PISA-Schock: Wann fragen wir endlich, was Kinder brauchen?
PISA 2025 zeigt Deutschlands Bildungsproblem: Warum Tests und Technik nicht reichen und was Kinder wirklich brauchen, damit Lernen gelingt.
PISA 2025 zeigt Deutschlands Bildungsproblem: Warum Tests und Technik nicht reichen und was Kinder wirklich brauchen, damit Lernen gelingt.
Kinder lernen nicht nur mit dem Kopf. Moderne Forschung aus Entwicklungspsychologie, Neurowissenschaft und Bildungswissenschaft zeigt, dass Bewegung, Beziehungen, Spiel und eigene Erfahrungen die Grundlagen erfolgreichen Lernens bilden. Warum Ganzheitlichkeit deshalb heute aktueller ist denn je.
Der Bildungsbericht 2026 stellt das fest, was uns auch schon der Kinderreport und der Armutsbericht gezeigt haben. Die Bildungschancen hängen größtenteils vom Elternhaus ab. Allerdings können pädagogische Angebote dazu beitragen, die ungünstige Startbedingungen etwas zu verbessern.
Beeinflusst die Berufstätigkeit von Müttern die Entwicklung ihrer Kinder? Eine große Übersichtsarbeit, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlocht wurde, analysierte 61 hochwertige Studien und kommt zu einem differenzierten Ergebnis: Entscheidend sind nicht die Arbeitsstunden der Mutter, sondern Betreuung, Beziehungen und Lebensbedingungen.
Seit zehn Jahren zeigt das hessische Programm „Sprachentdecker“, wie alltagsintegrierte Sprachförderung Kinder wirksam unterstützen kann. Mehr als 200 pädagogische Fachkräfte wurden qualifiziert, rund 3.000 Kinder profitierten davon. Nun wird das erfolgreiche Konzept dauerhaft fortgeführt.
Eine neue deutschlandweite Studie zeigt: Eltern erwarten von Ganztagsschulen nicht nur verlässliche Betreuung, sondern auch pädagogische Qualität. Die Bedürfnisse unterscheiden sich je nach Bildungsstand, Erwerbstätigkeit und Wohnort deutlich – mit wichtigen Folgen für den Ausbau des Ganztags.
Mehr als 300 Menschen verfolgten in Freiburg den Vortrag von Armin Krenz zur Bedeutung der frühen Kindheit. Seine zentrale Botschaft: Entwicklung braucht Beziehung, Spiel und Zeit – doch aktuelle Bildungspraxis und Politik ignorieren diese Erkenntnisse oft.
Eine internationale Großstudie zeigt: Nur etwa die Hälfte sozialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse lässt sich zuverlässig reproduzieren. Für pädagogische Praxisfelder wie frühe Bildung stellt sich damit eine zentrale Frage neu: Auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse können sich Fachkräfte wirklich verlassen?