Anschauliche Antworten und neue Fragen rund um Klima und Umwelt

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Ole Häntzschel/Matthias Stolz: Wie viel Regenwald passt auf dieses Brot?

Der Klimawandel und die Umweltzerstörung bergen enorme Veränderungen in sich.  Dabei ist nicht nur schwer abzusehen, was auf uns zukommt, sondern auch, was wir noch dagegen tun können. Und wer verändern will, muss verstehen können, was geschieht. Doch die Realität ist komplex und viele Dinge sind abstrakt.

Um beides für Kinder verständlicher zu machen, haben Ole Häntzschel und Matthias Stolz rund um die Themen Klima und Umwelt anschauliche Grafiken geschaffen und in dem Buch „Wie viel Regenwald passt auf dieses Brot?“ bereits vor einiger Zeit veröffentlicht. Dabei geht es um Themen wie „Was bringen Veränderungen im Alltag?“, „Wie viel Biomüll schafft es in den Biomüll“, „Was produziert am meisten schädliche Klimagase?“ oder eben „Wie viel Regenwald passt auf dieses Brot?“ Die Antwort lautet: „Bis zu 142 Quadratzentimeter Regenwald werden für den täglichen Frühstückstoast mit Nuss-Nougat-Creme gerodet.“ Die Antwort mag zwar stimmen, dennoch hat wohl kaum jemand eine Vorstellung von dem, was 142 Quadratzentimeter bedeuten. Deshalb übersetzen Häntzschel und Stolz diese in „etwas größer als das Toastbrot selbst“ und bilden dieses Toastbrot ab. So funktioniert es mit der Anschaulichkeit viel besser.

Mit insgesamt 50 Grafiken veranschaulichen sie Zahlen mit Bildern, zeigen Hintergründe und Zusammenhänge auf und weisen auf erstaunliche Tatsachen hin. Wie viel Umweltbelastung sich etwa einsparen lässt, wenn man gemeinsam in die Wanne steigt. Oder: Welche Möglichkeiten es gibt, Spielzeug auf vernünftigen Weg loszuwerden. Und wie viel Geld die Lebensmittel wert sind, die von Menschen weggeworfen werden.

Viele Antworten finden sich beim Durchblättern des Buches. Neue Fragen ergeben sich und über Manches ließe sich diskutieren. Schließlich sind die Prämissen vieler Schaubilder nicht bekannt. Genau so weckt das Buch das Interesse an den Themen, gibt erste Antworten und fordert zur weiteren Auseinandersetzung auf. Deshalb ist es zwar einerseits bestens dazu geeignet, sich in Ruhe mit den verschiedenen Aspekten auseinander zu setzen, andererseits aber auch eine perfekte Ergänzung im Unterricht, wenn es um Klima und Umwelt geht.

Gernot Körner

Wie viel Regenwald passt auf dieses Brot?
Erstaunliche Grafiken über Klima und Umwelt

Autor Matthias Stolz
Illustrator Ole Häntzschel
Umfang 96 Seiten
ab 10 Jahr(en)
ISBN: 978-3-7886-2242-8
19,95 €
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Auch ein Gespenst braucht Freunde und ein Zuhause

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Klaus Baumgart: Elli – Ungeheuer geheim

Das kleine Gespenstermädchen Elli ist schon seit dreieinhalb Nächten unterwegs. Ihr Spukhaus wurde abgerissen und jetzt sucht sie ein neues Zuhause. Auf einem Rummelplatz entdeckt sie eine Geisterbahn. Das gefällt ihr natürlich. Und als sie in diese hineinschwebt beginnt für sie ein spannendes Abenteuer…

Richtig, die kleine Gespenstergeschichte von Klaus Baumgart ist schon vor einigen Jahren erschienen. Jetzt wurde sie im 360 Grad Verlag neu aufgelegt und bald startet sogar der Kinofilm. Das ist gut so. Denn „Elli – Ungeheuer geheim“ ist eines von jenen Bilderbüchern, die einfach nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Ab 27. Juni im Kino. »Elli – Ungeheuer geheim«

Es ist schwer über Ein Buch von Baumgart zu schreiben, ohne seine großen Erfolge „Laura Stern“ oder „Tobi, der kleine grüne Drache“ zu erwähnen. Allzu leicht gehen seine weiteren Werke dahinter verloren. Dabei ist die Geschichte des Gespenstermädchens Elli ein sehr besonderes Buch. Zunächst sind da die liebevollen Illustrationen des Kinderbuchautors und Illustrators. Seine farbenfrohen Bilder sind in warmen Farben gestaltet. Es gelingt ihm treffend die Stimmung seiner Figuren auszudrücken und den Bezug zueinander herzustellen. Und weil ein Bilderbuch eben auch zum Betrachten einladen soll, gibt es auf vielen Abbildungen auch etliches zu entdecken. Klar, dass das Haus der Fledermaus im Gegensatz zu einem Vogelhaus auf dem Kopf stehen muss. Oder dass das Zimmergrün in einem Monsterhaus eben eine fleischfressende Pflanze ist und aus der Kuckucksuhr eben kein Kuckuck, sondern ein kleiner Geist herausspringt.

Neben all den schönen Bildern ist es aber vor allem die gelungene Geschichte, die Baumgart erzählt. Kaum einem Autor gelingt es so ausgezeichnet, so viele Themen in einem kurzen Bilderbuch aufzunehmen, ohne dabei zu überfordern. Schließlich geht es um die Suche nach einer neuen Heimat, um Freundschaft, Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Identität. Aktuelle Themen und gesellschaftliche Werte, die hier schlicht, natürlich und fast selbstverständlich eine Rolle spielen, ohne penetrant vordergründig oder gar belehrend ins Rampenlicht gerückt zu werden. So behält die Geschichte ihren Schwung, ist fröhlich und unterhaltsam. Das begeistert Kinder. Und wenn Kinder von einer Sache begeistert sind, haben sie auch Interesse, mehr darüber zu erfahren. Deshalb ist „Elli – Ungeheuer geheim“ ein bedeutendes Bilderbuch.

Am 27. Juni läuft in den Kinos der Film zum Buch an. Wir stellen hier den Trailer ein, damit sich jeder selbst ein Bild davon machen kann.

Gernot Körner

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Elli: Ungeheuer geheim
Klaus Baumgart (Autor, Illustrator)
Gebundene Ausgabe, 32 Seiten
ISBN: ‎ 978-3961855629
Lesealter‏: ‎ 4–10 Jahre, 15 Euro
360 Grad Verlag GmbH




Mehr Kindheit wagen statt sie stetig zu rauben!

Herbert Renz-Polster: MIT HERZ und KLARHEIT. Wie Erziehung heute gelingt und was eine glückliche Kindheit ausmacht

Erneut hat der Kinderarzt und renommierte Erziehungsexperte Dr. Herbert Renz-Polster ein Buch herausgegeben, das auf der einen Seite mit fundierten Aussagen zu einem kindorientierten Erziehungskompass und auf der anderen Seite mit überaus vielen Beispielen verdeutlicht, wie sich eine achtsame, partizipatorisch orientierte und zugleich respektvolle Pädagogik mit einer verantwortungsvollen und klaren Erwachsenenhaltung verbinden lässt.

Dabei befasst sich der Autor in zwölf Kapiteln mit der Bedeutung eines stabilen Lebensfundamentes, der Möglichkeit und Notwendigkeit einer innerlich verankerten Heimat, dem Gefühl einer sicher erlebten Bindung, dem Gegensatz von Entwicklungsbegleitung und Entwicklungssteuerung, dem eigenen, notwendigen Erwachsenenbewusstsein, der Frage, was eine bedürfnisorientierte Erziehung und was eine echte Autorität überhaupt ist, wie Grenzen im Umgang mit Kindern neu gedacht und umgesetzt werden können, wie eine Medienbegleitung bei Kindern aussehen sollte und schließlich warum es so wichtig ist, den Kindern ihren eigenständigen Zeitraum KINDHEIT nicht immer wieder aufs Neue zu berauben, sondern mehr Kindheit zu wagen.

Vom >guten Kern< einer kindgerechten Entwicklungsunterstützung

Renz-Polster geht mit seinen Ausführungen also der Frage nach, was denn der >gute Kern< einer kindgerechten Entwicklungsunterstützung ist, warum >Klarheit< in der Pädagogik eine so hohe Entwicklungsbedeutung für Kinder hat, was die >Geheimnisse< der kindlichen Entwicklung sind und was ein Kind braucht, um sich zu einem >Wurzelflügelwesen< zu entwickeln, damit es sein individuelles >Entwicklungshaus< errichten kann. Dabei befinden sich viele Erwachsene – Eltern ebenso wie Erzieher*innen – in der Zwickmühle zwischen >begleiten vs. steuern<. Renz-Polster schafft es, mit konkreten Beispielen diesen, auf den ersten Blick widersprüchlichen Ansatz in ein sich ergänzendes Gleichgewicht zu bringen.

Das ist besonders wichtig, weil einerseits in der heutigen Pädagogik häufig der Begriff „Achtsamkeit“ mit einer Duldung, einer Übervorsicht im Umgang mit Kindern und unklaren Sprachäußerungen verbunden ist – auch durch eine Ablehnung des Begriffes „Autorität“ – und andererseits manche Erwachsene ihrem subjektiven Verständnis von Pädagogik in der Form nachgehen, dass sie glauben, Kinder mit direktiven Anweisungen und Belehrungen steuern zu müssen. Hier führt Renz-Polster in treffsicherer Prägnanz aus, was es heißt, als „gute Autorität“ >Stärken< zu besitzen und in die Pädagogik einzubringen. Ebenso räumt der Autor auch mit dem Begriff einer >bedingungslosen Liebe< auf, indem er mit kritischen Anmerkungen der Frage nachgeht, was das letztendlich für alle Beteiligten bedeutet.

„Du kannst den anderen nur soweit bringen, wie du selbst gekommen bist“

Was zudem in diesem Buch herauszuheben ist, findet sich in den Ausführungen, sich selbst als kompetente und förderliche Entwicklungsbegleiter*in auf die Reise zum >Ich< zu begeben, denn letztlich gilt auch immer noch die Aussage des Arztpädagogen Janusz Korczak: „Du kannst den anderen nur soweit bringen, wie du selbst gekommen bist“ oder anders ausgedrückt: „Wir haben es in der Pädagogik stets mit zwei Kindern zu tun: dem Kind vor uns und dem Kind in uns.“ Schließlich werden auch Fragen des Alltags gestellt und beantwortet, etwa: „Darf ich Verbote aussprechen?“, „Darf ich mit Konsequenzen arbeiten?“, „Darf ich mich durchsetzen?“ usw. Und schließlich wendet sich Renz-Polster auch der Kita-Pädagogik mit ihren Nöten, Herausforderungen und Unzulänglichkeiten zu.

Leser*innen wissen durch den Ratgeber „Gesundheit für Kinder“, die Kolumnen im Zeit Magazin, seinen Blog www.kinder-verstehen.de und durch seine bisherigen Bücher, was sie auch von seinem neuen Buch erwarten dürfen: hilfreiche Hinweise, praktische Beispiele, aufrüttelnde Informationen und theorieuntermauerte Statements. Diese überaus lesenswerte Publikation kann sowohl Eltern als Orientierungsratgeber empfohlen werden als auch für Erzieher*innen eine hilfreiche Grundlage für spannende Elternabende sein. Ebenso sind die reichhaltigen erziehungswissenschaftlichen Hinweise gleichzeitig für Erzieher*innen ein Fundament, um die aktuelle Kita-Pädagogik einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.     

Armin Krenz

Herbert Renz-Polster
MIT HERZ und KLARHEIT
Wie Erziehung heute gelingt und was eine glückliche Kindheit ausmacht
429 Seiten
München: Piper Verlag GmbH
ISBN: 978-3-492-07247-2
22,00 €




Ein liebevolles Mutmachbuch, das die Fantasie beflügelt

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Susanna Isern und Rocio Bonilla: Was ist, wenn mich ein Wal verschluckt?

Als ein Schulausflug in den Wald bevorsteht, macht sich Noah, wie so oft, Sorgen. Viele Fragen, die mit „Was, wenn…?“ beginnen, wirbeln in seinem Kopf durcheinander. Gut, dass seine Mutter Maria seine Ängste ernst nimmt und sie mit ihm bespricht: Was wäre denn, wenn Noah von einem fallenden Baum getroffen, von einem Wal verschluckt oder auf dem Mars landen würde? Maria beschreibt ihm aufregende, fantastische Abenteuer, hilfsbereite Tiere und freundliche Wesen. Schließlich hat Noah nur noch eine Frage: „Aber was ist, wenn das alles nicht passiert?“

Dieses Bilderbuch greift witzig absurde Gedankensprünge und verrückte Ideen auf, wie sie Kinder in Noahs Alter eben manchmal haben. Dabei wird deutlich, dass Noah vor allem Angst hat, sich zu verletzen, verloren zu gehen oder nicht mehr nach Hause zu können.

Gleichzeitig ist er aber voll Abenteuerlust. Die Szenen und Erlebnisse, die Maria ihm ausmalt, machen ihm nicht nur Mut, sondern regen auch die Fantasie der Leserinnen und Leser an. Da ist es passend, dass die liebevollen Illustrationen von Rocio Bonilla gar nicht alles abbilden, wovon die kurzen Texte auf jeder Seite erzählen.

Aber es gibt auch lustige Details auf den Bildern zu entdecken, die im Text gar nicht vorkommen: die Katze, die im Rucksack feststeckt oder im Garten auf eine Schnecke trifft; die Herzchen-Unterhose, die beim Bären auf der Wäscheleine hängt oder die Zahnspange der Meerjungfrau…

Ein paar Details lassen den Illustrationsstil allerdings auch etwas befremdlich wirken: Noah und die anderen Kinder sind mit überproportional großen Augen und Köpfen und gezeichnet. Und einer der Seeräuber hat einen unglaublich langen, dicken Hals. Der Baum, auf dem der Bär sein Haus hat, ist keine Kiefer, wie es im Text heißt. Auf einer solchen ließe sich allerdings auch kein Baumhaus bauen.

Insgesamt ist „Was ist, wenn mich ein Wal verschluckt?“ ein sympathisches Bilderbuch, das Ängste von Kindern ernst nimmt und hilft, sie zu überwinden. Noah kommt schließlich zu der Erkenntnis:

„Es ist wohl besser, sich nicht so viele Gedanken über alles Schlimme zu machen. Lieber erleben, was es zu erleben gibt. Oder?“

Lena Schwarz

Deutschsprachige Erstausgabe: JUMBO Verlag 2024,
Autorin: Susanna Isern,
Illustratorin: Rocio Bonilla,
aus dem Spanischen übersetzt von: Ulrich Maske,
Umfang: 40 S.,
Maße: 240 x 300 mm,
Hardcover,
ISBN: 978-3-8337-4621-5, Preis: 17,00 €




Echte Freundschaft gibt es manchmal gleich nebenan

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Petr Horácek: Ein bester Freund für Bär

Warum sehen wir die Dinge nicht, die wir suchen? Eine Möglichkeit wäre, dass wir zwar eine konkrete Vorstellung von dem haben, was wir suchen, aber nicht verstehen, wie wir es finden können. Dabei scheidet oftmals das Offensichtliche aus.

So ergeht es den Bären in Petr Horáček Geschichte. Sehnsüchtig sucht Schwarzer Bär einen Freund. Dabei trifft er Brauner Bär und beide beschließen gemeinsam die Suche fortzusetzen. Dabei erleben sie die Freude der Gemeinsamkeit und der gegenseitigen Unterstützung.

Horáček nutzt in seinem Bilderbuch „Ein bester Freund für Bär“ ein altbekanntes Muster der Dramaturgie. Während der Zuschauer das Offensichtliche längst entdeckt hat, sucht der Protagonist lange Zeit verzweifelt danach. Man möchte brüllen, hinlaufen und das begehrte Stück dem hilflos Suchenden in die Hand drücken. Leider geht das aber nicht. So entsteht Spannung, die den Betrachter fast platzen lässt, bis das Objekt der Begierde endlich den Suchenden erreicht.

Im Fall der beiden Bären geht es ganz offensichtlich um den passenden Freund. Beide sind davon überzeugt, dass er nur schwer zu finden ist. Und so begleitet der Betrachter die beiden von Seite zu Seite auf ihrer Suche und darf sich an den schönen Wachs- und Buntstiftzeichnungen von Horáček freuen. Typisch für den tschechischen Künstler sind die farbenprächtigen, kräftigen Zeichnungen, in denen es ihm gelingt Stimmungen und Beziehungen auszudrücken.

Und so entwickelt sich das Nachdenken über die Bedeutung von Freunden und von Freundschaft bei der Beschäftigung mit der bunten Geschichte, die nur ein fröhlicher Anlass ist, ohne Antworten zu bieten. Vielleicht möchte Horáček uns sagen, dass wir das Angebotene einfach annehmen und wertschätzen sollten, statt es auf komplizierten, langen Wegen erreichen zu wollen. Und dass Freundschaft eine einfache Entscheidung für Gemeinsamkeit, Vertrauen und gegenseitiges füreinander da sein ist, ohne komplizierte Qualifikationsprozesse. Ein wunderbarer Auftakt für lange Gespräche.  

Gernot Körner

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Ein bester Freund für Bär
Petr Horácek

Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 32 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3968260419
Lesealter ‏ : ‎ 4–8 Jahre
16,00 €
Von Hacht Verlag GmbH; 1. Auflage 2024




Viel Komik und ein bisschen Grusel auf Burg Geroldseck

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Der Kinderkinofilm „Max und die wilde 7 – Die Geister-Oma“

Der zehnjährige Max hat es schwer. Er lebt in einem Seniorenheim, in dem es offenbar spukt. Seine Mitschüler mobben ihn und sein Sportlehrer wirft ihn aus der Fußballmannschaft. Hilfe bekommt er von der Seniorengruppe von Tisch sieben. Mit ihnen geht er auf Geisterjagd und versucht auch seine anderen Probleme zu lösen.

Vier Jahre nach dem ersten Kinofilm aus der Kinderkrimitrilogie „Max und die wilde 7“ ist nun der zweite mit dem Untertitel „Die Geister Oma“ angelaufen. Die Buchreihe des Ehepaars Lisa-Marie Dickmeier und Winfried Oelsner ist im Oetinger Verlag erschienen. Und weil Oelsner nicht nur Schriftsteller, sondern praktischerweise auch Regisseur ist, hat er auch Regie geführt.

Diesmal spielt Lucas Herzog den Max. Uschi Glas, Thomas Thieme und Günther Maria Halmer sind die drei wilden Alten. Es ist vor allem dieses Seniorentrio, das dem Film Witz und Charme verleiht. Die drei Vollblutschauspieler spielen ihre Rollen locker und mit jeder Menge Komik und Selbstironie. Dabei sticht vor allem Uschi Glas heraus, die eine gealterte Filmdiva spielt und mit ihrer ersten Hauptrolle als Apanatschi in einem Winnetou-Streifen kokettiert.

Grusel gibt es dafür nur weniger. Zum einen liegt die Lösung des Rätsels relativ schnell auf der Hand, zum anderen wendet sich der Film politisch korrekt und entwicklungsgerecht an Kinder ab sechs Jahren. Im Kern ist es die generationenübergreifende Freundschaft der Kinder mit den Senioren, die das Herz rührt.

Insofern sind vor allem Großeltern aufgefordert mit ihren Enkeln ins Kino zu gehen. Die drei Altstars dürften bei so manchem schöne Erinnerungen wecken.  


MAX UND DIE WILDE 7: DIE GEISTER-OMA

Ein Film von Winfried Oelsner
Regie: Winfried Oelsner
Drehbuch/Buchvorlage: Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner
Deutschland 2024 | 94 Minuten
FSK: ab 6 Jahren


Band 2 des originellen Kinderkrimis mit dem liebenswerten Helden und der urkomischen Rentner-Gang! | ab 8 Jahren

Dickreiter, Lisa-Marie/Oelsner, Winfried
Max und die wilde 7

2. Die Geister-Oma


Wir verlosen 3 x das Buch zum Film. Das Stichwort ist : Max. Das Gewinnspiel ist am 22.5.2024 abgelaufen




Kreativ, fasziniert und begeistert beim Spiel mit den Steckbausteinen

Das Steckspiel von Sonos überzeugt im Kindergartentest

Staunend schauen die Kinder auf die Steckbausteine, die ihre Erzieherin auf den Teppich zwischen ihnen gekippt hat. „Oh, wie cool! Ein Rad! Ich bau mir einen coolen Jeep“, ruft eines der Kinder begeistert. Schon beginnen die ersten zu bauen, während andere die blauen, grauen, gelben und roten Elemente erst einmal sortieren.

An diesem Tag dürfen die Kinder zum ersten Mal die Sonos-Steckbausteine ausprobieren. Die Gruppe des Kindergartens besteht aus vier- bis siebenjährigen Mädchen und Jungen.

Da klopft der sechsjährige Elias (alle Namen von der Redaktion geändert) aufgeregt an die Scheibe. Nachdem er zuerst nicht mitspielen wollte, hat er beim Anblick der bunten Bausteine auf dem Teppich seine Meinung geändert.

„Also, das ist nichts für Dreijährige“, meint Emilia. „Das ist echt schwierig“. Die fünfjährige probiert eben, ein Rad zu befestigen. Da legt die Erzieherin Karten mit Bauideen auf den Boden. Beim Durchblättern steigt die Begeisterung. „Ui, ein Tieflader“, ereifert sich Matteo. „Cool“, ruft ein anderer. „Ich mache lieber etwas aus der Fantasie“, meint ein anderes Kind.

Obwohl es das Sonos Steckspielzeug schon seit über 45 Jahren gibt, kannten es weder Kinder noch Erzieherin vorher. Am Anfang scheint es gar nicht so leicht, die blauen Stäbchen mit den grauen Würfeln zu verbinden. Doch schon nach rund 15 bis 20 Minuten sind alle vollauf mit dem Tüfteln und Bauen beschäftigt. In entspannter und konzentrierter Atmosphäre entstehen verschiedene Fahrzeuge und ein hübsches kleines Haus. Dabei ist es auffällig ruhig in der Gruppe.

Im Jahr 1976 haben der Schweizer Erfinder Hermann Eduard Müller und zwei weitere Entwickler Sonos erfunden. Die Bausteine bestehen aus ABS-Kunststoff und werden seit 2003 ausschließlich im schweizerischen Ibach produziert. Das Prinzip besteht darin, kurze, mittlere und längere Balken auf Würfelverbinder zu stecken. Sie halten durch die spezielle, patentierte Form exakt zusammen und lassen sich genauso leicht wieder voneinander trennen. Dabei ist neben Kreativität auch einiges an Auge-Hand-Koordination gefordert. Deshalb empfiehlt der Hersteller Sonos für Kinder ab vier Jahren.

Die Vierjährigen und auch die älteren Kindergartenkinder sind mit Feuereifer bei der Sache. Erst nach gut einer Stunde möchte der vierjährige Leon aufhören und verlässt den Raum. Nach über zwei Stunden beginnen dann auch die anderen Kinder der Gruppe gemeinsam mit der Erzieherin aufzuräumen. Auch das macht Spaß, wenn die Bausteine in die Kiste zurückklackern. Gerne würden sie später weiter damit spielen. Aber jetzt geht es erst mal zum Mittagessen…

Erzieherin und Leitung zeigten sich vor allem davon angetan , wie lange die Kinder mit den Steckbausteinen gespielt haben und wie groß ihre Anstrengungsbereitschaft dabei war. Eine Beobachtung, die etwa auch Dr. Esther Henschen teilt. Nach ihrer Auseinandersetzung mit verschiedenen Konstruktionspielzeugen am Institut für Mathematik und Informatik an der PH Ludwigsburg stellt die Pädagogin bezüglich Sonos fest: „Ich war sehr beeindruckt, wie lange und ausdauernd die Kinder sich mit diesem Material beschäftigten und wie sie sich dabei ausgetauscht haben.“

In den beiden Stunden in unserem Test konnten die Mädchen und Jungen entweder völlig frei oder nach mitgelieferten Baubeispielen vorgehen. Der Hersteller wirbt mit dem Spruch: Sonos – ein zeitloses Steckspiel mit 1000 Möglichkeiten. Tatsächlich ist der Variantenreichtum enorm groß. So sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Je nach Entwicklungsstand und Erfahrung mit dem Spielzeug, lässt sich von ganz einfachen Dingen bis zu hochkomplexen Gebilden alles Mögliche gestalten. So wächst Sonos mit den Ansprüchen und den Kindern einfach mit.

Die Steckbausteine sind robust und überdauern sicher viele Jahre. Da es nicht ganz einfach ist, die verschiedenen Elemente miteinander zu verbinden, unterstützt das Spiel die Auge-Hand-Koordination. Planerisches Vorgehen und räumliches Vorstellungsvermögen sind ebenso gefragt.

Ein großes Plus gibt es für Sonos, weil der Hersteller auch Einzelteile schnell nachliefert. Ein weiteres gibt es dafür, dass er keine detaillierten Bauanleitungen liefert, sondern lediglich Beispiele. So bleibt genügend Raum für Kreativität. Dabei hätten sich die Erzieherinnen auch ein paar einfachere Konstruktionen für die kleineren Kinder gewünscht. Diese will Sonos nun in ein paar Wochen nachliefern. Das Wichtigste ist jedoch, dass das Spiel den Kindern viel Freude gemacht hat und sie es auch gerne kaufen würden, wenn sie es nicht schon hätten. Erweiterungen gibt es jedoch viele.

Aus den Erfahrungen heraus, die wir mit dem Spielzeug gesammelt haben, können wir es uneingeschränkt zur Anschaffung empfehlen.

Gernot Körner

Kontakt zu Sonos

Sonos Vertrieb Redel arbeitet seit vielen Jahren sehr eng und vertrauensvoll mit dem Hersteller in Ibach, Schweiz zusammen (https://sonos-kids.com/ueber-sonos/). Von Deutschland aus werden die Kindergarten-Produkte von Sonos nach ganz Europa versendet. Sonos gibt es ausschließlich im Online-Shop. Dabei hat sich viel Wissen angesammelt und die Freude für Sonos Steckbausteine arbeiten zu dürfen wächst immer noch jedes Jahr.  Die Mitarbeiter aus den Kitas und Nachschulbetreuungen werden bei Bedarf gerne am Telefon beraten. Auch wenn Sie Fragen, Ideen oder Verbesserungsvorschläge haben, freut sich Sonos über Ihre Kontaktaufnahme:

Telefon: 040 5267 7988
Fax: 040 556 043 46
E-Mail: kundendienst@sonos-kids.com
Weitere Infos unter: https://sonos-kids.com/kita-hort-grundschule/




Ein charmantes Bilderbuch über das Glück der Freundschaft

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Roel Seidell: Der Glücksstab

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Bär hat schlechte Laune, aber Maus kann ihn aufheitern: Sie leiht ihm einen Stab, der glücklich macht. Klar, dass die anderen Tiere in der Stadt auch solche Glücksstäbe haben wollen. Aber die Stöckchen, die der schlaue Fuchs ihnen verkauft, scheinen nicht zu wirken. Also wird beschlossen, dass der Glücksstab für die Allgemeinheit ins Museum kommt. Bär ist wieder traurig – was soll er jetzt zu Maus sagen?

Ob listiger Fuchs, mürrischer Ziegenbock oder das Schaf als steife Bürgermeisterin – die Tiere in diesem Bilderbuch sind sehr charakterstark gezeichnet. Besonders die Hauptfiguren, die sorglose Maus und der brummige Bär haben großen Charme. Leicht lassen sich in allen Tieren menschliche Persönlichkeiten erkennen. Sie gehen aufrecht auf zwei Beinen und tragen Kleidungsstücke. Roel Seidell gelingt es ausgezeichnet, auf den Tiergesichtern Entrüstung, Begeisterung, schlechte Laune oder Zufriedenheit auszudrücken. Und wenn der große Bär und die klitzekleine Maus am Ende auf einer ganzen Doppelseite Tränen lachen, müssen wir einfach mitlachen. Hier wird der bisher weiß-grau bis braun gehaltene Hintergrund nun auch ein fröhliches Gelb.

„Der Glücksstab“ ist ein Buch über die Kraft der Gedanken und die Macht von freundlichen Gesten. Die Psychologie würde vom Placeboeffekt sprechen. Dabei regt die Geschichte große philosophische und ethische Fragen an: (Wann) ist es in Ordnung, jemanden anzuschwindeln? Was ist Betrug? Wem gehört das Glück? Kann man es besitzen oder teilen? Ist Glück käuflich?

So legt Seidell der Bürgermeisterin der Tiere folgende Worte in den Mund:

„Fuchs hat Recht. Glück sollte man nicht für sich behalten. Man muss es teilen. Darum nehme ich diesen Stab im Namen der Stadt an mich. Wir stellen ihn im Museum für Besondere Dinge aus. Dann können alle, die Eintritt zahlen, etwas von dem Glück abbekommen, das dieser Stab bringt.“

Am Ende schließt sich die Geschichte zu einem Kreis. Mit einer freundlichen Geste kann nun der Bär selbst jemanden aufheitern: Den mürrischen Esel, der dann auf dem Nachsatz mit dem vermeintlichen Lachsteinchen glücklich aus dem Buch herausspaziert…

Insgesamt ein sehr schönes Bilderbuch, das zum Nachdenken anregt und gute Laune macht!

Lena Schwarz

Roel Seidell
Der Glücksstab
aus dem Niederländischen übersetzt von: Inga Reuters
Hardcover, 32 Seiten, 215 x 280 mm
ISBN: 978-3-8337-4772-4, Preis: 17,00€