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GEW: „Kita- und Ganztags-Beschäftigte aufwerten und entlasten!“

Bildungsgewerkschaft fordert zum „Aktionstag der Kinderbetreuung“ substanzielle Verbesserungen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich dafür stark, die Arbeit der Beschäftigten an den Kitas, im Ganztag und in den anderen Berufen des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) substanziell aufzuwerten. Zudem müsse diese Berufsgruppe spürbar entlastet werden. „Ergebnis der aktuellen Tarifverhandlungen für die SuE-Berufe in den Kommunen müssen bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung der Beschäftigten sein. Dafür müssen sich die Arbeitgeber endlich bewegen“, sagte Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit, am heutigen „Aktionstag der Kinderbetreuung“ in Frankfurt a.M. „Die Kolleginnen und Kollegen sichern täglich das Grundrecht der Kinder auf Bildung, Erziehung und Betreuung. Sie leisten damit einen elementaren Beitrag für eine demokratische und offene Gesellschaft. Die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen hat große Bedeutung für Kinder, Eltern und unsere Gesellschaft.“

Höchstwert an Unmut

„Die Bildung, Erziehung und Betreuung in den Kitas und im Ganztag spielt für die Entwicklung der Kinder eine entscheidende Rolle. Hier wird der Grundstein für den weiteren Lebensweg gelegt“, betonte Siebernik. Allerdings seiendie Beschäftigten nach den kräftezehrenden Herausforderungen der vergangenen Jahre insbesondere während der Corona-Pandemie und mit Blick auf den dramatischen Fachkräftemangel ausgelaugt.

Die Ergebnisse der Corona-Kita-Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zeigten einen Höchstwert an Unmut unter den Kolleginnen und Kollegen. „Es mangelt an Personal und Nachwuchs, die Arbeitsbedingungen stimmen schon längst nicht mehr, zudem fehlt die gesellschaftliche Anerkennung. Das ist für die Kolleginnen, Kollegen und die Kinder nicht mehr akzeptabel. Die schlechte Botschaft: Wenn jetzt nicht radikal umgesteuert wird, spitzt sich die Situation in den nächsten zehn Jahren insbesondere in den westlichen Bundesländern noch weiter zu“, unterstrich die GEW-Expertin. Das zeigten Berechnungen zu Bedarfen und Personalressourcen vor dem Hintergrund der zu erwartenden demographischen Entwicklung.

Entschlossen in die frühe Bildung und die kommunale Grundversorgung investieren

„Um die SuE-Berufe wieder attraktiver zu gestalten, ist es dringend notwendig, dass sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in der dritten Verhandlungsrunde Mitte Mai darauf verständigen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Beschäftigten zu entlasten“, mahnte Siebernik. „Die Herausforderungen lassen sich nicht aussitzen.

Die Arbeitgeber müssen entschlossen in die frühe Bildung und die kommunale Grundversorgung investieren. Wenn sich die Arbeitgeber weiter aus ihrer Verantwortung herausstehlen, ist das für viele Regionen Deutschlands eine Bankrotterklärung“, stellte Siebernik fest.

Info: Am 9. Mai findet der Aktionstag der Kinderbetreuung statt. Er wurde 2012 ins Leben gerufen und wird seit 2017 von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung koordiniert. Der Aktionstag findet immer einen Tag nach dem Muttertag statt, um die Arbeit der Kolleginnen im Bereich der Erziehung und Bildung in den Blick zu nehmen.

Die Tarifverhandlungen für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst haben am 25. Februar begonnen. Die dritte Runde ist für den 16./17. Mai in Potsdam terminiert. Ver.di führt die Verhandlungen für die Gewerkschaften mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).

Quelle: Pressemitteilung GEW

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