Vortrag auf der didacta: Kinder haben ein Recht auf ihre Kindheit

Prof. Dr. Armin Krenz plädiert auf der didacta 2026 für eine Elementarpädagogik, die sich konsequent an den Bedürfnissen von Kindern orientiert

In knapp zwei Monaten öffnet die didacta Bildungsmesse in Köln vom 10. bis 14. März 2026 wieder ihre Tore — und spielen und lernen ist mit dabei. Im Rahmen der Messe hält der bekannte Sozialpädagoge und Begründer des „Situationsorientierten Ansatzes“, Prof. Dr. Armin Krenz, einen Vortrag mit dem Titel:

„Kinder haben ein RECHT auf ihre Kindheit — Ein Plädoyer für eine kind(heits)orientierte Elementarpädagogik“

Der Vortrag findet am Dienstag den 10. März 2026 auf der Stiftungsfläche des Ausschusses Frühe Bildung im Didacta Verband in Halle 8, Stand D 044, von 14 bis 15 Uhr statt.

Zum Inhalt des Vortrags

Kinder brauchen Entwicklungsbedingungen, die ihnen helfen, eine sichere Identität aufzubauen, Lebensfreude zu verspüren, Lernfreude zu entdecken, Selbstbildung zu entwickeln und psycho-soziale Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten auszubilden, die ein hohes Maß an Nachhaltigkeit ermöglichen.

Diese lebensbedeutsamen Merkmale, die sich aus dem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag ableiten lassen, geraten jedoch zunehmend in Gefahr — dann nämlich, wenn das Kinderleben immer stärker durch Erwachsenenvorgaben fremdgesteuert wird, Kinderzeiten durch getaktete Zeitvorgaben zerrissen werden, Entwicklungsräume enger werden und Bindungssicherheiten immer weniger erlebt werden können.

Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick auf eine zentrale Frage:
Was brauchen Kinder wirklich — und was muss Elementarpädagogik leisten, um ihren Auftrag qualitätsorientiert und professionell erfüllen zu können?

Persönliche Begegnung mit Prof. Dr. Krenz

Prof. Dr. Armin Krenz wird von Dienstag 10.3. bis Donnerstag 12.3. auf der Messe anwesend sein. Am Stand der Körner Medien, zu der auch spielen und lernen gehört, wird es Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit ihm geben. Die genaue Standplatzierung steht derzeit noch nicht fest und wird nachgereicht.


cover-krenz-spiel

Spiel ist Bildung — warum wir umdenken müssen

Das Spiel verliert in vielen Kitas zunehmend an Bedeutung — verdrängt durch Förderprogramme, Zeitdruck und wachsende Anforderungen an Fachkräfte. Dabei ist Spiel der Motor kindlicher Selbstbildung. Unsere Veröffentlichung zeigt, warum Spiel unverzichtbar ist und wie eine lebendige Spielpädagogik Kinder stärkt, Entwicklung ermöglicht und Bildung wieder kindgerecht macht.

Armin Krenz
Spiel und Selbstbildung – Kitas brauchen eine pädagogische Revolution
Softcover, 176 Seiten
ISBN: 978-3-96304-616-2
22 €




Wie Inklusion in Hamburgs Kitas gelingen kann – neue Forschung zeigt Wege

Was Leitungskräfte, Teams und Träger konkret tun können, um autistische Kinder wirksam einzubeziehen

Inklusion ist längst ein erklärtes Ziel der frühkindlichen Bildung in Deutschland – doch in der Praxis bleibt sie häufig fragmentarisch. Zwar betreuen laut Statista inzwischen rund 41 Prozent aller Kindertageseinrichtungen Kinder mit Anspruch auf Eingliederungshilfe, gleichzeitig fühlen sich viele pädagogische Fachkräfte nicht ausreichend auf die Bedürfnisse neurodivergenter Kinder vorbereitet. Insbesondere autistische Kinder stoßen im Kita-Alltag weiterhin auf strukturelle, organisatorische und kulturelle Barrieren. Eine aktuelle empirische Untersuchung aus Hamburg zeigt nun, wo genau diese Barrieren liegen – und welche Stellschrauben tatsächlich geeignet sind, um Inklusion im Alltag wirksam umzusetzen.

Der Blick auf die Organisation statt nur auf das Kind

Im Zentrum der Studie steht nicht das einzelne Kind, sondern die Organisation Kita als Ganzes. Der entscheidende Befund: Inklusion gelingt nicht primär durch einzelne Fortbildungen oder zusätzliche Fachkräfte, sondern durch eine gezielte Veränderung der Organisationskultur – und diese wird maßgeblich von der Leitungsebene geprägt. Kita-Leitungen nehmen eine Schlüsselrolle ein, weil sie gleichzeitig pädagogische, organisatorische und kommunikative Verantwortung tragen und damit als Bindeglied zwischen Team, Träger, Familien und externen Unterstützungsstrukturen fungieren.

Diversitätskompetenz als strategische Aufgabe

Die Untersuchung zeigt, dass Leitungskräfte dann wirksam zur Inklusion beitragen können, wenn sie Diversitätskompetenz nicht als individuelles Merkmal einzelner Fachkräfte begreifen, sondern als strategische Entwicklungsaufgabe der gesamten Einrichtung. Diversitätskompetenz umfasst dabei mehrere Ebenen: Wissen über Neurodiversität und Autismus, die Fähigkeit zur kritischen Reflexion normativer Vorstellungen von „Normalität“, eine diskriminierungssensible Haltung sowie konkrete Kompetenzen zur Anpassung von Strukturen, Routinen und Kommunikationsformen im Kita-Alltag.

Strukturelle Barrieren entstehen oft unbeabsichtigt

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass viele strukturelle Barrieren nicht aus fehlendem guten Willen entstehen, sondern aus institutionellen Routinen, die nie für Vielfalt konzipiert wurden. Starre Tagesabläufe, laute Gruppenräume, wenig Rückzugsmöglichkeiten, normierte Entwicklungsraster oder defizitorientierte Förderlogiken können für autistische Kinder hoch belastend wirken und ihre Teilhabe erheblich einschränken. Inklusion bedeutet daher nicht, einzelne Kinder „passend zu machen“, sondern die Umgebung so zu gestalten, dass unterschiedliche Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Verhaltensweisen gleichberechtigt Platz haben.

Leitungskräfte als Motor für kulturellen Wandel

Besonders deutlich wird in der Untersuchung, dass Leitungskräfte eine entscheidende Rolle dabei spielen, diese Perspektivverschiebung im Team zu verankern. Sie entscheiden darüber, ob Inklusion als Zusatzaufgabe unter Zeitdruck erlebt wird – oder als Qualitätsmerkmal professioneller pädagogischer Arbeit. Sie setzen Prioritäten, ermöglichen Fortbildungszugänge, schaffen Reflexionsräume im Team und verhandeln mit Trägern und Behörden über Ressourcen, Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen.

Engagement stößt an strukturelle Grenzen

Gleichzeitig macht die Studie sichtbar, dass selbst engagierte Leitungen an strukturelle Grenzen stoßen. Zeitmangel, Personalknappheit, finanzielle Restriktionen und administrative Anforderungen begrenzen den Handlungsspielraum erheblich. Viele Leitungskräfte erleben einen Zielkonflikt zwischen pädagogischem Anspruch und organisatorischer Realität. Inklusion wird dadurch nicht selten zur zusätzlichen Belastung, statt als integraler Bestandteil professioneller Praxis wahrgenommen zu werden.

Der Umgang mit Autismus prägt Teilhabechancen

Ein weiterer zentraler Befund betrifft den gesellschaftlichen und institutionellen Umgang mit Autismus. Trotz wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit sind autistische Kinder in vielen pädagogischen Kontexten weiterhin mit defizitorientierten Zuschreibungen konfrontiert. Die Studie zeigt, dass diese Zuschreibungen nicht nur das pädagogische Handeln beeinflussen, sondern auch die Erwartungen an Kinder und Familien prägen – und damit Teilhabemöglichkeiten strukturell begrenzen. Inklusion erfordert daher nicht nur organisatorische Anpassungen, sondern auch eine bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Haltungen, Deutungsmustern und Machtverhältnissen im Bildungssystem.

Was Kitas konkret tun können

Aus den Ergebnissen lassen sich mehrere konkrete Handlungsempfehlungen ableiten: Erstens braucht Inklusion eine klare strategische Verankerung auf Leitungsebene. Zweitens müssen Reflexions- und Lernräume für Teams institutionalisiert werden, um Unsicherheiten, Vorurteile und Überforderungen bearbeiten zu können. Drittens ist eine enge Kooperation mit Familien essenziell, da sie über unverzichtbares Wissen über die Bedürfnisse ihrer Kinder verfügen. Und viertens braucht es auf struktureller Ebene deutlich mehr politische und institutionelle Unterstützung, um Inklusion nicht nur zu fordern, sondern auch realistisch zu ermöglichen.

Inklusion als dauerhafter Entwicklungsprozess

Insgesamt zeigt die Hamburger Untersuchung: Inklusion ist kein Zustand, der einmal erreicht und dann verwaltet wird, sondern ein fortlaufender Entwicklungsprozess. Sie entsteht dort, wo Organisationen lernfähig bleiben, Vielfalt nicht als Abweichung, sondern als Normalität begreifen und bereit sind, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen. Hamburgs Kitas verfügen über engagierte Fachkräfte und Leitungsteams – doch ohne strukturelle Entlastung, klare politische Rahmenbedingungen und eine konsequente Abkehr von defizitorientierten Denkmodellen bleibt Inklusion fragil.

Die Forschung macht deutlich: Wer echte Teilhabe in der frühkindlichen Bildung will, muss nicht zuerst die Kinder verändern, sondern die Systeme, in denen sie aufwachsen.

Weitere Informationen zu Gleichstellung und Diversität an der IU unter: https://www.iu.de/hochschule/diversity-und-gleichstellung/

Gernot Körner




Zwei Wege zum Stern: Bibel und Legende der Weisen aus dem Morgenland

Warum wir die biblische Erzählung und die Legende von Caspar, Melchior und Balthasar nebeneinanderstellen – und was Kinder daraus lernen können.

In der Bibel wird erzählt, dass Weise aus dem Morgenland einem besonderen Stern folgten und nach Bethlehem kamen. Ihre Namen werden nicht genannt, und vieles bleibt offen. Diese Erzählung ist knapp und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Viele Jahrhunderte später begannen Menschen, diese Geschichte weiterzudenken. Sie stellten sich vor, wer diese Weisen gewesen sein könnten, woher sie kamen und was sie auf ihrem Weg erlebt hatten. So entstand eine zweite Erzählung – eine Legende. In ihr bekamen die Weisen Namen, eine Herkunft und eine gemeinsame Geschichte. Man nannte sie Caspar, Melchior und Balthasar und sprach von ihnen als Königen.

Die erste Geschichte ist eine biblische Überlieferung. Die zweite ist eine gewachsene Legende, die den Glauben, die Fantasie und die Erfahrungen vieler Generationen widerspiegelt. Beide Geschichten erzählen vom Suchen, vom Mut zum Aufbruch und davon, dass Licht selbst in dunklen Zeiten den Weg zeigen kann.

Die Weisen aus dem Morgenland

Einige Zeit nach der Geburt Jesu geschah etwas, das weit über Bethlehem hinaus Beachtung fand.

In einem fernen Land lebten Männer, die den Himmel aufmerksam beobachteten. Sie kannten die Sterne, ihre Bewegungen und ihre Zeichen. Wenn sich am Himmel etwas veränderte, glaubten sie, dass auch auf der Erde etwas Wichtiges geschah.

Eines Nachts blieb einer von ihnen stehen und sagte leise: „Seht dort. Dieser Stern war gestern noch nicht da.“

Die anderen blickten hinauf. Ein neuer Stern leuchtete hell am Himmel. „Er ist anders als die anderen“, sagte einer. „Er kündigt etwas an“, meinte ein anderer.

Nach langem Nachdenken kamen sie zu dem Schluss: Ein besonderer König musste geboren worden sein. „Wir sollten ihn suchen“, sagte der Älteste.

„Auch wenn wir nicht wissen, wohin der Weg uns führt“, antwortete ein anderer. Sie machten sich auf den Weg und folgten dem Stern. Ihre Reise führte sie schließlich nach Jerusalem. Dort fragten sie die Menschen:

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, um ihn zu ehren.“

Diese Worte erreichten auch König Herodes. Er ließ die Weisen zu sich rufen und sprach freundlich zu ihnen: „Sucht das Kind und sagt mir Bescheid, wenn ihr es gefunden habt. Auch ich möchte hingehen und dem Kind huldigen.“

Doch seine Worte waren nicht ehrlich.

Als die Weisen Jerusalem verließen, erschien der Stern wieder. Er führte sie nach Bethlehem und blieb über einem Haus stehen. Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind. Sie knieten nieder und brachten ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In der Nacht hatten sie einen Traum. Darin wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren. „Wir müssen einen anderen Weg nehmen“, sagten sie zueinander.

So kehrten sie heim – verändert durch das, was sie gesehen hatten.

Die heiligen drei Könige: Caspar, Melchior und Balthasar

Viele Jahre später erzählten sich die Menschen diese Geschichte weiter. Dabei entstand die Legende von drei Königen: Caspar, Melchior und Balthasar.

Es heißt, dass sie sich kannten, weil sie sich mit den Sternen beschäftigten. Sie lebten in verschiedenen Ländern, doch sie standen miteinander in Verbindung und tauschten ihr Wissen aus.

Eines Nachts entdeckte jeder von ihnen denselben neuen Stern am Himmel. Caspar sagte: „So hell hat noch nie ein Stern geleuchtet.“ Melchior erwiderte: „Er erscheint nicht zufällig.“ Balthasar fügte hinzu: „Vielleicht ruft er uns.“

Sie verabredeten sich, diesem Zeichen zu folgen, und trafen sich nach langer Reise. Dort entschieden sie gemeinsam: „Wir gehen los. Wir wollen sehen, wohin uns dieses Licht führt.“

Sie packten Geschenke ein, die einem König würdig waren: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ihre Reise führte sie zuerst nach Jerusalem zum Palast von König Herodes. „Wir suchen einen neugeborenen König“, sagten sie offen. „Ein Stern hat uns zu ihm geführt.“

Herodes erschrak, verbarg seine Angst jedoch hinter freundlichen Worten: „Geht und sucht das Kind. Wenn ihr es gefunden habt, kommt zurück und sagt mir Bescheid. Auch ich möchte hingehen und dem Kind huldigen.“

Als sie den Palast verließen, sagte Balthasar leise: „Seine Worte klingen freundlich, aber sie sind nicht wahr.“

Der Stern erschien wieder und führte sie nach Bethlehem. Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind. Sie knieten nieder und überreichten ihre Geschenke.

In der Nacht hatten auch sie einen Traum. Darin wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren.

„Wenn wir zurückgehen, bringen wir das Kind in Gefahr“, sagte Melchior. „Dann nehmen wir einen anderen Weg“, antwortete Caspar.

So machten sie sich auf einem anderen Weg auf den Heimweg.

Über Suchen, Vertrauen, Gefahr und Verantwortung

Diese beiden Geschichten helfen Kindern, über Suchen, Vertrauen, Gefahr und Verantwortung nachzudenken.

Gesprächsimpulse:

Warum folgen die Weisen dem Stern?
Woran merkt man, dass Herodes nicht ehrlich ist?
Warum ist es wichtig, das Kind zu schützen?

Diese Geschichten erzählen davon, dass Hoffnung manchmal klein beginnt und dennoch stark ist.




Personalmangel in Kitas: Wenn gute Bildung unter Stress gerät

OECD-Studie zeigt: Fehlzeiten und hohe Belastung gefährden Qualität frühkindlicher Bildung

Qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist eine zentrale Voraussetzung für gleiche Bildungschancen. Für Kinder in der Kita bedeutet Qualität vor allem verlässliche Beziehungen, Zeit für Zuwendung und eine anregende Lernumgebung. Eine aktuelle internationale OECD-Studie zeigt jedoch: In deutschen Kitas geraten diese Grundlagen zunehmend unter Druck – durch Personalmangel, hohe Fehlzeiten und starken beruflichen Stress der Fachkräfte.

Fehlzeiten belasten den Kita-Alltag besonders stark

Fast 80 Prozent der befragten Kita-Leitungen in Deutschland geben an, dass Fehlzeiten im Team ihre Möglichkeiten einschränken, Kindern ein gutes Umfeld für Entwicklung, Wohlbefinden und Lernen zu bieten. Mehr als jede zweite Leitung sieht zudem den Personalmangel in Relation zur Kinderzahl als ernsthafte Hürde für pädagogische Qualität. Diese Werte liegen deutlich über dem Durchschnitt der 17 an der Studie beteiligten Länder und betreffen sowohl Krippen- als auch Kindergartengruppen.

Hoher Stress trifft auch die Kinder

Die Ergebnisse der Studie TALIS Starting Strong 2024 zeigen deutlich, wie stark die personellen Engpässe die Fachkräfte belasten. Mehr als drei Viertel der pädagogischen Fach- und Leitungskräfte in Deutschland erleben ihren Kita-Alltag als stressig – ein international auffällig hoher Wert. Zusätzliche Aufgaben durch krankheitsbedingte Ausfälle gehören zu den größten Belastungsfaktoren. Für Kinder bedeutet dies häufig wechselnde Bezugspersonen, weniger Zeit für individuelle Begleitung und eine eingeschränkte pädagogische Gestaltung des Alltags.

Berufszufriedenheit trotz hoher Belastung

Bemerkenswert ist: Trotz der hohen Arbeitsbelastung sind viele Fachkräfte grundsätzlich zufrieden mit ihrem Beruf. Die große Mehrheit fühlt sich von Kindern und Eltern wertgeschätzt. Auch die Zufriedenheit mit dem Gehalt hat sich seit 2018 deutlich verbessert, unter anderem durch Tariferhöhungen. Dennoch wünschen sich weiterhin mehr als die Hälfte der Befragten eine bessere Bezahlung und vor allem mehr gesellschaftliche Anerkennung für ihre Arbeit.

Qualifiziertes Personal, hoher Fortbildungsbedarf

Im internationalen Vergleich ist das Qualifikationsniveau des pädagogischen Personals in Deutschland hoch. Fast alle Fachkräfte verfügen über eine spezifische Ausbildung, viele sogar über einen akademischen Abschluss. Gleichzeitig zeigt die Studie einen wachsenden Fortbildungsbedarf – insbesondere im Bereich sprachlicher Förderung sowie im Umgang mit Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Diese Herausforderungen spiegeln die zunehmende Vielfalt in den Kitas wider.

Weiterbildung scheitert oft am Personalmangel

Zwar nehmen viele Fachkräfte regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil, doch der Personalmangel bremst diese Entwicklung. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass fehlende Vertretungen eine Teilnahme erschweren. Damit entsteht ein Teufelskreis: Gerade dort, wo Weiterentwicklung dringend nötig wäre, fehlen die personellen Voraussetzungen.

Investitionen bleiben entscheidend

Die Studienverantwortlichen betonen, dass Investitionen in Personal und Arbeitsbedingungen weiterhin notwendig sind, um Qualität zu sichern und Fachkräfte im Beruf zu halten. Sinkende Geburtenzahlen ändern daran wenig. Für Kinder in Kitas geht es dabei um mehr als Organisation: Es geht um stabile Beziehungen, emotionale Sicherheit und gute Voraussetzungen für Lernen und Entwicklung.

Internationale Forschung liefert wichtige Hinweise

TALIS Starting Strong ist eine internationale OECD-Studie zu Arbeitsbedingungen und pädagogischer Qualität in der frühen Bildung. Die aktuellen Ergebnisse machen deutlich, wie eng das Wohlbefinden der Fachkräfte mit der Bildungsqualität für Kinder verknüpft ist – und wie dringend strukturelle Verbesserungen gebraucht werden.

Ergebnisbericht “Results from TALIS Starting Strong 2024 – Strengthening Early Childhood Education and Care”




Neue Maßnahmen für besseren Schutz vor sexuellem Missbrauch

Wie Kampagne, Forschung und digitale Schutzkonzepte pädagogische Fachkräfte unterstützenKampagne „Schieb deine Verantwortung nicht weg!“ wird fortgeführt

Die bundesweite Aufklärungs- und Aktivierungskampagne #NichtWegschieben geht 2025/26 in eine neue Phase. Sie richtet sich an Erwachsene – insbesondere an pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Eltern – und vermittelt praxisnahe Handlungsmöglichkeiten zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Aufklärung Wirkung hat:

  • 53 % der Bevölkerung halten sexuelle Gewalt im eigenen Umfeld inzwischen für möglich (vorher 41 %).
  • 60 % sehen Familie, Freunde und Bekannte klar in der Verantwortung (vor der Kampagne 50 %).

WhatsApp-Kurs für Eltern und Fachkräfte: „7 Wochen. 7 Tipps“

2025 startet der neue WhatsApp-Messenger-Kurs „7 Wochen. 7 Tipps“, der pädagogischen Fachkräften und Eltern konkrete Werkzeuge an die Hand gibt. Vermittelt werden u. a.:

  • Wie Kinder in ihrer Selbstbestimmung gestärkt werden können
  • Wie Erwachsene Täterstrategien frühzeitig erkennen
  • Wie Gespräche über Körperwissen, Grenzen und Sexualität altersgerecht gelingen
  • Welche Schutzstandards Einrichtungen wie Kitas, Schulen oder Vereine einhalten sollten
  • Welche Signale von Kindern aufmerksam machen sollten
  • Wie Fachkräfte wertschätzend, aber klar intervenieren können

Der Kurs ergänzt bestehende Materialien und kann leicht in Teamsitzungen, Elternabende oder Schutzkonzept-Arbeit eingebunden werden.


Wie Selbstsicherheit wächst

  • Ganzheitlicher Ansatz für innere und äußere Selbstsicherheit,
  • Konkrete Impulse für Eltern, Erziehende und pädagogische Fachkräfte,
  •  Stärkt Selbstvertrauen, Verantwortungsgefühl und Resilienz,

Dieses Buch zeigt, wie Eltern und pädagogische Fachkräfte Kinder dabei unterstützen, ein gesundes Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl zu entwickeln. Dein SelbstSicheres Kind setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Selbstsicherheit emotional, sozial und körperlich denkt – praxisnah, einfühlsam und alltagstauglich.

Frieder Knauss, Dein Selbstsicheres Kind, Softcover, 120 Seiten, 978-3-96304-073-3, 20 €


Themenschwerpunkt 2026/27: Digitale sexuelle Gewalt

In der folgenden Kampagnenphase liegt der Fokus auf digitalen Risiken, darunter:

  • Cybergrooming und Grenzverletzungen in Social Media
  • Schutzfaktoren in Chat- und Gaming-Umgebungen
  • Anforderungen an digitale Schutzkonzepte in Schulen und Kitas
  • Medienkompetenz für Kinder, Eltern und pädagogische Teams

Ziel ist es, Erwachsene dabei zu unterstützen, Kinder und Jugendliche auch online aktiv zu begleiten und digitale Räume sicherer zu machen.

Neue Forschungsvorhaben für evidenzbasierten Kinderschutz

Neben der Kampagne wurden von Bundesfamilienministerin Karin Prien und der Unabhängigen Bundesbeauftragten Kerstin Claus mehrere Forschungsvorhaben gestartet, die für die Praxis im Bildungswesen bedeutsam sind.

Zentrum für Forschung zu sexueller Gewalt (ZEFSG)

Das neue Zentrum am Deutschen Jugendinstitut (DJI) wird langfristig Daten sammeln, Forschungslücken schließen und wissenschaftliche Grundlagen für Schutzkonzepte und Prävention bereitstellen. Für pädagogische Fachkräfte bedeutet das:

  • bessere Orientierung bei der Weiterentwicklung eigener Schutzkonzepte
  • wissenschaftlich fundierte Materialien für Fortbildungen
  • klarere Handlungsempfehlungen durch neue Erkenntnisse

„Safe!“-Jugendstudie ab 2026

Die bundesweite, repräsentative Studie befragt rund 10.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen zu:

  • Häufigkeit und Formen sexueller und anderer Gewalt
  • Folgen für schulische Entwicklung, Gesundheit und Teilhabe
  • Unterstützungsbedarfen

Die Ergebnisse sollen 2027 veröffentlicht werden und können Einrichtungen bei der Entwicklung aktueller Präventionsmaßnahmen unterstützen.

Digitale Sicherheit: Expertenkommission entwickelt neue Strategie

Die neu eingesetzte Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ erarbeitet derzeit eine umfassende Strategie für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in digitalen Medien. Für die pädagogische Praxis kündigt sie u. a. an:

  • Empfehlungen zum Umgang mit sozialen Netzwerken im Schul- und Kitakontext
  • Mindeststandards für digitale Schutzkonzepte
  • Hinweise zur Förderung altersgerechter Medienkompetenz
  • Forschung zu gesundheitlichen Folgen intensiver Mediennutzung

Diese Informationen sollen künftig verstärkt in Fortbildungen, Leitfäden und Schutzkonzept-Prozesse einfließen.

Materialien, Links & Ansprechpartnerinnen

Zahlen und Fakten zu sexuellem Missbrauch

https://beauftragte-missbrauch.de/mediathek/publikationen/zahlen-und-fakten




Frühe Bildung ist der Schlüssel zu Teilhabe und Integration

Frühkindliche Bildung legt den Grundstein für Integration, Teilhabe und faire Chancen – besonders für Kinder aus zugewanderten oder einkommensschwachen Familien

In Deutschland hängt der Bildungserfolg weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab. Kinder aus einkommensschwachen Familien haben geringere Chancen, ihr Potenzial zu entfalten – besonders, wenn sie oder ihre Eltern zugewandert sind. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) zeigt in seinem aktuellen Positionspapier „Bildung als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe“, wie sich das ändern kann.

Viele Kinder mit Migrationshintergrund leben in finanziell benachteiligten Familien und sprechen zu Hause nicht Deutsch. Für sie ist eine frühe Förderung in der Kita entscheidend, betont Bildungsforscherin Prof. Birgit Leyendecker, Mitglied im SVR: „Das Fundament für einen erfolgreichen Bildungsweg wird bereits in der Kita gelegt.“

Frühkindliche Förderung: Der Schlüssel zu Chancengleichheit

Obwohl alle Kinder ab dem ersten Geburtstag einen Anspruch auf einen Kita-Platz haben, nehmen zugewanderte Familien dieses Recht seltener wahr. Die Gründe sind vielfältig: mangelnde Kenntnisse des deutschen Bildungssystems, Angst vor Diskriminierung, fehlende kultursensible Betreuung oder auch finanzielle Hürden.

Dabei profitieren gerade diese Kinder von der frühen Sprachförderung und der sozialen Teilhabe in der Kita. Prof. Havva Engin, Expertin für interkulturelle Bildung, erklärt: „Das möglichst frühe Erlernen einer Sprache – alltagsintegriert in der Kita – und ein chancengerechter Zugang zu Bildung fördern Integration und erleichtern den weiteren Bildungsweg.“

Der SVR begrüßt daher die Wiederaufnahme des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“, das die durchgängige Sprachbildung von der Kita bis in die Grundschule stärken soll.

Schulen brauchen Unterstützung nach Sozialindex

Auch in der Schule sollte Förderung gezielt dort ansetzen, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Schulen in sozial herausgeforderten Lagen, an denen viele Kinder aus armutsgefährdeten oder zugewanderten Familien lernen, benötigen mehr Ressourcen. Das Startchancen-Programm von Bund und Ländern sei ein wichtiger Schritt, so der SVR.

Empfohlen wird eine sozialindexbasierte Schulfinanzierung, die Mittel gerecht verteilt. Zudem müsse der Zugang zu Bildung für geflüchtete Kinder und Jugendliche beschleunigt werden. Vorbereitungsklassen könnten den Einstieg erleichtern, sollten aber nur eine Übergangslösung sein – Ziel müsse die schnelle Integration in Regelklassen sein.

Bildungschancen auch für geflüchtete Jugendliche

Geflüchtete Jugendliche, die später in das deutsche Bildungssystem einsteigen, laufen Gefahr, ohne Schulabschluss zu bleiben. Der SVR empfiehlt daher, die Berufsschulpflicht für junge Erwachsene mit Fluchtbiografie zu verlängern. So könnten sie Deutsch lernen, ihre Kompetenzen ausbauen und sich auf eine Ausbildung vorbereiten.

„Nur wer die Sprache beherrscht und Zugang zu Bildung hat, kann beruflich und gesellschaftlich teilhaben“, betont Prof. Leyendecker. Bildung sei ein Menschenrecht – unabhängig vom Aufenthaltsstatus.

Vielfalt als Chance – nicht als Herausforderung

Die kulturelle und sprachliche Vielfalt in Kitas und Schulen ist längst Alltag. Doch noch ist wenig darüber bekannt, wie effektiv viele Maßnahmen tatsächlich sind. Der SVR fordert daher, Bildungsprogramme systematisch zu evaluieren, um Ressourcen gezielt und wirksam einzusetzen.

Dazu gehören auch Empfehlungen wie:

  • Mehr Sensibilität für Diversität in der Lehrkräftebildung
  • Nutzung des Potenzials zugewanderter Pädagoginnen und Pädagogen
  • Hochwertige Brückenangebote bis zum Schuleintritt
  • Besondere Unterstützung für geflüchtete junge Frauen
  • Bessere Beratung und Begleitung im Studium

Bildung ist der Schlüssel zu Teilhabe

Frühe Förderung, faire Chancen und kulturelle Offenheit sind die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wenn alle Kinder – unabhängig von Herkunft oder Einkommen – Zugang zu guter Bildung erhalten, profitieren nicht nur sie selbst, sondern die ganze Gesellschaft.

Weitere Informationen: https://www.svr-migration.de/publikation/bildung-als-schluessel-fuer-gesellschaftliche-teilhabe/




Gute Kita-Qualität sichern: Fachkräfte stärken, Kommunen entlasten

Der Rückgang pädagogisch qualifizierter Fachkräfte gefährdet die Zukunft frühkindlicher Bildung. Eine nachhaltige Finanzierung von Bund und Ländern sowie klare Standards sind jetzt entscheidend

Die Basis für eine gute frühkindliche Bildung ist pädagogisch qualifiziertes Personal. Doch in vielen Bundesländern sinkt der Anteil an Fachkräften in den Kita-Teams weiter – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Kommunen.

Laut einer aktuellen Auswertung der Bertelsmann Stiftung ist der Anteil von Kitas mit hoher Fachkraft-Quote von 2023 zu 2024 in zehn Bundesländern gesunken. Besonders stark war der Rückgang in Bremen, im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern. Nur in fünf Ländern gab es einen leichten Anstieg, am stärksten in Sachsen.

Bereits im Ländermonitoring 2024 zeigte sich, dass die Fachkraft-Quoten seit 2017 kontinuierlich zurückgehen – ein Risiko für die internationale Vorreiterrolle des deutschen Kita-Systems.

Deutliche Unterschiede zwischen den Kommunen

Auf kommunaler Ebene treten große Gegensätze zutage:

  • Den Spitzenwert erreicht der Landkreis Sömmerda in Thüringen mit 94,3 Prozent Kitas, die eine hohe Fachkraft-Quote aufweisen.
  • Schlusslicht ist der Landkreis Augsburg in Bayern mit nur 2,3 Prozent.

Auch innerhalb einzelner Bundesländer zeigen sich extreme Unterschiede:

  • In Hessen liegt der Anteil in Hersfeld-Rotenburg bei 66,2 Prozent, in Offenbach dagegen bei 9,1 Prozent.
  • In Nordrhein-Westfalen reicht die Spannweite von 62 Prozent im Kreis Höxter bis zu 9 Prozent in Mönchengladbach.

Die vollständigen Daten zu allen Kreisen und kreisfreien Städten gibt es hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/

Kostendruck drückt die Kita-Qualität

Der Rückgang qualifizierter Fachkräfte hängt eng mit den rechtlichen Rahmenbedingungen zusammen. Immer mehr Bundesländer lassen auch Angehörige anderer Berufsgruppen – etwa Geburtshelfer:innen oder Krankengymnast:innen – in Kitas arbeiten.

„Neue Berufsgruppen für die Kitas zu gewinnen, ist grundsätzlich gut. Aber darunter darf die Professionalität nicht leiden“, warnt Anette Stein, Expertin der Bertelsmann Stiftung für frühkindliche Bildung. Der Zusammenhang zwischen Fachkraft-Quote und Qualität sei wissenschaftlich eindeutig belegt.

Dass der Fachkraft-Begriff aufgeweicht wird, sehen Expert:innen kritisch. Ursache sei vor allem der Kostendruck: Mitarbeitende mit geringerer Qualifikation sind für die Träger günstiger. Doch die Einsparungen an der Kita-Qualität bergen langfristig hohe gesellschaftliche Kosten.

Was jetzt zu tun ist: Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung

Um Kita-Qualität nachhaltig zu sichern, braucht es strukturelle Veränderungen. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt:

  • -Standards setzen: Einheitliche Definition des Fachkraft-Status in allen Bundesländern. Fachfremde Mitarbeitende sollten berufsbegleitend qualifiziert werden können.
  • Personal vorausschauend planen: In Regionen mit frei werdenden Fachkräften (z. B. durch demografischen Wandel) ist ein Absenken der Standards unnötig. Länder sollten hohe Quoten gezielt ermöglichen.
  • -Kommunen finanziell entlasten: Bund und Länder müssen dauerhaft in frühkindliche Bildung investieren. Der Kommunale Finanzreport weist auf ein Rekorddefizit hin und fordert eine Reform zur Sicherung der Kommunalfinanzen.

„Wenn wir gute Kitas für alle Kinder wollen, müssen Bund und Länder konsequent in die Qualität investieren und professionelle Standards erhalten“, betont Stein. Mit der Initiative „Es geht um jedes Kind!“ will die Bertelsmann Stiftung die Debatte verstärken.


Erzieher*in – Schlüssel zur Kita-Qualität und kindlichen Entwicklung

Die aktuelle Diskussion um Fachkräftemangel zeigt: Gute Kitas brauchen starke Erzieher*innen. Dieses Buch beleuchtet ihre zentrale Rolle für Bildung, Betreuung und Resilienzförderung – und macht deutlich, warum ihre Professionalität die Basis jeder Kita-Qualität ist.

Softcover, Format 14,8 x 21 cm, 176 Seiten
ISBN: 978-3-96304615-5
22 €

Mehr zum Buch…


Zusatzinformationen und weiterführende Inhalte

Eine hohe Fachkraft-Quote liegt vor, wenn mindestens 82,5 Prozent des pädagogischen Personals einen einschlägigen Fachschulabschluss besitzen. Die Datengrundlage stammt von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder (Stichtag: 1. März 2024).

Weitere Analysen und Inhalte:

– Gute Kitas brauchen gut ausgebildetes Personal – aber die Fachkraft-Quote sinkt vielerorts: https://www.bertelsmann-stiftung.de/
– Dramatisch hohe Krankheitsausfälle beim Kita-Personal erfordern Antwort der Politik: https://www.bertelsmann-stiftung.de/
– Regelmäßige Überlastung durch personelle Unterbesetzung: https://www.bertelsmann-stiftung.de/
– Kommunale Finanzen – Größtes Defizit in der Geschichte der Bundesrepublik: https://www.bertelsmann-stiftung.de/




Es geht um jedes Kind: Neue Initiative stärkt KiTas

Die Bertelsmann Stiftung startet eine bundesweite Initiative, die den Bildungs-, Betreuungs- und Schutzauftrag von KiTas in den Mittelpunkt stellt

Kindertageseinrichtungen übernehmen einen umfassenden gesellschaftlichen Auftrag: Sie sichern Kinderrechte, ermöglichen Beteiligung und stärken die Gemeinschaftsfähigkeit. Damit dies gelingt, müssen sich Politik und Gesellschaft auf die Stärken des bestehenden KiTa-Systems besinnen und Fachkräfte gezielt unterstützen. Genau hier setzt die neue Initiative „Es geht um jedes Kind!“ an, die im September 2025 von der Bertelsmann Stiftung gestartet wurde.

👉 Weitere Informationen

Ziele der Initiative

Die Initiative verfolgt drei übergeordnete Anliegen:

– Zugang für alle Kinder zu guter frühkindlicher Bildung
– Ganzheitliche Förderung der Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung durch KiTa-Teams
– Qualifizierte Fachkräfte mit professionellen Arbeitsbedingungen

Damit will sie nicht nur Bewusstsein schaffen, sondern auch Impulse für eine bessere Qualitätssteuerung in der Praxis geben.

Formate & Mitwirkende

Um die Debatte zu bereichern, setzt die Initiative auf verschiedene Formate:
– Wissenschaftliche Expert:innen beleuchten Widersprüche im aktuellen Diskurs und erinnern an zentrale pädagogische Erkenntnisse.
– Botschafter:innen aus Gesellschaft, Kultur, Sport und Wirtschaft setzen sich öffentlich für starke KiTas und Kinder ein.
– Im Discussion Paper „KiTa ist Bildung – und mehr“ wird deutlich, was den KiTa-Auftrag so besonders macht, wie individuelle Förderung gelingt und was professionelles Handeln im Alltag bedeutet.

👉 Zum Discussion Paper

Stimmen aus Wissenschaft und Praxis

An der Initiative wirken zahlreiche Fachleute mit, darunter Prof. Dr. Marjan Alemzadeh, Dr. Elke Alsago, Dr. Seyran Bostancı, Prof. Dr. Rahel Dreyer und Prof. Dr. Jens Kaiser-Kratzmann. Sie liefern Impulse zu Themen wie Vielfalt, Bedürfnisorientierung, Sprachförderung, Partizipation und Professionalisierung.

Online-Präsenz und Social Media

Neben der Website werden kontinuierlich Inhalte, Videos und Interviews veröffentlicht. Interessierte können die Initiative auch auf Social Media verfolgen:

– Instagram: @gute_kita
– Facebook: „Frühkindliche Bildung“
– LinkedIn: Bertelsmann Stiftung – Projekt Frühkindliche Bildung
– YouTube: Playlist „Es geht um jedes Kind!“

Einordnung im aktuellen Diskurs

Die Initiative ist Teil des Projekts „Frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann Stiftung. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels, Finanzierungsfragen und struktureller Herausforderungen liefert sie wichtige Impulse: Sie zeigt auf, warum KiTas mehr als Betreuungseinrichtungen sind – und wie sie als Orte von Bildung, Schutz und Teilhabe gestärkt werden können.

👉 Weitere Informationen

Quelle: Bertelsmann Stiftung / Initiative „Es geht um jedes Kind!“