Online-Fortbildungen 2026: Pädagogik und Erziehung praxisnah vermittelt

Die BildungsBeratung Ankum lädt im Januar zu drei Online-Seminaren mit renommierten Expertinnen und Experten ein – zu Themen rund um Verhalten, Gefühle und Erziehung im pädagogischen Alltag

Das Fortbildungsinstitut, BildungsBeratung Ankum, bietet eine Reihe praxisnaher Online-Fortbildungen an, die aktuelle Themen aus Pädagogik, Erziehung und Kindheitsforschung aufgreifen. Die Seminare richten sich an Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und alle pädagogischen Fachkräfte aus der Jugendarbeit und weiteren Bereichen.

Alle Veranstaltungen finden online statt und können bequem von zuhause aus besucht werden. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung über die Website der BildungsBeratung Ankum.

👉 Alle aktuellen Veranstaltungen unter: www.bb-ankum.de/veranstaltungen

14. Januar 2026

Herausforderung: Verhaltensauffälligkeit
mit Prof. Dr. Maywald
Wie können Fachkräfte mit herausforderndem Verhalten von Kindern und Jugendlichen sensibel und professionell umgehen? Prof. Dr. Maywald vermittelt praxisnahe Ansätze, um Auffälligkeiten früh zu erkennen und angemessen zu begleiten.
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21. Januar 2026

Kinder und ihre starken Gefühle
mit Dr. Jan-Uwe Rogge
Bekannt für seine humorvollen und tiefsinnigen Vorträge zeigt Dr. Rogge Wege, wie Kinder lernen können, mit Wut, Angst und Traurigkeit umzugehen – und wie Erwachsene sie dabei liebevoll unterstützen.
📄 Zur Kursinformation

29. Januar 2026 von 17 bis 20 Uhr

Klassische Erziehungsfallen – und wie man sie vermeidet
mit Dipl.-Päd. Thomas Rupf
Wie gelingt es, Kinder wertschätzend zu begleiten, ohne in alte Erziehungsmuster zu verfallen? Thomas Rupf gibt praxisorientierte Impulse, um Konflikte gelassener zu meistern und den Familienalltag zu entlasten.
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Anmeldung und weitere Informationen

Alle Seminare werden online durchgeführt.
Anmeldungen sind über die Website der BildungsBeratung Ankum möglich:
👉 www.BB-Ankum.de




Bildschirmzeit im Kleinkindalter erhöht später das Angst-Risiko

Eine große Längsschnittstudie zeigt, wie frühe Mediennutzung die Gehirnentwicklung beeinflusst – und welche Folgen das für Entscheidungsfähigkeit und psychische Gesundheit von Kindern haben kann

Wie viel Bildschirmzeit ist für kleine Kinder unproblematisch? Eine aktuelle neurowissenschaftliche Längsschnittstudie aus Singapur liefert dazu neue Hinweise: Eigentlich sollten kleine Kinder überhaupt nicht vor einem Bildschirm sitzen. Doch je mehr Zeit sie bereits im Kleinkindalter vor Bildschirmen verbringen, desto höher ist ihr Risiko, später Ängste zu entwickeln. Der Zusammenhang ist dabei nicht nur statistisch, sondern neurobiologisch erklärbar.

Die Forschenden untersuchten 168 Kinder aus der bekannten GUSTO-Geburtskohorte über mehr als zehn Jahre hinweg — von der frühen Kindheit bis ins Jugendalter. Dabei kombinierten sie Elternbefragungen zur Bildschirmzeit mit wiederholten MRT-Untersuchungen des Gehirns, kognitiven Tests und Fragebögen zur psychischen Gesundheit.

Analyse verschiedener Entwicklungsstufen

Die Studie analysierte folgende Entwicklungsstufen:

• Bildschirmzeit im Alter von 1–2 Jahren, erfasst durch Elternfragebögen
• Gehirnentwicklung im Alter von 4,5 bis 7,5 Jahren, gemessen mit moderner diffusionsbasierter Magnetresonanztomographie
• Entscheidungsverhalten mit 8,5 Jahren (Cambridge Gambling Task) und
• Angstsymptome mit 13 Jahren (MASC-Fragebogen)

Besonders betrachtet wurde dabei, wie sich die Vernetzung zwischen visuellen Hirnarealen und dem sogenannten kognitiven Kontrollnetzwerk entwickelt — also jener Hirnstruktur, die unter anderem Aufmerksamkeit, Selbststeuerung und bewusste Entscheidungen ermöglicht.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Die wichtigsten Befunde lassen sich wie folgt zusammenfassen:

• Bildschirmzeit im Kleinkindalter beschleunigt die Reifung bestimmter Hirnnetzwerke.
Diese „beschleunigte Reifung“ klingt zunächst positiv, bedeutet aber in diesem Fall eine zu frühe funktionale Spezialisierung — zulasten der flexiblen Vernetzung im Gehirn.

• Diese veränderte Hirnentwicklung führt zu langsameren Entscheidungsprozessen im Schulalter.
Die betroffenen Kinder brauchten im Durchschnitt länger, um Entscheidungen zu treffen, obwohl sie nicht schlechter entschieden.

• Langsame Entscheidungsfindung war wiederum mit mehr Angstsymptomen im Jugendalter verbunden.

Erstmals konnte damit ein durchgängiger Entwicklungsweg gezeigt werden:
Frühe Bildschirmzeit → veränderte Gehirnreifung → verändertes Entscheidungsverhalten → mehr Angst im Jugendalter.


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Blickkontakt und Bindung formen das Gehirn

Dr. Walter Hultzsch erklärt, wie Nähe, Blickkontakt und feine Signale die Entwicklung von Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Persönlichkeit von Säuglingen fördern. Sein Buch verbindet neurowissenschaftliches Wissen mit alltagstauglicher Orientierung für Eltern, Großeltern, Paten und pädagogische Fachkräfte, die Babys in den ersten Lebensjahren achtsam begleiten wollen.

Dr. Walter Hultzsch
Hey Mama, schau mir in die Augen – und sprich mit mir – Bindung, Blickkontakt & frühe Kommunikation – wie sie das Gehirn deines Babys formen
120 Seiten, ISBN: 9783963040726, 20 €
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Keine Bildschirmzeit im Kleinkindalter!

Letztlich sind diese Ergebnisse ein weiterer Beleg dafür, wie schädlich Bildschirmzeit im Baby- und Kleinkindalter ist. So haben wir erst vor knapp einem Monat über die Ergebnisse der Adolescent Brain Cognitive Development Study (ABCD-Studie) berichtet, in der die Gesundheitsrisiken eines frühen Smartphone-Besitzes festgestellt wurden.

Die ersten Lebensjahre sind eine Phase extrem hoher Plastizität des Gehirns. In dieser Zeit wird nicht nur Wissen aufgebaut, sondern vor allem die Grundarchitektur des Denkens, Fühlens und Handelns geformt.

Die aktuelle Studie zeigt, dass intensive visuelle Reize durch Bildschirme:

• die sensorische Verarbeitung verändern,
• die Balance zwischen Wahrnehmung, Emotion und Kontrolle verschieben und
• dadurch langfristig die emotionale Selbstregulation beeinträchtigen können.

Gerade Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Belastungen im Jugendalter — mit erheblichen Folgen für Lernen, soziale Entwicklung und Lebensqualität.

Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen, dass es nicht um eine Verteufelung von Medien geht, sondern um sensible Entwicklungsfenster. Besonders das Baby- und Kleinkindalter sei eine Phase, in der reale Sinneserfahrungen, Bewegung, Beziehung und Spiel nicht durch Bildschirmzeit verdrängt werden sollten.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt weiterhin:

• unter 2 Jahren: keine Bildschirmzeit,
• 2–5 Jahre: maximal eine Stunde täglich, möglichst begleitet, wobei die Stunde eher für die Fünfjährigen und deutlich weniger für die Zweijährigen gilt.

Neue neurobiologische Gründe für den Hirnentwicklungsschutz

Die neue Studie liefert nun weitere neurobiologische Gründe, diese Empfehlungen äußerst ernst zu nehmen.

Diese Forschung zeigt eindrücklich: Frühe Mediennutzung wirkt tiefer und langfristiger, als wir lange angenommen haben. Bildschirmzeit im Baby- und Kleinkindalter beeinflusst nicht nur Verhalten, sondern die Struktur und Vernetzung des Gehirns — mit möglichen Folgen bis in die Pubertät.

Für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Bildungspolitik bedeutet das: Frühkindliche Bildung ist immer auch Hirnentwicklungsschutz.

Mehr zur Studie finden Sie hier.

Gernot Körner




Hähnchenfleisch im Test: Keime in mehr als jedem zweiten Produkt

Öko-Test findet antibiotikaresistente Keime in vielen Hähnchen – was es jetzt zu beachten gilt

Hähnchenfleisch gehört in vielen Familien regelmäßig auf den Tisch. Umso beunruhigender sind die aktuellen Ergebnisse von Öko-Test: In einer Laboruntersuchung wurden 23 Hähnchenbrustfilets auf antibiotikaresistente Keime geprüft — mit einem alarmierenden Ergebnis. 14 der 23 Produkte fielen durch, weil sie entsprechend belastet waren.

Getestet wurden sowohl konventionelle als auch Bio-Hähnchen. Sieben Bio-Produkte und sieben Produkte aus konventioneller Haltung bewertete Öko-Test als „bedenklich“. Akut gesundheitsgefährdend ist der Verzehr nicht, dennoch stellen antibiotikaresistente Keime ein großes gesellschaftliches Risiko dar: Sie können dazu führen, dass Infektionen beim Menschen künftig immer schlechter behandelbar werden.

Warum sind antibiotikaresistente Keime so problematisch?

Antibiotikaresistenzen gelten weltweit als eine der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Wenn Bakterien unempfindlich gegenüber Antibiotika werden, verlieren wichtige Medikamente ihre Wirkung — selbst bei eigentlich gut behandelbaren Erkrankungen.

Die Geflügelfleischindustrie spielt dabei eine zentrale Rolle. In der Massentierhaltung werden Antibiotika häufig eingesetzt, um Krankheiten in großen Tierbeständen in Schach zu halten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab es 2024 keinen Rückgang des Antibiotikaeinsatzes in irgendeiner Wirkstoffklasse — trotz gesetzlicher Vorgaben zur Reduzierung.

Warum sind auch Bio-Hähnchen betroffen?

Auch Bio-Hähnchen waren im Test nicht frei von belasteten Keimen. Ein möglicher Grund ist die sogenannte Kreuzkontamination in Schlachthöfen, in denen Tiere aus unterschiedlichen Haltungsformen verarbeitet werden. So können Keime von konventionellen auf Bio-Produkte übertragen werden — selbst wenn die Tiere selbst weniger Antibiotika erhalten haben.

Was bedeutet das für Familien?

Belastetes Fleisch in der Küche ist kein Grund zur Panik — aber ein Anlass zu besonderer Sorgfalt. Gelangen resistente Keime über mangelnde Küchenhygiene auf Hände, Arbeitsflächen oder andere Lebensmittel, können sie sich weiterverbreiten und im schlimmsten Fall Infektionen auslösen.

Tipps für den sicheren Umgang mit Hähnchenfleisch im Familienalltag

Damit Keime keine Chance haben, empfiehlt ÖKO-TEST — und auch die Lebensmittelhygiene allgemein — folgende Regeln:

  • Kühl lagern: Hähnchenfleisch möglichst schnell nach dem Einkauf in den Kühlschrank legen (unter 4 °C).
  • Nicht abwaschen: Abspülen verteilt Keime nur über Spritzwasser in der Küche.
  • Strikt trennen: Rohes Geflügel immer getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und verarbeiten.
  • Eigene Bretter & Messer: Möglichst separate Küchenutensilien für rohes Fleisch verwenden.
  • Gründlich durchgaren: Hähnchen immer vollständig durchbraten — innen dürfen keine rosa Stellen bleiben.
  • Hände waschen: Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch Hände gründlich mit Seife waschen.
  • Arbeitsflächen reinigen: Alle Flächen und Utensilien danach heiß abwaschen.

Was fordert Öko-Test?

Die Verbraucherschützer fordern eine deutliche Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Geflügelmast sowie bessere Hygienestandards in Schlachthöfen. Nur so lasse sich langfristig verhindern, dass antibiotikaresistente Keime weiter in Umwelt und Lebensmittelkette gelangen.

Weitere Details zum Test finden sich in der Januarausgabe des Öko-Test-Magazins sowie auf der Website des Verbraucherportals.




Zwei Wege zum Stern: Bibel und Legende der Weisen aus dem Morgenland

Warum wir die biblische Erzählung und die Legende von Caspar, Melchior und Balthasar nebeneinanderstellen – und was Kinder daraus lernen können.

In der Bibel wird erzählt, dass Weise aus dem Morgenland einem besonderen Stern folgten und nach Bethlehem kamen. Ihre Namen werden nicht genannt, und vieles bleibt offen. Diese Erzählung ist knapp und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Viele Jahrhunderte später begannen Menschen, diese Geschichte weiterzudenken. Sie stellten sich vor, wer diese Weisen gewesen sein könnten, woher sie kamen und was sie auf ihrem Weg erlebt hatten. So entstand eine zweite Erzählung – eine Legende. In ihr bekamen die Weisen Namen, eine Herkunft und eine gemeinsame Geschichte. Man nannte sie Caspar, Melchior und Balthasar und sprach von ihnen als Königen.

Die erste Geschichte ist eine biblische Überlieferung. Die zweite ist eine gewachsene Legende, die den Glauben, die Fantasie und die Erfahrungen vieler Generationen widerspiegelt. Beide Geschichten erzählen vom Suchen, vom Mut zum Aufbruch und davon, dass Licht selbst in dunklen Zeiten den Weg zeigen kann.

Die Weisen aus dem Morgenland

Einige Zeit nach der Geburt Jesu geschah etwas, das weit über Bethlehem hinaus Beachtung fand.

In einem fernen Land lebten Männer, die den Himmel aufmerksam beobachteten. Sie kannten die Sterne, ihre Bewegungen und ihre Zeichen. Wenn sich am Himmel etwas veränderte, glaubten sie, dass auch auf der Erde etwas Wichtiges geschah.

Eines Nachts blieb einer von ihnen stehen und sagte leise: „Seht dort. Dieser Stern war gestern noch nicht da.“

Die anderen blickten hinauf. Ein neuer Stern leuchtete hell am Himmel. „Er ist anders als die anderen“, sagte einer. „Er kündigt etwas an“, meinte ein anderer.

Nach langem Nachdenken kamen sie zu dem Schluss: Ein besonderer König musste geboren worden sein. „Wir sollten ihn suchen“, sagte der Älteste.

„Auch wenn wir nicht wissen, wohin der Weg uns führt“, antwortete ein anderer. Sie machten sich auf den Weg und folgten dem Stern. Ihre Reise führte sie schließlich nach Jerusalem. Dort fragten sie die Menschen:

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, um ihn zu ehren.“

Diese Worte erreichten auch König Herodes. Er ließ die Weisen zu sich rufen und sprach freundlich zu ihnen: „Sucht das Kind und sagt mir Bescheid, wenn ihr es gefunden habt. Auch ich möchte hingehen und dem Kind huldigen.“

Doch seine Worte waren nicht ehrlich.

Als die Weisen Jerusalem verließen, erschien der Stern wieder. Er führte sie nach Bethlehem und blieb über einem Haus stehen. Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind. Sie knieten nieder und brachten ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In der Nacht hatten sie einen Traum. Darin wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren. „Wir müssen einen anderen Weg nehmen“, sagten sie zueinander.

So kehrten sie heim – verändert durch das, was sie gesehen hatten.

Die heiligen drei Könige: Caspar, Melchior und Balthasar

Viele Jahre später erzählten sich die Menschen diese Geschichte weiter. Dabei entstand die Legende von drei Königen: Caspar, Melchior und Balthasar.

Es heißt, dass sie sich kannten, weil sie sich mit den Sternen beschäftigten. Sie lebten in verschiedenen Ländern, doch sie standen miteinander in Verbindung und tauschten ihr Wissen aus.

Eines Nachts entdeckte jeder von ihnen denselben neuen Stern am Himmel. Caspar sagte: „So hell hat noch nie ein Stern geleuchtet.“ Melchior erwiderte: „Er erscheint nicht zufällig.“ Balthasar fügte hinzu: „Vielleicht ruft er uns.“

Sie verabredeten sich, diesem Zeichen zu folgen, und trafen sich nach langer Reise. Dort entschieden sie gemeinsam: „Wir gehen los. Wir wollen sehen, wohin uns dieses Licht führt.“

Sie packten Geschenke ein, die einem König würdig waren: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ihre Reise führte sie zuerst nach Jerusalem zum Palast von König Herodes. „Wir suchen einen neugeborenen König“, sagten sie offen. „Ein Stern hat uns zu ihm geführt.“

Herodes erschrak, verbarg seine Angst jedoch hinter freundlichen Worten: „Geht und sucht das Kind. Wenn ihr es gefunden habt, kommt zurück und sagt mir Bescheid. Auch ich möchte hingehen und dem Kind huldigen.“

Als sie den Palast verließen, sagte Balthasar leise: „Seine Worte klingen freundlich, aber sie sind nicht wahr.“

Der Stern erschien wieder und führte sie nach Bethlehem. Dort fanden sie Maria, Josef und das Kind. Sie knieten nieder und überreichten ihre Geschenke.

In der Nacht hatten auch sie einen Traum. Darin wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren.

„Wenn wir zurückgehen, bringen wir das Kind in Gefahr“, sagte Melchior. „Dann nehmen wir einen anderen Weg“, antwortete Caspar.

So machten sie sich auf einem anderen Weg auf den Heimweg.

Über Suchen, Vertrauen, Gefahr und Verantwortung

Diese beiden Geschichten helfen Kindern, über Suchen, Vertrauen, Gefahr und Verantwortung nachzudenken.

Gesprächsimpulse:

Warum folgen die Weisen dem Stern?
Woran merkt man, dass Herodes nicht ehrlich ist?
Warum ist es wichtig, das Kind zu schützen?

Diese Geschichten erzählen davon, dass Hoffnung manchmal klein beginnt und dennoch stark ist.




Abnehmen in Kindheit und Jugend schützt das Herz ein Leben lang

Eine große schwedische Langzeitstudie zeigt: Normalisiert sich das Gewicht bis zum jungen Erwachsenenalter, ist das spätere Risiko für koronare Herzkrankheit nicht erhöht

Eine neue internationale Studie aus Schweden belegt: Kinder, die zeitweise übergewichtig sind, aber bis zum jungen Erwachsenenalter wieder Normalgewicht erreichen, tragen kein erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen im Erwachsenenalter. Entscheidend ist also nicht, ob ein Kind einmal zu schwer war – sondern ob es gelingt, das Gewicht rechtzeitig zu normalisieren.

Die Untersuchung wurde in JAMA Pediatrics veröffentlicht und basiert auf den Gesundheitsdaten von mehr als 100.000 Menschen, die von der Kindheit bis ins mittlere Erwachsenenalter begleitet wurden.

Früh abnehmen – langfristig gesund bleiben

Die Forschenden verfolgten Kinder mit unterschiedlichen Gewichtsentwicklungen:

  • normalgewichtig in Kindheit und Jugend
  • übergewichtig in der Kindheit, später normalgewichtig
  • normalgewichtig in der Kindheit, später übergewichtig
  • durchgehend übergewichtig

Das zentrale Ergebnis:
👉 Kinder, die in der Kindheit übergewichtig waren, dieses Übergewicht aber bis zum jungen Erwachsenenalter wieder verloren, hatten später kein höheres Risiko für koronare Herzerkrankungen als Menschen, die immer normalgewichtig waren.

Das bedeutet: Der Körper kann sich erholen. Gesundheitsrisiken sind nicht „festgeschrieben“.

Kritisch ist vor allem eine Gewichtszunahme in der Pubertät

Besonders auffällig war ein anderer Befund:
Menschen, die erst während der Pubertät deutlich zunahmen, hatten später sogar ein höheres Herzrisiko als jene, die schon als Kinder übergewichtig waren.

Die Pubertät scheint also eine besonders sensible Phase für die langfristige Stoffwechsel- und Herzgesundheit zu sein. Schnelle Gewichtszunahmen in dieser Zeit wirken sich offenbar stärker auf die späteren Gefäße aus als ein früheres, aber wieder rückläufiges Übergewicht.

Was heißt das für Eltern, Kitas, Schulen und Politik?

Die Studie vermittelt eine ermutigende, entlastende und zugleich handlungsorientierte Botschaft:

  • Übergewicht in der Kindheit ist kein gesundheitliches Schicksal.
  • Entscheidend ist, dass Kinder rechtzeitig Unterstützung bekommen, um wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu finden.
  • Prävention und Begleitung wirken – und sie lohnen sich langfristig.

Für die Praxis bedeutet das:

  • weniger Stigmatisierung,
  • mehr frühe, wertschätzende Unterstützung,
  • mehr gesundheitsförderliche Alltagsbedingungen (Bewegung, Ernährung, Stressreduktion),
  • und eine stärkere Aufmerksamkeit für die Pubertät als sensible Entwicklungsphase.

Eine klare Botschaft: Es ist nie „zu spät“ – aber früh ist besser

Die Forschenden betonen ausdrücklich:
Wer es schafft, Übergewicht bis zum jungen Erwachsenenalter abzubauen, hat die gleichen Chancen auf ein gesundes Herz wie Menschen ohne frühere Gewichtsprobleme.

Damit wird ein verbreitetes Gefühl relativiert, das viele Eltern und Betroffene kennen: „Jetzt ist es ohnehin schon zu spät.“
Diese Studie zeigt: Nein – ist es nicht.

Diese Forschung liefert ein wichtiges Gegengewicht zu alarmistischen Debatten:
Sie zeigt nicht nur Risiken, sondern vor allem Möglichkeiten.

Kinder sind entwicklungsfähig – körperlich wie seelisch. Und wenn Gesellschaft, Familie und Bildungseinrichtungen günstige Rahmenbedingungen schaffen, kann sich Gesundheit nicht nur erhalten, sondern auch wiederherstellen.

Quelle:

Ohlsson C. et al. (2025). Change in Weight Status From Childhood to Young Adulthood and Risk of Adult Coronary Heart Disease. JAMA Pediatrics. doi:10.1001/jamapediatrics.2025.4950




2026 muss zum Jahr der Kinderrechte nicht nur in Deutschland werden

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert Politik und Gesellschaft auf, Kinderrechte endlich konsequent umzusetzen – in Gesetzgebung, Verwaltung, Bildung und Alltag

Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Staat und Zivilgesellschaft dazu auf, das Jahr 2026 gezielt unter das Zeichen der Kinderrechte zu stellen. Anlass ist unter anderem der aktuelle Kinderrechte-Index, der deutlich macht: Die UN-Kinderrechtskonvention wird in Deutschland nach wie vor nur unzureichend umgesetzt.

„Das Kindeswohl wird in Politik, Verwaltung und Rechtsprechung noch immer nicht ausreichend berücksichtigt“, betont DKH-Präsident Thomas Krüger.

Mehr als 36 Jahre nach Verabschiedung der Konvention seien die Rechte von Kindern zwar anerkannt – aber noch längst nicht durchgängig handlungsleitend.

Kinder als eigenständige Persönlichkeiten ernst nehmen

Zentral für das Deutsche Kinderhilfswerk ist die Sicht auf Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten:

  • Recht auf Schutz
  • Recht auf Förderung und Entwicklung
  • Recht auf Beteiligung
  • Recht auf Gehör in allen sie betreffenden Angelegenheiten

Kinder müssten nicht nur geschützt, sondern aktiv beteiligt werden — in Familie, Schule, Kommune und Gesellschaft. Beteiligung sei kein „Nice-to-have“, sondern ein Kern demokratischer Bildung.

„Demokratie zu lernen heißt, Demokratie zu erleben — auch und gerade für Kinder“, so Krüger.

Bildungsbenachteiligung bleibt strukturelles Problem

Besonders kritisch sieht das Deutsche Kinderhilfswerk die weiterhin großen Bildungsungleichheiten. Kinder aus armutsbetroffenen Familien hätten nach wie vor deutlich schlechtere Bildungs- und Teilhabechancen.

Trotz jahrelanger Debatten seien hier kaum substanzielle Fortschritte erzielt worden — mit langfristigen Folgen für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit.

Kinderrechte gehören ins Grundgesetz

Ein zentrales politisches Ziel bleibt die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Diese sollen dort als eigenständige Rechte verankert werden — ergänzend zu den Elternrechten und klar gegenüber dem Staat gerichtet.

Gefordert wird:

  • ein eigener Passus zu Kinderrechten im Grundgesetz
  • Vorrang des Kindeswohls bei staatlichen Entscheidungen
  • breite parteiübergreifende Unterstützung
  • Einbindung der Zivilgesellschaft in das Gesetzgebungsverfahren

„Kinderrechte brauchen eine starke rechtliche Grundlage — und eine breite gesellschaftliche Allianz“, so Krüger.

2026 als Signaljahr für Kinder und ihre Rechte

Mit dem Aufruf, 2026 zum „Jahr der Kinderrechte“ zu machen, verbindet das Deutsche Kinderhilfswerk die Hoffnung auf:

  • mehr öffentliche Aufmerksamkeit für Kinderrechte
  • verbindlichere politische Entscheidungen
  • stärkere Beteiligung von Kindern an gesellschaftlichen Prozessen
  • langfristige strukturelle Verbesserungen für Kinder und Familien

Kinder seien nicht nur die Zukunft der Gesellschaft — sondern vor allem ihre Gegenwart.




Die Weihnachtsgeschichte für Kinder erzählt

Die Geschichte von der Geburt von Jesus in Anlehnung an die Bibel erzählt

Die Geschichte von der Geburt Jesu Christi Kindern zu erzählen, ist gar nicht einfach. Da ist von fremden Ländern die Rede, von Engeln, einem Kaiser sowie von Schwangerschaft und Geburt. Schließlich ist vieles auch in einer altertümlichen Sprache verfasst. Und wer ist eigentlich Jesus?

Kinder haben jedoch ein großes Interesse daran zu erfahren, was an Weihnachten gefeiert wird. Die untenstehende Geschichte soll Ihnen helfen, die Weihnachtsgeschichte den Kindern näherzubringen. Sie können sie einfach vorlesen oder beim Lesen in Ihre eigenen Worte kleiden. Die Kinder werden bestimmt viele Fragen haben und dabei auch manches über sich selbst entdecken.

Die Weihnachtsgeschichte

Dies ist die Geschichte von der Geburt Jesu Christi (das heißt: der Gesalbte), der nach christlicher Lehre von Gott ausgesandt wurde, um die Menschen von allem Bösen zu erlösen:

Vor langer, langer Zeit, vor über 2000 Jahren, als die meisten Menschen noch in Hütten wohnten und sich meist zu Fuß fortbewegten, entschloss sich der römische Kaiser, sein Volk zählen zu lassen. Wie ihr vielleicht wisst, liegt Rom in Italien. Das Reich des Kaisers war damals jedoch sehr groß. Deshalb mussten sich auch die Menschen in weit entfernten Ländern zählen lassen. Zu ihnen gehörten auch Maria und Josef.

Josef stammte aus Bethlehem in Judäa. Dieser Ort liegt im heutigen Israel, nicht weit vom Mittelmeer entfernt. Er und seine Frau lebten zu dieser Zeit jedoch weit im Norden, in Nazareth in Galiläa. Weil alle Menschen in ihren Geburtsort gehen mussten, um sich zählen zu lassen, machten sich auch Maria und Josef auf die lange Reise. Nazareth ist von Bethlehem über 120 Kilometer entfernt. Außerdem war Maria schwanger, und ihr Kind sollte bald zur Welt kommen.

Viele Menschen waren unterwegs und suchten in Bethlehem eine Unterkunft. Als Maria und Josef dort ankamen, fanden sie keinen Platz mehr für sich. Beide waren sehr müde, und Maria spürte, dass ihr Kind bald geboren werden würde. So beschlossen sie, in einer leer stehenden Hütte oder einer Höhle Schutz zu suchen. Dort brachte Maria ihren Sohn zur Welt. Sie nannten ihn Jesus. Der Name bedeutet: „Der Herr rettet.“ Maria wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe, weil sie kein Bettchen für ihn hatten.

In der Nähe hüteten Hirten ihre Schafe auf einem Feld. Da trat ein Engel zu ihnen. Er leuchtete hell, und die Hirten fürchteten sich sehr.

Doch der Engel sprach zu ihnen:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und dies habt zum Zeichen: Ihr werdet das Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.“

Nachdem er dies gesagt hatte, erschienen viele Engel. Sie lobten Gott und sprachen:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“

Als die Engel wieder verschwunden waren, sagten die Hirten zueinander:
„Lasst uns nach Bethlehem gehen und sehen, was dort geschehen ist.“

Sie machten sich auf den Weg, fanden Maria und Josef und dazu das Kind, das in der Krippe lag. Als sie alles gesehen und gehört hatten, erzählten sie davon weiter. Viele Menschen wunderten sich darüber. Maria aber dachte lange über all das nach und bewahrte die Worte in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten schließlich zu ihren Schafen zurück und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten.




Kinder wollen mitreden – warum Mitbestimmung in der Medizin so wichtig ist

Kindergesundheitsbericht 2025 weist auf Mitbestimmungsrecht von Kindern und Jugendlichen bei medizinischen Fragen hin

Kinder und Jugendliche möchten verstehen, was mit ihrer Gesundheit geschieht, und sie wollen an Entscheidungen beteiligt werden. Darauf weist der aktuelle Kindergesundheitsbericht 2025 der Stiftung Kindergesundheit hin. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 1.006 Eltern sowie ihren Kindern im Alter von 8 bis 17 Jahren.

Kinder sind mehr als passive Patientinnen und Patienten

Kinder sollten im medizinischen Alltag nicht nur „mitbehandelt“, sondern ernsthaft einbezogen werden. Nach Einschätzung der Stiftung Kindergesundheit profitieren sie deutlich davon, wenn sie altersgerecht informiert werden und echte Mitsprache erleben. Dieses Beteiligungsrecht ist in der UN-Kinderrechtskonvention verankert und gilt ausdrücklich auch für Fragen der Gesundheitsversorgung.

Mitbestimmung bedeutet dabei nicht, Kinder zu überfordern. Vielmehr geht es darum, ihnen zuzuhören, ihre Fragen ernst zu nehmen und Entscheidungen verständlich zu erklären.

Was Kinder heute beim Arzt erleben

Die gemeinsam mit dem forsa-Institut durchgeführte Befragung zeigt zunächst ein überwiegend positives Bild. Fast alle Kinder wussten vor ihrem letzten Arztbesuch, warum sie dort waren. Die große Mehrheit fühlte sich ernst genommen, viele erhielten Erklärungen zu Untersuchungen und Behandlungen. Auffällig ist, dass sich die Einschätzungen von Kindern und Eltern kaum unterscheiden.

Gleichzeitig macht die Befragung aber auch deutlich, dass die Beteiligung häufig begrenzt bleibt: Rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen berichtet, beim Arzt nur wenig oder eher wenig mitentscheiden zu können. Mehr als die Hälfte dieser Kinder wünscht sich ausdrücklich mehr Mitsprache. Auch viele Eltern sehen hier deutlichen Verbesserungsbedarf.

Was Kinder vermissen

Besonders aufschlussreich sind die Hinweise der Kinder selbst. Fast die Hälfte gibt an, dass einfachere und verständlichere Erklärungen helfen würden, medizinische Entscheidungen besser nachzuvollziehen. Viele wünschen sich außerdem, dass Ärztinnen und Ärzte häufiger direkt mit ihnen sprechen und sich mehr Zeit für ihre Fragen nehmen.

Jüngere Kinder berichten diese Bedürfnisse häufiger als ältere Jugendliche. Mädchen äußern öfter den Wunsch nach mehr Zeit für Rückfragen. Die Ergebnisse zeigen: Kinder wissen sehr genau, was sie brauchen – wenn man sie fragt.

Warum Mitbestimmung wirkt

Partizipation ist mehr als eine freundliche Geste. Kinder, die in Entscheidungen einbezogen werden, entwickeln ein besseres Verständnis für ihre eigene Gesundheit. Sie erleben weniger Angst, fassen mehr Vertrauen zum medizinischen Personal und können Empfehlungen leichter nachvollziehen und mittragen.

Mitbestimmung stärkt zudem das Gefühl von Selbstwirksamkeit – eine wichtige Grundlage für langfristige Gesundheitskompetenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper.

Wo es noch hakt

Aus Sicht der Eltern liegen die größten Hindernisse für mehr Beteiligung darin, dass sich Kinder nicht trauen, Fragen zu stellen, Gespräche vor allem mit den Erwachsenen geführt werden oder medizinische Inhalte für Kinder schwer verständlich sind. Auch Zeitmangel in Arztpraxen spielt eine Rolle.

Der Bericht macht deutlich: Neben strukturellen Rahmenbedingungen ist vor allem eine Haltung gefragt, die Kinder als ernstzunehmende Gesprächspartner wahrnimmt.

Wie Eltern die Beteiligung ihrer Kinder stärken können

Der Kindergesundheitsbericht 2025 gibt Eltern konkrete Hinweise, wie sie die Teilhabe ihrer Kinder unterstützen können – etwa durch eine altersgerechte Vorbereitung auf Arztbesuche, das Ermutigen zur eigenen Wortmeldung oder kleine Wahlmöglichkeiten während der Untersuchung. Auch eine gemeinsame Nachbesprechung hilft Kindern, ihre Erfahrungen einzuordnen und stärkt ihr Selbstvertrauen.

Gute Voraussetzungen für mehr Mitbestimmung

Der Bericht zeigt auch Anlass zur Zuversicht: In vielen Arztpraxen und Kliniken sind bereits gute Grundlagen vorhanden. Mit klarer Sprache, verständlicher Kommunikation und der bewussten Ansprache von Kindern kann Mitbestimmung im medizinischen Alltag weiter gestärkt werden – gemeinsam von medizinischem Personal und Eltern.