PISA-Schock: Wann fragen wir endlich, was Kinder brauchen?
PISA 2025 zeigt Deutschlands Bildungsproblem: Warum Tests und Technik nicht reichen und was Kinder wirklich brauchen, damit Lernen gelingt.
PISA 2025 zeigt Deutschlands Bildungsproblem: Warum Tests und Technik nicht reichen und was Kinder wirklich brauchen, damit Lernen gelingt.
Der Bericht der Expertenkommission überzeugt mit weitreichenden Vorschlägen zum Schutz von Kindern in der digitalen Welt. Zugleich zeigt unser Beitrag, dass die entscheidende bildungspolitische Frage noch offen ist: Beginnt gute Bildung bei den Anforderungen der Digitalisierung – oder bei den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes? Der Blick nach Europa spricht für einen Perspektivwechsel.
Kinder lernen nicht nur mit dem Kopf. Moderne Forschung aus Entwicklungspsychologie, Neurowissenschaft und Bildungswissenschaft zeigt, dass Bewegung, Beziehungen, Spiel und eigene Erfahrungen die Grundlagen erfolgreichen Lernens bilden. Warum Ganzheitlichkeit deshalb heute aktueller ist denn je.
Bildung ist weit mehr als die Vermittlung von Wissen. In einem Vortrag bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung erläutert Armin Krenz, warum Kinder vor allem verlässliche Beziehungen, Spiel, Bewegung und eigene Erfahrungen brauchen. Seine Überlegungen regen dazu an, frühkindliche Bildung neu zu denken.
Nicht nur ausreichend Schlaf, sondern auch regelmäßige Schlafenszeiten sind für die Entwicklung von Kindern wichtig. Vorschulkinder mit unregelmäßigem Schlafrhythmus erreichen laut einer us-amerikanischen Studie schlechtere Werte bei Sprach- und Gedächtnistests – unabhängig von ihrer gesamten Schlafdauer.
Montessori-Kinder entwickeln stärkere Sprachfähigkeiten, bessere Selbstkontrolle und mehr soziale Kompetenzen. Forschende sehen die Ursachen vor allem im selbstständigen Lernen, altersgemischten Gruppen und der gezielten Förderung von Eigenverantwortung.
Puppenspiel fördert die soziale Entwicklung von Kindern offenbar viel stärker als digitale Spiele. Eine aktuelle Studie zeigt: Kinder, die regelmäßig mit Puppen spielen, verbessern ihre Fähigkeit, Gedanken und Gefühle anderer Menschen zu verstehen. Besonders profitieren offenbar Kinder mit sozialen Schwierigkeiten.
Eine aktuelle Studie der Constructor University zeigt, dass ADHS und Kreativität eng miteinander verknüpft sind. Defokussierte Aufmerksamkeit kann kreatives Denken fördern und eröffnet neue Wege für Pädagogik und Therapie, die stärker mit den Stärken Betroffener arbeiten.