür, dass das Spielen im Freien selbst eine eigenständige Rolle für die seelische Entwicklung von Kindern spielen könnte.

Studienleiterin Professorin Helen Dodd von der University of Exeter betont die gesellschaftliche Bedeutung der Ergebnisse. Sie erklärt: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass mehr Möglichkeiten zum Spielen im Freien eine einfache und kostengünstige Möglichkeit sein könnten, die psychische Gesundheit von Kindern zu fördern.“ Zugleich fordert sie Investitionen in Spielplätze, Parks und frei zugängliche Grünflächen. Gerade Familien ohne eigenen Garten seien auf solche öffentlichen Räume angewiesen.

Warum draußen spielen so wichtig sein könnte

Die aktuelle Studie untersuchte nicht die genauen Ursachen des Zusammenhangs. Frühere Forschungsarbeiten liefern jedoch einige plausible Erklärungen.

Draußen bewegen sich Kinder meist intensiver, erleben vielfältige Sinneseindrücke und kommen häufiger mit anderen Kindern in Kontakt. Gleichzeitig bietet die Natur Raum für selbstbestimmtes, kreatives und oft auch risikoreiches Spiel. Solche Erfahrungen fördern nachweislich Selbstwirksamkeit, Problemlösefähigkeiten und emotionale Regulation. Zudem berichten viele Studien von positiven Effekten auf Stressbewältigung, Konzentration und Resilienz. Und nicht zuletzt sorgt Bewegung auch für körperliche Fitness.

Insbesondere das freie, nicht durch Erwachsene vorstrukturierte Spiel gilt als wichtiger Entwicklungsraum. Hier lernen Kinder, Konflikte auszuhandeln, Risiken einzuschätzen und eigene Entscheidungen zu treffen – Kompetenzen, die langfristig auch ihre psychische Stabilität unterstützen können.

Fachleute sehen Handlungsbedarf

Auch außerhalb der Wissenschaft stoßen die Ergebnisse auf große Zustimmung. Marguerite Hunter Blair, Vorsitzende des britischen Children’s Play Policy Forum, bezeichnet die Studie als wichtigen Beleg für den langfristigen Nutzen früher Spielerfahrungen.„Diese Ergebnisse zeigen deutlich die Bedeutung spielbasierter Frühinterventionen für die psychische Gesundheit von Vorschulkindern.“, erklärt Blair. Aus ihrer Sicht sollten Regierungen und Kommunen deutlich stärker in attraktive Spielräume investieren und Kindern mehr Möglichkeiten für freies Spielen im Freien schaffen.

Bewertung der Studie

Die neue Untersuchung gehört zu den bislang aussagekräftigsten Arbeiten zum Zusammenhang zwischen Outdoor-Spiel und psychischer Gesundheit im Kindesalter. Besonders hervorzuheben sind die große Stichprobe von mehr als 4.000 Kindern, der bevölkerungsrepräsentative Ansatz sowie die mehrjährige Nachbeobachtung.

Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass zahlreiche familiäre und soziale Einflussfaktoren berücksichtigt wurden. Dadurch wird die Aussagekraft der Ergebnisse deutlich erhöht.

Gleichzeitig handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Sie kann daher keine endgültige Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen. Es bleibt möglich, dass weitere bislang nicht erfasste Faktoren eine Rolle spielen. Dennoch fügen sich die Ergebnisse sehr gut in die wachsende internationale Forschung ein, die die Bedeutung von Naturerfahrungen, freiem Spiel und regelmäßigem Aufenthalt im Freien für die gesunde Entwicklung von Kindern hervorhebt.


cover-krenz-spiel

SPIEL und SELBSTBILDUNG
Kitas brauchen eine pädagogische Revolution

Autor: Krenz, Armin
22,00 €
Verlag: ObersteBrink
ISBN: 9783963046162


Mehr Zeit draußen könnte eine einfache Präventionsmaßnahme sein

Die Studie liefert einen bemerkenswert einfachen Ansatz zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern: mehr Zeit zum Spielen im Freien. Während viele Präventionsprogramme aufwendig und kostenintensiv sind, könnte bereits regelmäßiges Draußenspiel einen wichtigen Beitrag dazu leisten, emotionale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten langfristig zu reduzieren.

Für Familien, Kindertageseinrichtungen und Kommunen ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Kinder brauchen vor allem ausreichend Zeit, Platz und Freiheit zum Spielen unter freiem Himmel.

Quelle: University of Exeter; Dodd HF et al. (2026): Early outdoor play predicts trajectories of child mental health in a population-based cohort. Journal of Child Psychology and Psychiatry.

Weitere Informationen zur Studie rund ums Draußenspielen.

Gernot Körner




Spürnasenzeit soll frühe MINT-Bildung in Bielefelder Kitas stärken

Studierende bringen Ideen zu Forschung, Experimenten und Nachhaltigkeit in den Kita-Alltag – ein Kooperationsprojekt für frühkindliche Bildung

In Bielefelder Kindertageseinrichtungen entsteht derzeit ein Bildungsangebot, das frühe naturwissenschaftliche Bildung systematisch mit pädagogischer Praxis verknüpfen soll. Mit dem Projekt „Spürnasenzeit – Kinder forschen“ setzt die Hochschule Bielefeld gemeinsam mit dem Bildungsbüro der Stadt und der Stiftung Kinder forschen auf eine Stärkung der MINT-Bildung im Elementarbereich.

Im Zentrum steht ein Ansatz, der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren frühzeitig mit mathematischen, technischen und naturwissenschaftlichen Fragestellungen in Kontakt bringen soll – jedoch nicht über vorgegebene Lernprogramme, sondern über entdeckendes, forschendes Lernen im Alltag. Die Initiative zielt darauf, Neugier als Ausgangspunkt von Bildungsprozessen zu nutzen und dabei zugleich Themen wie nachhaltige Entwicklung einzubeziehen.

Studierende als Impulsgeber in den Kitas

Ein zentrales Element des Projekts ist die Einbindung von Studierenden aus den Studiengängen Kindheitspädagogik und Soziale Arbeit. Sie werden gezielt qualifiziert, um eigenständig MINT-orientierte Bildungsangebote zu entwickeln und in den Einrichtungen umzusetzen.

Unter der Leitung von Helen Knauf entstehen so praxisnahe Lernformate, die wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in den pädagogischen Alltag transferieren. Die Studierenden orientieren sich dabei an etablierten didaktischen Konzepten der Stiftung Kinder forschen und erweitern gleichzeitig ihre eigenen professionellen Kompetenzen im Bereich früher Bildung.

Dieser Ansatz soll Ausbildung und Praxis auf eine Weise verbinden, die sowohl den Fachkräften vor Ort als auch den angehenden Pädagoginnen und Pädagogen zugutekommt.

Wöchentliche Forschungszeiten für Kinder

Kern des Projekts sind die sogenannten „Spürnasenzeiten“, die wöchentlich in den teilnehmenden Kitas stattfinden sollen. Über jeweils zwei Stunden hinweg gestalten die Studierenden experimentelle Lernsettings mit einfachen Alltags- und Forschungsmaterialien.

Die Kinder werden dabei aktiv einbezogen: Sie sollen beobachten, Fragen stellen, ausprobieren und eigene Hypothesen entwickeln. Themen wie Wasser, Luft, Energie oder Recycling sollen nicht abstrakt vermittelt, sondern konkret erfahrbar gemacht werden. Auf diese Weise sollen erste Zugänge zu naturwissenschaftlichem Denken ebenso wie ein grundlegendes Verständnis für nachhaltige Zusammenhänge entstehen.

Parallel dazu erhalten die pädagogischen Teams Impulse für ihre eigene Arbeit. Neue Methoden und Materialien können unmittelbar in den Kita-Alltag integriert werden, wodurch das Projekt über die einzelnen Einheiten hinaus Wirkung entfaltet.

Vom Makerthon zum Bildungsprojekt

Der Ursprung der „Spürnasenzeit“ liegt in einem Innovationsformat: dem Makerthon „Kita neu denken“, der 2025 an der Hochschule Bielefeld stattfand. In diesem kollaborativen Entwicklungsprozess arbeiteten Studierende gemeinsam mit Praxispartnern an neuen Konzepten für die frühkindliche Bildung.

Aus diesen drei intensiven Arbeitstagen entstand die Idee, MINT-Bildung stärker in den Kita-Alltag zu integrieren und gleichzeitig die Ausbildung angehender Fachkräfte praxisnäher zu gestalten. Das Bildungsbüro der Stadt brachte diese Impulse in die konkrete Projektentwicklung ein und übernahm eine zentrale Rolle bei der Umsetzung.

Start im Sommer 2026

Die ersten Qualifizierungsmaßnahmen für die Studierenden haben eben begonnen. Bereits im Sommer sollen die „Spürnasenzeiten“ in den ersten Bielefelder Kitas starten.

Einrichtungen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich direkt an die Projektkoordination wenden. Damit bleibt das Projekt offen für weitere Partner und kann perspektivisch ausgeweitet werden.

Mit der Verbindung von wissenschaftlicher Ausbildung, praktischer Umsetzung und früher MINT-Förderung positioniert sich die „Spürnasenzeit“ als ein Modell

Bielefelder Kitas, die Interesse an der Durchführung der Spürnasenzeiten haben, können sich per Mail an die Projektkoordinatorin Daniela Vogtländer wenden (spuernasenzeit-fb4@hsbi.de).




Inklusion in Kitas stärken: Neues Evaluationsinstrument „Evi:P“

Neues Tool unterstützt Fachkräfte bei Partizipation, Kinderrechten und Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten

Wie stark werden Kinder in Kindertagesstätten an Entscheidungen beteiligt, die ihren Alltag betreffen? Mit dem neuen Evaluationsinstrument „Evi:P“ liegt nun ein praxisnahes Werkzeug vor, das genau hier ansetzt. Entwickelt wurde es von Prof. Dr. Timm Albers und Sarah Meusel von der Universität Paderborn gemeinsam mit dem Paritätischen Gesamtverband. Ziel ist es, pädagogische Teams dabei zu unterstützen, ihre Arbeit systematisch weiterzuentwickeln und stärker auf Inklusion, Partizipation und Kinderrechte auszurichten.

Inklusion als fortlaufender Entwicklungsprozess

Das Instrument versteht sich bewusst nicht als Kontrollmechanismus, sondern als unterstützendes Reflexionswerkzeug für den Kita-Alltag. „Evi:P“ soll Teams helfen, Barrieren zu erkennen, vorhandene Stärken sichtbar zu machen und konkrete Entwicklungsschritte zu planen.

Im Mittelpunkt stehen sieben zentrale Handlungsfelder: inklusive Willkommenskultur, sozial-emotionales Lernen, sprachliche Vielfalt, partizipative Pädagogik, Gestaltung der Lernumgebung, Einbindung der Familien sowie Führung und Management. Für jeden Bereich bietet das Instrument konkrete Kriterien, Leitfragen und Platz für Praxisbeispiele.

Internationale Grundlage, angepasst für Deutschland

„Evi:P“ basiert auf dem finnischen Instrument „KAMU“, das in Helsinki bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird. Für die Anwendung in Deutschland wurde es umfassend überarbeitet und an aktuelle fachliche Standards angepasst. Dazu zählen unter anderem der „Gemeinsame Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“, der Index für Inklusion sowie internationale Abkommen wie die UN-Kinderrechtskonvention und die UN-Behindertenrechtskonvention.

Fokus auf Kinderrechte und echte Beteiligung

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Beteiligung von Kindern. Anders als viele vergleichbare Ansätze fragt „Evi:P“ nicht nur nach der Aktivität der Kinder, sondern nach ihrer tatsächlichen Mitbestimmung im Kita-Alltag.

Zudem wurde das Konzept der sogenannten „psychischen Umwelt“ weiterentwickelt: Statt abstrakter Einflüsse steht nun eine inklusive Willkommenskultur im Mittelpunkt, die Vielfalt sichtbar wertschätzt und gezielt Barrieren abbaut.

Qualitätsentwicklung als Teamaufgabe

Neben der Analyse bietet „Evi:P“ auch einen strukturierten Entwicklungsplan. Damit können Einrichtungen konkrete Maßnahmen definieren, Zeiträume festlegen und Fortschritte überprüfen. Das Instrument richtet sich sowohl an einzelne Fachkräfte als auch an Teams und ganze Einrichtungen.

Die Publikation ist ab sofort frei zugänglich und kann direkt in der Praxis eingesetzt werden.

Öffentliche Vorstellung im Mai

Vorgestellt wird „Evi:P“ im Rahmen einer Online-Veranstaltung des Fachausschusses „Kindheit, Kinderrechte, Familienpolitik“ der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe. Am 13. Mai präsentieren die Entwickler von 13 bis 14.30 (via Zoom) gemeinsam mit internationalen Expert*innen Perspektiven auf inklusive frühkindliche Bildung. Die Veranstaltung ist öffentlich und richtet sich an alle Interessierten.

Hier geht es zur Anmeldung

Fachkontakt

Prof. Dr. Timm Albers, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Paderborn, Fon: +49 5251 60-5574, E-Mail: timm.albers@uni-paderborn.de




Der Waldkindergartenwagen: Nachhaltige Räume für kleine Entdecker

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NAWALO Bauwagen & MORSPAD für den Waldkindergarten

Mitten im Grünen, zwischen Bäumen, Matschküche und Spielwiese, steht er als Herzstück des Waldkindergartens: der Bauwagen. Er ist Schutzraum, Rückzugsort, Werkstatt, Leseraum – und oft der erste eigene „Raum“, den Kinder bewusst erleben. Genau diesem besonderen Ort widmet sich die NAWALO GmbH seit 2007 mit Leidenschaft und handwerklicher Präzision.

Das inhabergeführte Holzbauunternehmen aus Schleswig-Holstein entwickelt und fertigt hochwertige Waldkindergartenwagen für Kommunen, freie Träger und Elterninitiativen in ganz Deutschland. Über 300 ausgelieferte Wagen an mehr als 150 Standorten sprechen für die Erfahrung. Doch es ist vor allem die Haltung hinter dem Produkt, die überzeugt.

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Ein Bauwagen ist mehr als nur ein Wagen

Ein Waldkindergartenwagen von NAWALO ist kein Standardprodukt von der Stange. Jeder Bauwagen wird individuell geplant – abgestimmt auf pädagogisches Konzept, Standortbedingungen und Budget.

Ob als gemütlicher Treffpunkt an kalten Wintertagen oder als schattiger Rückzugsraum im Sommer: Die Wagen sind ganzjährig nutzbar und verbinden durchdachte Funktionalität mit nachhaltiger Bauweise.

Mögliche Ausstattungen sind unter anderem:

  • Hochebenen als Spiel- und Ruhebereiche
  • Garderoben- und intelligente Stauraumlösungen
  • Küchenmodule für gemeinsames Kochen
  • Sanitärlösungen (Trockentrenntoiletten oder mit Spülung)
  • Holzöfen oder alternative Heizsysteme
  • Überdachte Terrassen als erweiterter Gruppenraum
  • Barrierearme Zugänge
  • Autarke oder netzgebundene Lösungen

So entsteht ein Raum, der Kindern Sicherheit gibt und gleichzeitig Offenheit zur Natur bewahrt.

Nachhaltigkeit, die sich sehen und spüren lässt

Holz ist mehr als ein Baustoff – es ist ein Statement. NAWALO setzt konsequent auf langlebige, ökologische Materialien und eine nachhaltige Bauweise. Die hohe handwerkliche Qualität sorgt dafür, dass die Bauwagen über viele Jahre hinweg zuverlässig ihren Dienst leisten – bei Wind, Wetter und wechselnden Generationen von kleinen Abenteurern.

Die Kombination aus traditionellem Holzbau und moderner Planung macht jeden Wagen zu einem langlebigen Bauwerk mit Charakter. Der Bauwagen bietet Platz für 5 bis 25 Kinder.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Was NAWALO besonders auszeichnet, sind nicht nur die Bauwagen selbst, sondern die Art der Zusammenarbeit. Ein kleines, eingespieltes Team ermöglicht schnelle Entscheidungswege, hohe Flexibilität und direkte Kommunikation.

Kommunen, Träger und Initiativen erleben echte Partnerschaft auf Augenhöhe – von der ersten Idee bis weit über die Auslieferung hinaus. Der Servicegedanke endet nicht mit der Übergabe des Schlüssels. NAWALO bleibt Ansprechpartner, wenn Fragen auftauchen oder Anpassungen gewünscht sind.

Kurze Lieferzeiten durch effiziente Planung und Produktion sorgen zusätzlich für Verlässlichkeit – ein entscheidender Faktor gerade bei öffentlichen Projekten.

Auch wenn ein Waldkindergartenwagen nicht so aussieht, so gilt er als bauliche Anlage, vor allem wenn er beheizt ist und einen Küchenbereich hat. Das braucht eine Genehmigung der zuständigen Baurechtsbehörde. Zusätzlich ist die Zustimmung von Forstamt, Naturschutz- und Wasserbehörde nötig.

Abwasser- und Toilettenlösung

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Abwasser- und Toilettenlösung. Klassische Kanalanschlüsse sind im Wald meist nicht möglich. Es gelten strenge wasser- und hygienerechtliche Vorgaben. Ob Komposttoilette, Trenntoilette oder geschlossene Sammelbehälter – Entsorgung, regelmäßige Leerung und Nachweise gegenüber Gesundheits- oder Wasserbehörde müssen vorab geklärt und genehmigt sein. Eine unzulässige Einleitung von Abwasser in den Boden ist grundsätzlich nicht erlaubt. Was zunächst naturnah und romantisch erscheint, braucht eine gute Planung und juristisch klare Lösungen. Auch hier hilft Ihnen das Team von NAWALO.

Ein Raum, der Kindheit prägt

Der Bauwagen im Waldkindergarten ist mehr als ein Gebäude. Er ist Mittelpunkt des Alltags, Schutzraum bei Regen, Wärmespender im Winter, Kreativatelier und Geschichtenecke zugleich.

Mit jedem Projekt schafft NAWALO einen Ort, an dem Kinder Natur erleben und gleichzeitig Geborgenheit erfahren können – gebaut mit Herz, Verstand und norddeutscher Verlässlichkeit.

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Das MORSPAD – klein, robust, unverzichtbar

Wo der Bauwagen Schutzraum und Mittelpunkt ist, sorgt das MORSPAD für Komfort draußen im Gelände. Die durchdachte, extra dicke Sitzunterlage wurde speziell für den Einsatz in Waldkindergärten, Kitas, Schulen, Vereinen und bei Outdoor-Aktivitäten entwickelt.

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Gefertigt aus EVA-Schaum, der unbedenklich für Kinder ist – einem Material, das auch für Spielmatten oder Schwimmhilfen verwendet wird. Das MORSPAD ist wasserabweisend, rutschfest und angenehm leicht. Es schützt zuverlässig vor Kälte, Nässe und unebenen Untergründen und macht den Morgenkreis auf feuchtem Waldboden genauso gemütlich wie die Brotzeitpause auf der Wiese.

Flexibel, robust und einfach mit Wasser und Seife zu reinigen, ist das MORSPAD schnell wieder einsatzbereit – ein kleines Detail mit großer Wirkung im Outdoor-Alltag.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.waldkindergartenwagen.de




MINTmachtage 2026: Kostenloses Material für Kita und Grundschule

Unter dem Motto „Sag mal Aaah! Gesund in die Zukunft“ entdecken Kinder ihren Körper und moderne Medizintechnik – pädagogische Fachkräfte können dafür kostenloses Aktionsmaterial bestellen

Unter dem Motto „Sag mal Aaah! Gesund in die Zukunft“ finden 2026 erneut die bundesweiten MINTmachtage statt. Kitas, Horte und Grundschulen können sich daran beteiligen und gemeinsam mit Kindern der Frage nachgehen, wie der menschliche Körper funktioniert und welche Rolle moderne Technik für Gesundheit und Medizin spielt. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte können dafür kostenloses Aktionsmaterial bestellen.

Menschliche Gesundheit im Mittelpunkt

Die Initiative wird von der Stiftung Kinder forschen organisiert und richtet sich an Kinder im Kita- und Grundschulalter. Inhaltlich steht die menschliche Gesundheit im Mittelpunkt. Themen sind unter anderem die Funktionsweise des Körpers, Schutzmechanismen des Organismus sowie technische Entwicklungen in der Medizin. Die Aktion knüpft damit an das Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“ an.

Für die pädagogische Arbeit stellt die Stiftung ein Materialpaket zur Verfügung. Es enthält eine Sonderausgabe des Magazins „Forscht mit!“, ein Wimmelposter mit Augmented-Reality-Elementen, das einen digitalen Blick in den menschlichen Körper ermöglicht, sowie sechs Aktionskarten mit Forschungsaufgaben. Ergänzt wird das Paket durch einen Stickerbogen.

Onlinekurs zur Vorbereitung

Ein zentraler Termin der Aktion ist der 16. Juni 2026. Rund um dieses Datum können Einrichtungen eigene Aktivitäten durchführen, beispielsweise Forschungsfeste oder thematische Projektwochen. Zur Vorbereitung steht für pädagogische Fach- und Lehrkräfte der Online-Kurs „Von Kopf bis Fuß – den eigenen Körper entdecken“ zur Verfügung.

Begleitend veröffentlicht die Initiative monatlich eine neue Forschungsidee auf ihrer Website. Darüber hinaus gibt es einen zur Aktion gehörenden Song mit dem Titel „Sag mal Aaah!“ der Berliner Kinderband 3Berlin.

Jetzt bestellen!

Die MINTmachtage 2026 werden im Rahmen des Wissenschaftsjahres vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Das kostenlose Aktionsmaterial für Kitas, Horte und Grundschulen kann online bestellt werden. Weitere Informationen zur Aktion sowie zusätzliche Materialien sind unter www.mintmachtage.de abrufbar.