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Viele Kinder kopieren Gewalt in Medien

Vor allem depressive und verletzliche Heranwachsende laut wissenschaftlicher Analyse gefährdet

Kinder, die in den Medien mit Waffengewalt konfrontiert werden, sollen eher bereit sein, eines Tages selbst zu Waffen zu greifen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von JAMA Network Open http://jamanetwork.com, einer von der American Medical Association http://ama-assn.org herausgegebenen Open-Access-Fachzeitschrift. „Wenn ein Kind kein gutes Leben zu Hause oder in einer anderen Gemeinschaft hat und Gewalt in den Medien erlebt, können vier Folgen auftreten“, so Suriyadeo Tripathi vom Moral Promotion Centre http://moralcenter.or.th an der Mahidol-Universität.

Gesellschaftliche Norm

Kinder, die depressiv und verletzlich sind, sind den Experten nach immer bereit, das zu wiederholen, was sie auf dem Bildschirm gesehen haben. Einige würden paranoid und das Gefühl haben, dass die Gesellschaft nicht sicher ist. Erleben Kinder über längere Zeit Gewalt in den Medien, bekommen sie das Gefühl, dass das gesellschaftliche Norm ist, heißt es. Schließlich verlören sie ihr Mitgefühl.

Tripathi fordert, dass Nachrichtenmedien auf detaillierte Details in der Kriminalberichterstattung weitgehend verzichten sollten. Denn anders als Beiträge, die als ungeeignet für Kinder eingestuft werden könnten, seien Nachrichtensendungen für alle zugänglich. Aufgrund der Prävalenz von Gewalt in den Massenmedien betont Tripathi die Bedeutung der Einbeziehung der Eltern in die Medienkompetenz ihrer Kinder.

Eltern sollten ihren Kindern drei Fragen über die Medien stellen, die sie konsumieren, anstatt ihnen zu sagen, was sie glauben sollen: „Erstens: Wie fühlst du dich, wenn du diese Art von Inhalten ansiehst? Zweitens: Was hast du aus dieser Art von Inhalten gelernt? Drittens: Was würdest du tun, wenn du in dieser Situation wärst?“

Fatale Folgen für Kinder

„Wie die Forschung des National Institute of Mental Health http://nimh.nih.gov zeigt, wollen einige Kinder Mediengewalt kopieren. Einige sind anfällig für andere Medieneinflüsse, einige bekommen Angst und viele werden desensibilisiert“, so Ted Baehr, Gründer von Movieguide, einer Organisation, die sich für christliche Medieninhalte einsetzt. „So, wie ein Alkoholiker von einer Bierwerbung übermäßig in Versuchung geführt würde, so können bestimmte Arten von Medien Ihr Kind in seinem spezifischen Entwicklungsstadium verführen oder beeinflussen.“

Wolfgang Kempkens/pressetext.redaktion

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